DE19536103A1 - Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Analysieren einer Spezies in einem Fluid - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Analysieren einer Spezies in einem FluidInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierli
chen Analysieren einer Spezies in einem Fluid, bei dem
dem Fluid ein Reagenz zugegeben wird, das mit der Spe
zies reagiert. Ferner betrifft die Erfindung eine Vor
richtung zum kontinuierlichen Analysieren einer Spezies
in einem Fluid mit einem Detektor, der über einem Reak
tionskanal mit einem Mischpunkt verbunden ist, der min
destens zwei Zuführkanäle aufweist.
Bei der Überwachung von kontinuierlich oder quasi-kon
tinuierlich ablaufenden Prozessen wird vielfach ein
Fluid permanent daraufhin analysiert, ob eine Spezies
darin enthalten ist bzw. in welcher Konzentration oder
Menge die Spezies in dem Fluid enthalten ist. Bei
spielsweise ist die Steuerung der Sauerstoff zufuhr im
Wasser einer Kläranlage von der Konzentration von Ammo
nium und organischen Kohlenstoffverbindungen in dem
Wasser abhängig. Da die Sauerstoffzufuhr, die in der
Regel über eine Belüftung dieses Wassers erfolgt, einen
großen Anteil der für den Betrieb einer Kläranlage not
wendigen Energie verbraucht, möchte man naturgemäß
nicht mehr Luft einblasen, als unbedingt notwendig ist.
Zu diesem Zweck ist es aber erforderlich, daß der Ge
halt an Phosphaten oder Nitraten laufend überwacht
wird. Hierzu wird entweder Wasser unmittelbar aus der
Kläranlage entnommen oder eine Trägerflüssigkeit, bei
spielsweise destilliertes Wasser, an der Innenseite
einer Membran vorbeigeleitet, deren Außenseite dem Was
ser in der Kläranlage ausgesetzt ist. Die Phosphate
oder Nitrate oder auch andere Stoffe, im folgenden kurz
"Spezies" genannt, können dann durch die Membran in die
Trägerflüssigkeit diffundieren, so daß der Gehalt der
Spezies in der Trägerflüssigkeit eine Aussage über den
Gehalt der Spezies im Wasser der Kläranlage erlaubt.
Unabhängig von der Gewinnung des zu überwachenden
Fluids wird dann in einem Mischpunkt ein Reagenz zuge
führt, das mit dem Fluid gemischt werden soll. Dieses
Reagenz reagiert mit der Spezies und erzeugt ein Reak
tionsprodukt. In manchen Fällen ist die Zugabe eines
zweiten Reagenz notwendig, das mit dem Reaktionsprodukt
der ersten Reaktion ein zweites Reaktionsprodukt er
zeugt, das in einem Detektor ausgewertet werden kann.
Die zweite Reaktion kann beispielsweise eine
Färbereaktion oder ein Farbumschlag sein.
Bei einer derartigen Analyse möchte man das Ergebnis
möglichst schnell erhalten, um die Totzeiten bei der
Prozeßsteuerung so klein wie möglich zu halten und eine
entsprechend rasche Regelung zu ermöglichen.
Ein großer Teil der für die Analyse benötigten Zeit
wird für das Mischen von Reagenz und Fluid verbraucht.
Nur dann, wenn dieses Mischen im gewünschten Ausmaß
erfolgt, kann man einigermaßen sicher sein, daß das
Reaktionsprodukt tatsächlich eine Aussage über die Kon
zentration der Spezies in dem Fluid erlaubt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer
Analyse zur permanenten Überwachung eines Fluids mög
lichst schnell ein Ergebnis zu erhalten.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs
genannten Art dadurch gelöst, daß unter Beibehaltung
eines laminaren Strömungsverhaltens in einem Reaktions
kanal das Fluid und das Reagenz abwechselnd in den Re
aktionskanal gefördert werden.
Diese Lösung scheint auf den ersten Blick den Anforde
rungen nicht entsprechen zu können. Wenn nämlich das
Fluid und das Reagenz blockweise hintereinander in den
Reaktionskanal eingespeist werden, steht für die Mi
schung im Prinzip nur die Querschnittsfläche des Reak
tionskanals zur Verfügung. Da man aber normalerweise
nur möglichst wenig Reagenz verbrauchen möchte, hält
man diese Querschnittsfläche möglichst klein, so daß
auch das Volumen des Reaktionskanals klein bleiben
kann. Es hat sich nun aber herausgestellt, daß bei ent
sprechender Abstimmung der Dimensionen der Länge der
einzelnen Blöcke und des Querschnitts des Reaktionska
nals bei dem abwechselnden Einspeisen von Fluid und
Reagenz in den Reaktionskanal eine mindestens genauso
schnelle Durchmischung von Fluid und Reagenz erzielt
werden kann, wie dies beispielsweise von einem paralle
len Einspeisen von Fluid und Reagenz in den Reaktions
kanal bekannt ist. Diese Erkenntnis ist insofern über
raschend, als man bei einem parallelen Einspeisen von
Fluid und Reagenz in den Reaktionskanal aufgrund der
relativ großen Berührungsfläche von Fluid und Reagenz
eigentlich von einem schnellen Durchmischen ausgehen
wird. Das abwechselnde Einspeisen läßt sich allerdings
sehr viel einfacher kontrollieren. Die erfindungsgemäße
Lösung beschränkt sich allerdings nicht auf das reine
"Stapeln" der Proben- und Reagenz-Blöcke im Reaktions
kanal, also das Hintereinanderanordnen von Fluid und
Reagenz. Vielmehr wird eine laminare Strömung im Reak
tionskanal erzeugt. Diese laminare Strömung muß nicht
permanent aufrechterhalten werden. Die Fluid-Reagenz-
Kombination im Reaktionskanal kann vielmehr auch in
gewissen kurzen Zeitabschnitten stillgesetzt werden.
Durch die laminare Strömung ergibt sich aber im Reak
tionskanal das bekannte Strömungsprofil, bei dem in der
Mitte eine größere Strömungsgeschwindigkeit als an den
Rändern erreicht wird. In der Mitte "beult" sich also
der jeweilige Block von Fluid oder Reagenz aus und
stößt in den in Strömungsrichtung gelegenen nächsten
Block vor, so daß sich eine Vergrößerung der Berüh
rungsfläche zwischen Fluid und Reagenz ganz automatisch
ergibt. Man nimmt nun an, daß die am besten kontrol
lierbare Mischung durch Diffusion zwischen Fluid und
Reagenz erfolgt. Diese Diffusion kann aber umso besser
ablaufen, je größer die "Berührungsfläche" zwischen
Fluid und Reagenz ist, also mit anderen Worten die Dif
fusionsfläche. Durch das erzeugen einer laminaren Strö
mung ergibt sich zwar einerseits eine relativ große
Diffusionsfläche, andererseits aber fehlen Verwirbelun
gen, die die Diffusion stören könnten. Man erreicht
daher bei diesem Verfahren eine erstaunlich schnelle
Durchmischung von Fluid und Reagenz.
Bevorzugterweise wird die Förderung des Fluids während
der Förderung des Reagenz unterbrochen und umgekehrt.
Es kann hierbei zwar zu kurzzeitigen Stillständen des
"Stapels" von Fluid und Reagenz im Reaktionskanal kom
men. Dies muß aber nicht sein, wenn die Zufuhr von
Fluid und Reagenz gesteuert aufeinander abgestimmt
wird. Es wird dann nämlich immer entweder Fluid oder
Reagenz gefördert. Bei dieser Ausgestaltung läßt sich
eine für den praktischen Gebrauch ausreichend kontinu
ierliche Strömung im Reaktionskanal mit dem gewünschten
laminaren Strömungsprofil und der entsprechenden Durch
mischung von Fluid und Reagenz erreichen.
In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist vor
gesehen, daß sowohl das Fluid als auch das Reagenz mit
einem Volumen in den Reaktionskanal gefördert werden,
das groß genug ist, um den Querschnitt des Reaktions
kanal vollständig auszufüllen. Das "vollständige" Aus
füllen ist hierbei mit der Maßgabe zu sehen, daß in der
Praxis die Wände des Reaktionskanals immer bereits mit
Fluid bedeckt sind, so daß der auszufüllende Quer
schnitt kleiner wird. Je kleiner der Kanal, desto grö
ßer ist der Einfluß dieser Fluidreste. Mit dem voll
ständigen Ausfüllen dessen, was ausfüllbar ist, läßt
sich die gewünschte große Berührungsfläche zwischen
Fluid und Reagenz realisieren. Wenn nämlich Fluid und
Reagenz den Reaktionskanal über den gesamten Quer
schnitt ausfüllen, führt dies automatisch dazu, daß
eine klar definierte Berührungsfläche zwischen Fluid
und Reagenz vorliegt. Bei einer laminaren Strömung wird
dann diese Fläche in Strömungsrichtung entsprechend
ausgedehnt, so daß die gewünschte große Diffusionsflä
che erzeugt wird.
Mit Vorteil ist die Länge der in den Reaktionskanal
hinein geförderten Volumina von Fluid und Reagenz grö
ßer als die kleinste Querschnittserstreckung des Reak
tionskanals. Dies hat zwei Vorteile. Zum einen wird auf
diese Weise mit relativ einfachen Mitteln sicherge
stellt, das tatsächlich der gesamte Querschnitt des
Reaktionskanals mit Fluid bzw. Reagenz ausgefüllt wird.
Zum anderen erleichtert diese Ausgestaltung den "gesta
pelten" Aufbau der Säule aus Fluid und Reagenz im Reak
tionskanal. Die Mischung läuft unter diesen Umständen
unter relativ gut kontrollierbaren Umständen ab.
Hierbei ist besonders bevorzugt, daß die Länge etwa 2,5
bis 5 mal zu groß ist wie die kleinste Querschnittser
streckung. Bei dieser Dimensionierung haben sich rela
tiv gute Mischungsergebnisse herausgestellt. Dies liegt
möglicherweise daran, daß man bei der Untergrenze die
ses Bereichs eine vollständige Spülung des Reaktionska
nals vom vorherigen "Block" erreichen kann, so daß hier
bei Beginn der Mischung tatsächlich geordnete Verhält
nisse vorliegen. Die Obergrenze dieses Bereichs wird so
gewählt, daß die Längen der einzelnen Blöcke nicht zu
groß ist, so daß für das gegenseitige Durchdringen der
hintereinander angeordneten Blöcke von Fluid und Rea
genz nicht zu viel Zeit benötigt wird.
Vorzugsweise wird der Gegendruck an dem Ende des Reak
tionskanals, das der Einspeisung entgegengesetzt ist,
klein gehalten. Der Gegendruck muß nur so groß sein, um
ein freies Abfließen von Fluid und Reagenz aus dem Re
aktionskanal zu verhindern. Bei dieser Ausgestaltung
wird sichergestellt, daß mit dem Einspeisen von Fluid
und Reagenz in den Reaktionskanal die dort befindliche
Säule durch den Reaktionskanal geschoben wird. Ein Ver
drängen der Fluid-Reagenz-Kombination aus dem Reak
tionskanal in eine andere Richtung ist nicht möglich.
Aus diesem Grunde wird der gewünschte Aufbau der Fluid-
Reagenz-Kombination sehr zuverlässig erhalten.
Auch ist bevorzugt, daß die Strömungsgeschwindigkeit so
auf die Viskosität von Fluid und Reagenz, den Quer
schnitt des Reaktionskanals und die Länge einzelner
Blöcke abgestimmt wird, daß eine Spitze eines Blocks
mindestens in den in Strömungsrichtung gesehen über
nächsten Block vorsteht. Wenn man nun ein Querschnitts
profil im Strömungskanal betrachtet, stellt man fest,
daß bei dieser Ausgestaltung die Spitze des Blocks von
mindestens zwei weiteren Blöcken umgeben ist. Es ergibt
sich also von der Mitte zum Rand des Reaktionskanals
ein Aufbau Fluid-Reagenz-Fluid oder Reagenz-Fluid-Rea
genz mit einer entsprechen großen Diffusionsfläche zwi
schen Fluid und Reagenz. Mit dieser Ausgestaltung läßt
sich damit ein sehr schnelles Durchmischen von Fluid
und Reagenz erzielen.
Die Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs
genannten Art dadurch gelöst, daß in jedem Zuführkanal
je eine Strömungssteuereinrichtung angeordnet ist, die
mit einer gemeinsamen Auswahleinrichtung verbunden
sind, wobei die Auswahleinrichtung zeitgleich nur eine
Strömungsteuereinrichtung in Funktion setzt.
Wenn die Auswahleinrichtung eine Strömungssteuerein
richtung in Funktion setzt, bedeutet dies, daß durch
diese Strömungssteuereinrichtung ein Fluid bzw. ein
Reagenz aus dem Zuführkanal in den Reaktionskanal ein
gespeist wird. Die Auswahleinrichtung stellt also si
cher, daß immer entweder nur Fluid oder nur Reagenz in
den Reaktionskanal eingespeist wird, so daß sich der
gewünschte geschichtete oder gestapelte Aufbau der
Fluid-Reagenz-Kombination im Reaktionskanal ergibt.
Hierbei müssen die Strömungssteuereinrichtungen dem
Mischpunkt nicht unmittelbar benachbart sein, sie kön
nen auch eine gewisse Entfernung vom Mischpunkt aufwei
sen. Es kommt lediglich darauf an, daß die Zufuhr in
den Reaktionskanal abwechselnd erfolgt. Auch ist es
nicht notwendig, daß der Aufbau der Vorrichtung symme
trisch ist. Der Mischpunkt muß also nicht von genau
gegenüberliegenden Seiten beschickt werden. Es kann
durchaus sein, daß der eine der beiden Zuführkanäle mit
einer geraden Linie in den Reaktionskanal übergeht,
während der andere Zuführkanal unter einem Winkel hier
zu verläuft.
Hierbei ist besonders bevorzugt, daß die Strömungssteu
ereinrichtung als Pumpe ausgebildet ist, die von einem
Motor angetrieben ist. Es werden also abwechselnd die
Pumpen in den einzelnen Zuführkanälen in Betrieb genom
men. Von Vorteil ist hierbei, daß der Motor als
Schrittmotor ausgebildet ist. Die Schrittmotoren der
einzelnen Strömungssteuereinrichtungen können durch die
Auswahleinrichtung relativ einfach getrennt angesteuert
werden. Die Verwendung von Schrittmotoren erlaubt es,
relativ kleine Volumina zu fördern, so daß der Reagenz-
Verbrauch entsprechend klein gehalten werden kann. Es
ist nicht notwendig, daß zur Förderung von Fluid und
Reagenz immer ein kompletter Kolbenhub ausgeführt wird,
wenngleich dies natürlich möglich ist.
In einer anderen bevorzugten Ausgestaltung ist die
Strömungssteuereinrichtung als Ventil ausgebildet, das
einen Strömungspfad unterbricht. In diesem Fall steht
sowohl das Fluid als auch das Reagenz unter einem ge
wissen Druck am Eingang des Ventils an. Wenn das Ventil
nun den Strömungspfad freigibt, kann Fluid bzw. Reagenz
einströmen. Sobald das Ventil schließt, wird die Zufuhr
wieder unterbrochen. Auch mit einer derartigen Ausge
staltung läßt sich der gewünschte Aufbau im Reaktions
kanal erreichen. Der Druck, unter dem Fluid bzw. Rea
genz an dem jeweils zugeordneten Ventil anstehen, kann
beispielsweise durch Schwerkraft erzeugt werden, wenn
ein Fluid- bzw. Reagenzbehälter in Schwerkraftrichtung
oberhalb des Ventils und oberhalb des Reaktionskanals
angeordnet ist.
Vorzugsweise sind hierbei die Ventile aller Zuführkanä
le in einem Umschaltventil zusammengefaßt. Das Um
schaltventil hat hierbei den Vorteil, daß mit relativ
einfachen mechanischen Mitteln gewährleistet wird, daß
immer entweder nur Fluid oder nur Reagenz in den Reak
tionskanal eingespeist wird. Sobald das Ventil den ei
nen Zuführkanal freigibt, wird der andere automatisch
gesperrt.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von bevorzugten
Ausführungsbeispielen in Verbindung mit der Zeichnung
beschrieben. Hierin zeigen:
Fig. 1 eine erste Ausführungsform einer Analysevorrich
tung,
Fig. 2 eine zweite Ausführungsform einer Analysevor
richtung,
Fig. 3 eine dritte Ausführungsform einer Analysevor
richtung,
Fig. 4 eine schematische Darstellung eines Strömungs
verlaufs in einem Reaktionskanal und
Fig. 5 einen Schnitt V-V nach Fig. 4.
Eine Analysevorrichtung 1 weist einen Detektor 2 auf,
der über einen Reaktionskanal 3 mit einem Mischpunkt 4
verbunden ist. Der Mischpunkt 4 seinerseits ist wieder
um mit zwei Zuführleitungen 5, 6 verbunden. Über die
Leitung 5 wird ein zu analysierendes Fluid, das im fol
genden kurz Probe P genannt wird, zugeführt. Über die
Zuführleitung 6 wird ein Reagenz R zugeführt. Die Ge
winnung der Probe P spielt für den vorliegenden Fall
keine größere Rolle. Das zu untersuchende Fluid kann
beispielsweise direkt aus einem Vorrat des Fluids ent
nommen werden. Es kann aber auch durch eine Art Dialyse
gewonnen werden, wenn nämlich eine Trägerflüssigkeit,
beispielsweise destilliertes Wasser, an der Innenseite
einer Membran vorbeigeführt wird, die für die zu unter
suchende Spezies durchlässig ist und mit ihrer äußeren
Seite in dem Fluid eingetaucht ist, das an und für sich
untersucht werden soll.
In der Zuführleitung 5 ist eine Pumpe 7 angeordnet, und
in der Zuführleitung 6 ist eine Pumpe 8 angeordnet.
Beide Pumpen 7, 8 werden jeweils durch einen Motor 9,
10 betätigt. Die Ansteuerung eines jeden Motors 9, 10
erfolgt über eine Auswahleinrichtung 11. Die Auswahl
einrichtung 11 sorgt dafür, daß entweder nur der Motor
9 Betrieb gesetzt wird, um die Pumpe 7 anzutreiben,
oder nur der Motor 10, um die Pumpe 8 anzutreiben. Ein
gleichzeitiger Betrieb beider Pumpen 9, 10 wird ausge
schlossen. Die beiden Motoren 9, 10 sind als Schritt
motoren ausgebildet. Die Pumpen 7, 8 können beispiels
weise als Kolbenpumpen ausgebildet sein. Die Verwendung
von Schrittmotoren hat den Vorteil, daß eine relativ
genaue Dosierung möglich ist, ohne daß die Pumpen 7, 8
jeweils einen vollständigen Kolbenhub-Zyklus durchlau
fen müssen. Die Motoren 9, 10 treiben die Pumpen 7, 8
so an, daß im Reaktionskanal eine laminare Strömung
entsteht. Dies soll anhand von Fig. 4 näher erläutert
werden, die einen schematischen Querschnitt durch den
Reaktionskanal 3 zeigt. Hierbei ist der Reaktionskanal
3 aus Gründen der Übersichtlichkeit mit einem stark
vergrößerten Durchmesser dargestellt. Verglichen mit
der Darstellung in Richtung der Längserstreckung des
Reaktionskanals 3 beträgt der Vergrößerungsfaktor etwa
5 bis 10.
In der linken Hälfte der Fig. 4 ist die Situation dar
gestellt, die sich ergibt, wenn man im statischen Zu
stand die Pumpen 7, 8 abwechselnd betätigt. Es ergibt
sich hierbei eine blockweise Anordnung von Probe, Rea
genz, Probe . . . , bei der die Berührungsfläche zwischen
den einzelnen Blöcken der Querschnittsfläche des Reak
tionskanals 3 entspricht. An dieser Stelle wird be
merkt, daß natürlich auch mehr als zwei Blockarten P, R
verwendet werden können, beispielsweise Probe P, Rea
genz 1 R₁ und Reagenz 2 R₂.
In Wirklichkeit wird aber der Reaktionskanal 3 so be
trieben, daß dort eine laminare Strömung herrscht. In
der rechten Hälfte der Fig. 4 sind die sich dadurch
ergebenden Verhältnisse dargestellt. Bei Vorliegen ei
ner laminaren Strömung ergibt sich nämlich ein charak
teristisches Strömungsprofil. Das Fluid, beispielsweise
eine Flüssigkeit, das im Reaktionskanal 3 strömt,
strömt in der Mitte schneller als am Rand. Die Berüh
rungsfläche 12 zwischen Probe und Reagenz beult sich
dabei in Strömungsrichtung stark aus und vergrößert
sich dabei entsprechend. Da der Mischvorgang unter an
derem davon abhängig ist, welche Fläche für den Aus
tausch zwischen Probe und Reagenz zur Verfügung steht,
ergibt sich mit dieser Ausgestaltung eine relativ große
Fläche und damit eine relativ schnelle Durchmischung
von Probe und Reagenz. Weiterhin kommt als vorteilhafte
Wirkung hinzu, daß die Schichtdicken von Probe und Rea
genz, also die Abstände zwischen benachbarten Berüh
rungsflächen 12, gemessen senkrecht zu den Berührungs
flächen, entsprechend abnehmen, so daß auch die Zeit
zum Durchdringen der einzelnen Schichten verringert
wird. Fig. 5 stellt dies schematisch dar. Beim Schnitt
V-V durch den Reaktionskanal 3 ergeben sich eine Reihe
von konzentrischen Kreisen, bei denen sich Probe P und
Reagenz R abwechseln. Auch wenn der Querschnitt des
Reaktionskanals 3 nicht kreisförmig ist, ergeben sich
ähnliche Ausgestaltungen.
Die Pumpen 7, 8 werden jeweils so betrieben, daß das in
den Reaktionskanal 3 hinein geförderte Volumen so groß
ist, daß es den Querschnitt des Reaktionskanals voll
ständig ausfüllt. Hierbei sind die einzelnen Blöcke
(Fig. 4 links) etwa 2,5 bis 5 mal so lang, wie die
größte Querschnittserstreckung des Reaktionskanals 3
ist. Dies ist im Fall eines kreisförmigen Reaktionska
nals der Durchmesser. Entsprechendes gilt für rechteck
förmige Kanäle. Hier wäre die größte Erstreckung die
Diagonale. Im Hinblick auf Fig. 4 sollte dabei beachtet
werden, daß der Durchmesser stark vergrößert darge
stellt ist.
Wie ebenfalls aus Fig. 4 ersichtlich ist, ist die Strö
mungsgeschwindigkeit im Reaktionskanal 3 so einge
stellt, daß eine Spitze eines Blocks mindestens in den
in Strömungsrichtung gesehen übernächsten Block vor
steht. Hierdurch ergeben sich bei einer Ansicht ent
sprechend Fig. 5 mindestens drei konzentrische Kreise
mit entsprechend geringer Stärke des Kreisringes, was
auf eine entsprechend dünne Schichtdicke hinweist. Die
Durchmischung erfolgt dadurch sehr schnell. Die Strö
mungsgeschwindigkeit im Reaktionskanal 3 wird durch die
Pumpe 7, 8 bzw. ihre Antriebsmotoren 9, 10 eingestellt.
Auch dann, wenn diese nur abwechselnd arbeiten, läßt
sich eine entsprechend ausreichende Strömungsgeschwin
digkeit einstellen.
Fig. 2 zeigt eine alternative Ausgestaltung einer Ana
lysevorrichtung 21, bei der gleiche Teile mit gleichen
Bezugszeichen versehen worden sind.
Geändert hat sich gegenüber der Ausgestaltung nach
Fig. 1, daß die Strömung in den Zuführkanälen 5, 6
nicht mehr durch Pumpen 7, 8 gesteuert wird, sondern
durch Ventile 27, 28. Beide Ventile werden wiederum
durch die Auswahleinrichtung 11 angesteuert. Sie sind
hierzu jeweils mit Elektromagneten 25, 30 und Rück
stellfedern 31, 32 versehen. Die Auswahlvorrichtung 11
schaltet jeweils immer nur eines der beiden Ventile 27,
28 in einen Durchgangszustand, was durch die gestri
chelte Linie zwischen den beiden Ventilen 27, 28 darge
stellt ist. In Wirklichkeit muß natürlich keine mecha
nische Verbindung zwischen den beiden Ventilen 27, 28
vorhanden sein.
Voraussetzung hierfür ist allerdings, daß sowohl die
Probe P als auch das Reagenz R mit einem gewissen Druck
am Eingang des jeweiligen Ventils 27, 28 ansteht.
Ferner hat sich geändert, daß die beiden Zuführleitun
gen 5, 6 nicht mehr symmetrisch in den Mischpunkt 4
geführt sind. Die Zuführleitung 6 für das Reagenz R
erstreckt sich vielmehr so, daß sie mit dem Reaktions
kanal 3 im wesentlichen eine gerade Linie bildet. Die
Zuführleitung 5 für die Probe P mündet unter einem
spitzen Winkel.
Fig. 3 zeigt eine dritte Ausgestaltung, bei der gleiche
Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen sind.
Die in Fig. 3 dargestellte Analysevorrichtung 41 weist
anstelle des Mischpunktes 4 ein Umschaltventil 42 auf,
das von einem Motor 43 angetrieben wird. Der Motor 43
ist wiederum mit der Auswahleinrichtung 11 verbunden.
Das Umschaltventil 42 stellt entweder einen Strömungs
pfad von der Zuführleitung 6 in den Reaktionskanal 3
sicher, wie dies mit durchgezogenen Linien dargestellt
ist, oder es verbindet den Zuführkanal 5 mit dem Reak
tionskanal 3, wie dies mit gestrichelten Linien darge
stellt ist. Zum Umschalten muß das Umschaltventil 42
lediglich um 90° verdreht werden.
Das Umschaltventil 42 faßt demnach nicht nur die Funk
tionen des Mischpunkts 4, sondern auch die Funktionen
der beiden Ventile 27, 28 aus Fig. 2 zusammen.
Hervorzuheben ist noch, daß durch den Reaktionskanal 3
möglichst keine nennenswerten Strömungswiderstände auf
gebaut werden sollten. Die Strömungswiderstände müssen
auf jeden Fall wesentlich kleiner sein als die Rück
flußwiderstände durch die Pumpen 7, 8, die Ventile 27,
28 oder das Umschaltventil 42. Dann läßt sich nämlich
gewährleisten, daß beim Einspeisen von Probe P und Rea
genz R in den Reaktionskanal der bereits im Reaktions
kanal 3 befindliche Fluidstrang durch den Detektor ge
schoben wird und sich kein Ausweichen der eingespeisten
Flüssigkeiten in eine andere Richtung ergibt. Damit
wird der gewünschte laminare Strömungsaufbau im Reak
tionskanal 3 sichergestellt. Diese Strömung wird auch
dann nicht gestört, wenn sich beim Umschalten kurzzei
tige Pausen beim Vorschub der einzelnen Fluide ergeben,
vorausgesetzt, daß diese Pausen nicht zu lang sind.
Claims (12)
1. Verfahren zum kontinuierlichen Analysieren einer
Spezies in einem Fluid, bei dem dem Fluid ein Rea
genz zugegeben wird, das mit der Spezies reagiert,
dadurch gekennzeichnet, daß unter Beibehaltung ei
nes laminaren Strömungsverhaltens in einem Reak
tionskanal das Fluid und das Reagenz abwechselnd in
den Reaktionskanal gefördert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Förderung des Fluids während der Förderung
des Reagenz unterbrochen wird und umgekehrt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß sowohl das Fluid als auch das Reagenz
mit einem Volumen in den Reaktionskanal gefördert
werden, das groß genug ist, um den Querschnitt des
Reaktionskanal vollständig auszufüllen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Länge der in den Reaktions
kanal hinein geförderten Volumina von Fluid und
Reagenz größer als die kleinste Querschnittser
streckung des Reaktionskanals ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Länge etwa 2,5 bis 5 mal zu groß ist wie
die kleinste Querschnittserstreckung.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Gegendruck an dem Ende des
Reaktionskanals, das der Einspeisung entgegenge
setzt ist, klein gehalten wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die Strömungsgeschwindigkeit so
auf die Viskosität von Fluid und Reagenz, den Quer
schnitt des Reaktionskanals und die Länge einzelner
Blöcke abgestimmt wird, daß eine Spitze eines
Blocks mindestens in den in Strömungsrichtung gese
hen übernächsten Block vorsteht.
8. Vorrichtung zum kontinuierlichen Analysieren einer
Spezies in einem Fluid mit einem Detektor, der über
einem Reaktionskanal mit einem Mischpunkt verbunden
ist, der mindestens zwei Zuführkanäle aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß in jedem Zuführkanal
(5, 6) je eine Strömungssteuereinrichtung (7, 8;
27, 28; 42) angeordnet ist, die mit einer gemein
samen Auswahleinrichtung (11) verbunden sind, wobei
die Auswahleinrichtung (11) zeitgleich nur eine
Strömungsteuereinrichtung (7, 8; 27, 28; 42) in
Funktion setzt.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeich
net, daß die Strömungssteuereinrichtung als Pumpe
(7, 8) ausgebildet ist, die von einem Motor (9, 10)
angetrieben ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeich
net, daß der Motor (9, 10) als Schrittmotor ausge
bildet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeich
net, daß die Strömungssteuereinrichtung als Ventil
(27, 28; 42) ausgebildet, das einen Strömungspfad
unterbricht.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeich
net, daß die Ventile aller Zuführkanäle (5, 6) in
einem Umschaltventil zusammengefaßt sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995136103 DE19536103A1 (de) | 1995-09-28 | 1995-09-28 | Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Analysieren einer Spezies in einem Fluid |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995136103 DE19536103A1 (de) | 1995-09-28 | 1995-09-28 | Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Analysieren einer Spezies in einem Fluid |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19536103A1 true DE19536103A1 (de) | 1997-04-03 |
Family
ID=7773431
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995136103 Withdrawn DE19536103A1 (de) | 1995-09-28 | 1995-09-28 | Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Analysieren einer Spezies in einem Fluid |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19536103A1 (de) |
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