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silo für Staubgut mit Austragswalze (Zusatz zu Patent . ... ... Aktenzeichen
M 62 562 XI/81e) Die Erfindung bezieht sich auf einen Silo, der etwa rechteckigen
Horizontalquerschnitt hat und für Staubgut, insbesondere für Mehl bestimmt ist.
Der Silo hat zwei einander gegenüberliegende Schrägboden, die bis zu einem etwa
waagerechten Auslaufschlitz hin abfallen. Ober dem Auslaufschlitz liegt parallel
dazu ein Entlastungsbalken, der sich von einer Zone größter Dicke aus nach oben
und nach unten verjüngt. Dabei zeigt der Entlastungsbalken im Querschnitt ein Hochformat,
beispielsweise eine Linsenform.
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Der Zweck dieser Gestaltung ist es, die beiderseits eines Entlastungsbalkens
herabrutschenden Massen von Staubgut nicht sich selbst zu überlassen, um ein Zusammenbacken
beim Zusammenprall zu vermeiden.
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Daher wird eine sanfte Führung des absinkenden Gutes angestrebt. Bei
der Begrenzung des Lagerraums für das Staubgut werden sowohl innen als auch auBen
plötzliche knickartige Richtungsanderungen vermieden, um das Gut ähnlich wie Luft
in einem Windkanal langs Stromfäden zu fuhren, so daB von einem Stromfadensilo gesprochen
werden kann.
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Bei der Siloeinrichtung nach der Hauptpatentanmeldung (M 62 562 XI/81e)
liegt unterhalb eines Auslaufschlitzes parallel dazu ein Langsförderer, beispielsweise
ein Trogförderer oder ein Förderband, wodurch das Gut parallel zur Langsrichtung
des Auslaufschlitzes abgezogen wird. Dadurch entstehen gewisse Schwierigkeiten bei
der Entleerung einer solchen Silozelle ; längs des Abzugsförderers müßte die Schichtdicke
unterhalb des Auslaufschlitzes gleichmäßig zunehmen, wenn eine gleichmäßige Entnähme
von Gut in Längsrichtung des Auslaufschlitzes erreicht werden sollte. Eine ungleichmaBige
Entnahme lings des Schlitzes flirt zu einem ungleichmäßigen Absinken des Biloinhaltes,
das gerade vermieden werden soll.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter weitgehender Verwendung
der Einrichtung nach der H die ptpatentanmeldung die Auslaufverhältnisse in einem
Silo für Staubgut so zu verbessern, daß wahlm weise ein gleichmäßiges Absinken des
Siloinhaltes unter Vermeiden einer Mischung waagerechter Schichten oder aber eine
intensive
Mischung durch betontes Abziehen des Staubgutes nach einer
Seite erreicht werden kann. ç Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
daB der Abzugsforderer als am Umfang mit Zellen versehene liegende Auatragswalze
ausgebildet ist, die den Auslaufschlitz verschließt und 4urch ihn in den Unterteil
des Silos eingreift.
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Vorzugsweise sollen die Schrägböden des Silos gekrummt sein und ohne
Knick an die Silowände angeschlossen werden ; sie sollen etwa in der Hoche der-durch
die Achse der Austragswalze gelegten Horizontalebene am Umfang dieser Walze enden.
Vielfach wird zur Ausgestaltung der Erfindung unterhalb des Entlastungsbalkens eine
anschließende lotrechte, in der Symmetrie-Ebene der Silozelle liegende Wand anzuordner
sein. Diese kann bis dicht über die Austragswalze herabreichen.
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Als Verfahren zum Entnehmen von Staubgut aus dem beschriebenen Silo
wird vorgeschlagen, die Drehrichtung der Austragswalze in einstellbaren regelmäßigen
Zeitabständen umzukehren. Dadurch wird ein gleichmäßiges Absinken des Zelleninhaltes
über die ganze Breite der Silozelle hin erreicht. LUt man dagegen die Austragswalze
in gleichbleibender Drehrichtung laufen, so kann das bevorzugte Abstürzen des Stnubgutes
zwischen dem Entlastungsbalken und einer Seite der Silozelle herbeigefuhrt werden.
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Es ist eine Vorrichtung zum Entnehmen von Schüttgut aus einem Behälter
bekannt (Schweizer Patentschrift 254 980), bei der eine Entnahmewalze am Grunde
eines Behälters liegt. Bei dem Schüttgut handelt es sich nicht um Staubgut, sondern
insbesondere um langblättrigen Tee, Teigwaren und dergleichen, was als sperriges
Gut bezeichnet ist. Die Walze weist keine Zellwänhe auf, sondern ist nur mit einzelnen
Stiften versehen. Ein Entlastungsbalken ist dabei nicht vorgesehen. Der Auslaufschlitz
liegt in einer vertikalen Ebene, und die Walze greift seitlich in den Behälterinhalt
ein, also nicht nach oben zu. Für Staubgut wäre diese Einrichtung nicht geeignet,
es wurde sich vielmehr im untersten Teil des Behälters neben der Walze ein Stau
entwickeln.
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Bei einem bekannten Futtermittelsilo (deutsche Patentschrift 967 r90,
81e,
133) sind Abwinkelungen der Innenflächen vorgesehen, und zwischen der Silozelle
und einer Austragsvorrichtung ist ein besonderer Zwischentrichter angeordnet. Dabei
zeigen die Begrenzungswänd des Silos und des Trichters Knicke und stufige Sprunge,
die zur Erweiterung dienen. Es ist nur ein Schrägboden vorhanden, die Anordnung
ist unsymmetrisch, und der Auslaufschlitz liegt ebenfalls nicht waagerecht. Auch
hier fehlt ein Entlastungsbalken, und die Walze hat nur eine grob-rauhe Oberfläche,
sie enthElt jedoch keine Zellwände.
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Bei einer Vorrichtung zur Ablaufregelung von Gut aus Behältern, (Schweizer
Patentschrift 272 127) liegt am Grunde eines Behälters in einer Mulde ein Rühr-
und Forderorgan, das mehrere schräg zur Drehachse stehende Tellerscheiben aufweist.
Dieses Rühr- und Förderorgan hat nur entfernte Xhnlichkeit mit einer Austragswalse
und liegt ganz innerhalb des Behälters. Ein Entlastungsbalken ist nicht vorgesehen,
und der Austrittsschlitz liegt vertikal.
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Auch bei einem bekannten Zellenauslauf eines Hochsilos fur schwer
flieBende Schüttgüter (deutsche Patentschrift 1 157 549, 81e, 136) handelt es sich
um eine unsymmetrische Anordnung. Es gibt hier keinen freiliegenden Entlastungsbalken,
sondern eine Nase an einer vertikalen Wand. Der Austrittsschlitz liegt hier jedoch
waagerecht, und die Austragswalze hat einige Ähnlichkeit mit. einem Zellenrad.
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Sie hat jedoch im Verhältnis zu den Abmessungen des Silos einen sehr
kleinen Durchmesser.
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Ein bekannter Bunker mit verschließbarem Auslauf (deutsche Patentschrift
1 063 086, 81e, 136) ist nicht fffir Staubgut, sondern fUr grobstückiges Material
bestimmt, das unter Umsthnden noch innerhalb des Bunkerauslaufs zerkleinert werden
soll. Auch bei diesem Bunker ist kein Entlastungsbalken vorgesehen ; und ein sur
Entnahme dieneiides Zellenrad, das stellenweise als MeBtrommelverschluB bezeichnet
ist, greift nicht unmittelbar in den Silounterteil ein, sondern nur in eine darunter
befindliche Auslaufschnauze. Die Schrägboden des Bunkers sind nur bis an den oberen
Rand der Auslaufschnauze geführt und nicht bis an das Zellenrad. Bei leicht backendem
Staubgut würden sich auch in dieser Vorrichtung groBe Schwierigkeiten bei der Eatnahme
einstellen.
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Ein Teil der dem Stande der Technik anhaftenden Nachteile wird bei
der
vorliegenden Erfindung dadurch beseitigt, daß eine verhältnismäßig grole Austragswalze
benutzt wird. Ihr Durchmesser soll mindestens ein Fünftel, vorzugsweise jedoch sogar
etwa ein Drittel der Breite der Silozelle betragen. Ferner ist als wesentlicher
Punkt ft die Erfindung im Gegensatz zum Stande der Technik nochmals die-Möglichkeit
herauszustellen, in einstellbaren Zeitabstanden die Drehrichtung der Austragswalze
umzukehren.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wirdim folgenden näher beschrieben. Dabei zeigen die bei den Figuren vertikale
Schnitte durch einen Silo, die um 90° gegeneinander versetzt sind. Es ist möglich,
mehrere Silos beziehungswei Silozellen mit zueinander parallelen Austragswalzen
unmittelbar nebeneinander zu setzen und die Zwischenwände wegzulassen. Es verblei
ben dann dort nur Zwickel, und man erhält einen größeren Siloraum mit mehreren Auslaufschlitzen.
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Die aufrechten Silowande 1 gehen in an sich bekannter Weise mit ver
hältnismäßig großem Kriimmungsradius 18 in die Schrägböden 4 und 5 über, die zu
einem verhältnismäßig
breiten Auslaufschlitz 2 hi abfallen. Der gante Auslaufschlitz 2 wird durch eine
Austragswalze 3 ausgefüllt, die durch den Schlitz hindurch nach oben zu in den unteren
Teil des Silos eingreift. Die Austragswalze 3 weist am Umfange Zellen 13 auf und
liegt vorzugsweise so in ihrem Gehäuse 20, daß wenigstens zwei Zwischenwände von
Zellen 13 zur Abdichtung dienen. Der Durchmesser der Austragswalze 3 soll wenigstens
ein Fünftel der Silobreite 17 erreichen, vorzugsweise wird er sogar etwa mit einem
Drittel der Silobreite 17 ausgefiihrt.
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Uber dem Auslaufschlitz 2, also auch über der Austragswalze 3, lieg
parallel zu deren Langsrichtung ein frei durch die Silozelle hindurchgefUhrter Entlastungsbalken
6, dessen Querschnitt eine windschlüpfige Form aufweist, das heißt der sich von
einer Zone gröBter Dicke aus nach oben und unten stetig verjiingt. Unterhalb des
Entlastungsbalkens 6 erstreckt sich ebenfalls in der Symmetrie-Ebene des Silos eine
aufrechte Trennwand 16, die entsprechend den gestrichelten Linien bis nahe an die
Austragswalze 3 herangefuhrt sein kann.
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Die Horizontalebene 12, die die Mittelachse der Austragswalze 3
Mithält,
liegt nach der Zeichnung etwas unterhalb des Austragsschlitzes 2. Dies bedeutet,
daB auch die Schrägböden 4 und 5 etwas ) berhalb der Horizontalebene 12 am Umfange
der Austragswalze 3 enden.
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Un diesen unteren Rändern der Schrägboden 4, 5 beträgt ihre Neigung
15 gegenüber der Waagerechten 45° oder mehr. Der Krümmungsradius 18 der 3chragboden
4, 5 soll wenigstens so groß sein wie die Silobreite 17, i. ie Schrägboden bilden
dabei Teile von Zylindermanteln. Die Zeichnung Läßt erkennen, daB auch die quer
über der Austragswalze 3 stehenden 3ilowände 19 ohne Knick in Schrägböden 11 mit
großem Krümmungsradius ibergehen.
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Durch die eigenartige Ausbildung des Entlastungsbalkens 6, die auch
in loch schlankerer linsenförmiger Form erfolgen kann, wird auBer einer Entlastung
von Staubgut im unteren Teil der Silozelle eine allmah-Liche Ablenkung und Umlenkung
des absinkenden Gutes im Zusammenwirken nit den gekrummten Schrägböden erreicht.
Durch mehr oder weniger vollständige Ausbildung der aufrechten Trennwand 16 unterhalb
des Ent-Lastungsbalkens 6 können die beiden Hälften des Silos mehr oder weliger
getrennt voneinander behandelt werden. Von dem Entlastungsbalken 6 und der Trennwand
16 aus kann dem Staubgut zur Auflockerung Druckluft zugefuhrt oder es können Schwingungen
eingeleitet werden.
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Durch den Einbau der Austragswalze 3 wird in Langarichtung des Auslaufschlitzes
2 eine völlig gleichmaBige Gutentnahme erreicht, was nach dem Hauptpatent nicht
sichergestellt werden konnte, Läßt man die Austragswalse 3 mit gleichbleibender
Drehrichtung umlaufen, so treten leere, aufnahmebereite Zellen 13 je nach der Drehrichtung
immer am unteren Ende des gleichen Schrägbodens 4 oder aber 5 in den unteren Teil
des Silos ein. Da die Füllung der Zelleh 13 verhältnismäßig schnell erfolgt, wird
vorzugsweise aus dieser Hälfte des Silounterteils Gut entnommen und mit der Drehung
der Austragswalze 3 nach unten ausgeschleust. Infolgedessen ergibt sich ein ungleichmäßiges
Absinken des Siloinhaltes, das zu einem regelrechteneinseitigen Abstürzen des Staubgutes
führen kann. Dabei tritt eine intensive Durchmischung der ursprünglich waagerechten
Schichten des Stanbgutes ein, die manchmal dringend erwünscht ist. Soll jedoch ein
gleichmäßiges Absenken des eingespeicherten Staubgutes erreicht werde, so wird die
Drehrichtung der Austragswalze 3 in regelmäßigen Zeitabatänden autonatisch @t. Die
Intervalle zwischen den Drehrichtuageänderasgen sollen en dabei je nach den erwünschten
Betriebsverhältnissen
verstellt werden können. Durch Reversierbetrieb
der Austragswalze mit kurzen Perioden kann ein für praktische Verhältnisse völlig
ausreichend gleichmäßiges Absenken der waagerechten Schichten des Staubgutes erreicht
werden. Die jeweilige Umkehr der Drehrichtung kann in einfacher Weise mit an sich
bekannten elektrotechnischen Mitteln, zum Beispiel unter Benutzung eines Zeitrelais
oder eines Drehzahlers, bewerkstelligt werden. Durch wiederholte Umkehr der Drehrichtung
der Austragswalze wird auch eine einseitige Verfestigung des Siloinhalts vermieden
und gegebenenfalls eine Auflockerung erreicht.