DE170129C - - Google Patents
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Classifications
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Vorliegende Erfindung betrifft eine fahrbare Ausgleichvorrichtung, welche dazu bestimmt
ist, die im Stahlwerk hergestellten Blöcke zum Blockwalzwerk und den übrigen Walzenstraßen zu fördern und mit atißen
liegenden Feuerungen in Verbindung gebracht werden kann, damit der Fehlbetrag an Wärme, der bei der Förderung von
Blöcken von ungünstigem Querschnitt auftreten kann, gedeckt wird.
Um zu verstehen, welch große Vorteile diese Verbindung von Förderwagen und Ausgleichkammer
im Eisenhüttenwesen bietet, sind folgende Punkte zu berücksichtigen.
Das Streben der Eisenhüttenleute ist aus wirtschaftlichen Gründen darauf gerichtet,
vom flüssigen Roheisen bis zum fertigen Feineisen die Verarbeitung so einzurichten,
daß sie in allen ihren einzelnen Stufen tunliehst in einer Hitze, jedenfalls aber unter
Aufwendung eines Mindestmaßes hinzugeführter Wärme bewerkstelligt werde.
Die Lösung dieser Aufgabe, die in dem chemisch-metallurgischen Teile, in der Flußeisenerzeugung
im Stahlwerk, nach Lage der Dinge leicht zu erreichen ist, stößt in
dem mechanischen Teile, in der Weiterverarbeitung des Eisens in den Walzwerken, desto mehr auf Schwierigkeiten, je geringer
die erzeugten Querschnitte werden.
Bei Flußeisenblöcken von verhältnismäßig großen Querschnitten läßt sich mit Hilfe
des Gj ers'schen Ausgleichverfahrens die zur Weiterverarbeitung nötige Temperatur unter
bestimmten Voraussetzungen noch ohne Zuführung von Wärme erzielen. Die Bedingungen
, deren Erfüllung zur Aufrechterhaltung dieses Ausgleichverfahrens unerläßlich
ist, bestehen darin, daß die kurz vorher gegossenen Blöcke durch die Ausgleichkammern
mit genügender Regelmäßigkeit und Schnelligkeit gehen.
Wo aber die Einsätze in den Gruben nicht schnell genug aufeinander folgen, und das
ist überall da der Fall, wo das Gießen der Blöcke in einiger Entfernung vom Walzwerk
stattfindet, kühlen die Ausgleichkammern in der Zwischenzeit zu sehr ab, als daß ein
regelrechter Ausgleichbetrieb ohne Zuführung von Energie möglich ist. und hier müssen
die Gruben geheizt werden.
Die gleichen Umstände liegen vor, d. h. die Gruben müssen auch dann geheizt werden,
wenn der Guß in großen Zwischenräumen erfolgt oder wenn Blöcke von sehr geringen
Abmessungen hergestellt werden.
Auf den Hüttenwerken trägt man diesen Verhältnissen dadurch Rechnung, daß man
das Walzwerk mit den Ausgleichgruben eng an das Stahlwerk anschließt, um die Blöcke
gleich von der Gießgrube aus nach Abstreifung der Formen mit demselben Kran
greifen und in die Gruben setzen zu können. Nun verfügen aber, die heutigen Großbetriebe,
in denen alle Sorten Eisen, vom schwersten Träger bis zum Feineisen und vom dicksten Schiffsblech bis zum Feinblech,
hergestellt werden, über die ganze Reihe der hierzu nötigen Walzenstraßen, und von allen
diesen Straßen kann aus leicht begreiflichen Gründen immer nur eine die vorerwähnte
nahe Lage zum Stahlwerk besitzen. Natur-
gemäß legt man die Blockstraße mit der schwersten Grobstrecke in die Nähe des
Stahlwerks, da deren Blöcke für das reine Ausgleichverfahren (ohne Heizung der Gruben)
die günstigsten Querschnitte haben. Die Folge davon ist, daß die geringer bemessenen
Straßen, die gleichzeitig auch Blöcke von geringerem Querschnitt verwalzen, auf diese
Weise weiter vom Stahlwerk abrücken. Hierdurch aber wachsen bei diesen Straßen die
Schwierigkeiten für die Aufrechterhaltung des Ausgleichbetriebes überhaupt — geringere
Blockquerschnitte bei gleichzeitig größerer Entfernung des Walzwerks vom Stahlwerk —
bis zur völligen Undurchführbarkeit des Verfahrens.
So kommt es, daß auf älteren Hüttenwerken, die, aus kleinen Anfängen entstanden,
sich erst allmählich gemäß den Fortschritten der Technik ausgebaut haben, infolge der
regellosen, meist durch die Platzfrage vorgeschriebenen Verteilung der einzelnen Walzwerke
sehr häufig nur eine Grobstrecke den Nutzen des Ausgleichverfahrens verspürt. Bei
den übrigen Walzwerken aber verzichtet man — da die bislang bekannten und zur Ausnutzung
des Ausgleichverfahrens dienenden Einrichtungen in diesen Fällen versagen —
heutigentags auf eine regelmäßige, bei den meist umständlichen Förderverhältnissen
sehr schwierige Nutzbarmachung der von den Blöcken noch mitgebrachten Wärme überhaupt und wärmt statt dessen hierfür
kalte Blöcke, von denen man sich immer einen größeren Lagervorrat hält, in Flammöfen
irgend einer Bauart an.
Werke, die in der Neuzeit nach einem einheitlichen Plane, unter Berücksichtigung
aller vorliegenden Erfahrungen, angelegt sind, haben sich durch die Lage der einzelnen
Walzwerke zueinander die Vorteile des Ausgleichverfahrens, bei teilweiser Vermeidung
der vorstehend beschriebenen Übelstände, in etwas erhöhtem Maße gesichert. Auch hier
liegt die Blockstraße mit der Grubenanlage unmittelbar am Stahlwerk, während die
übrigen Walzwerke, eng "aneinander geschlossen, in derselben Halle hinter oder seitwärts von jener untergebracht sind. Bei
dieser Anordnung liegen die Blechstraßen meist in einer besonderen Halle, am weitesten
vom Stahlwerk entfernt, und sie arbeiten aus diesem Grunde und wegen ihrer im allgemeinen ungünstigen Blockquerschnitte
immer mit kalten Einsätzen, die in Flammöfen angewärmt werden.
Faßt man die vorstehenden Darlegungen zusammen, so ergeben sich daraus folgende
Schlußfolgerungen:
ι. Die Ausnutzung des Ausgleichverfahrens ist in jedem Falle mit den heutigen Einrichtungen
bei den Blechstraßen überhaupt nicht, bei den übrigen Straßen nur in beschränktem
Maße möglich.
2. Dieses beschränkte Maß der Ausnutzung wird auch nur erzielt durch eine ganz bestimmte,
mit anderen Nachteilen verknüpfte Anordnung ganzer Betriebe zueinander.
Zur Beseitigung dieser Mängel werden nun gemäß vorliegender Erfindung die auf
Förderwagen gebauten Ausgleichkammefn so ausgeführt, daß sie jederzeit mit an; geeigneten
Orten vorgesehenen Heizungsanlagen in Verbindung gebracht und mit zusätzlicher Wärme versorgt werden können.
Zu diesem Zwecke werden in die gegenüberliegenden Seiten der einzelnen Wärmekammern
des Wagens im Innern 'mit feuerfester Masse ausgekleidete Anschlußstücke
(Rohrkrümmer oder dergl.) eingesetzt: als Zuleitung für die Heiz- oder Feuergase l und
als Ableitung für die verbrannten Gase. ; Die Feuerung und der Abzugskanal sind hierbei
zu beiden Seiten der Gleise festliegend gedacht, und die Verbindung der Wagen'■'■ mit
der Feuerung und dem Abzugskanal wird durch bewegliche Anschlüsse hergestellt.
Man kann zu diesem Zwecke vorteilhaft die bekannten Burger'schen Drehventile verwenden,
doch kann man auch die Anschlußstutzen unmittelbar an dem Feuerungsräume
befestigen, so daß sie sich ständig in der zur Bewirkung der Anschlüsse nötigen Stellung
befinden. Zur Verhütung von Unfällen dürfte aber die Verwendung von Drehventilen
vorzuziehen sein.
Bei Verwendung dieser Einrichtung wird
1. dem Ausgleichverfahren in allen Walzwerken, die Rohblöcke verarbeiten können,
Geltung verschafft;
2. werden alle Betriebe hinsichtlich ihrer gegenseitigen Lage voneinander unabhängig,
wodurch auch alle die Übelstände vermieden werden, die unter den heutigen Verhältnissen
mit einer weitgehenderen Ausnutzung des Ausgleichverfahrens verbunden sind.
Die bekannten fahrbaren Wärmöfen sind mit den<o neuen heizbaren, auf W7agen gelagerten
Ausgleichkammern nicht zu vergleichen, da sie anderen Zwecken dienen und die letzteren auch gar nicht ersetzen
können.
Fehlt schon bei den fahrbaren Wärmöfen die Verbindung mit einem Abzugskanal, so
ist bei den fahrbaren Ausgleichkammern mit Beheizung ferner noch neu die scharfe Scheidung
der fraglichen Einrichtung in Wagen und Ofen, die dadurch erreicht wird, daß
ι. neben dem Abzugskanal auch die Feuerung außerhalb des Wagens angebracht ist und
2. die Verbindung mit jenen durch bewegliche Anschlüsse vermittelt wird.
Hieraus ergeben sich folgende neue Vorteile:
a) Es kann außer Gas auch jeder andere Brennstoff zur Verwendung kommen, weil
brennende oder Feuergase durch die mit feuerfester Masse ausgekleideten Stutzen von
den Feuerungen in die Wagen übergeleitet werden. Hieraus ergibt sich ein größeres
Anwendungsgebiet für die fahrbaren Ausgleichkammern mit Beheizung gegenüber den nur mit Gas heizbaren Wärmöfen.
b) Die Gefahr einer Verbrennung des Einsatzes durch Austreten einer Stichflamme im
Ofen selbst wird durch die getrennte Feuerungsanlage Vermieden.
c) Infolge der beweglichen Verbindungen mit: Feuerung und Kanal können die Förderwagen
mit den Ausgleichkammern in dem einfen Falle als reine Förderwagen ungehindert
alle Gleise, Kurven, Kreuzungen und Weichen von der gleichen Spurweite durchlaufen,
während sie in dem anderen Falle an:: beliebiger Stelle nach Bewirkung der
Heizanschlüsse in öfen umgewandelt werden können.
d) Infolge ihrer Beweglichkeit ermöglichen dieiheizbaren und fahrbaren Ausgleichkammern
die? : Einrichtung einer gemeinsamen Ofenhalle
als ,Zentrale für das ganze Hüttenwerk, aus der' jedesmal die Wagen mit den walzwarmen
Blöcken an die einzelnen Walzwerke abgeschoben werden. Eine derartige Heizanlage
hat neben wesentlich verringerten Anlagekosten und geringeren Lohnausgaben für die
Überwachung und Bedienung eine sehr erhebliche Ersparnis an Raum in den einzelnen
Walzbetrieben zur Folge.
Beiliegende Zeichnung stellt eine Ausführungsform der neuen Ausgleichvorrichtung
beispielsweise dar, und zwar zeigt Fig. 1 einen Förderwagen mit heizbarer Ausgleichkammer
im Längsschnitt, Fig. 2 denselben im Querschnitt und Fig. 3 denselben in Draufsicht.
Fig. 4 veranschaulicht schematisch die Verbindung der fahrbaren Ausgleichkammer mit der Feuerung und dem Abzugskanal.
α sind die Ausgleichkammern, die in dem fahrbaren Geschränk angebracht sind. In
eine Wand einer jeden Kammer α ist oben ein Rohrkrümmer b und in die gegenüberliegende
Wand unten ein Rohrkrümmer e eingebaut. Die Rohrkrümmer b c werden
innen mit feuerfester Masse ausgekleidet. Der obere Rohrkrümmer kann mit der Feuerung
und der untere Rohrkrümmer mit dem Abzugskanal in Verbindung gebracht werden (Fig. 4), so daß der in der betreffenden Ausgleichkammer
α befindliche Block durch die durchströmenden Heizgase erwärmt wird.
Die Arbeitsweise bei der neuen Ausgleich-Vorrichtung ist folgende: Vor Aufnahme des
Betriebes werden die Wagen durch Anschluß an die Feuerung und den Abzugskanal vorgeheizt.
Sobald die erforderliche Wärme in den Ausgleichkammern aufgespeichert worden
ist, können die Wagen in Dienst gestellt werden. Im Stahlwerk werden die Blöcke in bekannter Weise in die Kammern eingesetzt,
und im Walzwerk, angekommen, wird die Heizung wieder angeschlossen, bis die
Walzwärme erreicht ist. Anstatt die Heizgase durch eine Seitenwand der Ausgleichkammer
einzuführen, kann man dieselben auch durch den Deckel der Ausgleichkammer oder auf eine andere Art zuführen.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Fahrbare Ausgleichkammer für Blöcke, gekennzeichnet durch Anschlußstücke (b c), welche mit Heizzügen einer Feuerung undmit Abzugskanälen verbunden werden können, um die bei der Förderung der Blöcke auftretenden Wärmeverluste jederzeit wieder decken zu können, ohne die Blöcke aus den Wagen herausnehmen zu müssen.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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Family Applications (1)
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- DE DENDAT170129D patent/DE170129C/de active Active
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