DE19635005A1 - Verfahren zum Aufbereiten von verunreinigtem Abwasser und Vorrichtung zu dessen Durchführung - Google Patents
Verfahren zum Aufbereiten von verunreinigtem Abwasser und Vorrichtung zu dessen DurchführungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufbereiten
von verunreinigtem Abwasser insbesondere in einer Fahr
zeugwaschanlage. Darüber hinaus betrifft die Erfindung
eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
Bei Reinigungsvorgängen insbesondere in Waschanlagen oder
-straßen für Kraftfahrzeuge fällt ein mit relativ viel
Verunreinigungen und Schmutzpartikeln versehenes Abwasser
an. Aus Umweltschutzgründen ist es notwendig, dieses
Abwasser zunächst zu reinigen, bevor es in die Kanalisa
tion abgegeben oder wiederverwendet werden darf.
Es ist bekannt, für die Abwasserreinigung Flüssigkeitsab
scheider einzusetzen, bei denen infolge Schwerkraft die
spezifisch leichteren Anteile, beispielsweise Öl, Benzin
etc. an die Wasseroberfläche aufsteigen, während die
spezifisch schweren Anteile, insbesondere die größeren
Schmutzpartikel, sich am Boden des Abscheiderbehälters
absetzen. Bei relativ großen anfallenden Abwassermengen,
wie sie bei den genannten Waschanlagen auftreten, sind
die in den Abscheiderbehältern vorgesehenen Sammelräume
bereits nach kurzer Betriebsdauer gefüllt, so daß die
Abscheiderbehälter mit speziellen Saugfahrzeugen leerge
pumpt werden müssen. Die abgepumpte Leichtflüssigkeit
sowie der sich am Boden ansammelnde Schlamm müssen dann
entsorgt werden. Dieses Vorgehen ist einerseits aufwendig
und kostenintensiv und andererseits können relativ lange
Stillstandszeiten für die Waschanlage auftreten, wenn
eine Entleerung des Abscheiderbehälters nicht kurzfristig
nach Erreichen des maximalen Füllungsgrades erfolgen
kann. Darüber hinaus hat sich gezeigt, daß das mittels
eines Flüssigkeitsabscheiders gereinigte Abwasser insbe
sondere beim Anfall größerer Abwassermengen häufig nicht
ohne weitere Behandlungen zum erneuten Gebrauch in der
Waschanlage verwendet werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
der genannten Art zu schaffen, mit dem das Abwasser in
hohem Maße gereinigt und somit wiederverwendet werden
kann. Darüber hinaus soll eine Vorrichtung vorgesehen
werden, mit der das Verfahren in einfacher Weise durch
führbar ist.
Diese Aufgabe wird hinsichtlich des Verfahrens dadurch
gelöst, daß das Abwasser zunächst einen Separator durch
läuft, in dem Schwebeteilchen abgeschieden werden, und
anschließend nach Zugabe von Flockungsmittel in ein
Reaktionsbecken eingeleitet wird, in dem sich Verschmut
zungsflocken bilden, die sich am Boden des Reaktions
beckens als Sediment absetzen, wobei das im oberen Be
reich des Reaktionsbeckens befindliche Wasser bei Unter
schreiten eines ersten Trübungsgrenzwertes in ein Sammel
becken für aufbereitetes Wasser abgeleitet und an
schließend das Sediment durch den Separator und das
Reaktionsbecken so lange im Kreis geführt wird, bis ein
vorbestimmter zweiter Trübungsgrenzwert unterschritten
ist.
Das in der Waschanlage anfallende Abwasser wird entweder
direkt oder unter Zwischenschaltung eines Abwasserbeckens
mittels einer Pumpe dem Separator zugeführt, in dem
Schwebe- bzw. Schmutzteilchen oberhalb einer vorbestimm
ten Größe, beispielsweise 70 µm, in hohem Maße abgeschie
den werden. Als Separator kann entweder ein Schwerkraft-Separator
oder vorzugsweise ein Zentrifugalkraft- Separa
tor verwendet werden. Die abgeschiedenen Schmutzteilchen
werden einem Schlammbecken zugeführt.
Dem im Separator vorgereinigten Abwasser wird dann ein
Flockungsmittel beigegeben, wobei eine Durchmischung des
Abwassers und des Flockungsmittels in einem statischen
Mischer erfolgen kann. Das mit Flockungsmittel durch
mischte Abwasser wird anschließend in das Reaktionsbecken
eingeleitet, in dem sich relativ große Schmutzflocken
bilden, die sich am Boden des Reaktionsbeckens als Sedi
ment absetzen.
Der sich an der Wasseroberfläche im Reaktionsbecken
ansammelnde Schmutzfilm bzw. die dorthin aufschwimmende
Leichtflüssigkeit kann durch eine Niveauanhebung über
einen am oberen Rand des Reaktionsbeckens ausgebildeten
Überlauf bzw. ein Wehr über eine Ablaufrinne in das
Schlammbecken ausgetragen werden.
Nachdem das Abwasser sich eine vorbestimmte Sedimenta
tionszeit im Reaktionsbecken befindet, hat sich im oberen
Bereich des Füllstandes relativ sauberes Wasser angesam
melt, während sich am Boden das Sediment gebildet hat.
Das im oberen Bereich befindliche Abwasser wird dann
hinsichtlich seiner Trübung untersucht. Dies kann bei
spielsweise dadurch erfolgen, daß eine Probe des im
Reaktionsbecken befindlichen Abwassers nach einer vorbe
stimmten Verweilzeit aus einer vorbestandenen Füllstands
höhe dem Reaktionsbecken entnommen und hinsichtlich
seiner Trübung untersucht wird. Falls der erste Trübungs
grenzwert noch nicht unterschritten sein sollte, wird die
Verweilzeit des Abwassers im Reaktionsbecken um ein
vorbestimmtes Intervall, beispielsweise 2 min., verlän
gert, woraufhin eine erneute Überprüfung der Trübung
erfolgt. Dieses Vorgehen wird so lange wiederholt, bis
der erste Trübungsgrenzwert unterschritten ist, woraufhin
das gereinigte Wasser aus dem oberen Bereich des Reak
tionsbeckens einem Sammelbecken für aufbereitetes Wasser
zugeleitet wird, aus dem es für den erneuten Gebrauch in
der Waschanlage entnommen werden kann.
In bevorzugter Weiterbildung der Erfindung kann vorge
sehen sein, daß zwischen dem Reaktionsbecken und dem
Sammelbecken zumindest ein weiterer Separator angeordnet
ist. Der weitere Separator kann im Abwasser eventuell
verbliebene restliche Schmutzpartikel aus diesem entfer
nen. In praktischer Ausgestaltung hat sich die Hinterein
anderschaltung von zwei Separatoren bewährt.
Des weiteren kann zwischen dem Reaktionsbecken und dem
Sammelbecken eine Filtervorrichtung angeordnet sein, die
vorzugsweise aus mehreren in Reihe geschalteten, abge
stuften Filtern, beispielsweise Filtersäcken besteht. Die
Filter sind den weiteren Separatoren nachgeschaltet und
entfernen feinste Restpartikel aus dem Abwasser.
Im Reaktionsbecken verbleibt nach Entnahme des Abwassers
aus dem oberen Bereich ein Sediment-Wasser-Gemisch, d. h.
ein Schlamm-Wasser-Gemisch. Um auch das darin enthaltene
Wasser zurückzugewinnen, wird das Gemisch in den Separa
tor zurückgeführt und durch den Separator und das Reak
tionsbecken so lange im Kreis geführt, bis ein vorbe
stimmter zweiter Trübungsgrenzwert unterschritten ist. In
diesem Zustand befindet sich im Reaktionsbecken im Boden
bereich ein relativ sauberes Wasser, so daß ein neuer
Zyklus durch Ansaugen von Abwasser aus der Waschanlage
bzw. deren Abwasserbecken durchgeführt werden kann.
Es hat sich gezeigt, daß sich die Schmutzflocken im
Reaktionsbecken nicht nur am Boden, sondern teilweise
auch an der Behälterwandung absetzen und dort durch
einfaches Abpumpen nicht entfernt werden können. In
bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist deshalb
vorgesehen, daß das Sediment bzw. das Sediment-Wasser-Ge
misch beim erneuten Einbringen in das Reaktionsbecken von
oben über Düsen eingespritzt wird, so daß an der Behäl
terwandung anhaftende Verschmutzungen gelöst und zum
Boden des Reaktionsbeckens gespült werden. Da das Sedi
ment durch den Separator und das Reaktionsbecken im Kreis
geführt wird, können die an der Behälterwandung anhaften
den Verschmutzungen annähernd vollständig entfernt wer
den.
Die Menge des nach dem ersten Durchlaufen des Separators
zugeführten Flockungsmittels sollte an den Verschmut
zungsgrad des Abwassers angepaßt werden. Zu diesem Zweck
kann vorgesehen sein, daß das aus dem Separator austre
tende Abwasser zumindest beim ersten Durchlauf auf Unter
schreiten eines dritten Trübungsgrenzwertes untersucht
wird. Wenn der dritte Trübungsgrenzwert noch nicht unter
schritten ist, wird das Abwasser vorzugsweise direkt,
d. h. ohne das Reaktionsbecken zu durchlaufen, an eine
Stelle stromauf des Separators zurückgeführt, so daß es
nochmals durch den Separator hindurchläuft und dort
nochmals gereinigt wird. Wenn der dritte Trübungsgrenz
wert unterschritten ist, wird das Flockungsmittel in
Abhängigkeit von dem festgestellten Trübungsgrad des
Abwassers zugegeben. Auf diese Weise kann erreicht wer
den, daß stets eine optimal an den Verschmutzungsgrad des
Abwassers angepaßte Menge an Flockungsmittel eingesetzt
wird.
Hinsichtlich der Vorrichtung zur Durchführung des Verfah
rens wird die oben genannte Aufgabe durch einen Separa
tor, durch den das zu reinigende Abwasser hindurchführbar
ist, eine stromab des Separators angeordnete Dosiervor
richtung zur Zugabe von Flockungsmittel und ein nachge
schaltetes Reaktionsbecken mit einer Probenentnahmevor
richtung gelöst, in der der Trübungsgrad der Abwasser
probe feststellbar ist, wobei das Reaktionsbecken über
eine Rückführleitung mit einem Leitungsabschnitt stromauf
des Separators verbindbar ist. Auf diese Weise kann
erreicht werden, daß das nach Entnahme des gereinigten
Abwassers aus dem oberen Bereich des Reaktionsbeckens in
diesem verbleibende Sediment durch den Separator und das
Reaktionsbecken so lange im Kreis geführt werden kann,
bis annähernd alle Verschmutzungen entfernt sind.
In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorge
sehen, daß stromab des Separators ein Trübungsmesser für
das den Separator verlassende Abwasser angeordnet ist,
der die Dosiervorrichtung in Abhängigkeit von dem festge
stellten Trübungsgrad steuert. Als Trübungsmesser kann
beispielsweise ein Photometer Verwendung finden.
Da das mit Flockungsmittel durchmischte Abwasser längere
Zeit in dem Reaktionsbecken verbleiben muß, können die
anderen Baukomponenten der Vorrichtung wirtschaftlich
eingesetzt werden, wenn mehrere Reaktionsbecken parallel
angeordnet und unabhängig voneinander betreibbar sind.
Zusätzliche konstruktive Merkmale der Vorrichtung ergeben
sich aus der vorgenannten Erläuterung des erfindungsge
mäßen Verfahrens.
Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung sind aus
der folgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die Zeichnung ersichtlich, wobei die
einzige Figur eine schematische Darstellung der Komponen
ten der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
zeigt.
In der Figur ist auf der linken Seite ein Abwasserbecken
13 angedeutet, in dem das bei einer Waschanlage für
Kraftfahrzeuge anfallende Abwasser gesammelt wird. Aus
dem Abwasserbecken 13 kann das Abwasser mittels einer
Pumpe 15 über eine Leitung L₁ in einen Separator
S₁ befördert werden. Zur Steuerung des Durchflusses
ist stromauf der Pumpe 15 ein Ventil V₁ angeordnet.
In dem Separator S₁ können gröbere Schmutzteilchen
aus dem Abwasser entfernt werden, die dann über eine
Leitung L₁₀, in der ein Ventil V₄ angeordnet ist,
einem Schlammbecken 19 zugeführt werden.
Vom Separator S₁ führt eine Leitung L₄, in der ein Ven
til V₅ angeordnet ist, zu einem Reaktionsbecken 11 und
mündet in dessen oberen Bereich in Sprühdüsen 24. Strom
auf des Ventils V₅ zweigt von der Leitung L₄ eine Lei
tung L₂ ab, die im unteren Bereich des Reaktions
beckens 11 in diesem mündet und in der zwei Ventile
V₆ und V₇ hintereinandergeschaltet sind. Zwischen den
beiden Ventilen V₆ und V₇ zweigt von der Leitung L₂
eine Leitung L₃ ab, die die Leitung L₂ mit der Leitung L₁
an einer Stelle stromauf der Pumpe 15 verbindet und in
der ein Ventil V₁₀ angeordnet ist.
Des weiteren ist ein Behälter 16 für Flockungsmittel
vorgesehen, aus dem das Flockungsmittel mittels einer
Pumpe 17 über eine Leitung L₅, in der ein Ventil V₁₃
angeordnet ist, stromab des Separators S₁ in die Leitung
L₄ eingebracht werden kann.
Zwischen dem Separator S₁ und dem Ventil V₅ zweigt von
der Leitung L₄ eine Leitung L₁₂ ab, in der ein Trübungs
messer 21 in Form eines Photometers angeordnet ist.
Stromauf des Trübungsmessers 21 ist ein Ventil V₃ in der
Leitung L₁₂ angeordnet. Die Leitung L₁₂ mündet in dem
Schlammbecken 19.
Aus dem Reaktionsbecken 11 ist mittels einer Leitung L₇
eine Flüssigkeitsprobe in vorbestimmter Füllstandshöhe
entnehmbar. Die durch die Leitung L₇ entnommene Probe
wird nach Durchströmen eines Trübungsmessers 18 in Form
eines Photometers ebenfalls dem Schlammbecken 19 zugeführt.
Des weiteren ist in dem Reaktionsbecken 11 in der vorge
nannten vorbestimmten Füllstandshöhe das saugseitige Ende
einer Entnahmeleitung L₆ mit einem Ventil V₁₁ angeordnet.
Mit Hilfe einer Pumpe 20 kann das im oberen Bereich des
Reaktionsbeckens 11 befindliche Wasser durch die Entnah
meleitung L₆ angesaugt und anschließend durch zwei in
Reihe geschaltete Separatoren S₂ und S₃ sowie eine daran
anschließende Filtervorrichtung 14 in Form von zwei in
Reihe geschalteten abgestuften Filtern F₁ und F₂ beför
dert und einem Sammelbecken 12 für das aufbereitete
Wasser zugeführt werden. Die in den Separatoren S₂ und
S₃ abgeschiedenen Schmutzpartikel können über Leitungen
L₈ bzw. L₉, in denen jeweils ein Ventil V₈ bzw. V₉ ange
ordnet ist, dem Schlammbecken 19 zugeführt werden.
Unmittelbar vor Eintreten in das Sammelbecken 12 können
dem gereinigten Abwasser aus einem Vorratsbehälter 23
über eine mit einem Ventil V₁₂ versehenen Leitung L₁₁
sowie eine Pumpe 22 Zuschläge, beispielsweise ein Biozit,
zugegeben werden.
Im folgenden wird der Betrieb der dargestellten Vorrich
tung anhand eines Zyklus im einzelnen erläutert.
Im Ausgangszustand sind zunächst alle Ventile geschlossen
und im Reaktionsbecken 11 befindet sich im Bodenbereich
ein Rest von relativ sauberem Wasser.
Zu Beginn des Zyklus wird das Ventil V₁ geöffnet und
aus dem Abwasserbecken 13 wird mittels der Pumpe 15
das Abwasser über die Leitung L₁ dem Separator S₁ zuge
führt. Nach Entnahme einer ausreichenden Abwassermenge
wird das Ventil V₁ wieder geschlossen. In dem Separa
tor S₁ wird das Abwasser von größeren Schwebeteilchen
mit einer Größe von mehr als 70 µm weitestgehend gerei
nigt. Die abgeschiedenen Teilchen werden nach Öffnung des
Ventils V₄ über die Leitung L₁₀ dem Schlammbecken 19 zu
geführt. Das vorgereinigte Abwasser strömt aus dem Sepa
rator S₁ in die Leitung L₄, wobei durch kurzzeitiges
Öffnen des Ventils V₃ das Abwasser in dem Trübungsmes
ser 21 einer Überprüfung hinsichtlich des Trübungsgrades
unterworfen werden kann. Wenn das im Separator S₁ vor
gereinigte Abwasser einen dritten Trübungsgrenzwert noch
nicht unterschreitet, wird es nach Öffnen der Ventile V₆
und V₁₀ über die Leitungen L₂ und L₃ an eine Stelle
stromauf der Pumpe 15 zurückgeführt, so daß es an
schließend den Separator S₁ nochmals durchläuft.
Wenn der Trübungsmesser 21 feststellt, daß das im Separa
tor S₁ vorgereinigte Wasser den dritten Trübungsgrenz
wert unterschreitet, wird anhand des festgestellten
Trübungsgrades in einer nicht dargestellten Steuer
einrichtung die Menge an Flockungsmittel errechnet, die
dem Abwasser bei dem aktuell festgestellten Trübungs
grad zugegeben werden muß. Anschließend wird die Pumpe
17 aktiviert, mittels der über die Leitung L₅ nach
kurzzeitigem Öffnen des Ventils V₁₃ dem Abwasser strom
ab des Separators S₁ die errechnete Menge an Flockungs
mittel zugeführt wird. Das mit dem Flockungsmittel durch
mischte Abwasser wird dann über die Leitung L₄ und die
Leitung L₂ nach Öffnen der Ventile V₆ und V₇ im unte
ren Bereich des Reaktionsbeckens 11 in dieses eingeleitet.
Es verbleibt in dem Reaktionsbecken 11 für eine vorbe
stimmte Zeitspanne, die sogenannte Sedimentationszeit.
Während der Sedimentationszeit sammeln sich die im Ab
wasser befindlichen Schmutzflocken am Boden des Reak
tionsbeckens 11 an, während im oberen Bereich der
Füllstandshöhe relativ sauberes Wasser verbleibt. Nach
Ablauf der Sedimentationszeit wird über die Leitung L₇
in vorbestimmter Füllstandshöhe eine Wasserprobe ent
nommen und in dem Trübungsmesser 18 auf seinen Trü
bungsgrad hin untersucht. Wenn ein vorbestimmter erster
Trübungsgrenzwert noch nicht unterschritten ist, wird
die Sedimentationszeit um ein vorbestimmtes Intervall,
beispielsweise 2 min., verlängert, woraufhin eine er
neute Wasserprobe entnommen und hinsichtlich des Trü
bungsgrades untersucht wird. Die Wasserprobe wird nach
Durchlaufen des Trübungsmessers 18 über die Leitung L₇
dem Schlammbecken 19 zugeführt.
Wenn der erste Trübungsgrenzwert unterschritten ist,
wird die Pumpe 20 aktiviert, die das im oberen Bereich
des Reaktionsbeckens 11 anstehende saubere Wasser über
die Leitung L₆ nach Öffnen des Ventils V₁₁ angesaugt
und durch die Separatoren S₂ und S₃ sowie die nach
geschalteten Filter F₁ und F₂ dem Sammelbecken 12 für
das aufbereitete Wasser zuführt. Die in den Separatoren
S₂ und S₃ abgeschiedenen Schmutzteilchen werden über
die Leitung L₈ bzw. L₉ nach Öffnen der darin befind
lichen Ventile V₈ bzw. V₉ dem Schlammbecken 19 zuge
führt.
Dem gereinigten Wasser kann nach Durchströmen der Filter
F₁ und F₂ aus dem Vorratsbehälter 23 mittels der Pumpe
22 über die Leitung L₁₁ ein Biozid beigemischt werden.
Nach Entnahme des gereinigtes Abwassers aus dem oberen Be
reich des Reaktionsbeckens 11 verbleibt in dessen unteren
Bereich ein Sediment-Wasser-Gemisch, das nach Öffnen der
Ventile V₇ und V₁₀ über die Leitungen L₂ und L₃ von der
Pumpe 15 aus dem Reaktionsbecken 11 angesaugt und nochmals
dem Separator S₁ zugeführt wird, in dem größere Schmutz
teilchen abgeschieden werden. Eine erneute Zugabe von
Flockungsmittel findet nicht statt. Das aus dem Sepa
rator S₁ austretende, vorgereinigte Sediment-Wasser-Ge
misch wird über die Leitung L₄ nach Öffnen des Ventils V₅
über die Sprühdüsen 24 im oberen Bereich des Reaktions
beckens 11 in dieses eingesprüht, so daß an der Behälter
wandung des Reaktionsbeckens 11 eventuell anhaftende Ver
schmutzungen abgelöst werden können. Das Sediment-Wasser-Gemisch
wird über die Leitungen L₂, L₃ und L₄ so lange
zwischen dem Reaktionsbecken 11 und dem Separator S₁ im
Kreis geführt, bis mittels des Trübungsmessers 21 das
Unterschreiten eines zweiten Trübungsgrenzwertes festge
stellt wird. Somit ist wieder der Ausgangszustand erreicht,
in dem im Bodenbereich des Reaktionsbeckens 11 ein Rest an
relativ sauberem Abwasser ansteht. Anschließend kann ein
neuer Zyklus durch Ansaugen von neuem Abwasser aus dem
Abwasserbecken 13 durchgeführt werden.
Im Schlammbecken 19 bildet sich ein stichfester Schlamm
kuchen. Wenn das Schlammbecken 19 vollständig gefüllt
sein sollte, kann es gegen ein gleichartiges leeres
Schlammbecken ausgetauscht werden.
Claims (16)
1. Verfahren zum Aufbereiten von verunreinigtem Abwas
ser, insbesondere in einer Fahrzeugwaschanlage,
wobei das Abwasser zunächst einen Separator (S₁)
durchläuft, in dem Schwebeteilchen abgeschieden
werden, und anschließend nach Zugabe von Flockungs
mittel in ein Reaktionsbecken (11) eingeleitet wird,
in dem sich Verschmutzungsflocken bilden, die sich
am Boden des Reaktionsbeckens (11) als Sediment
absetzen, wobei das im oberen Bereich des Reaktions
beckens (11) befindliche Wasser bei Unterschreiten
eines ersten Trübungsgrenzwertes in ein Sammelbecken
(12) für aufbereitetes Wasser abgeleitet und an
schließend das Sediment durch den Separator (S₁)
und das Reaktionsbecken (11) so lange im Kreis
geführt wird, bis ein vorbestimmter zweiter Trü
bungsgrenzwert unterschritten ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das aus dem Separator (S₁) austretende Abwas
ser auf Unterschreiten eines dritten Trübungsgrenz
wertes untersucht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Abwasser bei Überschreiten des dritten
Trübungsgrenzwertes an eine Stelle stromauf des
Separators (S₁) zurückgeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Flockungsmittel bei Unterschreiten
des dritten Trübungsgrenzwertes in Abhängigkeit von
dem festgestellten Trübungsgrad des Abwassers zuge
geben wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß das im Reaktionsbecken (11)
befindliche Abwasser nach einer vorbestimmten Ver
weilzeit in einer vorbestimmten Füllstandshöhe
hinsichtlich seiner Trübung auf Unterschreiten des
ersten Trübungsgrenzwertes untersucht wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Verweilzeit im Reaktions
becken (11) bei Überschreiten des ersten Trübungs
grenzwertes um ein vorbestimmtes Intervall verlän
gert wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen dem Reaktionsbecken
(11) und dem Sammelbecken (12) zumindest ein weite
rer Separator (S₂, S₃) angeordnet ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen dem Reaktionsbecken
(11) und dem Sammelbecken (12) eine Filtervorrich
tung (14) angeordnet ist.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Filtervorrichtung (14) mehrere in Reihe
geschaltete Filter (F₁, F₂) umfaßt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß das Sediment beim erneuten
Einbringen in das Reaktionsbecken (11) von oben über
Düsen (16) eingespritzt wird.
11. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
einem der Ansprüche 1 bis 10, mit einem Separator
(S₁), durch den das zu reinigende Abwasser hin
durchführbar ist, einer stromab des Separators (S₁)
angeordneten Dosiervorrichtung (16, 17) zur Zugabe
von Flockungsmittel und einem nachgeschalteten
Reaktionsbecken (11) mit einer Probenentnahmevor
richtung (18), in der der Trübungsgrad der Abwasser
probe feststellbar ist, wobei das Reaktionsbecken
(11) über eine Rückführleitung (L₂₁, L₃) mit einem
Leitungsabschnitt stromauf des Separators (S₁)
verbindbar ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeich
net, daß stromab des Separators (S₁) ein Trübungs
messer (21) für das den Separator (S₁) verlassene
Abwasser angeordnet ist, der die Dosiervorrichtung
(16, 17) in Abhängigkeit von dem festgestellten
Trübungsgrad steuert.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeich
net, daß der Trübungsmesser (21) ein Photometer ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß dem Reaktionsbecken
(11) eine Entnahmeleitung (L₆) zugeordnet ist,
über die gereinigtes Abwasser einem Sammelbecken
(12) zuführbar ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeich
net, daß in der Entnahmeleitung (L₆) zumindest
ein weiterer Separator (S₂, S₃) und/oder einer
Filtervorrichtung (14) angeordnet ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Reaktionsbecken
(11) parallel angeordnet und unabhängig voneinander
betreibbar sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996135005 DE19635005A1 (de) | 1996-08-30 | 1996-08-30 | Verfahren zum Aufbereiten von verunreinigtem Abwasser und Vorrichtung zu dessen Durchführung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996135005 DE19635005A1 (de) | 1996-08-30 | 1996-08-30 | Verfahren zum Aufbereiten von verunreinigtem Abwasser und Vorrichtung zu dessen Durchführung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19635005A1 true DE19635005A1 (de) | 1998-03-05 |
Family
ID=7804071
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996135005 Withdrawn DE19635005A1 (de) | 1996-08-30 | 1996-08-30 | Verfahren zum Aufbereiten von verunreinigtem Abwasser und Vorrichtung zu dessen Durchführung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19635005A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2006057617A1 (en) * | 2004-11-29 | 2006-06-01 | Conlib Ab | Process for purifying water from a vehicle wash installation |
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1996
- 1996-08-30 DE DE1996135005 patent/DE19635005A1/de not_active Withdrawn
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