Die vorliegende Erfindung betrifft eine Steuervorrichtung
nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Herkömmliche, von einem Benutzer per Knopfdruck oder durch
Betätigen eines Hebels zu spülende Urinale sind insbesonde
re beim Einsatz in öffentlichen Einrichtungen wie Bahnhö
fen, Gaststätten od. dgl. im Hinblick auf Hygiene, Bedie
nungskomfort und mögliche mutwillige Zerstörungen nachtei
lig und werden in zunehmendem Maße durch berührungslos ge
steuerte Vorrichtungen ersetzt.
Bei solchen bekannten Steuervorrichtungen - die insoweit
als gattungsbildend angesehen werden - wird die Gegenwart
eines Benutzers in der Regel mittels eines auf Infrarotba
sis arbeitenden Sensors erfaßt, und auf der Basis der Sen
sorsignale wird dann, nachdem der Benutzer sich entfernt
hat, der Spülvorgang ausgelöst. Derartige, mit einem Infra
rot-Bewegungsdetektor arbeitende Vorrichtungen erfordern
allerdings, daß eine optische Einheit - üblicherweise eine
einzelne Linse oder eine Linsenanordnung - in geeigneter
Höhe so auf einen sich nähernden bzw. sich entfernenden Be
nutzer gerichtet ist, daß eine Bewegung desselben zuverläs
sig detektiert werden kann.
Dies bringt aber, wie Erfahrungen gezeigt haben, nachteili
ge Konsequenzen insbesondere hinsichtlich Vandalismus mit
sich: Nur all zu leicht kann die für eine Infrarot-
Bewegungserkennung notwendige, von außen sichtbare Linse
mittels eines Kaugummis od. dgl. deaktiviert, oder durch ei
ne brennende Zigarette o.a. völlig zerstört werden. Die
Konsequenz wäre dann nicht nur ein bis zu einer Reparatur
unbrauchbares Urinal, sondern zusätzlich ein beträchtlich
erhöhter Reparatur- und Wartungsaufwand.
Ein weiteres Problem, das im Zusammenhang mit Urinalen, und
insbesondere automatisch betätigbaren, auftritt, ist die
Gefahr des Überlaufens bei Verstopfung des Wasserauslasses.
Insbesondere hereingeworfene Gegenstände führen leicht zu
einer Blockade des Abflusses.
Bei bekannten Urinaleinrichtungen wurde diesem zusätzlichen
Problem dadurch begegnet, daß ein weiterer Sensor zum Er
fassen einer potentiellen Überlaufsituation vorgesehen wur
de, der dann im Überlauffall weiteren Zufluß von Spülwasser
blockiert.
Wenn ein solcher Überlaufschutz in Verbindung mit einer au
tomatischen Betätigung des Urinals eingerichtet werden
soll, macht dies bei bekannten Vorrichtungen den Einsatz
von mindestens zwei getrennten und mit jeweils separater
Steuerelektronik zu versehender Sensoren notwendig, wodurch
der technische Aufwand beträchtlich erhöht ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Steu
ervorrichtung für ein Urinal od. dgl. Sanitäreinrichtung
nach dem Oberbegriff des Patentanspruches l zu schaffen,
die einen weitgehend vor Vandalismus geschützten, störungs
freien Betrieb gewährleistet.
Die Aufgabe wird durch die Steuervorrichtung nach dem Pa
tentanspruch 1 gelöst.
Vorteilhaft ermöglicht dabei das Vorsehen eines Bewegungs
sensors auf Mikrowellenbasis das vollständig sichtgeschütz
te Anbringen der Sensoreinheit hinter Keramikelementen
od. dgl. des Urinals, wodurch der Sensor vor jedem - zer
störerischen - äußeren Zugriff geschützt ist. Anderseits
durchdringen die Mikrowellen den Keramikkörper des Urinals
und erkennen trotzdem zuverlässig eine Bewegung eines Be
nutzers.
Als "Sensor" in diesem Zusammenhang soll insbesondere auch
eine lediglich auf den passiven Empfang von Mikrowellen
reagierende Erfassungseinrichtung verstanden werden (in
diesem Fall würde das Mikrowellen-Sendesignal extern er
zeugt und abgestrahlt werden); der Regelfall betrifft je
doch einen Sensor, der die abgestrahlten Signale selbst er
zeugt.
Besonders geeignet wird zudem die erfindungsgemäße Sen
soreinheit im rückwärtigen Bereich eines Urinals ange
bracht, da auf diese Weise auch handelsübliche, herkömmli
che Urinalbecken auf einfache Weise mit dem - bevorzugt
flachen, kleinvolumigen - Sensor nachgerüstet werden kön
nen.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Un
teransprüchen beschrieben.
So ist besonders bevorzugt die Sensoreinheit hinter der ei
gentlichen Urinalbeckenschale auf der Höhe eines maximalen
Flüssigkeitstandes in der Schale angeordnet, so daß ein
Flüssigkeitspegel auf dem maximalen Füllstand den Erfas
sungsbereich des Sensors vollständig bedecken würde. Die
sich aus diesem Betriebszustand ergebenen Sensorsignale
sind besonders bevorzugt dahingehend auswertbar, daß jener
Betriebszustand als Überlaufgefahr erkannt wird und dement
sprechend eine weitere Zufuhr von Spülwasser durch das Ven
til unterbunden wird. Bevorzugt könnte als minimaler Flüs
sigkeits-Füllpegel im erfindungsgemäßen Sinne auch ein
Flüssigkeitsstand in der Schale angesehen werden, bei wel
chem mindestens die einer Spülung entsprechende Wassermenge
noch Platz hat, ohne daß die Schale überlaufen würde.
Damit eine maximale Füllhöhe auch durch einen Betreiber
vorgegeben werden kann, ist eine Verstelleinrichtung für
die Sensoreinheit gemäß einer bevorzugten Weiterbildung
vorgesehen, mit welcher entsprechend eine maximale Füllhöhe
vorwählbar ist.
Besonders geeignet für eine Realisierung der erfindungsge
mäßen Sensoreinheit ist die Verwendung eines nach dem Dopp
lerprinzip arbeitenden Radarsensors, der mit verhältnismä
ßig kleinen Ausgangsleistungen (und entsprechend niedrigem
Energieverbrauch) innerhalb der fernmelderechtlich zulässi
gen Frequenzbänder eine zuverlässige und hinreichend genaue
Erfassung ermöglicht.
Dabei erlauben insbesondere die Frequenzen zwischen 1 und
etwa 15 GHz eine problemlose Durchdringung auch dickerer
Keramik- oder Plastikschichten, während Radarwellen dieser
Wellenlängen von Wasser so stark gedämpft bzw. absorbiert
werden, daß eine problemlose Realisierung auch der weiter
bildungsgemäßen Überlaufsicherung möglich ist.
Damit ein zuverlässiger Betrieb auch einer Mehrzahl von mit
der erfindungsgemäßen Steuervorrichtung ausgestatteter Uri
nale nebeneinander möglich ist, sollten jeweilige Erfas
sungsbereiche der Sensoreinheiten voneinander getrennt
sein; dies ist durch technische Maßnahmen betreffend eine
Sende- und/oder Empfangsfunktion der Sensoreinheit oder
durch antennentechnische Maßnahmen möglich.
Besonders bevorzugt wird eine einen flachen Aufbau ermögli
chende Antenne gewählt, da auf diese Weise ein kompaktes,
flaches Modul der Sensoreinheit mit Antenne herstellbar
ist, welches eine einfache, flexible Montage und Nachrü
stung gestattet. Zudem bietet es sich an, ein so herge
stelltes Modul mit einem Kunstharz od. dgl. zu vergießen
oder auf andere Weise wasser- und verschmutzungsgeschützt
zu kapseln.
Während man die erfindungsgemäße Steuervorrichtung etwa in
bereits vorhandene Versorgungsleitungen (z. B. für ein elek
tromechanisches Ventil) für die eigene Stromversorgung be
nutzen könnte, wäre alternativ auch ein netzunabhängiger
Batteriebetrieb oder ein Betrieb über Solarmodule od. dgl.
möglich, da die erfindungsgemäße, auf dem Mikrowellenprin
zip basierende Sensoreinheit nur einen entsprechend gerin
gen elektrischen Energieverbrauch aufweist.
Aus Obigem zeigt sich, daß vorteilhaft mit einer einzigen
Sensoreinheit (und demgemäß auch mit einer vergleichsweise
einfachen elektronischen Auswertung) verschiedene Steuer-
und Überwachungsfunktionen, so etwa die Betätigung als auch
eine Überwachung auf Überlaufen, möglich sind. Gemäß einer
zusätzlichen Weiterbildung könnte zudem der Mikrowellensen
der (als Teil der erfindungsgemäßen Sensoreinheit) benutzt
werden, um in einem Störungs- oder Alarmfall entsprechende
zusätzliche Sendesignale auszustrahlen, die dann geeignete
Gegenmaßnahmen veranlassen oder einleiten können.
Alternativ ist es gemäß einer erfindungsgemäßen Weiterbil
dung möglich, die Steuervorrichtung mit einem Funkmodul zu
koppeln, welches dann in geeigneter Weise - bevorzugt
drahtlos - Informationen betreffend einen jeweiligen Be
triebszustand der erfindungsgemäßen Steuervorrichtung sen
den könnte, die dann von einer externen, entsprechend ein
gerichteten Empfangs- und Auswerteinheit empfangen und ggf.
weiterverarbeitet werden können. Eine solche Anordnung eig
net sich insbesondere auch zur Feststellung von Stör- oder
Alarmzuständen, wobei auf diese Weise bevorzugt eine Mehr
zahl von erfindungsgemäßen Urinalsteuerungen überwacht wer
den könnte.
Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausfüh
rungsbeispielen anhand der Zeichnung. Diese zeigt in
Fig. 1 eine seitliche Schnittansicht der er
findungsgemäßen Steuereinrichtung für
ein Urinal im eingebauten Zustand gemäß
einer ersten, bevorzugten Ausführungs
form und
Fig. 2 ein Blockschaltbild mit wesentlichen
Komponenten der erfindungsgemäßen Steu
ereinrichtung.
Ein Urinalbecken 10 ist in bekannter Weise - angedeutet
durch eine Befestigungsschraube 12 - hängend an einer Wand
14 befestigt.
Wie aus der geschnittenen Seitenansicht gemäß Fig. 1 er
kennbar, weist das i.w. aus Keramik oder Kunststoff beste
hende Urinalbecken 10 eine über einen Wassereinlaß 16 mit
Wasser füllbare Innenschale 18 sowie eine das Urinalbecken
front- und bodenseitig begrenzende Außenschale 20 auf, wo
bei die Innenschale 18 und die Außenschale 20 einen - zur
Wand 14 offenen - Hohlraum 22 begrenzen.
Während bodenseitig die Innenschale 18 mit einem sich rück
wärtig durch die Wand 14 erstreckenden Wasserablauf bzw.
Ablaufrohr 24 verbunden ist, wird der eine abwärts auf eine
Rückwand 19 der Innenschale 18 gerichtete Düse bzw. Aus
trittsöffnung aufweisende Wassereinlaß 16 über einen Was
serzulauf 26 mit (Frisch-) Wasser versorgt.
Der Wasserzulauf 26 ist mit dem Wassereinlaß 16 über ein
Spülventil 28 verbunden, das die Wasserzufuhr unterbricht
und im dargestellten Ausführungsbeispiel elektromagnetisch
betrieben ausgebildet ist, so daß mittels eines elektri
schen Steuerimpulses die Wasserzufuhr ein- bzw. ausschalt
bar ist. Besonders geeignet ist das Spülventil 28 vom sog.
"bistabilen Typ", d. h. eine Stromaufnahme des Ventils fin
det nur während der Schalt- bzw. Umschaltvorgänge statt,
und die stationären Betriebszustände "Durchlauf" bzw.
"Sperren" sind jeweils stromlos.
Zusätzlich ist ein Abflußventil 30 im Verlauf des Ablauf
rohres 24 vorgesehen, das ebenfalls mittels elektrischer
Signale betätigbar ist und bei geeigneter Ansteuerung den
Ablauf sperrt bzw. freigibt.
Eine Sensoreinheit 32 ist im Hohlraum 22 hinter der Rück
wand 19 so befestigt, daß eine - als Schlitz- bzw. Mi
krostreifenleitungsantenne ausgebildete, flache und mit der
Sensoreinheit 32 einen geschlossenen Körper bildende - An
tenneneinheit 34 der rückwärtigen (hohlraumseitigen) Seite
der Rückwand 19 gegenübersteht und mit ihrem obersten Ende
einen (mit dem Bezugszeichen 36 angedeuteten) maximalen
Wasserstand in der Innenschale 18 festlegt.
Über ein Verbindungskabel 38 ist die Sensoreinheit mit dem
elektromagnetischen Spülventil 28 verbunden, und über ein
Verbindungskabel 40 wird eine elektrische Verbindung zwi
schen der Sensoreinheit 32 und dem Abflußventil 30 herge
stellt.
Eine Verstellschiene 42 zeigt schematisch die Höhenver
stellbarkeit der Sensoreinheit 32 (mit der daran vorgesehe
nen Antenneneinheit 34).
Elektrische Versorgungsleitungen für das Spülventil 28, das
Abflußventil 30 bzw. die Sensoreinheit 32 sind im darge
stellten Ausführungsbeispiel nicht gezeigt und sind - je
nach Anwendungsfall - geeignet vorzusehen. Durch Auswahl
von Elektromagnetventilen mit niedrigem Stromverbrauch ist
die Steuereinrichtung gemäß dem dargestellten Ausführungs
beispiel allerdings auch durch - in den jeweiligen Einhei
ten ggf. enthaltene - Batterien betreibbar, oder eine im
Wasserzulauf sitzende (nicht gezeigte) Turbine könnte hin
durchfließendes Wasser zur Stromerzeugung und -versorgung
der Sensoreinrichtung und der Ventile nutzen.
Das Blockschaltbild gemäß Fig. 2 zeigt die wesentlichen
(funktionalen) Komponenten der erfindungsgemäßen Steuerein
richtung, wobei die gestrichelte Linie die in der Sen
soreinheit 32 bzw. der Antenneneinheit 34 realisierten
Funktionen umschließt.
Die Antenne 34 ist mit einer Hochfrequenzeinheit 44 verbun
den, die zum Erzeugen durch die Antenne 34 abgestrahlter
Sendesignale bzw. zum Verarbeiten durch die Antenne 34 emp
fangener Reflektions- bzw. Empfangssignale eingerichtet
ist. Die Hochfrequenzeinheit 44 im dargestellten Ausfüh
rungsbeispiel erzeugt auf der Basis der Empfangssignale ein
zwei-kanaliges Bewegungsrichtungssignal, wobei der Signal
verlauf eines ersten Kanals einer Bewegung eines Objektes
in Richtung auf die Sensoreinheit 32 bzw. die Antennenein
heit 34 hin entspricht (in Richtung des Pfeiles A in Fig.
1), und das Signal auf dem zweiten Kanal eine entgegenge
setzte Bewegungsrichtung (entlang des Pfeiles B) repräsen
tiert.
Das zwei-kanalige Bewegungssignal wird von einer Auswert-
und Steuereinheit 46 empfangen und in geeignete Steuersi
gnale für das Spülventil 28 bzw. das Abflußventil 30 umge
setzt, und zusätzlich wird durch die Auswert- und Steuer
einheit 46 ein - externer und in der Fig. 1 nicht näher
gezeigter - Signal- bzw. Alarmgeber 48 angesteuert.
Die Sensoreinheit 32 im dargestellten Ausführungsbeispiel
erzeugt Hochfrequenz- bzw. Mikrowellensignale einer Fre
quenz höher etwa 1 GHz, und bevorzugt in den Bereichen zwi
schen etwa 2,4 und 2,48 GHz sowie zwischen etwa 5,7 und 5,9
GHz. In diesen Frequenzbereichen verfügen die hochfrequen
ten Wellen über besonders günstige Eigenschaften im Hin
blick auf eine Durchdringung der Keramikwände des erfin
dungsgemäßen Urinals; zusätzlich ist in diesen Frequenzbe
reichen mit niedrigen Hochfrequenz-Sendeleistungen eine be
friedigende Sensorreichweite erzielbar.
Während der Mikrowellensensor nach dem beschriebenen Aus
führungsbeispiel gemäß Fig. 1 bzw. Fig. 2 nach dem Doppler-
Prinzip arbeitet, d. h. eine Bewegung eines Körpers im Er
fassungsbereich des Sensors eine Frequenzverschiebung zwi
schen dem ausgestrahlten Signal und dem reflektierten Emp
fangssignal herbeiführt und diese Frequenzverschiebung zur
Bewegungs- bzw. Geschwindigkeitserkennung ausgewertet wird,
ist alternativ auch problemlos ein auf Impulsbasis arbei
tender (Breitband-) Radarsensor einsetzbar, welcher mittels
vorgegebener (einem Erkennungsabstand entsprechender) Zeit
tore eine Vielzahl von reflektierenden Impulsen erfaßt und
aus deren Empfangshäufigkeit auf eine Bewegung eines Objek
tes rückschließt. Auf diese Weise ist nicht nur eine exakte
Reichweiteneinstellung (durch Wahl der Laufzeit bzw. des
Zeittores) möglich, sondern auch eine mögliche gegenseitige
Beeinflussung von Sensoren benachbarter Urinale wird durch
dieses Prinzip praktisch ausgeschaltet: Durch ein sehr
kleines Verhältnis von Impulsdauer zu Impulsperiode ist die
Wahrscheinlichkeit des (Tor-gesteuerten) Empfangs durch ei
nen benachbarten Sensor minimal.
Das zweikanalige bewegungsrichtungsabhängige Ausgangssignal
der Hochfrequenzeinheit 44 wird beim Doppler-
Bewegungssensor 32 gemäß der dargestellten Ausführungsform
mittels einer Hilfsphase sowie einer zugehörigen zweiten
Demodulations-Mischstufe erzeugt, so daß für eine störsi
chere und korrekte Ablaufsteuerung optimale Eingangsinfor
mationen zur Verfügung stehen (zwar wäre - durch entspre
chend aufwendigere Signalauswertung - eine Urinalsteuerung
auch mit lediglich einem einkanaligen (d. h. nicht
bewegungsrichtungsabhängigen) Sensorsignal möglich, hier
durch wächst jedoch zusätzlich die Gefahr von Fehlfunktio
nen bei untypischen Benutzungsvorgängen).
Die Signalverarbeitung findet dann in der Auswert- und
Steuereinheit 46 entsprechend vorgegebener Abläufe bzw. Mu
ster auf der Basis der Bewegungsinformation durch die Hoch
frequenzeinheit 44 statt, wobei typische Ablaufparameter -
etwa Dauer einer Betätigung des Spülventils 28 zum Spülen;
Spülbeginn, nachdem ein Benutzer sich entfernt hat usw. -
geeignet in einer Speichereinrichtung innerhalb der Aus
wert- und Steuereinheit 46 vorbestimmt und gespeichert sind
und ggf. durch Einstellung und/oder Programmierung verän
derbar sind.
Gemäß einer alternativen Ausführungsform kann ein auf Im
pulsbasis arbeitender Breitband-Radarsensor auch eine Mehr
zahl von diskret erfaß- und auswertbaren Entfernungszonen
aufweisen, wobei in diesem Fall eine Auswertung der ver
schiedenen Zonensignale und deren zeitliche Abfolge eine
konkrete Bewegungsrichtung eines Benutzers - entsprechend
dem beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 und Fig. 2 ge
zeigten, bewegungsrichtungsabhängigen Zweikanaldoppler -
ermöglicht.
Gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel wird als Anten
ne 34 eine Anordnung eingesetzt, die in sich flach ist und
die Montage zusammen mit der (übrigen) Sensoreinheit 32 in
einem flachen Gehäuse gestattet, das problemlos hinter der
Rückwand eines Urinalbeckens im Hohlraum befestigbar ist
und sich - zu Nachrüstungszwecken - auch für derzeit han
delsübliche, gängige Urinalbecken eignet. Vorteilhaft macht
eine solche Befestigung das Vorsehen von Durchbrüchen, Boh
rungen od. dgl. in der Wand überflüssig, so daß eine Nachrü
stung zerstörungsfrei und schnell - auch durch ungeübtes
Personal - erfolgen kann.
Idealerweise wird die Antenneneinheit 34 mit auf einer Pla
tine durch Atzen od. dgl. gebildete Mikrostreifenleitungen
bzw. Schlitze realisiert, die neben einer für den Anwen
dungszweck günstigen Richtcharakteristik auch eine einfa
che, großserientaugliche Fertigung ermöglichen.
Wie in der Fig. 1 mittels der durch die gestrichelte Linie
50 angedeuteten Antennencharakteristik gezeigt, beschreibt
diese eine Strahlungskeule einer 3 dB-Breite von etwa 90° in
der Vertikalen und etwa 70° in der Horizontalen. Durch die
günstigen Durchdringungseigenschaften der benutzten Mikro
wellen findet durch die keramische Innen- bzw. Außenschale
18, 20 praktisch keine relevante Dämpfung des Sensorsignals
statt, solange im Urinalbecken keine dickere Wasserschicht
steht. Durch geeignete Antennendimensionierung bzw. Aus
gangsleistung des Sendeteils (in der Hochfrequenzeinheit
44) ist die maximale Reichweite der Sensoreinheit auf einen
Erfassungsbereich von ca. 1 Meter eingestellt, so daß eine
Bewegung innerhalb dieses Bereiches ein Sensorsignal er
zeugt.
Durch geeignete Maßnahmen (Leistungserhöhung des Senders,
Eingangsempfindlichkeit des Empfängers, Veränderung der
Richtcharakteristik der Antennen, Reflektoren, Dämpfungs
wände o. ä.) ist - je nach Bedarf - der Erfassungsbereich
im Hinblick auf Entfernung und Erfassungswinkel einstell
bar. Beispielsweise im Hinblick auf eine möglichst beein
flussungsfreie Steuerung einer Reihe von nebeneinander an
geordneten, jeweils mit dem erfindungsgemäßen Steuerungssy
stem versehener Urinale bietet es sich allerdings an, einen
seitlichen Erfassungsbereich auf beeinflussungsfreie Ab
stände zu beschränken.
Die in der Fig. 1 dargestellte Anordnung der Sensoreinheit
32 unterhalb der maximalen Füllstandslinie 36 erlaubt zu
sätzlich auf besonders vorteilhafte Weise die Ausnutzung
einer wesentlichen Eigenschaft der zur Bewegungserkennung
eingesetzten Mikrowellen: Während das von der Antenne 32
abgestrahlte Hochfrequenzsignal annähernd verlustlos das
Keramik- (alternativ: Plastik-) material der Innenschale 18
durchdringt, findet aufgrund der hohen Dielektrizitätskon
stante (ε = 83) von Wasser eine starke Beugung der Mikro
wellen beim Durchgang durch eine Wasserschicht statt (der
Absorptionskoeffizient im Bereich der zur Verfügung stehen
den Frequenzen bewegt sich von etwa 0,1/cm bis etwa 20/cm).
Dies hat zur Folge, daß bei einem Wasserstand an der ober
sten Füllhöhe 36 die von der Sensoreinheit 32 bzw. der An
tenne 34 ausgesendeten Mikrowellen so stark gedämpft wer
den, daß eine signifikante (und erfaß- bzw. auswertbare)
Reflektion an einem sich vor dem Urinal bewegenden Körper
nicht mehr stattfindet.
Dieser Effekt wird nun erfindungsgemäß von der vorliegenden
Steuereinrichtung so ausgenutzt, daß das Erfassen eines
Füllstandes bis zur Linie 36 eine Wasserzufuhr durch den
Wassereinlaß 16 mittels des Spülventils 28 vollständig
blockiert; es wird also ausgeschlossen, daß bei einem -
durch entsprechende Höhenpositionierung der Sensoreinheit
32 vorwählbaren - maximalen Wasserstand 36 noch zusätzlich
Spülwasser eingelassen wird, so daß ein (auch mißbräuchli
ches) Überlaufen des Urinals zuverlässig verhindert werden
kann.
Vielmehr sorgt ein solcher durch den Sensor 32 erkannter
Betriebszustand für ein geöffnetes Abflußventil 30, das -
falls keine Verstopfung vorliegt - das Entleeren der In
nenschale 18 ermöglicht.
Wie Versuchsmessungen ergeben haben, kann durch geeignete
Positionierung des Sensors unterhalb einer maximalen Was
serlinie sowie entsprechende Auswertung des Füllsignals zu
verlässig verhindert werden, daß bei gefülltem Becken zu
sätzliches Spülwasser fließt; anderseits wird bei wieder
gesunkenem Wasserstand sofort die volle Funktionsfähigkeit
des Sensors (d. h. Reaktion auf die Bewegung einer Person)
herbeigeführt.
Messungen haben ferner ergeben, daß eine aktive Benutzung
des Urinals durch eine Person - also Erzeugen eines Flüs
sigkeitsfilms entlang der Rückwand 19 bzw. dem Bereich der
Innenschale vor der Sensoreinheit 32 - aufgrund der beson
deren Reflektionseigenschaften dieses Films zu einem cha
rakteristischen Sensorsignal führt. Gemäß einer bevorzugten
Weiterbildung der Erfindung kann daher die erfindungsgemäße
Steuereinheit so weitergebildet werden, daß durch Erfassung
bzw. Auswertung dieses Benutzungssignals auf die Urinmenge
und entsprechend auf eine zum Spülen erforderliche Wasser
menge rückgeschlossen werden kann. Diese Wassermenge wird
dann beispielsweise durch Steuern der Öffnungszeit des
Spülventils 28 eingestellt.
Eine ordnungsgemäße Funktion der erfindungsgemäßen Urinal-
Steuerung ist auch ohne gesondertes Abflußventil 30 mög
lich; in einem solchen Fall würde sich das Urinal stets
selbst entleeren.
Ein wesentlich erfindungsgemäßer Lösungsgedanke - das
gleichzeitige Nutzen eines Radarsensors zur (versteckten,
d. h. vor Beschädigung geschützten) Bewegungs- und Anwesen
heitserkennung sowie zur Füllstandserkennung (bzw. als
Überlaufschutz) - ist in entsprechender Weise auf andere
sanitäre Einrichtungen, beispielsweise Waschbecken, Bade
wannen oder Toiletten übertragbar. Durch den kompakten -
und bevorzugt feuchtigkeitsdicht eingegossenen - Zustand
der Sensor- und Antenneneinheit 32, 34 erscheint zudem der
unmittelbare Einsatz der dargestellten Einheit in den ange
führten weiteren sanitären Einrichtungen problemlos denk
bar; lediglich die Steuervorgänge bzw. die zu steuernden
Organe bzw. Ventile müßten dann in entsprechender Weise an
gepaßt bzw. geändert werden.
Auch ist die vorliegende Erfindung nicht auf die im darge
stellten Beispiel beschriebenen Schlitz- oder Streifenlei
tungsantennen beschränkt; vielmehr ist problemlos der Ein
satz beliebiger Antennenstrukturen - auch einfacher Draht
antennen, beispielsweise entlang des Beckenrandes - mög
lich, wobei die Antenne entsprechend der gewünschten Richt
charakteristik bzw. des vorgesehenen Erfassungsbereiches
auszuwählen und anzupassen ist.
Im Gebrauch tritt ein Benutzer an das Urinalbecken 10 heran
(Bewegungsrichtung gemäß Pfeil A in Fig. 1) und gerät in
den Erfassungsbereich der Sensoreinheit 32. Die Gegenwart
des Benutzers wird durch Auswertung eines entsprechenden
Bewegungssignals auf dem ersten Kanal der Hochfrequenzein
heit erfaßt.
Durch Erfassen des reflektierten Sensorsignals als Reaktion
auf eine Benetzung der Rückwand 19 mit Flüssigkeit wird be
vorzugt zusätzlich Dauer und Umfang der Benutzung des Uri
nals erfaßt.
Der Benutzer entfernt sich dann in Richtung des Pfeils B
von dem Urinalbecken, dieser Vorgang wird durch Auswerten
eines entsprechenden Bewegungssignals auf dem zweiten Kanal
der Hochfrequenzeinheit erfaßt, und eine vorbestimmte Zeit
nach dem Entfernen betätigt die Auswert- und Steuereinheit
46 das Spülventil 28 zum Spülen des Urinals. Bevorzugt wird
dabei die Spülmenge (bzw. die Spüldauer des Spülventils 28)
in Abhängigkeit von einer festgestellten, durch den Benut
zer abgegebenen Urinmenge gesteuert.
Für den Fall einer Verstopfung des Wasserablaufes 24 und
einem entsprechenden Ansteigen des Flüssigkeitspegels in
der Innenschale 18 erkennt der Sensor aufgrund der empfan
genen Reflektionswerte, daß der Flüssigkeitsstand die maxi
male Füllhöhe 36 erreicht hat und deaktiviert daraufhin das
Spülventil 28. Ein weiteres Eintreten von Spülwasser in die
Innenschale 18 des Urinalbeckens 10 ist dann so lange nicht
möglich, bis der Flüssigkeitspegel wieder abgesunken ist
und die Sensoreinheit 32 zur Bewegungserkennung wieder
freiliegt.