DE1795771C3 - 1 -Cyclopropylmethyl-S- (o-halogenphenyl) -7-chlor-1,3-dihydro-2H-1,4-benzodiazepin-2-one - Google Patents
1 -Cyclopropylmethyl-S- (o-halogenphenyl) -7-chlor-1,3-dihydro-2H-1,4-benzodiazepin-2-oneInfo
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Description
CH2-NH2
in der Rt und X die gleiche Bedeutung wie in Anspruch 1 haben, oder dessen Salz in saurem
Medium und in einem Lösungsmittel mit Chromtrioxid oder Ozon in mindestens stöchiometrischer
Menge behandelt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Oxidation mit Chromtrioxid in
der 2- bis 3fachen stöchiometrischen Menge in Gegenwart von Essigsäure bei Raumtemperatur
durchführt.
4. Arzneimittel mit neuroleptischer Wirkung, gekennzeichnet durch einen Gehalt' an einer
Verbindung nach Anspruch 1 als Wirkstoff.
Die Erfindung betrifft den in den Ansprüchen gekennzeichneten Gegenstand.
Die Salze der Verbindungen der allgemeinen Formel I leiten sich von anorganischen oder organi
schen Säuren ab. Beispiele sind Salzsäure, Schwefelsäure, Salpetersäure, Phosphorsäure, Maleinsäure, Furmarsäure.
Bernsteinsäure. Ameisensäure und Essigsäure.
Im allgemeinen wird das erfindungsgemäße Verfahren bei Raumtemperatur durchgeführt, jedoch ergeber
manchmal höhere oder niedrigere Arbeitstemperaturen bessere Ergebnisse. Beispiele für verwendbare Lösungsmittel
sind Wasser, Aceton, Tetrachlorkohlenstoff. Essigsäure und Schwefelsäure. Bei der Durchführung
der Oxidation mit Chromtrioxid in Gegenwart von Essigsäure wird das Chromtrioxid vorzugsweise in der
2- bis 3fachen stöchiometrischen Menge verwendet und die Umsetzung bei Raumtemperatur durchgeführt. Die
2-Amin<jmethylindolverbindung oder ihr Salz wird in
einem Lösungsmittel gelöst oder suspendiert und das Oxidationsmittel unter Rühren zugegeben. Die Umsetzung ist im allgemeinen innerhalb 24 Stunden beendet
Aus dem Reaktionsgemisch, das gegebenenfalls neutra lisiert wird, kann das entstandene Benzodiazepin
entweder extrahiert werden, oder das Reaktionsgemisch wird zur Trockne eingedampft, und aus dem
Rückstand wird das Produkt isoliert. Das Produkt kann durch Umkristallisation aus Lösungsmitteln, wie Ätha nol oder Isopropanol, weiter gereinigt werden.
Die im Verfahren der Erfindung eingesetzten 2-Aminomethylindole der allgemeinen Formel II sind
neue Verbindungen, die in an sich bekannter Weise hergestellt werden können.
6s Die Verbindungen der allgemeinen Formel 1 sind
wertvolle Psychopharmaka mit neuroleptischer (angstunterdrückender) Wirkung. Dies haben pharmakologische Untersuchungen ergeben.
Untersuchte Verbindungen:
Verbindung A:
Verbindung A:
l-Cydopropytaetoyl-7-chlor-5-(o-fluorphenyI)-1,3-dihydro-2H-1,4-benzodiazepin-2-on
Verbindung B:
l-Cydopropylmethyl^-chlor-S-io-chlorphenyl)-1,3-dihydro-2H-1,4-benzodiazepin-2-on
Vergleichsverbindungen:
Diazepam:
Diazepam:
l-Methyl^-chlor-S-phenyl-U-dihydro^H-1,4-benzodiazepin-2-on
Prazepaxn:
l-Cyclopropylmethyl-7-chlor-5-phenyl-13-dihydro-2H-l,4-benzodiazepin-2-on.
Die pharmakologische Wirkung der Verbindungen der Erfindung bei oraler Verabreichung an Mäuse ergibt
sich aus Tabelle I.
Verbindung
Elektroschock-Test')
ED»
ED»
(mg/kg)
Zug-Test*) EDso
(mg/kg)
| Anti-pentamethylen- | LDso |
| tetrazol-Wirkung3) | |
| EDso | |
| (mg/kg) | (mg/kg) |
| 0,2 | 980 |
| 0,5 | >3000 |
| 0,7 | 940 |
| 1,8 | 910 |
| A | 0,9 |
| B | 2,0 |
| Diazepam | 5.0 |
| Prazepam | 6.2 |
6 13
2,3 11
Nach R.ETedeschi u. Mitarb, J. Pharmacol, exp. Therap, Bd. 122 (1958). 85 A.
) Nach S. Courvoisier, Psychotropic Drugs, Elsevier Publ. Co, Amsterdam — London. 1957, S. 373 ff.
3) Nach E A. S w i η y a r d, J Am. Pharm. Assoc. (Sei. Ed.), 38 (1949). 201.
Aus den in Tabelle 1 angegebenen Werten lassen sich folgende Schlußfolgerungen ziehen:
Es ist bekannt, daß die Beeinflussung der Aggression
(Elektroschock-Test) und die antikonvulsive Wirkung (Anti-pentamethylentetrazol-Wirkung) in engem Zusammenhang
zur klinischen angstunterdrückenden Wirkung stehen. In dieser Beziehung sind die erfindungsgemäßen
Verbindungen A und B den bekannten Vergleichsverbindungen Diazepam und Prazepam überlegen.
Bei angstunterdrückenden Anzneistoffe ist die muskelrelaxierende Wirkung (Zug-Test) eine unerwünschte
Nebenwirkung. Demzufolge sollen angstunterdrückende Arzneistoffe eine möglichst hohe ED» beim
Zug-Test aufweisen. In dieser Beziehung haben die Verbindungen A und B eine geringere Aktivität als
Diazepam. Im Vergleich zu Prazepan hat die Verbindung A eine stärkere und die Verbindung B eine
schwächere Wirkung.
Die angstunterdrückende Wirkung der Verbindung A ist 6- bis 9mal größer als die von Prazepam. Die
überlegene Wirkung von Verbindung A gegenüber Prazepam ergibt sich bei einem Vergleich des
Verhältnisses von EDso beim Zug-Test zur EDso beim Elektroschock-Test oder dem Anti-pentamethylentetrazol-Test.
Die Toxizität der Verbindung A entspricht praktisch der von Diazepam und Prazepam, während die
Verbindung B eine wesentlich geringere Toxizität aufweist.
Die Beispiele erläutern die Erfindung.
B e i s ρ i c 1 1 &5
Eine Lösung von 3 g Chromtrioxid in 3 ml Wasser wird tropfenweise zu einer Suspension von 3,6 g
l-Cyclopropylmethyl-2-aminomethyl-3-(o-fluorphenyl)-5-chlorindol-hydrochlorid
in 36 ml Essigsäure bei einer Temperatur unterhalb 250C gegeben. Danach wird das
Gemisch über Nacht bei Raumtemperatur gerührt, anschließend in Eiswasser eingegossen, mit wäßriger
Ammoniaklösung alkalisch gemacht und mit Methylenchlorid extrahiert. Der Methylenchloridextrakt wird
über Natriumsulfat getrocknet, das Lösungsmittel unter vermindertem Druck abdestilliert und der Rückstand
chromatographisch gereinigt Ausbeute 2,43 g (72% der Theorie) 1 -Cyclopropylmethyl-S-io-fluorphenyl)-?-
chlor-lr3-dihydro-2H-l,4-benzodiazepin-2-on vom F.
86,0 bis 87,5°C. ν ** 3080,1670 cm-'.
Eine Lösung von i,6 g Chromtrioxid in 1,6 ml Wasser wird tropfenweise zu einer Suspension von 2,0 g
l-Cyclopropylmethyl-2-aminomethyl-3-(o-fluorphenyl)-5-chlorindol-hydrochlorid
in 10 ml Essigsäure bei Raumtemperatur gegeben. Danach wird das Gemisch über Nacht bei Raumtemperatur gerührt und anschließend
tropfenweise mit einer 30prozentigen wäßrigen Natriumhydroxidlösung bis zu einem pH-Wert des
Reaktionsgemisches von 5 versetzt Sodann wird das Gemisch mit Tetrachlorkohlenstoff extrahiert. Die
organische Phase wird mit Wasser gewaschen und über Natriumsulfat getrocknet. Sodann wird das Lösungsmittel
unter vermindertem Druck abdestilliert. Man erhält 2,2 g eines öligen Rückstands, aus dem nach Zusatz einer
Lösung von Chlorwasserstoff in Diäthyläther ein kristalliner Niederschlag ausgefällt wird. Die Kristalle
werden abfiltriert und mit Diäthyläther gewaschen. Ausbeute 1,55 g (75% d. Th.) l-Cyclopropylmethyl-5-(ofluorphenyl)-7-chlor-l,3-dihydro-2H-l,4-benzodiazepin-2-on-hydrochlorid
vom F. 203 bis 2050C,
Herstellung der in den Beispielen 1 und 2
verwendeten Ausgangsverbindungen
verwendeten Ausgangsverbindungen
(a)5-Chlor-l-cyclopropylr.iethyl-2-cyan-
3-(o-fluorphenyl)-indol
In einem Gemisch aus 52 g wasserfreiem Dimethylformamid
und 250 g wasserfreien Toluol werden 26 g 5-Chlor-2-cyan-3-{o-nuorphenyl)-indol gelöst Diese Lösung
wird bei Raumtemperatur mit 3,8 g 67prozentigem Natriumhydrid versetzt Nach 1 stundigem Rühren wird
das Gemisch mit 143 g Cyclopropylmethylbromid
versetzt und anschließend 2 Stunden unter Rückfluß erwärmt Nach dem Abkühlen wird das Gemisch ir.
Eiswasser gegossen und mit Toluol extrahiert Die organische Phase wird mit Wasser gewaschen und über
Natriumsulfat getrocknet Das Lösungsmittel wird unter vermindertem Druck abdestilliert Nach dem Umkristallisieren
des öligen Rückstands aus Isopropylalkohol erhält man 26,2 g (84,0% d.Th.) 5-Chlor-1-cyclopropylmethyl-2-cyan-3-(o-fhiorphenyl)-indol
in Form von farblosen Prismen vom F. 153 bis 155° C.
(b) 5-Chlor-1 -cyclopropylmethyl-2-aminomethyl-3-(o-fluorphenyl)-indol-hydrochlorid
Eine Suspension von 0,88 g Lithiumaluminiumhydrid in 50 ml wasserfreiem Diäthyläther wird bei Raumtemperatur
unter Rühren mit 5,0 g 5-Chlor-1-cyclopropylmethyl-2-cyan-3-(o-fluorphenyl)-indol
versetzt. Das erhaltene Gemisch wird 2 Stunden unter Rückfluß erwärmt. Sodann wird mit Eiswasser gekühlt und
tropfenweise mit Wasser versetzt Die Ätherphase wird abgetrennt und tropfenweise mit 3,2 g konzentrierter
Salzsäure versetzt Anschließend wird das Gemisch 3 Stunden unter Kühlen gerührt. Die ausgefallenen
Kristalle werden abfiltriert und mit Diäthyläther gewaschen. Man erhält 4,56 g (81,1% d. Th.) 5-Chlor-1-cyclopropylmethyl^-aminomethyl-S-fo-fluorphenylJ-indol-hydrochlorid
vom F. 235 bis 2400C.
Eine Lösung von 1,2 g Chromtrioxid in 1 ml Wasser wird bei Raumtemperatur tropfenweise zu einer
Suspension von 1,2 g l-Cycloptopylmethyl-2-aminomethyl-S-io-chlorphenylJ-S-chlorindolhydrochlorid
in 20 ml Essigsäure gegeben. Anschließend wird über Nacht bei Raumtemperatur gerührt und sodann
tropfenweise eine 30prozentige wäßrige Lösung von Natriumhydroxid bis zu einem pH-Wert des Gemisches
von 5 zugegeben. Hierauf wird das Gemisch mit Tetrachlorkohlenstoff extrahiert Die organische Phase
wird mit Wasser gewaschen und über Natriumsulfat getrocknet Das Lösungsmittel wird unter vermindertem
Druck abdestilliert Der ölige Rückstand wird aus einer Mischung von Methanol und Isopropyläther
kristallisiert und die Kristalle werden abfiltriert Man erhält 0,84 g (75% ITh.) l-Cyclopropyünethyl-5-(o-
chlorphenyl)-7-chlor-1,3-dihydro-2H-1,4-benzodiazepin-2-on
vom F. 153,5 bis 154,50C
Herstellung der im Beispiel 3 verwendeten
Ausgangsverbindung
Ausgangsverbindung
(a) 5-Chlor-1 -cyclopropylmethyl-2-cyan-3-{o-chlorphenyl)-indol
In einem Gemisch aus 35 ml wasserfreiem Dimethylformamid und 10 ml wasserfreiem Toluol werden 3,0 g
5-Chlor-2-cyan-3-(o-chlorphenyl)-indol gelöst Diese Lösung wird bei Raumtemperatur mit 0,48 g 6Z5prozentigem
Natriumhydrid versetzt Nach 1 stündigem Rühren werden 145 g Cyciopropylmethylbromid zugegeben,
und das Reaktionsgemisch wird 2 Stunden unter Rückfluß erwärmt Nach dem Abkühlen wird das
Gemisch in Eiswas^er gegossen und mit Toluol extrahiert Die organische Phase wird mit Wasser
gewaschen und über Natriumsulfat getrocknet Das Lösungsmittel wird unter vermindertem Druck abdestilliert
Der ölige Rückstand wird aus Benzol kristallisiert Man erhält 3,55 g (99,6% d.Th.) 5-Chlor-1-cyclopropylmethyl-2-cyan-3-(o-chlorphenyl)-indol
in Form von farblosen Prismen vom F. 160 bis 161°C
(b) 5-Chlor-1 -cyclopropylmethyl-2-aminomethyl-3-(o-chlorphenyl)-indol-hydrochlorid
Eine Suspension von 0,45 g Lithiumaluminiumhydrid in 40 ml wasserfreiem Diäthyläther wird bei Raumtemperatur
unter Rühren mit 2,0 g 5-Chlor-1-cyclopropylmethyl-2-cyan-3-(o-chlorphenyl)-indol
versetzt Das erhaltene Gemisch wird 2 Stunden unter Rückfluß erwärmt. Sodann wird mit Eiswasser gekühlt und
tropfenweise mit Wasser versetzt. Die Ätherphase wird abgetrennt und tropfenweise mit konzentrierter Salzsäure
versetzt. Das erhaltene Gemisch wird unter Kühlung 3 Stunden gerührt. Die ausgefallenen Kristalle
werden abfiltriert und mit Diäthyläther gewaschen. Man erhält 1,74 g (78% d.Th.) 5-Chlor- 1-cyclopropylmethyl-2-amino-methyl-3-(o-chlorphenyl)-indol-hydrochlorid
vom F. 206 bis 209° C.
vom F. 206 bis 209° C.
Claims (1)
1. l-Cydopropylmethyl-S-io-halogenphenyD-J-chlor-U-dihydro^H-l^faenzodiazepin^-one der allgemeinen Formel!
in der Rt eine Cyclopropylmethylgruppe und X ein
Fluor- oder Chloratom bedeutet, und ihre Salze mit Säuren.
2. Verfahren zur Herstellung der Verbindungen
der allgemein cn Formel 1 nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß man ein 2-Aminomethylindol
der allgemeinen Formel Il
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| JP7079867 | 1967-11-02 | ||
| JP7079867 | 1967-11-02 |
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| DE1795771A1 DE1795771A1 (de) | 1975-03-20 |
| DE1795771B2 DE1795771B2 (de) | 1976-06-24 |
| DE1795771C3 true DE1795771C3 (de) | 1977-02-10 |
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