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Vorrichtung zum Zuführen sterilen- und zum Abführen verunreinigten
Materials bei einem eine Mehrzahl von Operationsräumen enthaltenden Operationstrakt0
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Zuführen sterilen- und zum Abführen
verunreinigten-, zur Durchführung von Operationen erforderlichen Materials, bei
einem eine Mehrzahl von Operationsräumen enthaltenden Operationstrat, In nach modernen
Gesichtspunkten ausgerüsteten Krankenanstalten werden die erforderlichen Operationsräume
in einem Operationstrakt zusammengefaßt, wobei die einzelnen Operationsräume in
der Regel nebeneinanderliegend angeordnet sind. Hierbei ist die Versorgung der Operationsräume
mit dem sterilen für die Operationen erforderlichen Material und ebenso die Abführung
des während der Operationen verunreinigten, als septisch anzusehenden Materials
ein besonderers Problem, da bei dem üblichen Transport des sterilen Materials in
die Operationsräume durch das Bedienungspersonal die Gefahr einer
Verschleppung
von Bakterien in die Operationsräume besteht, da das Bedienungspersonal das sterile
Material aus dem Sterilisierraum über die Flure und die vor dem eigentlichen Operationsraum
liegenden Räume tragen müssen, wobei immer die Gefahr besteht, daß durch das Bedienungspersonal
Batterien in den Operationsraum gelangen. Noch gefährlicher ist aber die Niöglichkeit,
daß beim Abtransport des verunreinigten, gegebenenfalls septischen Materials Krankheitskeime
während des Transportes aus dem Operationsraum über die Flure zum Sterilisierraum
verschleppt und in die Stationen gelangen können0 Der in den Krankenanstalten vielfach
auftretende Hospitalismus ist in erster Linie zurückzuführen auf eine Verschleppung
von Bakterien und Infektionskeimen aus den Operationsräumen in die Stationen; man
ist der Auffassung, daß diese Verschleppung von Krankheitskeimen in die Stationen
bei den durch die Behandlung mit Antibiotika infektionsgeschw-ächten Patienten die
eigentliche Ursache des Hospitalismus ist0 Man hat sich daher bemüht, die Möglichkeit
der Verschleppung von Krankheitskeimen insbesondere aus den Operationsräumen in
die Stationen zu verhindern. Zu diesem Zweck hat man schon vorgeschlagen, bei einem
eine Mehrzahl von Operationsräumen aufweisenden Operationstrakt einen Sterilisierraumzwischen
je zwei Operationsraumen anzuordnen. Eine derartige Anordnung der Sterilisierräume
ist jedoch unwirtschaftlich,
da eine Vielzahl von Sterilisationsgeräten
und eine Vielzahl von Bedienungspersonal zur Verfügung stehen muße Man ist daher
dazu übergegangen, dem Operationstrakt einen gemeinsamen Sterilisierraum mit entsprechendem
Aufnahmevermögen zuzuordnen. Das sich hierbei ergebende Problem liegt in der Notwendigkeit,
das sterile Material in die einzelnen Operationsräume zu schaffen und aus den Operations
räumen das verunreinigte Material zurückzuschaffene Um die Operationsräume vor dem
Befall von Bakterien durch das mit dem Transport des Sterilisationsmaterials befaßte
Personal auszuschließen, hat man einen sämtliche Operationsräume übergreifenden
Versorgungsgang vorgesehen, der mit dem Sterilisationsraum verbunden ist und ausschließlich
zur Versorgung der Operatiohsr$ume mit sterilem Material dient, Wenn man auch hierdurch
mit Sicherheit die Möglichkeit ausschließen kann, daß durch das sterile Material
zu den einzelnen Operationsräumen tragende Personal keine Bakterien oder sonstigen
Keime in den Operationsraum eingeschleppt werden können, besteht bei dieser Anordnung
nach wie vor die Gefahr, daß die Stationen durch den notwendigen Abtransport des
bei der Operation verunreinigten Materials von Bakterien und Keimen aus dem Operationsraum
befallen werden können. Das Personal ist nach jeder Operation gezwungen, das anfallende
verunreinigte Material über die Vorräume des Operations raumes und über die Flure
in den
Sterilistionsraum zu transportieren, wobei immer die Möglichkeit
besteht, daß während des Transportes des Materials-insbesondere über die Flure -
Bakterien in die Flure gelangen können, die durch anderes Bedienungspersonal in
die Stationen eingeschleppt werden können0 Die bekannten Ausführungen des Sterilisierraumes
bei einem Operationstrakt können daher die Möglichkeit der sch EiR eppung von Bakterien
in die Stationen nicht verhindern, Die vorliegende Anmeldung hat sich die Aufgabe
gestellt, mit Sicherheit die Möglichkeit auszuschließen, daß eine Verschleppung
von Bakterien in den Operationsraum bei Zufuhr des sterilen Materials und aus dem
Operationsraum in die Stationen beim Abtransport des verunreinigten Operationsmaterials
erfolgen kann0 Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß der Sterilisationsraum
ein an sich bekanntes, beispielsweise als Förderband ausgebildetes Förderorgan zur
Zufuhr des sterilen Materials und ein zweites von dem ersten Förderzur Abfuhr des
verunreinigten Materials organ getrennt angeordnetes Förderorgaq/besitzt, so daß
beide Förderorgane von jedem Operationsraum getrennt zugänglich sindo
Durch
die Erfindung wir-d mit absoluter Zuverlässigkeit die Möglichkeit der Verschleppung
von Krankheitserregern, insbesondere durch das den Operationsraum verlassende verunreinigte
Material, verhindert0 Die Erfindung stellt somit einen nicht bestreitbaren erheblichen
Vorteil dar. Das sterile Material verläßt den Sterilisationsraum über das betreffende
Förderband und wird mit ihm zu dem jeweiligen Operationsraum befördert, wo es von
dem in Operationsraum anwesenden Personal übernommen werden kann. Das verunreinigte
Material wird durch den anderen Kanal direkt in den Sterilisationsraum zurücktranportiert,
so daß keine Möglichkeit der Verschleppung von Krankheitskeimen aus diesem Material
aus dem Operationsraum heraus möglich ist. Das bisher zum Transport erforderliche
Personal kommt in Fortfall, es ist lediglich das für die Durchführung der Sterilisierung
erforderliche Personal in Sterilisationsraum anwesend, während der eigentliche Transport
zu und von den Operationsräumen durch die erfindungsgemäß angeordneten Förderorgane
erfolgt, die eine Verschleppung von Krankheitskeimen mit Sicherheit ausschließen.
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Ein weiteres Merkaml der Erfindung besteht darin, daß jedes Förderorgan
in einem geschlossenen, an einer sämtlichen Operationsräumen des Traktes gemeinsamen
Wand vorgesehenen Kanal angeordnet ist, und daß jeder Kanal
mit
getrennten jedem Operationsraum zugeordneten Versclirlußklappen oder -türen versehen
ist0 Hierbei ist es vorteilhaft, daß die Kanäle zur Zufuhr des sterilen Materials
und zur Abfuhr des verunreinigten Materials an einer Wand untereinander gngeordnet
sind0 Die Erfindung kennzeichnet sich weiter dadurch, daß jedes, alle aperationsräume
versorgende Förderorgan aus einer Mehrzahl von aneinander anschließenden TeSbrganen
besteht, von denen jedes in seiner Länge der randbreite eines Operationsraumes entspricht,
Die Unterteilung des Förderorganes, das bei großen Operationstrakten eine Länge
von 50m einnehmen kann, in mehrere Teilorgane, die in ihrer Länge der Breite der
\ Wand des Opentionsraumes entsprechen, ist insoweit vorteilhaft, als die einzelnen
Teilorgane ohne Schwierigkeiten in die betreffenden Abschnitte des Kanals eingesetzt
und bei erforderlichen Reparaturen entnommen werden können0 Ein weiteres Merkmal
der Erfindung zeigt sich darin, daß die Förderorgane mit an sich bekannten, automatischen
Vorrichtungen zur mechanischen Reinigung, zur Desinfektion und gegebenenfalls zur
Sterilisation der Transportbänder versehen tsX sind. Die Zuordnung dieser Vorrichtungen
dient dem Zweck, eine Verschleppung von Krqnkheitskeimen in den Kanälen selbst zu
verhindern. Die Vorrichtung zur mechanischen Reinigung der Oberfläche des Förderbandes
kann aus
rotierenden Bürsten bestehen, an die sich Sprühdüsen zur
Desinfektion anschließen, worauf erforderlichenfalls die Sterilisation durch Dampf7
Gas-oder durch Strahlenbehandlung vorgenommen werden kann. Die zur Reinigung, Desinfektion
und Sterilisation der Transportorgane erforderlichen Vorrichtüngen können in einem
gemeinsamen Gehäuse untergebracht sein, das auf den rücklaufenden Trum des Bandes
eingreift.
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Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform kennzeichnet sich dadurch,
daß das Förderorgan zur Abfuhr des verunreinigten Materials einen Dauerantrieb und
das Förderorgan zur Zufuhr des sterilen Materials einen intermittierenden Antrieb
besitzt, der durch an sich bekannte Steuerorgane derart betätigbar ist, daß das
sterile Material aus der Sterilisationskammer bis zu dem das Material jeweils abrufenden
Operationsraum gefördert wirdo Hierbei ist es vorteilhaft, daß die zu den einzelnen
Operationsräumen führenden Verschlußklappen oder -türen des Kanals für das sterile
Material mit Riegeln ausgestattet sind, die durch die Steuerorgane derart betätigt
werden, daß nur die Verschlußklappen oder -türen des jeweils abrufenden Operationsraumes
geöffnet werden können.
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Durch diese Maßnahme ist es möglich, das anfallende verunreinigte
Material laufend über das dauernd angetriebene Förderorgan abzuführen.
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Die Zufuhr des sterilen Materials zu dem Operationsraum erfolgt über
eine an sich bekannte Abruf- und Steuereinrichtung, bei der ein bestimmter Operationsraum
des Traktes das fur die jeweilige Operation erforderliche Material beim Sterilisierraum
anfordert. Nachdem das sterile Material im Steriliexerraum entsprechend zur Verfügung
gestellt ist, wird es durch das intermittierende antreibbare Förderorgan durch die
Steuereinrichtung vom Sterilisierraum aus biA zu dem jeweiligen Operationsraum gefördert,
worauf das Förderorgan stillgesetzt wird0 Eine Blinkanlage kann dann das Personal
des Opeetionsraumes darauf hinweisen, daß das sterile Material angekommen ist, so
daß es'aus dem Kanal von dem Förderorgan abgenommen werden kann0 Im Operationsraum
herrscht-in der Regel ein geringer Überdruck, um das Eintreten von Fremdluft zu
verhindern.
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Um ein Eintreten von Luft und damit von Krankheitskeimen aus dem das
verunreinigte Material befördernden Kanal zu verhindern, ist erfindungsgemäß dieser
Kanal mit einer Luftabsaugeinrichtung versehen, die ein Bakterienfilter enthält
Auf diese Weise herrscht in dem Kanal für das verunreinigte Material ein ständiger
Unterdruck, so daß beim Öffnen der Verschlußklappen oder -türen keine Luft und damit
keine Krankheitsträger in den Operationsraüm gelangen können Um andererseits ein
Eintreten von Luft aus dem Operationsraum
in den das sterile Material
befördernden Kanal zu verhindern, ist dieser Kanal erfindungsgemäß mit einer einen
Überdruck erzeugenden Vorrichtung ausgestattet, wobei die Vorrichtung so ausgelegt
ist, daß in dem das sterile Material befördernden Kanal ein Überdruck herrscht,
der oberhalb des im Operationsraun herrschenden Innendruckes liegt.
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Die beiliegende Zeichnung zeigt eine beispielweise Ausführungsfori
der Erfindung, und es bedeutet: Abb. 1 eine schematische Darstellung eines Operationstraktes,
bei den in bekannter Weise je zwei Operationsräumen ein Sterilisationsraum zugeordnet
ist, Abb. 2 eine schematische Darstellung eines Operationstraktes, bei den in bekannter
Weise sämtlichen Operationsräumen ein gemeinsamer Sterilisationsraum mit einem besonderen
Versorgungsgang zugeordnet ist, Abb. 3 eine Teildarstellung in perspektivischer
Form eines Ausführungsbeispieles der erfindungsgemäßen Vorrichrung, Abb. 4 eine
schematische Seitenansicht gemäß Abb. 3.
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Abbo 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Operationstraktes
mit sechs nebeneinander liegenden Operationsräumen In üblicher Weise ist jedem Operationsraum
OP ein Vorbereitungsgaum V für Patienten vor der Operation und ein Umbettungsraum
U für die Patienten nach erfolgter Operation zugeordnet0 Weiterhin ist ein Waschraum
W für das derzeitige Personal vorgesehen, der zwei benachbarten Operationsräumen
gemeinsam ist.
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Ebenfalls gemeinsam ist je zwei Operationsräumen ein Sterilisationsraum
ST zugeordnet0 Diese Anordnung ist bekannt, Abb, 2 zeigt ebenfalls eine schematische
Darstellung eines Operations######traktes aus sechs Operationsräumen OP mit den
zugeordneten Vorräumen U/V/W/¢ Sämtlichen Operationsräumen OP ist ein gemeinsamer
Sterilisierraum ST zugeordnet der, wie die Abbildung erkennen läßt, durch einen
besonderen Versorgungsgang mit S@mtlichen Opertionsräumen in Verbindung steht. Das
sterile Material wird aus diesem durch das Personal über den Versorgungsgang in
den jeweiligen Operationsraum befördert, Die Rückfihrung des verunreinigten Materials
erfolgt aus dem Operationsraum OP über den Vorbereitungsraum V und über die Flure
bis zum Sterilisationsraum ST, wobei die Möglichkeit der Verschlep pung von Krankheitskeimen
gegeben ist.
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Abbe 3 und 4 gemäß ist an einer sämtlichen Operationsräumen gemeinsamen
Wand w ein oberer Kanal Kl und ein darunter liegender Kanal K2 angeordnet, die durch
eine mittlere Trennwand T voneinander getrennt sind und mit getrennten Schiebetüren
AB ausgestattet sind0 Die Behälter C für das sterile Material und D für das verunreinigte
Material werden auf dem in den Kanälen K1/K2 angeordneten an sich bekannten Fördereinrichtungen
zu den einzelnen Operationsräumen zum und abgefördert0