DE1292611B - Verfahren zum kontinuierlichen Herstellen von Trinkbranntwein - Google Patents
Verfahren zum kontinuierlichen Herstellen von TrinkbranntweinInfo
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Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierlichen Herstellen von Trinkbranntwein, bei welchem durch einmalige Verdampfung vergorener Flüssigkeiten oder Maischen aus zucker- oder stärkehaltigen Früchten unter Anwendung einer Rauhbranntkolonne und einer damit in Verbindung stehenden Fraktionierkolonne im oberen Teil der Fraktionierkolonne ein stark alkoholhaltiges Produkt abgezogen und eine fuselölhaltige Fraktion in der unteren Hälfte der Fraktionierkolonne oberhalb des Sumpfes abgeführt wird, mit dem Kennzeichen, daß das am unteren Ende der Fraktionierkolonne anfallende, schwach alkoholhaltige Sumpfprodukt mit dem stark alkoholhaltigen Produkt gemischt wird.
- Die Erzeugung von Destillaten aus. Wein, Obst und Korn erfolgt üblicherweise durch periodisches Herstellen eines Rohbzandes aus Brennwein oder Maischen und anschließende mehrmalige Destillation des Rohbrandes zu Feinbrand. Es ist verständlich, daß das mehrmalige Brennen einen beträchtlichen Energie- und Materialaufwand erfordert. Man hat daher auch schon vorgeschlagen, den Rohbrand kontinuierlich zu gewinnen. An sich lag es auch nahe, die Herstellung des Feinbrandes kontinuierlich zu gestalten und darüber hinaus den Verdampfungsvorgang des Roh- und des Feinbrandes miteinander zu verbinden. Die Vorschläge, die die kontinuierlich arbeitende Rauhbrandkolonne verlassenden Brüden anschließend zu fraktionieren, konnten jedoch nicht zu einem befriedigenden Ergebnis führen, da die auf diese Weise erhaltenen Produkte keineswegs in der Qualität den Erzeugnissen entsprachen, welche durch mehrmalige Destillation gewonnen urden. Es zeigte sich nämlich, daß das Endprodukt' einerseits nachteilige Stoffe enthielt und andererseits wertgebende Komponenten vermissen ließ.
- Bei diesem bekannten Verfahren wird das Endprodukt dem oberen Teil einer Fraktionierkolonne entnommen, d. h., daß das Fertigprodukt durch einmalige Verdampfung der aus zucker- oder stärkehaltigen Früchten durch Gärung erhaltenen Flüssigkeiten oder Maischen unter Anwendung einer Fraktionierkolonne gewonnen wird, wobei die im Sumpf der Fraktionierkolonne sich ansammelnden, schwach alkoholhaltigen Produkte ausgeschieden, d. h. in den Kreislauf der Rauhbrandkolonne zurückgegeben wurden, zumal man der Auffassung war, daß gerade die fuselölhaltigen Produkte sich am unteren Ende der Fraktionierkolonne ansammeln.
- Es wurde auch schon vorgeschlagen, in der Fraktionierkolonne die Kondensatoren, welche die zur Gegenstromdestillation notwendige Menge Konden-= sat niederschlagen, so zu bemessen - und _ einzustellen, daß die leichtflüchtigen Anteile der Brüden diese umkondensiert passieren und dadurch nicht mehr im Gegenstrom auf die Fraktion gelangen.
- Desgleichen ist es bekannt, die im oberen Teil der Fraktionierkolonne erhaltenen Stoffe dem Fertigprodukt zuzuführen, da diese Fraktionen vielfach wertvolle Aromastoffe enthalten.
- Es wurde nun überraschend gefunden, daß ein Trinkbranntwein von ebenso guter Qualität wie der der mehrfach diskontinuierlich destillierten Brände dadurch erhalten werden kann, daß das bei der kontinuierlichen Destillation im oberen Teil der Fraktionierkolonne anfallende, stark alkoholhaltige Produkt mit dem Sumpfprodukt der Fraktionierkolonne verschnitten wird. Dies ist völlig unerwartet, denn es war zu erwarten, daß alle flüchtigen Stoffe, die ja die wesentlichen Aromakomponenten der Branntweine darstellen und die ja auch bei der diskontinuierlichen mehrfachen Destillation der Branntweine in das Kopfprodukt übergehen, auch bei der kontinuierlichen Destillation in ihrer Gesamtheit im oberen Teil der Fraktionierkolonne erscheinen müßten.
- Es hat sich aber gezeigt, daß bei der kontinuierlichen fraktionierten Destillation wertvolle flüchtige Stoffe, insbesondere Säuren, im Sumpf der Fraktionierkolonne zurückbleiben und auch dann nicht in das Produkt der Fraktionierkolonne gelangen, wenn man den Sumpf der Fraktionierkolonne auf die Rauhbrandkolonne zurückgibt, wie man es bisher vorgeschlagen hat. Viehmehr reichern sich bei diesem bekannten Verfahren diese wertvollen Stoffe im Sumpf der Rauhbrandkolonne an und werden mit diesem verworfen.
- Eine eingehende Untersuchung hat dies bewiesen. Bei diesem Versuch wurde Brennwein auf eine Destillationsapparatur gegeben, die aus einer Rauhbrandkolonne und einer unmittelbar nachgeschalteten Fraktionierkolonne bestand. Es wurde 60 Minuten destilliert, dann wurden die einzelnen Proben gezogen und die Produkte auf Säuren untersucht. Die nachfolgende Tabelle zeigt die Ergebnisse:
Wie diese Ergebnisse zeigen, gelangen diese Säuren nur zu einem verschwindend kleinen Teil in das Produkt der Fraktionierkolonne; wird der Sumpf der Fraktionierkolonne aber auf den Kopf der Rauhbrandkolonne zurückgegeben, dann sammelt sich ein erheblicher Teil dieser flüchtigen Säuren ebenfalls im Sumpf der Rauhbrandkolonne an und wird mit diesem kontinuierlich abgezogen.Produkt Produkt- Säure im menge Produkt* Eingesetzter Brennwein . . 1000 ml 2,178 g Sumpf der Rauhbrand- kolonne ............. 390 ml 0,440 g Sumpf der Fraktionier- kolonne . . . . . . . . . . . . . 380 ml 1,642 g Produkt der Fraktionier- kolonne . . . . . . . . . .... 246 ml 0,062 g * Berechnet als Essigsäure. - Die Ursache für dieses Verhalten liegt darin, daß diese wasserdampfflüchtigen Säuren zwar mit den schwach alkoholhaltigen, aber stark wasserhaltigen Dämpfen der Rauhbrandkolonne aus dieser abgetrieben werden können, mit steigendem Alkoholgehalt in der Fraktionierkolonne jedoch ihre Flüchtigkeit verlieren und sich dadurch im Sumpf der Fraktionierkolonne ansammeln.
- Das Verfahren gemäß der Erfindung wird an Hand der Zeichnung näher erläutert. Die Zeichnung zeigt beispielsweise und schematisch eine Fraktionierkolonne, wie sie zur Durchführung des Verfahrens gemäß der Erfindung geeignet ist. Die der Fraktionierkolonne vorgeschaltete Rauhbrandkolonne ist der übersichtlichkeit halber weggelassen.
- Durch die Leitung 1 werden die zu entgeistenden Brüden zugeführt und gelangen in die Säule der Fraktionierkolonne 2. Das am Destillationsaufsatz 3 anfallende Destillat wird entnommen und nach Küh- Jung durch den Kühler 4 in das Sammelgefäß 5 geführt. Dieses Destillat bildet die Hauptmenge des gewonnenen Produktes und wird erfindungsgemäß mit dem am unteren Ende 6 der Fraktionierkolonne anfallenden, schwach alkoholhaltigen Produkt verschnitten. Hierzu wird dieses Produkt nach Kühlung durch den Kühler 7 durch die Leitung 8 ebenfalls dem Sammelgefäß 5 zugeführt.
- Wie bei den bekannten Verfahren wird eine fuselölhaltige Fraktion am Destillationsaufsatz 9 durch die Leitung 10 abgeführt. Das am Destillationsaufsatz 11 anfallende Destillat enthält für das Endprodukt unwesentliche Bestandteile und wird durch die Leitung 12 nach Kühlung durch den Kühler 13 in ein Hilfssammelgefäß 14 abgeführt.
- Sowohl die Menge des am Destillationsaufsatz 3 abgenommenen Destillates als auch die Menge der am Destillationsaufsatz 11 abgenommenen unerwünschten Bestandteile können durch Hähne 15 und 16 geregelt werden.
- Da die im Kopf der Fraktionierkolonne anfallenden Stoffe vielfach wertvolle Bestandteile enthalten, können diese über die Leitung 17, den Kühler 18 und die Leitung 19 ebenfalls dem Sammelgefäß 5 und damit dem Endprodukt zugeführt werden. Treten in dieser letzten Fraktion unerwünschte Bestandteile auf, so werden diese durch öffnen des Hahnes 20 in das Hilfssammelgefäß 14 abgeführt und damit ausgeschieden.
- Das Verfahren gemäß der Erfindung gestattet es, aus einer einmalig verdampften Flüssigkeit oder Maische, die aus zucker- oder stärkehaltigen Produkten durch Gärung erhalten ist, kontinuierlich einen Feinbrand zu erzeugen und hierbei die Abtrennung unerwünschter Bestandteile und die Erhaltung wertvoller Bestandteile wunschgemäß zu steuern, so daß Produkte von besonders hoher Qualität gewonnen werden.
- Von besonderer Bedeutung ist es, daß alle mit Dämpfen oder Flüssigkeiten in Berührung kommenden Teile aus Glas hergestellt sind und somit keine Geschmacksbeeinträchtigung durch Metalle auftreten kann.
Claims (1)
- Patentanspruch: Verfahren zum kontinuierlichen Herstellen von Trinkbranntwein, bei welchem durch einmalige Verdampfung vergorener Flüssigkeiten oder Maischen aus zucker- oder stärkehaltigen Früchten unter Anwendung einer Rauhbranntkolonne und einer damit in Verbindung stehenden Fraktionierkolonne im oberen Teil der Fraktionierkolonne ein stark alkoholhaltiges Produkt abgezogen und eine fuselölhaltige Fraktion in der unteren Hälfte der Fraktionierkolonne oberhalb des Sumpfes abgeführt wird, d a d u r c h g e -kennzeichnet, daß das am unteren Ende der Fraktionierkolonne anfallende, schwach alkoholhaltige Sumpfprodukt mit dem stark alkoholhaltigen Produkt gemischt wird.
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