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DE1286684B - Verfahren zur Herstellung von Faeden, Fasern oder Folien durch Nass- oder Trockenverspinnen einer Acrylnitrilpolymerisatmischung - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Faeden, Fasern oder Folien durch Nass- oder Trockenverspinnen einer Acrylnitrilpolymerisatmischung

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Publication number
DE1286684B
DE1286684B DEC9987A DEC0009987A DE1286684B DE 1286684 B DE1286684 B DE 1286684B DE C9987 A DEC9987 A DE C9987A DE C0009987 A DEC0009987 A DE C0009987A DE 1286684 B DE1286684 B DE 1286684B
Authority
DE
Germany
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threads
temperature
fibers
films
acrylonitrile
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEC9987A
Other languages
English (en)
Inventor
Schaefer Rodger Lewis
Chaney David Webb
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Monsanto Co
Original Assignee
Monsanto Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Monsanto Co filed Critical Monsanto Co
Publication of DE1286684B publication Critical patent/DE1286684B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01FCHEMICAL FEATURES IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED FOR THE MANUFACTURE OF CARBON FILAMENTS
    • D01F6/00Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof
    • D01F6/02Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof from homopolymers obtained by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds
    • D01F6/18Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof from homopolymers obtained by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds from polymers of unsaturated nitriles, e.g. polyacrylonitrile, polyvinylidene cyanide
    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01FCHEMICAL FEATURES IN THE MANUFACTURE OF ARTIFICIAL FILAMENTS, THREADS, FIBRES, BRISTLES OR RIBBONS; APPARATUS SPECIALLY ADAPTED FOR THE MANUFACTURE OF CARBON FILAMENTS
    • D01F6/00Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof
    • D01F6/28Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof from copolymers obtained by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds
    • D01F6/38Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof from copolymers obtained by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds comprising unsaturated nitriles as the major constituent
    • DTEXTILES; PAPER
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    • D01F6/00Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof
    • D01F6/44Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof from mixtures of polymers obtained by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds as major constituent with other polymers or low-molecular-weight compounds
    • D01F6/54Monocomponent artificial filaments or the like of synthetic polymers; Manufacture thereof from mixtures of polymers obtained by reactions only involving carbon-to-carbon unsaturated bonds as major constituent with other polymers or low-molecular-weight compounds of polymers of unsaturated nitriles

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Description

  • Es sind verschiedene Verfahren zur Herstellung von Fäden, Filmen u. dgl. aus Acrylnitrilpolymerisaten bekannt. Gewöhnlich wird jedoch das Polymerisat in einem Lösungsmittel, wie in N,N Dimethylacetamid, N,N Dimethylformamid, Sulfolan, Nitromethan, Dioxan, Äthylencarbonat usw., gelöst und die sich ergebende Lösung in einem Fällmittel, wie ein das Verdampfen des Lösungsmittels herbeiführendes Medium oder ein Flüssigkeitsbad, verformt. Diese Formlinge werden dann gewaschen, getrocknet und gestreckt.
  • Fäden und Fasern, die nach diesen bekannten Verfahren erzeugt worden sind, haben nicht alle gewünschte physikalische Eigenschaften. Beispielsweise sind sie meistens zu brüchig und besitzen nicht die notwendige Dehnbarkeit, damit sie bei Textilarbeitsvorgängen, wie Weben, Wirken u. dgl., zufriedenstellend verwendet werden können.
  • Aus der britischen Patentschrift 605 770 ist ein Verfahren zur Herstellung von geformten Gegenständen, insbesondere Fäden aus Acrylnitrilpolymerisaten bekannt, bei welchem die durch ein Naßspinnverfahren geformten Fäden im Gelzustand einer Behandlung in einer wäßrigen Bleichlösung bei Temperaturen zwischen 50 und 100°C während einer Zeit von 1 bis 30 Minuten unterworfen werden. Die Fäden werden danach getrocknet und bei einer Temperatur von 105°C während 5 Minuten erhitzt, wobei sie sich in entspanntem Zustand befinden und frei schrumpfen können, um die Dehnung zu erhöhen.
  • Bei dem bekannten Verfahren wird auf die Kristallinität der Fäden vor oder nach der Entspannung in der Wärme keine Rücksicht genommen. Insbesondere wird das bekannte Verfahren nicht so geführt, daß eine Kristallisation verhindert wird, bis die Entspannung in der Wärme ausgeführt worden ist. Es wird bei dem bekannten Verfahren nicht eine erwünschte hohe Dehnbarkeit erzielt.
  • Aufgabe der Erfindung ist die Herstellung von Fäden, Fasern oder Folien aus Acrylnitrilpolymerisaten, wobei die erhaltenen Erzeugnisse eine höhere Dehnbarkeit, eine höhere Wärmestabilität und eine geringere Brüchigkeit besitzen als diejenigen aus Acrylnitrilpolymerisaten, wie sie bisher erzeugtwurden.
  • Die Erfindung beruht darauf, daß die gewünschten Eigenschaften der erhaltenen Erzeugnisse, nämlich hohe Wärmestabilität, hohe Dehnbarkeit und geringe Brüchigkeit, erhalten werden, wenn während der Verstreckung und gegebenenfalls während eines gleichzeitig oder anschließend erfolgenden Waschvorganges und eines Trocknungsvorganges eine Kristallisation in dem Material der Erzeugnisse vermieden wird und wenn die Erzeugnisse danach einer Wärmebehandlung im entspannten Zustand zur Stabilisierung unterworfen werden.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung zur Herstellung von Fäden, Fasern oder Folien durch Naß- oder Trockenverspinnen einer Acrylnitrilpolymerisatlösung ist dadurch gekennzeichnet, daß man die frischgesponnenen Fäden, Fasern oder Folien in einem Mittel bei einer 100°C nicht überschreitenden Temperatur und einer 15 Sekunden nicht überschreitenden Zeitdauer streckt und gegebenenfalls wäscht sowie nach erfolgter Entspannung im entspannten Zustand einer Wärmebehandlung bei einer Temperatur von wenigstens 100' C während einer Zeitdauer von wenigstens 15 Sekunden unterwirft, wobei man gegebenenfalls die Fäden, Fasern oder Folien vor oder nach der Wärmebehandlung trocknet. Es ist in diesem Zusammenhang gefunden worden, daß eine Kristallisation in den Erzeugnissen während der vorgenannten Arbeitsvorgänge verhindert werden kann, wenn die im Gelzustand befindlichen Erzeugnisse dabei einer Temperatur von 80°C nicht länger als 1/2 Stunde und einer Temperatur von 100°C nicht länger als 30 Sekunden unterworfen werden. Wenn die Erzeugnisse trocken sind, kann eine Kristallisation verhindert werden, wenn die Erzeugnisse einer Temperatur in dem Bereich von 110 bis 120°C nicht länger als 15 Sekunden unterworfen werden.
  • Bei einer besonderen Ausführungsform der Erfindung werden die Fäden, Fasern oder Folien nach der Verstreckung - vorzugsweise im Wasser -- gewaschen, in entspanntem Zustand bei einer Temperatur von 80 bis 100°C während höchstens 15 Sekunden getrocknet und danach der Wärmebehandlung bei einer Temperatur von wenigstens 100°C in entspanntem Zustand unterworfen.
  • Vorteilhaft kann bei dem Verfahren gemäß der Erfindung die Verstreckung in einem zum Auswaschen der Fäden, Fasern oder Folien dienenden Mittel vorgenommen werden, das auf einer 100°C nicht übersteigenden Temperatur gehalten wird.
  • Gemäß einer zweckmäßigen Ausführungsform kann das Streckbad mit einer Temperatur von 80 bis 100°C Lösungsmittel für das verformte Polymere enthalten.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung kann auch in der Weise ausgeführt werden, daß das Polymerisat eine Mischung aus einem Mischpolymerisat, das 80 bis 990/0 Acrylnitril und 1 bis 20"/" eines anderen polymerisierbaren monoolefinischen Monomeren enthält, und einem Mischpolymerisat, das 10 bis 700/" Acrylnitril und 30 bis 90 °/o eines vinylsubstituierten tertiären heterocyclischen Amins enthält, verwendet wird, wobei die Mischung einen Gesamtgehalt an vinylsubstituiertem tertiärem heterocyclischem Amin von 2 bis 10 °/o, bezogen auf das Gewicht der Mischung, hat.
  • Die erfindungsgemäß erhaltenen Fäden können nach dem Trocknen gekräuselt und bzw. öder zu Stapelfasern geschnitten werden. Ferner können die Kräusel- und bzw. oder Schneidvorgänge der Trockenstufe vorangehen.
  • Die Erfindung ist auf die üblichen Methoden zur Herstellung von synthetischen Fäden oder Fasern, wie das Trockenspinnen und Naßspinnen, anwendbar. Zum Zwecke der Vereinfachung der Beschreibung wird jedoch die Erfindung in ihrer Anwendung auf die Naßspinntechnik beschrieben.
  • Es kann irgendein Lösungsmittel oder Erweichungsmittel für Acrylnitrilpolymerisate in dem Lösungsmittel-Streckbad verwendet werden. Die Konzentration des Lösungsmittels in dem Bad hängt von den chemischen Eigenschaften des benutzten Lösungsmittels und der Temperatur des Bades ab. Die Konzentration muß- offensichtlich eine solche sein, daß das durch das Bad hindurchgehende Polymerisatgebilde sich nicht darin löst. Gewisse Lösungsmittel können in höheren Konzentrationen als andere benutzt werden. Beispielsweise können bis zu 100 °/a N,N-Dimethylacetamid verwendet werden. Dies war nicht zu erwarten, aber es ist gefunden worden, daß Acrylnitrilpolymerisatgebilde sich nicht danach in einem reinen oder 100°/oigen N,N-Dimethylacetamid lösen, wenn das Gebilde unter Spannung ist, während es sich darin befindet. Gewöhnlich ist jedoch ein Lösungsmittel-Streckbad, das 10 bis 85 Gewichtsprozent Lösungsmittel, wie N,N Dimethylacetamid, N,N-Dimethylformamid, enthält, für die Zwecke der Erfindung ausreichend. Beispielsweise ist ein Streckbad mit 1 bis 750/, Amidgehalt geeignet.
  • Gemäß der Erfindung werden während der Koagulier- und Waschstufen die Zeit- und Temperaturbedingungen so gehalten, daß eine Kristallisation der Fäden verhindert wird. Dann werden die Fäden kristallisiert, während sie sich in entspanntem Zustand befinden. Eine Kristallisation kann dadurch erreicht werden, daß die Fäden bei einer Temperatur oberhalb 80°C während einer Zeitdauer von wenigstens 15 Sekunden oder während einer kürzeren Zeitdauer bei höheren Temperaturen in Wasser eingetaucht werden. Es wird jedoch vorgezogen, die Fasern oder Fäden vor dem Trocknen zu entspannen und sie dann zu kristallisieren, während sie sich in einem solchen entspannten ,Zustand befinden. Dies wird in einem kontinuierlichen Arbeitsvorgang erreicht, indem der Faden oder das Fadenbündel oder -kabel ohne Spannung während der vorgeschriebenen Zeitdauer durch ein erwärmtes Flüssigkeitsbad geführt wird, wobei das Bad sich auf einer Temperatur von wenigstens 80'C und vorzugsweise auf einer Temperatur von 100'C oder darüber befindet, da bei solchen erhöhten Temperaturen die Zeitdauer, während deren irgendein besonderer Teil des Fadenbündels in dem Bad sein muß, proportional herabgesetzt wird, was ein wichtiger Faktor bei dem kontinuierlichen Arbeitsvorgang ist, wo die Produktionsgeschwindigkeit von vitaler Bedeutung ist. Die Fasern oder Fäden gemäß der Erfindung können entweder im Gelzustand, d. h. vor dem Trocknen, oder im Trockenzustand kristallisiert werden, vorausgesetzt, daß die Fasern oder Fäden bei einer Temperatur unter 100°C während einer Zeitdauer unter 15 Sekunden getrocknet werden.
  • Die Kristallisation kann dadurch auf einem Minimum gehalten werden, daß die Zeitdauer, während deren die Fäden solchen hohen Temperaturen ausgesetzt werden, herabgesetzt wird. Eine Erhitzungsdauer von unter 15 Sekunden bei 100°C ist ausreichend.
  • Nach der Orientierung werden die Fäden einer hohen Temperatur, gewöhnlich in dem Bereich von 100 bis 150°C, unter einer sehr niedrigen Spannung, d. h. in entspanntem Zustand, unterworfen. Ein Schrumpfen tritt unter diesen Bedingungen ein, bevor die Kristallisation vollendet ist, und der Grad der Schrumpfung ist größer als für entsprechende Fäden, die vor der Wärmebehandlung in einem entspannten Zustand kristallisiert worden sind. Dementsprechend ist die Dehnung höher für die Fäden, die vor der Kristallisation entspannt sind, ohne eine entsprechend große Abnahme in der Zugfestigkeit. Gegebenenfalls können die Fäden bei erhöhten Temperaturen in entspanntem Zustand vollständig getrocknet werden, oder in solchen Fällen, in denen, wie gefunden wurde, die Geschwindigkeit der Entspannung die Geschwindigkeit der Kristallisation überschreitet, können die Fäden einer Wärmeeinrichtung zwischen Walzen unterworfen werden, die sich reit verschiedenen Geschwindigkeiten bewegen, wobei die Geschwindigkeit der Walzen zeitlich so geregelt wird, daß zwischen ihnen eine minimale Spannung auf die Fäden ausgeübt wird. Danach können die Fäden hohen Temperaturen auf den Trockenrollen ohne Verlust an Dehnung unterworfen werden. Die lineare Geschwindigkeit der Fäden muß eine solche sein, daß die Zeit der Wärmebehandlung für die Entspannung, aber nicht für eine vollständige Kristallisation ausreicht, ausgenommen bei solchen Arbeitsvorgängen oder -stufen, die erfolgen, nachdem die Fäden kristallisiert worden sind, wie Trocknen.
  • Die polymeren Materialien, die bei der praktischen Durchführung der Erfindung verwendet werden können, sind Polyacrylnitril, Mischpolymerisate, einschließlich binären und ternären Polymerisaten, die wenigstens 80 Gewichtsprozent Acrylnitril in dem Polymerisatmolekül enthalten, oder eine Mischung, die Polyacrylnitril oder Mischpolymerisate, die Acrylnitril mit 2 bis 50010 eines anderen polymeren Materials enthalten, umfaßt, wobei die Mischung einen Gesamtgehalt an polymerisiertem Acrylnitril von wenigstens 80 Gewichtsprozent hat.
  • Die wirksamsten Polymerisate für die Herstellung von Fasern sind solche von gleichförmigen physikalischen und chemischen Eigenschaften und von verhältnismäßig hohem Molekulargewicht. Die Polymerisate sollen Molekulargewichte von 10 000 und vorzugsweise solche zwischen 25 000 und 150 000 haben.
  • Die Erfindung wird nachstehend an Hand von Beispielen näher erläutert. In den Beispielen bezeichnen alle Teile und Prozentsätze Gewichtsteile bzw. Gewichtsprozente, soweit nichts anderes angegeben ist. Beispiel 1 Es wurde eine Spinnlösung in Dimethyiacetamid hergestellt, die 15 °/ti Polymerisat und außerdem 0,1 °/ö Schwefelsäure, bezogen auf das Gewicht der Lösung, enthielt. Das in der Spinnlösung verwendete Polymerisat war eine Mischung aus 88 °/o eines Mischpoiymerisates, das 970/0 Acrylnitril und 31110 Vinylacetat enthielt, und 12°/o eines Mischpolymerisates, das 50°/0 Acrylnitril und 50 °/o Vinylpyridin enthielt. Die Spinnlösung wurde durch eine Spinndüse, die 40 Löcher von je 0,1 mm Durchmesser enthielt, in ein Koagulierbad ausgespritzt, das 60 °/o Dimethylacetamid und 40 Volumprozent Wasser enthielt und auf einer Temperatur von 32°C gehalten wurde. Das Fadenbündel wurde aus dem Koagulierbad mit einer Geschwindigkeit von 5,8 m/Min. entfernt und dann in ein Lösungsmittel-Streckbad geführt, das auf einer Temperatur von 98°C gehalten wurde und 85 °/o Dimethylacetamid und 15 ° jo Wasser enthielt.
  • Die Fäden wurden dann durch ein Waschbad, welches Wasser von einer Temperatur von 60°C enthielt, geführt, wobei die Zeitdauer in dem Waschbad für das Stattfinden einer Kristallisation nicht ausreichend war und die Gesamtzeitdauer im Streckbad und im Waschbad 15 Sekunden nicht überschritt. Die Fäden wurden aus dem Waschbad mit einer Geschwindigkeit von 23 m/Min. entfernt, so daß den Fäden zwischen dem Koagulierbad und der Abzugsstelle aus dem Waschbad eine Streckung von 2900/, erteilt wurde.
  • Drei Proben der so hergestellten Fäden wurden auf einem Ringzwirner gesammelt, naß gehalten und wie folgt behandelt. Die Probe A wurde in Strähnenform gebracht und 5 Minuten in Wasser gekocht und dann trocknen gelassen. Die Probe B wurde auf der Spule 5 Minuten gekocht und dann trocknen gelassen. Die Probe C wurde auf der Spule 5 Minuten gekocht, in Strähnenform gebracht, wieder 5 Minuten gekocht und dann trocknen gelassen. Die drei Proben zeigten die folgenden Untersuchungsergebnisse:
    Probe
    A .I B I C
    Schrumpfung vom ursprüng-
    lichen (0/0) . . . . . . . . . . . . . 29 6 7
    Stärke (Denier) . . . . . . . . . . 293 221 223
    Zugfestigkeit (g/den) ...... 1,3 1,9 1,9
    Dehnung (%) . . . . . . . . . . . . 38 15 23
    Vor dem Kochen waren die obengenannten Proben vergleichsweise nichtkristallin, wie dies das Röntgenstrahlenbeugungsbild, die Löslichkeit usw. zeigte: Nach dem Kochen waren alle Proben kristallisiert. Die Probe C, die vor der Entspannung kristallisiert war, schrumpfte sehr wenig beim Kochen in Strähnenform und gewann demgemäß nicht so viel an Dehnbarkeit wie die Probe A. Die oben angegebenen Werte zeigen die gewünschte Erhöhung der Dehnbarkeit, die durch Entspannen derFäden vor derKristallisationund darauffolgendes Kristallisieren in entspanntem Zustand erhalten wird.
  • Beispiel 2 Eine Spinnlösung wurde aus einer Mischung von 88% eines Mischpolymerisates, das 97% Acrylnitril und 30/0 Vinylacetat enthielt, und 12% eines Mischpolymerisates, das 5001, Acrylnitril und 500/, Vinylpyridin enthielt, hergestellt, indem die Mischung in Dimethylacetamid zu einem Feststoffgehalt von 13 0/0 gelöst wurde, wobei die Lösung 0,1% Schwefelsäure, bezogen auf das Gewicht der Lösung, enthielt. Die SpinnlösungwurdedurcheineSpinndüse mit40Löchem von je 0,076 mm Durchmesser in ein Koagulierbad gesponnen, das 600/, Dimethylacetamid und 400/, Wasser enthielt und auf einer Temperatur von 32'C gehalten wurde. Das Kabel wurde aus dem Koagulierbad mit einer Geschwindigkeit von 5,8 m/Min. abgezogen und dann in ein Lösungsmittel-Streckbad geführt, das 850/, Diinethylacetamid und 150/0 Wasser enthielt und auf einer Temperatur von 80°C gehalten wurde. Das Fadenbündel wurde dann in Wasser von 97°C gewaschen und darauf auf Waschwalzen geführt, wobei die Temperatur des Waschwassers 60°C betrug und dieWalzen mit einer Geschwindigkeit von 35m/Min. umliefen, wodurch dem Fadenbündel eine 500%ige Streckung erteilt wurde. Während aller dieser Vorgänge fand imwesentlichen keine Kristallisation statt. Von den Waschwalzen wurden die Fäden bzw. das Fadenbündel in ein Entspannungsbad geführt, das Wasser enthielt, welches auf einer Temperatur in dem Bereich von 98 bis 100°C gehalten wurde. Die Fäden wurden in dem Entspannungsbad um 21% schrumpfen gelassen und danach auf Trockenwalzen bei den nachstehend angegebenen Temperaturen getrocknet, die mit einer Geschwindigkeit von 28 m/Min. arbeiteten. Die Trock nungszeit auf den Walzen betrug jeweils 85 Sekunden.
  • Die Trockenwalzentemperatur wurde so variiert, daß kristalline und nichtkristalline Fäden mit den folgenden Eigenschaften erhalten wurden:
    Trocknungs- Zug- Deh- Restliche
    Probe temperatur Denier festig- nung Schrumpfung
    keit
    g/den °/o °/o
    D 58 149 2,4 34
    E 100 139 2,9 - 30
    F 115 139 2,9 28 4,3
    Die Proben wurden .dann 5 Minuten in Strähn enform in Wasser gekocht, wonach die folgenden Eigenschaften gefunden wurden:
    Probe Denier Zugfestigkeit Dehnung
    g/den °/o
    D 158 2,3 36
    E 151 2,6 37
    F 147 2,8 33
    Ein weiterer Versuch wurde unter Anwendung des oben geschilderten Verfahrens durchgeführt mit der Ausnahme, daß die Entspannungsstufe fortgelassen wurde. Die ursprünglichen Fadeneigenschaften waren die folgenden:
    Zug-
    Trocken- f_ Deh- Restliche
    Probe temperatur Denier keit nung Schrumpfung
    ° C g/den °1o °/u
    G 58 119 3,0 14 17,9
    H 100 109 3,2 15 9,0
    1 115 112 3,0 16 7,8
    Nach Kochen der so erzeugten Fäden während 5 Minuten in Strähnenform wurden die folgenden Eigenschaften gefunden:
    Probe Denier Zugfestigkeit Dehnung
    g/den
    %
    G 143 2,5 31
    H 125 2,7 24
    I 121 2,8 23
    Es ist wichtig, hier festzustellen, daß Probe G, die bei 58°C getrocknet wurde, nicht kristallisiert worden war und daher bei der endgültigen Entspannung noch um 18% schrumpfen und ein Garn von hoher Dehnung erzeugen konnte. Dies ist kennzeichnend dafür, daß eine Trocknungsstufe an Stelle einer kontinuierlichen Entspannung benutzt werden kann, vorausgesetzt, daß man die Trocknungs- und bzw. oder Waschtemperatur nicht zu hoch gehen läßt, d. h. sie sich nicht der Temperatur nähern läßt, bei welcher Kristallisation stattfindet. Wenn Trocknungstemperaturen von 100 und 115°C benutzt wurden, wurden niedrigere Dehnungen und niedrigere Schlagzähigkeit erhalten. Beispiel 3 Bei diesem Beispiel wurde ein Mischpolymerisat von 94% Acrylnitril und 6% Vinylacetat verwendet. Das Mischpolymerisat wurde in Dimethylacetamid gelöst, das 2,3 % Essigsäure enthielt, um eine Lösung von 13 Gewichtsprozent zu ergeben. Diese Lösung wurde bei einer Temperatur von 65°C durch eine Spinndüse in ein Koagulierbad geführt, das 60 % Dimethylacetamid und 40% Wasser enthielt und auf 45°C gehalten wurde. Die Fäden aus dem Koagulierbad wurden dann durch ein Wasserbad geführt, das auf 92 bis 95°C gehalten wurde, in dem sie um 350% gestreckt wurden: Danach wurden die Fäden auf Waschwalzen, auf denen das Wasser auf 60°C gehalten wurde, während einer genügenden Zeitdauer gewaschen, um im wesentlichen das gesamte Lösungsmittel zu entfernen. Die Fäden wurden dann unter verringerter Spannung in ein Bad von siedendem Wasser geführt, so daß eine 23°/oige Schrumpfung auftrat. Danach wurden die Fäden aus dem Entspannungsbad auf Trockenwalzen, die auf 120°C gehalten wurden, während einer genügenden Zeitdauer geführt, um den Feuchtigkeitsgehalt auf weniger als 95 °/o herabzusetzen. Das Fadenbündel wurde danach in Strähnenform gebracht und in kochendem Wasser behandelt, um eine endgültige Stabilisation zu erzielen. Die Eigenschaften der Fäden waren wie folgt: 3,72 den je Faden, Zugfestigkeit 1,74 g,/den und Dehnung 30,8 °/o. Ein Kontrollversuch, der unter gleichen Bedingungen mit der Ausnahme, daß die Entspannungsstufe fortgelassen war, gemacht wurde, gab Fäden mit den folgenden endgültigen Eigenschaften: 2,98 den je Faden, Zugfestigkeit 2,26 g/den und Dehnung 20,6 °/o.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung gestattet die Herstellung von Acrylnitrilpolymerisatgebilden mit vergrößerter Wärmestabilität zusätzlich zu einer stark erhöhten Dehnbarkeit oder Dehnung. Die gemäß der Erfindung erzeugten Fäden haben die vorgenannten Eigenschaften und weisen noch andere gewünschte Eigenschaften, wie z. B. hohen Widerstand gegen organische Lösungsmittel und Reinigungsmittel, gute Farbe u. dgl. auf.
  • Garne und Gewebe, die aus Fäden und Fasern erzeugt sind, welche nach dem Verfahren gemäß der Erfindung erhalten sind, haben vergrößerten Widerstand gegen Schrumpfung, wenn sie nachfolgend erhöhten Temperaturen ausgesetzt werden. Beispielsweise schrumpfen Fäden, die gemäß bekannten Verfahren erzeugt worden sind, d. h. bei denen keine Entspannung vor der Kristallisation, sondern eine solche nach der Kristallisation stattgefunden hat, um 5 % bei 170°C und um 100/" bei 234°C, während Fäden gemäß der Erfindung um 5 °/a bei 190° C und 10 °/o bei 265'C schrumpfen.
  • Die bei der Anwendung der Erfindung verwirklichte hohe Dehnung ist sehr erwünscht, wie die Acrylnitrilpolymerisatfasern und -fäden widerstandsfähiger sind. Die hohe Dehnung trägt auch zu einer Erhöhung des Abriebwiderstandes in den aus solchen Fäden oder Fasern erzeugten Geweben bei.

Claims (5)

  1. Patentansprüche: 1. Verfahren zur Herstellung von Fäden, Fasern oder Folien durch Naß- oder Trockenverspinnen einer Acrylnitrilpolymerisatlösung, d a d u r c h gekennzeichnet, daß man die frischgesponnenen Fäden, Fasern oder Folien in einem Mittel bei einer 100°C nicht überschreitenden Temperatur und einer 15 Sekunden nicht überschreitenden Zeitdauer streckt und gegebenenfalls wäscht sowie nach erfolgter Entspannung im entspannten Zustand einer Wärmebehandlung bei einer Temperatur von wenigstens 100°C während einer Zeitdauer von wenigstens 15 Sekunden unterwirft, wobei man gegebenenfalls die Fäden, Fasern oder Folien vor oder nach der Wärmebehandlung trocknet.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Fäden, Fasern oder Folien nach der Verstreckung wäscht, in entspanntem Zustand bei einer Temperatur von 80 bis 100°C während höchstens 15 Sekunden trocknet und danach der Wärmebehandlung bei einer Temperatur von wenigstens 100°C in entspanntem Zustand unterwirft.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Verstreckung in einem zum Auswaschen der Fäden, Fasern oder Folien dienenden Mittel vornimmt, das auf einer 100°C nicht übersteigenden Temperatur gehalten wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Streckbad mit einer Temperatur von 80 bis 100°C Lösungsmittel für das verformte Polymere enthält.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Polymerisat eine Mischung aus einem Mischpolymerisat, das 80 bis 99 % Acrylnitril und 1 bis 20 °/o eines anderen polymerisierbaren monoolefinischen Monomeren enthält, und einem Mischpolymerisat, das 10 bis 70 °/o Acrylnitril und 30 bis 90 °/o eines vinylsubstituierten tertiären heteroeyclischen Amins enthält, verwendet wird, wobei die Mischung einen Gesamtgehalt an vinylsubstituiertem tertiärem heterocyclischem Amin von 2 bis 10°/o, bezogen auf das Gewicht der Mischung, hat.
DEC9987A 1953-09-24 1954-09-23 Verfahren zur Herstellung von Faeden, Fasern oder Folien durch Nass- oder Trockenverspinnen einer Acrylnitrilpolymerisatmischung Pending DE1286684B (de)

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DEC9987A Pending DE1286684B (de) 1953-09-24 1954-09-23 Verfahren zur Herstellung von Faeden, Fasern oder Folien durch Nass- oder Trockenverspinnen einer Acrylnitrilpolymerisatmischung

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