DE1589999A1 - Verfahren und Anlage zum Nutzen von Kernenergie - Google Patents
Verfahren und Anlage zum Nutzen von KernenergieInfo
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Description
Kernforschungsanlage Jülich des Landes Nordrhein-Westfalen—e.l
Verfahren und Anlage zum Nutzen von
Kernenergie _.
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Anlage zum Ausnutzen der von einem Kernreaktor
erzeugten Energie.
Die technische Nutzung der in einem Kernreaktor erzeugten Energie erfolgte bisher im allgemeinen
durch Kraftwerke. Dabei wird bei einer häufig für Kernkraftwerke verwendete Ausführungsform
des Kernbrennstoffs
die bei der Spaltung/freiwerdende und größtenteils in Wärme umgesetzte Energie mit Hilfe eines
durch ein Rohrsystem strömenden Kühlmittels zu
einem Wärmeaustauscher abgeführt. Der Wärmeaustauscher überträgt sodann die Wärme von dem Kühlmittel
auf das sogenannte Arbeitsmittel - im allgemeinen Dampf - der in einer Turbine zur Umsetzung in elektrische Energie Arbeit leistet. Diese
Umwandlung sid.lt jedoch keineswegs die wirtschaftlichste Nutzung der .Kernenergie dar. Man ist daher
bestrebt, die Wirtschaftlichkeit der Ausnutzbarkeit von Kernreaktoren zu erhöhen. Bei den bisher
PT 1JD8
■■■■■■"/c . 2 _
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BAD ORfOINAL
hierzu beschrittenen Wegen wurde im allgemeine·!
darauf abgestellt, den V/irkungsgrad von Kernkraftwerken
zu erhöhen. Nachteilig bleibt hierbei jedoch, daß die Kernenergie zunächst in elektrische
Energie umgesetzt wird und daß erst diese Energie dem eigentlichen Verwendungszweck zugeführt
wird.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, die von einem Kernreaktor erzeugte Energie ohne Zwischenschaltung
einer komplizierten Einrichtung zur Umwandlung dieser Energie dem Verbraucher in der Weise zuzuführen,
in der sie auch benötigt wird.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß die im Kern eines Reaktors erzeugte
Energie in an sich bekannter Weise auf ein/Rohrleitungssystem
durchströmendes Kühlmittel übertragen und von diesem zur Durchführung chemischer
Uasffetzungen unter Aufheizen des Reaktftmbehälters
oder der Eeaktietbehälter , in denen die chemische
Umsetzung stattfindet, auf die erforderliche Reaktioneteraperatur
und unter Abgabe der erforderlichen BiIdungswärme zugeführt wfcd. Das erfindungsgemäße Verfahren ist in sehr vorteilhafter
Weise anwendbar bei der Erzeugung von Wasserstoff, Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus,
daß bei Zuführung der erforderlichen Bildungswärae oberhalb einer von des verwendeten Metalloxid abhängigen
Temperatur, das Gleichgewicht der Reaktion
(I) 2 CO + 2 H2O + 2 MeO « T 2 MeCO3 + 2 H3
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BAD ÖRIGINAU
— 3 -
nach rechts verschoben wird. Das gebildete Metallcarbonat zerfällt dabei oberhalb einer
von seiner Zusammensetzung abhängigen Temperatur, wenn die erforderliche Wärmemenge zugeführt
wird nach der Gleichung
(II) 2 MeCQ, 2 MeO + 2 COn.
Schließlich wird bei einer Temperatur von 900 0G bis 1.000 0C aus Kohlendioxid in Gegenwart
von Kohlenstoff nach der Gleichung
Kohlenoxid gebildet.
Ton dieser Erkenntnis ausgehend wird gemäß der Erfindung die von dem Kühlmittel aufgenommene
Wärme einem Reaktionsbehälter zugeführt, in dem ein geeignetes Metalloxid beispielsweise
Calciumoxid oder Magnesiumoxid, vorzugsweise in der Form von Granulat, enthalten
ist und das von einen Gemisch aus Wasserdampf un/d Kohlenoxid durchströmt wird. Erfindungsgemäß
wird der Reaktionsbehälter auf die Temperatur aufgeheizt, bei der unter Bildung
von Metallcarbonat Wasserstoff freigesetzt wird. Im Anschluß daran VLrd nach dem neuen Verfahren
das Metallcaibonat unter Zuführung der erfor-
Zersetzungs λ·
derlichen Btltogawarme in Kohlenoxid und Metalloxid
zerlegt, worauf ein Teil des gebildeten Kohlendioxids durch eine Zone des Reaktionsbehälters oder durch weitere Reaktionsbehälter,
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gj3»iAL
die Kohlenstoff - beispielsweise in Form von Brechkoks
mittlerer Korngröße, d.h. einer Korngröße von etwa 30 bis 500 mm. oder auch in Form von geeigneten
Kohlenstoff-Verbindungen enthalten, hindurchgeleitet wird. Dabei werden der oder die Reaktionsbehälter
von dem Kühlmittel auf die für die Bildung von Kohlenoxid
erforderliche Temperatur aufgeheizt.
Stellt man unter Berücksichtigung des StoffVerbrauchs
die Energiebilanz für den Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Erzeugung von Wasserstoff
auf, so ergibt sich, daß unter Verbrauch von einem Mol Kohlenstoff zwei Mole Wasserstoff erzeugt
werden. Dies entspricht einem Energiegewinn von 37 %, weil für je 1000 kcal Verbrennungswärme des
eingesetzten Kohlenstoffs annähernd eine solche Menge
an Wasserstoffgas erzeugt wird, die einem Wärmeäquivalent
von 1370 kcal entspricht. Bei Anwendung des neuen Verfahrens wird also die vom Reaktor gelieferte
Energie unmittelbar in die Bildungswärme des entstehenden Wasserstoffs überführt. Die von
dem Kernreaktor erzeugte Energie wird unter Zwischenschaltung des Kühlmittels in chemische Energie umgewandelt.
Der große Vorzug des erfindungsgemäßen feräirens besteht somit darin, daß die vergleichsweise
billige Wärmeenergie des Kernreaktors in chemische Energie umgewandelt wird. Als besonders geeignete
Metalloxide haben sich zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens Calciumoxid und Magnesiumoxid,
vorzugsweise in Form von Granulat, erwiesen.
Zur Erläuterung des Ablaufs des erfindungsgemäßen
Verfahrens werden nachfolgend zwei Ausführungsbeispiele
angeführt.
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i(ÄüNAU
1. Ausführungsbeispiel
Als Metalloxid wurde Calciumoxid in Form von Granulat
in einen Reaktionsbehälter eingefüllt. Der Reaktionsbehäter wurde durch einen mit dem Kernreaktor verbundenen geschlossenen Kreislauf auf eine Temperatur
aufgeheizt, die zwischen 4OC 0C und 3G0°C lag.
Durch den Reaktionsbehälter wurde ein Gemisch von Kohlenoxid und Wasserdampf geleitet. Der Wasserdampf
wurde in einem an sich bekannten Verdampfer, der mit
der von dem Kühlmittel gelieferten Wärme aufgeheizt wurde, erzeugt. Es ergab sich bei der ablaufenden
chemischen Reaktion nahezu die theoretisch zu erwartende Ausbeute an Wasserstoff. Das bei dem Reaktionsablauf gebildete Calciumcarbonat wurde anschließend
unter Aufheizen des Reaktionsbehälters auf eine Temperatur zwischen 900°C und 10000C in Calciumoxid
und Kohlendioxid zersetzt, wobei die erforderliche Warane von dem Kernreaktor geliefert wurde.
Ee wrwies sich dabei als vorteilhaft, unter entsprechender
Temp er a turpr ©granulierung die Erzeugung von Wasserstoff und die Zersetzung von Calciumcarbonat
in awe! Reaktlonsbehäl terns ist Wechselbetrieb durchzuführen. Dies hatte den Torteil, daß die Waeeerstofferzeugung
ohne Unterbrechung erfolgen konnte* , Das für den Ablauf der Reaktion benötigte Kohlenmonoxid
wurde in eine« »it Brechkoke einer Korngröße,
die zwischen 30 und 500 io lag, zugestellten
009820/078^^,^
-S-
des Reaktionsbehälter, dadurch erzeugt, daß ein«Teil /
bei den vorhergehenden Reaktionen gebildeten Kohlendioxidsdurch den Koks hindurchgeleitet
wurde, wobei der Reaktionsbehälter auf eine zwischen 900°C und 1000°C liegende Temperatur
aufgeheizt wurde. Die erforderliche Wärmemenge wurde gleichfalls von dem den Reaktorkern durchströmenden
Kühlmittel geliefert. Babel lief die Reaktion bis zu mehr als 95 % des eingeleiteten COο in Richtung auf die angestrebte CO-BiIdung
ab.
• -
2. Ausführungsbeispiel
Anstelle von Calciumoxid wurde als Metalloxid Magnesiumoxid verwendet. Hierbei war es ausreichend,
das gebildete liftgnesiumcarbonat auf eine
Temperatur zwischen 7000C und 8G©°C aufzuheizen,
um eine praktisch voSständlge Zersetzung zu erreichen. Im übrigen waren die Betriebsbedingungen
die gleichen wie in dem vorhergehenden Äusführungsbeispiel.
Sine Anlage, die zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Terfahren« zur Erzeugung von Wasserstoff
, insbesondere unter Terwendung von Calciumoxid als Metalloxid, besonders geeignet ist,
ist in der Zeichnung schmematisch dargestellt.
Wie aus der Zeichnung hervorgeht, wird die von
Kern-·
dem Reaktor 1 gelieferte Wärme mittels des Rohrleitungssystems
Io dem Reaktionsbehälter 2 zur Erzeugung von Wasserstoff, dem Reaktionsbehälter
3 zur Zersetzung von Calciuracarbohat und dem
oomo/ow badqr|G)nal:
Reaktionsbehälter 4 zur Erzeugung von Kohlenoxid
zugeführt. Die benötigte - unterschiedliche Wärmemenge und die erforderlichen Temperaturen
sind über-an sich bekannte- in der Zeichnung
nicht dargestellte - Drosselorgane oder sonstige
geeignete Einrichtungen einregelbar. In den Kühlmittelkreislauf ist außerdem ein Verdampfer
5 zur Erzeugung von Wasserdampf eingeschaltet. Wie aus der Zeichnung zu erkennen ist, ist der
Verdampfer 5 über ein Rohrstück 6 mit den unteren
Teil des Reaktionsbehälters 2 verbunden. Ia unteren Teil des Behälters 2 entdet außerdem
die Rohrleitung 7 zur Zuführung von Kohlenoxid. Das in de» Behälter 2 gebildete Wasserstoffgas
wird durch die la oberen Teil des Behälters 2 angeordente Rohrleitung 8 abgezogen. Der Behälter 2 steht erfindungsgeaäß über die Rohrleitung 7 in Verbindung «it dem Behälter 4. Da
- vie aus der Zeichnung hervorgeht - der zur
Zerlegung des gebildeten Calciumcarbonate vorgesehene Behälter 3 über die Rohrleitung 9 alt atm
Behälter 4 verbunden ist, ist es ohne weiteres möglich, das bei der Zersetzung des Calciumcarbonate
gebildete CO0 nach Reduktion in den Behälter 4 zu Ot im Kreislauf in den zur
Erzeugung des Wasserstoffs bestimmten Behälter zuzuleiten. Zur Ableitung des bei der Zersetzung
con Calciuacarbonat gebildeten COg- Überschusses
1st im oberen Teil des Behälters 3 eine Rohrleitung 11 angeordaet. Um das erfindungsgemäße
Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff nach Möglichkeit ohne Unterbrechung durchzuführen,
sind die Reaktionsbehälter 2 und 3 miteinander
- 8 003820/0786
über die Rohrleitungen 12 und 13 und mit dem Terdampfer 5 so verbunden, daß in ihnen wechselweise
entweder Wasserstoff erzeugt oder Calciumcarbonat zersetzt werden kann.
Statt die Erzeugung des Wasserstoffs, die Zerlegung
des Metallcarbonate und die Bildung
von Kohlenoxid aus Kohlenstoff und Kohlen·*·
dioxid in verschiedenen Reaktionsbehältern
vorzunehmen, ist ee selbstverständlich Möglich, die Reaktionen in eine« geeigneten an sich,be
kannten Reaktionsbehälter.durchzuführen, der zonen- und/oder zeitweise unterschiedlich be»
heizt wird. .
Die Terwendung der neuen Anlage zur Durchführung dee erfindungsgeaäßen Verfahrene hat den
großen Torzug, daß die Wasserstoffherstellung kontinuierlich erfolgt, wobei der Wasserstoff
auf wirtschaftliche Weise in ausreichender.*.
Menge als Hauptprodukt anfällt.
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Claims (5)
- 5839*39 SPa t e η, t a η s ρ r ü eheVerfahren zum Ausnutzen der τοη einen Reaktor erzeugten Kernenergie dadurch gekennzeichnet; daß die im Reaktoi kern erzeugte Energie in an sich bekannter Weise auf ein'Kühlmittel übertragen und von diesem zum Aufheizen des Reaktionspartners oder der Reaktionspartner einer 'chemischen umsetzung sowie zur Abgabe der erforderlichen BiIdungswärrae de» oder den die Reaktiönspartner enthaltenen Behältern zugeführt
- 2. Verfahren nach Ansprach 1 dadurch g β k β a η % e i c h η e t, dafl zua Erzeugen von Wasserstoff ein »it einen Metalloxid geeigneter Korngröfle zugeetellter Reaktionsbehälter, der von einea Geaisch aus Wasseret ©if und Kohlenoxid durchströmt wird, auf die Temperatur aufgeheizt wird, bei der unter Bildung von Metallcarbonat Wasserdampf freigesetzt wird, daß ia Anschluß daran, das Metallcarbonat unter Aufheizen auf die erforderliche· Reaktionstemperatur sowie unter Zuführung der' benötigten1lrme in Kohlemdioxid und Metalloxid zerlegt wird, worauf ein Teil des gebildeten Kohlendioxide durch eine auf die zur Bildung von Kohlenmonoxid erforderliche Temperatur aufgeheizte Schicht von KohlenetoffQ09 8 20/078S bad40in Form von Brechkoks mittlerer Korngröße oder auch an sich bekannter geeigneter.Kohlenwasserstoffverbindungen hindurchgeleitet wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch 2 dadurch.-* gekennzeichnet, daß als Metalloxid Calciumoxid geeigneter Korngröße verwendet wird.
- 4. Verfahren nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, daß als Metalloxid Magnesiumoxid verwendet wird.
- 5. Anlage zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 4 gekennzeichnet durch einen von eines Reaktor(1) in an sich bekannter Weise mittels eines Kühlmittels beheizten Reaktionsbehälter (2) zur Aufnahmt des Metalloxid·, wobei de? untere Teil des Reaktionsbehälter« (2) Über eiae Rohrleitusg (·) mit einem gleichfalls durch das Kühlmittel beheizbaren Verdampfer (5) rertnmdea 1st taftd eine Zuführung (7} für das Kohlenoxid aufweist, während im oberen Teil des Reaktionsbehälters (2) ein Anschlußstück (8) für d«a Wasserstoff vorgesehen ist, «obei zur Zersetzung des Metallcarbonate und zur Bildung von Kohlenoxid aus Kohlendioxid und Kohle s zwei weitere beheizbare, über eine Rohrleitungen (9,) so miteinander in Verbindung stehende Reaktionsbehälter (3,4)009820/0786 bad original-χαvorgesehen sind, dr " ur Herstellung von Wasserstoff und ^-Setzung von Metall· carbonat bestimmten Behälter (2,3) in ihrem Verwendungszweck wechselweise gegeneinander austauschbar sind.003820/078? :;BAD ORIGINAL-Al-L'eerseite
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