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DE1256054B - Verfahren zum Entfaerben von bedrucktem Altpapier - Google Patents

Verfahren zum Entfaerben von bedrucktem Altpapier

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Publication number
DE1256054B
DE1256054B DEH52143A DEH0052143A DE1256054B DE 1256054 B DE1256054 B DE 1256054B DE H52143 A DEH52143 A DE H52143A DE H0052143 A DEH0052143 A DE H0052143A DE 1256054 B DE1256054 B DE 1256054B
Authority
DE
Germany
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glycol
active compound
polyol
solution
weight
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Pending
Application number
DEH52143A
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English (en)
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
HOLLIFIELD CORP
Original Assignee
HOLLIFIELD CORP
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Filing date
Publication date
Application filed by HOLLIFIELD CORP filed Critical HOLLIFIELD CORP
Publication of DE1256054B publication Critical patent/DE1256054B/de
Pending legal-status Critical Current

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    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C5/00Other processes for obtaining cellulose, e.g. cooking cotton linters ; Processes characterised by the choice of cellulose-containing starting materials
    • D21C5/02Working-up waste paper
    • D21C5/025De-inking
    • D21C5/027Chemicals therefor
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02WCLIMATE CHANGE MITIGATION TECHNOLOGIES RELATED TO WASTEWATER TREATMENT OR WASTE MANAGEMENT
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    • Y02W30/50Reuse, recycling or recovery technologies
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  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Toxicology (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

IUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
DEUTSCHES
PATENTAMT
AUSLEGESCHRIFT . .1256054
Int. CL:
D 21 c
02 U 6-02
Deutsche Kl.: 55 b - 4
Nummer: 1 256 054
Aktenzeichen: H 52143IV a/55 b
Anmeldetag: 24. März 1964
Auslegetag: 7. Dezember 1967
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen von Druckfarbe von Altpapier auf Cellulose- bzw. Zellstoffbasis.
Die technische Überführung von alten Zeitungen und Zeitschriften sowie von anderem bedrucktem Altpapier auf Cellulosebasis in einen Papierstoff, der zur Herstellung von Papier und anderen Zellstoffprodukten wieder verwendet werden kann, ist ein in der Papierindustrie vielfach angestrebtes Ziel. Neben vielen anderen Verfahren, denen teils deshalb kein Erfolg beschieden war, weil ein beträchtlicher Teil der Pigmentteilchen der Druckfarbe auf dem erhaltenen Zellstoffbrei niedergeschlagen wurde, so daß dieser nur noch für geringwertiges Papier verwendet werden konnte, oder weil sie zu kostspielig oder kompliziert durchführbar waren, ist ein Verfahren bekannt, das als aktives Mittel für die Entfernung der Druckfarbe bestimmte nichtionogene Detergentien verwendet. Die bei diesem vorbekannten Verfahren verwendeten Detergentien sind in Wasser bei niedriger Temperatur lösliche, bei hoher Temperatur jedoch unlösliche Kondensationsprodukte aus Alkylenoxiden oder Di- bzw. Polyglykoläthern mit höhermolekularen organischen Verbindungen, die eine Hydroxyl- bzw. eine Säureamidgruppe enthalten. Die Entfernung der Druckfarbe erfolgt dabei in der Weise, daß das Altpapier in wäßrigem Medium mit diesen Kondensationsprodukten behandelt wird, wobei sich Druckfarbe und andere Verunreinigungen in diesen Detergentien lösen und bei erhöhter Temperatur ein aus Kondensationsprodukt und Verunreinigungen sowie Druckfarbe bestehendes öl in der wäßrigen Phase gebildet wird. Im Interesse einer möglichst schnellen Trennung der beiden Phasen hat sich der Zusatz solcher organischer Lösungsmittel als vorteilhaft erwiesen, deren spezifisches Gewicht kleiner als 1 ist und in denen sich das abgeschiedene öl löst. Die in diesem Zusammenhang als Lösungsmittel angewandten Kohlenwasserstoffe, höhermolekularen Alkohole, Ester od. dgl. sollen ein Aufschwimmen der öligen auf der wäßrigen Phase bewirken.
Die Verwendung derartiger nichtionogener Detergentien für sich allein zur Entfernung der Druckfarbe von Altpapier ergibt nur dann zufriedenstellende Ergebnisse, wenn damit Zeitungs- und Illustriertenpapier behandelt wird, das z. B. nach den Standardflachdruckverfahren, besonders im Offsetverfahren, mit den üblichen Druckfarben bedruckt worden ist. Bestimmtes bedrucktes Zellstoff-Abfallmaterial dagegen, z. B. Papier, das im Tiefdruckverfahren etwa durch Rotogravure mit den entsprechenden Druckfarben bedruckt worden ist, kann mit den nicht-Verfahren zum Entfärben
von bedrucktem Altpapier
Anmelder:
Hollifield Corporation,
Jersey City, N. J. (V. St. A.)
Vertreter:
Dr.-Ing. E. Maier, Patentanwalt, Stuttgart 1, Werastr. 24
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 11. Juli 1963 (294 410)
ao ionogenen Detergentien der oben angegebenen Art nicht vollständig genug von der Druckfarbe befreit werden.
Der vorliegenden Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln, das es ermöglicht, die Druckfarbe von verschiedensten Sorten bedruckten Altpapiers ohne vorhergehendes Aussortieren desselben zu entfernen, und das einen Papierstoff liefert, der in bezug auf den Weißgehalt, die Farbe und die Festigkeit dem ursprünglichen Papierstoff ebenbürtig und vielfach sogar überlegen ist.
Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst worden, daß zur Entfernung der Druckfarbe eine wäßrige Lösung verwendet wird, die neben einer nichtionogenen oberflächenaktiven Verbindung der Formel
R — (CHR1 — CHR1 — O -)r H
in welcher R den Rest eines Alkylphenols mit einem Gesamtkohlenstoffgehalt von 7 bis 24 Kohlenstoffatomen, R1 ein Wasserstoff atom oder einen niederen Alkylrest und η eine ganze Zahl zwischen 2 und 100 bedeutet, mindestens einen der folgenden Polyole enthält: Glykole, Glycerin, Pentaerythrit, Trimethyloläthan, Trimethylolpropan, 1,2,6-Hexantriol, Sorbit, Inosit, wobei das Mengenverhältnis oberflächenaktive Verbindung zu Polyol zwischen 10:1 und 1:10 beträgt. Besonders gute Ergebnisse werden erzielt, wenn in der zur Entfernung der Druckfarbe verwendeten Lösung das Mengenverhältnis nichtionogene oberflächenaktive Verbindung zu Polyol zwischen 2:1 und 1:2 liegt.
Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn in der zur Entfernung der Druckfarbe verwendeten Lösung der
3 4
Anteil des bedruckten Zellstoffs unter 10 Gewichts- dem Wasser zugesetzt wird. Die Temperatur dieser
prozent beträgt und vorzugsweise zwischen etwa Lösung kann nahezu beliebig variieren; sie kann
4 und 6 Gewichtsprozent variiert und der Anteil der zwischen Raumtemperatur, z. B. 4 bis 210C, und der
oberflächenaktiven Verbindung und des Polyols je- Trübungstemperatur oder dem Siedepunkt des nicht-
weils 0,1 bis 3 Gewichtsprozent, vorzugsweise etwa 5 ionogenen Detergenz schwanken, doch wird die Lösung
1 bis 2,5 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gewicht zur Entfernung der Druckfarbe vorzugsweise bei
des Cellulosematerials, ausmacht. Raumtemperatur angewandt.
Beste Ergebnisse im Hinblick auf Weißgehalt, Farbe Die besten Ergebnisse werden mit den hier be- und Festigkeit des Endprodukts werden dann erzielt, schriebenen Lösungen zur Entfernung der Druckfarbe wenn bei der Durchführung des erfindungsgemäßen io dann erzielt, wenn sie in einem alkalischen Medium Verfahrens die wäßrige Lösung während einer zur angewandt werden; es ist daher zweckmäßig, wenn Entfärbung ausreichenden Zeitspanne auf einen pH- diese Lösung mit einem Alkali versetzt wird. Obwohl Wert von etwa 7 bis 10 gehalten, anschließend mit jedes geeignete Alkali- oder Erdalkalihydroxid oder Wasser auf einen Zellstoffgehalt der Lösung von -salz verwendet werden kann, werden doch die Alkali-0,5 bis 1,5 Gewichtsprozent verdünnt und der ent- 15 hydroxide und -salze, wie Natriumhydroxid, Kaliumfärbte Brei danach von der wäßrigen Lösung abge- hydroxid, Natriumcarbonat u. dgl., bevorzugt. Die trennt, gewaschen und schließlich durch Ansäuern auf Alkalimenge ist so zu bemessen, daß der pH-Wert der einen pH-Wert zwischen etwa 4 bis 6,5 gebracht wird. Lösung zur Entfernung der Druckfarbe zwischen
Die im Rahmen der Erfindung anwendbaren Polyole ungefähr 7,0 und 10 oder noch höher und vorzugsweise
sind Verbindungen mit mehr als einer OH-Gruppe im ao mindestens bei ungefähr 7,1 gehalten wird.
Molekül, wobei jede dieser OH-Gruppen an einem Zur Herstellung der Lösung für die Entfernung der
eigenen Kohlenstoffatom eines aliphatischen Molekül- Druckfarbe wird das Reaktionsgefäß oder der Pulper
gerüstes sitzt. Als besonders geeignet haben sich zwei- mit Wasser gefüllt, worauf die oben beschriebenen
wertige Alkohole, beispielsweise Äthylenglykol, Di- wirksamen Mittel hinzugefügt werden. Die Mittel zur
äthylenglykol, Trimethylenglykol, Propylenglykol, Di- 25 Entfernung der Druckfarbe werden vorzugsweise zu
propylenglykol u. dgl., erwiesen, wobei Äthylenglykol dem Wasser gegeben, bevor das Altpapier in dieses
bevorzugt angewandt wird. eingetragen wird.
Die Herstellung der für den vorliegenden Zweck Zu der so erhaltenen Lösung wird nun das zu regeeigneten, wasserlöslichen nichtionogenen Detergen- generierende bedruckte Papier gegeben, das zuvor tien erfolgt in an sich bekannter Weise im allgemeinen 30 durch geeignete Vorrichtungen zerschnitten oder zerdurch Kondensation eines Polyglykoläthers mit der kleinert werden kann. Diese Zerkleinerung ist jedoch gewünschten Zahl von Alkenoxygruppen oder eines nicht notwendige Voraussetzung, was im Hinblick auf Alkylenoxide wie etwa Propylenoxid, Butylenoxid eine Kosteneinsparung sehr günstig ist. Das Abfalloder vorzugsweise Äthylenoxid mit einem geeigneten material wird der Behandlungslösung vorzugsweise im Alkylphenol. Die mit dem Alkylphenol kondensierende 35 lufttrockenen Zustand, d. h. ohne vorhergehendes BeMenge von Alkylenoxid, d. h. die Länge der Polyoxy- feuchten, zugesetzt. Obwohl die Entfernung der Druckalkylenkette hängt in erster Linie von der speziellen farbe auch erfolgt, wenn das Abfallmaterial zuerst in Verbindung ab, die als Reaktionspartner verwendet Wasser aufgeschlämmt oder zerfasert wird, so hat wird. Als allgemeine Faustregel gilt, daß für je 2 Koh- sich doch im allgemeinen gezeigt, daß die dabei erziellenstoffatome im Alkylphenol ungefähr 1 Mol Alkylen- 40 ten Ergebnisse nicht so gut sind wie diejenigen, die zu oxid anzuwenden ist. Die optimale Menge an Alkylen- erreichen sind, wenn das Abfallmaterial in seiner oxid läßt sich jedoch in jedem speziellen Fall leicht natürlichen trockenen Beschaffenheit, d. h. im Gleichdurch Vorversuche und Prüfung mittels Routine- gewicht mit der umgebenden Atmosphäre, der Beverfahren feststellen. handlungslösung zugesetzt wird. Ohne sich an eine
Ein besonders geeignetes nichtionogenes Detergenz 45 Theorie zu binden, darf angenommen werden, daß
ist ein Dodecylphenol-Äthylenoxid-Addukt der For- beim Befeuchten des Abfallmaterials ohne gleichzeitige
mel Einwirkung der chemischen Mittel sich die Druckfarbe
offenbar auf den Cellulosefasern niederschlägt, wo-
1 (CH CH O)n H durch ihre Entfernung erheblich erschwert wird.
50 Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Altpapier so lange in der Behand-
bei dem η eine ganze Zahl zwischen 8 und 15 bedeutet. lungslösung belassen, bis es weitgehend zerfasert ist.
Ein weiteres, speziell geeignetes nichtionogenes De- Je nach der Intensität, mit welcher das im Reaktions-
tergenz ist ein Kondensationsprodukt von Nonyl- gefäß befindliche Gemisch gerührt wird, variiert die
phenol und Äthylenoxid mit der Strukturformel 55 Behandlungsdauer im Reaktionsgefäß zwischen ungefähr 10 und 50 Minuten; sie liegt für gewöhnlich
O — (CH2CH2O)n — H zwischen ungefähr 20 und 40 Minuten. Optimale Ergebnisse werden erzielt, wenn der Behandlungslösung
in welcher η ebenfalls eine ganze Zahl zwischen 8 und etwa 5 bis 5,5 Gewichtsprozent Altpapier, bezogen auf
15 ist. 60 die Lösung, zugesetzt werden.
Nach dem Verfahren der Erfindung kann die Druck- Der Papierstoff wird nach Abtrennen von der farbe von allen Arten von bedruckten Zellstoffabfall- Lösung nach bekannten Verfahren gewaschen und materialien — unabhängig von der Art der Druckfarbe danach eingedickt. Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, und vom Druckverfahren — entfernt werden. Bei der wenn der Papierstoff durch Ansäuern auf einen pH-Durchführung des Verfahrens erfolgt die Herstellung 65 Wert zwischen etwa 4 und 6,5, vorzugsweise zwischen der zum Entfernen der Druckfarbe verwendeten etwa 4,5 und 5,5 gebracht wird. Nach Eindickung auf Lösung am zweckmäßigstem in der Weise, daß geeignete Konsistenz erfolgt die Verarbeitung zu einer Detergenz und Polyol vorgemischt und diese Mischung Papierbahn.
Durch dieses Ansäuern läßt sich, wie gefunden wurde, der Weißgehalt des aus dem zurückgewonnenen Papierstoff gewonnenen Papiers erheblich steigern, so daß sich ein Bleichen des Papierstoffs erübrigt. Darüber hinaus wurde gefunden, daß durch das Ansäuern etwa noch zurückgebliebene Druckfarbenteilchen niedergeschlagen werden, so daß sie bei der Bildung der Papierbahn nicht auf die Filze und Walzen der Maschine übertragen werden. Derartige zurückgebliebene Druckfarbenteilchen haben seither zu erheblichen Schwierigkeiten und Umständen bei der Bildung der Papierbahn geführt.
Der zurückgewonnene Papierstoff kann ohne weiteres mit frisch gewonnenem Sulfat- oder Sulfitzellstoff oder mit anderem zurückgewonnenem Papierstoff vermischt werden, um daraus Zellstoffmaterialien wie Zeitungspapier u. dgl. herzustellen.
Eine geeignete Anordnung zur Durchführung des Verfahrens zur Entfernung der Druckfarbe ist in der Zeichnung wiedergegeben, welche ein Fließbild für die einzelnen Arbeitsgänge eines besonders geeigneten Verfahrens wiedergibt.
Wie aus der Zeichnung zu ersehen ist, wird ein passendes Reaktionsgefäß mit Wasser geeigneten Ursprungs beschickt. Das für dieses Verfahren verwendete Reaktionsgefäß ist mit einem Rührer entsprechender Form ausgestattet, mit dessen Hilfe die Mischung gerührt und das Material zerfasert werden kann. Gewünschtenfalls können im Innern des Reaktionsgefäßes zur Steigerung der Rührwirkung Schikanen angebracht sein.
Nachdem das Reaktionsgefäß mit Wasser beschickt ist, wird die weiter vorn beschriebene Mischung der Mittel zur Entfernung der Druckfarbe hinzugefügt und durch Rühren verteilt, bis sie gleichmäßig dispergiert und/oder gelöst ist.
Anschließend wird das Reaktionsgefäß mit dem Altpapier, den Papierabfällen oder mit anderem bedrucktem Zeilstorfmaterial beschickt.
Nach einer angemessenen Aufenthaltszeit im Reaktionsgefäß wird die Mischung in einen Zwischenbehälter abgelassen, der günstigerweise mit einer geeigneten Rührvorrichtung versehen ist. Gewünschtenfalls kann in diesen Zwischenbehälter zusätzlich Wasser eingelassen werden, um den Feststoffgehalt der darin befindlichen Mischung herabzusetzen. Die Mischung aus dem Zwischenbehälter wird dann auf den oben angegebenen Feststoffgehalt verdünnt und z. B. mit einem dreistufigen Wascher und Eindicker, der mit einem Drahtsieb von 0,35 mm lichter Maschenweite ausgestattet ist, in bekannter Weise gewaschen und eingedickt. Die Papiermasse wird auf diese Weise bis auf einen Feststoffgehalt von ungefähr 5°/0 oder auf einen Feststoffgehalt zwischen ungefähr 3 und 8°/0 gebracht. Das Waschen kann im Gleichstrom oder im Gegenstrom, sowohl durchweg gleichartig als auch verschiedenartig kombiniert, vorgenommen werden. Der so gewonnene Papierbrei wird dann durch Zusatz einer verdünnten Lösung einer geeigneten Säure auf den oben angegebenen pH-Wert gebracht; geeignete Säuren sind z. B. Alaun, Schwefelsäure, SO2 u. dgl. Der dann vorliegende Stoff wird vollends eingedickt und zu einer Papierbahn verarbeitet. Die Zahl der Eindickungs- und Waschstufen vor dem Ansäuern ist selbstverständlich nicht kritisch; die Zahl solcher Behandlungsschritte hängt weitgehend von der Art der verwendeten Anlage ab. Gewünschtenfalls kann der Stoff auch im Anschluß an den Säurezusatz mit Hilfe eines geeigneten Bleichmittels gebleicht werden. Für gewöhnlich ist jedoch keine Bleiche erforderlich. Wenn nur angesäuert wird, so ist nicht notwendig, daß der Stoff nachher noch einmal gewaschen wird. Das erfindungsgemäße Verfahren soll an Hand der folgenden Beispiele näher erläutert werden.
Beispiel 1
Das Reaktionsgefäß, ein Hydrapulper mit einem Durchmesser von ungefähr 2,44 m, der für chargenweisen Betrieb eingerichtet und mit einem Rotor von ungefähr 88,9 cm Durchmesser für den Betrieb mit 247 UpM, angetrieben von einem 40,5-PS-Motor, sowie mit Extraktionsflügeln von 25,4 mm Durchmesser ausgerüstet war, wurde mit Wasser aus dem städtischen Versorgungsnetz beschickt. Bezogen auf das Gewicht des Zeitungspapiers, wurden 1,6 °/0 eines Dodecylphenol-Äthylenoxid-Addukts und die gleiche Menge von Äthylenglykol zu dem im Reaktionsgefäß befindlichen Wasser gegeben und durch Rühren mit diesem vermischt.
Zu der so erhaltenen Lösung wurden ungefähr 5 Gewichtsprozent, bezogen auf das Gewicht der Lösung, nicht zerkleinertes trockenes Altpapier von Zeitungen u. dgl. gegeben. Durch Zusatz von Natronlauge wurde der pH-Wert der wäßrigen Aufschlämmung auf einen Wert von ungefähr 7,5 gebracht.
Der Papierbrei wurde 25 Minuten lang unter Rühren in dem Reaktionsgefäß belassen. Dann wurde er in einen Zwischenbehälter abgelassen, in welchem er mit Wasser auf einen Feststorfgehalt von 1%, bezogen auf das Gewicht der Aufschlämmung, verdünnt wurde. Der Papierstoff wurde dann in einem dreistufigen Wascher und Eindicker, der mit einem Drahtsieb von 0,35 mm lichter Maschenweite ausgestattet war, eingedickt und gewaschen. Der Feststoffgehalt des Papierstoffs, der die Maschine verließ, betrug ungefähr 5,0 Gewichtsprozent. Durch Zusatz von SO2-GaS wurde die Mischung auf einen pH-Wert von 5,0 gebracht. Im Anschluß an dieses Ansäuern wurde der Papierstoff wiederum eingedickt und zu einer Papierbahn verarbeitet.
Der Papierstoff sah praktisch weiß aus und ließ sich mit den üblichen Papiermaschinen einwandfrei zu einer Papierbahn verarbeiten.
Papierbogen, die aus dem Stoff nach dem Ansäuern hergestellt worden waren, hatten einen mittleren TAPPI-Standard-Weißgehalt von 58 bis 62.
Beispiel 2
Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei an Stelle des Dodecylphenol-Äthylenoxid-Addukts ein Nonylphenyl-Äthylenoxid-Addukt verwendet wurde. Die damit erzielten Ergebnisse entsprachen denen von Beispiel 1.
Beispiel 3
Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei an Stelle des Äthylenglykols Diäthylenglykol verwendet wurde. Die damit erzielten Ergebnisse entsprachen denen von Beispiel 1.
Beispiel 4
Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei an Stelle des Äthylenglykols Propylenglykol verwendet wurde. Die damit erzielten Ergebnisse entsprachen denen von Beispiel 1.
In den Beispielen wird zwar beschrieben, daß die zur Entfernung der Druckfarbe wirksamen Mittel
I 256
direkt dem Wasser zugesetzt werden, doch können diese Mittel selbstverständlich auch in Verbindung mit dem Zellstoff-Altmaterial zusammen, z. B. durch Besprühen dieses Materials mit den zur Entfernung der Druckfarbe wirksamen Mitteln vor dem Eintragen in das Reaktionsgefäß, in das Wasser eingeführt werden.
Darüber hinaus betreffen diese Beispiele nur einen chargenweisen — oder genauer gesagt — einen teilweise chargenweisen Betrieb; für den Fachmann ist es aber selbstverständlich, daß dieses Verfahren zur Entfernung der Druckfarbe auch kontinuierlich durchgeführt werden kann.

Claims (6)

Patentansprüche:
1. Verfahren zum Entfärben von bedrucktem Altpapier durch Behandeln des Materials mit einer wäßrigen Lösung, die ein ,Gemisch eines nichtionogenen oberflächenaktiven Könd'ensationsproduktes aus Alkylenoxid und Alkylphenol rmT
'einem Alkohol enthält, dadurch gekennzeichnet, daß eine Lösung verwendet wird, die neben einer nichtionogenen oberflächenaktiven Verbindung der Formel
R — (CHR1 — CHR1 — O -)?- H
in welcher R den Rest eines Alkylphenols mit einem Gesamtkohlenstoffgehalt von 7 bis 24 Kohlenstoffatomen, R1 ein Wasserstoffatom oder einen niederen Alkylrest und η eine ganze Zahl zwischen 2 und 100 bedeutet, mindestens einen der folgenden Polyole enthält: Glykole, Glycerin, Pentaerythrit, Trimethyloläthan, Trimethylolpropan, 1,2,6-Hexantriol, Sorbit, Inosit, wobei das Mengenverhältnis oberflächenaktive Verbindung zu Polyol zwischen 10:1 und 1:10 liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Mengenverhältnis nichtionogene oberflächenaktive Verbindung zu Polyol zwischen 2:1 und 1:2 liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der zur Entfernung der Druckfarbe verwendeten Lösung der Anteil des bedruckten Zellstoffs unter 10 Gewichtsprozent und der Anteil der oberflächenaktiven Verbindung und des Polyols jeweils 0,1 bis 3%, bezogen auf das Gewicht des Cellulosematerials, beträgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrige Lösung während einer zur Entfärbung ausreichenden Zeitspanne auf einem pH-Wert von etwa 7 bis 10 gehalten, anschließend mit Wasser auf einen Zellstoffgehalt der Lösung von 0,5 bis 1,5 Gewichtsprozent verdünnt und der entfärbte Brei danach von der wäßrigen Lösung abgetrennt, gewaschen und schließlich durch Ansäuern auf einen pH-Wert zwischen etwa 4 bis 6,5 gebracht wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als nichtionogene oberflächenaktive Verbindung eine Verbindung der Formel
C9H1, -γ X- O — (CH2CH2 — O).
worin η eine ganze Zahl zwischen 8 und 15 bedeutet und als Polyol ein zweiwertiger Alkohol aus den folgenden Verbindungen: Äthylenglykol, Diäthylenglykol, Dimethylenglykol, Propylenglykol, Dipropylenglykol oder ein Gemisch dieser Verbindungen, verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als nichtionogene oberflächenaktive Verbindung eine Verbindung der Formel
O — (CH2CH2 — O)n — H
worin η eine ganze Zahl zwischen 8 und 15 bedeutet und als Polyol ein zweiwertiger Alkohol aus den folgenden Verbindungen: Äthylenglykol, Diäthylenglykol, Dimethylenglykol, Propylenglykol, Dipropylenglykol oder ein Gemisch dieser Verbindungen, verwendet wird.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 740 664.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
709 707/146 11. 67 © Bundesdruckerei Berlin
DEH52143A 1963-07-11 1964-03-24 Verfahren zum Entfaerben von bedrucktem Altpapier Pending DE1256054B (de)

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Application Number Priority Date Filing Date Title
US29441063A 1963-07-11 1963-07-11

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DE1256054B true DE1256054B (de) 1967-12-07

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DEH52143A Pending DE1256054B (de) 1963-07-11 1964-03-24 Verfahren zum Entfaerben von bedrucktem Altpapier

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DE (1) DE1256054B (de)
GB (2) GB1081913A (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0483571B1 (de) * 1990-10-30 1995-02-01 BK LADENBURG GmbH, Gesellschaft für chemische Erzeugnisse Verfahren zur Wiedergewinnung von Fasern durch Flotationsdeinken aus Altpapier

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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE740664C (de) * 1939-10-22 1944-03-31 Ig Farbenindustrie Ag Verfahren zur Gewinnung von weissem Papierstoff aus Altpapier

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GB1081913A (en) 1967-09-06
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