DE19703737A1 - Implantierbares telemetrisches Reizsystem - Google Patents
Implantierbares telemetrisches ReizsystemInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein implantierbares telemetrisches Reizsystem wel
ches keine eigene Energiequelle besitzt.
In der modernen Medizin sind implantierbare Systeme zur Unterstützung
bzw. zur totalen Übernahme der Muskel- oder Nervenreizung nicht mehr wegzu
denken. Klassische Vertreter dieser Geräte sind die Herzschrittmacher. Seit ei
niger Zeit werden auch erfolgreich sogenannte Hirnschrittmacher implantiert.
Diese Gerätefamilien zeichnen sich apparativ dadurch aus, daß die Energie
quelle gemeinsam mit der Steuerelektronik in ein Streichholzschachtel großes
Gefäß untergebracht ist, und der elektrische Reizimpuls über einen Katheter an
den Ort des Wirken transportiert wird.
Die notwendig operativen Eingriffe zum Applizieren eines Schrittmachers
sind heute Routinearbeit. Sie werden oft ambulant unter örtlicher Betäubung
ausgeführt. Da jedoch die Energiequelle mit implantiert wird, macht sich je nach
Batterietyp ein Austausch des gesamten Systems nach 5 bis 15 Jahren erforder
lich. Der Patient selbst kann keinen Einfluß auf die Funktionen des Reizsystems
nehmen. Die Elektronik wird i.d.R. so konstruiert, daß sie entweder nach einem
festgelegten Reizmuster zeitliche Impulse abgibt, oder sie wertet zusätzlich be
stimmte physiologische Potentiale, z. B. die Vorhofaktivität des Herzens aus, und
errechnet so zu welchem Zeitpunkt Energie abgegeben werden soll.
Die zu beschreibende vorteilhafte Erfindung realisiert ebenfalls die oben
erläuterten elektrische Reize. Sie verfügt jedoch über keine eigene Energiequel
le, sondern lediglich über einen temporären Energiespeicher in der Funktion ei
nes elektrischen Kondensators. Das implantierbare telemetrische Reizsystem
besteht aus einem Telemetriesystem zum Übertragen von elektrischer Energie
und Informationen. Der Transport von Informationen kann bidirektional erfolgen.
Das ist in den fällen sinnvoll, wenn vor (oder nach) einer Impulsabgabe ein Po
tential ausgewertet werden soll. Obgleich die notwendige elektrische Energie für
die Stimulation von Muskelgewebe und Nervenfasern sehr gering ist, wird aus
Gründen der Reduzierung von elektrischer Strahlung vorgeschlagen,
vor der Abgabe eines Impulses die notwendige Energie in einer Kapazität zwi
schenzuspeichern. Ein weiterer Grund dies zu tun, liegt in der geringen Energie
dichte begründet, die je tiefer das System im Körper implantiert wird, eingebracht
werden kann. Die Empfangs- und Sendespule wird zur Erzielung einer möglichst
hohen Energieausbeute als Subminiaturspule ausgebildet und in die Vorrichtung
eingebettet. Zur Steuerung des Telemetriesystems sowie der Funktionen zur
Erzeugung und Abgabe des Reizimpulses dient eine mikroelektronische Schal
tung. Sie ist äußerst klein, etwa mit den Abmessungen 5 × 2 mm2. Der temporäre
Energiespeicher wird durch eine elektrische Kapazität gebildet, die je nach An
wendung diskret ausgebildet sein kann (Kondensator). Zur Abgabe des Reizim
pulses und für die Messung körpereigener Potentiale sind ein oder mehrere leit
fähige Elektroden ausgebildet, welche in ihrer form auch zur mechanischen Ar
retierung im Gewebe dienen können.
Das außerhalb des Körpers befindliche handliche Gerät umschließt neben
einer Energiequelle (z. B. ein Akku) eine elektronische Schaltung zur Steuerung
der Energieabgabe an die Spule und zum Senden und Empfangen von Informa
tionen zum bzw. vom implantierbaren telemetrischen Reizsystem.
Ein großer Vorteil der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht darin, daß
keine elektrischen Leitungen im Körper appliziert werden müssen. Dadurch kann
es auch nicht zu den gefürchteten Leitungsbrüchen kommen, die regelmäßig ein
hohes Risiko für den Patienten darstellen. Ebenso von Vorteil ist die Tatsache,
daß keine Kontaktstellen für die Leitung(en) von Nöten sind. Bedingt durch die
geringen Abmessungen des aktiven Implantates kann es mit Hilfe eines Appli
kators z. B. durch ein Gefäß zum Ort des Wirkens verbracht werden, und dort
einwachsen ohne die Funktionalität langfristig zu verlieren. Je nach medizini
scher Indikation ist es vorstellbar, daß das implantierbare telemetrische Reizsy
stem nur über eine gewisse Zeitdauer aktiv wird bzw. je nach individuellem Be
darf. Der Patienten hat somit - im medizinischen sinnvollen Umfang - die Frei
heit, selbst zu entscheiden, wann und in welcher Intensität eine Unterstützung
seiner eigenen Körperfunktionen erfolgen soll.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird nun anhand der Fig. näher be
schrieben.
Fig. 1:
Hier werden die beiden Teilvorrichtungen dargestellt. Mit (1) und (2) wird das außerhalb des Körpers befindliche handliche Gerät skizziert, welches die Energiequelle, eine elektronische Schaltung und die Sende- und Empfangsspule (2) enthält. Das Gerät kann vorteilhaft handlich, etwa in der Größe einer Streichholzschachtel, ausgefertigt sein oder miniaturisiert derart, daß es mit Pflaster auf die Haut aufgeklebt werden kann. Der Be reich der Haut wird durch (3) dargestellt. Im inneren Bereich des Körpers befindet sich das implantierbare telemetrische Reizsystem. (4) zeigt die zugehörige Sende- und Empfangsspule, (5) die mikroelektronische Schaltung mit Kondensator und (6) die leitfähige(n) Elektrode(n) zur Ab gabe des Reizimpulses. Mit (7) wird das elektrisch empfindliche Körper gewebe (Herzmuskel, Nerven, . . .) angedeutet.
Hier werden die beiden Teilvorrichtungen dargestellt. Mit (1) und (2) wird das außerhalb des Körpers befindliche handliche Gerät skizziert, welches die Energiequelle, eine elektronische Schaltung und die Sende- und Empfangsspule (2) enthält. Das Gerät kann vorteilhaft handlich, etwa in der Größe einer Streichholzschachtel, ausgefertigt sein oder miniaturisiert derart, daß es mit Pflaster auf die Haut aufgeklebt werden kann. Der Be reich der Haut wird durch (3) dargestellt. Im inneren Bereich des Körpers befindet sich das implantierbare telemetrische Reizsystem. (4) zeigt die zugehörige Sende- und Empfangsspule, (5) die mikroelektronische Schaltung mit Kondensator und (6) die leitfähige(n) Elektrode(n) zur Ab gabe des Reizimpulses. Mit (7) wird das elektrisch empfindliche Körper gewebe (Herzmuskel, Nerven, . . .) angedeutet.
Fig. 2:
Hier wird eine mögliche Ausführung der Erfindung dargestellt. Das im plantierbare telemetrische Reizsystem ist in Form eines Katheters (8) ausgebildet. An den beiden Enden sind die Elektroden (6) mit Vorrichtun gen zum Arretieren angebracht. Gut erkennbar ist die Spule (4). Sie wur de als laminare Wickelspule ausgebildet. (9) und (10) zeigen die diskrete Kapazität sowie die elektronische Schaltung. Systeme diese Ausbil dungsform sind am ehesten als Herzschrittmacher einsetzbar.
Hier wird eine mögliche Ausführung der Erfindung dargestellt. Das im plantierbare telemetrische Reizsystem ist in Form eines Katheters (8) ausgebildet. An den beiden Enden sind die Elektroden (6) mit Vorrichtun gen zum Arretieren angebracht. Gut erkennbar ist die Spule (4). Sie wur de als laminare Wickelspule ausgebildet. (9) und (10) zeigen die diskrete Kapazität sowie die elektronische Schaltung. Systeme diese Ausbil dungsform sind am ehesten als Herzschrittmacher einsetzbar.
Claims (12)
1. Vorrichtung gemäß Fig. 1 und Fig. 2 bestehend aus einer extrakorporalen Teil
vorrichtung (1) und (2) sowie aus einem implantierbaren telemetrischen Reizsy
stem (ITRS) zur Anwendung als elektrischer Schrittmacher in der medizinischen
Therapie und Diagnostik bei Mensch und Tier,
dadurch gekennzeichnet, daß
die implantierbare Teilvorrichtung über keine eigene Stromversorgung
verfügt und die für die Reizimpulsabgabe notwendige Energie aus ei
nem getriggerten hochfrequenten in den Körper eingestrahlten Wech
selfeld über eine Spule entnommen wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ener
gie, welche für den Reizimpuls erforderlich ist, in einer elektrischen Ka
pazität zwischengespeichert wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Funktionalität der Reizerzeugung und Abgabe durch die extrakorporale
Teilvorrichtung (1) und (2) maßgebend gesteuert wird.
4. Vorrichtung nach Anspruch (1) bis (3), dadurch gekennzeichnet, daß
ohne Zusammenwirken der extrakorporalen Teilvorrichtung sowie des
implantierbaren telemetrischen Reizsystems kein Reizimpuls abgege
ben werden kann.
5. Vorrichtung nach Anspruch (1) bis (4), dadurch gekennzeichnet, daß die
Teilvorrichtung (4) bis (6) so miniaturisiert ausgefertigt wird, daß sie
nach dem Stand der medizinischen Forschung sehr lange am Applika
tionsort verbleiben kann, ohne die Funktionalität zu verlieren.
6. Vorrichtung nach Anspruch (1) bis (5), dadurch gekennzeichnet, daß die
Elektroden (6) neben der Abgabe des elektrischen Reizimpulses auch
elektrische Potentiale des umgebenden Gewebes abnehmen, die in der
mikroelektronischen Schaltung (5) ausgewertet werden, und über die
Spule (4) an die extrakorporale Teilvorrichtung (1) und (2) übermittelt
werden kann.
7. Vorrichtung nach Anspruch (1) bis (6), dadurch gekennzeichnet, daß
mit einer Ladung der Kapazität des implantierbaren telemetrischen
Reizsystems mehrere Reizimpulse produzierbar sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch (1) bis (7), dadurch gekennzeichnet, daß
mehr als zwei Elektroden (6) zur Abgabe des Reizimpulses bzw.
zur Messung von Potentialen vorhanden sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch (1) bis (8), dadurch gekennzeichnet, daß
an der Teilvorrichtung (8) Klammern, Schrauben oder ähnliche Ar
retiervorrichtungen angebracht sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch (1) bis (9), dadurch gekennzeichnet,
daß die extrakorporale Teilvorrichtung (1) und (2) so miniaturisiert
ausgefertigt ist, daß sie auf die Haut aufgeklebt werden kann.
11. Vorrichtung nach Anspruch (1) bis (10), dadurch gekennzeichnet,
daß die Anordnung der Baugruppen (4), (9) und (10) bevorzugt Ion
gitudinal erfolgt.
12. Vorrichtung nach Anspruch (1) bis (11), dadurch gekennzeichnet,
daß das implantierbare telemetrische Reizsystem durch eine ein
eindeutige Adressierung gesteuert wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997103737 DE19703737A1 (de) | 1997-02-01 | 1997-02-01 | Implantierbares telemetrisches Reizsystem |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997103737 DE19703737A1 (de) | 1997-02-01 | 1997-02-01 | Implantierbares telemetrisches Reizsystem |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19703737A1 true DE19703737A1 (de) | 1998-08-06 |
Family
ID=7818991
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997103737 Withdrawn DE19703737A1 (de) | 1997-02-01 | 1997-02-01 | Implantierbares telemetrisches Reizsystem |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19703737A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2006060459A1 (en) * | 2004-12-01 | 2006-06-08 | Vision-Sciences, Inc. | Add-on for invasive probe |
| WO2009007861A1 (en) * | 2007-07-07 | 2009-01-15 | Chamed Srl | Implantable rf defibrillator |
| WO2008139391A3 (en) * | 2007-05-11 | 2009-02-12 | Chamalow S A | Rf coil for stimulation synchronous with the 'r' wave |
| WO2012147061A3 (en) * | 2011-04-27 | 2012-12-27 | University Of Ulster | Defibrillator apparatus and method |
-
1997
- 1997-02-01 DE DE1997103737 patent/DE19703737A1/de not_active Withdrawn
Cited By (5)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US8360968B2 (en) | 2004-12-01 | 2013-01-29 | Vision—Sciences Inc. | Endoscopic sheath with illumination |
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Legal Events
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|---|---|---|---|
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