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DE19611245A1 - Verwendung kontrolliert konditionierter Gase zur Füllung von Mehrscheibenisolierglas - Google Patents

Verwendung kontrolliert konditionierter Gase zur Füllung von Mehrscheibenisolierglas

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Publication number
DE19611245A1
DE19611245A1 DE1996111245 DE19611245A DE19611245A1 DE 19611245 A1 DE19611245 A1 DE 19611245A1 DE 1996111245 DE1996111245 DE 1996111245 DE 19611245 A DE19611245 A DE 19611245A DE 19611245 A1 DE19611245 A1 DE 19611245A1
Authority
DE
Germany
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temperature
glass
panes
insulating glass
space
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Ceased
Application number
DE1996111245
Other languages
English (en)
Inventor
Helmut Brook
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Henkel Teroson GmbH
Original Assignee
Henkel Teroson GmbH
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Publication date
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Publication of DE19611245A1 publication Critical patent/DE19611245A1/de
Ceased legal-status Critical Current

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    • EFIXED CONSTRUCTIONS
    • E06DOORS, WINDOWS, SHUTTERS, OR ROLLER BLINDS IN GENERAL; LADDERS
    • E06BFIXED OR MOVABLE CLOSURES FOR OPENINGS IN BUILDINGS, VEHICLES, FENCES OR LIKE ENCLOSURES IN GENERAL, e.g. DOORS, WINDOWS, BLINDS, GATES
    • E06B3/00Window sashes, door leaves, or like elements for closing wall or like openings; Layout of fixed or moving closures, e.g. windows in wall or like openings; Features of rigidly-mounted outer frames relating to the mounting of wing frames
    • E06B3/66Units comprising two or more parallel glass or like panes permanently secured together
    • E06B3/677Evacuating or filling the gap between the panes ; Equilibration of inside and outside pressure; Preventing condensation in the gap between the panes; Cleaning the gap between the panes
    • E06B3/6775Evacuating or filling the gap during assembly

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Civil Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Joining Of Glass To Other Materials (AREA)
  • Securing Of Glass Panes Or The Like (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Mehrscheibenisoliergläsern, bei dem das in dem Scheiben­ zwischenraum oder in den Scheibenzwischenräumen einge­ schlossene Gas vor dem Versiegeln des Scheibenrandver­ bundes auf eine vorgegebene Temperatur und einen vorge­ gebenen Druck gebracht wird. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Mehrscheibenisolierglas, hergestellt nach dem erfindungsgemäßen Verfahren.
Bei der Herstellung von Mehrscheibenisolierglas wird der Inhalt des Scheibenzwischenraums unter den zum Zeitpunkt der Fertigung herrschenden Temperatur- und Luftdruckbe­ dingungen hermetisch eingeschlossen. Bedingt dadurch können im Verlauf der Nutzung derartig hergestellter Mehrscheibenisoliergläser bei nachfolgenden klimatischen Änderungen von Temperatur und Luftdruck Druckverhältnisse im Scheibenzwischenraum auftreten, die zu Deformationen im Glas und damit auch zu Spannungen im Glas und Dichtstoff führen. Erfolgt beispielsweise während der Nutzung der Isoliergläser durch Wettereinflüsse eine Erwärmung der Mehrscheibenisolierglaseinheit, so bauchen die Scheiben aus, bei einer Abkühlung unter die Fertigungstemperatur tritt eine Einbauchung auf. Entsprechendes gilt auch bezüglich des Einflusses des äußeren Luftdruckes: Sinkt der umgebende Luftdruck unter den zum Zeitpunkt der Ferti­ gung, so bauchen die Gläser nach außen aus, bei einem höheren Umgebungsluftdruck gegenüber der Fertigung tritt ein Einbauchen nach innen auf. Herrschen bei der Herstel­ lung des Mehrscheibenisolierglases extreme klimatische Bedingungen, z. B. hohe Lufttemperatur und niedriger Luft­ druck, so treten bei entgegengesetzten klimatischen Bedingungen während der Nutzung, z. B. tiefe Temperatur und hoher Luftdruck, extrem hohe Deformationen und Spannungen im Glas und Dichtstoff auf. Tritt im Scheibenzwischenraum ein Temperatur- und/oder Luftdruck-bedingter Überdruck auf, so führt diese Druckerhöhung zu Biegespannungen und zu Deformationen der Glastafeln. Durch dieses "Ausbauchen" vergrößert sich das Volumen des Scheibenzwischenraums, diese Volumenvergrößerung führt zu einem Druckabbau, so daß sich ein Gleichgewicht zwischen Umgebungsdruck einer­ seits und Innendruck im Scheibenzwischenraum und Glas­ spannung andererseits einstellt. Im umgekehrten Fall einer Temperatur- und/oder Luftdruck-bedingten Unterdruckbildung im Scheibenzwischenraum führt dies ebenfalls zu Biegespan­ nungen und zu Deformationen der Glastafeln, damit verklei­ nert sich das Volumen des Scheibenzwischenraums und daraus folgt eine Druckerhöhung. Die mathematischen Grundlagen bezüglich der Deformation der Gläser und des sich einstel­ lenden Innendruckes sind ausführlich bei P.R. Küffner, "Reflexionsverzerrungen an Isoliergläsern", Glas und Rahmen, Heft 17/1981, S. 1011 ff beschrieben worden.
Für eine "Durchschnittsscheibe" von etwa 1 m × 1 m bestehend aus zwei 4 mm starken Glastafeln mit einem Scheibenzwi­ schenraum von 12 mm Abstand zeigen derartige Berechnungen, daß es bei einwandfreier Verglasungstechnik keine Probleme gibt, auch wenn man noch eine eventuelle Windlast mit berücksichtigt. Das Glas ist in dieser Größe nahezu völlig "biegeschlaff" und baut deshalb den inneren Überdruck weitgehend durch Glasdeformation ab. Ein deutlich anderes Verhalten wird jedoch bei Scheiben mit wesentlich kleineren Kantenlängen beobachtet, oder wenn der Scheiben­ aufbau unsymmetrisch erfolgt, d. h. eine Glastafel eine wesentlich größere Schichtdicke aufweist. Insbesondere führen die oben beschriebenen Deformationen bei speziellen Anwendungsformen von Mehrscheibenisoliergläsern zu Problemen. Die DE-A-29 21 608 beschreibt z. B. Zwei-Scheiben­ isoliergläser, bei denen in den Scheibenzwischenraum Sonnenjalousien eingebaut sind. Um eine störungsfreie Auf- und Abwärtsbewegung dieser eingebauten Jalousien unter allen klimatischen Bedingungen gewährleisten zu können, darf der Scheibenzwischenraum, d. h. die lichte Weite zwischen den beiden oder mehreren Scheiben des Mehrschei­ benisolierglasverbundes an keiner Stelle durch Einbauchung so stark vermindert werden, daß die Bewegung der Jalousien behindert wird. In der Regel darf daher die Scheiben­ zwischenraumbreite auch bei ungünstigen klimatischen Bedingungen um nicht mehr als 20% nach innen einbauchen, vorzugsweise sollte diese Einbauchung noch geringer sein.
Es wurde jetzt gefunden, daß bei Verwendung eines Gases mit vorgegebener Temperatur und vorgegebenem Druck zur Füllung des Scheibenzwischenraums bei Mehrscheibenisolier­ gläsern bewirkt, daß die vorgegebenen Grenzkriterien für die Glasdeformation und/oder Glasspannung, die durch die klimatischen Umgebungsbedingungen hervorgerufen werden, eingehalten werden können. Prinzipiell ist es dabei mög­ lich, entweder den Druck des Füllgases in dem Scheiben­ zwischenraum definiert einzustellen oder aber die Tempe­ ratur des Füllgases oder beides. Vorzugsweise wird jedoch die Temperatur des Füllgases in einer Temperiereinheit eingestellt, da dieses mit geringerem technischen Aufwand verbunden ist. Durch eine zweckmäßige Auswahl der Füllgas­ temperatur unter Berücksichtigung des aktuell bei den Herstellungsbedingungen herrschenden Luftdruckes können im Mehrscheibenisolierglas nach der Versiegelung Druckver­ hältnisse geschaffen werden, die die Deformationen und Spannungen im Glas und Dichtstoff für die üblichen Tempe­ ratur- und Luftdruckbedingungen, denen derartige Mehr­ scheibenisoliergläser im Verlauf ihrer Nutzung ausgesetzt sind, minimieren. Der Vorteil der kontrolliert einge­ stellten Füllgastemperatur ist die Minimierung von Spannungen im Glas und im Dichtstoff und die Minimierung von Deformationen des Glases, wodurch auch dessen Reflexionsverzerrungen reduziert werden. Ein weiterer Vorteil der Minimierung der Deformation des Glases ist die problemlose Nutzung des Scheibenzwischenraums z. B. zum Anbringen von Sonnenschutzjalousien.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist somit ein Verfahren zur Herstellung von Mehrscheibenisoliergläsern, bei denen das in dem Scheibenzwischenraum eingeschlossene Glas vor dem Versiegeln des Randverbundes auf eine vorge­ gebene Temperatur und einen vorgegebenen Druck gebracht wird, so daß die Grenzkriterien für die Glasdeformation und/oder Glasspannung, hervorgerufen durch die klimatischen Umgebungsbedingungen, eingehalten werden.
Mehrscheibenisoliergläser im Sinne dieser Erfindung beste­ hen aus mindestens zwei Glasplatten, die in ihrem Randbe­ reich durch einen Abstandshalter ("Spacer") sowie in der Regel durch Kleb- und Dichtstoffe in einem definierten Abstand gehalten werden. Dabei haben die Kleb-/Dichtstoffe im wesentlichen zwei Funktionen: Zum einen dienen sie als Gas- und Wasserdampfsperre zwischen dem Scheibenzwischen­ raum und der Umgebungsluft, weiterhin bewirken sie den mechanischen Zusammenhalt der so verbundenen Glasplatten. Mehrscheibenisoliergläser im Sinne dieser Erfindung können zusätzlich im Scheibeninnenraum noch weitere Scheiben aus Glas und/oder Kunststoff enthalten, außerdem können die einzelnen Glasplatten aus Verbundglas bestehen.
Als Füllgas, das in den Scheibenzwischenraum eingeschlos­ sen ist, können alle hierfür in der Isolierglastechnik verwandten Gase eingesetzt werden, beispielhaft genannt seien Kohlendioxid, Methan, die Edelgase Argon, Neon, Helium, Krypton, Xenon sowie insbesondere Schwefelhexa­ fluorid oder auch im einfachsten Fall Luft oder Stick­ stoff.
Die Füllung des Scheibenzwischenraums von Mehrscheiben­ isoliergläsern mit den verschiedenen Gasen, insbesondere getrockneten Gasen, zur Erhöhung der Wärmedämmung bzw. zur Erhöhung der Schalldämmung ist an sich bekannt und bereits Gegenstand zahlloser Veröffentlichungen und Patentanmel­ dungen gewesen. Angaben für von Luft verschiedene Füllgase für Mehrscheibenisoliergläser finden sich z. B. in der DE-A-24 61 531, DE-A-42 31 424, DE-A-44 10 784 oder der EP-A-410890.
Verfahren zum Füllen von Isolierglasscheiben mit Füllgas werden z. B. in der DE-A-41 00 697, DE-A-40 22 185 oder der DE-A-43 27 977 beschrieben, wobei insbesondere Vorrichtungen beschrieben werden, die das wirtschaftliche Verdrängen der Luft in dem Scheibenzwischenraum ermöglichen sollen. Hinweise auf Glasdeformationen und/oder Glasspannungen, hervorgerufen durch die klimatischen Umgebungsbedingungen während der Nutzung der Mehrscheibenisoliergläser sind diesen Schriften nicht zu entnehmen.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung von Mehrscheibenisoliergläsern, bei dem das in dem Scheibenzwischenraum eingeschlossene Gas vor dem Versiegeln des Randverbundes des Mehrscheibenisolier­ glases auf eine vorgegebene Temperatur und einen vorgege­ benen Druck gebracht wird, so daß die erforderlichen Grenzkriterien für die Glasdeformation und/oder Glas­ spannung, hervorgerufen durch die klimatischen Umgebungs­ temperaturen bei der Nutzung des Isolierglases, einge­ halten werden können.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform beinhaltet das erfindungsgemäße Verfahren zur Gasfüllung der Scheibenzwischenräume die folgenden Verfahrensschritte:
  • (a) das Füllgas gelangt aus einem Speicherbehälter in eine Temperiereinheit,
  • (b) eine Meßeinrichtung ermittelt die Temperatur des in die Temperiereinheit strömenden Gases,
  • (c) der Umgebungsluftdruck wird durch eine Meßeinheit ermittelt,
  • (d) die zur Erreichung der vorgegebenen Temperatur des Füllgases notwendige Heiz- oder Kühlleistung der Temperiereinheit wird ermittelt und eingestellt,
  • (e) das gekühlte oder aufgeheizte Füllgas strömt in den Scheibenzwischenraum der Mehrscheibenisolierglaseinheit, wobei die tatsächliche Temperatur des Füllgases durch eine weitere Meßeinrichtung ermittelt wird und ggf. die Kühl-/Heizleistung der Temperatureinheit nachgeregelt wird, und
  • (f) anschließend der Scheibenzwischenraum versiegelt wird.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform des erfindungsge­ mäßen Verfahrens verwendet eine elektronische Rechnerein­ heit, die die erforderliche Heiz- oder Kühlleistung der Temperiereinheit aus den Signalen der Meßeinrichtungen für die Eingangstemperatur des Füllgases sowie die Temperatur des temperierten Füllgases und dem Umgebungsluftdruck ermittelt und selbsttätig einstellt.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Mehrscheibenisolierglas-Einheit, hergestellt nach dem erfindungsgemäßen Verfahren.
Bei den bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsge­ mäßen Verfahrens hat also das Füllgas im Scheibenzwischen­ raum der Isolierglaseinheit den gleichen Druck wie der Umgebungsluftdruck zum Zeitpunkt der Fertigung und die Temperatur des Füllgases wird gemäß den erforderlichen Grenzkriterien eingestellt. Prinzipiell kann auch der Druck des Füllgases auf einen vom Umgebungsluftdruck abweichenden Wert eingestellt werden, dieser Weg erfordert jedoch einen höheren apparativen Aufwand während der Befüllung und insbesondere während der Versiegelung.
Für das erfindungsgemäße Verfahren zur Gasfüllung können alle an sich bekannten Füllgase Verwendung finden, so daß sich die Auswahl des verwendeten Füllgases nach den gewünschten Endeigenschaften in bezug auf Wärmedämmung, Schalldämmung und Preis der fertigen Isolierglaseinheit richtet.
Die bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens sollen nun anhand der Zeichnungen näher erläutert werden.
Die Fig. 1 ist eine schematische Darstellung der wesent­ lichen Komponenten für die Temperierung des Füllgases.
Die Fig. 2 zeigt einen Ausschnitt aus einer Mehrschei­ benisolierglaseinheit in einer semiperspektivischen Schnittzeichnung.
In der Fig. 3 ist die Temperaturverteilung an einer Isolierglaseinheit schematisch dargestellt.
Die Fig. 4 zeigt die maximale Einbauchung einer Isolier­ glaseinheit bei vorgegebenen klimatischen Umgebungsbe­ dingungen in Abhängigkeit von den klimatischen Bedingungen bei deren Herstellung.
Wie in Fig. 1 dargestellt, gelangt das Füllgas aus seinem Speicherbehälter (1) in eine Temperiereinheit (2). Diese Temperiereinheit ist vorzugsweise ein an sich bekannter Wärmetauscher, der mit einer regelbaren Kühl- und Heizein­ richtung versehen ist, so daß das Füllgas auf eine vorge­ gebene Temperatur gebracht werden kann. Aus den aktuellen Meßdaten für den tatsächlich herrschenden Umgebungsluft­ druck der Meßeinrichtung (4) und der Eingangstemperatur des Füllgases, gemessen an der Meßeinrichtung (3) wird die erforderliche Kühl- oder Heizleistung errechnet, die zur Erzielung der vorgegebenen Füllgastemperatur erforderlich ist. Gleichzeitig wird die so ermittelte Kühl-/Heizlei­ stung an der Temperiereinheit eingestellt. Vorzugsweise wird diese Errechnung und Einstellung durch eine (hier nicht dargestellte) elektronische Rechner- und Regelein­ heit durchgeführt. Das so temperierte Füllgas wird in den Scheibenzwischenraum (6) der Mehrscheibenisolierglasein­ heit (7) eingeleitet, wobei die verdrängte Umgebungsluft bei (8) aus dem Scheibenzwischenraum entweichen kann. Nach vollständiger Verdrängung der Umgebungsluft wird der Scheibenzwischenraum sofort verschlossen und versiegelt.
Die Fig. 2 stellt in halbperspektivischer Darstellung eine Schnittzeichnung durch den Randbereich einer Mehr­ scheibenisolierglaseinheit - hier bestehend aus zwei Scheiben - dar. Der Scheibenzwischenraum (6) wird dabei durch die beiden Scheiben (9) sowie den Randverbund, bestehend aus Abstandshalter ("Spacer") und Kleb-/Dicht­ stoff (11) begrenzt. Dabei kann der Abstandshalter in an sich bekannter Weise aus einem Kunststoff oder aus einem metallischen Hohlprofil bestehen. In beiden Fällen enthält der Abstandshalter üblicherweise ein Molekularsieb als Adsorptionsmittel für den im Scheibenzwischenraum noch vorhandenen bzw. durch den Randverbund in ihn hinein diffundierenden Wasserdampf. Der Kleb-/Dichtstoff (11) kann dabei in an sich bekannter Weise entweder aus einem oder aus zwei verschiedenen Materialien bestehen. Nach gängigem Stand der Technik besteht dieser Kleb-/Dichtstoff üblicherweise aus einer thermoplastischen Zusammensetzung auf der Basis von Poly(iso)butylen zur Erzielung einer möglichst wirksamen Wasserdampf-Sperrwirkung sowie einem ein- oder mehrkomponentigen Klebstoff auf der Basis von Silanpolymeren, Polyurethanen, Polymercaptanen oder Polysulfiden.
Die erforderliche Temperatur des Füllgases richtet sich nach dem herrschenden Umgebungsluftdruck, den Grenzkri­ terien für die Klimabedingungen bei der Nutzung der Iso­ lierglaseinheit sowie außerdem nach den Grenzkriterien für die maximal zulässige Glasdeformation oder Glasspannung. Der Zusammenhang zwischen diesen Grenzkriterien für die Klimabedingungen bei Herstellung und Nutzung der Isolier­ glaseinheit und der maximalen Glasdeformation soll nach­ folgend an einem konkreten Beispiel geschildert werden:
Eine Isolierglaseinheit im biegeschlaffen Bereich, d. h. mit einer Scheibengröße von <1 m × 1 m, soll sich im Winter bei einer Außentemperatur von -18°C und einem Luftdruck von 1033 hPa um nicht mehr als 4 mm einbauchen. Durch die vorgegebenen Eigenschaften des Isolierglases wie z. B. Wärmeleitfähigkeit, Wärmedurchgangskoeffizient, ergibt sich eine bestimmte mittlere Scheibenzwischenraumtempe­ ratur. Für eine Rauminnentemperatur von +20°C ist diese Temperaturverteilung im Isolierglas in der Fig. 3 schematisch dargestellt, wobei eine Wärmeleitfähigkeit des Glases von 0,81 W/m.K, ein Wärmedurchgangskoeffizient von 1,3 W/m².K sowie eine Glasdicke von 5 mm zugrunde gelegt wurde. Wie aus der Fig. 3 ersichtlich, beträgt die mittlere Temperatur des im Scheibenzwischenraum einge­ schlossenen Gases in diesem Beispiel -1°C.
In der Fig. 4 ist der Zusammenhang zwischen der maximalen Einbauchung der Isolierglasscheiben in Abhängigkeit von dem herrschenden Umgebungsluftdruck bei der Füllung des Isolierglaszwischenraums und der Temperatur des Füllgases bei der Füllung des Scheibenzwischenraums des Isoliergla­ ses bei oben skizzierten klimatischen Nutzungsbedingungen dargestellt. Hierbei wurden, wie oben geschildert, der herrschende Umgebungsluftdruck bei der Nutzung zu 1033 hPa, die Außentemperatur zu -18°C und die mittlere Temperatur des Füllgases zu -1°C angenommen. Für eine Isolierglas­ einheit der Abmessungen 1,0 m × 1,0 m bestehend aus zwei Scheiben von 5 mm Glasstärke und einem Scheibenzwischenraum von 22 mm sowie einer relativen Feuchtigkeit der Gasfüllung von 5% gibt die Kurve (9) die Linie der maximalen Einbau­ chung von 4 mm der Isoliergläser bei den genannten Klimabe­ dingungen in Abhängigkeit von dem herrschenden Luftdruck bei der Herstellung sowie der Temperatur des Füllgases bei der Herstellung wieder. Die durch die Fläche (10) oberhalb der Kurve (9) begrenzten Herstellbedingungen bezüglich Luftdruck (= Füllgasdruck) und Herstelltemperatur (= Füll­ gastemperatur) bewirken dabei eine Einbauchung der Iso­ lierglasscheiben von weniger als 4 mm, die durch die Fläche (11) charakterisierten Herstellbedingungen resultieren in einer Einbauchung der Scheiben von mehr als 4,0 mm. Will man beispielsweise stets die Maximaleinbauchung von 4 mm für die eingangs genannten Klimabedingungen einhalten, so muß sich die Füllgastemperatur nach dem aktuellen Luft­ druck gemäß Kurve (9) richten, für einen Luftdruck bei der Herstellung von 1010 hPa folgt z. B. eine Füllgastemperatur von +15°C.
Die Zusammenhänge zwischen klimatischen Bedingungen bei Herstellung und Nutzung von Isoliergläsern und die daraus resultierende Deformation des Glases sowie die Spannungen im Glas und Dichtstoff ohne definierte Konditionierung des Füllgases bei der Herstellung in bezug auf Fülldruck und Fülltemperatur sind bei H. Brook, Glas und Rahmen, Heft 24, 1982 (inhaltsgleich mit IG-Info, Nr. 103 vom 26.05.1993 der Fa. Teroson) beschrieben. Der Inhalt dieser Veröffentlichung ist Teil der Offenbarung der vorliegenden Patentanmeldung, insbesondere die dort gemachten Ausführ­ ungen bezüglich der mathematischen Grundlagen der Deforma­ tion der Gläser und des sich daraus einstellenden Innen­ druckes im Scheibenzwischenraum sowie der daraus resultie­ renden Scheibendeformation. Bei H. Brook, Glas und Rahmen, Heft 11, 1993, S. 624-630 (s. auch inhaltsgleiche IG-Info Nr. 102 v. 25.06.1993 der Fa. Teroson) finden sich Angaben zur Wärmedämmung von Isolierglas und insbesondere zum Temperaturverlauf durch die Isolierglaseinheit bei unter­ schiedlichen Innen- und Außentemperaturen. Die Veröffent­ lichung von H. Brook, Glaswelt, Heft 1 und 2, 1985 (s. auch inhaltsgleiche IG-Info Nr. 104 der Fa. Teroson vom 23.06.1994) geht auf die Zusammenhänge zwischen Temperatur und Luftdruck sowie daraus resultierende Druckverhältnisse und Spannungen bei kleinen Mehrscheibenisoliergläsern ein. Auch die Offenbarungen der beiden letztgenannten Ver­ öffentlichungen sind Bestandteil dieser Patentanmeldung.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird insbesondere dann eingesetzt, wenn die lichte Weite des Scheibenzwischen­ raums unabhängig von den herrschenden klimatischen Bedingungen bestimmte Grenzwerte nicht unterschreiten soll, beispielsweise weil in den Scheibenzwischenraum mechanisch bewegliche Teile wie z. B. Sonnenjalousien eingebaut sind. In diesen Fällen soll sich die lichte Weite des Scheibenzwischenraums in der Regel um nicht mehr als 20% bezogen auf die ursprüngliche lichte Weite reduzieren, selbst wenn klimatisch ungünstige Bedingungen herrschen.

Claims (6)

1. Verfahren zur Herstellung von Mehrscheibenisolier­ gläsern, dadurch gekennzeichnet, daß das in dem Scheibenzwischenraum eingeschlossene Gas vor dem Versiegeln auf eine vorgegebene Temperatur und einen vorgegebenen Druck gebracht wird, so daß die Grenzkriterien für die Glasdeformation und/oder Glasspannung, hervorgerufen durch die klimatischen Umgebungsbedingungen, eingehalten werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck des eingeschlossenen Gases gleich dem Umgebungsluftdruck ist.
3. Verfahren zur Gasfüllung der Scheibenzwischenräume gemäß Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch die Verfahrensschritte
  • (a) das Füllgas gelangt aus einem Speicherbehälter (1) in eine Temperiereinheit (2),
  • (b) eine Meßeinrichtung (3) ermittelt die Temperatur des in die Temperiereinheit (2) strömenden Gases,
  • (c) der Umgebungsluftdruck wird durch eine Meßeinrichtung (4) ermittelt,
  • (d) die zur Erreichung der vorgegebenen Temperatur des Füllgases notwendige Heiz- oder Kühlleistung der Temperiereinheit (2) wird ermittelt und eingestellt,
  • (e) das gekühlte oder aufgeheizte Füllgas strömt in den Scheibenzwischenraum (6) der Mehrscheibeniso­ lierglaseinheit, wobei die tatsächliche Temperatur des Füllgases durch die Meßeinrichtung (5) ermittelt wird und gegebenenfalls die Kühl-/ Heizleistung der Temperiereinheit nachregelt,
  • (f) anschließend wird der Scheibenzwischenraum (6) versiegelt.
4. Verfahren gemäß Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die erforderliche Heiz- oder Kühlleistung der Temperiereinheit (2) durch eine elektronische Rechnereinheit aus den Signalen der Meßeinrichtungen (3), (4) und (5) ermittelt und eingestellt wird.
5. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden den Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich eine Isolierglaseinheit im biegeschlaffen Bereich (Schei­ bengröße größer als 1 m × 1 m) bei einer Außentempera­ tur von unter 0°C und einem Luftdruck im Bereich von 980 bis 1040 hPa um nicht mehr als 20% der Scheiben­ zwischenraumbreite einbaucht.
6. Mehrscheibenisolierglas, hergestellt nach einem Ver­ fahren gemäß mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche.
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