DE19600372C1 - Vorrichtung zum Austragen von festen Verunreinigungen aus Abwasser - Google Patents
Vorrichtung zum Austragen von festen Verunreinigungen aus AbwasserInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Austragen von festen Verunreinigungen
aus Abwasser, insbesondere zum Abtrennen von Sand nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
Im Klärwerksbetrieb ist es notwendig, die im Abwasser vorhandenen Feststoffe zu
entfernen. Zur Entnahme und Entwässerung der Feststoffe ist es üblich, die ausge
schiedenen Feststoffe mittels einer Schneckenfördereinrichtung in einen bereitste
henden Container zu transportieren. Eine solche Vorrichtung beschreibt insbeson
dere die DE-PS 30 19 127. Diese Vorrichtung weist die Merkmale
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 auf.
In unserer heutigen, umweltbewußten Zeit mit begrenzten Deponiekapazitäten ist
man bemüht, die dem Abwasser entnommenen Feststoffe zu trennen, insbesondere
die schwereren Sandanteile von den leichteren organischen Verunreinigungen. Die
zu entsorgende Sandmenge wird dadurch verringert, und die Geruchsbelästigung
durch faulende organische Bestandteile wird vermindert. Zum Abtrennen von Sand
aus dem Gemisch aus Sand, Wasser und organischen Bestandteilen, werden des
halb im Klärwerksbetrieb vielfach sogenannte Sandklassierer eingesetzt. Sie beste
hen aus einem Behälter mit einem schrägen Bodenteil. In diesem Behälter setzen
sich die schweren Bestandteile auf dem Boden ab und sie werden mittels eines
Schabers über die Schräge aus dem Behälter nach oben gefördert.
Man unterscheidet zwei Bauarten, nämlich
- a) den Schneckenklassierer und
- b) den Pilgerschrittklassierer.
Der Vorteil des Schneckenklassierers liegt in der einfachen Bauart, und daß nur ein
drehendes Teil vorhanden ist. Durch eine drehende Schnecke werden die Feststoffe
über den schrägen Boden des Absetzbehälters nach oben gefördert. Das mitgeför
derte Wasser fließt über die Spalte zwischen Schneckentrog und Schneckenflügel
zurück. Der Nachteil besteht darin, daß es sich um einen kontinuierlichen Förder
vorgang handelt, und deshalb die leichten organischen Teile mit dem Sand ausge
tragen werden. Der Pilgerschrittklassierer besitzt einzelne Schaber, die an einem
gemeinsamen Balken befestigt sind. Der Sand wird mittels der Schaber an dem
schrägen Boden des Absetzbehälters hochgeschoben. Am Ende des Hubes wird der
Balken mit den Schabern angehoben, in die Ausgangsstellung zurückgebracht, ab
gesenkt, und der Fördervorgang beginnt von neuem. An der Wasseroberfläche wird
durch die Schaber auch Wasser die Schräge hochgefördert, das beim Anheben des
Schabers wieder zurückfließt und dabei leichte Bestandteile mit zurückspült. Da
durch wird ein guter Klassiereffekt erzielt. Der Nachteil dieser Bauart ist aber der
aufwendige Antriebsmechanismus mit den vielen wartungsintensiven bewegten Tei
len.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so zu gestalten, daß sie
einerseits eine dem Schneckenklassierer vergleichbare, einfache Bauart aufweist,
aber andererseits auch noch zusätzlich den Klassiereffekt des Pilgerschrittklassie
rers übertrifft.
Zur Lösung der erfindungsgemäßen Aufgabe dienen die im Patentanspruch 1 an
gegebenen Merkmale.
Indem man die Förderfläche der Wendel einer Schneckenfördereinrichtung, wie sie
an sich durch die DE-PS 30 19 127 bekannt ist und auch bei den Schneckenklassie
rern eingesetzt wird, im Bereich unterhalb bis kurz oberhalb des Wasserspiegels mit
Durchbrechungen versieht, wird erreicht, daß die leichten organischen feinsten und
auch gröberen Bestandteile des Abwassers unterhalb des Wasserspiegels in
Schwebe gehalten und auch im Bereich des Wasserspiegels regelrecht durch das
zurückfließende Wasser ausgewaschen werden. Um den Auswascheffekt zu unter
stützen, ist im Bereich oberhalb des Wasserspiegels die Zuführung von Frischwas
ser zweckmäßig. Das Frischwasser wird über Sprühdüsen auf den durch die mit
Durchbrechungen versehene Wendel umgewälzten Sand gesprüht. Die einzelnen
Sandkörner werden so intensiv ausgewaschen. Der gesäuberte Sand setzt sich auf
den schrägen Boden ab, während die ausgeschwemmten organischen Stoffe mit
dem Wasser zurückgeschwemmt werden. Die zu entsorgende Sandmenge wird da
durch nicht nur verringert und weitgehend von faulenden organischen Bestandteilen
befreit, sondern die substratreichen organischen Bestandteile werden auch wieder
der Kläranlage zugeführt, wo sie zum Stickstoffabbau erwünscht sind. Es wird ein
ausgezeichneter Klassiereffekt mit dem einfachen und wartungsfreundlichen Aufbau
eines Schneckenförderers erreicht.
In der Zeichnung ist die Erfindung in Ausführungsbeispielen dargestellt.
Es zeigen:
Fig. 1 Den Gesamtaufbau des Sandklassierers in der schematischen
Seitenansicht.
Fig. 2 Den Aufbau in der Sicht von vorne gemäß Pfeil II.
Fig. 3 Einen Schnitt durch den Absetzbehälter senkrecht zum schrägen
Bodenteil.
Fig. 4 Die Anordnung von Wasserzulauf und Wasserüberlauf in Sicht von
oben auf den Absetzbehälter.
Fig. 5a + 5b Die Ausbildung der Wendel in Form eines mit Abstand zur Schnecken
welle angeordneten Flachstahlbandes.
Fig. 6a + 6b Die Ausbildung der Wendel, bestehend aus Teilabschnitten, welche
teilweise mit Abstand sich überlappend hintereinander angeordnet sind.
Fig. 7 Eine mit dreieckförmigen Ausschnitten versehene Wendel.
Fig. 8 Eine Wendel aus Lochblech.
Der Sandklassierer besteht aus dem Absetzbehälter 1 mit dem schrägen Bodenteil
2. In diesen Absetzbehälter 1 wird über den Wasserzulauf 3 das einem Sandfang
der Kläranlage entnommene Sand-Wasser-Gemisch eingefüllt. Die Sinkstoffe, ins
besondere die schweren Sandanteile, setzen sich auf dem Bodenteil 2 ab, welcher
einen Schneckentrog 4 bildet, und mittels der im Schneckentrog 4 angeordneten, in
Form einer flächigen Wendel 5 um die Drehachse 6 gewundenen Schneckenförde
rer über den schrägen Bodenteil 2 nach oben transportiert. Während die Wendel 5
die Drehachse 6 im unteren Bereich, als auch am oberen Ende, in welchem sich der
Sand abgesetzt hat, dicht anliegend umgibt, ist die Wendelfläche im mittleren Be
reich B, unter und oberhalb des Wasserspiegels WS, mit Durchbrechungen 7 verse
hen: Die Durchbrechungen 7 ermöglichen es, daß das zunächst mitgeförderte Was
ser durch die Durchbrechungen wieder zurück in den Absetzbehälter 1 laufen kann,
dabei den nach oben geförderten Sand bespült und die mitgeführten leichteren or
ganischen Bestandteile zurückspült, während der so gereinigte Sand auf dem letzten
Schneckenabschnitt zum Sandaustrag 8 und gegebenenfalls in einen bereitstehen
den Container C gefördert wird. Unterhalb des Wasserspiegels WS werden mit die
ser einfachen Maßnahme die leichten organischen Bestandteile in Schwebe gehal
ten und im Bereich des Wasserspiegels regelrecht ausgewaschen. Die zurückge
spülten leichten Bestandteile gelangen über den Überlauf 9 und den Ablauf 10 ge
meinsam mit dem von Sand befreiten Abwasser zurück in die Kläranlage. An der
tiefsten Stelle es Absetzbehälters ist zusätzlich ein Entleerungsstutzen 11 ange
bracht. Der Schneckenförderer wird über den an der Drehachse 6 angesetzten Motor
12 angetrieben, welcher vorzugsweise ein robuster Stirnradgetriebemotor ist.
Aus Fig. 2 und Fig. 3 ist ergänzend zu entnehmen, daß der Absetzbehälter einen
trichterförmigen Querschnitt hat. Die Durchbrechungen der Wendel 5 können unter
schiedlich gestaltet sein. Gemäß Fig. 5a und Fig. 5b besteht die Wendel aus einem
entsprechend geformten Flachstahlband 13, welches mit Abstand die Drehachse 6
umgibt und an dieser mittels der Stege 14 befestigt ist. Am Boden des Schnecken
troges 4 wird der Sand durch die über den Boden bei Drehung bewegte Wendelau
ßenkante gefördert, das mitgeförderte Wasser und die leichten organischen
Schmutzbestandteile können aber im Bereich oberhalb des Wasserspiegels durch
den großen Spalt 7a zur Drehachse hin zurückfließen. Dabei wird der Sand in der
bereits beschriebenen Weise ausgewaschen.
Die Fig. 6a; 6b sowie Fig. 7 und Fig. 8 zeigen drei andere mögliche Ausführungs
formen. Die Wendel ist nach Fig. 6a aus mehreren aneinandergereihten Wendelab
schnitten zusammengesetzt. Dabei überlappen sich das Ende des vorhergehenden
Wendelabschnittes und der Anfang des folgenden Wendelabschnittes mit Abstand
auf einem Teilumfang a. Es wird so ein Durchlaß für Wasser und organische
Schmutzteilchen in dem sich überlappenden Abschnitt, d. h., eine Durchbrechung 7b
gebildet. Auch so kann der nach oben zu fördernde Sand durch das zurückfließende
Wasser ausgewaschen werden.
Die Wendelfläche kann gemäß Fig. 7 auch mit Ausschnitte 7c versehen sein. Bei
der abgebildeten Ausführung handelt es sich um dreieckförmige Ausschnitte, welche
in Winkelabständen von etwa 90° über den Umfang verteilt sind. Die Dreieckspitze
reicht bis nahe an die Drehachse 6. Es sind auch andere beliebige Formen und An
ordnungen der Ausschnitte 7c denkbar.
Die Wendelfläche kann z. B. auch direkt mit Durchbrechungen versehen sein, z. B.
mit Löchern 7d gemäß Fig. 8. Auch andere Lochformen oder Wendelausschnitte
sind denkbar, um den gewünschten Auswascheffekt zu erzielen.
Um die Spülwirkung zu verbessern, ist im Bereich oberhalb des Wasserspiegels WS
ein Wasseranschluß 16 für Sprühdüsen 17 vorgesehen.
Je nach dem Grad der Verunreinigung des Abwassers mit organischen Bestandtei
len, kann eine mehr oder weniger intensive Sprühwirkung durch zugeführtes Be
triebswasser über die Sprühdüsen 17 herbeigeführt werden.
Das Absetzbecken 1 mit Zulaufstutzen, Überlauf, Schneckentrog, Befestigungsele
menten usw. besteht zweckmäßig aus Edelstahl.
Die Förderschnecke ist vorteilhaft aus verschleißfestem Stahl hergestellt und wird
zusätzlich mit einem Schutzanstrich versehen. Je ein Deckel 18a und 18b für das
Absetzbecken 1 und den aus dem Absetzbecken herausragenden Teil des
Schneckentroges sorgt dafür, daß das Gerät hygienegerecht abgekapselt ist.
Die Gesamtreinigungswirkung der erfindungsgemäßen Vorrichtung kann durch die
Art und Weise der Abwasserzuführung in das Absetzbecken 1 verbessert werden.
Durch Ausbildung des Wasserzulaufes 3 derart, daß das zugeführte Abwasser in ei
ne rotierende Strömung versetzt wird, wie in Fig. 4 durch Pfeile angedeutet, kann
bereits im Absetzbecken ein Teil der organischen Bestandteile vom Sand getrennt
und durch den Überlauf 9 abgeführt werden. Durch rotierende Strömung wird die
Trennstrecke von Sand und organischen Bestandteilen verlängert. Wenn man dem
Abwasser im Bereich des Wasserzulaufes 3 Luft beimischt, wird die Trennung be
günstigt, weil die organischen Bestandteile nach Art eines Flotationseffektes
schneller aufsteigen. Die Auslauföffnung des Wasserzulaufes 3 sollte das Abwasser
zunächst möglichst parallel zu einer Seitenwand des Absetzbeckens 1 einleiten, weil
so die rotierende Strömung im Absetzbecken 1 aufrecht erhalten wird. Der Überlauf
9 wird zweckmäßig im Zentrum der rotierenden Strömung angeordnet. Aus Fig. 4
dürfte das Prinzip deutlich hervorgehen.
Claims (12)
1. Vorrichtung zum Austragen von festen Verunreinigungen, insbesondere von
Sand, aus Abwasser, bestehend aus einem Absetzbehälter mit einer Schnek
kenfördereinrichtung, deren schräg liegende Wendel die sich absetzenden Stoffe
aus dem Absetzbehälter in einen Container fördert, dadurch gekennzeichnet
daß zum Abtrennen von Sand aus dem von der Wendel geförderten Gemisch
aus Sand, Wasser und organischen Bestandteile die Wendelfläche (5) der Schnecken
fördereinrichtung im Bereich des Wasserspiegels (WS) des Absetzbehälters
(1) mit Durchbrechungen (7; 7a; 7b; 7c) versehen ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Durchbrechungen (7; 7a; 7b; 7c) in einem von unterhalb des Wasserspiegels (WS) bis kurz oberhalb des
Wasserspiegels reichenden Förderabschnitt angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wendel (5) aus einem gewundenen Flachstahlband (13) besteht, wel
ches unter Bildung einer spaltförmigen Durchbrechung (7a) zur Drehachse (6)
hin mittels Stegen (14) auf der Drehachse (6) befestigt ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wendel (5) aus mehreren aneinandergereihten Wendelabschnitten zu
sammengesetzt ist, wobei sich das Ende des vorhergehenden Wendelabschnit
tes mit dem Anfang des folgenden Wendelabschnittes mit Abstand über einen
Teilumfang (a) überlappt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fläche der Wendel mit Ausschnitten (7b) versehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausschnitte (7b) in Winkelabständen von etwa 90° in der Fläche der
Wendel (5) angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6,
gekennzeichnet durch
dreieckförmige Ausschnitte (7b), deren Spitze nahe bis an die Drehachse (6)
reicht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wendel (5) aus einem gelochten Blech besteht.
9. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß oberhalb des Wasserspiegels (SW) eine die Wendel (5) beaufschlagende
Sprüheinrichtung (16, 17) vorgesehen ist.
10. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Absetzbehälter (1) und der die Wendel (5) mit Drehachse (6) enthal
tende Schneckentrog (4) mit je einem Deckel (18a, 18b) versehen sind.
11. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 10,
gekennzeichnet durch
einen Wasserzulauf (3), welcher eine rotierende Strömung des Abwassers im
Absetzbecken (1) erzeugt.
12. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß dem Wasserzulauf (3) eine Luftbeimischeinrichtung (19) zugeordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996100372 DE19600372C1 (de) | 1996-01-08 | 1996-01-08 | Vorrichtung zum Austragen von festen Verunreinigungen aus Abwasser |
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Publications (1)
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|---|---|
| DE19600372C1 true DE19600372C1 (de) | 1997-04-30 |
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| DE1996100372 Expired - Fee Related DE19600372C1 (de) | 1996-01-08 | 1996-01-08 | Vorrichtung zum Austragen von festen Verunreinigungen aus Abwasser |
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