DE19512458A1 - Verfahren beim Gießen von Bändern aus Metall, insbesondere Stahl, in Zweiwalzen-Bandgießmaschinen - Google Patents
Verfahren beim Gießen von Bändern aus Metall, insbesondere Stahl, in Zweiwalzen-BandgießmaschinenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren beim Gießen von Bändern
aus Metall, insbesondere aus Stahl, in Zweiwalzen-
Bandgießmaschinen mit gegenläufig rotierenden Gießwalzen,
wobei flüssiges Metall in den, durch zwei Seitenwände
begrenzten, Raum zwischen den rotierenden Gießwalzen einge
geben wird, und wobei ein Ausfluß von flüssigem Metall aus
sich zwischen den Seitenwänden und den Gießwalzen ausbilden
den Spalten zu verhindern ist sowie eine Einrichtung zur
Durchführung des Verfahrens.
Aus den US-Patenten 4,974,661 und 5,197,534 sind Verfahren
und Vorrichtungen zur elektrodynamischen Abdichtung der
Seitenbereiche von Zweiwalzen-Gießmaschinen bekannt. Bei der
aus diesen sowie weiteren US-Patenten bekannten, Verfahrens
weise werden Magnetfelder zur elektrodynamischen Abdichtung
verwendet, die über die Breite des Füllraumes des flüssigen
Metalls wirken und das Metall über diese Breite hinweg von
der Seitenwand fernhalten. Nachteilig ist bei den bekannten
Verfahren, daß die benötigten Spulensysteme sehr aufwendig
und die benötigten Ströme ganz erheblich sind. Die
installierte elektrische Leistung je Dichtung beläuft sich
auf 300-500 kW. Weitere Einzelheiten und Kennlinien der
bekannten Systeme sind aus dem Aufsatz: Development of an
Electromagnetic Edge Dam (EMD) for Twin Roll Casting, I.G.
Sancedo u. K.E. Blazek, Metec Conference, Düsseldorf, Juni
1994, Inland Steel Research and Development, zu entnehmen.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Einrich
tung anzugeben, die einen wesentlich geringeren Energie
verbrauch bei besserer Einstellbarkeit (Vermeidung lokaler
Überhitzungen) aufweist und deren Spulensystem deutlich
kleiner und damit kostengünstiger ist als bei den bekannten
Verfahren und Einrichtungen.
Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Spalte zwischen den
Seitenwänden und den rotierenden Gießwalzen durch elektro
dynamische Kräfte abgedichtet werden, die dem Spaltverlauf
folgend im wesentlichen parallel zur Gießwalzenoberfläche
wirken. Durch diese, den Spaltausbildungen und nicht der
Breite des Metallbades angepaßten Kräfte, die sich über
raschenderweise durch einfache Spulenanordnungen erzeugen
lassen, wird die erfindungsgemäße Energie- und Kosten
ersparnis erreicht.
In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Spalt-
Dichtungskräfte segmentweise aufgebracht werden, wobei die
wirkenden Kräfte segmentweise einzeln einstellbar sind. Dies
ist insbesondere beim Angießen, d. h. beim Start des
Verfahrens von Vorteil, da eine der Metallspiegelhöhe
angepaßte Dichtungskraftausbildung erreicht werden kann.
Besonders vorteilhaft können die Spaltdichtungskräfte
segmentweise dem metallostatischen Druck des flüssigen
Metalls angepaßt werden. So wird sowohl für unterschiedliche
Füllhöhen während des Normalbetriebs als auch beim Angießen
eine optimale Energieeinbringung in den Spaltdichtungsbereich
erreicht. Insbesondere ein ggf. zu erheblichen Schäden
führendes lokales Kochen des Stahls kann mit Sicherheit
vermieden werden. Desgleichen Erstarrungserscheinungen in dem
unteren Teil des Dichtungsspaltes.
Zur Durchführung des Verfahrens ist eine Spulenanordnung
vorgesehen, die elektrische, wassergekühlte Einzelspulen mit
Spulenkernen aufweist, die dem Verlauf des sich zwischen den
Seitenwänden und den rotierenden Gießwalzen ausgebildeten
Spaltes folgend, angeordnet sind. So kann mit dem
vorteilhaften erfinderischen Dichtungsverfahren gearbeitet
werden.
Es ist dabei vorgesehen, daß die Kerne der am Spalt angeord
neten Einzelspulen im wesentlichen in Richtung der Achsen der
rotierenden Walzen verlaufen, ggf. mit geringfügiger Neigung,
um einen optimalen Feldverlauf zu erreichen. Für einen
optimalen Feldverlauf kann ggf. auch in den Seitenwänden ein
geblechter, gegenüber dem flüssigen Metall abgedeckter,
gekühlter Kern, der ebenfalls dem Spaltverlauf folgt, ange
ordnet sein, desgleichen im Bereich des gekühlten
Kupferbelages der Gießwalzen.
In vorteilhafter Ausgestaltung ist dabei vorgesehen, daß die
Spulen, die einpolig oder zweipolig ausgebildet sein können,
einen in Spaltrichtung vergrößerten Querschnitt aufweisen, so
daß sich vor den in einer Reihe am Spalt angeordneten
Einzelspulen ein homogenes Kraftfeld ausbildet.
Zwischen den Einzelspulen und dem flüssigen Metall ist vor
teilhaft eine Schutzschicht aus Keramik angeordnet. So wird
zuverlässig verhindert, auch beim Angießen, wenn der flüssige
Stahl schwallweise in den Raum zwischen den beiden Gießwalzen
eintritt, daß durch die Dynamik des zugegebenen Stahls eine
Berührung zwischen dem flüssigen Stahl und der Spulen- bzw.
Kernoberfläche erfolgen kann. Darüber hinaus werden die
Spulen durch die keramische Schutzschicht thermisch gegen den
flüssigen Stahl abgeschirmt.
Die Länge der Einzelspulen ist vorteilhaft dem metallosta
tischen Druck des flüssigen Metalls angepaßt. So ist
vorteilhaft auch bei für alle Einzelspulen gleichem
Spulenstrom erreichbar, daß z. B. im oberen Teil des mit
flüssigem Stahl gefüllten Raumes zwischen den beiden Gieß
walzen durch kurze Spulen eine geringere Energieeinbringung
in den flüssigen Stahl erfolgt als im unteren Teil, wo
längere Spulen angeordnet werden.
Vorteilhaft werden die einzelnen Spulen in Reihe geschaltet,
dies vereinfacht die Stromzuführung erheblich. Unter
Umständen kann jedoch auch eine Parallelschaltung vorteilhaft
sein, die eine Einzelregelung der Stromstärke, jeweils dem
metallostatischen Druck angepaßt, ermöglicht.
Die Erfindung wird anhand von Zeichnungen näher erläutert,
aus denen, ebenso wie aus den Unteransprüchen und der
Zeichnungsbeschreibung weitere, auch erfinderische,
Einzelheiten entnehmbar sind. Im einzelnen zeigen:
Fig. 1 eine schematische Sicht von oben auf eine Seite einer
mit den erfindungsgemäßen Spulen versehenen
Gießeinrichtung,
Fig. 2 einen schematischen Schnitt durch einen
Spaltdichtungsausschnitt mit einer einpoligen Spule
sowie
Fig. 3 eine Vektordiagramm-Darstellung der im Dichtungs
bereich auftretenden elektrodynamischen Felder und
Kräfte.
In Fig. 1 bezeichnet 1 die eine und 2 die andere der rotieren
den Gießwalzen. Der Raum zwischen den beiden Gießwalzen 1 und
2 ist durch Seitenwände 3, vorzugsweise aus Stahl mit innerer
Keramikauskleidung, seitlich begrenzt. Zwischen den beiden
Gießwalzen 1 und 2 wird der Gießspalt 4 gebildet, aus dem das
gegossene Band austritt. An der Außenseite der Seitenwände 3
ist ein Spulenhalter angebracht, in dem die Einzelspulen
5, 6, 7 usw. längs angeordnet sind. Im Bereich des Gießspalts 4
befindet sich mittig eine Spaltspule 10, die von der Seiten
wand 3 nach außen abgesetzt angeordnet ist. Zwischen der
Spaltspule 10 und der Seitenwand 3 befindet sich vorteilhaft
seitlich außen am Gießspalt eine Gratspaltzunge 9, vorzugs
weise aus hochhitzebeständigem, amagnetischem Stahl, durch
deren in Bewegungsrichtung des gegossenen Bandes verlaufenden
konischen Gratspalt ein gewisser Volumenausgleich des im
Spalt 4 walzend verformten Materials möglich ist. Die
Spaltspule 10 verhindert ein ungehemmtes Austreten des
flüssigen Stahls beim Angießen. Nach dem Angießen kann sie
vorteilhaft abgeschaltet werden, da dann der Gratspalt als
Austrittshemmung für den in diesem Bereich bereits erstarrten
Stahl wirksam wird. Der sich ggf. bildende Grat an der
Bandkante wird abgetrennt, z. B. durch einen Laser, der
unmittelbar hinter der Gießeinrichtung angeordnet ist.
In Fig. 2 bezeichnet 12 das Außenteil der Seitenwand, das z. B.
aus Stahl besteht und 11 das Keramikfutter der Seitenwand.
Zwischen dem Keramikfutter 11 und der Gießwalze 17 befindet
sich der vorteilhaft in Bewegungsrichtung der rotierenden
Gießwalze 17 konische Dichtungsspalt 18, in dem sich unter
dem Einfluß der elektrodynamischen Kraft F der flüssige Stahl
16 staut. Die elektrodynamische Kraft F wird von der Spule 14
mit dem Spulenkern 13 erzeugt. Der Spulenkern 13 kann ein-
oder zweipolig ausgebildet sein. Auf der Stirnseite der Spule
14 mit dem Spulenkern 13 befindet sich eine keramische
Schutzschicht 15, die die Spule 14 und den Spulenkern 13 vor
durch dynamische Vorgänge, z. B. beim Angießen, evtl. bis zur
Außenkante der rotierenden Gießwalze 17 vordringenden,
flüssigen Stahl schützt.
Claims (12)
1. Verfahren beim Gießen von Bändern aus Metall, insbesondere
Stahl, in Zweiwalzen-Bandgießmaschinen mit gegenläufig
rotierenden Gießwalzen, wobei flüssiges Metall in den, durch
zwei Seitenwände begrenzten, Raum zwischen den rotierenden
Gießwalzen eingegeben wird, und wobei ein Ausfluß von
flüssigem Metall aus sich zwischen den Seitenwänden und den
rotierenden Gießwalzen ausbildenden Spalten zu verhindern
ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Spalte durch elektrodynamische Kräfte abgedichtet
werden, die dem Spaltverlauf folgend im wesentlichen parallel
zur Gießwalzenoberfläche wirken.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spalt-Dichtungskräfte segmentweise aufgebracht
werden, wobei die wirkenden Kräfte segmentweise einzeln
einstellbar sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spaltdichtungskräfte segmentweise dem metallostati
schen Druck des flüssigen Metalls angepaßt werden.
4. Spulenanordnung zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie elektrische, wassergekühlte Einzelspulen mit Spulen
kernen aufweist, die dem Verlauf des sich zwischen den
Seitenwänden und den rotierenden Gießwalzen ausbildenden
Spalts folgend, angeordnet sind.
5. Spulenanordnung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kerne der am Spalt angeordneten Einzelspulen im
wesentlichen in Richtung der Achsen der rotierenden Walzen
verlaufen.
6. Spulenanordnung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Spulen einpolig ausgebildet sind, wobei die Spulen
kerne vorzugsweise in Spaltrichtung vergrößerte
Kernquerschnitte aufweisen, so daß vor der Spule ein in das
flüssige Metall hineinwirkendes homogenes Kraftfeld entstehen
kann.
7. Spulenanordnung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kerne der Einzelspulen zweipolig mit vorzugsweise in
Spaltrichtung vergrößerten Kernquerschnitten ausgebildet
sind, so daß vor den Polen ein in das flüssige Metall
wirkendes homogenes Kraftfeld entstehen kann.
8. Spulenanordnung nach Anspruch 4, 5, 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem Einzelspulenbereich und dem flüssigen Metall
eine Schutzschicht aus Keramik angeordnet ist.
9. Spulenanordnung nach Anspruch 4, 5, 6, 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Länge der Einzelspulen dem metallostatischen Druck
des flüssigen Metalls angepaßt ist.
10. Spulenanordnung nach Anspruch 4, 5, 6, 7, 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Einzelspulen der Spulenanordnung in Reihe geschaltet
sind.
11. Spulenanordnung nach Anspruch 4, 5, 6, 7, 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
die Einzelspulen der Spulenanordnung parallel geschaltet
sind.
12. Zweiwalzen-Bandgießmaschine zum vertikalen Gießen von
Bändern aus Metall, insbesondere Stahl, vorzugsweise nach
einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
durch gekennzeichnet,
daß zur Abdichtung des, zwischen den rotierenden Gießwalzen
und den Seitenwänden des Raumes zwischen den Gießwalzen
gebildeten, Spalts dem Spaltverlauf folgende, Reihen von ein-
oder zweipoligen Einzelspulen verwendet werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE1995112458 DE19512458C2 (de) | 1995-04-03 | 1995-04-03 | Verfahren beim Gießen von Bändern aus Metall, insbesondere Stahl, in Zweiwalzen-Bandgießmaschinen |
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| DE1995112458 DE19512458C2 (de) | 1995-04-03 | 1995-04-03 | Verfahren beim Gießen von Bändern aus Metall, insbesondere Stahl, in Zweiwalzen-Bandgießmaschinen |
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| DE19512458A1 true DE19512458A1 (de) | 1996-10-10 |
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| DE1995112458 Expired - Fee Related DE19512458C2 (de) | 1995-04-03 | 1995-04-03 | Verfahren beim Gießen von Bändern aus Metall, insbesondere Stahl, in Zweiwalzen-Bandgießmaschinen |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19512458C2 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO1998037996A1 (de) * | 1997-02-28 | 1998-09-03 | Siemens Aktiengesellschaft | Einrichtung und verfahren zum giessen von bändern aus metall, insbesondere aus stahl, in zweiwalzen-bandgiessmaschinen |
Family Cites Families (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4438119C2 (de) * | 1994-10-26 | 1998-04-30 | Siemens Ag | Seitenwandausbildung von Zweiwalzen-Bandgießmaschinen |
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1995
- 1995-04-03 DE DE1995112458 patent/DE19512458C2/de not_active Expired - Fee Related
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US6453983B1 (en) | 1997-02-28 | 2002-09-24 | Siemens Aktiengesellschaft | Device and method for casting metal strips, especially steel, in double roller continuous casting machines |
| AT409829B (de) * | 1997-02-28 | 2002-11-25 | Siemens Ag | Einrichtung und verfahren zum giessen von bändern aus metall, insbesondere aus stahl, in zweiwalzen-bandgiessmaschinen |
| DE19880178B4 (de) * | 1997-02-28 | 2015-07-16 | Siemens Aktiengesellschaft | Einrichtung und Verfahren zum Gießen von Bändern aus Metall, insbesondere aus Stahl, in Zweiwalzen-Bandgießmaschinen |
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| DE19512458C2 (de) | 2000-03-16 |
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