DE19517444C1 - Vorrichtung für die Zufuhr von Sauerstoff in Abwasser - Google Patents
Vorrichtung für die Zufuhr von Sauerstoff in AbwasserInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung für die Zufuhr
von Sauerstoff in Abwasser.
Die Zufuhr von Sauerstoff oder allgemein die Luftzufüh
rung spielt in der Abwassertechnik bei Kläranlagen eine
wichtige Rolle. Bekanntlich arbeiten Kläranlagen mit meh
reren in Reihe angeordneten Belebungsbecken, wobei es für
die Reinigung wichtig ist, dem Wasser in den Belebungs
becken Luft oder Sauerstoff zuzuführen, der von den Bak
terien für die Reinigung des Abwassers benötigt wird.
Zu diesem Zweck werden schon auf dem Boden des Belebungs
beckens Tellerbelüfter oder Schlauchbelüfter angeordnet,
die eine Vielzahl von kleinen Öffnungen aufweisen, durch
welche eine gesondert erzeugte Druckluft austritt. Dabei
bilden sich Luftblasen, die nach oben zur Oberfläche des
Wassers in dem Belebungsbecken aufsteigen.
Der auf diese Weise angestrebte Sauerstoffeintrag in das
Wasser erfolgt dadurch, daß reiner Sauerstoff durch die
als Membran aufzufassende Blasenwand der einzelnen Luft
blasen in das Wasser diffundiert, während sich die Luft
blasen nach oben zur Wasseroberfläche bewegen.
Die Öffnungen der auf dem Boden des Belebungsbeckens be
findlichen Tellerbelüfter oder Schlauchbelüfter sind sehr
klein gewählt, um kleine Luftblasen zu erzeugen. Je
kleiner und feinblasiger nämlich die Luftblasen sind, um
so effektiver ist der Sauerstoffeintrag in das Wasser.
Dies ist darauf zurückzuführen, daß sich bei sehr vielen
kleinen Blasen insgesamt eine größere Oberfläche aller
Blasenwände bzw. eine größere Membranfläche ergibt, so
daß entsprechend mehr reiner Sauerstoff in das Wasser
diffundieren kann.
In der Praxis hat sich gleichwohl gezeigt, daß der Wir
kungsgrad des Sauerstoffeintrages in das Wasser in vielen
Fällen nicht ausreichend ist. Die Luftblasen bewegen sich
relativ schnell nach oben zur Wasseroberfläche, so daß
eine vergleichsweise geringe Kontaktzeit und Verweilzeit
innerhalb des Wassers besteht. Die Folge davon ist ein
relativ geringer Sauerstoffeintrag in das Wasser selbst,
weil dieser Sauerstoffeintrag nur solange erfolgen kann,
wie sich die Luftblasen vom Boden des Belebungsbeckens
zur Wasseroberfläche bewegen.
Beim Betrieb von Kläranlagen ist es deshalb erforderlich,
die extern erzeugte Druckluft über einen längeren Zeit
raum den Teller- oder Schlauchbelüftern zuzuführen. Je
nach den gewünschten Anforderungen an die Wasserqualität
des gereinigten Wassers bzw. an den Grad der damit zusam
menhängenden Sauerstoffzufuhr kann es dabei sogar erfor
derlich sein, den Kompressor für die Erzeugung der Druck
luft ohne Unterbrechung in Dauerbetrieb zu halten, so daß
ein zeitweiliges Abschalten des Kompressors nicht möglich
ist.
In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, daß der
Betrieb von Kompressoren einen großen Kostenfaktor dar
stellt. Um die erforderliche Druckluft mit den Kompresso
ren zu erzeugen, wird elektrische Energie benötigt, und
je länger die Kompressoren in Betrieb sind, um so größer
werden die entsprechenden Energiekosten für den gewünsch
ten hohen Grad einer Sauerstoffzufuhr.
Um die zugeführte Luft besser auszunutzen wurde gemäß
DE 38 41 618 A1 vorgeschlagen, neben den Bodenbelüftern
weitere Belüfter anzubringen, die eine Rotation der Flüs
sigkeit bewirken. Auch durch diese Maßnahme kann aber nicht
verhindert werden, daß die Luftblasen allzu schnell die
Wasseroberfläche erreichen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrich
tung für die Zufuhr von Sauerstoff in Abwasser zu schaf
fen, mit welcher sich der Sauerstoffeintrag deutlich ver
bessern läßt, bei welcher aber gleichzeitig die Energie
kosten gesenkt werden können.
Zur Lösung dieser Aufgabe besitzt die erfindungsgemäße
Vorrichtung die im Patentanspruch 1 angegebenen Merkmale.
Ein wichtiger Gesichtspunkt der Erfindung besteht darin,
die Vorrichtung für die Zufuhr von Sauerstoff als Zwei
stoffdüse auszubilden, die in das Belebungsbecken bzw. in
das darin befindliche Wasser eingetaucht ist. Die Zwei
stoffdüse umfaßt einen vorzugsweise runden Kontaktraum,
an welchen sich unten ein sich kegelförmig verjüngender
Austrittsraum mit einer Düsenöffnung anschließt, wobei
sich die Düsenöffnung in geringem Abstand oberhalb des
Bodens des Belebungsbeckens befindet.
Nach oben hin ist der Kontaktraum durch einen Deckel
luftdicht und wasserdicht abgeschlossen. In den Kontakt
raum mündet tangential und etwa waagerecht an der Wandung
des Kontaktraumes ein Wasserrohr ein, um Wasser aus dem
Belebungsbecken selbst in den Kontaktraum zu führen.
Durch den Deckel der Zweistoffdüse ist ein Belüftungsrohr
geführt, welches sich vorzugsweise zentrisch innerhalb
des Kontaktraumes erstreckt und an seinem unteren Ende
abgeschlossen ist. Auf den Umfang des Belüftungsrohres
verteilt befinden sich eine Vielzahl kleiner Öffnungen,
durch die Luft austreten kann, welche außerhalb des
Deckels in das Belüftungsrohr geführt wird.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung wird als Zweistoffdüse
bezeichnet, weil aus der unteren Düsenöffnung am Ende des
sich kegelförmig verjüngenden Austrittsraumes zwei Stoffe
austreten, nämlich Luft bzw. Sauerstoff mit Wasser
(demgegenüber sind die eingangs erwähnten Tellerbelüfter
als Einstoffdüsen zu bezeichnen, weil aus den Öffnungen
lediglich Luft austritt).
Über das Wasserrohr gelangt tangential Wasser aus dem Be
lebungsbecken in den Kontaktraum, wobei sich eine kreis
förmige bzw. nach unten gerichtete wendelförmige Strömung
innerhalb des Kontaktraumes ausbildet, da der Kontaktraum
nach oben hin durch den Deckel abgeschlossen ist und das
Wasser zwangsläufig nach unten durch die Düsenöffnung
entweichen muß.
Gleichzeitig gelangen durch die vielen Öffnungen des mit
Druckluft gespeisten Belüftungsrohres Luftblasen in das
Wasser des Kontaktraumes. Durch den tangentialen Was
sereintritt über das Wasserrohr ergibt sich dabei eine
Verwirbelung. Das Wasser zirkuliert im Kontaktraum, wo
durch die kleinen Luftblasen entlang der wendelförmigen
Umlaufbahn der Wasserströmung aufgerissen werden.
In vorteilhafter Weise treten dabei zwei Effekte auf. Zum
einen werden die Luftbläschen wegen des Aufreißens in
mehrere noch kleinere Luftbläschen aufgeteilt, und zum
anderen bleiben die Luftbläschen wesentlich länger im
Wasser, weil sie wegen des oben durch den Deckel abge
schlossenen Kontaktraumes nicht nach oben steigen können.
Sie treten vielmehr an der unteren Düsenöffnung der Zwei
stoffdüse zusammen mit dem Wasser aus und in das Bele
bungsbecken ein.
Beide Effekte führen zusammen zu einer entscheidenden
Verbesserung und zu einem wesentlich erhöhten Sauerstof
feintrag in das Wasser. Da die Luftbläschen durch die
Verwirbelung auf reißen und mehrere noch kleinere Luft
bläschen bilden, ergibt sich insgesamt eine wesentlich
höhere Membranoberfläche, so daß mehr Sauerstoff in das
Wasser diffundieren kann. Eine weitere Erhöhung des Sau
erstoffeintrages ist darauf zurückzuführen, daß die Ver
weilzeit der Luftbläschen im Wasser wesentlich größer als
bei Verwendung der bekannten Tellerbelüfter ist und der
Sauerstoff deshalb über eine längere Zeitdauer in das
Wasser diffundieren kann. Die höhere Verweilzeit der
Luftbläschen im Wasser ist darauf zurückzuführen, daß die
Luftblasen im Kontaktraum wegen des oberen Deckels nicht
nach oben steigen können, sondern daß sie einen langen
Weg längs der wendelförmigen Strömung bis zum Austritt
durch die untere Düsenöffnung nehmen und erst dann nach
oben zur Oberfläche des Wassers im Belebungsbecken auf
steigen können.
Der angestrebte Sauerstoffeintrag wird auch dadurch ent
scheidend verbessert, daß das Wasser aus dem Belebungs
becken selbst durch das Wasserrohr wieder dem Kontaktraum
der Zweistoffdüse zugeführt wird, wodurch ein in sich ge
schlossener Kreislauf gebildet wird. Schließlich besteht
ein weiterer positiver Effekt noch in der zusätzlichen
Verwirbelung des Wassers im Belebungsbecken in Folge des
Austrittes des Wassers durch die untere Düsenöffnung der
Zweistoffdüse. Auch diese Verwirbelung trägt zu einer
Verbesserung des Sauerstoffeintrages in das Wasser bei.
Die Erfindung führt zu einem weiteren Vorteil, der darin
besteht, daß sich die Energiekosten entscheidend reduzie
ren lassen. Da der Sauerstoffeintrag wesentlich
verbessert wird, genügt es, die Kompressoren für die
Druckluftzufuhr nur in bestimmten Zeitintervallen in Be
trieb zu nehmen, so daß weniger Energiekosten anfallen.
Zweckmäßige Ausgestaltungen und andere vorteilhafte Wei
terbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
Anhand des in der Zeichnungen dargestellten Ausführungs
beispiels wird die Erfindung nachfolgend näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Querschnittsansicht einer erfindungs
gemäßen Vorrichtung, und
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Vorrichtung gemäß
Fig. 1.
Die als Zweistoffdüse 10 ausgebildete Vorrichtung ist in
das Wasser eines nicht näher dargestellten Belebungs
beckens einer Kläranlage eingetaucht. Die Zweistoffdüse
10 umfaßt einen zylindrischen Kontaktraum 12, an den sich
unten ein Austrittsraum 14 anschließt. Der Austrittsraum
14 besitzt einen sich kegelförmig verjüngenden Quer
schnitt, der unten in eine Düsenöffnung 16 mündet, die
sich etwa 10 cm oberhalb des Bodens des Belebungsbeckens
befindet.
Die Zweistoffdüse 10 und damit auch der Kontaktraum 12
ist oben durch einen Deckel 18 verschlossen. In der Mitte
des Deckels 18 befindet sich eine Rohrdurchführung 28,
durch welche ein am unteren Ende abgeschlossenes Belüf
tungsrohr 20 geführt ist, welches sich in etwa über die
gesamte Höhe H1 des Kontaktraumes 12 erstreckt. Auf dem
Umfang des Belüftungsrohres 20 befinden sich eine Viel
zahl kleiner Öffnungen 22 mit einem Durchmesser von circa
2 mm. Durch den Pfeil A ist angedeutet, daß das Belüf
tungsrohr 20 mit Druckluft gespeist wird (etwa 2 m³/h).
Somit wird durch die Öffnungen 22 eine feinblasige Belüf
tung des im Kontaktraumes 12 befindlichen Wassers er
reicht.
In den Kontaktraum 20 führt ein Wasserrohr 24, und in
Fig. 2 ist zu erkennen, daß das Wasserrohr 24 tangential
angeordnet ist und eine Eintrittsöffnung 26 besitzt.
Durch den Pfeil B ist dargestellt, daß durch das Wasser
rohr 24 Wasser in den Kontaktraum 12 gepumpt wird, wobei
dieses Wasser aus dem zugehörigen Belebungsbecken selbst
entnommen wird. Dadurch entsteht ein geschlossener Strö
mungskreislauf des Wassers.
Durch den tangentialen Wassereintritt des Wassers in den
Kontaktraum 12 bildet sich innerhalb des Kontaktraumes 12
eine nach unten gerichtete wendelförmige Strömung aus,
die durch die Düsenöffnung 16 des kegelförmigen Aus
trittsraumes in das Belebungsbecken gelangt. Dabei ergibt
sich im Bereich der Düsenöffnung 16 eine erhöhte Aus
trittsgeschwindigkeit wegen des sich kegelförmig verjün
genden Querschnittes des Austrittsraumes 14.
Durch die Öffnungen 22 des Belüftungsrohres 20 gelangen
feine Luftblasen in das Wasser, und diese Luftblasen wer
den durch die wendelförmige Wasserströmung mitgenommen
und aufgerissen, wodurch sich noch kleinere Luftbläschen
bilden. Zusammen mit dem Wasser treten diese Luftblasen
durch die Düsenöffnung 16 in das Wasser des Belebungs
beckens. Die kleinen Luftbläschen haben eine vergleichs
weise lange Verweildauer im Wasser, die auch noch durch
den erwähnten in sich geschlossenen Wasserkreislauf über
das Wasserrohr 24 erhöht wird. Damit ergibt sich ins
gesamt ein wesentlich verbesserter Sauerstoffeintrag in
das Wasser des Belebungsbeckens.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel beträgt der
Durchmesser des Kontaktraumes 12 der Zweistoffdüse 10
etwa 200 mm, und die Höhe H1 des Kontaktraumes 12 liegt
ebenfalls bei 200 mm. Die Höhe H2 des Austrittsraumes ist
geringer und liegt bei 120 mm; der Durchmesser der unte
ren Düsenöffnung 16 beträgt 70 mm.
Der Durchmesser des Wasserrohres 24 ist 40 mm, und durch
das Wasserrohr 24 werden etwa 3 m³/h Wasser gepumpt.
Claims (5)
1. Vorrichtung für die Zufuhr von Sauerstoff in Abwas
ser, welches sich in Belebungsbecken einer Kläranlage be
findet, wobei die Vorrichtung in das Belebungsbecken ein
getaucht ist und folgenden Aufbau besitzt:
- - Die Vorrichtung ist als Zweistoffdüse (10) ausgebil det,
- - die Zweistoffdüse (10) umfaßt einen runden Kontakt raum (12), an welchen sich unten ein sich kegelför mig verjüngender Austrittsraum (14) mit einer Dü senöffnung (16) anschließt,
- - der Kontaktraum (12) ist oben durch einen Deckel (18) abgeschlossen,
- - in den Kontaktraum (12) mündet tangential ein Was serrohr (24) für die Zufuhr von Wasser aus dem Belebungsbecken in den Kontaktraum (12),
- - durch den Deckel (18) ist ein mit Luft beaufschlag tes Belüftungsrohr (20) mit auf seinem Umfang ver teilten Öffnungen (22) für die Zufuhr von Sauerstoff in das im Kontaktraum (12) befindliche Wasser ge führt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Belüftungsrohr (20) zentrisch in den Kontaktraum
(12) eintaucht und an seinem unteren Ende luftdicht abge
schlossen ist und sich über die gesamte Höhe des Kontakt
raumes (12) erstreckt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Durchmesser der Düsenöffnung (16)
etwa 35% des Durchmessers des Kontaktraumes (12) be
trägt.
4. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherge
henden Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Höhe (H2) des Austrittsraumes (14) etwa 60% der Höhe
(H1) des Kontaktraumes (12) beträgt.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherge
henden Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Düsenöffnung (16) des Austrittsraumes (14) etwa 10 cm
oberhalb des Bodens des Belebungsbeckens liegt.
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| Date | Code | Title | Description |
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| 8100 | Publication of the examined application without publication of unexamined application | ||
| D1 | Grant (no unexamined application published) patent law 81 | ||
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| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
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