DE1772846A1 - Verfahren und Filter zum Schutz von Schichten aus photochromen Substanzen - Google Patents
Verfahren und Filter zum Schutz von Schichten aus photochromen SubstanzenInfo
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Description
Compagnie de Saint-Gobain, 62, Boulevard Victor Hugo,
Neuilly-sur-Seine
Verfahren und Filter zum Schutz von Schichten aus photochromen Substanzen.
Die Erfindung bezieht sich auf den Schutz von Schichten aus
photochromen, d.h. sich in Abhängigkeit von der auftreffenden
Lichtenergie reversibel färbenden Spiro-Pyran-Substanzen welche Einschränkungen hinsichtlich ihrer Anwendungsgebiete
und ihrer Leistung infolge einer Zersetzung mit Verlust ihrer photochromen Eigenschaften unter Einstrahlung unterliegen.
Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens und eines Filters zur Verlangsamung der Alterung dieser
Substanzen.
Das Verfahren gemäß der Erfindung besteht darin, daß man zwischen die photochrome Schicht und die Strahlungsquelle
ein für kurze Wellen lichtundurchlässiges optisches Filter solcher Ausbildung einsetzt, daß der vom Filter hindurchgelassene
prozentuale Anteil des Lichtes mit der Wellenlänge
λ.-j^300kleiner oder gleich ein Viertel des prozentualen
■ankkonle: Dr#»*i»f Bank AQ Hem· a» 431 · PoetKhecitkonto: Dortmund SM N · T«l»gramm«niohrlft: Bahrpiltnt· H*rn«wntfaf*n / Bibeüpat Mdnohan
Anteils des durchgelassenen Lichtes mit einer Wellenlänge λ.. M+100 ist, wobei /^M größer oder gleich 3.250
und die im betrachteten Milieu maximale Wellenlänge der ersten Absorbtionsbande im sichtbaren oder ultravioletten
Licht, gerechnet von den großen Wellenlängen her, der zu schützenden photochromen Substanz in ihrem am
wenigsten das sichtbare Licht absorbierenden Zustand ist. So wird beispielsweise eine photochrome Schicht, deren Maximum
\y, der ersten Absorbtionsbande beginnend von den großen
Wellenlängen her bei 3.260 S liegt, wirkungsvoll gemäß der
Erfindung durch ein optisches Filtere geschützt, v/elches bei
/VM+100, d.h. 3.720 S," 78 Prozent des Lichtes durchläßt, und
bei λ^-300, d.h. 3.320 Ä, nur 3 Prozent, wobei der zuletzt
genannte prozentuale Anteil deutlich unter einem Viertel des prozentualen Anteils der Durchlässigkeit beT 3-720 & liegt.
Unter diesen Bedingungen wird die gemäß der Erfindung geschützte photochrome Schicht nur hauptsächlich durch
Bestrahlung mit Wellenlängen über ca.· 3.5oo Ä erregt
werden wodurch sich seine Lebensdauer um das 8- bis 10-fache
gegenüber einer Schicht erhöht, die kein Schutzfilter gemäß der Erfindung aufweist.
In weiterer Ausbildung der Erfindung wird das oben erwähnte Filter für Wellenlängen unterhalb des Maximums
der ersten Absorbtionsbande der photochromen Substanz,
-3-
109824/0A68
beginnend mit grossen Wellenlängen, vervollständigt
durch ein zweites Filter, das so ausgewählt ist, dass es Licht absorbiert, dessen Wellenlänge zwischen
A. M und AM+4OCKLiegt, der Art, dass der prozentuale
Anteil der Absorbtion dieses Filters bei X. jj+4OOgrösser
oder gleich der Hälfte des prozentualen Anteiles der Absorbtion bei Am ist.
Damit erhält man die Möglichkeit den gewünschten Wert
der optischen Dichte, der sich aus der Zusammenstellung der photochromen Schicht und seiner Schutzfilter
ergibt für eine gegebene StrahlungsinteBität, insbesondere
für Sonnenlicht, zu regeln.
Die Erfindung soll- im folgenden anhand der Beispiele
und unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert
werden.
Die Zeichnungen zeigen in
Fig. 1 ein Beispiel einer Lichtdurchlässigkeitskurve
für ein optisches Schutzfilter gemäss der Erfindung, wobei dieses Filter für die kurzen
Wellenlängen undurchlässig ist und sich für eine photochrome Substanz eignet, deren /L „
bei 3.620 £ liegt; ,
Fig. 2 die Lichtdurchlässigkeitskurve für eine Zu-
109824/CU68 -4-
sammenstellung aus zwei optischen Schutzfiltern
gemäss der Erfindung;
Pig. 3 die Lichtdurchlässigkeitskurve eines weiteren
optischen Filters gemäss der Erfindung, von dem in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen
Gebrauch gemacht wird; und in
Pig. 4 schematische Darstellungen von photochromen
Schichten, die gemäss der Erfindung durch Schutzfilter nach den nachfolgenden Ausführungsbeispielen
geschützt sind.
Man bereitet eine Lösung aus 20 Gewichtsprozent Polystyrol (verkauft unter der Marke APCOLENE 666-100 von der
Societe des Produits Chimiques Pfechiney-Saint-Gobain)
in Toluol und gibt eine Menge von 1-Phenyl-3-3-Dimethyl-Indolino-2-Spiro-2·-6·-Nitro-8·
Methoxy Benzo (1,2-b) Pyran entsprechend einer Konzentration von 10"^ Mol/Liter
zu. Das homogenisierte Gemisch wird in eine Wanne 3 (Pig. 4) eingefüllt, deren beide Hauptflächen 2 und 4
durch gewöhnliche ebene Glasscheiben mit 1,1 mm Dicke
gebildet sind, welche einen Abstand von 2 mm voneinander aufweisen. Vor die Platte 2 wird ein optisohee Filter
gesetzt, das aus einer Glasplatte AIR der Societe SOYIBEL
mit einer Dicke von 1 mm besteht.
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Pig. 1 zeigt die Änderungen des Durchlässigkeitskoeffizienten
T dieses optischen Filters (auf der Ordinate) für die verschiedenen Wellenlängen Ti
in 10.£ (auf der Abszisse).
Auf der Kurve A ist der Wert X M entsprechend 3.620
die maximale Wellenlänge der Absorbtionsbande der angegebenen
photochromen Substanz.
Bei Bestrahlung mit Sonnenlicht durch das Filter 1 verliert die photochrome Anordnung annähernd 8mal
weniger schnell ihre photochromen Eigenschaften als die gleiche Anordnung ohne das durch die Platte 1
gebildete optische Filter.
Die photochrome Schicht (5) besteht hier aus einer
Schicht 5 aus Polyvinylbutyral (SAFIiEZ von Monsanto)
enthaltend als photochrome Substanz die selbe Spiro- Pyran-Substanz wie im Beispiel 1 mit einer Moleküldichte von 10"6 Mol/cm2 Oberfläche. Diese Schicht hat
eine Stärke von 0,3 mm und ist einerseits auf eine
Glasscheibe 6 von 1,1 am Dicke aufgeklebt und andererseits auf einer Filteranordnung mit dem Filter 7
befestigt, welches von einer Platte mit 0,5 mm Dicke aus dem Glas AUV der Sooilte'Sovirel und einem Filter
109824/0468 -6-
von 1 mm Dicke aus einer Glasplatte NG 11 der Societe
JESAex Glaswerk Schott besteht. Die beiden optischen
Filter 7 und 9 sind miteinander unter Zwischenlage einer Folie 9 aus Polyvinylbutyral (SAPIEX von Monsanto)
mit 0,3 mm Stärke verklebt. Die Anordnung selbst erhält man nach üblichen Verfahren für die Herstellung von
Schichtglas·
Wird ein solches Muster aus Schichtglas mit Sonnenlicht von der Seite der optischen Filter 7 und 8 her bestrahlt,
dann verliert es seine photochromen Eigenschaften ungefähr 12mal weniger schnell als bei Bestrahlung von der
Seite der Glasscheibe 6 her, was die Wirksamkeit des optischen Filtersystems zeigt.
Man erhält die gleichen Resultate, wenn man die relative
Lage der optischen Filter 7 und 8 gegeneinander vertauscht.
Fig. 2 zeigt die lichtdurchlässigkeitskurven der Filter
ATJV 7 der SociSte Sovirel (Kurve B) und des Glases 8 HG
der JENAer Glaswerke Schott (Kurve C), während die Kurve D die resultierende Idchtdurohlässigkeit für die beiden
übereinander gelegten Filter wiedergibt·
Die photochrome Schicht besteht nach Fig. 6 aus einer lolit
109824/0468 .7.
- 7 - 17728A6
aus Polyvinylbutyral (SAPLEX von Monsanto) mit einer
Moleküldichte von 2,1O-"7 Mol/cm2 an 1,5,3-Trimethyl-5-Chloro-Indolino-2
Spiro-21,e'-Nitro-e'-Methoxy-Benzo
(b) Pyran. Diese Schicht aus plastischen Material mit einer Stärke von 0,3 mm sichert die Haftung zwischen
einer Glasscheibe 11 von 1,1 mm Stärke und einem optischen Filter 12 aus dem Glas NG 5 von JENAer Glaswerke
Schott mit einer Stärke von 1 mm.
Pig. 3 zeigt die Lichtdurchlässigkeitskurve E dieses
Glases NG 5 bei einer Stärke von 1 mm.
Diese photochrome Schichtglasprobe wird derart bestrahlt,
dass das einfallende Licht in die photochrome Schicht
10 eindringt, nachdem es das Pilter 12 passiert hat. Dieses Pilter 12 stellt für sich allein die beiden charakkteristisehen
Punktionen gemäss der Erfindung sicher, die im vorhergehenden Beispiel durch die Zuordnung der Pilter
7 und 8 erreicht wurden.
Venn die Schichtglasprobe von der Seite des Glases 11, d. h. ohne Schutz durch das optische Pilter bestrahlt
wird, verliert sie ihre photochromen Eigenschaften ungefähr 6mal schneller als im gegenteiligen Pail.
Um eine für den Durchgang von Sonnenlicht unterschiedlich empflindliche Verglasung zu erreichen, verwendet man ge-
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wohnlich verhältnismässig bedeutende Konzentrationen
an photochromer Substanz, die derart ausgewählt ist,
dass die erste Absorbtionsbande beginnend von grossen Wellenlängen zu den kürzeren Wellenlängen, zwischen
3.300 Ϊ und 4.000 £ liegt.
Bei solchen Verglasungen besitzt das zweite charakteristische Merkmal der Erfindung, d.h. die Absorbtion
eines Anteiles, bestimmt durch Strahlung mit der Wellenlänge oberhalb einer maximalen Wellenlänge
von >tM der verwendeten photochromen Substanz, eine
grosse Bedeutung, denn dieses Merkmal ermöglicht die Regulierung der optischen Dichte, die die Verglasung
unter dem Einfluss von Sonnenlicht annimmt,
Man stellt eine Mehrfachverglasung entsprechend derjenigen »nach Beispiel 1 (Pig. 4) her mit dem Unterschied,
dass die Konzentration der photochromen Substanz in der Schicht 3 3x10""' Mol/liter beträgt.
Andererseits gibt man zwischen die Glasplatte 2 und das optische Filter eine Folie aus Polyvinylbutyral von
0,3 mm Dicke mit einer Moliküldichte von 4x1 <f Mol/cm2
an Nitro-Anthracen, Das optische Filter hat die Aufgabe, die Absorbtion von Strahlungen mit einer Wellen-
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länge über yt jj (3.600 S) in einem Anteil von ca.
50 Prozent sicher zu stellen.
Die derart geschützte photochrome Substanz versetzt sich annähernd 8mal weniger schnell als bei Bestrahlung
ohne Zwischenschaltung des Filters.
Auf eine Glasscheibe NG 5 der JENAer Glaswerke Schott
deren Durchlässigkeitskurve in Pig. 3 wiedergegeben ist, bringt man eine photochrome Schicht durch Verdampfung
einer Lösung von Polyvinylbutyral (Ehovinal 90/18 der Societe Bhone-PaiLenc) mit 10 Gewichtsprozent in
Primär-Butanol enthalten 5*10~5 Mol/Liter 1-Phenyl-3,3-Dimethyl
Indolino-2 Spiro-21 Nitro-61 Benzo (b) Pyran
auf.
Die derart geschützte photochrome Substanz zersetzt sich
ca. 12mal weniger schnell als bei Bestrahlung ohne Zwischenschaltung des Filters.
Bei gewissen Anwendungsgebieten, beispielsweise bei Sonnengläsern im sichtbarem Bereich, ist es wünschenswert,
sehr rasch eine bedeutende optische Dichte unter
dem Einfluss der Sonneneinstrahlung zu erzielen. Das erste charakteristische Merkmal gemäss der Erfindung,
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d. h. die Absorbtion der kurzen Wellenlängen nahe bei ultraviolett, ist dabei ausschlaggebend. Dagegen
kann das zweite Merkmal, d. h. die Absorbtion der Strahlung mit Wellenlängen über X „ für die
betrachtete photochrome Substanz gegebenenfalls ausser Betracht bleiben·
Man stellt ein Schichtglassystem entsprechend demjenigen nach Beispiel 3 (Fig. 6) her, in welchem
das Filter 12 ein Glas AIH der Societe Sovirel ist
und eine Sicke von 1 mm aufweist· Bei der in der Schicht 10 aus Polyvenylbutyral enthaltenen photochromen
Substanz handelt es sich um 1,3,3-Srimethyl-5-Methoxy
Indolino-2 Spiro-21 Nitro Naphto (2,1-b)
Pyran mit einer Dichte von 2x10 Mol/cm . Die optische Dichte eines solchen Schichtglases bei Einstrahlung
von Sonnenlicht erreicht nach einigen Sekunden 0,7 für Wellenlängen von 5.800 £ .
Man stellt eine photochrome Anordnung analog derjenigen nach Beispiel 1 her, in der jedoch die Flächen der
Wanne nicht eben sind und die Form von Augengläsern aufweisen, und wo die photochrome Substanz eine Benzol-
109824/0468 -11-
lösung yon 1,3^3 Trimethyl-Indolino-2 Spiro-21
Nitro-6 Benzo (b) Pyran mit einer Konzentration
von 2x10 Mol/Liter ist. Die optische Dichte einer solchen Anordnung bei Sonnenbestrahlung
nimmt nach einigen Sekunden den Wert von 1,2 bei 6.050 & an. Eine solche Anordnung eignet sich
für die Herstellung von Sonnenaugengläsern.
Unter einer photochromen Substanz versteht man eine sich in Abhängigkeit von der auftreffenden Lichtenergie
reversiebel verfärbende Substanz. ·.
- 12 -
4/07,68
Claims (5)
- M OO 966Patentansprüche :Υ. Verfahren zum Schutz von Schichten aus photochromen Spiro-Pyran-Substanzen, dadurch gekennzeichnet , daß zwischen die photochrome Schicht und die Strahlungsquelle ein für kurze Wellenlängen lichtundurchlässiges optisches Filter solcher Ausbildung eingesetzt wird, daß der vom Filter hindurchgelassene prozentuale Anteil des Lichtes mit der Wellenlänge Aj/f^OOkleiner oder gleich ein Viertel des prozentualen Anteiles des durchgelassenen Lichtes mit einer Wellenlänge"Am+^00 ist, wobei Am größer oder gleich 3.250 ?i und die im betrachteten Milieu maximale Wellenlänge der ersten Absorbtionsbande im sichtbaren oder ultravioletten Licht, gerechnet von den großen Wellenlängen her, der zu schützenden photochromen Substanz in ihrem am wenigsten das Licht absorbierenden Zustand ist.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1 zum Schütze von photochromen Substanzen, · deren maximales Am &er ersten Absorbtionsbande beginnend von den großen Wellenlängen her bei 3.620 ?i liegt, dadurch gekennzeichnet, daß man ein optisches l?il"i?arer verwendet, welches bei Avr+^OO, d.h. 3.720 1 , 78 Prozent des Lichtes und bei ^-30O1 d.h. 3.320 £ nur 3 Prozent des Lichtes durchläßt.109824/0 4 68- "1"~BAD ORiGiNAL
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch g e k e η η - / ζ e i chne t-, daß dem ersten Schutzfilter ein "zweites Schutzfilter zugeordnet wird, das Licht absorbiert, dessen Wellenlänge zwischen A™ "1111^-Am + 400 liegt, der Art, daß die prozentuale Absorbtion des Filters bei/L,+ 400 größer oder gleich der Hälfte der prozentualen Absorbtion beiist· ' ■'■■ ·
- 4. !lach dem Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3 hergestellte Sonnengläser.
- 5. ITach dem Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3 hergestellte Verglasungen. ..1 0 9 8 7 kl Π l, 6 8
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Cited By (1)
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| WO1993004387A1 (de) * | 1991-08-22 | 1993-03-04 | Optische Werke G. Rodenstock | Optisch transparentes photochromes kunststoffmaterial |
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| BE717947A (de) | 1969-01-13 |
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