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DE19528758C1 - Leuchtstoffkeramik, Verfahren zur Herstellung und Verwendung - Google Patents

Leuchtstoffkeramik, Verfahren zur Herstellung und Verwendung

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DE19528758C1
DE19528758C1 DE19528758A DE19528758A DE19528758C1 DE 19528758 C1 DE19528758 C1 DE 19528758C1 DE 19528758 A DE19528758 A DE 19528758A DE 19528758 A DE19528758 A DE 19528758A DE 19528758 C1 DE19528758 C1 DE 19528758C1
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Ralf Paul
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    • C04CEMENTS; CONCRETE; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES
    • C04BLIME, MAGNESIA; SLAG; CEMENTS; COMPOSITIONS THEREOF, e.g. MORTARS, CONCRETE OR LIKE BUILDING MATERIALS; ARTIFICIAL STONE; CERAMICS; REFRACTORIES; TREATMENT OF NATURAL STONE
    • C04B35/00Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products
    • C04B35/01Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products based on oxide ceramics
    • C04B35/16Shaped ceramic products characterised by their composition; Ceramics compositions; Processing powders of inorganic compounds preparatory to the manufacturing of ceramic products based on oxide ceramics based on silicates other than clay
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C09DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09KMATERIALS FOR MISCELLANEOUS APPLICATIONS, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE
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    • C09K11/77Luminescent, e.g. electroluminescent, chemiluminescent materials containing inorganic luminescent materials containing rare earth metals
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Description

Mit Seltenerden dotierte Verbindungen der Lanthaniden-Oxy- Orthosilikate sind als Leuchtstoffe bekannt. Bei Anregung durch UV- und höher energetische Strahlung zeigen sie eine Lumineszenz im sichtbaren Bereich des Spektrums, insbesondere im blauen Bereich. Entsprechende Anwendungen haben die Lanthaniden-Oxy-Orthosilikate daher bereits zum Nachweis hochenergetischer Strahlung als Szintillatoren in Strahlungs­ detektoren (Gd₂SiO₅:Ce, Lu₂SiO₅:Ce) in der Röntgendiagnostik als Speicherleuchtstoff (Y₂SiO₅:Ce, Sm), als Anzeigemedium in Kathodenstrahlschirmen (Y₂SiO₅:Eu, Y₂SiO₅:Tb, Y₂SiO₅:Ce), in der Beleuchtungs- und Displaytechnik (Y₂SiO₅:Ce, Tb) sowie als Fluoreszenzpigment, beispielweise für Zahnersatz (Y₂SiO₅:Ce, Tb, Mn). In den bekannten Anwendungen werden die­ se Verbindungen als Einkristalle oder als Pulver- bzw. Pig­ mentfarbstoff eingesetzt.
Aus der GB 12 07 950 ist ein pulverförmiges Leuchtstoffmate­ rial aus der Klasse der Lanthaniden-Oxy-Orthosilikate be­ kannt.
Aus der GB 15 87 598 ist ein Verfahren zur Herstellung pul­ verförmiger Lanthaniden-Oxy-Orthosilikate bekannt, bei dem Ausgangsverbindungen aus der Klasse der Lanthaniden im vorge­ gebenen Verhältnis als Oxalate aus einer Lösung ausgefällt werden. Nach Trocknung und Kalzinierung zu Oxiden wird das erhaltene Lanthaniden-Oxidpulver mit SiO₂ gemischt, homogeni­ siert, geglüht und anschließend fein gemahlen.
Während die Handhabung der Lanthaniden-Oxy-Orthosilikate in Pulverform keinerlei Schwierigkeiten bereitet, treten bei der Handhabung von Einkristallen verschiedene Probleme auf. Ein hoher Schmelzpunkt und eine nur niedrige Kristallziehrate ma­ chen das Herstellverfahren kostenungünstig und können Proble­ me mit Verunreinigungen aus Tiegel- und Ofenmaterialien er­ zeugen. Weiterhin zeigen die Dotierstoffe eine hohe Segrega­ tion im Kristall, so daß gleichmäßig dotierte Einkristalle nur schwierig zu erhalten sind. Der Kristall selbst zeigt ei­ ne hohe Anisotropie seiner thermischen Ausdehnung bezüglich unterschiedlicher kristallographischer Achsen, was bereits bei der Herstellung zu hohen thermomechanischen Spannungen innerhalb der Kristalle führt. Kristallographisch vorgegebene Spaltflächen erleichtern die Rißbildung.
Eine Anwendung in Pulverform ist nur in dünnen Schichtdicken möglich, da höhere Schichtdicken eine hohe Lichtstreuung und außerdem eine nur niedrige Ausbeute sichtbaren Lumineszenz­ lichts zeigen. Insbesondere für den Nachweis hochenergeti­ scher Strahlung, deren vollständige Absorption Absorptions­ längen von einigen Millimetern bis Zentimetern erfordert, sind pulverförmige Lanthaniden-Oxy-Orthosilikate nicht geeig­ net.
Problem der vorliegenden Erfindung ist es daher, eine Leucht­ stoffmodifikation für Lanthaniden-Oxy-Orthosilikate anzuge­ ben, die einfach und kostengünstig herzustellen ist, die gute Leuchteigenschaften zeigt und die die angeführten Probleme der monokristallinen Leuchtstoffe vermeidet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Leucht­ stoffkeramik mit den Merkmalen von Anspruch 1. Ein Verfahren zur Her­ stellung der Leuchtstoffkeramik und eine bevorzugte Verwen­ dung sind den weiteren Ansprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung gibt erstmals eine als Leuchtstoff verwendbare Keramik aus der Klasse der Lanthaniden-Oxy-Orthosilikate an. Die Keramikzusammensetzung gehorcht der allgemeinen Summen­ formel Ln2-xSiO₅:Mx, wobei Ln für zumindest ein Element der Gruppe Y, La, Gd und Lu steht, M mindestens ein Element der Gruppe Ce, Eu, Tb, Sm, Dy, Nd, Pr, Tm, Er und Yb ist und bei dem für x gilt 10-1 x 10-6. Die erfindungsgemäße Leucht­ stoffkeramik ist frei von nachweisbaren Fremdphasen, ist op­ tisch homogen und besitzt eine Dichte von zumindest 99,9 Pro­ zent der theoretischen Dichte.
Die Leuchtstoffkeramik weist mit den entsprechenden monokri­ stallinen Leuchtstoffen vergleichbare Leuchteigenschaften auf. Gleichzeitig besitzt sie die für Keramik üblichen posi­ tiven Eigenschaften bezüglich einfacher Herstellung, hoher mechanischer Festigkeit und guter Bearbeitbarkeit. Die Her­ stellung einer phasenreinen und völlig dichten Keramik mit nahezu 100 Prozent der theoretischen Festkörperdichte war bislang noch nicht gelungen, eine entsprechende Keramik daher auch nicht bekannt.
Die erfindungsgemäße Leuchtstoffkeramik ist bei einer mittle­ ren Korngröße von maximal 10 µm optisch transluzent und kann bei niedrigeren mittleren Korngrößen nahezu transparent wer­ den. Die Keramik kann ein mit einem Aktivatorelement dotier­ tes Oxyorthosilikat eines einzelnen Lanthanidenelementes sein oder kann auch aus Mischkristallen aufgebaut sein und ver­ schiedene Elemente der Gruppe Ln in einem gegebenen und kon­ stanten atomaren Verhältnis enthalten. Auch zur Dotierung kann eine Mischung mehrerer Elemente aus der Gruppe M dienen. Gerade solche Mischkristalle bzw. kombinierte Dotierungen sind mit kristallinen Lanthaniden-Oxy-Orthosilikaten nicht darstellbar und werden erstmals mit der Erfindung in homoge­ ner und phasenreiner Form erhalten.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung der Leucht­ stoffkeramik basiert auf der Kombination einiger spezieller Verfahrensschritte, wodurch die Herstellung der hochdichten Keramik erst ermöglicht wird. So wird insbesondere von einem äußerst feinteiligen Ausgangsmaterial für die Keramikherstel­ lung ausgegangen. Die Lanthaniden Ln werden in Form ihrer Oxide zusammen mit der entsprechenden Dotierung M aus der Lö­ sung ausgefällt bzw. durch gemeinsame Ausfällung anderer Ver­ bindungen und Überführung dieser Verbindungen in die Oxide erhalten. Das Silizium wird als nanokristallines SiO₂-Pulver eingesetzt und mit dem in Form der Oxide vorliegenden Lantha­ nidenpulver umgesetzt.
Die Umsetzung erfolgt dabei in zwei Stufen, wobei zunächst bei niedrigerer Glühtemperatur von 1300 bis 1500°C eine Vor­ reaktion mit nur teilweiser Umsetzung zum gewünschten Leucht­ stoff erfolgt. Der Umsetzungsgrad beträgt dabei beispielswei­ se 80 Prozent. Das vorreagierte Gemisch wird dann einer Hochenergiemahlung unterzogen, kalt vorgepreßt und schließ­ lich bei einer Sintertemperatur von 1650 bis 1800°C gesin­ tert. Erst im letzten Schritt erfolgt die vollständige Umset­ zung des Pulvergemischs zum gewünschten Lanthaniden-Oxy- Orthosilikat. Die hohe Dichte von zumindest 99,9 Prozent der theoretischen Dichte wird bei der erfindungsgemäßen Leucht­ stoffkeramik ohne zusätzliches Heißpressen erreicht und kann ohne Zusatz von Sinterhilfsmitteln erzielt werden.
Die Herstellung des Lanthanidenpulvers erfolgt über eine Lö­ sung, die die Kationen Ln und M im gewünschten Verhältnis (2-x)/x in Form geeigneter löslicher Verbindungen enthält. Der entsprechende Feststoff wird durch Ausfällung der Katio­ nen aus der Lösung erhalten. Die homogene Verteilung der Ka­ tionen in der Lösung wird dabei im Feststoff konserviert. Das Ausfällen selbst kann durch Zugabe eines Fällungsmittels er­ folgen. Dieses umfaßt ein Anion, welches mit den Lanthaniden Ln und den Dotierstoffen M eine schwerer lösliche und daher aus der Lösung ausfallende Verbindung bildet. Ein geeignetes Fällungsmittel stellt beispielsweise die Oxalsäure bzw. deren Salze dar. Die Oxalate haben den zusätzlichen Vorteil, daß sie sich beim Kalzinieren in einfacher Weise in die für die Keramikherstellung erforderlichen Lanthanidenoxide überführen lassen.
Die gemeinsame Fällung der Kationen Ln und M kann jedoch auch über ein Hydrothermalverfahren erfolgen, bei dem die Löslich­ keit der Lanthaniden durch Einstellung eines hohen Druckes bei höherer Temperatur herabgesetzt wird. Eine weitere Mög­ lichkeit der Ausfällung der Kationen ergibt sich durch ein Sol-Gel-Verfahren, bei dem eine die Kationen in Form lösli­ cher organischer Verbindungen enthaltende Lösung kontinuier­ lich eingedickt wird, wobei ein Sol/Gel erhalten wird. Auch dieses läßt sich durch Kalzinieren in die Oxide überführen.
Ein für die Keramikherstellung gut geeignetes Lanthanidenpul­ ver weist eine Partikelgröße im sub-µm-Bereich auf.
Die Vermischung und Homogenisierung des Lanthanidenpulvers mit dem SiO₂-Pulver kann durch Naßmahlung mit beispielsweise Alkohol als flüssiger Phase durchgeführt werden. Aufgrund der geringen Partikelgrößen muß die flüssige Phase anschließend im Vakuum entfernt werden. Dies kann beispielsweise durch Va­ kuumdestillation oder durch Gefriertrocknen erfolgen.
Das anschließende Glühen mit teilweiser Umsetzung zum vorrea­ gierten Gemisch kann an Luft durchgeführt werden. Auch eine inerte Atmosphäre ist geeignet, keinesfalls aber reduzierende Bedingungen. Die Umsetzung wird soweit durchgeführt, daß die gewünschten Lanthaniden-Oxy-Orthosilikate in einem Massenan­ teil von zumindest 80 Prozent im Pulvergemisch erhalten wer­ den. Temperatur und Dauer der Umsetzung werden so einge­ stellt, daß möglichst kleine Partikelgrößen beibehalten wer­ den, und dennoch der hohe Umsatz von zumindest 80 Massenpro­ zent erzielt wird.
Die anschließende Hochenergiemahlung kann wieder in Alkohol­ aufschlämmung erfolgen. Aufgabe dieses Verfahrensschrittes ist es, die bei der Vorreaktion erzeugten Agglomerate wieder zu zerkleinern, nicht jedoch die einzelnen Partikel weiter zu zerkleinern. Das nach der Mahlung erhaltene Pulvergemisch weist eine mittlere Partikelgröße von ca. 0,2 µm auf.
Das Entfernen der flüssigen Phase erfolgt wie nach der Naß­ mahlung wieder im Vakuum.
Zum Vorverdichten wird das so erhaltene Pulvergemisch ohne zusätzliche Zugabe von Sinterhilfen kalt isostatisch oder kalt einachsig zu Rohkörpern von ca. 50 Prozent der theoreti­ schen Festkörperdichte verpreßt. Durch entsprechende geome­ trische Ausbildung der Preßmatrize kann bereits im Rohkörper eine für die entsprechende fertige Leuchtstoffkeramik gewünschte äußere Form annähernd vorgebildet werden.
Für den Sinterprozeß wird der Rohkörper in einer bei der Sin­ tertemperatur stabilen Brennkapsel, beispielsweise aus Iridi­ um, vorgelegt. Geeignete Aufheiz- und Abkühlraten liegen bei 1 bis 5 K/min. Als Sinteratmosphäre kann wieder Luft oder Inertgas, wie Stickstoff oder Argon, oder Vakuum gewählt wer­ den. Die maximale Dichte von zumindest 99,9 Prozent der theo­ retischen Dichte wird nach einer Haltezeit von 1 bis 10 Stun­ den bei der Maximaltemperatur erhalten, die zwischen 1650 und 1800°C liegt.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbei­ spiels und der dazugehörigen zwei Figuren näher erläutert. In den Figuren sind zwei Verfahrensstufen anhand schematischer Querschnitte dargestellt.
Ausführungsbeispiel
Zur Herstellung einer Cer-dotierten Leuchtstoffkeramik der Zusammensetzung Gd₂SiO₅:Ce mit einer Cer-Konzentration von 0,5 Mol-Prozent werden Gadoliniumoxid und Cernitrat im ge­ wünschten Atomverhältnis eingewogen und mit Hilfe von ver­ dünnter Salpetersäure als Nitrate in Lösung gebracht.
Durch Umsetzung mit neutral er Kaliumoxalatlösung werden die Kationen in Form der unlöslichen Oxalate ausgefällt. Es wer­ den Partikel mit einer mittleren Größe von unter 1 µm erhal­ ten. Da sich sowohl die Lanthaniden als auch die Dotierstoffe chemisch äußerst ähnlich verhalten, können sie synchron aus­ gefällt werden, wobei die unterschiedlichen Kationen in den Partikeln homogen verteilt sind.
Die Kalzinierung, die das Austreiben von Kristallwasser, das Überführen der Oxalate in die Carbonate und schließlich deren Zersetzung in die Oxide umfaßt, wird bei Temperaturen zwi­ schen 600 und 900°C in einer nicht reduzierenden Atmosphäre durchgeführt und erfordert an Luft bei 850°C beispielsweise zwei Stunden. Die bei Lösung der Oxide, Fällung der Oxalate und Kalzinierung zu den Oxiden ablaufenden chemischen Reak­ tionen werden für das Gadolinium stellvertretend anhand der folgenden Reaktionsgleichungen verdeutlicht, wobei durch ein­ fache Substitution des Gadoliniums durch Cer die entsprechen­ den Reaktionsgleichungen für das Cer erhalten werden können:
Gd₂O₃ + 6 HNO₃ → 2 Gd(NO₃)₃ + 3 H₂O
2 Gd(NO₃)₃ + 3 H₂C₂O₄/K₂C₂O₄ → Gd₂(C₂O₄)₃ + 6 HNO₃/KNO₃
Gd₂(C₂O₄)₃·10 H₂O → Gd₂O₃ + 3 CO + 3 CO₂ + 10 H₂O
Gd₂(C₂O₄)₃·10 H₂O → Gd₂O₂CO₃ + 2 CO₂ + 3 CO + 10 H₂O
Gd₂O₂CO₃ → Gd₂O₃ + CO₂
Das erhaltene Lanthanidenoxidpulver wird mit einer stöchiometri­ schen Menge eines nanokristallinen SiO₂-Pulvers mit Partikel­ größen im Bereich von 10 nm in alkoholischer Suspension in­ tensiv vermischt. Nach 24 Stunden Naßmahlung in Ethanol wird so eine auf Partikel- bzw. Kristallitebene homogene Oxidmi­ schung erhalten.
Nach vollständiger Vakuumdestillation der alkoholischen Phase wird die Oxidmischung an Luft zwei Stunden lang bei 1400°C vorreagiert. Das so erzeugte Pulver weist einen Lanthaniden- Oxy-Orthosilikatanteil von über 80 Massenprozent auf. Ein hö­ herer Umsetzungsgrad wird nicht angestrebt, da anderenfalls höhere Partikelgrößen und eine niedrigere Sinteraktivität zu erwarten sind.
Das vorreagierte Gemisch wird in Ethanol suspendiert und für einige Minuten mittels Hochenergiemahlung homogenisiert. Nach Entfernung der alkoholischen Phase durch Vakuumdestillation wird ein Pulver mit einer mittleren Partikelgröße von ca. 0,2 µm erhalten. Durch kaltes isostatisches Pressen werden diese Pulver zu Rohkörpern mit 50-60 Prozent der theoretischen Dichte verpreßt.
Fig. 1 Für den Sinterprozeß werden die Rohkörper 1 in einer Brennkapsel 2 aus Iridium vorgelegt, welche beispielsweise einen runden Querschnitt aufweisen kann. Die Brennkapsel kann mit einem Deckel 3 verschlossen werden.
Die Brennkapsel wird nun in einen Ofen eingestellt und mit einer Aufheizrate von 1-5 K/min, vorzugsweise 3 K/min, in Luft auf eine Temperatur von 1750°C aufgeheizt. Nach einer Haltezeit von 6 Stunden wird mit einer Abkühlrate von 1-5 K/min auf Raumtemperatur abgekühlt. Bei niedrigerer Sintertemperatur kann eine entsprechend höhere Haltezeit, bei höherer Sintertemperatur dagegen eine niedrigere Haltezeit eingestellt werden.
Die Umsetzung zum Lanthanidenoxyorthosilikat erfolgt nach der Formel
Gd2-xCexO₃ + SiO₂ → Gd2-xCexOSiO₄
Fig. 2 Nach dem Sintern wird ein vollständig dichter Kera­ mikkörper 4 der Leuchtstoffkeramik erhalten. Die Keramikdich­ te wird nach der Auftriebsmethode bestimmt und ergibt einen Meßwert von 6,70 +/- 0,02 (g/cm³). Mit der theoretischen Festkörperdichte für diese Verbindung von 6,71 g/cm³ ergibt sich somit eine relative Dichte von praktisch 100 Prozent. Die Mikrostruktur des Keramikkörpers 4 weist ein homogenes Korngefüge mit einer mittleren Korngröße von ca. 7 µm auf.
Unter UV-, Röntgen- oder Gammastrahlung zeigt die Leucht­ stoffkeramik eine charakteristische Lumineszenz mit einer breiten und intensiven Emissionsbande bei 440 nm und einer Abklingkonstanten λ (1/e) = 34 ns. Mit diesen Eigenschaften, dem relativ schnellen Abklingen der Lumineszenz und der aus­ reichend hohen Leuchtstärke, ist die Leuchtstoffkeramik ins­ besondere zum Nachweis hochenergetischer Strahlung mit einer Energie größer gleich 50 keV geeignet. Eine bevorzugte Anwen­ dung findet die Leuchtstoffkeramik in Strahlungsdetektoren und Dosimetern für Quantenenergien im Bereich von 100 keV bis MeV. Da für solche Anwendungen wegen der hohen Absorptions­ längen der γ-Quanten für hohe Konversionseffizienzen große Szintillatordimensionen notwendig sind, ist dafür eine Leucht­ stoffkeramik wie die erfindungsgemäße besonders geeignet.

Claims (6)

1. Leuchtstoffkeramik aus der Klasse der Lanthaniden-oxy­ orthosilikate der allgemeinen Summenformel Ln2-xSiO₅:Mxwobei Ln für zumindest ein Element aus der Gruppe Y, La, Gd und Lu steht, M mindestens ein Element der Gruppe Ce, Eu, Tb, Sm, Dy, Er, Nd, Pr, Tm und Yb ist und für x gilt 10-1 x 10-6, die frei von nachweisbaren Fremdphasen ist, eine Dichte von zumindest 99,9% der theoretischen Dichte aufweist, op­ tisch homogen und transluzent bis transparent ist sowie eine mittlere Korngröße von maximal 10 µm besitzt.
2. Verfahren zur Herstellung einer Leuchtstoffkeramik der allgemeinen Summenformel Ln2-xSiO₅:Mxwobei Ln für zumindest ein Element aus der Gruppe Y, La, Gd und Lu steht, M mindestens ein Element der Gruppe Ce, Eu, Tb, Sm, Dy, Er, Nd, Pr, Tm und Yb ist und für x gilt 10-1 x 10-6, mit folgenden Verfahrensschritten:
  • a) es wird ein Ln und M im vorgegebenen Verhältnis (2-x)/x enthaltendes Lanthanidenoxidpulver verwendet, das
    • a1) aus einer Lösung durch ein Ko-Fällungsverfahren oder
    • a2) durch ein Hydrothermal-Verfahren oder
    • a3) durch ein Sol-Gel-Verfahren und anschließender Kalzinierung erhalten wird,
  • b) dieses wird mit einer stöchiometrischen Menge eines nano­ kristallinen SiO₂-Pulvers zu einem stöchiometrischen Oxid­ gemisch vermischt und homogenisiert,
  • c) dieses Oxidgemisch wird bei einer Glühtemperatur von 1300 bis 1500°C teilwei­ se zu einem vorreagierten Gemisch miteinander umgesetzt,
  • d) das vorreagierte Gemisch wird einer Hochenergiemahlung un­ terzogen und nochmals homogenisiert,
  • e) kalt vorgepreßt und
  • f) bei einer Sintertemperatur von 1650 bis 1800°C gesintert, wobei eine Leuchtstoffkeramik mit einer Dichte von zumin­ dest 99,9% der theoretischen Dichte erhalten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, bei dem im Schritt a1) die Kationen Ln und M als Oxalate aus­ gefällt werden, wobei Fällung, Trocknung und Kalzinierung so durchgeführt werden, daß ein Lanthanidenoxidpulver mit einer Partikelgröße im sub-um-Bereich erhalten wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, bei dem das Kalzinieren (Verfahrensschritt a), Glühen (c) und Sintern (e) unter einer inerten oder oxidierenden Atmosphäre durchgeführt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, bei dem das vorgepreßte Gemisch mit einer Aufheizrate von 1 bis 5 K/min bis zur Sintertemperatur aufgeheizt, während ei­ ner Haltezeit von 1 bis 10 Stunden bei dieser Temperatur ge­ halten und anschließend mit einer entsprechenden Abkühlrate von 1 bis 5 K/min wieder abgekühlt wird.
6. Verwendung einer Leuchtstoffkeramik nach Anspruch 1 zum Nachweis von hochenergetischer Strahlung mit einer Energie größer 50 KeV.
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