DE19501662A1 - Verfahren zum Betreiben eines vorgesteuerten 2/2-Wege-Sitzventils und vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Betreiben eines vorgesteuerten 2/2-Wege-Sitzventils und vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines vorge
steuerten 2/2-Wege-Sitzventils, dessen bekannter Aufbau im Ober
begriff des Anspruchs 1 angegeben ist. Die Erfindung betrifft
außerdem ein vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil, das die im An
spruch 1 angegebenen konstruktiven Merkmale aufweist und das ge
mäß dem Verfahren nach Anspruch 1 betrieben werden soll.
2/2-Wege-Sitzventile dienen in ölhydraulischen Anlagen zum Öff
nen und Schließen eines Durchflußweges und können durch ihre
Sitzbauweise einen hydraulischen Verbraucher leckölfrei absper
ren. Dieser behält somit auch unter Last seine Position bei. Ein
vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil mit den im Oberbegriff des
Anspruchs 1 angeführten konstruktiven Merkmalen ist z. B. aus dem
Prospekt Nr. 5.206.1/12.93 Katalog 1 Rubrik 10 der Fa. FLUTEC
Fluidtechnische Geräte GmbH, Sulzbach/Saar, bekannt. Bei einem
solchen Ventil kann der Hauptkegel genau zwei Stellungen einneh
men, wobei er in der einen Stellung auf dem Hauptventilsitz auf
sitzt und in der anderen Stellung einen Abstand vom Hauptventil
sitz hat. Das bekannte 2/2-Wege-Sitzventil ist nicht dafür vor
gesehen, um einen zum hydraulischen Verbraucher hinfließenden
oder vom hydraulischen Verbraucher wegfließenden Ölstrom zu
drosseln. Dazu hat man bisher ein stromauf des Sitzventils ange
ordnetes Schieberwegeventil als Proportional-Wegeventil aus ge
bildet. Denkbar ist es jedoch auch, als Schieberwegeventil ein
Schaltventil zu verwenden und ein zusätzliches Ventil vorzuse
hen, mit dem eine Drossel in Reihe zum Sitzventil geschaltet
werden kann.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für eine hydraulische
Anlage mit einem hydraulischen Verbraucher und einem vorgesteu
erten 2/2-Wege-Sitzventil, das zur leckölfreien Absperrung des
hydraulischen Verbrauchers verwendet wird, eine Möglichkeit an
zugeben, wie der Verbraucher auf kostengünstige Weise außer mit
einer großen Geschwindigkeit, also bei großem Ölstrom, auch mit
einer kleinen Geschwindigkeit, also bei gedrosseltem Ölstrom,
bewegt werden kann.
Diese Aufgabe wird gemäß Anspruch 1 im Prinzip dadurch gelöst,
daß man bei auf dem Hauptventilsitz aufsitzenden Hauptkegel des
vorgesteuerten 2/2-Wege-Sitzventils einen gedrosselten Fluid
strom über den Vorsteuersitz und den Vorsteuerkegel erzeugt. Für
einen gedrosselten Fluidstrom von der ersten Ventilkammer des
vorgesteuerten 2/2-Wege-Sitzventils in die zweite Ventilkammer
sind dabei wenigsten dann keinerlei Veränderungen an dem bekann
ten Sitzventil notwendig, wenn man jeweils ausgehend von einem
geschlossenen Ventil einen gedrosselten Ölstrom erzeugen will.
Bei dem bekannten Sitzventil ist die Steuerkammer für den Haupt
kegel über einen zweiten Steuerkanal dauernd mit der zweiten
Ventilkammer verbunden. Ein erster Steuerkanal zwischen der er
sten Ventilkammer und der Steuerkammer kann vom Vorsteuerkegel
geöffnet und verschlossen werden. Um eine Fluidströmung über den
Hauptkegel von der zweiten Ventilkammer in die erste Ventilkam
mer zu ermöglichen, ist der Öffnungsquerschnitt des ersten Steu
erkanals durch Abheben des Vorsteuerkegels vom Vorsteuersitz we
sentlich größer als der feste Öffnungsquerschnitt des zweiten
Steuerkanals zu machen. Dadurch sinkt der Druck in der Steuer
kammer auf den Druck in der ersten Ventilkammer ab und der Druck
in der zweiten Ventilkammer kann an einer Ringfläche des Haupt
kegels eine Kraft in Öffnungsrichtung des Hauptkegels erzeugen.
Einen gedrosselten Fluidstrom von der ersten Ventilkammer in die
zweite Ventilkammer erhält man nun ohne weiteres dadurch, daß
der erste Steuerkanal durch Abheben des Vorsteuerkegels vom Vor
steuersitz weit geöffnet wird. Dann herrscht in der Steuerkammer
derselbe Druck wie in der ersten Ventilkammer, die in diesem
Fall natürlich an eine Druckquelle angeschlossen ist, so daß der
Hauptkegel nicht öffnet. Ein gedrosselter Fluidstrom fließt von
der ersten Ventilkammer über den ersten Steuerkanal und den
zweiten Steuerkanal in die zweite Fluidkammer.
Wenn im folgenden davon die Rede ist, daß der Öffnungsquer
schnitt des ersten Steuerkanals kleiner oder größer ist als der
Öffnungsquerschnitt des zweiten Steuerkanals, so ist dies in
zweierlei Hinsicht nicht unbedingt wörtlich zu verstehen. Zum
einen sind für den Druck im Steuerraum die Durchflußwiderstände
des ersten und zweiten Steuerkanals maßgeblich. Und zum zweiten
soll "kleiner" oder "größer" nur andeuten, daß der Druck in der
Steuerkammer von solcher Höhe ist, daß der Hauptkegel die ge
schlossene oder offene Position einnimmt. Im allgemeinen aber
wird die Angabe "kleiner" oder "größer" für das Verhältnis der
Öffnungsquerschnitte und der Durchflußwiderstände auch wörtlich
genommen richtig sein.
Gemäß Anspruch 2 wird auch ein gedrosselter Fluidstrom von der
zweiten Ventilkammer in die erste Ventilkammer vorteilhafter
weise nicht durch ein geringes Abheben des Hauptkegels vom
Hauptventilsitz, sondern ebenfalls über die Vorsteuerung erhal
ten. Dazu wird der Vorsteuerkegel nur soweit vom Vorsteuersitz
in eine Zwischenstellung abgehoben, daß der Öffnungsquerschnitt
des zweiten Steuerkanals größer als der Öffnungsquerschnitt des
ersten Steuerkanals ist.
Vorteilhafterweise wird dazu das bekannte vorgesteuerte 2/2-
Wege-Sitzventil gemäß Anspruch 3 ausgebildet. Danach ist der
Öffnungsquerschnitt des zweiten Steuerkanals durch den Vorsteu
erkegel veränderbar und der Vorsteuerkegel in eine Zwischenstel
lung verstellbar, in der der Öffnungsquerschnitt des zweiten
Steuerkanals größer als der Öffnungsquerschnitt des ersten Steu
erkanals ist. In der Zwischenstellung des Vorsteuerkegels
herrscht demnach in der Steuerkammer des Hauptkegels ein Druck,
der höher ist als der Druck in der ersten Ventilkammer, vorzugs
weise ungefähr gleich dem Druck in der zweiten Ventilkammer ist.
Die erste Ventilkammer ist bei einem von der zweiten Ventilkam
mer zu ihr hingerichteten Fluidstrom mit einer Drucksenke ver
bunden, so daß in der Zwischenstellung des Vorsteuerkegels der
Hauptkegel geschlossen bleibt. Ein gedrosselter Ölstrom fließt
von der zweiten Ventilkammer über den zweiten Steuerkanal und
den ersten Steuerkanal zur ersten Ventilkammer.
In Anspruch 4 ist noch einmal angegeben, daß es, um ein vorge
steuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach dem Verfahren gemäß Anspruch
1 zu betreiben, besonders vorteilhaft ist, wenn in einer Stel
lung des Vorsteuerkegels, in die dieser zum Öffnen des Hauptke
gels bei einer von der zweiten Ventilkammer zur ersten Ventil
kammer gerichteten Fluidströmung verstellt wird, der Öffnungs
querschnitt des zweiten Steuerkanals kleiner als der Öffnungs
querschnitt des ersten Steuerkanals und größer Null ist. Dann
kann nämlich der Vorsteuerkegel in dieselbe Stellung gebracht
werden, um den gedrosselten Ölstrom von der ersten Ventilkammer
in die zweite Ventilkammer zu erhalten. Wäre in der besagten
Stellung des Vorsteuerkegels der zweite Steuerkanal ganz ver
schlossen, sein Öffnungsquerschnitt also gleich Null, so wäre
eine zusätzliche Stellung für den Vorsteuerkegel notwendig.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen eines vorgesteuerten 2/2-
Wege-Sitzventils, das nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2
betrieben werden kann, kann man den Ansprüchen 5 bis 17 entneh
men.
So erhält man durch eine Ausbildung gemäß Anspruch 5 auf beson
ders einfache Weise eine definierte Zwischenstellung des Vor
steuerkegels. Dieser wird gemäß dem genannten Anspruch zunächst
in jeder Position von einer ersten Feder in Richtung "Schließen"
des ersten Steuerkanals belastet. Eine zweite Feder ist an einem
Anschlag abstützbar, relativ zu dem der Vorsteuerkegel von einer
Stellung, in der der erste Steuerkanal geschlossen ist, bis zur
Zwischenstellung ohne Mitnahme der zweiten Feder und darüber
hinaus unter Mitnahme der zweiten Feder bewegbar ist. Die Vor
spannkraft der zweiten Feder ist, schon wenn diese sich am An
schlag abstützt, größer als eine zum Öffnen des ersten Steuerka
nals und zum Bewegen des Vorsteuerkegels in die Zwischenstellung
maximal notwendige äußere Kraft. Wird diese äußere Kraft z. B.
von einem Elektromagneten erzeugt, so wird, um den Vorsteuerke
gel von der Stellung, in der der erste Steuerkanal geschlossen
ist, in die Zwischenstellung zu bringen, der Elektromagnet
zunächst mit einem Strom beaufschlagt, der die Magnetkraft so
groß werden läßt, daß diese genügt, um den Vorsteuerkegel gegen
die Kraft der ersten Feder und gegen eine hydraulische Schließ
kraft in die Zwischenstellung zu bringen, daß sie jedoch nicht
genügt, um die Kraft der zweiten Feder zu überwinden. Wenn der
erste Steuerkanal ganz aufgemacht werden soll, wird der Elektro
magnet so hoch bestromt, daß die Magnetkraft die Kraft der zwei
ten Feder überwinden kann.
Es ist denkbar, einen gedrosselten Ölstrom von der ersten zur
zweiten Ventilkammer ausgehend von einem geschlossenen Hauptke
gel oder ausgehend von einem offenen Hauptkegel, der geschlossen
wird, zu erzeugen. Für letzteren Fall ist es günstig, wenn gemäß
Anspruch 8 der Weg des Vorsteuerkegels in Öffnungsrichtung rela
tiv zum Hauptkegel durch einen sich am Hauptkegel befindlichen
und somit die Bewegungen des Hauptkegels mitmachenden Endan
schlag begrenzt ist.
Gemäß Anspruch 10 besitzt der Vorsteuerkolben vorteilhafterweise
einen Schieberabschnitt, mit dem der Öffnungsquerschnitt des
zweiten Steuerkanals veränderbar ist. Wie dies besonders günstig
geschieht, ist in den Ansprüchen 11 und 12 enthalten.
Die Weiterbildung gemäß Anspruch 13 ist günstig im Hinblick auf
eine lange Führung des Vorsteuerkegels und im Hinblick auf einen
durch die Federn und eventuell vorhandene Federteller nicht be
hinderten Fluidstrom durch die Vorsteuerung.
Zwei Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen vorgesteuerten
2/2-Wege-Sitzventils sowie zwei Möglichkeiten der Anordnung zu
sammen mit einem hydraulischen Verbraucher sowie mit einem Mehr
wege-Schaltventil sind in den Zeichnungen dargestellt. Anhand
dieser Zeichnungen wird die Erfindung nun näher erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 einen Axialschnitt durch das erste Ausführungsbeispiel,
Fig. 2 einen Axialschnitt durch das zweite Ausführungsbeispiel
mit einem sich am Hauptkegel befindlichen Endanschlag
für den Vorsteuerkegel,
Fig. 3 eine Schaltanordnung mit einem der Ausführungsbeispiele
und einem einseitigwirkenden Verbraucher und
Fig. 4 eine zweite Schaltung mit einem der Ausführungsbeispiele
und einem doppeltwirkenden hydraulischen Verbraucher.
Das vorgesteuerte 2/2-Wege-Sitzventil 9 nach Fig. 1 ist als so
genanntes Einbauventil ausgebildet, das in eine Aufnahmebohrung
10 einer Ventilplatte 11 eingeschraubt ist. Das Ventil ist mit
Hilfe eines Elektromagneten 12 betätigbar, von dem in der Figur
nur ein Polkern 13 teilweise dargestellt ist. Dieser Polkern be
sitzt einen der Ventilplatte 11 zugewandten Bund 14, der mit ei
nem Außengewinde 15 in einen mit einem Innengewinde 19 verse
henen hinteren Abschnitt 16 der Aufnahmebohrung 10 eingeschraubt
ist. Im Abstand zu seiner freien Stirnseite 17 ist der Bund 14
auch mit einem Innengewinde 18 versehen.
Über den Bund 14 des Elektromagneten 12 steht eine Ventilhülse
25 vor, die mit einem Außengewinde 26 bis zu einem axialen An
schlag am Polkern 13 in das Innengewinde 18 des Bundes 14 einge
schraubt ist. In zwei äußeren Ringnuten 27 und 28, von denen
sich die eine innerhalb des Bundes 14 vor dessen Innengewinde 18
und die andere im Abstand vom Bund 14 im Bereich des vorderen
Endes 29 der Ventilhülse 25 befindet, sind zwei O-Ringe 30 ein
gelegt, von denen der O-Ring in der Ringnut 27 am Bund 14 und
der O-Ring in der Nut 28 an der Wand der Bohrung 10 anliegt.
Zwischen den beiden Ringnuten 27 und 28 ist in die Ventilhülse
25 außen ein Ringkanal 31 eingestochen, der über mehrere,
gleichmäßig über den Umfang der Ventilhülse 25 verteilte Radial
bohrungen 32 zum Innenraum 33 der Ventilhülse 25 hin offen ist.
Axial vor den Radialbohrungen 32 zwischen diesen und dem vorde
ren Ende 29 der Ventilhülse 25 ist durch eine kegelige Verjün
gung des Innenraums 33 an der Ventilhülse 25 ein Hauptventilsitz
34 ausgebildet. Von der kegeligen Verjüngung aus hat die Ventil
hülse 25 bis zu ihrem polkernseitigen Ende 35 einen gleichblei
benden Innendurchmesser.
Axial in die Aufnahmebohrung 10 mündet ein erster Kanal 40 der
Ventilplatte 11. Ein zweiter Kanal 41 der Ventilplatte 11 mündet
im Bereich des Ringkanals 31 der Ventilhülse 25 in die Aufnahme
bohrung 10. Der Ö-Ring 30 in der Ringnut 28 der Ventilhülse 25
dichtet die beiden Kanäle 40 und 41 auf der Außenseite der Ven
tilhülse gegeneinander ab.
Eine Verbindung zwischen den beiden Kanälen 40 und 41 ist über
den Innenraum 33 der Ventilhülse 25 möglich. Sie wird richtungs
abhängig gesteuert von einem büchsenartigen, mit einem Boden 54
versehenen Hauptkegel 42, der beweglich im Innenraum 33 der Ven
tilhülse 25 aufgenommen ist und an dem man außen im wesentlichen
drei Abschnitte unterscheiden kann. Mit einem ersten Abschnitt
43 ist der Hauptkegel 42 hinter den Radialbohrungen 32 dicht
gleitend in der Ventilhülse 25 geführt. In dem sich an den er
sten Abschnitt 43 zum Ventilsitz 34 hin anschließenden, zweiten
Abschnitt 44 besitzt der Hauptkegel 42 einen kleineren Außen
durchmesser als im Bereich des Abschnitts 43 und als der Innen
raum 33 der Ventilhülse 25, so daß zwischen dieser und dem
Hauptkegel ein Ringraum 45 gebildet ist, der im folgenden als
zweite Ventilkammer bezeichnet sein möge. Schließlich folgt dem
zweiten Abschnitt 44 im Bereich des Bodens 54 ein kegeliger Ab
schnitt 46, von dem die Bezeichnung Hauptkegel für das Teil 42
abgeleitet ist und mit dem der Hauptkegel 42 dicht auf der Sitz
kante des Ventilsitzes 34 aufsitzen kann. Der Bereich des Innen
raums 33 der Ventilhülse 25, der sich vor dem Boden 54 des
Hauptkegels 42 befindet, möge im folgenden als erste Ventilkam
mer 47 bezeichnet werden.
Durch den sich im Bereich des Ventilsitzes 34 befindlichen Boden
54 des Hauptkegels 42 führt eine kleine axiale Bohrung, die im
folgenden als erster Steuerkanal 48 bezeichnet wird, von der er
sten Ventilkammer 47 in den Hohlraum 49 des Hauptkegels 42. Die
ser weist außerdem im Abstand zum Hauptventilsitz 34 im Bereich
der Radialbohrungen 32 der Ventilhülse 25 mehrere Radialbohrun
gen 50 auf, die innen in einen umlaufenden Ringkanal 51 des
Hauptkegels 42 münden. Einen noch etwas größeren Abstand vom
Hauptventilsitz 34 hat eine einzelne separate kleine Radialboh
rung 52, die noch innerhalb des zweiten Abschnitts 44 durch den
Hauptkegel 42 hindurchgeht.
Innen besitzt der Hauptkegel 42 im wesentlichen zwei verschie
dene Durchmesser, nämlich einen größeren Durchmesser im Bereich
des ersten Abschnitts 43 und einen kleineren Durchmesser im Be
reich des zweiten Abschnitts 44. Der Übergang zwischen den bei
den Durchmessern geschieht in einer Innenschulter 53.
Im Inneren des Hauptkegels 42 befindet sich ein Vorsteuerkegel
60, der aus zwei Teilen, nämlich einem Kegelteil 61 und einem
Schieberteil 62 besteht. Letzteres ist mit einer durchgehenden
Axialbohrung 63 versehen, in der zu beiden Enden des Schieber
teils 62 hin jeweils eine Schulter 64 bzw. 65 ausgebildet ist.
Das Kegelteil erstreckt sich mit einem Stößel 66, dessen Durch
messer wesentlich kleiner als der Durchmesser der Axialbohrung
63 ist, durch das Schieberteil 62 hindurch bis in den Elektroma
gneten 12 hinein und ist dort mit einem nicht näher dargestell
ten Magnetanker fest verbunden. Mit einem Kegel 67 kann das Ke
gelteil 61 auf dem als Vorsteuersitz 59 dienenden Rand des er
sten Steuerkanals 48 aufsitzen und diesen leckölfrei verschlie
ßen. Ein Flansch 68 zwischen dem Kegel 67 und dem Stößel 66 kann
an der Schulter 64 des Schieberteils 62 anliegen.
Das Schieberteil 62 des Vorsteuerkegels 60 ist mit einem Kolben
abschnitt 69 dicht gleitend im Abschnitt 44 des Hauptkegels 62
geführt und besitzt in einem sich zum Kegel 67 hin an den Ab
schnitt 69 anschließenden Hals 70 einen Abstand von der Innen
seite des Hauptkegels 42. Im Kolbenabschnitt 69 befinden sich
mehrere Radialbohrungen 71, die außen in einen um den Kolbenab
schnitt 69 herumlaufenden und kreisförmige Steuerkanten aufwei
senden Ringkanal 72 münden. Der Ringkanal 72 kann mit dem Ring
kanal 51 und mit der Bohrung 52 im Hauptkegel 42 mehr oder weni
ger in Überdeckung gebracht werden, um dadurch den Öffnungsquer
schnitt der Verbindung zwischen der zweiten Ventilkammer 45 und
einer rückwärtigen Steuerkammer 73 des Hauptkegels 42 zu verän
dern. Die Radialbohrungen 50, der Ringkanal 51 und die Bohrung
52 im Hauptkegel 42 können als Steuerkanal zwischen der Ventil
kammer 45 und der Steuerkammer 73 betrachtet werden. Über wei
tere Radialbohrungen 74 im Hals 70 des Schieberteils 62 ist .die
Axialbohrung 63 mit dem sich vor dem Kolbenabschnitt 69 befind
lichen Zwischenraum zwischen dem Hauptkegel 42 und dem Vorsteu
erkegel 60 verbunden.
Hinter dem Vorsteuerkegel 60 sind im Hauptkegel 42 konzentrisch
zueinander und den Stößel 66 umgebend zwei Druckfedern 80 und 81
untergebracht, die sich nach hinten an einem gemeinsamen Feder
teller 82 abstützen, der von den Druckfedern gegen einen als fe
ster Anschlag des Hauptkegels 42 wirkenden und in diesen einge
klippsten Sicherungsring 83 gedrückt wird. Die innere Druckfeder
80 ist relativ schwach vorgespannt und hat lediglich die Funk
tion, für eine bestimmte Ruhelage des Vorsteuerkegels 60 zu sor
gen. Sie stützt sich außer am Federteller 82 immer an der Schul
ter 65 des Vorsteuerkegels ab. Während somit das eine Ende der
Druckfeder 80 jeder Bewegung des Vorsteuerkegels folgt, kann
sich die Druckfeder 81 nur begrenzt entspannen. Sie stützt sich
nämlich nach vorne an einem Federteller 84 ab, dessen Weg durch
die Schulter 53 am Hauptkegel 42 begrenzt ist. Schon bei an der
Schulter 53 anliegendem Federteller 84 ist die Druckfeder 81 re
lativ stark vorgespannt.
Durch die nicht näher dargestellte Wicklung des Elektromagneten
12 kann man z. B. mit Hilfe eines Potentiometers oder durch eine
Pulsweitenmodulation zwei Ströme von unterschiedlicher effekti
ver Stärke hindurchfließen lassen und dadurch verschieden große
Magnetkräfte erzeugen.
In der in Fig. 1 gezeigten Ruhelage des Ventils sitzen der
Hauptkegel 42 auf dem Hauptventilsitz 34 und der Vorsteuerkegel
60 auf dem Vorsteuersitz 59 auf. Das Schieberteil 62, von dem
der Federteller 84 mitgenommen werden kann, hat einen Abstand
von diesem Federteller. In der zweiten Ventilkammer 45 und in
der Steuerkammer 73 herrscht der Druck, der von einer einen an
den Kanal 41 der Ventilplatte 11 angeschlossenen hydraulischen
Verbraucher beaufschlagenden Last erzeugt wird. Wird nun die er
ste Ventilkammer 47 von einer Druckquelle her mit Druck beauf
schlagt, so steigt dieser Druck soweit über den Lastdruck an,
daß der Hauptkegel 42 gegen die Kraft einer schwachen Schließfe
der 85 sowie gegen den Lastdruck, soweit der Hauptkegel 42 gegen
diesen nicht druckausgeglichen ist, vom Hauptventilsitz 34 abge
hoben wird. Es kann nun ein großer Fluidstrom von der ersten
Ventilkammer durch den Hauptventilsitz zur zweiten Ventilkammer
fließen.
Um einen gedrosselten Ölstrom von der ersten Ventilkammer 47 zur
zweiten Ventilkammer 45 zu erhalten, wird durch den Elektroma
gneten ein elektrischer Strom großer Stärke geschickt. Der Ma
gnet hebt den Vorsteuerkegel 60 gegen die Kräfte der Federn 80
und 81 vom Vorsteuersitz 59 ab, wobei bis zur Mitnahme des Fe
dertellers 84 nur die Druckfeder 80 wirksam ist und wobei die
Abhebebewegung zunächst durch eine Druckdifferenz zwischen der
ersten Ventilkammer 47 und der Steuerkammer 73 unterstützt wird.
Durch einen nicht näher dargestellten Anschlag im Elektromagne
ten wird die Bewegung des Vorsteuerkegels so begrenzt, daß der
Kolbenabschnitt 69 den Ringkanal 51 im Hauptkegel 42 vollständig
abdeckt, die Bohrung 52 jedoch noch freiläßt. Der Öffnungsquer
schnitt des ersten Steuerkanals 48 ist nun wesentlich größer als
der durch die Bohrung 52 bestimmte Öffnungsquerschnitt des zwei
ten Steuerkanals, so daß in der Steuerkammer 73 annähernd der
selbe Druck wie in der ersten Ventilkammer 47 herrscht und der
Hauptkegel 42 auf dem Hauptventilsitz 34 sitzenbleibt. Es fließt
nun ein Ölstrom durch den ersten Steuerkanal 48, die Radialboh
rungen 74, die Axialbohrung 63, die Radialbohrungen 71 und den
Ringkanal 72 des Vorsteuerkegels 60 sowie durch die Bohrung 52
des Hauptkegels 42 in die zweite Ventilkammer 45 und von dort
zum hydraulischen Verbraucher.
Zum Rückfluß vom Öl vom hydraulischen Verbraucher wird die erste
Ventilkammer 47 mit einem Tank verbunden. Wird nun ein hoher
Strom durch den Elektromagneten geschickt, so nimmt der Vorsteu
erkegel die gerade eben geschilderte Position ein, in der der
Öffnungsquerschnitt des ersten Steuerkanals 48 zwischen der er
sten Ventilkammer 47 und der Steuerkammer 73 wesentlich größer
ist als der Öffnungsquerschnitt des zweiten Steuerkanals zwi
schen der zweiten Ventilkammer 45 und der Steuerkammer 73. Diese
wird deshalb zum Tank entlastet. Der in der zweiten Ventilkammer
45 herrschende Lastdruck kann an einer Ringfläche des Hauptke
gels wirken, deren Innendurchmesser in etwa durch den Öffnungs
durchmesser des Hauptventilsitzes 34 und deren Außendurchmesser
durch den Außendurchmesser des Hauptkegels 42 im Bereich des Ab
schnitts 43 bestimmt sind, und den Hauptkegel vom Hauptventil
sitz abheben. Es fließt ein großer Ölstrom vom hydraulischen
Verbraucher zum Tank zurück.
Für einen gedrosselten Rückfluß von Öl wird-der Elektromagnet
mit einem Strom von solcher Höhe beaufschlagt, daß die Magnet
kraft ausreicht, um den Vorsteuerkegel 60 gegen die Kraft der
Druckfeder 80 und gegen den Lastdruck, der an einer Wirkfläche,
die dem Querschnitt des Vorsteuersitzes entspricht, angreift,
vom Vorsteuersitz abzuheben, daß sie jedoch nicht genügt, um den
Federteller 84 gegen die Kraft der Druckfeder 81 zu bewegen. Der
Vorsteuerkegel 60 bewegt sich deshalb nur soweit, bis das Schie
berteil 62 am Federteller 84 anschlägt. In dieser Position ist
der Öffnungsquerschnitt des ersten Steuerkanals 48 zwischen der
Ventilkammer 47 und der Steuerkammer 73 wesentlich kleiner als
der Öffnungsquerschnitt des zweiten Steuerkanals zwischen der
zweiten Ventilkammer 45 und der Steuerkammer 73. In dieser
bleibt deshalb der Lastdruck erhalten, so daß dieser den Haupt
kegel 42 an einer effektiven Wirkfläche, die dem Querschnitt des
Hauptventilsitzes 43 entspricht, in Richtung "Schließen" beauf
schlagt und den Hauptkegel 42 auf den Hauptventilsitz 34 hält.
Es fließt nun nur ein gedrosselter Ölstrom von der zweiten Ven
tilkammer über den zweiten Steuerkanal und den ersten Steuerka
nal zur ersten Ventilkammer.
Es bleibt noch ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß es sich bei
dem Elektromagneten nach Fig. 1 um einen druckdichten Magneten
handelt, so daß am Vorsteuerkegel 60 allenfalls eine nichtdruck
ausgeglichene Fläche von der Größe des Querschnitts der Bohrung
48 vorhanden ist.
Der Hauptkegel der Ausführung nach Fig. 2 unterscheidet sich
nur geringfügig von demjenigen der Ausführung nach Fig. 1. Er
besitzt wiederum drei, sich in axialer Richtung aneinanderan
schließende Abschnitte 43, 44 und 46 sowie mehrere Bohrungen 50,
die innen in einen Ringkanal 51 münden, sowie eine einzelne wei
tere Bohrung 52. Der Abschnitt 46 ist anders als bei der Ausfüh
rung nach Fig. 1 leicht konvex ausgebildet und beaufschlagt
nicht eine Kante, sondern eine kegelige Fläche des Ventilsitzes
34. In Richtung auf diesen ist der Hauptkegel 42 wiederum von
einer schwach vorgespannten Druckfeder 85 beaufschlagt, die zwi
schen dem Hauptkegel 42 und dem Polkern 13 des Elektromagneten
12 eingespannt ist.
Im Unterschied zu der Ausführung nach Fig. 1 befindet sich bei
derjenigen nach Fig. 2 der Ventilsitz 34 unmittelbar an der
Ventilplatte 11, die in einer Bohrung 10 unmittelbar den Haupt
kegel 42 aufnimmt. In die Bohrung 10 münden axial ein erster Ka
nal 40, der zugleich die erste Ventilkammer darstellt, und ra
dial ein zweiter Kanal 41. Die zweite Ventilkammer 45 wird wie
derum durch einen Ringraum gebildet, der sich nun zwischen dem
Hauptkegel 42 und der Ventilplatte 11 befindet und in den hinein
der zweite Kanal 41 offen ist.
Durch den sich im Bereich des Ventilsitzes 34 befindlichen Boden
54 des Hauptkegels 42 führt wiederum als erster Steuerkanal 48
eine kleine axiale Bohrung von der ersten Ventilkammer 47 in den
Hohlraum 49 des Hauptkegels 42. Im Inneren des Hauptkegels be
findet sich wiederum ein Vorsteuerkegel 60, der in seinem grund
sätzlichen Aufbau dem Vorsteuerkegel des Ausführungsbeispiels
nach Fig. 1 entspricht und Radialbohrungen 71 und 74, einen im
Bereich der Radialbohrungen 71 um ihn herumführenden Ringkanal 72
und eine Axialbohrung 63 aufweist. Ein Kegelteil 61, das auf
dem als Vorsteuersitz 59 dienenden Rand des ersten Steuerkanals
48 aufsitzen und diesen leckölfrei verschließen kann, ist ein
stückig mit dem Stößel 66 hergestellt. Allerdings ist nicht wie
bei der Ausführung nach Fig. 1 auch ein Flansch 68 einstückig
mit dem Kegelteil 61 und dem Stößel 66 ausgebildet. Der Flansch
ist vielmehr durch einen Sicherungsring 75 ersetzt, der in eine
Nut des Kegelteils 61 eingeklipst ist und an der Schulter 64 des
Schieberteils 62 des Vorsteuerkegels anliegen kann.
Genauso wie bei der Ausführung nach Fig. 1 sind auch bei derje
nigen nach Fig. 2 hinter dem Vorsteuerkegel 60 im Hauptkegel 42
konzentrisch zueinander und den Stößel 66 umgebend zwei Druckfe
dern 80 und 81 untergebracht, die sich nach hinten an einem ge
meinsamen Federteller 82 abstützen, der von den Druckfedern ge
gen einen als fester Anschlag des Hauptkegels 42 wirkenden und
in diesen eingeklipsten, diesmal runden Sicherungsring 83 ge
drückt wird. Die relativ schwache innere Druckfeder 80 stützt
sich außer am Federteller 82 immer an der Schulter 65 des Vor
steuerkegels ab. Für die andere Druckfeder ist ein zweiter Fe
derteller 84 vorhanden, dessen Weg nach vorne durch die Schulter
53 am Hauptkegel 42 begrenzt ist. Anders als bei der Ausführung
nach Fig. 1 ist der lichte Abstand zwischen den beiden Feder
tellern 82 und 84 nun so gering, daß der Weg des Vorsteuerkegels
vom Vorsteuerventilsitz 59 weg durch Anstoßen des Federtellers
84 an den Federteller 82, also durch den Sicherungsring 83 und
damit durch einen festen Endanschlag am Hauptkegel 42 begrenzt
ist. Wenn der Vorsteuerkegel 60 den Federteller 84 und dieser
wiederum den Federteller 82 berührt, ist die Position des Vor
steuerkegels der Position des Hauptkegels fest zugeordnet. Der
maximale Weg des Vorsteuerkegels relativ zum Hauptkegel vom Auf
sitzen auf dem Vorsteuerventilsitz 59 bis zur Beaufschlagung des
Endanschlags ist, wenn der Vorsteuerkegel auf dem Vorsteuerven
tilsitz aufsitzt, durch die lichten Abstände zwischen dem Vor
steuerkegel und dem Federteller 84 einerseits und zwischen dem
Federteller 84 und dem Federteller 82 andererseits bestimmt.
Für die Initiierung eines gedrosselten Ölstroms zwischen den
beiden Ventilkammern 45 und 47 sind vier Fallgestaltungen denk
bar. Im ersten Fall sitzt der Hauptkegel 42 auf dem Hauptventil
sitz 34 auf und es ist ein gedrosselter Ölstrom von der Ventil
kammer 47 zur Ventilkammer 45 gewünscht. Im zweiten Fall sitzt
der Hauptkegel 42 ebenfalls auf dem Hauptventilsitz 34 auf und
es ist ein gedrosselter Ölstrom von der Ventilkammer 45 in die
Ventilkammer 47 gewünscht. Im dritten Fall soll ebenfalls ein
gedrosselter Ölstrom von der Ventilkammer 45 in die Ventilkammer
47 erzeugt werden, wobei jedoch der Ausgangspunkt ein vom Haupt
ventilsitz 34 abgehobener Hauptkegel 42 ist. Im letzten Fall
schließlich ist der Hauptkegel 42 ebenfalls vom Hauptventilsitz
34 abgehoben und es soll ein gedrosselter Ölstrom von der Ven
tilkammer 47 in die Ventilkammer 45 erzeugt werden. Für die
Fälle zwei und drei funktionieren die beiden Ausführungsbei
spiele nach den Fig. 1 und 2 in gleicher Weise. Der Vorsteu
erkegel wird jeweils in eine Position gebracht, in der er den
Federteller 84 berührt, letzterer jedoch noch auf der Schulter
53 des Hauptkegels 42 aufliegt. Zwar nimmt im Fall drei bis zum
Schließen des Hauptkegels der Vorsteuerkegel und mit ihm der
Stößel 66 bezüglich der Platte 11 und den bezüglich der Platte
11 festen Teilen des Elektromagneten 12 zunächst eine andere Po
sition ein als im Fall zwei. Mit einem Proportionalmagneten, bei
dem die ausgeübte Kraft über einen Teil des Hubes allein vom
durch die Wicklungen fließenden Strom bestimmt ist, gelingt es
jedoch, einen Einfluß der unterschiedlichen Positionen des Vor
steuerkegels relativ zur Platte 11 auf die Kraft des Elektroma
gneten zu vermeiden.
In den Fällen eins und vier wird der Elektromagnet 12 jeweils so
stark erregt, daß der Vorsteuerkegel den Federteller 84 gegen
den Federteller 82 drückt, also am Endanschlag 83 des Hauptke
gels 42 anliegt. Ob nun, wie im Fall eins, der Hauptkegel auf
dem Hauptventilsitz 34 aufsitzt und darauf verharrt oder, wie im
Fall vier zunächst einen Abstand vom Hauptventilsitz 34 hat und
sich bis zum Aufsitzen auf dem Ventilsitz 34 bewegt, ist ohne
belang auf die relative Lage von Vorsteuerkegel 60 und Hauptke
gel 42 zueinander. Unabhängig von der Position des Hauptkegels
sind deshalb auch die Öffnungsquerschnitte des ersten Steuerka
nals 48 und des zweiten Steuerkanals 50, 51, 52. Unterschiedli
che Positionen des Vorsteuerkegels bezüglich der Platte 11 las
sen sich z. B. wiederum durch einen Proportionalmagneten ausglei
chen.
Die Fig. 3 zeigt ein erfindungsgemäßes 2/2-Wege-Sitzventil 9 im
Zusammenhang mit einem einfachwirkenden Hydraulikzylinder 90 und
einem 4/2-Wegeventil 91 sowie mit einer Hydropumpe 92 und einem
Tank 93. Das Wegeventil 91 nimmt unter der Wirkung eines Druck
feder eine Ruhestellung ein und kann von einem Elektromagneten
94 aus der Ruhestellung heraus in eine betätigte Stellung ge
bracht werden. In der Ruhestellung verbindet das Wegeventil 94
die erste Ventilkammer 47 des Ventils 9 und den Druckausgang der
Hydropumpe 92 mit dem Tank 93. Durch Betätigung des Ventils 9
kann der Kolben des Hydrozylinders 90 langsam oder schnell abge
lassen werden. In der betätigten Stellung des Wegeventils 91
verbindet dieses den Druckausgang der Pumpe 92 mit der ersten
Ventilkammer 47 des Ventils 9, so daß der Kolben des Zylinders
90, je nach dem, ob der Magnet 12 des Ventils 9 voll bestromt
oder nicht bestromt ist, langsam oder schnell angehoben wird.
Fig. 4 zeigt ein Wegeventil 9 zusammen mit einem doppeltwirken
den Hydrozylinder 95 und mit einem 4/3-Wegeventil 96. Mit der
zweiten Ventilkammer 45 des Ventils 9 ist der kolbenseitige
Druckraum des Hydrozylinders 95 verbunden, so daß mit Hilfe des
Ventils 9 die Kolbenstange des Zylinders 95 mit unterschiedli
chen Geschwindigkeiten ausgefahren sowie schnell und durch Ab
laufdrosselung auch langsam eingefahren werden kann.
Claims (17)
1. Verfahren zum Betreiben eines vorgesteuerten 2/2-Wege
Sitzventils (9) mit einem Hauptkegel (42), von dem eine erste
Ventilkammer (47) und eine zweite Ventilkammer (45) gegeneinan
der gegen eine von der zweiten Ventilkammer (45) zur ersten Ven
tilkammer (47) gerichtete Fluidströmung absperrbar sind und der
in Richtung auf einen Hauptventilsitz (34) von einem Druck be
aufschlagbar ist, der in einer Steuerkammer (73) herrscht, die
über einen zweiten Steuerkanal (50, 51, 52) mit dem in der zwei
ten Ventilkammer (45) herrschenden Druck beaufschlagbar ist, und
mit einem von einer äußeren Kraft beaufschlagbaren, auf einen
Vorsteuersitz (59) aufsetzbaren Vorsteuerkegel (60), von dem ein
die erste Ventilkammer (47) und die Steuerkammer (73) verbinden
der, erster Steuerkanal (48) absperrbar ist, gekennzeichnet
durch die Erzeugung eines Fluidstromes von der einen Ventilkam
mer (45, 47) in die andere Ventilkammer (47, 45) über die beiden
Steuerkanäle (48; 50, 51, 52) bei auf dem Hauptventilsitz (34)
aufsitzenden Hauptkegel (42).
2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Er
zeugung eines Fluidstromes von der zweiten Ventilkammer (45) zur
ersten Ventilkammer (47) über die beiden Steuerkanäle (48; 50,
51, 52) bei auf dem Hauptventilsitz (34) aufsitzenden Hauptkegel
(42).
3. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil zum Betreiben nach
dem Verfahren gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Öffnungsquerschnitt des zweiten Steuerkanals (50, 51, 52) durch
den Vorsteuerkegel (60) veränderbar ist und daß der Vorsteuerke
gel (60) in eine Zwischenstellung verstellbar ist, in der der
Öffnungsquerschnitt des zweiten Steuerkanals (50, 51, 52) größer
als der Öffnungsquerschnitt des ersten Steuerkanals (48) ist.
4. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach Anspruch 3 oder
zum Betreiben nach dem Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß in einer Stellung des Vorsteuerkegels (60), in
die dieser zum Öffnen des Hauptkegels (42) bei einer von der
zweiten Ventilkammer (45) zur ersten Ventilkammer (47) gerichte
ten Fluidströmung verstellt wird, der Öffnungsquerschnitt des
zweiten Steuerkanals (50, 51, 52) kleiner als der Öffnungsquer
schnitt des ersten Steuerkanals (48) und größer null ist.
5. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach Anspruch 3 oder
4, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorsteuerkegel (60) in jeder
Position von ersten Federmitteln (80) in Richtung Schließen des
ersten Steuerkanals (48) belastet ist, daß zweite Federmittel
(81) an einem Anschlag (53) abstützbar sind, relativ zu dem der
Vorsteuerkegel (60) von einer Stellung, in der der erste Steuer
kanal (48) geschlossen ist, bis zur Zwischenstellung ohne Mit
nahme der zweiten Federmittel (81) und darüber hinaus unter Mit
nahme der zweiten Federmittel (81) bewegbar ist, und daß die
Vorspannkraft der zweiten Federmittel (81), schon wenn sie sich
am Anschlag (53) abstützen, größer ist als eine zum Öffnen des
ersten Steuerkanals (48) und Bewegen des Vorsteuerkegels (60) in
die Zwischenstellung maximal notwendige äußere Kraft.
6. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach Anspruch 5, da
durch gekennzeichnet, daß sich der Anschlag (53), an dem die
zweiten Federmittel (81) abstützbar und von dem die zweiten Fe
dermittel (81) vom Vorsteuerkegel (60) abhebbar sind, am Haupt
kegel (42) befindet.
7. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach Anspruch 5 oder
6, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten Federmittel (80)
und/oder die zweiten Federmittel (81), von denen am einen Ende
der Vorsteuerkegel (60) belastbar ist, am anderen Ende am Haupt
kegel (42) abgestützt sind.
8. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach einem vorherge
henden Anspruch gekennzeichnet durch einen den Weg des Vorsteu
erkegels (60) relativ zum Hauptkegel (42) begrenzenden Endan
schlag (60) am Hauptkegel (42).
9. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach Anspruch 8, da
durch gekennzeichnet, daß sich die zweiten Federmittel (81) an
ihrem vom Vorsteuerkegel (60) mitnehmbaren Ende über einen Fe
derteller (84) am Hauptkegel (42) abstützen und daß der Endan
schlag (83) am Hauptkegel (42) vom Vorsteuerkegel (60) über den
Federteller (84) beaufschlagbar ist.
10. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach Anspruch 3 oder
nach Anspruch 3 und einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Vorsteuerkegel (60) einen Kolbenabschnitt (69)
aufweist, mit dem der Öffnungsquerschnitt des zweiten Steuerka
nals (50, 51, 52) veränderbar ist.
11. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Steuerkanal (50, 51, 52)
zwei axial voneinander beabstandete Durchgänge (50, 51; 52)
durch den Kolbenabschnitt des Vorsteuerkegels oder durch ein den
Vorsteuerkegel (60) am Kolbenabschnitt (69) führendes Bauteil
(42) aufweist, daß der zweite Durchgang durch eine einzelne
kleine Bohrung (52) gebildet wird und daß in einer Stellung des
Vorsteuerkegels (60), in der der Vorsteuerkegel (60) weiter als
in der Zwischenstellung von seinem Sitz entfernt ist, nur noch
die kleine Bohrung (52) offen ist.
12. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, daß eine den Vorsteuerkegel (60) umge
bende Hülse (42), die insbesondere durch den Hauptkegel (42) ge
bildet ist, mindestens eine Radialbohrung (50) sowie einen an
ihrer Innenseite umlaufenden Ringkanal (51) aufweist, in die die
Radialbohrung (50) mündet, und daß der Kolbenabschnitt (69) des
Vorsteuerkegels (60) eine ganz um ihn herumlaufende, kreisför
mige Steuerkante aufweist, mit der der Ringkanal (51) abdeckbar
ist.
13. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach Anspruch 10, 11
oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorsteuerkegel eine
zentrale Axialbohrung (63), die am dem Vorsteuersitz (59) abge
wandten Ende des Vorsteuerkegels (60) zur Steuerkammer (73) hin
offen ist, und eine oder mehrere in die Axialbohrung (63) mün
dende Radialbohrungen (71) aufweist, über die die Steuerkammer
(73) mit der zweiten Ventilkammer (45) verbindbar ist.
14. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach einem der An
sprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorsteuerke
gel (60) eine zentrale Axialbohrung (63), die am dem Vorsteuer
sitz (59) abgewandten Ende des Vorsteuerkegels (60) zur Steuer
kammer (73) hin offen ist, und eine oder mehrere in die Axial
bohrung (63) mündende Radialbohrungen (74) aufweist, die sich in
einem sich zum Vorsteuersitz (59) hin an den Kolbenabschnitt
(69) anschließenden Hals (70) des Vorsteuerkegels (60) befinden.
15. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach einem der An
sprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorsteuerke
gel (60) mehrstückig ein Kegelteil (61) und ein Schieberteil
(62) aufweist, das von eine Ruhelage des Vorsteuerkegels (60)
bestimmenden Federmitteln (80) gegen einen Flansch (68) des Ke
gelteils (61) gedrückt wird, und daß das Kegelteil (61) ein-
oder mehrstückig eine sich durch eine Axialbohrung (63) des
Schieberteils (62) hindurcherstreckende Stange (66) zur Übertra
gung einer äußeren Kraft umfaßt.
16. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, daß von den ersten Federmitteln (80) und
von den zweiten Federmitteln (81) das Schieberteil (62) beauf
schlagt bzw. beaufschlagbar ist.
17. Vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil nach einem vorherge
henden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß der Hauptkegel (42)
als Büchse mit einem dem Hauptventilsitz (34) zugekehrten und
den ersten Steuerkanal (48) und den Vorsteuersitz (59) aufwei
senden Boden (54) ausgebildet ist und in seinem Innern (49) den
Vorsteuerkegel (60) enthält.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19501662A DE19501662A1 (de) | 1994-10-15 | 1995-01-20 | Verfahren zum Betreiben eines vorgesteuerten 2/2-Wege-Sitzventils und vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil zur Durchführung des Verfahrens |
| PCT/EP1995/003524 WO1996012111A1 (de) | 1994-10-15 | 1995-09-08 | Verfahren zum betreiben eines vorgesteuerten 2/2-wege-sitzventils und vorgesteuertes 2/2-wege-sitzventil zur durchführung des verfahrens |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4436960 | 1994-10-15 | ||
| DE19501662A DE19501662A1 (de) | 1994-10-15 | 1995-01-20 | Verfahren zum Betreiben eines vorgesteuerten 2/2-Wege-Sitzventils und vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil zur Durchführung des Verfahrens |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19501662A1 true DE19501662A1 (de) | 1996-04-18 |
Family
ID=6530907
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19501662A Withdrawn DE19501662A1 (de) | 1994-10-15 | 1995-01-20 | Verfahren zum Betreiben eines vorgesteuerten 2/2-Wege-Sitzventils und vorgesteuertes 2/2-Wege-Sitzventil zur Durchführung des Verfahrens |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19501662A1 (de) |
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- 1995-01-20 DE DE19501662A patent/DE19501662A1/de not_active Withdrawn
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|---|---|---|---|
| OM8 | Search report available as to paragraph 43 lit. 1 sentence 1 patent law | ||
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
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| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |