DE1760938C3 - Verfahren zum Herstellen orientierter Fäden aus synthetischen Polymeren - Google Patents
Verfahren zum Herstellen orientierter Fäden aus synthetischen PolymerenInfo
- Publication number
- DE1760938C3 DE1760938C3 DE1760938A DE1760938A DE1760938C3 DE 1760938 C3 DE1760938 C3 DE 1760938C3 DE 1760938 A DE1760938 A DE 1760938A DE 1760938 A DE1760938 A DE 1760938A DE 1760938 C3 DE1760938 C3 DE 1760938C3
- Authority
- DE
- Germany
- Prior art keywords
- threads
- temperature
- brake
- thread
- brake pin
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Expired
Links
- 238000000034 method Methods 0.000 title claims description 16
- 229920001059 synthetic polymer Polymers 0.000 title claims description 4
- 238000001816 cooling Methods 0.000 claims description 6
- 230000009477 glass transition Effects 0.000 claims description 5
- 238000002844 melting Methods 0.000 claims description 5
- 230000008018 melting Effects 0.000 claims description 5
- 239000007788 liquid Substances 0.000 description 6
- 238000009987 spinning Methods 0.000 description 5
- 238000004519 manufacturing process Methods 0.000 description 4
- 230000003247 decreasing effect Effects 0.000 description 3
- 229920000642 polymer Polymers 0.000 description 3
- LYCAIKOWRPUZTN-UHFFFAOYSA-N Ethylene glycol Chemical compound OCCO LYCAIKOWRPUZTN-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 2
- -1 Polyethylene terephthalate Polymers 0.000 description 2
- 238000010438 heat treatment Methods 0.000 description 2
- 239000004033 plastic Substances 0.000 description 2
- 229920003023 plastic Polymers 0.000 description 2
- 229920000139 polyethylene terephthalate Polymers 0.000 description 2
- 239000005020 polyethylene terephthalate Substances 0.000 description 2
- 230000001105 regulatory effect Effects 0.000 description 2
- 239000004952 Polyamide Substances 0.000 description 1
- 230000033228 biological regulation Effects 0.000 description 1
- 239000003795 chemical substances by application Substances 0.000 description 1
- 238000009833 condensation Methods 0.000 description 1
- 230000005494 condensation Effects 0.000 description 1
- 230000001276 controlling effect Effects 0.000 description 1
- 238000010411 cooking Methods 0.000 description 1
- 238000002425 crystallisation Methods 0.000 description 1
- 230000008025 crystallization Effects 0.000 description 1
- 230000007423 decrease Effects 0.000 description 1
- 239000000835 fiber Substances 0.000 description 1
- 239000012530 fluid Substances 0.000 description 1
- WGCNASOHLSPBMP-UHFFFAOYSA-N hydroxyacetaldehyde Natural products OCC=O WGCNASOHLSPBMP-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 1
- 238000002074 melt spinning Methods 0.000 description 1
- 239000002184 metal Substances 0.000 description 1
- 229920002647 polyamide Polymers 0.000 description 1
- 229920000728 polyester Polymers 0.000 description 1
- 229920000098 polyolefin Polymers 0.000 description 1
- 230000000284 resting effect Effects 0.000 description 1
- 230000000630 rising effect Effects 0.000 description 1
- 238000011282 treatment Methods 0.000 description 1
- 230000001960 triggered effect Effects 0.000 description 1
- XLYOFNOQVPJJNP-UHFFFAOYSA-N water Chemical compound O XLYOFNOQVPJJNP-UHFFFAOYSA-N 0.000 description 1
Classifications
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01D—MECHANICAL METHODS OR APPARATUS IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS
- D01D5/00—Formation of filaments, threads, or the like
- D01D5/08—Melt spinning methods
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01D—MECHANICAL METHODS OR APPARATUS IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS
- D01D5/00—Formation of filaments, threads, or the like
- D01D5/12—Stretch-spinning methods
- D01D5/16—Stretch-spinning methods using rollers, or like mechanical devices, e.g. snubbing pins
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Textile Engineering (AREA)
- Spinning Methods And Devices For Manufacturing Artificial Fibers (AREA)
- Yarns And Mechanical Finishing Of Yarns Or Ropes (AREA)
- Artificial Filaments (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen orientierter Fäden aus synthetischen Polymeren mit
einem Titer zwischen 1 und 90 den, durch Abkühlen der aus der Spinndüsenplatte kommenden Fäden und
Hindurchführen der Fäden durch eine Bremsvorrichtung, die sich in einem solchen Abstand von der
Spinndüsenplatte befindet, daß die Fäden an dieser Stelle auf eine Temperatur abgekühlt sind, die über ihrer
Glasumwandlungstemperatur und wenigstens 500C unterhalb ihres Schmelzpunktes liegt.
Bei einem derartigen, durch die US-PS 30 02 804 bekannten Verfahren werden die schmelzgesponnenen
Fäden durch ein Flüssigkeitsbad geführt und danach mit einer Spannung von mindestens 1 g/den abgezogen. Die
Verwendung eines Flüssigkeitsbades zur Fadenabkühlung hat jedoch nicht nur den Nachteil eines
verhältnismäßig großen verfahrenstechnischen Aufwandes, weil das Bad mit Flüssigkeitsrücklauf und
Abtropfeinrichtungen ausgestattet sein muß sowie mit Vorrichtungen, die die Badtemperatur und den Badspiegel
konstant halten, sondern wirkt sich auch qualitätsmindernd auf den Faden selbst aus, weil die erhaltenen
Fäden sich durch große Ungleichmäßigkeiten kennzeichnen. Dies ist darauf zurückzuführen, daß aufgrund
des in einem solchen Bad stattfindenden ständigen Flüssigkeitszuflusses und -abflusses aufgrund von vom
Faden mitgerissener Flüssigkeit sowie durch Strömungsturbulenz bei hohen Fadengeschwindigkeiten, die
Badtemperatur konstant zu halten, nicht möglich ist.
Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb darin, das Verfahren der eingangs genannten Art so zu verbessern,
daß nicht nur der verfahrenstechnische Aufwand, der durch Verwendung von Flüssigkeitsbändern entsteht,
vermieden wird, sondern daß auch die Fadenqualität insbesondere im Hinblick auf das Erreichen einer hohen
Gleichmäßigkeit, guten Festigkeit und niedrigen Deh nung verbessert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Bremsvorrichtung aus einer Führungsvorrichtung,
mindestens einer frei drehbaren Rolle und mindestens einem Bremsstift besteht, daß die Führungsvorrichtung
und der Bremsstift bei einer konstanten Temperatur gehalten werden, die wenigstens 100C
s unterhalb der Temperatur der Fäden und über dem Taupunkt der umgebenden Luft liegt, und daß man die
Fäden mit einer Spannung von weniger als 1 g/den von dem Bremsstift abzieht. Mit Hilfe der erfindungsgemä-Den
Bremsvorrichtung wird unter Verwendung eines
ίο Flüssigkeitsbades und ohne zusätzliche Lief er- und
Streckrollen und damit ohne einen erheblichen verfahrenstechnischen Aufwand ein orientierter Faden hergestellt,
der sich durch eine hohe Gleichmäßigkeit auszeichnet, wie sie bisher nur entweder durch
konventionelles Verstrecken zwischen Lief er- und Streckrollen verschiedener Geschwindigkeiten oder
durch Schnellspinnen erhalten wurde.
Die vorgeschriebene Temperatur ist nicht nur wichtig für die Orientierung der Fäden, sondern auch für ihren
glatten Lauf in der Spinnapparatur. Wenn die Temperatur der Fäden beim Passieren der Bremsstifte
zu hoch ist, können die Fäden miteinander verkleben, während bei zu niedrigen Temperaturen eine gegenseitige
Abstoßung der Fäden durch elektrostatische Kräfte erfolgen kann. Da die Fäden die Spinndüsen bei
Temperaturen über ihrem Schmelzpunkt verlassen, müssen sie gekühlt werden, und diese Kühlung erfolgt
im allgemeinen durch die abwärts gerichtete Bewegung der Fäden durch ruhende oder in Querrichtung bewegte
Luft von Raumtemperatur. Da dünne Fäden sich rascher abkühlen als dicke Fäden, unterscheiden sich die
Abstände von den Spinndüsen, bei denen sich die Fäden in dem vorgeschriebenen Temperaturbereich befinden,
sehr beträchtlich für Einzelfäden von verschiedenem Titer. Der Abstand zwischen Spinndüsenplatte und
Bremsstiften ist daher ein wichtiges Mittel, um die Temperatur der Fäden im Stadium der Orientierung zu
regulieren. Die Abkühlung der Fäden bei ihrer abwärts gerichteten Bewegung von den Spinndüsen erfolgt
jedoch nicht gleichmäßig und ohne Unterbrechung, sondern die Temperatur der Fäden steigt vorübergehend
wieder an, wenn sie die Bremsstifte passieren. Dieser Temperaturanstieg hat seine Ursache in der
Bildung von Wärme infolge von Reibung der Fäden an den Bremsstiften und infolge von Änderungen im
Molekularzustand der Fäden. Solche Änderungen sind z. B. Orientierung der Fadenmoleküle und, im Fall von
kristallisierbaren Polymeren, Einsetzen der Kristallisation, die durch Orientierung der Fäden ausgelöst wird.
Um zu verhindern, daß die Temperatur der Fäden zu hoch ansteigt, werden daher die Bremsstifte auf einer
konstanten Temperatur gehalten, die wenigstens 10° C unterhalb der Temperatur der Fäden, aber übe·· dem
Taupunkt der umgebenden Luft liegt, um Kondensation von Wasserdampf auf den Bremsstiften zu vermeiden.
Da auch eine gewisse Wärmeübertragung von den Fäden auf die Führungsvorrichtung stattfindet, wird
auch diese auf einer konstanten Temperatur gehalten, die gewöhnlich dieselbe wie die der Bremsstifte ist.
Die Zeichnung zeigt in
Fig. 1 eine Vorrichtung zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens und in
F i g. 2 ein Diagramm, welches die Beziehung zwischen der Fadenspannung und dem Abstand
zwischen Spinndüsenplatte und Bremsstift-Aggregat darstellt.
Die aus der Spinndüsenplatte 1 extrudierten Fäden 2 werden quergerichteter Kühlluft 3 ausgesetzt und über
eine Führungsvorrichtung 4 geleitet, die aus einem Stift
mit mehreren U-förmigen Rillen besteht, je eine Rille für einen Faden oder ein Fadenbündel. Darauf leitet
man die Fäden um zwei frei drehbar s Rollen 5, die wie ein Schwungrad wirken und dazu dienen, den Fadenlauf
zu stabilisieren. Von den Rollen 5 werden die Fäden über zwei Bremsstifte 6 geführt, die auf einem
drehbaren Sockel sitzen, so daß man durch Drehen des Sockels die Kontaktbögen zwischen den Fäder und den
Bremrstiften und damit die Bremsung der Fäden leicht
variieren kann. Während es ohne weiteres möglich ist, gemäß der Erfindung Fäden unter Benutzung von nur
einem Bremsstift herzustellen, wird die beschriebene Anordnung vorgezogen, weil sie es erlaubt, die
Bremsung der Fäden feiner zu regulieren. Wenn eine verstärkte Bremsung der Fäden verlangt wird, kann
man auch ein System von vier Bremsstiften mit je zwei Bremsstiften auf einem Sockel verwenden. Nach dem
Verlassen der Bremsstifte 6 passieren die Fäden die Rolle 7, die ein Avivagemittel überträgt, und schließlich
werden die Fäden durch die angetriebenen Abzugsrollen 8 abgezogen und auf die Spule 9 aufgewickelt.
Die Führungsvorrichtung 4, die Rollen 5 und die Bremsstifte 6 bilden innerhalb des Apparats ein
einheitliches Bremsstift-Aggregat mit festen Abständen voneinander, während der Abstand zwischen dem
Bremsstift-Aggregat und der Spinndüsenplatte variabel ist
Die Eigenschaften der Fäden eines gegebenen Titers, besonders ihre Festigkeit und Dehnung hängen von
vielen Faktoren ab, wie Temperatur der Spinnmasse, Temperatur der Führungsvorrichtung und der Bremsstifte,
Temperatur der Fäden beim Passieren der Bremsstifte, Bremsung der Fäden an den Bremsstiften,
Abstand zwischen Spinndüsenplatte und Bremsstift-Aggregat, Abzugsgeschwindigkeit und Abzugsspannung
der Fäden. Viele dieser Verfahrensbedingungen sind wechselseitig voneinander abhängig, und bei der
praktischen Ausführung können die erforderlichen Einstellungen auf Regulierung der Fadentemperatur,
der Fadenbremsung und der Temperatur von Führungsvorrichtung und Bremsstiften beschränkt werden, wobei
sowohl Erhöhung der Fadentemperatur wie auch Erhöhung der Fadenbremsung und der Temperatur der
Bremsstifte eine Steigerung der Fadenorientierung bewirken.
Der Abstand zwischen Spinndüsenplatte und Bremsstift-Aggregat ist ein wichtiges Mittel, um die Temperatur
der Fäden im Stadium der Orientierung zu regulieren. Während man diesen Abstand reguliert, wird
die Temperatur von Führungsvorrichtung und Bremsstiften und die Bremsung der Fäden an den Stiften auf
einem vorbestimmten Wert gehalten. Obwohl man den geeigneten Abstand zwischen Spinndüsenplatte und
Bremsstift-Aggregat durch Beobachtung der resultierenden Fadentemperaturen finden kann, besteht eine
bequemere und genauere indirekte Methode darin, die Abzugsspannung der Fäden zwischer den Bremsstiften
und den Abzugsrollen zu messen. Diese Spannung ist von der Fadentemper?*1»· und der Fadenbremsung
abhängig, und es wur^w aüu ι aschenderweise gefunden,
daß eine Kurve, welche die Fadenspannung in Abhängigkeit vom Abstand zwischen Spinndüsenplatte
und Bremsstift-Aggregat graphisch darstellt, ein deutliches Minimum durchläuft, und daß bei einem Abstand
des Aggregats entsprechend oder nahe diesem Minimum, sich die Fäden in dem vorgeschriebenen
Temperaturbereich befinden, d. h. über ihrer Glasumwandlungs-Temperiitur
und wenigstens 500C unter ihrem Schmelzpunkt
Von diesem Minimum steigt die Fadenspannung an, und zwar sowohl bei zunehmendem als bei abnehmendem
Abstand zwischen Spinndüsenplatte und Bremsstift-Aggregat Es wurde jedoch gefunden, daß, wenn
sich das Bremsstift-Aggregat in einem Gebiet befindet, in dem zunehmende Spannung abnehmendem Abstand
entspricht, die erhaltenen Fäden eine hohe Gleichmäßigkeit in bezug auf Duchmesser und Doppelbrechung,
eine gute Festigkeit und eine niedrige Dehnung besitzen, während, wenn sich das Bremsstift-Aggregat
in einem Gebiet befindet, in dem zunehmende Spannung mit zunehmender Entfernung zusammenfällt, die Fäden
eine schlechte Gleichmäßigkeit, eine niedrige Festigkeit und eine hohe Dehnung aufweisen.
Sobald die Position des Bremsstift-Aggregats festgelegt ist, kann man die Fadenspannung feiner einstellen,
indem man die Bremsung der Fäden an den Bremsstiften und die Temperatur von Führungsvorrichtung und
Bremsstiften reguliert Sowohl Erhöhung der Fadenbremsung als auch Erhöhung der Bremsstift-Temperatur
erhöht die Fadenspannung, und infolge der erwähnten Beziehungen zwischen Fadenspannung,
Festigkeit und Dehnung ist es mit Hilfe dieser Regulierungen auf einfache Weise möglich, Fäden mit
den gewünschten Eigenschaften herzustellen.
Die Geschwindigkeit, mit der die orientierten Fäden von den Bremsstiften abgezogen werden, kann in
weiten Grenzen variieren. Die in den nachfolgenden Beispielen beschriebenen Geschwindigkeiten liegen
zwischen 400 und 1000 m/min, aber höhere Geschwindigkeiten erwiesen sich gleichfalls als brauchbar. Die
Abzugsspannung beträgt weniger als 1 g/den und ist im Vergleich mit den Spannungen üblicher Streckverfahren
überraschend niedrig. Als Erklärung wird angenommen, daß unter den Bedingungen, unter denen gemäß
der Erfindung die Orientierung der Fäden erfolgt, d. h. oberhalb ihrer Glasumwandlungstemperatur, die Fäden,
obwohl bereits verfestigt, sich noch in einem plastischen und im wesentlichen nicht kristallinen Zustand befinden,
und daß die Orientierung der Fäden in diesem Zustand beträchtlich weniger Kraft erfordert als die Orientierung
von Fäden, die einen nicht plastischen und teilweise kristallinen Zustand aufweisen.
Es ist auch charakteristisch für das erfindungsgemäße Verfahren, daß der Titer der erhaltenen Fäden
unabhängig davon ist, ob die Fäden über die Bremsstifte geführt werden oder nicht, d. h., die orientierten Fäden
haben denselben Titer wie die nicht orientierten, aus den Spinndüsenplatten austretenden Fäden. Dies hat gewisse
Vorteile und erlaubt z. B. die Herstellung orientierte.· Fäden von beträchtlich höheren Titern, als man sie aus
in Luft gesponnenen Fäden mittels üblicher Streckmethoden erhalten kann.
Das erfindungsgemäße Verfahren liefert orientierte synthetische Polymerfäden von guter Gleichmäßigkeit,
und es kann bei allen zum Schmelzspinnen geeigneten Polymeren, beispielsweise Polyamiden, Polyestern und
Polyolefinen, benutzt werden. ]e nach der Natur des Polymeren gestattet das Verfahren, Einzelfäden von
etwa ί bis 90 den herzustellen, die eine Festigkeit vop. etwa 2 bis 5 g/den und eine Bruchdehnung zwischen 130
und 10% besitzen. Fäden, Garne und Stapelfasern mit solchen Eigenschaften sind für viele Verwendungen
geeignet, und — wenn gewünscht — kann in den meisten Fällen die Festigkeit der Fäden durch
zusätzliches Verstrecken in direkt angeschlossenen oder
U Mi
separaten Streckverfahren gesteigert werden. Ebenso können natürlich andere Behandlungen erfolgen, wie
z. B. eine Relaxierung der Fäden.
Das folgende Beispiel soll day erfindungsgemäße Verfahren näher erläutern.
Die benutzte Vorrichtung entspricht im wesentlichen der in F i g. 1 beschriebenen, doch enthält sie insgesamt
vier Bremsstifte, wovon je zwei auf einem drehbaren Sockel angebracht sind. Der Durchmesser der Bremsstifte
auf dem ersten Sockel war 19 mm, und der Durchmesser der Bremsstifte auf dem zweiten Sockel
war 12 mm. Führungsvorrichtung und Bremsstifte bestanden aus Metallröhren, welche mit einem Umlaufsystem
verbunden waren, in dem Glycol auf einer konstanten Temperatur von 80° C gehalten wurde.
Polyäthylenterephthalat (Schmelzpunkt =265° C; Glasumwandlungs-Temperatur etwa 77° C), das eine
relative Viskosität von 1,29 und einen Feuchtigkeitsgehalt von weniger als 0,01% hatte, wurde bei 2840C
geschmolzen und in einer Menge von 32 g/min durch eine Spinndüsenplatte mit 20 Löchern versponnen,
wobei jedes Loch einen Durchmesser von 0,33 mm hatte. Die austretenden Fäden wurden durch quer
strömende Luft gekühlt, die eine Temperatur von 21°C, einen Feuchtigkeitsgehalt von 65% und eine mittlere
Geschwindigkeit von 30 m/min hatte.
Die Fäden wurden über eine Führungsvorrichtung, zwei frei drehbare Rollen und über die vier Bremsstifte
geführt. Die Kontaktbögen zwischen den Fäden und den vier Bremsstiften waren nacheinander 84,65,51 und 36°,
und die orientierten Fäden wurden mit einer Geschwindigkeit von 950 m/min abgezogen. Das erhaltene
Fadenbündel hatte einen Gesamttiter von 300 den und
! 5 war aus 20 Einzelfäden von je 15 den zusammengesetzt.
Die Eigenschaften der Fäden bei verschiedenen
Abständen zwischen Spinndüsenplatte und Bremsstift-Aggregrat zeigt die Tabelle. Gemessen wurde stets der
Abstand zwischen Spinndüsenplatte und dem nächsten Punkt des Bremsstift-Aggregats, d. h. der Führungsvorrichtung.
Die Fadenspannung wurde gemessen zwischen dem letzten Bremsstift und den Abzugsrollen.
| Fadenbündel | IB | IC | ID | IE | I F | |
| IA | 60 | 55 | 53 | 52 | 51 | |
| Abstand zwischen Spinndüsenplatte und Bremsstift-Aggregat (cm) |
75 | 140 | 143 | 150 | 153 | 158 |
| Fadentemperatur vor dem ersten Bremsstift (0C) |
100 | 0,21 | 0,17 | 0,31 | 0,44 | 0,74 |
| Fadenspannung (g/den) | 0,31 | 2,6 | 2,9 | 3,8 | 4,3 | 4,7 |
| Festigkeit (g/den) | 1,4 | 86 | 78 | 46 | 27 | 13 |
| Bruchdehnung (%) | 133 | 6,4 | 0,6 | 0,4 | 0,3 | 0,8 |
| Ungleichmäßigkeit des Durchmessers (%) | 27 | 152 | 167 | 198 | 205 | 215 |
| Doppelbrechung (Δη ■ 103) | 133 | 10 | 0,6 | 0,6 | 0,4 | 0,9 |
| Ungleichmäßigkeit der Doppel brechung (%) |
36 | 53 | 26 | 8 | 7,5 | 7 |
| Kochschrumpf (%) | 46 | 0,04 | 0,05 | 0,14 | 0,16 | 0,19 |
| Kristallinität (o-l Skala) | 0,01 | |||||
Wie man aus der Tabelle und Fig.2 ersieht, entspricht das Minimum der Fadenspannung von
0,17 g/den einem Abstand zwischen Spinndüsenplatte und Bremsstift-Aggregat von 55 cm. Von diesem Punkt
steigt die Spannung sowohl bei zunehmendem wie bei abnehmendem Abstand zwischen Spinndüsenplatte und
Bremsstift-AggregaL Aber in dem Gebiet, in dem
steigende Spannung mit zunehmendem Abstand zusammenfällt (Zweig B in Fig.2), zeigen die hohen
Schwankungen von Durchmesser und Doppelbrechung eine schlechte Gleichmäßigkeit der Fäden an, die
Festigkeit der Fäden ist niedrig, und ihre Dehnung ist hoch, während in dem Gebiet, in dem steigende
Spannung abnehmendem Abstand zwischen Spinndüsenplatte und Bremsstift-Aggregat entspricht (Zweig A
in Fig.2), die Fäden eine hohe Gleichmäßigkeit mit Schwankungen von Durchmesser und Doppelbrechung
unter 1 %, eine gute Festigkeit bis 4,7 g/den und eine mittlere bis niedrige Dehnung mit einem Minimum von
13% haben. Die höhere Doppelbrechung und Kristallinität der Fäden mit guter Festigkeit zeigt auch, daß die
Fäden einen höheren Orientierungsgrad als die Fäden mit niedriger Festigkeit besitzen. Es ist auch zu
erkennen, daß der Kochschrumpf der Fäden proportional ihrer Dehnung ist
Die Tabelle zeigt ferner, daß, wenn andere Verfahrensbedingungen
unverändert bleiben, eine Verringerung des Abstands zwischen Spinndüsenplatte und
Bremsstift-Aggregat die Fadentemperatur erhöht und zur Bildung höher orientierter Fäden mit höheren
Festigkeiten und niedrigeren Dehnungen führt
Das Fadenbündel IC mit einer Festigkeit von 2,9 g/den, einer Bruchdehnung von 78% und einer
Doppelbrechung von Δη ■ 103=167 wurde zusätzlich
verstreckt unter Verwendung einer üblichen Streckmaschine mit Abzugsrolle, Heizplatte, Streckstift und
Streckrolle. Das Streckverhältnis war 1,8 : l,m und das erhaltene Fadenbündel hatte eine Festigkeit von
7,6 g/den, eine Dehnung von 6,7% und eine Doppelbre-
chung von Δη ■ 1Ö3=244. Im Gegensatz zu den üblichen
Verstreckungsverfahren für Polyäthylenterephthalat-Fäden benötigte die Abzugsrolle keine Heizung.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
Claims (1)
- Patentanspruch:Verfahren zum Herstellen orientierter Fäden aus synthetischen Polymeren mit einem Titer zwischen 1 und 90 den, durch Abkühlen der aus der Spinndüsenplatte kommenden Fäden und Hindurchführen der Fäden durch eine Bremsvorrichtung, die sich in einem solchen Abstand von der Spinndüsenplatte befindet, daß die Fäden an dieser Stelle auf eine Temperatur abgekühlt sind, die über ihrer Glasumwandungstemperatur und wenigstens 5O0C unterhalb ihres Schmelzpunktes liegt, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsvorrichtung aus einer Führungsvorrichtung, mindestens einer frei drehbaren RoUe und mindestens einem Bremsstift besteht, daß die Führungsvorrichtung und der Bremsstift auf einer konstanten Temperatur gehalten werden, die wenigstens 1O0C unterhalb der Temperatur der Fäden und über dem Taupunkt der umgebenden Luft liegt, und daß man die Fäden mit einer Spannung von weniger als 1 g/den von dem Bremsstift abzieht.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| US66252767A | 1967-08-22 | 1967-08-22 |
Publications (3)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1760938A1 DE1760938A1 (de) | 1972-01-05 |
| DE1760938B2 DE1760938B2 (de) | 1974-08-15 |
| DE1760938C3 true DE1760938C3 (de) | 1980-11-06 |
Family
ID=24658081
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1760938A Expired DE1760938C3 (de) | 1967-08-22 | 1968-07-22 | Verfahren zum Herstellen orientierter Fäden aus synthetischen Polymeren |
Country Status (10)
| Country | Link |
|---|---|
| US (1) | US3511905A (de) |
| BE (1) | BE719663A (de) |
| BR (1) | BR6801093D0 (de) |
| CH (1) | CH475375A (de) |
| DE (1) | DE1760938C3 (de) |
| ES (1) | ES355813A1 (de) |
| FR (1) | FR1577074A (de) |
| GB (1) | GB1168767A (de) |
| LU (1) | LU56739A1 (de) |
| NL (1) | NL139363B (de) |
Families Citing this family (14)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| NL7000713A (de) * | 1969-12-04 | 1971-06-08 | ||
| DE2032950A1 (de) * | 1970-07-03 | 1972-01-05 | Farbwerke Hoechst AG, vorm. Meister Lucius & Brüning, 6000 Frankfurt | Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung latent dreidimensional gekräuselter Fasern und Fäden aus linearen Hochpolymeren |
| US4038357A (en) * | 1972-06-28 | 1977-07-26 | Imperial Chemical Industries Inc. | Manufacture of synthetic filaments |
| JPS5143089B2 (de) * | 1972-11-14 | 1976-11-19 | ||
| US4195161A (en) * | 1973-09-26 | 1980-03-25 | Celanese Corporation | Polyester fiber |
| AR207365A1 (es) * | 1974-06-25 | 1976-09-30 | Monsanto Co | Hilado de nylon 66 con alto modulo en rotura bajo modulo en elongacion de 10% indice en tension positivo y uniformidad de denier una bobina que tiene devanado sobre la misma el hilado y un procedimiento para la hilatura en estado de fusion de nylon 66 |
| AR207251A1 (es) * | 1975-05-22 | 1976-09-22 | Monsanto Co | Procedimiento para producir un hilado partiendo de un polimero de poliamida termoplastica para la hilatura en estado de fusion |
| GB1574305A (en) * | 1976-03-23 | 1980-09-03 | Ici Ltd | Polymeric filaments and processes and apparatus for forming such materials |
| DE2813012C2 (de) * | 1978-03-28 | 1985-04-18 | Institut vysokomolekuljarnych soedinenij Akademii Nauk SSSR, Leningrad | Verfahren zur Herstellung von Erzeugnissen aus Schmelzen kristallisierbarer Polymere |
| ES2019285B3 (es) * | 1985-11-25 | 1991-06-16 | Schweizerische Viscose | Metodo y dispositivo para trenzado de hilos de poliester |
| GB8716243D0 (en) * | 1987-07-10 | 1987-08-19 | Courtaulds Plc | Yarns |
| KR920701536A (ko) * | 1990-02-05 | 1992-08-12 | 더블류. 세틀레, 피. 헤르만 | 모노필라멘트의 고속 방적 방법 및 장치, 및 그에 의해 제조된 모노필라멘트 |
| US5283025A (en) * | 1992-01-09 | 1994-02-01 | Showa Denko Kabushiki Kaisha | Process for producing multifilaments |
| TWI494477B (zh) * | 2008-05-23 | 2015-08-01 | Oerlikon Textile Gmbh & Co Kg | 用以在融熔紡絲時抽出及拉伸一多絲紗線之方法及執行該方法之裝置 |
Family Cites Families (14)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CA700248A (en) * | 1964-12-22 | Kinzinger Emil | Manufacture of artificial filaments of polypropylene | |
| BE492120A (de) * | 1949-02-01 | |||
| BE530338A (de) * | 1953-07-14 | |||
| BE566016A (de) * | 1957-03-25 | |||
| NL229632A (de) * | 1957-07-16 | |||
| US2957747A (en) * | 1958-07-22 | 1960-10-25 | Du Pont | Process for producing crimpable polyamide filaments |
| NL275716A (de) * | 1961-03-09 | |||
| NL129960C (de) * | 1963-04-17 | |||
| US3271943A (en) * | 1963-12-30 | 1966-09-13 | Du Pont | Process for stabilizing bulked yarns and product thereof |
| US3436797A (en) * | 1965-03-08 | 1969-04-08 | Du Pont | Method and apparatus for charging and combining continuous filaments of different polymeric composition to form a nonwoven web |
| BE664693A (de) * | 1965-06-01 | 1965-11-30 | ||
| NL129516C (de) * | 1965-06-01 | |||
| US3364294A (en) * | 1965-09-20 | 1968-01-16 | Monsanto Co | Filament orientation process |
| US3341394A (en) * | 1966-12-21 | 1967-09-12 | Du Pont | Sheets of randomly distributed continuous filaments |
-
1967
- 1967-08-22 US US662527A patent/US3511905A/en not_active Expired - Lifetime
-
1968
- 1968-07-06 ES ES355813A patent/ES355813A1/es not_active Expired
- 1968-07-11 NL NL686809832A patent/NL139363B/xx not_active IP Right Cessation
- 1968-07-22 CH CH1096368A patent/CH475375A/de not_active IP Right Cessation
- 1968-07-22 DE DE1760938A patent/DE1760938C3/de not_active Expired
- 1968-07-30 GB GB36340/68D patent/GB1168767A/en not_active Expired
- 1968-07-31 BR BR201093/68A patent/BR6801093D0/pt unknown
- 1968-08-19 LU LU56739A patent/LU56739A1/xx unknown
- 1968-08-19 BE BE719663D patent/BE719663A/xx not_active IP Right Cessation
- 1968-08-22 FR FR1577074D patent/FR1577074A/fr not_active Expired
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| US3511905A (en) | 1970-05-12 |
| NL6809832A (de) | 1969-02-25 |
| BE719663A (de) | 1969-02-03 |
| NL139363B (nl) | 1973-07-16 |
| DE1760938B2 (de) | 1974-08-15 |
| BR6801093D0 (pt) | 1973-03-29 |
| LU56739A1 (de) | 1968-11-21 |
| GB1168767A (en) | 1969-10-29 |
| DE1760938A1 (de) | 1972-01-05 |
| CH475375A (de) | 1969-07-15 |
| FR1577074A (de) | 1969-08-01 |
| ES355813A1 (es) | 1969-12-16 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| DE1760938C3 (de) | Verfahren zum Herstellen orientierter Fäden aus synthetischen Polymeren | |
| DE2846720C3 (de) | Verfahren zur Herstellung von bauschfähigem Polyester-Filamentgarn | |
| DE2445477A1 (de) | Verfahren zur schnelleren herstellung und strukturellen modifikation von polymeren faeden und folien | |
| EP0937791A2 (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Spinnen eines multifilen Fadens | |
| EP0574870A1 (de) | Verfahren zur Herstellung von Cellulose-Formkörpern | |
| DE1940621A1 (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Schmelzspinnen von Fasern | |
| DE2509557C2 (de) | ||
| DE19653451C2 (de) | Verfahren zur Herstellung eines Polyester-Multifilamentgarnes | |
| DE4219658C2 (de) | Verfahren zur Herstellung von Cellulosefasern -filamenten und -folien nach dem Trocken-Naßextrusionsverfahren | |
| CH645139A5 (de) | Verfahren zur herstellung schmelzgesponnener und molekularorientierend verstreckter, kristalliner filamente. | |
| DE2435009A1 (de) | Verfahren zur herstellung von polyamid6-filamentgarnen | |
| DE3026451A1 (de) | Verfahren zur herstellung hochfester technischer garne durch spinnstrecken und durch das verfahren hergestellte garne, insbesondere aus polyamid- und polyesterfaeden | |
| DE1964051A1 (de) | Verfahren zur Herstellung hochmolekularer technischer Endlosfaeden aus linearen Polymeren | |
| DE19705113C2 (de) | Verstreckvorrichtung und Verfahren zur Herstellung verstreckter Kunststoffilamente | |
| DE69117341T2 (de) | Vorrichtung zum Schmelzspinnen von synthetischen Polymeren | |
| DE2025109A1 (de) | Sohmelzspinnverfahren | |
| EP1221499A1 (de) | Verfahren zum Spinnstrecken von schmelzgesponnenen Garnen | |
| DE2814042A1 (de) | Verfahren zur herstellung von orientierten polymeren mit sehr hohem elastizitaetsmodul | |
| DE69126914T2 (de) | Verfahren zum Spinnen von synthetischen Fasern mit hoher Festigkeit, hohem Modul und niedrigem Schrumpf | |
| DE3331543C2 (de) | ||
| DE69323808T2 (de) | Verfahren für das Hochdruckspinnen von Polyester-Industriegarn | |
| DE2741193A1 (de) | Verfahren und vorrichtung zur herstellung von thermoplastischen faeden | |
| DE3036683A1 (de) | Verfahren und vorrichtung zum schmelzspinnen von synthetischen polymeren | |
| DE2514874B2 (de) | Verfahren zum Schnellspinnen von Polyamiden | |
| DE2501564A1 (de) | Verfahren zur herstellung von faeden aus polyamid oder polypropylen |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| C3 | Grant after two publication steps (3rd publication) | ||
| 8339 | Ceased/non-payment of the annual fee |