DE1770167C3 - Verfahren zur fermentativen Herstellung von Orotidylsäure - Google Patents
Verfahren zur fermentativen Herstellung von OrotidylsäureInfo
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Description
20
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur fermentativen Herstellung von Orotidylsäure durch Züchten
von Mikroorganismen.
Orotidylsäure, auch als Orotidin-5'-phosphorsäure bezeichnet, hat die folgende Struktur
HO—P-O-CH2
OH
OH
C-COOH
35
40
45
Sie stellt ein wichtiges Zwischenprodukt bei der Synthese von Nucleinsäuren dar und ist außerdem ein
wertvolles biochemisches Reagens.
Orotidylsäure kann auf fermentativem oder chemischem Wege hergestellt werden (vgl. »Journal of
Biological Chemistry«, Bd. 215, S. 403 [1955], und Bd. 235, S. 2379 [ 1960], bzw. »Journal of the American
Chemical Society«, Bd. 85, S. 1118 bis 1123 [1963]).
Diese bekannten Verfahren eignen sich jedoch nicht für die großtechnische Herstellung von Orotidylsäure.
weil die dafür erforderlichen Ausgangsmaterialien schwer zugänglich und teuer und die dabei erzielbarcn
Ausbeuten niedrig sind.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein verbessertes Verfahren zur Herstellung von Orotidylsäuren anzusehen
mit dessen Hilfe es möglich ist, diese wichtige Verbindung auf verhältnismäßig einfache und wirtschaftliche
Weise im Rahmen eines großtechnisch durchführbaren Verfahrens herzustellen.
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur fermentativen Herstellung von Orotidylsäure durch
Züchten von Mikroorganismen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man Brevibacterium ammoniagenes
ATCC 6872, Corynebacterium sp. ATCC 21084, Arthrobacter sp. ATCC 21085 oder Micrococcus sodonensis
ATCC 15932 in einem wäßrigen Nährmedium. das außer den üblichen Bestandteilen 6-Azauracil,
5-Hydroxyuracil oder deren Riboside in einer Konzentration von etwa 10 bis 2000 μΒ/ΐηΙ, bezogen auf
die entsprechende Base, enthält, unter aeroben Bedingungen bei einer Temperatur von etwa 20 bis etwa
4O0C und einem pH-Wert von etwa 4,0 bis etwa 9.5
züchtet und die im Zücbtungsmedium angereicherte Orotidylsäure in an sich bekannter Weise abtrennt.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es möglich, Orotidylsäure auf fermentativem Wege in
technisch einfacher und wirtschaftlicher Weise im Rahmen eines großtechnischen Verfahrens in hoher
Ausbeute herzustellen.
Zur Durchführung des Verfahrens der Erfindung eignet sich sowohl ein synthetisches Nährmedium als
auch ein natürliches Nährmedium, sofern es die für das Wachstum des eingesetzten Mikroorganismen-Stammes
wesentlichen Nährstoffe enthält. Derartige Nährstoffe sind bekannt. Zu ihnen gehören beispielsweise
eine Kohlenstoffquelle, eine Stickstoffquelle und anorganische Verbindungen.
Geeignete Kohlenstoffquellen sind z. B. Kohlenhydrate,
wie Glukose, Fruktose, Maltose, Rohrzucker, Stärke, Stärkehydrolysate und Melassen oder
organische Säuren, wie Essigsäure, Milchsäure und Glutaminsäure. Diese Substanzen können entweder
allein oder in Mischung aus zwei oder mehreren eingesetzt werden.
Geeignete Stickstoffquellen sind Harnstoff, Ammoniak
oder Ammoniumsalze, wie Ammoniumchlorid, Ammoniumsulfat, Ammoniumnitrat, Ammoniumacetat
und Ammoniumphosphat; außerdem lassen sich Naturstoffe, die Stickstoff enthalten, verwenden, wie
z. B. Maisquellwasser, Hefeextrakt. Fleischextrakt. Pepton, Fischmehl, Fleischbrühe, Kascinhydrolysale.
Casaminosäure, lösliche Fischbestandteile und Reiskleieextrakt. Auch diese Substanzen können entweder
allein oder in Mischung aus zwei oder mehreren eingesetzt werden.
Anorganische Verbindungen, die dem Nährmedium zugesetzt werden können, sind z. B. Magnesiumsulfat.
Natriumphosphat, Kaliumdihydrogenphosphat, KaIiummonohydrogenphosphat,
Eisensulfat, Manganchlorid, Calciumchlorid, Natriumchlorid und Zinksulfat.
Bei der Züchtung der verwendeten Mikroorganismen-Stämme wird dem Nährmedium außerdem Biotin
zugesetzt.
Erfindungsgemäß werden 6-Azauracil, 5-Hydroxyuracil oder deren Riboside oder Mischungen dieser
Verbindungen auf einmal oder in Abständen während des Verlaufs der Fermentation zugesetzt Das 6-Azauracil
und das 5-Hydro>>yuracil können dem Nährmedium
in Form der entsprechenden Salze, beispielsweise in Form der Sulfate oder Hydrochloride, zugesetzt
werden.
Die zugesetzte Menge an 6-Azauracil. 5-Hydroxyuracil oder deren Ribosiden liegt zwischen etwa
3 J 4
10 jig/ml und etwa 2000 ug/ml, bezogen auf die ent- wonnen, indem das Filtrat, das beim Abzentrifugieren
sprechende Base. der Mikroorganismenzellen vcn der Kuiturbrühe er-
Die Züchtung der Mikroorganismen wird unter halten worden war, durch eine mit einem stark basi-
aeroben Bedingungen durchgerührt, z. B. durch aero- sehen Anionenaustauscherharz (Polystyrol-Ameisen-
bes Schütteln der Kultur oder durch Rühren und Be- s säure-Typ) gefüllte Säule geleitet wurde. In dieser
lüften einer Submerskultur be· einer Temperatur von Säule wurde die Orotidylsäure adsorbiert. Die Säule
etwa 20 bis etwa 4OC sowie bei einem pH von etwa wurde anschließend mit einer wäßrigen Ammonium-
4,0 bis etwa 9,5. Nach etwa 2- bis 8tägiger Züchtung formiatlösung eluiert. Die Fraktionen, welche die
unter diesen Bedingungen haben sich merkliche Men- Orolidylsäure enthielten, wurden zur Trockne einge-
gen an Orotidylsäure gebildet, die sich in dem Züch- io dampft. Die Ausbeute betrug 0,7 g aus 2 1 Züchtungs-
tungsmedium anreichern. medium.
Nach Beendigung der Züchtung kann die Orotidyl- Beispiel ~>
säure von dem Züchtungsmedium nach üblichen
säure von dem Züchtungsmedium nach üblichen
Methoden abgetrennt werden, beispielsweise durch Die Züchtung wurde wie im Beispiel 1 durchgeführt.
Behandlung mit einem lonenaust^uscherharz. durch 15 jedoch mit der Ausnahme, daß 5-Hydroxyuracil dem
Ausfällung, durch Adsorption oder Chromatographie. Medium 72 Stunden nach Beginn des Züchtens in
Die folgenden Beispiele erläutern die Erfindung. einer Menge von 1000 ng/ml zugesetzt wurde. Das
Sofern nichts anderes angegeben ist, beziehen sich die Züchten wurde dann weitere 24 Stunden lang fortge-
Prozentangaben auf das Gewicht pro Liter Wasser. setzt. Dabei wurde Orotidylsäure in einer Konzen-
R . 20 tration von 0,4 mg/ml in dem Züchtungsmedium ange-
Brevibacterium ammoniagenes ATCC 6872 wurde Beispiel 3
als Impfstamm verwendet. Er wurde in einem Impfkulturmedium, das 2% Glukose, 1% Pepton, 1% Die Züchtung wurde wie im Beispiel 1 durchge-Hefeextrakt, 0,3% NaCl und 30 μg/l Biotin enthielt, 25 führt, jedoch mit der Ausnahme, daß Corynebacterium bei 300C 24 Stunden lang gezüchtet. sp. ATCC 21084 als Impfmikroorganismus eingesetzt
als Impfstamm verwendet. Er wurde in einem Impfkulturmedium, das 2% Glukose, 1% Pepton, 1% Die Züchtung wurde wie im Beispiel 1 durchge-Hefeextrakt, 0,3% NaCl und 30 μg/l Biotin enthielt, 25 führt, jedoch mit der Ausnahme, daß Corynebacterium bei 300C 24 Stunden lang gezüchtet. sp. ATCC 21084 als Impfmikroorganismus eingesetzt
2 ml der erhaltenen Impfkultur wurden in einen wurde. Die Menge an Örotidylsäure. die ni dem erkonischen
250-ml-Kolben. der 20 ml eines Nähr- haltenen Züchtungsmedium erzeugt wurde, betrug
mediums enthielt, das durch lOminütige Behandlung 1,0 mg/ml.
in einem Autoklav unter einem Druck von 1 kg/cm2 30 B e i s ρ i e 1 4
sterilisiert worden war, überimpft. Das verwendete
sterilisiert worden war, überimpft. Das verwendete
Nährmedium hatte die folgende Zusammensetzung: Die Züchtung wurde wiederum wie im Beispiel 1
r, . inn durchgeführt, jedoch mit der Ausnahme, daß Arthro-
Harnstoff 6 - h'dC{^ SP; ATCC 21 °85 als ImPfstamm verwendet
■r j_j pQ J0^ 35 wurde. Die Menge an Orotidylsäure, die in dem er-
K HPO4
10^ haltenen Züchtungsmedium erzeugt wurde, betrug
MgSo4 4 7h\'o' ;;■.;■.:'.'.;'.'.; ■.■.■.:::: ίο g °>42 m&/ml·
CaCl2 ■ 2 H2O 0,1g Beispiel5
K" r.,wi
Sf 40 Micrococcus sodonensis ATCC 15932 wurde als
mg lmpfmikroorganismus an Stelle von Brevibacterium
Das Nährmedium wurde dadurch hergestellt, daß ammoniagenes ATCC 6872 verwendet. Die Züchtung
diese Bestandteile in 1 1 Wasser gelöst wurden und der wurde wie im Beispiel 1 durchgeführt. Die Menge an
pH-Wert mittels NaOH auf 8,0 eingestellt wurde. Orotidylsäure, die in dem Züchtungsmedium erzeugt
Das Züchten wurde dann unter aerobem Schütteln 45 wurde, betrug 0,69 mg/ml,
der Kultur bei 30eC durchgeführt. 24 Stunden nach Beispiel 6
Beginn des Züchtens wurde 6-Azauracil dem Medium
Beginn des Züchtens wurde 6-Azauracil dem Medium
in einer Konzentration von 1000 [xg/ml zugesetzt. Das Die Züchtung wurde wie im Beispiel 1 durchgc-
Züchten wurde weitere 72 Stunden lang fortgesetzt. führt, jedoch mit der Ausnahme, daß 6-Azauridin in
Nach einer gesamten Züchtungszeit von 96 Stunden 50 einer Konzentration von 1500 iJLg/ml dem Medium
reicherte sich die Orotidylsäure in einer Konzentration zugesetzt wurde. Die Menge an Orotidylsäure, die in
von 0,98 mg/ml in dem Züchtungsmedium an. dem erhaltenen Züchtungsmedium anfiel, betrug
Die Orotidylsäure wurde als Ammoniumsalz ge- 0,69 mg/ml.
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zur fermentativen Herstellung von Orotidylsäure durch Züchten von Mikroorganismen, dadurch gekennzeichnet, daß man Brevibacterium ammoniagenes ATCC 6872, Corynebacterium sp. ATCC 21084, Arthrobacter sp. ATCC 21085 oder Micrococcus sodonensis ATCC 15932 in einem wäßrigen Nährmedium, das außer den üblichen Bestandteilen 6-Azauracil, 5-Hydroxyuracil oder deren Riboside in einer Konzentration von etwa 10 bis 2000 μg/ml, bezogen auf die entsprechende Base, enthält, unter aeroben Bedingungen bei einer Temperatur von etwa 20 bis etwa 400C und einem pH-Wert von etwa 4,0 bis etwa 9,5 züchtet und die im Züchtungsmedium angereicherte Orotidylsäure in an sich bekannter Weise abtrennt.
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| JP2420967 | 1967-04-18 | ||
| JP4014167 | 1967-06-24 |
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| DE1770167B2 DE1770167B2 (de) | 1975-02-27 |
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- 1968-04-15 US US721189A patent/US3560342A/en not_active Expired - Lifetime
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) |