DE1535270B1 - Jacquardmaschine mit einzeln elektromagnetisch gesteuerten Litzen - Google Patents
Jacquardmaschine mit einzeln elektromagnetisch gesteuerten LitzenInfo
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- D03C—SHEDDING MECHANISMS; PATTERN CARDS OR CHAINS; PUNCHING OF CARDS; DESIGNING PATTERNS
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Description
Die Erfindung betrifft eine Jacquardmaschine, ins- wird und bei deren Vorwärtsbewegung je nach der
besondere für schnellaufende Webmaschinen mit ein- Erregung des Magnetsystems entweder am Kern ge-
zeln elektromagnetisch gesteuerten Litzen, die zwi- halten wird, so daß die Litzenbewegung freigegeben
sehen zwei Endstellungen durch zwei Kräfte bewegt ist, oder vom Kern freigegeben wird und in die Rast
werden, von denen die eine stärkere intermittierend 5 des Litzenteils eingreift, so daß die Litze in ihrer
in der Rückwärtsbewegung, die andere schwächere Endstellung gehalten wird.
und konstante, ständig in der Vorwärtsbewegung Als besonders zweckmäßig hat sich für das Ma-
wirkt, und bei der ferner die Litzen zwecks Muste- gnetsystem die Verwendung eines Permanentmagne-
rung in der Endstellung, in die sie durch die inter- ten erwiesen, dessen Magnetfluß über einen Bügel,
mittierend wirkende Kraft gebracht worden sind, io den Kern und über die Blattfeder in angelegtem Zu-
durch eine elektromagnetisch steuerbare Sperrvor- stand geschlossen ist und dessen Kern von einer
richtung vorübergehend festhaltbar sind. Als solche Spule umgeben ist, deren Magnetisierungssinn dem
kommt in erster Linie die Wellenwebmaschine in Be- Magnetfluß des Permanentmagneten entgegenwirkt,
tracht, da bei den klassischen Webmaschinen die so daß bei stromdurchflossener Spule der Kern keine
Maschinengeschwindigkeit nicht nur durch die Fach- 15 Anziehungskraft besitzt.
bildung, sondern ebenso stark durch den Schuß- Die erfindunasgemäße Jacquardmaschine kann für
eintrag beschränkt ist. normale oder Wellenwebmaschinen verwendet wer-
Bei den bekannten Maschinen werden die Kett- den. Der Mechanismus der intermittierend wirkenden
fäden zwecks Musterung mittels der Litzen senkrecht Kraft ist dabei verschieden. Während er im ersten
zur Kettfläche durch zwei Kräfte bewegt, von denen 20 Fall alle Litzen gleichzeitig bewegt und die Steuerdie
eine stärkere intermittierend in der einen Rieh- impulse für alle Magneten gleichzeitig erfolgen müstung,
der Rückwärtsrichtung, die andere schwächere, sen, ist die Betätigung der Litzen bei Wellenwebständig
in der anderen Richtung, der Vorwärtsrich- maschinen auf verschiedene nebeneinanderliegende
tung, wirken, und die Kettfäden werden, in einer Träger der intermittierend wirkenden Kraft aufgeteilt,
Endstellung durch Sperrvorrichtungen gesteuert, vor- 25 die eine der Wellenbewegung entsprechende zeitlich
übergehend festgehalten. versetzte Bewegung ausführen. Die Steuerimpulse auf
Außer den mechanisch auf Grund von Lochkarten die Magneten erfolgen dabei auch nicht für alle Maod.
dgl. gesteuerten Sperrvorrichtungen sind auch gneten gleichzeitig, sondern für jede Gruppe getrennt,
elektromagnetisch gesteuerte Maschinen bekannt- Innerhalb einer solchen Gruppe der Wellenwebgeworden,
bei denen die mechanische Abtastung der 30 maschine erfolgt die Litzensteuerung also genau
Musterkarten durch eine mechanisch-elektrische Ab- gleich wie sonst über die ganze Breite der Normaltastung
mittels Kontakten erfolgt. Die Übertragung maschine.
dieser Musterimpulse auf die Litzen und damit Kett- In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des
fäden geschieht dabei, statt wie bisher von der Sperr- Erfindungsgegenstandes dargestellt. Es zeigt
Vorrichtung zu den Litzen mittels Schnüren, von der 35 F i g. 1 schematisch eine Webmaschine in Seiten-Abtastvorrichtung mittels elektrischer Leiter auf un- ansieht mit der Anordnung zweier Sperrvorrichtunmittelbar an der Maschine angebrachte und mit einer gen für die Steuerung der Litzen,
Sperrvorrichtung versehene Elektromagneten. Dabei F i g. 2 ein Ausführungsbeispiel einer solchen werden aber kaum Geschwindigkeitssteigerungen des Sperrvorrichtung,
Vorrichtung zu den Litzen mittels Schnüren, von der 35 F i g. 1 schematisch eine Webmaschine in Seiten-Abtastvorrichtung mittels elektrischer Leiter auf un- ansieht mit der Anordnung zweier Sperrvorrichtunmittelbar an der Maschine angebrachte und mit einer gen für die Steuerung der Litzen,
Sperrvorrichtung versehene Elektromagneten. Dabei F i g. 2 ein Ausführungsbeispiel einer solchen werden aber kaum Geschwindigkeitssteigerungen des Sperrvorrichtung,
Arbeitsganges erzielt, und der Aufwand ist auch nicht 40 F i g. 3 die g'eiche Vorrichtung mit der anderen
weniger groß als bei dem üblichen mechanischen Ver- Endstellung der Litze,
fahren. Eine solche mechanisch-elektrische Abtastung F i g. 4 die Vorrichtung mit gesperrter Litze,
ist kompliziert und schwerfällig, die Abtastung be- F i g. 5 die Vorrichtung in vergrößerter Darstellung
nötigt einen bestimmten Zeitaufwand und die Magne- im Moment des Abfallens der Sperrfeder und
ten "zur Betätigung der Sperrvorrichtungen haben 45 F i g. 6 einen Querschnitt durch eine Litze in ihrer
zwangläufig eine bestimmte Größe, die ihrerseits die Führung.
erzielbare Kettdichte beeinflußt. Lärmerzeugung und _ Die F i g. 1 zeigt schemaiisch eine Webmaschine
Stromverbrauch sind weitere Gründe, die eine solche in Seitenansicht. Auf einem Kettbaum 10 ist eine
Anordnung praktisch undurchführbar machen. Auch Kette 11 aufgewickelt. Diese läuft über einen Streichfür
eine Steuerung der elektromagnetischen Sperr- 50 baum 12 zu Litzen 13 und 13' mit Augen 32 und 32'.
Vorrichtungen mittels elektronischer Mittel ist der Von dort läuft sie zur Anschlagkante 14, von welcher
Aufwand infolge des hohen Stromverbrauchs und aus das Gewebe 20, nachdem es einen Brustbaum 15
der großen Anzahl der zu steuernden Elemente und eine Schaltwalze 16 mit Anpreßwalze 17 passiert
untragbar, ganz abgesehen davon, daß dadurch hat, auf einen Warenbaum 18 aufgewickelt wird,
die erzielbare Arbeitsgeschwindigkeit immer noch 55 Durch das von den Kettfäden gebildete Fach 19 wird
durch die bekannten Sperrvorrichtungen be- der Webschützen 21 durchtransportiert. An einem
grenzt ist. " ortsfesten Träger 22 sind Zugfedern 23 und 23' be-Vorliegende
Erfindung stellt sich die Aufgabe, festigt, die mit ihren freien Enden die Litzen 13 und
diese Nachteile zu überwinden. Die Jacquardmaschine 13' halten. Im Bereich der anderen Enden der Litzen
gemäß vorliegender Erfindung zeichnet sich dadurch 60 sind die beiden Sperrvorrichtiingen 25 und 25' anaus,
daß jeder Litzenteil eine Rast aufweist und daß geordnet, die mit je einem besonders gestalteten
jedem Litzenteil ein Magnetsystem zugeordnet ist, das Litzenteil 24 in Wirkverbindung stehen. In den
einen als Blattfeder ausgebildeten Anker aufweist, Litzen 13 und 13' sind die Augen 32 und 32' angewelche
Blattfeder in ihrer Normalstellung infolge bracht, durch die Kettfäden 33 und 33' laufen. Der
ihrer Eigenspannung mit ihrem freien Ende in die 55 Bewegungsmechanismus der intermittierend wirken-Bewegungsbahn
der Rast des zugehörigen Litzenteils den Kraft besteht aus einem Schieber 26 mit zwei
hineinragt und bei der Rückwärtsbewegung des Augen 27 und 27', welche Bolzen 28 und 28' tragen.
Litzenteils durch diese an den Magnetkern gedrückt Der Schieber 26 ist in zwei Lagern 29 gelagert und
steht mit einer Scheibe 31 über eine Pleuelstange 30
in Antriebsverbindung.
In den F i g. 2 bis 6 sind besonders ausgebildete Elektromagneten als Sperrvorrichtungen dargestellt,
welche zum Betrieb der Jaquardmaschine dienen können. An jeder Litze 13 ist ein Litzenteil 24 befestigt,
welcher im Bereich des die intermittierende Bewegung erzeugenden Bewegungsmechanismus angeordnet
ist. Der Litzenteil 24 gleitet in einer Führungsnut 35, die in einem Führungsteil 34
gehoben zur Erzeugung eines bestimmten Musters. Die Litzen 13 werden bei dem dargesiellten Beispiel
gegen den Zug der konstant wirkenden Federn 23 von den Sperrvorrichtungen 25 in ihrer Grundstellung
5 festgehalten. Um für jeden Schützen das Fach zu wechseln, dreht sich die Scheibe 31 und bewegt dabei
den Schieber 26 hin und her. Dabei kommen jedesmal in der rechten Endstellung die Bolzen 28 in die
Fangrast 46 der Litzenteile 24 zu liegen, d. li., alle
schnitten ist. Am Führungsteil 34 ist ein Arm 42 befestigt, der als Träger eines Magnetsystems dient.
Dieses Magnetsystem besteht aus einem Permanentmagneten 38, der über einen Bügel 39 mit einem
einge- io Litzenteile werden kurz vor dem Hubende vom
und die Blattfeder 40 geschlossen ist, wenn die Blattfeder 40 am Kern 36 anliegt. Wenn dies der Fall ist,
wird die Blattfeder 40 durch den permanent vorhandenen Magnetfluß am Kern 36 festgehalten. Die
Schieber 26 am Bolzen 28 aufgehängt und leicht von der Auflagefläche 43 des ortsfesten Führungsteils abgehoben.
Die Sperrvorrichtungen 25 bestimmen nun, welche Litzen das nächste Mal mit dem Schieber 26,
Kern 36 in leitender Verbindung steht. Der Hem 36 15 von den Federn 23 gezogen, nach links gehen dürfen,
ist von einer eine Wicklung darstellenden Spule 37 Der Schieber 26 kann, wenn dies der Schützendurchuirigeben.
Der Permanentmagnet 38 steht mit einer gang erfordert, in den Endstellungen auch kurze Zeit
als Anker wirkenden Blattfeder 40 in leitender Ver- stehenbleiben. Dies ist besonders bei den üblichen
bindung, so daß der Magnetfluß vom Permanent- Maschinen erforderlich, bis ein Schützen die ganze
magneten 38 über den Bügel 39, über den Kern 36 20 Webbreite passiert hat, während bei Wellemveb-
maschinen das Fach sich unmittelbar vor einem Schützen öffnet und sofort nachher in die nächste
Stellung wechselt.
In den F i g. 2 bis 6 ist die Führung und Steuerung Blattfeder 40 weist an ihrem freien Ende ein abgebe- 25 und das Aufhängen der Litzen näher dargelegt,
genes Stück 41 auf, das infolge der Eigenspannung In F i g. 2 befindet sich die Litze 13 mit dem
genes Stück 41 auf, das infolge der Eigenspannung In F i g. 2 befindet sich die Litze 13 mit dem
der Feder 40 bei vom Kern 36 freigegebener Feder Litzenteil 24 gerade im rechten Totpunkt; die Flanke
auf eine Fläche 43 an der Blattfederauflage 34' zum 45 der Rast 47 mit der Unterkante des Litzenteiis 24
Anliegen kommt. Der Kern 36 ist, wie schon erwähnt, haben bei der Bewegung des Litzenteils 24 nach
von der Spule 37 uirgsben, und zwar derart, daß bei 30 rechts das Federende 41 nach unten gedrückt, so daß
Stromfluß durch die Spule der im Kern 36 ent- die Blattfeder 40 am Kern 36 zum Anliegen kommt,
stehende Magnetismus den permanenten Magnetfluß Wenn in diesem Moment die Spule 37 nicht unter
aufhebt oder ihm doch entgegenwirkt. Wenn also die Strom steht, ist die Permanentmagnetkraft stark geBlattfeder
49 am Kern 36 anliegt und dieser durch nug, um die Blattfeder in der in F i g. 2 gezeichneten
die Spule erregt wird, ist im Kern 36 keine Magnet- 35 Stellung festzuhalten, auch wenn die Litze am Bolzen
kraft vorhanden, und die Blattfeder40 wird vom 28 angelehnt wieder nach links geht (Fig. 3). Der
Kern 36 freigegeben und bewegt sich mit ihrem freien Litzenteil 24 kann dabei ungehindert und unter dem
Ende unter ihrer Eigenspannung nach oben an die Zug der Feder 23 dem Schieber 26 auf seinem Weg
Anlagefläche 43. Der Litzenteil 24 weist eine von sei- nach links folgen, bis in die linke Endstellung und
ner unteren Kante ausgehende Rast 47 auf, die von 40 wieder zurück in die rechte End- oder Steuerstellung,
zwei Flanken 44 und 45 begrenzt ist. Die vordere Die Feder 23 ist so stark, daß sie mit der Litze zuFlanke
45 ist gewölbt und gegen die untere Kante hin
abgerundet ausgebildet. Die hinter der Rast 47 liegende Kante ist gegenüber der vorderen Kante etwas
zurückgesetzt, so daß der Litzenteil 24 nach dem An- 45
pressen der Feder an den Kern sich frei nach links
bewegen kann.
abgerundet ausgebildet. Die hinter der Rast 47 liegende Kante ist gegenüber der vorderen Kante etwas
zurückgesetzt, so daß der Litzenteil 24 nach dem An- 45
pressen der Feder an den Kern sich frei nach links
bewegen kann.
Der Litzenteil 24 besitzt ferner an seiner Oberseite
eine nach vorn offene Fangrast 46, in welche der am
Auge 27 angebrachte Bolzen 28 des Schiebers 26 bei 50 nach links ein Stromstoß auf die Spule 37 erfolgt, der Rückwärtsbewegung des Schiebers 26 eingreift schwächt dieser momentan das permanente Magnet- und die Litze nach rückwärts mitnimmt. feld so stark, daß dieses nicht mehr imstande ist, die
eine nach vorn offene Fangrast 46, in welche der am
Auge 27 angebrachte Bolzen 28 des Schiebers 26 bei 50 nach links ein Stromstoß auf die Spule 37 erfolgt, der Rückwärtsbewegung des Schiebers 26 eingreift schwächt dieser momentan das permanente Magnet- und die Litze nach rückwärts mitnimmt. feld so stark, daß dieses nicht mehr imstande ist, die
Das Ganze funktioniert folgendermaßen: Die Feder 40 entgegen ihrer Eigenspannung am Kern 36
Kettfäden 33 (F i g. 1) stehen zwischen dem Streich- festzuhalten. Diese fällt also ab und hat das Bebaum
12 und dem Brustbaum 15 unter einer gewissen 55 streben, mit ihrem aufgebogenen Ende an der Fläche
Spannung und durch seitliches Herausziehen der 43 anzuliegen (F i g. 5). Sie kann d;es aber noch nicht,
weil der Litzenteil 24 mit seiner Flanke 45 im Wege steht. Der Schieber mit der Litze muß sich also noch
ein Stück nach links bewegen, bis dies möglich ist.
wegt. Bei Jacquardmaschinen bleibt normalerweise 60 Während dieses Hubes bewegt sich das Ende 41 der
immer eine Gruppe von Kettfaden 33' in der Grund- Feder 40 g'eichzeitig in die Rast 47 nach innen und
stellung (rechts), während eine andere Gruppe 33 versperrt so nach ihrem Aufliegen auf der maschinenjeweils
angehoben wird zur Erzeugung eines be- festen Anschlagfläche 43 der Litze den Weg nach
stimmten Musters und für den Durchgang des links. Diese bleibt also unter dem Zug der Feder 23
Schützens. Nach jedem Schützendurchgang kehren 65 aufgehängt, während der Bolzen 28 leer nach links
die angehobenen Fäden in ihre Ausgangslage zurück, und wieder zurück wandert.
und für den nächsten Schützendurchgang wird eine Aus Sicherheitsgründen ist die Fläche 43 etwas
beliebige, anders zusammengesetzte Fadengruppe an- schräg von oben nach links unten ausgeführt, damit
sammen alle Bewegungen des Bolzens 28 mitmacht,
obwohl dieser nur einseitig in die Fangrast 46 der Litze greift.
In F i g. 4 ist diejenige Stellung dargestellt, die beim Vorwärtsgehen, d. h. nach links, des Schiebers 26
aus der hinteren Totlage entsteht, wenn die Litze in ihrer Endstellung gehalten wird.
Wenn bei Besinn der Bewegung des Schiebers 26
Litzen 13, hier nach links oder rechts, wird dabei in üblicher Weise das Fach 19 gebildet, durch das sich
der Schützen 21 zum Einlegen des Schußfadens be-
die Litze, ζ. Β. durch Erschütterungen, nicht abfallen
kann, während sie aufgehängt ist.
Beim Zurückkommen des Bolzen 28 greift dieser wieder in die Fangrast 46, löst die Litze von ihrem
Anschlag an der Flanke 44 der Rast 47, und die Litze ihrerseits drückt am Ende des Hubes die Feder 40
wieder an den Magnetkern 36, wobei der aufgebogene Teil 41 gleichzeitig wieder aus der Rast 47 austritt.
Das Magnetsystem kann damit wieder einen neuen Befehl erteilen.
In F i g. 5 ist noch etwas genauer der Moment dargestellt, in dem die Feder 40 vom Magnetkern 36
freigegeben ist. Dies geschieht kurz nach dem Passieren des Totpunktes, aber bevor die Flanke 44 noch
eine Federstärke von Fläche 43 entfernt ist. Die Litze bewegt sich in der Nähe ihres Totpunktes relativ
langsam nach links, während die Feder infolge ihrer Eigenspannung und ihrer sehr kleinen Masse
sehr rasch an der Flanke 45 zum Aufliegen kommt. Die Federbewegung ist also in diesem Stadium so
rascher als die Bewegung der Litze, so daß die Feder entlang der Flanke 45 in der Rast 47 nach innen
gleitet. Daher muß auch der Schlitz 47 nur wenig breiter sein als die Dicke der Feder. Dies gestattet
ein Aufhängen der Litze nach sehr kleinem Hub über den Totpunkt hinaus und damit eine Kleinhaltung
des Schlages der Litze auf die Feder, was wiederum hohe Geschwindigkeiten garantiert.
Die beschriebene Vorrichtung hat gegenüber den bekannten Steuervorrichtungen den Vorteil, daß sie
große Arbeitsgeschwindigkeiten ermöglicht. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, daß die Eigenspannung
der Blattfeder ein sehr großes Reaktionsvermögen aufweist, die der Geschwindigkeit der Hin-
und Herbewegung der Litzen überlegen ist und deshalb ein sofortiges Eingreifen der Blattfeder in die
Rast des Litzenteils ermöglicht. Die Geschwindigkeit der Hin- und Herbewegung der Litze ist daher maßgebend
für den Arbeitsgang der Jacquardmaschine, und diese kann höher getrieben werden als bisher.
Die Tatsache, daß die Litzenbewegung die Bewegung der Blattfeder steuert, ist ausschlaggebend für den
Arbeitstakt der ganzen Maschine.
Als Elektromagnet, der das Halten oder Freigeben der Blattfeder bewirkt, kann ein gewöhnlicher bekannter
Elektromagnet verwendet werden. In diesem Fall muß die Spule 37 dann unter Strom gesetzt
werden, wenn der Kern 36 magnetisiert werden soll, um die Blattfeder 40 in ihrer unteren Stellung zu
halten. Dazu bedarf es aber einer längeren Einwirkung des Stromes auf die Spule 37, nämlich vom Anpreßmoment
der Blattfeder 40 bis zum Rückgang der Litze, und dies bedingt bei der großen Anzahl von
Magneten einen beträchtlichen Energieaufwand.
Die Verwendung der beschriebenen Permanentmagneten hat den weiteren Vorteil, daß nur ein kurzer
Stromstoß durch die Spule 37 erforderlich ist, nämlich für den Fall, daß die Blattfeder 40 freigegeben
werden soll und durch ihre Eigenspannung ihre Sperrlage einnehmen soll, währenddem das Festhalten
der Blattfeder am Kern 36 ohne zusätzlichen Energieaufwand durch den Permanentmagneten erfolgt.
Der Energieaufwand beträgt in diesem Fall nur einen Bruchteil desjenigen bei der Verwendung
von normalen Elektromagneten, was bei der großen Anzahl von Litzen mit zugehörigen Magneten von
wirtschaftlich ausschlaggebender Bedeutung ist. Ferner besteht bei der Verwendung von Permanentmagneten
noch der Vorteil, daß man einem einzigen breit ausgebildeten Permanentmagneten eine
Mehrzahl (Gruppe) von Kernen 36 mit Spulen 37 zuordnen kann.
Claims (9)
1. Jacqardmaschine, insbesondere für schnelllaufende Webmaschinen mit einzeln elektromagnetisch
gesteuerten Litzen, die zwischen zwei Endstellungen durch zwei Kräfte bewegt werden,
von denen die eine stärkere intermittierend in der Rückwärtsbewegung, die andere schwächere und
konstante ständig in der Vorwärtsbewegung wirkt, und bei der ferner die Litzen zwecks
Musterung in der Endstellung, in die sie durch die intermittierend wirkende Kraft gebracht worden
sind, durch eine elektromagnetisch steuerbare Sperrvorrichtung vorübergehend festhaltbar sind,
dadurch gekennzeichnet, daß jeder Litzenteil (24) eine Rast (47) aufweist und daß
jedem Litzenteil (24) ein Magnetsystem zugeordnet ist, das einen als Blattfeder (40) ausgebildeten
Anker aufweist, welche Blattfeder (40) in ihrer Normalstellung infolge ihrer Eigenspannung mit
ihrem freien Ende (41) in die Bewegungsbahn der Rast (47) des zugehörigen Litzenteils (24) hineinragt
und bei der Rückwärtsbewegung des Litzenteils (24) durch diesen an den Magnetkern (36)
gedrückt wird und bei deren Vorwärtsbewegung je nach der Erregung des Magnetsystems entweder
am Kern (36) gehalten wird, so daß die Litzenbewegung freigegeben ist, oder vom Kern
(36) freigegeben wird und in die Rast (47) des Litzenteils (24) eingreift, so daß die Litze in ihrer
Endstellung gehalten wird.
2. Jacquardmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der die Rast (47) aufweisende
Litzenteil (24) in einem ortsfesten Führungsteil (34) in einer Nut (35) geführt ist, dessen
freies Ende eine Anlagefläche (43) für das aufgebogene Ende (41) der Blattfeder (40) bildet.
3. Jacquardmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das wirksame Ende des
Kerns (36) des Magnetsystems in unmittelbarer Nähe der Anlagefläche (43) liegt und daß die
Führungsnut (35) im Führungsteil (34) so angeordnet ist, daß sie vom Ende (41) der in ihrer
Normalstellung stehenden Blattfeder (40) an der Auflagefläche (43) überdeckt wird und daß die
Auflagefläche (43) und das Blattfederende (41) übereinstimmend nach vorn und unten abgeschrägt
sind, so daß der vor der Rast (47) liegende Teil der Litze (24) bei seiner Rückwärtsbewegung
die Blattfeder (40) bis zum Anschlag an den Kern (36) bewegt.
4. Jacquardmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der die Rast (47) aufweisende
Teil der Litze (24) am Ende der Litze angeordnet ist und daß er eine nach vorn offene
Fangrast (46) für einen Bolzen (28) des die intermittierende Bewegung der Litze erzeugenden Bewegungsmechanismus
(26) aufweist, welcher den Litzenteil (24) in seine Endstellung bewegt.
5. Jacquardmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Litzenteil (24) an seinem
rückwärts der Rast (47) gelegenen Teil keilförmig ausgebildet ist und daß die untere Kante (24"')
des Keils (24") gegenüber der in der Führungsnut (35) geführten, vor der Rast (47) liegenden
Kante des Litzenteils (24) zurückgesetzt ist.
6. Jacquardmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungsteil (34) mit
einem Trägerarm (42) verbunden ist, der als Träger für das Magnetsystem dient.
7. Jacquardmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorderkante (45) der
Rast (47) im Litzenteil (24) an ihrem unteren Ende abgerundet ist.
8. Jacquardmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Magnetsystem einen
Permanentmagneten (38) aufweist, dessen Magnetfluß über einen Bügel (39), den Kern (36)
und über die Blattfeder (40) in angelegtem Zustand geschlossen ist und dessen Kern (36) von
einer Spule (37) umgeben ist, deren Magnetisierungssinn dem Magnetfluß des Permanentmagneten
(38) entgegenwirkt, so daß bei stromdurchflossener Spule (37) der Kern (36) keine Anziehungskraft
besitzt.
9. Jacquardmaschine nach Ansprache, dadurch
gekennzeichnet, daß dem Permanentmagneten (38) eine Mehrzahl von Kernen (36) mit Spulen
(37) zugeordnet sind.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
PY
909585/139
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH180663A CH409810A (de) | 1963-02-13 | 1963-02-13 | Jacquardmaschine mit einzeln elektromagnetisch gesteuerten Litzen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE1535270B1 true DE1535270B1 (de) | 1970-01-29 |
Family
ID=4219031
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19641535270 Pending DE1535270B1 (de) | 1963-02-13 | 1964-02-06 | Jacquardmaschine mit einzeln elektromagnetisch gesteuerten Litzen |
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|---|---|
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| BE (1) | BE643612A (de) |
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