DE19500691A1 - Elektrische Wanderwellenvorrichtung - Google Patents
Elektrische WanderwellenvorrichtungInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Applikation
elektrischer Felder in lebendes Gewebe oder andere Materialien, um darin
Zustandsänderungen zu stimulieren oder auszulösen.
Hochfrequente Wanderwellen der hier beschriebenen Art wurden bislang für 2
Anwendungsfälle genutzt:
- a) Zur individuellen Bewegung mikroskopisch kleiner Partikeln in Flüssigkeiten (MASUDA et al., IEEE Trans. Ind. Appl. 24, 217-222 (1988), HAGEDORN et al., Electrophoresis 13, 49-54 (1992))
- b) Zum Pumpen von Flüssigkeiten in Kanälen makroskopischer und vor allem mikroskopischer Dimensionen (MELCHER, Physics of Fluids 9, 1548-1555 (1966), FUHR et al., J. Microelectromech. Systems 1, 141-146 (1992)).
In beiden Fällen wurden sehr kleine, planare Mikrostrukturen (parallele
Elektrodenstreifen) mit phasenverschobenen Signalen mit dem Ziel der Bewegung
eines Festkörpers oder einer Flüssigkeit relativ zu der Elektrodenstruktur betrieben (vgl.
auch Patent PCT/DE 91/00840).
Dem Stand der Technik entspricht ebenfalls die Verwendung elektromagnetischer
Wellen zur gezielten Erwärmung und Polarisation von Geweben. Hierbei handelt es
sich um Wechselfelder periodischer oder aperiodischer Modulation, die über ihre
Wellenlänge und über die Art der Applikation ihre Wirkung in einer bestimmten Tiefe
eines Gewebes entfalten. Medizinisch-therapeutische Anwendungen sind
beispielsweise die Kurzwellentherapie oder Mikrowellen-Erwärmungssysteme (EDEL;
Fibel der Elektrodiagnostik und Elektrotherapie, Verlag Gesundheit GmbH Berlin,
1991). Nachteilig an diesen Prinzipien ist die in der Regel zum Körper zentral gerichtete
Einstrahlrichtung, die eine exakt flächige (2-dimensionale), ggf. auch der
Körperkrümmung folgende oder punktförmige oder Interferenzapplikation nur schwer
ermöglicht. Es sind bestenfalls frequenzabhängig oberflächennahe Schichten nicht und
in einer festlegbaren Tiefe liegende Gewebeabschnitte dafür selektiv bestrahlbar, so
daß dort Energie absorbiert und dissipiert wird. Immer handelt es sich jedoch um dm³
bis mm³ große Volumina.
Insbesondere in der medizinischen Therapie bei chronischen und entzündlichen
Prozessen oder nervösen Erscheinungen besteht ein wachsender Bedarf, elektrische
Feldenergie schadstofffrei und in definierter Form in räumlich stark begrenzte Gebiete
einzustrahlen. Das sind insbesondere auch oberflächennahe Bereiche des Körpers
oder auch Teile der abschließenden Hautschichten. Erforderlich ist eine Genauigkeit
im Bereich der Zellgrößen, jedoch über Körperflächen von µm² bis zu einigen dm².
Ein Bedarf besteht ebenfalls bei der Beeinflussung von technischen und chemischen
Verfestigungs- oder Verflüssigungsvorgängen an Grenzflächen, insbesondere bei
kosmetischen Schichten im hautnahen Bereich.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung anzugeben, mit
der hochfrequente elektrische Felder bis auf eine Genauigkeit im Mikrometer- und
Submikrometerbereich von der Oberfläche eines Organismus durch die
Zellschichten in das Körpergewebe (Mensch, Tier, Pflanze, technische
Materialien) eingekoppelt werden und ihre Energie in einer ebenfalls in seiner
Ausdehnung von Millimeter bis Mikrometer reichenden Schicht im Körper
absorbiert und umgesetzt wird (z. B. in Wärme, mechanischen Streß,
Nervenreizsignale etc.). Die Vorrichtung soll darüber hinaus schichtartige
Feldapplikation auch in Abhängigkeit von der Körperoberflächentopographie
erlauben und im Unterschied zu bisherigen Vorrichtungen zusätzlich zur
Tiefenwirkung eine laterale Feldkomponente (d. h. parallel zur Körperoberfläche)
besitzen.
Ebenfalls Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren anzugeben,
das der Beeinflussung oberflächennaher Materialzustände, insbesondere von
nicht-pathologischen Gewebezuständen, dient und insbesondere eine nicht
invasive, lokale Stimulierung von Gewebe ermöglicht. Das Verfahren soll die
Wundheilung beeinflussen und auf körpereigene oder körperfremde Zellen und
Gewebe, die zwischen die Elektrodenarrays und die Körper- bzw.
Gewebeoberfläche gebracht werden, stimulierend wirken.
Das Verfahren umfaßt ebenfalls die Beeinflussung des Phasenzustandes der
oberflächennahen Schichten von anorganischen, organischen oder
zusammengesetzten Phasen in Festkörpern oder Fluiden.
Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung gemäß den unabhängigen
Ansprüchen gelöst, indem einem Generator mindestens 3 phasenverschobene
Signale einer Frequenz im Hz- bis GHz-Bereich entnommen werden, die in
periodischer Folge an streifenförmig nebeneinander angeordnete Elektroden, die
auf einem starren oder flexiblen, isolierenden Trägermaterial ausgebildet wurden,
angelegt werden, so daß rasch wandernde elektrische Wellen über die
Elektrodenflächen streichen. Über die Größe und Geometrie der
Elektrodenflächen wird die zu behandelnde Körperfläche festgelegt, über die
Breite und Beabstandung der einzelnen Elektrodenstreifen die Eindringtiefe des
Feldes in die oberflächennahen Bereiche des Körpers bzw. Gewebes (ca. 3-
4fache des Abstandes zwischen benachbarten Elektroden). Flexible Träger mit
darauf befindlichen Elektroden werden genutzt, um Oberflächenkrümmungen
nachzuformen und ungeachtet der Körpertopographie eine konstante
Eindringtiefe der Felder zu gewährleisten. Zur Verbesserung oder Beeinflussung
der Feldeinkopplung als auch zur Haftvermittlung des Elektrodenträgers an die
Gewebeoberfläche kann ein dielektrischer Überzug auf die Gewebeoberfläche
und/oder die Elektrodenarrays aufgebracht werden (Gel, Creme, Folien etc.). Das
Elektrodenarray wird mit Hilfe von Zuführungskabeln an den Generator
angeschlossen. Typische Elektrodenabmessungen (z. B. Breite und Höhe der
Elektrodenstreifen) liegen im Submikrometer-, Mikrometer- und Millimeterbereich.
Entsprechend dieser Strukturierung variiert auch die Eindringtiefe der Felder in
etwa in diesen Größenbereichen.
Elektrodenarrays können ebenfalls in den Körper eingebracht oder implantiert
und/oder über Sender angesteuert werden.
Genutzt werden die lateral zur Einstrahlrichtung gerichtete Wirkung der
Wanderwellen, die über die Ausführung der Wanderwellenstrukturen festlegbare
Ausführungscharakteristik und Eindringtiefe des Feldes sowie die lokal stark
begrenzte räumliche Dissipation und Erwärmung im Gewebe.
Spezielle Ausführungen entsprechend den formulierten Ansprüchen sind planare
Elektrodenarrays, die entweder in der Geometrie des Trägers oder über den Verlauf der
Elektrodenstreifen an eine bestimmte Aufgabe angepaßt sind.
Fig. 1 zeigt im oberen Teil (links) einen runden Elektrodenträger (15), der einen
Durchmesser von etwa 15 mm aufweist. Auf die Oberflächen wurden ringförmige
Elektroden (11, 12, 13, 14) planar mit den Methoden der Halbleitertechnologie
prozessiert. Von den Ringelektroden gehen spindelförmige Elektroden (17) nach innen
ab, wo sie an einem Trägerdurchbruch (16) enden. Dort, wo sich die Elektroden
kreuzen, sind dünne Schichten auf die Ringelektroden zur Isolation aufgebracht. Bei
Anlegen von 4 Hochfrequenzsignalen an die Zuführungen (11, 12, 13, 14), die jeweils
um 90° phasenverschoben sind, entstehen im Elektrodenraum (17) zirkular wandernde
Wellen. Das Bild rechts oben zeigt den 4-Phasen-Generator (19c).
Im Bildteil rechts unten ist ein Ausschnitt aus einer Körperoberfläche (19b) gezeigt (z. B.
Hautschichten eines Menschen), auf dessen Oberfläche sich eine Warze o. ä. (19a)
befindet. Der Elektrodenträger (15) wird mit der Elektrodenseite auf die
Körperoberfläche gelegt, so daß die Warze durch die Öffnung (16) hindurchragt oder
zumindest unbedeckt ist. Zwischen den Elektrodenträger (15) und die Körperoberfläche
kann noch ein Dielektrikum (Creme, Flüssigkeit, Folie) als Koppler zum Übertragen des
Feldes angebracht werden. Der Vorteil der Wanderwellen ist es nun, daß die
elektrischen Felder in etwa soweit in das Gewebe eindringen, wie der Abstand von 4
benachbarten Elektrodenstreifen beträgt. In größerer Tiefe überlagern sich immer mehr
Elektrodensignale, so daß der Feldeinfluß schwindet. Da der Abstand der Elektroden
technisch sehr leicht im mm-Bereich, jedoch auch bis hinunter in den
Submikrometerbereich reduziert werden kann (bei etwa gleicher Breite der Elektroden),
kann auch die Eindringtiefe des Feldes in dieser Größenordnung und Genauigkeit
festgelegt werden. Die Wirkung dieser Felder ist komplex und läßt sich in physikalische
und physiologische Anteile zerlegen.
Aus physikalischer Sicht tritt bis zu einer Tiefe von etwa 2-8 Elektrodenabständen durch
Energiedissipation eine geringfügige, gut dosierbare Erwärmung um Bruchteile bis zu
maximal einigen °C auf. In einer Tiefe von ca. 2-4 Elektrodenabständen wird das
Gewebe derart elektrisch polarisiert, daß durch die Wanderwellen laterale,
mikromassageartige Kräfte auftreten. Die Kräfte sind jedoch viel zu klein, um Schäden
in dem Gewebe hervorzurufen. Durch Änderung der Richtung läßt sich auch die
Richtung dieser Kräfte umkehren. Bei geeigneter Beschaltung der Elektroden können
auch Wanderwellen aufeinander zu oder voneinander weg laufen. Aus physiologischer
Sicht tritt eine stimulierende Wirkung und sanfte Beeinflussung von
Stoffwechselvorgängen auf dem Zellniveau als auch eine Anregung in Gewebe
befindlicher Sensor- und Nervenzellen auf. Da die Schicht der Wirkungsentfaltung mit
der Genauigkeit einer Zellage festgelegt werden kann, wird der therapeutische und
prophylaktische Wert sichtbar. Empfehlenswerte Frequenzen und
Wandergeschwindigkeiten der Wellen liegen im kHz- bis GHz-Bereich bei Amplituden
von einigen mV bis zu 50 V, in der Regel einige Volt.
Fig. 2 (oben) zeigt 2 wanderwellenerzeugende Elektrodenarrays (26a, 26b), die über
die 4 Zuleitungen (21a, 22a, 23a, 24a und 21b, 22b, 23b, 24b) an einen HF-4-
Phasengenerator angeschlossen sind. Als Trägermaterial (25) fungiert eine dünne Folie
(z. B. Polyimid-Film). Die beiden Pfeile geben die möglichen Richtungen der
Wanderwellen an.
Das Schnittbild (unten) zeigt die Topographie einer Körperoberfläche (29b) mit einer
Erhöhung (29a), z. B. einem Wundverschluß. Über einen dielektrischen Koppler (28)
wird der Elektrodenträger (25) mit Hilfe eines Andruckblocks (27) an die Topographie
der Körperoberfläche angepaßt. Die Elektroden bleiben überall parallel zur
Körperoberfläche. Dadurch wird es möglich, die Wirkung der Wanderfelder trotz
Oberflächenkrümmung immer in der gleichen Tiefe des Gewebes zu entfalten
(gestrichelte Linie). Auch das kann wieder mit der Genauigkeit von bis zu einer oder
wenigen Zellagen erfolgen. In diesem Beispiel angestrebt ist eine Förderung der
Wundheilung.
Fig. 3 (oben) zeigt einen bandartigen flexiblen Elektrodenträger (35), der analog zu
den Fig. 1 und 2 über 4 Zuleitungen (31, 32, 33, 34) mit HF-Signalen gespeist wird.
Die Wanderwellen laufen folglich nach rechts oder links auf dem Band entlang.
Im Bild darunter ist die Anbringung am Arm (36) eines Patienten gezeigt. Entweder mit
oder ohne Koppler liegen die Elektroden um das Körperteil herum auf der Haut auf und
werden ggf. noch durch Andruck mit einem Gurt, einer Spannvorrichtung oder einem
Verband fixiert. Auf diese Weise lassen sich um den Arm oder um ein anderes
Körperteil herumlaufende Wanderfelder konstanter Eindringtiefe erzeugen. Zeitliche
oder periodische Wechsel der Wanderrichtung unterstützen die Wirkung oder rufen
besondere physiologische Reaktionen hervor.
Das Beispiel in Fig. 4 verdeutlicht eine Vorrichtungsausführung, bei der besonders
kleinflächige Bereiche am Körper eines Patienten (hier am Kopf dargestellt) mit
Wanderwellen behandelt werden. Auf einem Halbleiterchip (45a) von einigen 100 µm
bis zu einigen cm-Größe werden ringförmige oder auch streifenförmige Elektroden
(45b) geringer Dicke < µm) und sehr feiner Ausführung (Submikrometer- bis
Mikrometerbreite) in großer Zahl prozessiert. Die Anbringungsart kann somit sehr
genau bestimmten Körperpunkten angepaßt werden, beispielsweise solchen, wie sie
bei der Akupunktur oder Akupressur bereits genutzt werden. Über die Leitung (41, 42,
43, 44) wird ein HF-Generator analog zum Ausführungsbeispiel 1 angeschlossen.
Fig. 5 veranschaulicht einige mögliche Anbringungsarten wanderwellenerzeugender
Elektrodenträger am Körper des Menschen (58). Im einzelnen handelt es sich um
ringförmige (51), gurtartige (53), spiralige (52), bandartige (54), punktförmige (56) und
meanderartige (57) Befestigungen der Elektrodenträger. Auch die Elektrodenformen,
d. h. der Verlauf der Elektrodenstreifen kann diesen Geometrien folgen. Die
dargestellten Flächen können dabei vollständig oder auch partiell mit
Wanderwellenarrays besetzt sein. Es ist auch ein langzeitiger Einsatz mit einem
batteriebetriebenen, transportablen Generator möglich. Es ist ersichtlich, daß
bestimmte Pfade der Wanderwellenapplikation über die Bebänderung vorgegeben
werden können. Obwohl eine Wirkung der Wanderwellen in mikroskopischer Tiefe
abstimmbar liegt, kann auf diese Weise eine der Körperanatomie angepaßte
Applikation (z. B. den Körper aufwärts oder abwärts oder ringförmig umwandernd)
erfolgen. So lassen sich auch größere Körperflächen behandeln, ggf. Organe über die
Geometrie der Elektrodenflächen selektiv oder vollständig mit Wanderwellen
überstreichen.
In Fig. 6 ist eine Elektrodenoberfläche eines Trägers (65) gezeigt, die einige 100
Mikrometer, aber auch einige Dezimeter groß sein kann. Über vier Anschlüsse (61, 62,
63, 64) werden die Generatorsignale angeschlossen. Hervorzuheben an dieser
Ausführung ist, daß 2 verschiedene wanderwellenerzeugende Strukturen ganz
unterschiedlicher Dimensionierung vorliegen (66, 67). Entsprechend ist auch die
Eindringtiefe beim Auflegen auf ein Gewebe verschieden. Desweiteren ist die
Wanderrichtung des Feldes in beiden Elektrodenanordnungen unterschiedlich; (67)
aufwärts oder abwärts; (66) zentralgerichtet oder peripher verlaufend.
Das Beispiel zeigt, in welcher Weise Kombinationseffekte und räumliche wie zeitliche
Interferenzen der Wanderwellen ausgenutzt werden können. Zusätzlich variierbare
Größen sind die Frequenzen und die Amplituden der Generatorsignale.
In speziellen Fällen kann die Feldstärke, die im Gewebe erzeugt wird, auch so hoch
getrieben werden, daß es zu einer räumlich stark begrenzten Schädigung oder auch
Abtötung von Zellen oder Zellagen kommen kann.
Claims (30)
1. Vorrichtung zur Applikation elektrischer Wellen in Gewebe, Organe oder technische
Materialien dadurch gekennzeichnet, daß die elektrischen Wellen elektrische
Wanderwellen umfassen, die durch einen Frequenzgenerator zur Erzeugung
mehrphasiger Spannungssignale mit Frequenzen zwischen einigen Hz und GHz und
mindestens 3 streifenartig beabstandete, mit dem Frequenzgenerator verbundene
Elektrodenarrays gebildet werden.
2. Vorrichtung gemäß Aufgabe 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Amplituden der
Spannungssignale im Bereich von mV bis 50 V liegen.
3. Vorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Elektrodenarrays planar auf einem starren oder flexiblen
Trägermaterial ausgebildet sind, das auf dem Applikationsbereich des Gewebes oder
Organs mit oder ohne dielektrischen Koppler ortsfest fixierbar ist.
4. Vorrichtung zur Erzeugung und Applikation von hochfrequenten elektrischen
Wanderwellen in Geweben und Organen nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrodenarrays Elektrodenstreifen umfassen, die
parallel nebeneinander liegen und/oder wellenförmige, meanderförmige, zirkulare,
eckige oder sich in Mustern wiederholende Strukturen bilden.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet
daß die Elektrodenstreifen radial nach außen und/oder in Gruppen von mindestens 3
Elektroden an mindestens 3 Zuführungsleitungen angeschlossen sind.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet
daß die Elektroden mit den Methoden der Halbleiterstrukturierungstechnologie auf
einem starren Träger, insbesondere Glas oder Silizium, ausgebildet werden und mit
einer submikrometerdicken Isolierschicht, wie Siliziumoxid, Lack oder andere
dielektrische Schutzschichten, bedeckt sind.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet
daß die Elektroden auf einem flexiblen und/oder folienartigen Träger, z. B.
Polyimidschicht, der auch partiell durchsichtig sein kann, ausgebildet werden oder das
Trägermaterial an die Topographie des Körpers angepaßt wird und/oder später
aushärtet.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet
daß die Elektroden aus hochleitfähigen Materialien wie Gold, Platin, Titan, Kupfer,
Silber, Aluminium, Graphit, Wolfram oder Legierungen und Kompositionen daraus oder
dotierten Halbleiter bestehen und diese erhaben und/oder planar in eine Oberfläche
eingebettet sind.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet
daß die Elektrodenarrays entweder direkt auf die Gewebe- oder Körperoberfläche
aufgedrückt werden oder über einen Koppler, wie z. B. ein Gel, eine dielektrische Folie
oder eine Flüssigkeit oder eine Gas- oder Luftschicht, aufgebracht werden, über deren
Schichtdichte auch die Eindringtiefe der Felder beeinflußt wird.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß entsprechende Elektrodenarrays in ihrer Form irregulär sind
und/oder in Mustern auf die Gewebe- oder Körperoberfläche aufgebracht werden.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß verschiedene Elektrodenarrays gleichzeitig oder alternierend
oder in anderer zeitlicher Reihung zur Erzeugung gleich- oder verschieden schnell
wandernder elektrischer Feldwellen angesteuert werden.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Art der Ansteuerung verschiedener solcher Elektrodenarrays
an einem Körper mittels eines Computers gesteuert wird.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß Elektrodenarrays übereinander oder überlappend am Gewebe
oder dem Körper befestigt sind.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Elektrodenarrays aus modularen Systemen bestehen, die in
Ketten, Flächen, Netzwerken, Bändern oder anderen geometrischen Figuren oder
Verzweigungen auf der Gewebeoberfläche oder dem Körper befestigt werden.
15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Elektrodenarrays ultraminiaturisiert als Halbleiterchips
ausgebildet sind.
16. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Elektrodenarrays drahtlos mit einem Sender angesteuert
werden.
17. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Koppler ferner Riemen, Bänder, Klammern, Verbände,
Kleber, Creme oder sonstige mechanische Hilfsmittel umfaßt.
18. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß auf einem Elektrodenträger Wanderwellen unterschiedlicher
Wanderrichtung und/oder Wandergeschwindigkeit erzeugt werden.
19. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Generator und das Steuerteil in den Elektrodenträger
integriert oder in dessen unmittelbarer Nähe angebracht sind, so daß eine mobile, den
normalen Bewegungsgeschwindigkeiten der Organismen, insbesondere des Menschen,
angepaßte Applikationseinheit entsteht.
20. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Elektrodenträger in eine Oberfläche, z. B. eines Handschuhes
oder eines Massagekörpers, ein Stirnband, eine Kopfkappe, ein Körperfutteral, einen
Verband, Bekleidungsteile, Uhren, Brillen und ähnliches integriert sind und über dieses
Element in Oberflächenkontakt oder sonstigen engen Kontakt (auch über ein Fluid) mit
dem Körper gebracht wird, wobei dieses Element in der Massagetechnik übliche
Bewegungen ausführen kann.
21. Verfahren zur Beeinflussung von Materialzuständen, insbesondere von lebendem
Gewebe, insbesondere zur Stimulierung von Stoffwechselvorgängen oder/und Reizen
oder zur Behandlung von Gewebezuständen wie z. B. Warzen oder Leberflecken,
dadurch gekennzeichnet, daß in das Material oder Gewebe elektrische Wanderwellen
appliziert werden.
22. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe
temporär oder langzeitig örtlich stimuliert wird.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 21 und 22, dadurch gekennzeichnet, daß
die Aufnahme oder Abgabe von körpereigenen oder körperfremden Stoffen befördert
oder behindert werden.
24. Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß
über den Körper geschlossene Bandsysteme angebracht werden, über die um den
Körper oder Teile desselben, wie Beine, Arme, Kopf usw. umlaufende Wellen erzeugt
werden.
25. Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wanderwellen mit miniaturisierten oder ultraminiaturisierten Elektroden in der Nähe von
oder auf Sinnesorganen oder innerhalb des Körpers oder in und an Körperöffnungen,
vor allem aber auch am Kopf im Hirnbereich appliziert werden.
26. Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß die
Wanderwellen über drahtlos angesteuerte Elektroden in das Gewebe appliziert werden.
27. Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß
extrem immobilisierte Elektrodenarrays auf neuralgische Körperpunkte oder auch auf
Stellen gesetzt werden, wie sie aus der Akupunktur und/oder Akupressur bekannt sind
bzw. den Headschen Zonen entsprechen.
28. Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß die
Elektrodenarrays an dem Körper ganz oder teilweise in einer Flüssigkeit oder einem
Gel bzw. in Moorbädern betrieben werden.
29. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Wanderwellen an
technischen Oberflächen eingesetzt werden, um Phasenübergänge und/oder
Strukturierungsvorgänge auszulösen oder zu modifizieren.
30. Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß die
elektrodentragenden Träger in den Körper implantiert werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19500691A DE19500691A1 (de) | 1994-12-13 | 1995-01-12 | Elektrische Wanderwellenvorrichtung |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE9420735 | 1994-12-13 | ||
| DE19500691A DE19500691A1 (de) | 1994-12-13 | 1995-01-12 | Elektrische Wanderwellenvorrichtung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19500691A1 true DE19500691A1 (de) | 1996-06-20 |
Family
ID=6917930
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19500691A Ceased DE19500691A1 (de) | 1994-12-13 | 1995-01-12 | Elektrische Wanderwellenvorrichtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19500691A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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-
1995
- 1995-01-12 DE DE19500691A patent/DE19500691A1/de not_active Ceased
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8141 | Disposal/no request for examination | ||
| 8110 | Request for examination paragraph 44 | ||
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Owner name: FRAUNHOFER-GESELLSCHAFT ZUR FOERDERUNG DER ANGEWAN |
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