-
Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen eines Förderbandes Die Erfindung
bezieht sich in erster Linie auf ein Verfahren zum Herstellen eines Förderbandes
mit zwischen den Deckplatten aus Gummi oder anderen gummiähnlichen Werkstoffen des
Förderbandes eingebetteten Verstärkungseinlagen in Form von parallel zueinander
in Längsrichtung durchlaufenden, nicht miteinander verwebten Fäden Drähten oder
Kabeln, bei dem die Verstärkungseinlagen unabhängig voneinander mit einer einstellbaren
Zugkraft vorgespannt, mit den noch plastischen Deckplatten belegt und die Deckplatten
im vorgespannten Zustand der Verstärktingseinlagen abschnittsweise in aufeinanderfolgenden
Arbeitsgängen unter Erwärmung und Pressung verfestigt werden.
-
An die Herstellungsgenauigkeit solcher Förderbänder werden mit wachsenden
Abmessungen steigende Anforderungen gestellt. Für den einwandfreien Lauf der Förderbänder
im Betrieb ist eine gleichmcil3iee Beteiligung aller eingebetteten Festigkeitstrager
an den auftretenden Zugkräften von ausschlaggebender Bedeutung; denn es hat sich
gezeigt, daß fertigullgsmäßig bedingte Ungleichmäßigkeiten in der Spannullgsverteilung
zu Verwerfungen, Schräglaufen und in schweren Fällen sogar zum Umklappen des Förderbandes
und Abwerfen des Transportgutes fUhren. Fehler dieser Art sind mit den bekannten
Herstellungsverfahren nicht mit Sicherheit auszuschließen da schon durch das mehrmalige
Auf-und Abwickeln des Materials im Verlauf der Fertigungsvorgänge Dehnungsunterschiede
aufgebaut wurden.
-
Nach einem bekannten Vorschlag wird bei der Herstellung von Förderbändern
stets nur ein bestimmter Längenabschnitt unter Zugspannung gesetzt um nach Abschluß
der abschnittsweise durchgeführten Verfestigung immer wieder vollkommen entspannt
zu werden. Es ist hierbei notwendig vor Wiederanlegen der Zugspannung die Hauptteile
der bekannten Herstellungseinrichtung wieder in ihre Ausgangsstellungen zurückzufahren,
was in der Praxis - schon im H nblick auf die erwünschte Einhaltt absolut genauen
Gleichlaufes - mitgroßen Schwierigkeiten verbunden ist. Darüber hinaus entstellen
aus dem im ständigen Wechsel vorzunehmenden Spannen und Entspannen der Verstärkungseinlagen
unvermeidliclle Ungenauigkeiten, die sicll ungiinstig auf die Beschaffenlleit des
fertigen Förderbandes auswirken.
-
Nach der Erfindung wird bei dem Verfahren der eingangs geschilderten
Art vorgeschlagen, daß die auf die Verstärkungseinagen wirkende Zugkraft mindestens
in den mit den noch plastischen Deckplatten
belegten und unter der Erwärmung und
Pressung befindlichen Abschnitten bis zur Verfestigung des letzten Förderbandabschnittes
aufrechterhalten wird.
-
Der aus der Bauart der bekannten Herstellungseinrichtung heraus gegebene
grundsätzliche Nachteil wird durch die erfindungsgemäßen Verfahrensschritte vermieden,
da die einmal aufgegebene Vorspannung in voller Höhe unter Fortfall jedes zwischenzeitlichen
Entspannens ständig wirksam bleibt.
-
Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Verstärkungseinlagen auf
eine dem fertigen Förderband entsprechende Länge geschnitten, durch Verbinden der
Enden miteinander zu endlosen Gebilden gleicher Umfangslänge gemacht, im über ihre
ganze Umfangslänge vorgespannten Zustand belegt und nach Verfestigung des letzten
Förderbandabschuittes wieder aufgetrennt werden. Vorteilhaft ist es ferner dabei,
daß die Enden der Verstärkungseinlagen unter Einhaltung gleicher Vorspannung miteinander
verschweiß und die endlos gemachten Verstärkungseinlagen so während des Belegens
und des abschnittsweisen Verfestigens unabhängig voneinander nachgespannt werden.
-
Weiter ist es zweckmäßig, daß die Verstärkungserlagen in den mit
den noch plastischen Deckplatten belegten und den unter der Erwärmung und Pressung
befindlichen Abschnitten unabhängig voneinander vorgespannt werden während die aus
der Presse austretenden Förderbandabsehnitte im wesentlichell spannungsfrei weitergeführt
werden. Dadurch erreicht man den besonderen Vorteil, sehr lange Förderbänder auf
verhältnismäßig kleinem Raum herstellen zu können.
-
Ferner bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens mit zum Transport des Förderbandes dienenden Walzen und drehbar gelagerten
Spannrollen für jeden Draht der Verstärkungseinlagen.
-
Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß die als Reibwalzen ausgebildeten,
mit elektrischen Antriebsmotoren antreibbaren Walzen im Gleichlauf miteinander gekuppelt
sind.
-
Zur Verdeutlichung des Verfahrens und der Vorrichtung sind in der
Zeichnung verschiedene Ausführungsformen schematisch dargestellt. In der Zeichnung
sind Fig.1 bis 5 ein Ausführungsbeispiel einer Vorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens in den verschiedenen Arbeitszuständen, F i g. 6 ein anderes Ausführungsbeispiel
einer Vorrichtung und F i g. 7 eine Abwandlung der Vorrichtung in Fig. 6.
-
Die Vorrichtung gemäß Fig. 1 bis 5 dient zur Herstellung von Förderbändern
beispielsweise aus Gummi oder anderen gummiähnlichen elastischen Werkstoffen mit
eingebetteten Draht- oder Drahtseileinlagen und umfaßt ein Spulengatter 1, einen
Schweißtisch 2, eine Spannvorrichtung 3, einen Spannkorb mit an den Kolbenstangen
hydraulisch betätigter Druckmittelarbeitszylinder 4 drehbar gelagerten Spannrollen
14, zwei Abwickelstellen 5 für die Kautschukdeckplatten, einen Konfektioniertisch
6, einen Dublierkalander 7, eine Vulkanisierpresse 8 und zwei synchron angetriebene
Reibwalzen 9, 10.
-
Von den einzelnen Spulen im Spulengatter 1 werden Drähte 11 gemäß
F i g. 1 durch einen Vorläufer 12 abgezogen, durch die geöffnete Vulkanisierpresse
8 geholt und über die Reibwalze 10, eine Stützrolle 13 auf der Presse und die Reibwalze
9 wieder dem Ausgangspunkt zugeführt. Hierauf kann der Vorläufer 12 entfernt werden.
Durch die Spannvorrichtung 3 werden Anfang und Ende der einzelnen Drähte 11 nacheinander
erfaßt und auf dem Schweißtisch 2 gemäß F i g. 2 unter der gewünschten Vorspannung
miteinander verschweißt, so daß die Drähte 11 endlose Schlingen oder Schleifen gleicher
Umfangslänge und gleicher Vorspannung bilden. Die parallele Lage der Drähte zueinander
wird durch eingedrehte Rillen in den Umlenkwalzen oder auswechselbare Riedführungen
sichergestellt.
-
Die so fertiggestellte Drahtbahn wird gemäß F i g. 3 in dem Spannkorb
nachgespannt, wobei jedes einzelne Drahtseil 11 mit der hydraulisch absenkbaren
Spannrolle 14 belastet wird. Auf Grund dieser Anordnung können Spannungsunterschiede,
wie sie sich im Verlauf des Herstellungsvorganges herausbilden, sofort erkannt und
ausgeglichen werden. Die Drähte laufen mit einheitlicher Vorspannung durch die Presse
8 und werden auf dem Konfektioniertisch 6 von den Abwickelstellen 5 aus von oben
und von unten mit den Kautschukdeckplatten 15 belegt.
-
Mittels des Dublierkalanders 7 werden die Deckplatten 15 fest gegeneinandergepreßt,
so daß die Drähte 11 in Parallellage vollkommen in den Kautschuk eingebettet werden.
Sobald der auf diese Weise konfektionierte Förderbandschnitt am Ausgangsteil der
Vulkanisierpresse 8 (F i g. 4) erscheint, wird der Antrieb der Reibwalzen 9, 10
abgeschaltet, die Presse geschlossen und damit der erste Vulkani-
siervorgang eingeleitet.
Wenn die Presse 8 gemäß der gezeichneten Darstellung durch Anheben des Unterteiles
gegen das feststehende Oberteil geschlossen wird, werden die Reibwalzen zweckmäßig
so hoch in bezug auf das Pressenoberteil angeordnet, daß die vorgespannte Drahtbahn
möglichst dicht unter dem Oberteil verläuft. Diese Anordnung bringt nicht nur den
Vorteil eines kurzen Pressenhubes mit sich, sondern schließt darüber hinaus auch
die Gefahr einer unerwünschten Längung und damit Spannungserhöhung der Drähte 11
beim Zufahren der Vulkanisierpresse aus.
-
Nach Abschluß dieses ersten Vulkanisationsvorganges wird die gesamte
Drahtbahn um ein der Länge der Presse 8 entsprechendes Stück unter Einhaltung der
aufgegebenen Vorspannung weitergeführt, wobei der nachfolgende Abschnitt auf die
gleiche Weise mit Deckplatten 15 belegt und anschließend vulkanisiert wird. Nach
Fertigstellung des letzten Bandabschnittes (F i g. 5) werden Anfang und Ende des
Förderbandes beiderseits der Schweißstellen der Drahteinlagen 11 eingespannt, worauf
der nicht belegte Teil beispielsweise mittels Trennschleifmaschinen herausgeschnitten
wird. Das fertige Förderband kann dann abgezogen und aufgewickelt werden.
-
Die in F i g. 6 dargestellte Vorrichtung ermöglicht die Herstellung
beliebig langer Förderbänder, wobei auf eine Vereinigung der Drahtenden ganz verzichtet
werden kann.
-
Einen wesentlichen Vorrichtungsteil bilden zwei Spannböcke 16, 17
mit mehreren Reibwalzenpaaren, die im Gleichlauf - beispielsweise durch eine elektrische
Welle miteinander gekuppelt - angetrieben werden und einen vorgespannten Abschnitt
der Bahn der Drähte 11 in den verschiedenen Herstellungsphasen des Förderbandes
begrenzen. Da die Drahtbahn nicht im ganzen vorgespannt wird, sondern im Verlauf
der Fertigung in aufeinanderfolgenden Schritten in den Vorspannungsbereich gelangt
und diesen nach Passieren des Spannbockes 17 wieder verläßt, ist die maximale verarbeitbare
Länge praktisch nur von der Aufnahmefähigkeit der Drahtspulen im Spulengatter 1
abhängig.
-
Zu Beginn des Herstellungsprozesses wird zunächst ein Vorläufer von
einer Trommel 18 abgezogen und durch die Vorrichtung zu einer zweiten Trommel 19
geführt, wobei er zwischen den Reibwalzen der Spannböcke 16, 17 gespannt wird. Hinter
dem Spannbock 16 werden die von dem Spulengatter 1 ablaufenden Drähte 11 an dem
Vorläufer befestigt. Zwischen dem Spannbock 16 und dem Konfektioniertisch 6 mit
den davor angeordneten Abwickelstellen 5 befindet sich wiederum ein Spannkorb mit
jedem einzelnen Draht zugeordneten hydraulisch absenkbaren Spannrollen 14. Die Rollen
14 werden in die Drahtbahn eingehängt und diese wird in Richtung zur Vulkanisierpresse
8 vorgezogen. Ähnlich wie bei der Vorrichtung gemäß F i g. 5 werden von den Abwickelstellen
5 die Kautschukdeckplatten beiderseits auf die Drahtbahn beim Passieren des Konfektioniertisches
6 aufgebracht und in dem anschließenden Durchgang durch den Dublierkalander 7 fest
angepreßt. Das so vorbereitete Band läuft in die Vulkanisierpresse 8 ein und wird
in seinem ersten Abschnitt fertigvulkanisiert.
-
In der gleichen Weise schließen sich die nachfolgenden Vulkanisationsvorgänge
an, wobei stets durch die Spannböckel6, 17 und den Spannkorb die gewünschte Spannung
in den Drähten 11 aufrechterhalten
wird. Das fertige Förderband
ist nach Durchlaufen durch die Reibwalzen des Spannbockes 17 entspannt und kann
dann auf einen Aufwickelbock 20 aufgewickelt werden.
-
Die in Fig. 7 gezeichnete Vorrichtung stellt eine Abwandlung der
Vorrichtung gemäß F i g. 6 dar und unterscheidet sich von dieser dadurch, daß der
Spannkorb in Längsrichtung zwischen dem Spannhock 16 und den AbwickelstellenS vor
dem Konfektioniertisch 6 verfahrbar angeordnet ist. Die Drähte 11 werden auf die
gewünschte Förderbandlänge zugeschnitten und mit dem einen Ende an einem von der
Trommel 19 an der Ausgangsseite der Vorrichtung abgezogenen Vorläufer und mit dem
anderen Ende an den einzelnen hydraulisch betätigten Arbeitszylindern 4 im Spannkorb
befestigt. Über einen die Reibwalzen in dem Spannbock 16 umschlingenden Vorläufer
18' hängt der Spannkorb mit der Trommel 18 an der Eingangsseite der Vorrichtung
zusammen, so daß die gewünschte Vorspannung in den Drähten 11 durch die synchron
angetriebenen Spannböcke 16, 17 und die einzelnen Arbeitszylinder 4 im Spannkorb
aufrechterhalten werden kann. Da die Arbeitszylinder 4 aus Raumgründen in verschiedenen
Ebenen angeordnet sind, laufen die Drähtell zum Teil über Umlenkrollen 21 aus dem
Spannkorb aus.
-
Zu Beginn des ersten Fertigungsschrittes ist der Vorläufer Von der
Trommel 19 so weit ausgefahren, daß die Verbindungsstelle mit der Dralltbalm vor
den Abwickelstellen 5 liegt.
-
Während des Einlaufens in die Vulkanisierpresse 8 wird die vorgespannte
Drahtbahn von den Abwickel stellen aus oben und unten mit Deckplatten belegt.
-
Das vorbereitete Band wird in dem Dublierkalander 7 verdichtet und
anschließend in der Presse 8 xullçallisiert. Nach Durchlaufen des Spannbockes 17
kann der Vorläufer entfernt Ünd auf die Trommel 19 zurüclioellolt werden, während
der fertige Förderband abschnitt auf den Aufwickelbock 20 aufläuft.
-
Der Spannkorb rückt mit jedem abgeschlossenen Vulkanisatioi: svorgang
um eine Pressenlänge weiter vor wobei er stets mit dem Vorläufer 18' verbunden bleibt.
Nach Ferligstellung des gesamten Förderbandes und Freigabe der eingespannten Drähte
11 fährt der Spannkorb in die gemäß der Darstellung linke Ausgangsstellung zurück,
worauf die Einriclltung zur cmeutell Beschickung bereit ist.
-
Patentanspriiclle: I. Verfahren zum Herstellen eines Förderbandes
mit zwischen den Deckplatten aus Gummi oder anderen g ummiähnlicllen Werkstoffen
des Förderbandes eingebetteten Verstärkungseinlagen in Form von parallel zueinander
in Längsrichtung durchlaufenden, nicht miteinander verwebten Fäden, Drähten oder
Kabeln, bei dem die Verstärkuagslinlagen unabhängig voneinander mit einer einstellbaren
Zugkraft vorgespannt, mit den noch plastischen Deckplatten belegt und die
Deckplatten
im vorgespannten Zustand der Verstärkungseinlagen abschnittsweise in aufeinanderfolgenden
Arbeitsvorgängen unter Erwärmung und Pressung verfestigt werden, d a d u r c h g
e -k e n n z ei eh n e t, daß die auf die Verstärkungseinlagen wirkende Zugkraft
mindestens in den mit den noch plastischen Deckplatten belegten und den unter der
Erwärmung und Pressung befindlichen Abschnitten bis zur Verfestigung des letzten
Förderbandabschnittes aufrechterhalten wird.