DE19612037A1 - Universal-Wirbelschicht-Feststoffextraktor - Google Patents
Universal-Wirbelschicht-FeststoffextraktorInfo
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Classifications
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- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B01—PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
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Description
Die Erfindung betrifft eine universelle Vorrichtung zum effektiven
Extrahieren von extrahierbarem Material aus Feststoffen, die wir
als Universal-Wirbelschicht-Feststoffextraktor bezeichnen.
Die Extraktion von in Lösungsmitteln löslichen Inhaltsstoffen aus
Feststoffen, die von Lösungsmitteln penetriert werden können, ist
eine häufig angewendete Laboroperation.
Diese Operation erfordert einen großen Aufwand an manueller
Arbeit.
Der manuelle Arbeitsaufwand wurde drastisch reduziert durch die
Entwicklung des sogenannten Soxhlet-Extraktors, welcher die
Extraktüberführung in ein Verdampfergefäß automatisch durchführt.
Einer der Nachteile dieses Gerätes besteht darin, daß im wesent
lichen nur Feststoffe lockerer Packung zur Extraktion eingesetzt
werden können, da der Filtrationsdruck nur durch das hydrostati
sche Gefälle des Kondensates in einer Extraktionshülse aufgebracht
wird.
Wird der Flüssigkeitsströmungswiderstand durch Feinteiligkeit oder
Klebrigkeit des Feststoffes erhöht, dann wird die Wirksamkeit
dieses Gerätes stark herabgesetzt oder sogar verhindert.
Im übrigen ist die Effektivität dieses Gerätes recht gering, so daß
im allgemeinen ein Zeitaufwand von vielen Stunden notwendig ist,
um eine vollständige Extraktion durchzuführen. Trotzdem wird die
ses Gerät noch immer selbst für Problemsubstrate, wie Erdboden
proben, empfohlen (vgl. Merck Spectrum 2/94 S. 22), weil bisher
kein besseres Gerät auf dem Markt ist.
Wesentlich bessere Extraktionen könnten mit dem in der Gebrauchs
musterschutzanmeldung G 8411 607.2 beschriebenen Feststoffextraktor
nach Redeker durchgeführt werden. Dieser Feststoffextraktor be
steht im wesentlichen aus einem Siedegefäß (a) und einem über eine
Kupplung (b) daran befestigten Extraktionsrohr (c), wobei der
Siederaum und der Extraktionsraum (d) durch ein Filterelement (e)
voneinander getrennt sind, und einem Kondensator (f) oberhalb des
Extraktionsraumes (d). In einer Heizperiode gelangt Lösungsmittel
dampf aus dem Siedegefäß über das Filterelement in das Extrak
tionsrohr (c), kondensiert am zu extrahierenden Feststoff sowie am
im oberen Teil des Extraktionsrohres installierten Kondensator (f)
zur Flüssigkeit welche das im unteren Teil des Extraktionsrohres
(Extraktionsraum d) befindliche zu extrahierende Material extra
hiert. In einer jeweils nachfolgenden Abkühlungsphase des Siedege
fäßes kondensiert der im Dampfraum des Siedegefäßes befindliche
Dampf. Dadurch bildet sich ein Druckunterschied zwischen dem
Siedegefäß und dem im Extraktionsrohr befindlichen Atmosphären
druck, wodurch der Extrakt durch das Filterelement in den Siede
raum des Siedegefäßes gedrückt wird.
Die in der Anmeldung G 8411672 beschriebenen Geräte können für
Extraktionen mit Lösungsmitteln im unteren bis mittleren Siede
bereich eingesetzt werden.
Will man jedoch hochsiedende Lösungsmittel zur Extraktion einset
zen weil sie günstigere Extraktionseigenschaften für das zu extra
hierende Material oder eine besonders hohe Selektivität für das zu
isolierende Material haben, dann kann die Extraktion scheitern
weil das Rückflußverhältnis ungünstig hoch ist, weil die Tempe
raturstabilität des Lösungsmittels bei seiner Siedetemperatur
nicht ausreicht, weil die zu extrahierenden (zu isolierenden) Sub
stanzen ungenügende Temperaturstabilität haben oder weil das
Extraktionsgut bei Normaldrucksiedetemperatur seine extrahierbaren
Eigenschaften einbüßt.
Will man andererseits Lösungsmittel mit Siedetemperaturen im unte
ren bis mittleren Siedebereich bei sehr niedrigen Temperaturen,
d. h. Temperaturen die unterhalb ihres Normaldrucksiedepunktes
liegen, einsetzen, weil das Extraktionsgut besonders temperatur
labil ist (z. B. biochemisch aktives Material), dann versagen die
genannten Geräte ebenfalls.
Will man das Funktionsprinzip der Erfindung G 8411672 nutzen, um
relativ großformatige Feststoffextraktoren damit zu betreiben,
dann kommt es zu sehr langen Abkühlungszeiten des verdampfbaren
Extraktionsmittels im Siedegefäß, weil die relativ kleine volumen
spezifische wärmetransportierende Oberfläche des Siedegefäßes den
Abkühlungsprozeß durch die Gefäßwand nur in ungenügendem Umfange
zuläßt.
Es war daher Aufgabe der Erfindung, den Feststoffextraktor gemäß
G 9411672 so zu verbessern, daß auch die oben genannten, bisher
noch nicht lösbaren Extraktionsprobleme gelöst werden können, d. h.
eine Vorrichtung zum effektiven Extrahieren von extrahierbarem
Material aus Feststoffen zu entwickeln, die universell und
effektiv einsetzbar ist.
Gegenstand der Erfindung ist dementsprechend eine universelle Vor
richtung zum Extrahieren von extrahierbarem Material aus Fest
stoffen, enthaltend im wesentlichen ein Siedegefäß (a) und ein
daran über eine Kupplung (b) befestigtes Extraktionsrohr (c),
wobei der Siederaum in (a) und der Extraktionsraum (d) in (c)
durch ein Filterelement (e) voneinander getrennt sind, eine Vor
richtung zum periodischen Kühlen (k1, k2) und/oder Heizen (j) des
Siedegefäßes (a), sowie einen Kondensator (f) zum Kondensieren von
Lösungsmitteldampf zur Flüssigkeit, die dadurch gekennzeichnet
ist, daß sich im oberen Bereich des den Kondensator (f) umgebenden
Raumes ein Vakuumanschluß (g) mit Evakuierungsventil (h) und ein
Begasungsventil (i1) und/oder ein Druckausgleichsventil (i2)
befinden.
Unter einem Siedegefäß (a) verstehen wir im Rahmen dieser Erfin
dung im allgemeinen ein metallenes oder gläsernes Gefäß zum Erhit
zen und Verdampfen des zur Extraktion verwendeten Lösungsmittels.
Es kann mit einem oder zwei Seitenhälsen versehen sein, durch wel
chen z. B. im Bedarfsfall ein Stabwärmetauscher (f, k2) zum Konden
sieren des Lösungsmitteldampfes - druckdicht befestigt - in das
Siedegefäß hineinragen kann.
Außer oder anstelle einer solchen inneren Kühlvorrichtung kann das
Siedegefäß auch über eine äußere Kühlvorrichtung in Form einer von
Kühlmittel durchflossenen Durchflußkühlkammer (k1) im metallenen
Temperierblock verfügen.
Unter einer Kupplung (b) wird im Rahmen dieser Erfindung ein Ver
bindungselement zum zusammenhalten z. B. des Siedegefäßes (a) mit
dem Extraktionsrohr (c) verstanden. Die Kupplung kann z. B. bei
größeren Gefäßen ein Flansch (b) sein, oder bei kleineren Gefäßen
in Form einer Schliffkupplung (b) oder einer Gewindeschraubkupp
lung (b) ausgebildet sein.
Unter einem Extraktionsrohr (c) ist eine üblicherweise zylinder
förmige Gerätekomponente zu verstehen, die über eine Kupplung (b)
mit dem Siedegefäß (a) verbunden ist und deren unterer Teil (d)
zur Aufnahme des zu extrahierenden Materials dient.
Im unteren Teil des Extraktionsrohres kann ein Filterelement (e)
in Form einer Glasfilterfritte eingeschmolzen sein.
Im oberen Teil des Extraktionsrohres befindet sich eine Öffnung
(n) zur Aufnahme eines Kondensators (f) zum Kondensieren des
Lösungsmitteldampfes sowie der Vakuumanschluß (g) mit dem Evakuie
rungsventil (h), dem Begasungsventil (i1) und/oder dem Druck
ausgleichsventil (i2). In einer bevorzugten Ausführungsform befin
det sich am oberen Teil des Extraktionsrohres ein gerades oder ein
abgewinkeltes Seitenrohr (l), in das ein Stabwärmetauscher als
Kondensator (f) hineinragt und ggf. der Vakuumanschluß (g) mit dem
Evakuierungsventil (h), dem Begasungsventil (i1) und/oder dem
Druckausgleichsventil (i2) einmünden. Bei dieser bevorzugten
Ausführungsform enthält das Extraktionsrohr am oberen Ende eine
Öffnung (n), durch die beispielsweise ein mechanischer Homogeni
sator (z. B. ein Ultraturax), eine Ultraschallsonotrode (u) oder
ein zusätzlicher Stabwärmetauscher (f) zur Dampfkondensation
dichtend eingeführt werden können.
In vielen Fällen ist es vorteilhaft, wenn das Extraktionsrohr mit
thermoisolierendem Material (m) umhüllt ist.
Unter dem Begriff Siederaum wird der unterhalb des Filterelemen
tes, vornehmlich im Siedegefäß (a) befindliche Raum verstanden, in
dem sich die verdampfende Flüssigkeit (Lösungsmittel) und der
bereits gebildete Dampf befinden.
Unter Extraktionsraum (d) wird der durch das zu extrahierende Ma
terial im Extraktionsrohr (c) beanspruchte Raum verstanden.
Unter einem Filterelement (e) werden beispielsweise eine im unte
ren Teil des Extraktionsrohres eingeschmolzene Glasfritte (e),
eine quetschverschraubte Filterplatte (e) aus porösem inertem
Kunststoff, vorzugsweise aus Polyfluoralkylen, oder eine Membran
filterscheibe (e) aus Polyfluoralkylen in Kombination mit einer
Lochfilterstützplatte (q) verstanden. Die Filterelemente sollen
für Feststoffe undurchlässig und für Flüssigkeiten und Gase durch
lässig sein.
Unter einem Kondensator (f) wird hier vorzugsweise eine als Stab
wärmetauscher geformte Kühlvorrichtung zur Kondensation des
Lösungsmitteldampfes verstanden. In einer bevorzugten Ausführungs
form enthält der erfindungsgemäße Feststoffextraktor einen breiten
modularen Stabwärmetauscher, welcher durch die Öffnung (n)
geführt, in den oberen Teil des Extraktionsrohres (c) hineinragt
und mit oder ohne einen für den jeweiligen Extraktionsvorgang
geeigneten Zentralrohr betrieben werden kann und daher wahlweise
mit Kühlwasser, Kühlsole, Kohlensäuretrockeneis oder flüssigem
Stickstoff als Kühlmittel gespeist werden kann.
Unter einem Vakuumanschluß (g) wird hier ein Seitenhals verstan
den, der mit einer Vakuumpumpe verbunden werden kann.
Unter einem Evakuierungsventil (h) wird eine elektrisch oder elek
tronisch gesteuerte Öffnungs- und Schließungsvorrichtung verstan
den, welche sich zwischen Vakuumanschlußseitenhals (g) und Vakuum
pumpe befindet.
Unter einem Begasungsventil (i1) wird hier eine elektrisch oder
elektronisch gesteuerte Öffnungs- und Schließungsvorrichtung
verstanden, durch welche die Extraktionsapparatur oberhalb des
Extraktionsraumes (d) unter Normaldruck oder auch unter Überdruck
begast werden kann.
Unter einem Druckausgleichsventil (i2) wird hier eine elektrisch
oder elektronisch gesteuerte Öffnungs-und Schließungsvorrichtung
verstanden, durch welche beim Öffnen ein Druckausgleich zwischen
dem Innenraum der Apparatur und der Atmosphäre erfolgen kann.
In einer bevorzugten Ausführungsform enthält die erfindungsgemäße
universelle Vorrichtung zum effektiven Extrahieren von extrahier
barem Material aus Feststoffen zusätzlich eine Steuervorrichtung
mit deren Hilfe man das Evakuierungsventil (h), das Begasungsven
til (i1) und/oder das Druckausgleichsventil (i2) - erforderli
chenfalls periodisch - schließen und öffnen kann.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält die erfin
dungsgemäße Vorrichtung zusätzlich eine Steuervorrichtung, mit
deren Hilfe man die Heizung (j) und ggf. die Kühlung (k1, k2) des
Siedegefäßes periodisch steuern kann.
In einer weiteren Ausführungsform enthält die erfindungsgemäße
Vorrichtung zusätzlich sowohl eine Steuervorrichtung zum Öffnen
oder Schließen des Evakuierungsventils (h), des Begasungsventils
(i1) und/oder Druckausgleichsventils (i2) als auch eine Vorrich
tung zur Steuerung der Heizung (j) und ggf. der Kühlung des Siede
gefäßes (k1, k2), die unabhängig voneinander oder aber gekoppelt
gesteuert werden können.
Der Universal-Wirbelschicht-Feststoffextraktor kann auf mehrere
unterschiedliche Betriebsweisen verwendet werden. Eine besonders
wirksame Betriebsart erfolgt in der Version eines Vakuum-Wirbel
schicht-Feststoffextraktors.
Diese Betriebsart beruht darauf, daß durch Verbinden des Vakuum
anschlusses (g) mit einer Vakuumpumpe über ein geöffnetes Evaku
ierungsventil (h) das in dem Siedegefäß (a) befindliche Lösungs
mittel durch Wärmezufuhr verdampft, der Dampf durch das Filterele
ment (e) hindurchtritt, den im Extraktionsraum (d) befindlichen
Feststoff aufheizt und dabei teilweise kondensiert. Der Restdampf
kondensiert am gekühlten Stabwärmetauscher (f) und tropft auf das
zu extrahierende Material in (d). Die zwischen den Feststoffteil
chen verteilte Flüssigkeit wird von den Dampfblasen durchperlt und
erzeugt dabei eine Wirbelschicht, in welcher der Feststoff auf
Siedetemperatur gehalten, fein verteilt und dadurch sehr gut
extrahiert wird. Durch einen (zeit)-gesteuerten Schließungsvor
gang des Evakuierungsventils (h) und einen zeitgleichen Öffnungs
vorgang des Begasungsventils (i1) oder des Druckausgleichsventils
(i2) wird der Apparateinnenraum mit Inertgas oder Luft von Atmos
phärendruck gefüllt. Dadurch wird der gebildete Extrakt durch den
feinverteilten Feststoff und das Filterelement (e) in das Siede
gefäß (a) gedrückt. Der Siedevorgang im Siedegefäß (a) wird durch
apparatefüllendes Gas sofort beendet. (Zeit)-gesteuert wird das
Begasungsventil (i1) oder das Druckausgleichsventil (i2) wieder
geschlossen, und zeitgleich das Evakuierungsventil (h) geöffnet,
wodurch im Apparaturinnenraum der Druck erneut vermindert wird.
Der Siedevorgang, der Kondensationsvorgang und der Extraktions
vorgang können erneut beginnen. Die beschriebene Extraktion ist so
effektiv, daß selbst üblicherweise schwierige Extraktionen bereits
nach wenigen Siede- und Begasungszyklen so gut wie vollständig
sind.
Statt des Zustromes von Luft unter Atmosphärendruck kann beim
Öffnen des Begasungsventils (i1) auch komprimierte Luft oder
komprimiertes Inertgas in den Apparateinnenraum strömen wenn
dieses mit entsprechenden Gasquellen verbunden ist.
Die Betriebsweise unter Verwendung von Überdruck erlaubt die Fil
tration bei besonders hohen Strömungswiderständen die als Folge
der Feinteiligkeit des Feststoffes auftreten können. Durch Verwen
dung eines Inertgases können auch oxydationsempfindliche Stoffe
extrahiert werden.
Soll die Extraktion mit Lösungsmitteln im mittleren Siedebereich
unter Normaldruck erfolgen, dann muß das Evakuierungsventil (h)
geschlossen bleiben. Die Filtration kann unter diesen Bedingungen
erfolgen durch äußere Abkühlung des Siedegefäßes mithilfe eines
Kühlmittelstromes durch die Kühlkammer (k1), oder durch innere
Abkühlung des Siedegefäßes mithilfe eines Kühlmittelstromes durch
den Stabwärmetauscher (k2) und dem Wirksamwerden von atmosphä
rischer Luft. Nach der Extraktion unter Normaldruck kann die
Filtration statt mit 1 bar auch mit Überdruck erfolgen durch das
unter Überdruck stehende Begasungsventil (i1). Vor jedem neuen
Extraktionszyklus wird das Druckausgleichsventil (i2) geöffnet und
erlaubt die Fortsetzung des Siedens unter Normaldruck. Diese
zuletzt genannten Maßnahmen können den Filtrationsprozeß auch
unterstützen wenn das Sieden unter Vakuum erfolgt.
Der Betrieb des erfindungsgemäßen Feststoffextraktors unter ver
mindertem oder erhöhtem Druck garantiert besonders kurze Extrak
tionszeiten, da der Filtrationsprozeß nicht durch langwieriges
Abkühlen des Siedegefäßes eingeleitet wird und das Lösungsmittel
anschließend wieder auf Siedetemperatur erhöht werden muß. Hierbei
wird also das Sieden und Kondensieren von Lösungsmittel und das
Filtrieren von Extrakt unter kontrolliertem Unterdruck ermöglicht.
Das hat zur Folge, daß die Siedetemperatur, die Kondensationstem
peratur sowie die Extraktionstemperatur deutlich gesenkt werden
können. Lösungsmittel und Extraktionsgut können so bei Bedarf
unter sehr schonenden Temperaturbedingungen eingesetzt werden.
Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Feststoffextraktors ist es mög
lich, nahezu jede extrahierbare Verbindung aus nahezu jedem Fest
stoff mit jedem für die Extraktion geeigneten Lösungsmittel auch
unter schonenden Bedingungen zu extrahieren.
Nachfolgend soll der Erfindungsgegenstand an Hand von Beispielen
näher beschrieben werden.
Ein zylindrisches Metallkochgefäß (a), ausgerüstet mit Stabilisie
rungsring (o), und Stabwärmetauscher (f, k2) befindet sich in einem
metallenen Temperierblock (p) mit Heizpatrone (j).
Verschlossen ist das Kochgefäß (a) mit einer Filterlochstützplatte
(q) mit aufliegender Membranfilterfolie (e), welche unter Einbe
ziehung des Flansches (b1) vom Extraktionsrohr (c) und vom Kochge
fäß (a) zwischen beiden dichtend fest fixiert sind. Die Schraub
kappe (r) dient zum Öffnen und Verschließen zum Zwecke der Entnah
me von Extrakt. Im Zentrum des Kochgefäßes befindet sich eine
Stützstange (s) aus Polytetrafluorethylen, welche die Filterloch
stützplatte (q) gegen den Boden abstützt.
Das auf dem Flansch des Kochgefäßes aufliegende Extraktionsrohr
(c) hat am oberen Ende einen mit Flansch festschraubbaren Deckel
mit zentraler Öffnung (n), durch welche ein Stabwärmetauscher (f),
ein Homogenisator oder eine Ultraschallsonotrode (u) geführt,
dichtend befestigt werden können. Der Seitenarm (l) enthält einen
druckdicht befestigten Stabwärmetauscher (f), ein Seitenrohr (g)
mit Evakuierungsventil (h), Begasungsventil (i1) und Druckaus
gleichsventil (i2). Am anderen Ende des Seitenarmes (l) befin
det sich eine mit einer Schraubkupplung (b2) druckdicht befestigte
Destillatsammelflasche (t). Die Schräglage des Temperierblockes
(p), und der darin befindlichen Apparatur, entscheidet darüber ob
Destillat in den Extraktionsraum (d) gelenkt wird oder in die
Destillatsammelflasche (t). Im letzten Falle wird das gesamte
Lösungsmittel aus dem Kochgefäß und dem Extraktionsraum unter
Vakuum separiert und am Ende der Operation im Siederaum (a) der
trockene Extrakt und im Extraktionsraum (d) der trockene
Extraktionsrückstand isoliert.
Das Gerät kann in verschiedenen Betriebsarten verwendet werden.
- 1. Extraktor unter Normaldrucksieden mit geschlossenen Ventilen (i1) (h) und geöffnetem Ventil (i2). Der periodisch gesteuerte Kühler (k2) sorgt für periodische Filtrationsvorgänge. Arbeitsgas ist atmosphärische Luft.
- 2. Extraktor unter Normaldrucksieden mit periodisch gesteuerten Ventilen (i1), (i2), (h) und falls erforderlich mit periodisch gesteuertem Kühlmittelstrom durch den Stabwärmetauscher (k2). Arbeitsgas ist Preßluft oder komprimiertes Inertgas.
- 3. Vakuum-Extraktor mit periodisch gesteuerten Ventilen (h) und (i1) oder/und (i2) und falls erforderlich mit gesteuertem Kühlmit telstrom durch den Stabwärmetauscher (k2). Hier kann als Arbeits gas atmosphärische Luft, komprimierte Luft oder auch Inertgas unter Normaldruck oder Überdruck verwendet werden.
In einem metallenen Temperierblock (p), ausgerüstet mit Heizpat
rone (j) und Durchflußkühlkammer (k1) befindet sich ein gläsernes
Kochgefäß (a) welches über eine Schraubkupplung (b) mit seinen
Aufbauten verbunden ist.
In Fig. 2A enthält das aufgeschraubte Extraktionsrohr (c) nur
noch einen Stabwärmetauscher (f), einen Vakuumanschluß (g) und
eine Glasfilterfritte (e). Das Gerät enthält keine Gasventile.
Die zeitlich gesteuerte Heizung und Kühlung wird erreicht durch
Ein- und Ausschalten der elektrischen Heizpatrone (j) und Aus- und
Einschalten eines mit Flüssigkeitsventil gesteuerten Kühlwas
serstromes in (k1). Arbeitsgas ist atmosphärische Luft.
In Fig. 2B ist das aufgeschraubte Extraktionsrohr (c) mit einem
wärmedämmenden Isoliermantel (m) umgeben. Als Dampfkondensator
dient ein vom Zentralrohr befreiter Stabwärmetauscher (f), der
jetzt die Funktion eines mit Trockeneis oder flüssiger Luft
gespeisten Kühlfingers hat. Am Vakuumanschluß (g) befindet sich
das Evakuierungsventil (h), welch letzteres dafür sorgt, daß die
Verbindung zur Vakuumpumpe geschaffen wird und (i1) oder (i2) für
das Wirksamwerden von Atmosphärendruck.
Kochgefäß, Heizblock und Kupplung sind identisch mit denen in
Fig. 2. Das Filterelement (e) befindet sich auf einer Filterloch
stützplatte (q). Beide sind durch den Verschraubungsvorgang beim
Verbinden mit dem Extraktionsrohr dichtend fixiert.
Durch die Öffnung (n) ist eine Ultraschallsonotrode geführt und
mit einer Lochschraubkappe mit einliegendem Dichtring druckfest
fixiert. Durch den Seitenhals (l) ist ein Stabwärmetauscher
geführt und mittels Lochschraubkappe mit Dichtring druckfest
fixiert. Das Gerät kann unter Normaldruck betrieben werden. Die
Periodizität der beschriebenen Prozesse wird durch Kühlung und
Heizung des Blockes erreicht.
Am Seitenrohr (g) können auch Gasventile und Vakuumpumpe ange
schlossen werden und das Gerät unter Vakuum und/oder Druck
betrieben werden.
In Beispiel 4 sind die Verbindungselemente der Glasgerätekomponen
ten in Form von Normschliffverbindungen gestaltet. Arbeitsgas ist
atmosphärische Luft. An den Seitenhals (g) können auch hier
gesteuerte Gasventile installiert werden und die Apparatur unter
Vakuum betrieben werden. Ein überdruckbetrieb scheitert an den
Schliffkupplungen, welche nicht für Überdruck konzipiert sind.
Claims (10)
1. Universelle Vorrichtung zum effektiven Extrahieren von extra
hierbarem Material aus Feststoffen enthaltend im wesentlichen ein
Siedegefäß (a) und ein daran über eine Kupplung (b) befestigtes
Extraktionsrohr (c), wobei der Siederaum in (a) und der Extrak
tionsraum (d) in (c) durch ein Filterelement (e) voneinander
getrennt sind, eine Vorrichtung zum periodischen Kühlen und/oder
Heizen des Siedegefäßes, sowie einen Kondensator (f) zum Konden
sieren von Lösungsmitteldampf zur Flüssigkeit, dadurch gekenn
zeichnet, daß sich im oberen Bereich des den Kondensator (f)
umgebenden Raumes ein Vakuumanschluß (g) befindet.
2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Vakuumanschluß (g) mit einem Evakuierungsventil (h) versehen
ist und die Vorrichtung zusätzlich oberhalb des Extraktionsraumes
(d) ein Begasungsventil (i1) und/oder ein Druckausgleichsventil
(i2) enthält, wodurch die Vorrichtung evakuiert, begast und/oder
entspannt werden kann.
3. Vorrichtung gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie
zusätzlich eine Steuervorrichtung enthält, mit deren Hilfe man das
Evakuierungsventil (h), das Begasungsventil (i1) und/oder das
Druckausgleichsventil (i2) - erforderlichenfalls periodisch -
schließen und öffnen kann.
4. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie
zusätzlich eine Steuervorrichtung enthält, mit deren Hilfe man die
Heizung (j) und ggf. die Kühlung (k) des Siedegefäßes periodisch
steuern kann.
5. Vorrichtung gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie
zusätzlich sowohl eine Steuervorrichtung zum Öffnen und Schließen
des Evakuierungsventils (h), des Begasungsventils (i1) und/oder
des Druckausgleichsventils (i2) als auch eine Steuervorrichtung
zur Steuerung der Heizung (j) und ggf. der Kühlung (k) des
Siedegefäßes enthält, die unabhängig voneinander oder aber
gekoppelt gesteuert werden können.
6. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie
als Kondensator (f) einen breiten modularen Stabwärmetauscher (f)
enthält, welcher in den oberen Teil des Extraktionsrohres (c)
hineinragt und mit Zentralrohr (f1) oder ohne Zentralrohr (f2)
betrieben werden kann und daher wahlweise mit Kühlwasser, Kühlso
le, Kohlensäuretrockeneis oder flüssigem Stickstoff als Kühlmittel
gespeist werden kann.
7. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich
am oberen Teil des Extraktionsrohres ein gerades oder ein abgewin
keltes Seitenrohr (l) befindet, in das ein Stabwärmetauscher als
Kondensator (f) hineinragt und ggf. der Vakuumanschluß (g) mit
Evakuierungsventil (h), das Begasungsventil (i1) und/oder das
Druckausgleichsventil (i2) einmünden.
8. Vorrichtung gemäß Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
Extraktionsrohr am oberen Ende eine Öffnung (n) enthält, durch die
ein mechanischer Homogenisator (z. B. ein Ultraturax), eine Ultra
schallsonotrode (u), oder ein zusätzlicher Stabwärmetauscher (f)
dichtend eingeführt werden können.
9. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Siedegefäß (a) über eine äußere (k1) oder innere (k2) Kühlvorrich
tung verfügt.
10. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Extraktionsrohr mit thermoisolierendem Material (m) umhüllt ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19612037A DE19612037A1 (de) | 1996-03-27 | 1996-03-27 | Universal-Wirbelschicht-Feststoffextraktor |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19612037A DE19612037A1 (de) | 1996-03-27 | 1996-03-27 | Universal-Wirbelschicht-Feststoffextraktor |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19612037A1 true DE19612037A1 (de) | 1997-10-02 |
Family
ID=7789537
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19612037A Withdrawn DE19612037A1 (de) | 1996-03-27 | 1996-03-27 | Universal-Wirbelschicht-Feststoffextraktor |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19612037A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US7000780B1 (en) | 1999-08-03 | 2006-02-21 | Harald Martin | Method and device for drying, separating, classifying and decomposing recoverable waste products |
| US7147681B1 (en) | 1999-08-03 | 2006-12-12 | Harald Martin | Method and device for removing recoverable waste products and non-recoverable waste products |
| US20150224422A1 (en) * | 2014-02-11 | 2015-08-13 | Edwin Pajarillo DABAO | Oil extractor |
-
1996
- 1996-03-27 DE DE19612037A patent/DE19612037A1/de not_active Withdrawn
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US7000780B1 (en) | 1999-08-03 | 2006-02-21 | Harald Martin | Method and device for drying, separating, classifying and decomposing recoverable waste products |
| US7147681B1 (en) | 1999-08-03 | 2006-12-12 | Harald Martin | Method and device for removing recoverable waste products and non-recoverable waste products |
| US20150224422A1 (en) * | 2014-02-11 | 2015-08-13 | Edwin Pajarillo DABAO | Oil extractor |
| US9592457B2 (en) * | 2014-02-11 | 2017-03-14 | Edwin Pajarillo DABAO | Oil extractor |
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|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |