[go: up one dir, main page]

DE1720349A1 - Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Herstellen von hoehermolekularem Polyamid 6,6 - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Herstellen von hoehermolekularem Polyamid 6,6

Info

Publication number
DE1720349A1
DE1720349A1 DE19681720349 DE1720349A DE1720349A1 DE 1720349 A1 DE1720349 A1 DE 1720349A1 DE 19681720349 DE19681720349 DE 19681720349 DE 1720349 A DE1720349 A DE 1720349A DE 1720349 A1 DE1720349 A1 DE 1720349A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
screw
polyamide
molecular weight
degassing
screws
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DE19681720349
Other languages
English (en)
Inventor
Dipl-Ing Zettler Hans Dieter
Helmut Dr Doerfel
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
BASF SE
Original Assignee
BASF SE
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by BASF SE filed Critical BASF SE
Priority to CH246169A priority Critical patent/CH498891A/de
Priority to US800554A priority patent/US3657195A/en
Priority to FR6904201A priority patent/FR2002387A1/fr
Priority to NL6902687A priority patent/NL6902687A/xx
Priority to BE728686D priority patent/BE728686A/xx
Priority to AT177269A priority patent/AT285945B/de
Priority to GB9473/69A priority patent/GB1247949A/en
Priority to JP44012952A priority patent/JPS5015275B1/ja
Publication of DE1720349A1 publication Critical patent/DE1720349A1/de
Pending legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08GMACROMOLECULAR COMPOUNDS OBTAINED OTHERWISE THAN BY REACTIONS ONLY INVOLVING UNSATURATED CARBON-TO-CARBON BONDS
    • C08G69/00Macromolecular compounds obtained by reactions forming a carboxylic amide link in the main chain of the macromolecule
    • C08G69/02Polyamides derived from amino-carboxylic acids or from polyamines and polycarboxylic acids
    • C08G69/26Polyamides derived from amino-carboxylic acids or from polyamines and polycarboxylic acids derived from polyamines and polycarboxylic acids
    • C08G69/28Preparatory processes
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B01PHYSICAL OR CHEMICAL PROCESSES OR APPARATUS IN GENERAL
    • B01JCHEMICAL OR PHYSICAL PROCESSES, e.g. CATALYSIS OR COLLOID CHEMISTRY; THEIR RELEVANT APPARATUS
    • B01J19/00Chemical, physical or physico-chemical processes in general; Their relevant apparatus
    • B01J19/18Stationary reactors having moving elements inside
    • B01J19/20Stationary reactors having moving elements inside in the form of helices, e.g. screw reactors

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Polyamides (AREA)

Description

  • Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Herstellen von höhermolekularem Polyamid 6,6 Die Erfindung betrifft ein verbessertes Verfahren zum Herstellen von höhermolekularem Polyamid 6,6 durch kontinuierliches Weiterkondensieren - im folgenden als Nachkondensieren bezeichnet -von niedermolekularem Polyamid 6,6, wie es z.B. bei der Ublichen Druekkondensation des Salzes von Adipinsäure und Hexamethylendiamin erhalten wird in einem Schneckenreaktor. Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens, die aus einer selbstreinigenden scharf abkämmenden Schneckenmaschine besteht und die mit mindestens einer Entgasungsöffnung versehen ist. Ferner ist eine spezielle Anordnung der Entgasungs-Öffnung bzw.-örfnungen an der Schneckenmaschine sowie eine spezielle Ausgestaltung der Entgasungsöffnungen selbst Gegenstand der Erfindung.
  • Das kontinuierliche Nachkondensieren von niedermolekularen Poly- -amiden und insbesondere von Polyamid 6,6 in Schneckenmaschinen wurde im Prinzip zuerst in der US-Patentschrift 2 361 717 und in der britischen Patentschrift 674 954 beschrieben. Die nach dem dort beschriebenen Verfahren hergestellten Polyamidesind jedoch relativ niedermolekular.
  • Gemäß einem in der US-Patentschrift 3 040 005 beschriebenen Verfahren werden Polyamide zum Nachkondensieren in Schneckenmaschinen in einer Druckzone der Schneckenmaschine aufgeschmolzen und anschließend bei Temperaturen über 2900C im Vakuum oder im Inertgasstrom geknetet, wobei der Schneckenmaschine mindestens eine Energie von 0,4 kWh pro kg Polyamid zugeführt wird. Das Isolieren von festem niedermolekularem Polyamid 6,6 ist jedoch umständlich und das Wiederaufschmelzen mit thermischen Schädigungen des Polyamids verbunden, da es sich nicht völlig unter Ausschluß von Sauerstoff ausführen läßt. Nachteilig ist bei dem beschriebenen Verfahren weiterhin der relativ hohe Energieverbrauch zum Nachkondensieren sowie die hohen Reaktionstemperaturen, welche ebenfalls zu thermischen Schädigungen des Reaktionsprodukts führen können.
  • In der US-Patentschrift 3 257 173 ist ein Schneckenreaktor zum Nachkondensieren von Polyamiden beschrieben, der aus einer horizontal angeordneten einwelligen Schnecke besteht, deren Gehäuse einen ovalen Querschnitt besitzt und nur im unteren Teil die Schnecke mit geringem Abstand umschließt. Der obere Teil des Gehäuses ist fast über die ganze Länge der Schnecke als Entgasungsstrom ausgebildet. Nur unmittelbar am Produkteingang und Ausgang umschließt auch oben das Gehäuse die Schnecke in üblicher Weise.
  • Bei anderen bekannten Ausführungsformen von Schneckenmaschinen für den genannten Zweck umschließt das zylindrische Gehäuse zwar überall eng eine durchbrochene oder am Kern ausgparte einwellige Schnecke, Jedoch schaben solche Einwellenschnecken nur dieWande des Schneckengehäuses ab, nicht aber die relativ großen Flächen des Schneckenkörpers selbst. Hier kann sich daher das temperaturempfindliche Polyamid 6,6 ansetzen und verkracken, was bei der Verwendung solcher Vorrichtungen zum Nachkondensieren zu verfärbtem höhermolekularem Polyamid 6,6 mit unerwünschten gelartigen Anteilen führt.
  • Weitere einwellige Schneckenreaktoren zum kontinuierlichen Nachkondensieren von Polyamiden und Polyestern werden in den belgischen Patentschriften 635 059, 650 843 und in der holländischen Anmeldung 6 607 578 beschrieben. Auch diese Vorrichtungen weisen keine Selbstreinigung des Schneckenkörpers auf und haben daher für die Herstellung von höhermolekularem Polyamid 6,6 die geschilderten Nachteile.
  • Es wurde nun gefunden, daß man Polyamid 6,6 ohne die genannten Nachteile schonend nachkondensieren kann, wenn man niedermolekulares Polyamid 6,6 5 bis 45 Minuten, vorzugsweise 10 bis 30 Minuten bei 50 Torr bis 2 atü, vorzugsweise bei Atmosphärendruck, bei 265,2900cm vorzugsweise 270-2850C und einer Energieaufnahme über die Schnecken von 0,02 - 0,2, vorzugsweise 0,03 - 0,1 kWh pro kg Polyamid in einem selbstreinigenden scharf abkämmenden Schneckenreaktor, welcher mit mindestens einer Entgasungsöffnung zum Abführen von Wasserdampf versehen ist, erhitzt.
  • Nach einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens führt man dem erfindungsgemäß zu verwendenden Schneckenreaktor niedermolekulares geschmolzenes Polyamid 6,6 zusammen mit 1 - 10 Gew. Wasserdampf zu.
  • In diesem Falle besitzt der Schneckenreaktor mindestens zwei Entgasungsöffnungen, und zwar eine bevorzugt nahe beim Produkteingang und mindestens eine zweite bevorzugt im zweiten Drittel des Schneckengehäuses in Richtung Produktdurchlauf.
  • Gemäß der Erfindung werden als Schneckenreaktoren zum kontinuierlochen Herstellen von höhermolekularem Polyamid 6,6 bevorzugt die selbstreinigenden scharf abkämmenden Doppelschneckenmaschinen mit gleichsinnig drehenden Schneckenpaaren und Dichtprofil herangezogen, z. B. zwetwetlige Reaktionsschnecken vom Typ ZDS-R oder Hohlschnecken vom Typ ZHS von Werner & Pfleiderer. Geeignet sind auch die zweiwelligen Knetscheiben-Schneckenpressen vom Typ ZSK von Werner & Pfleiderer. Außerdem können andere selbstreinigende Schneckenreaktoren wie Buss-Ko-Kneter und Colombo-Zweiwellenschneckenmaschinen verwendet werden.
  • Die Gehäuse der selbstreinigenden Doppelschnecken sind vorteilhaft so gestaltet, daß mit Ausnahme der Entgasungsöffnungen möglichst weniger als 3 mm, vorzugsweise weniger als 1,5 mm Zwischenraum zwischen dem Gehäuse und den Schneckenkämmen bleibt, damit alle Stellen des Gehäuses gut abgeschabt werden.
  • Das Gehäuse der Schneckenreaktoren ist vorzugsweise mit mehr als 2 in gleichen Abständen über die Länge der Reaktionsschnecke verteilten Entgasungsöffnungen ausgerüstet.
  • Fig. 1, 2 und 3 zeigen schematisch wie die Entgasungsöffnungen an den mit gleichsinnig drehenden Schneckenpaaren versehenen, scharf abkämmenden Schneckenreaktoren angeordnet sind. wig. 1 stellt einen Querschnitt durch eine offene Entgasungsöffnung dar. Fig. 2 zeigt einen Querschnitt durch eine Entgasungsöffnung, die teilweise mit einer in der Höhe verstellbaren Abdeckplatte verschlossen ist.
  • Fig. 3 stellt einen Längsschnitt durch die in Fig. 2 wiedergegebene Entgasungsöffnung dar. Die dabei verwendeten Zahlenbezeichnungen haben im einzelnen folgende Bedeutung: 1 und 2 Extruderschnecken la bzw. 2a Schneckenkämme der Extruderschnecken 1 bzw, 2 Ib bzw. 2b Profil der Schnecken 1 bzw. 2 2c Schneckengänge von Schnecke 2 3 oberer Schnittpunkt der beiden Kreise, welche die Projektionen der beiden Schnecken (1 und 2) auf eine senkrecht zu den Schneckenachsen (11 und 12) durch die Entgasungsöffnung (4) gelegte Ebene ergibt 4 Entgasungsöffnung 5 Abdeckplatte 6 Profil der Unterseite der Abdeckplatte (5) 7 Länge der Abdeckplatte (5) und damit der Zone, in der der Abstand zwischen Schneckengehäuse (10) und Schnecke (2) variiert werden kann 8 entweichender Wasserdampf 9 spaltfdrmiger Raum zwischen Abdeckplatte (5) und Schnecke (2) 10 Gehäuse 11 bzw. 12 Achaen der Schnecken (1) bzw. (2) Als selbstreinigende Doppelschneckenreaktoren mit gleichsinnig drehenden Schneckenpaaren werden mit Vorteil Doppelschneckenextruder verwendet, wie in Rig. 1 schematisch dargestellt, modifiziert sind. Dabei sind die Entgasungsöffnungen (4) so über der sich -von oben gesehen - von dem von beiden Schnecken (1) und (2) gemeinsam überstrichenen Raum wegdrehenden Schnecke (2) so angeordnet, daß der obere Schnittpunkt (3) der beiden Kreise, welche die Projektionen der Schnecken (1) und (2) auf eine senkrecht zu den Schnecken achsen (11) und (12) durch die Entgasungsöffnung gelegte Ebene ergibt, nicht mehr unter der Entgasungsöffnung (4) liegt. Dies bringt den Vorteil, daß sich auf den Schneckenkämmen (la) und (2a) unter der Entgasungsöffnung (4) praktisch keine Polymerschmelze aufbauen kann. Polymerschmelze auf den Schneckenkämmen (la) und (2a) würde nämlich teilweise an die Wände der Entgasungsöffnungen (4) gelangen und von dort nur unzulänglich abgestreift werden, so daß die Selbstreinigung verschlechtert wird.
  • Insbesondere bei der Abtrennung von größeren Mengen Wasserdampf aus der Polymerschmelze ist es ferner vorteilhaft, die aus dem Schneckengehäuse (10) ausgesparten Entgasungsöffnungen (4) zu 30 bis 70 ß mit einer senkrecht zur Schneckenachse (12) verschiebbaren Platte (5) abzudecken, deren unteres Profil (6) dem Profil (2b) der Schnecke (2) entspricht.
  • Oeht nämlich das dicht an die Schnecke (2) anliegende Gehäuse (10) ohne Übergang in die Entgasungsöffnung (4) über, so besteht die Gefahr des Verspritzens von Polymerenschmelze durch den mit erheblicher Geschwindigkeit aus den Schneckengängen (2c) in die Entgasungsöffnungen (4) entweichenden Wasserdampf (8). In einer dazwischen geschalteten Zone (7), in der ein Abstand von Schnecke (2) und Schneckengehäuse, d.h. der in der rohe verstelltbaren Abdeckplatte (5) von 3 bis 20 mm beliebig eingestellt werden kann, tritt dagegen eine wirksame Entmischung der beiden Phasen ein. Der entweichende Wasserdampf (8) strömt mit regulierbarer relativ hoher Geschwindigkeit durch den nicht sehr weiten spaltförmigen Raum (9) und gewährleistet auch an dieser Stelle die Selbstreinigung der Maschine.
  • Der Abstand der Abdeckplatte (5) von den Schneckenkämmen (2a) wird so eingestellt, daß der entweichende Wasserdampf in dem sich bildenden Spalt (9) mit einer Geschwindigkeit von 2 bis 5 m/sec strömt.
  • Fig. 2 zeigt schematisch einen Querschnitt und Fig. 3 schematisch einen Längsschnitt durch eine derart ausgebildete Entgasungsöffnung.
  • Das Verfahren nach der Erfindung ist insbesondere auf die Erhöhung des Molekulargewichts von niedermolekularem Polyamid 6,6 abgestimmt, wie es z.B. beim Vorkondensieren des Salzes von Adipinsäure und Hexamethylendiamin in kontinuierlich oder diskontinuierlich arbeitenden Druckapparaturen bei Enddrucken des Wasserdampfs von mindestens 3 atü, vorzugsweise 4 bis 15 atü, erhalten wird. Besonders geeignet für das erfindungsgemäße Verfahren ist ein niedermolekulares Polyamid 6,6 mit einem X-Wert (nach H wikentscher, Cellulosechemie 13 (1932)58) von 30 bis 60, vorzugsweise 40 bis 55, mit einem Molverhältnis von Amino- zu Carboxylendgruppen von 0,5 bis 1,2, vorzugsweise 0,8 bis 1,1. nSdermolekulares Polyamid 6, 6, das von diesem Molverhältnis der Endgruppen abweicht, kann zwar auch nach dem erfindungsgemäßen Verfahren und in der erfindungsgemäßen Vorrichtung in hochmolekulares Polyamid 6,6 Ubergeführt werden, Jedoch werden dann längere Nachkondensationszeiten bentigt.
  • Die kontinuierliche Nachkondensation von Polyamid 6,6 nach dem Verfahren der Erfindung kann durch Anwendung von Unterdruck beschleunigt werden; Jedoch besteht hierbei leicht die Gefahr, daß durch nicht ganz dichte Maschinenteile Spuren Sauerstoff in die Polymerensohmelze eindringen und diese verfärben und schädigen. Außerdem strUmt der im Polymeren gelöste bzw. mitgeführte Wasserdampf bei Unterdruck mit größerer Geschwindigkeit aus und reßt dann leicht mehr Polymerenschmelze mit. Der Einfachheit und Betriebssicherheit wegen wird deshalb in Schneckenreaktoren, die keine druckdichten gegeneinander abgeschlossenen Verfahrens zonen besitzen, bevorzugt bei Normaldruck polykondensiert. Bei Normaldruck kann die Polykondensation in gewissen Grenzen durch Überleiten von Inertgas und die dadurch bedingteHerabsetzung des Wasserdampfpartialdrucks beschleunigt werden.
  • In Schneckenreaktoren, die in mehrere druckdicht gegeneinander abschließbare Verfahrenszonen unterteilt werden können, z. B. in zweiwellige Knetscheiben-S ohneckenpressen vom Typ ZSK von Werner & Pfleiderer, wird man vorteilhaft in der ersten Zone einen hUherenDru¢k einhalten, damit der mitgeführte Wasserdampf bei relativ geringer Strömungsgeschwindigkeit abgezogen werden kann, und in den daraufrolgenden Zonen die Reaktion bei Normaldruck, Unterdruck oder abgestuft abnehmenden Druck zu Ende fUhren.
  • Der besondere Vorteil des Verfahrens nach der Erfindung liegt darin, daß höhermolekulares Polyamid 6,6 unter schonenden Bedingungen in sich selbstreinigenden Schneckenreaktoren kontinuierlich hergestellt wird. Dadurch ist eine gleichmäßige gute Qualität des Endproduktes gewährleistet. Wegen der relativ geringen Verweilzeiten und des engen Verweilzeitspektrums in Verbindung mit der Selbstreinigung ist eine thermische Schädigung des Materials ausgeschlossen. Das Endprodukt enthält deshalb keine gelartigen oder verkrackten Anteile.
  • Es war überraschend, daß die Nachkondensation in den erfindungsgemäß verwendeten selbstreinigenden, scharf abkämmenden Doppelschneckenreaktoren mit Dichtprofil schon bei Normaldruck in realtiv kurzen Zeiten hochmolekulares Polyamid 6,6 ergibt, obwohl das Entgasen des Wasserdampfs aus dem Polyamid 6,6 in derartigen Doppel schnecken mit engem Spiel und Dichtprofil eher gehindert als gefördert wird. Im teilgefüllten Zustand kann sich nämlich in den einzelnen Schneckengängen ein Dampfdruck bilden, der über dem Normaldruck liegt, was die Nachkondensation verzögert.
  • Aus dem erfindungsgemäß hergestellten Polyamid 6,6 können Fasern, Formkörper, Folien, Halbzeug usw. nach den üblichen Verarbeitungs verfahren hergestellt werden. Kontinuierlich polykondensiertes Polyamid 6,6 läßt sich im Spritzguß leichter verarbeiten als das kontinuierlich hergestelltes Polyamid 6,6 von der gleichen Lösungsviskosität und ergibt Formkörper mit einer feineren sphärolithischen und besser geordneten Kristallstruktur als das letztere.
  • Die in den Beispielen genannten Teile und Prozente beziehen sich auf das Gewicht.
  • Beispiel 1 50 kgA geschmolzenes Polyamid 6,6 vom K-Wert 40-45, Molverhältnis von Aminoendgruppen zu Carboxylendgruppen 0,9-1,0, und 1,5 kg7h Wasserdampf werden bei einer Temperatur von 270t in den Einlaufstutzen einer auf 2800C geheizten sich selbstreinigenden zweiwelligen Reaktionsschnecke vom Typ ZHS (Werner & Pfleiderer) gefördert. Die genannte Reaktionsschnecke hat einen -Schneckendurchmesser von 130 mm, eine Ganghöhe von 20 mm, eine Gangsteigung von 25 mm und eine Länge von 3750 mm. Die Schnecken sind eingängig, drehen sich gleichsinnig, besitzen ein Dichtprofil und greifen so ineinander ein, daß sie sich beim Rotieren gegenseitig selbst reinigen. Schon in der ersten Zone der Doppelschnecke trennt sich Wasserdampf von der Polymerenachmelze ab und entweicht durch eine Entgasungsöffnung. Das niedermolekulare Polyamid 6,6 wird gleichmäßig in 15 bis 20 Minuten mit nur geringer Rückmischung vom Eingang zum Ausgang der Schneckenmaschine transportiert und dabei bei Normaldruck auf 2800C gehalten. Im dritten Viertel des Schneckengehäuses ist eine zweite Entgasungsöffnung angeordnet, durch welche das bei der Nachkondensation entstandene Wasser in Form von Wasserdampf abgeführt wird0 Durch Überleiten von Stickstoff wurde der Partialdruck des Wasserdampfs über dem Entgasungsstutzen auf 400-500 Torr erniedrigt. Bei einer Drehzahl von 25 Umdrehungen in der Minute wurde unter den genannten Bedingungen Polyamid 6,6 vom K-Wert 70-71 hergestellt. Der Füllgrad der Doppelschnecke betrug 56 %, der Förderwirkungsgrad 0,34. An Energie wurden 0,042 kWh pro kg hergestelltes Polyamid aufgewendet.
  • Das hergestellte Endprodukt ist farblos und kann zu Fäden mit guten Eigenschaften sowie zu Spritzgußprodukten verarbeitet werden.
  • Es läßt sich besser als diskontinuierlich hergestelltes Polyamid 6,6 vom gleichem K-Wert im Spritzguß verarbeiten und liefert formkörper mit feinerer Kristallstruktur als vergleichbares dikcntinuierlich hergestelltes Polyamid 6,6.
  • Beispiel 2 Arbeitet man wie in Beispiel 1 beschrieben, fördert jedoch 40 kg Polyamid 6,6 pro Stunde durch den Schneckenreaktor, wobei eine Schneckendrehzahl von 15 U/min eingehalten wird, so erhält man farbloses Polyamid 6s6 vom K-Wert 71-72. Die Leistungsaufnahme betrug o, o48 kWh pro kg Polyamid, der Nullgrad 72 % und der Förderwirkungsgrad 0,36.
  • Beispiel 3 Arbeitet man wie in Beispiel 1 beschrieben, stellt jedoch im Schneckenreaktor eine Produkttemperatur von 270 bis 290°C ein und fördert 40 kg/h Polyamid 6,6-Vorkondensat mit 20 U/min, so wird Polyamid 6,6 mit einem K-Wert von 69 bzw. 72 erhalten. Bei 2700C beträgt der Füllgrad 61 %, der Förderwirkungsgrad 0,32 und die spezifische Leistungsaufnahme 0,045 kWh pro kg Polyamid 6,6.
  • Bei 2900C beträgt der Füllgrad 68 %, der Pörderwirkungsgrad 0,29 und die spezifische Leistungsaufnahme 0,05 kWh pro kg Polyamid 6,6.
  • Beispiel 4 4,5 kg/h geschmolzenes Polyamid 6,6 vom K-Wert 40 mit einem Molverhältnis der Aminoendgruppen zu Carboxylendgruppen von 0,98-1,0 werden zusammen mit 0,18 kg/h Wasserdampf bei einer Temperatur von 270-2750C in eine auf 2800C geheizte zweiwellige Knetscheibenpresse vom Typ ZSK 53 (Werner & Pfleiderer) entspannt. Der Verfahrensteil der zweiwelligen Knetscheibenpresse hat eine Länge von 36 D (D = Außendurchmesser der Schnecke) und ist ca. zu 1/3 mit Knetelementen und zu 2/3 mit Förderschnecken ausgerüstet. Er besitzt am Anfang und 8 D vor seinem Ende je eine Entgasungsöffnung.
  • Die Ausgangs stoffe werden 20 cm hinter der ersten Entgasungsöffnung der Schneckenmaschine zugeführt. Der Hauptteil des Wasserdampfes entspannt sich entgegen der Förderrichtung der Schnecken durch die erste Entgasungsöffnung; der bei der Nachkondensation gebildete Wasserdampf entweicht durch die zweite Entgasungsöffnung.
  • Um Sauerstoff mit Sicherheit auszuschließen, werden die Entgasungsöffnungen mit Stickstoff gespült. Die Polymerenschmelze wird mit einer mittleren Verweilzeit von 20 Minuten durch den Verfahrensteil der Knetscheibenpresse gefördert und an deren Spitze in Form eines Drahtes ausgepresst. Bei einer Temperatur im Verfahrensteil von 280 280oC, einer Drehzahl der Schneckenwellen von 50 U/min und Normaldruck an den Entgasungsöffnungen wird Polyamid 6,6 mit einem K-Wert von 70 erhalten. Nach dem Austreten aus der Schnecke wird der Polyamid 6,6-Draht in einem Wasserbad gekühlt und anschließend zu Granulat abgeschlagen, Das hergestellte Polyamid 6,6 ist farblos und völlig frei von Inhomogenitäten und Schmutzpunkten.

Claims (5)

  1. Patentansprüche 1. Verfahren zum Herstellen von höhermolekularem Polyamid 6>6 durch kontinuierliches Weiterkondensieren von niedermolekularem Polyamid 6,6 in einem Schneckenreaktor, dadurch qekennzeichnet, daß man geschmolzenes, niedermolekulares Polyamid 6,6 in einem selbstreinigenden, scharfabkämmenden Schneckenreaktor, der mit mindestens einer Entgasungsöffnung zum Ab führen von Wasserdampf versehen ist, 5 bis 45 Minuten bei 270 bis 285°C und einem Druck von 50 Torr bis 2 atü bei einer Energiezufuhr über die Schnecken von 0,03 bis 0,2 kWh pro kg Polyamid erhitzt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch ~gekennzeichnet, daß man niedermolekulares Polyamid 6,6 mit einem K-Wert von 35 bis 55 und einem Molverhältnis von Amino- zu Carboxylendgruppen von 0,5 bis 1,2 in Gegenwart von 1 bis 10 Gew.% Wasserdampf erhitzt.
  3. 3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß Anspruch 1 und 2, bestehend aus einer selbstreinigenden scharfabkämmenden Doppelschneckenmaschine mit Dichtprofil, deren- Schnecken (1) und (2) vom Gehäuse (10) mit einem Abstand von weniger als 3 mm bis zu den Schneckenkämmen (la) und (2a) umschlossen werden und die mit mindestens einer Entgasungsöffnung (4) versehen ist.
  4. 4. Vorrichtung gemäß Anspruch 3, gekennzeichnet durch Entgasungsöffnungen (4), welche bei sich gleichsinnig drehenden Schnecken (1) und (2)von vonoben gesehen - so über der sich von dem von beiden Schnecken (1) und (2) gemeinsam überstrichenen Raum wegdrehenden Schnecke (2) angeordnet sind, daß der obere Schnittpunkt (3) der Kreise, welche die Projektion der Schnecken auf eine senkrecht zu den Schneckenachsen (11) und (12) durch die Entgasungsöffnung (4) gelegten Ebene ergibt, nicht mehr unter der Entgasungsöffnung (4) liegt.
  5. 5. Vorrichtung gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet~, daß die Entgasungsöffnungen (4) mit in den Entgasungsöffnungen (4) senkrecht zur Schneckenachse (12) beweglichen Abdeckplatten (5) versehen sind, deren Profil an der Unterseite (6) dem Schneckenprofil (2b) entspricht und deren Fläche 30 bis 70 des Querschnitts der Entgasungsöffnungen (4) entspricht.
    2fach Leerseite
DE19681720349 1968-02-22 1968-02-22 Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Herstellen von hoehermolekularem Polyamid 6,6 Pending DE1720349A1 (de)

Priority Applications (8)

Application Number Priority Date Filing Date Title
CH246169A CH498891A (de) 1968-02-22 1969-02-18 Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Herstellen von höhermolekularem Polyamid 6,6
US800554A US3657195A (en) 1968-02-22 1969-02-19 Continuous process for the after condensation of polyhexamethylene adipamide
FR6904201A FR2002387A1 (en) 1968-02-22 1969-02-19 Continuous prodn of nylon 66 from low m w nylon-6 6 in
NL6902687A NL6902687A (de) 1968-02-22 1969-02-20
BE728686D BE728686A (de) 1968-02-22 1969-02-20
AT177269A AT285945B (de) 1968-02-22 1969-02-21 Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen Herstellung von höhermolekularem Polyamid 6,6
GB9473/69A GB1247949A (en) 1968-02-22 1969-02-21 Continuous production of higher molecular weight nylon 6,6
JP44012952A JPS5015275B1 (de) 1968-02-22 1969-02-22

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DEB0096760 1968-02-22

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE1720349A1 true DE1720349A1 (de) 1971-06-09

Family

ID=6988899

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE19681720349 Pending DE1720349A1 (de) 1968-02-22 1968-02-22 Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Herstellen von hoehermolekularem Polyamid 6,6

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE1720349A1 (de)

Cited By (4)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3605202A1 (de) * 1985-07-31 1987-02-12 Werner & Pfleiderer Verfahren zur herstellung von hochviskosem polyhexamethylenadipamid
FR2593510A1 (fr) * 1985-07-31 1987-07-31 Werner & Pfleiderer Procede pour la preparation de polyhexamethyleneadipamide a viscosite elevee
WO1996033234A1 (de) * 1995-04-15 1996-10-24 Basf Aktiengesellschaft Verfahren zur herstellung eines polyamids auf der basis einer dicarbonsäure und eines diamins
WO2008155281A1 (de) 2007-06-20 2008-12-24 Basf Se Verfahren zur herstellung von polyamiden

Cited By (6)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE3605202A1 (de) * 1985-07-31 1987-02-12 Werner & Pfleiderer Verfahren zur herstellung von hochviskosem polyhexamethylenadipamid
FR2593510A1 (fr) * 1985-07-31 1987-07-31 Werner & Pfleiderer Procede pour la preparation de polyhexamethyleneadipamide a viscosite elevee
WO1996033234A1 (de) * 1995-04-15 1996-10-24 Basf Aktiengesellschaft Verfahren zur herstellung eines polyamids auf der basis einer dicarbonsäure und eines diamins
US6187877B1 (en) 1995-04-15 2001-02-13 Basf Aktiengesellschaft Process for producing a polyamide based on a dicarboxylic acid and a diamine
WO2008155281A1 (de) 2007-06-20 2008-12-24 Basf Se Verfahren zur herstellung von polyamiden
US8759476B2 (en) 2007-06-20 2014-06-24 Basf Se Method for producing polyamides

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP1441885B1 (de) Verfahren und vorrichtung zur erhöhung der grenzviskosität von polyester
DE60212652T2 (de) Verfahren zur entwässerung und entgasung von polymerpulvern
EP0560033B1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Polymeren aus thermoplastischem Polykondensat
DE1445273B2 (de) Verfahren zum thermischen Stabilisieren von Copolymerisaten des Trioxans
DE3408493C2 (de) Verfahren und Vorrichtung zur kontinuierlichen trockenen und drucklosen Regenerierung von Altgummi
EP0995567A1 (de) Verfahren zur Herstellung von gefüllten, modifizierten und mit Fasern verstärkten Thermoplasten und Doppel-Schnecken-Extruder zur Durchführung des Verfahrens
DE102007040135A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Polyester-Granulaten aus hochviskosen Polyester-Schmelzen sowie Vorrichtung zur Herstellung der Polyester-Granulate
DE1769425A1 (de) Verfahren zur Herstellung von dickwandigen Formteilen aus Polyaethylenterephthalat
DE2830685B2 (de) Verfahren zur Herstellung von Formkörpern aus Lösungen von Cellulose in einem tertiären Aminoxyd
DE1454802B1 (de) Verfahren zum Herstellen von Granulat aus glasfaserverstaerkten thermoplastischen Kunststoffen
EP0664197B1 (de) Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen eines TPE-Schaumprofiles für die Bau- und Kfz.-Industrie
DE3711328C1 (de) Entgasungsvorrichtung fuer Schneckenextruder
EP0113402B1 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung ein- oder mehrbasiger Treibladungspulver
DE1544895C3 (de) Glasfaserhaltige Polycarbonatmassen erhöhter Dichte
WO1985005012A1 (fr) Procede et installation de raffinage en continu de matieres a laminer en tant que produit de depart pour le chocolat
DE2052399B2 (de) Vorrichtung zur kontinuierlichen herstellung von mit glasfaser verstaerkten thermoplastischen kunststoffen
DE1645493B2 (de) Vorrichtung zum kontinuierlichen bebreiten hochviskoser polymerer
DE3020086C2 (de)
DE1720349A1 (de) Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Herstellen von hoehermolekularem Polyamid 6,6
EP0032142A1 (de) Verfahren und einrichtung zur kontinuierlichen herstellung von polyurethan
DE3605202C2 (de)
DE2442230C2 (de) Verfahren zur Herstellung von Polyäthylenfolienmaterial
EP0340396A2 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Caseinaten
DE1904739A1 (de) Verfahren zum Nachbehandeln von Polyaethylen in einem Scheraggregat
DE1543114B2 (de) Verwendung zweiwelliger schneckenpressen bei der herstellung von alkalicellulose und celluloseaethern

Legal Events

Date Code Title Description
OHW Rejection