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Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Rohren durch Walzen
Bei einem bekannten Walzwerk sind je für sich eingebaute Außen- und Innenwalzen
in einem Walzenträger vorhanden. Die Walzen haben dabei die im Arbeitsvorgang zum
Walzgut erforderliche Stellung. Die Kalibrierung der Walzen ist so vorgesehen, daß
sie für einen bestimmten Innen- und Außendurchmesser des Walzgutes eine zweckmäßige
Schrägstellung ihrer Achsen und eine zweckmäßige Eingrifftiefe haben. Die Walzenträger
werden bei diesem bekannten Walzwerk getrennt von dem späteren Arbeitsplatz in ein
Walzgerüst entsprechend der späteren Arbeitsstellung eingebaut und sind durch behelfsmäßig
eingebaute Balken vor einer gegenseitigen Verschiebung aus der Arbeitsstellung gesichert.
Das Walzgerüst mit den beiden Walzenträgern für die Innen- und Außenwalzen steht
auf einer Verschiebebahn, auf der es in ein Gerüst eingeschoben und an seiner Arbeitsstelle
verriegelt werden kann. In eine Zentralbohrung des Trägers für die Innenwalzen wird
dann eine Dornstange eingeschoben, und beide werden durch Verschraubung miteinander
verbunden. Der Träger für die Außenwalzen ist in dem ersterwähnten Walzgerüst drehbar
gelagert. Sobald das Walzgerüst mit den Walzenträgern in der richtigen Stellung
am Arbeitsplatz verriegelt ist, kann eine Kraftübertragungsvorrichtung eingeschaltet
werden, durch die die Dornstange mit dem Walzenträger für die Außenwalzen einen
gemeinsamen Antrieb von einem Antriebsmotor erhalten kann. Die behelfsmäßig zum
Einbau angeordneten Balken für die Sicherung der gegenseitigen Stellung der beiden
Walzenträger, müssen vor Walzbeginn ausgebaut werden. Die so eingebauten Walzen
geben ein richtiges Ausstrecken des Walzgutes nur für eine Walzung. Es ist daher
notwendig, daß ein weiteres Walzgerüst mit Walzenträgern und Walzen für eine zweite
Walzung auf der Verschiebebahn bereit steht und daß dieses nach der Entfernung des
Walzgerüstes mit den Walzen für die erste Walzung in Arbeitsstellung gebracht wird,
um die zweite Walzung durchzuführen. Bei dem bekannten Walzwerk ist weiterhin schon
vorgesehen, daß sich das Walzgut bei seiner Längsbewegung durch das Walzwerk nicht
mehr um seine eigene Achse drehen kann. Die Sicherung der geradlinigen Bewegung
und die Verhinderung der Umdrehung des Walzgutes um seine eigene Längsachse ist
jedoch noch aufwendig, weil schwere, das Walzgut erfassende Wagen mit Klemmvorrichtungen
auf Bahnen parallel zur Längsachse des Walzgutes laufen.
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Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, das Walzen nahtloser Rohre
und sonstiger Hohlkörper aus dickwandigen Hohlblöcken oder Luppen aus schmiede-und
walzbaren Baustoffen mit Arbeitswalzen, die eine bekannt konische, treppenartige,
schmiedewerkzeub artige oder ähnliche Kalibrierung haben, zu verbessern.
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Zur Lösung dieser Aufgabe wird bei einem Verfahren zum Herstellen
von Rohren aus Hohlblöcken oder Luppen durch Walzen im Hin- und Hergang mit zur
Walzgutachse schräggestellten Arbeitswalzen, die um das nicht rotierende Walzgut
umlaufen, erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß das Walzen im Hin- und Hergang bei
entgegengesetzter Steigungsrichtung der Walzspirale vorgenommen wird. Durch diese
in verschiedener Richtung durchgeführte Verformung des Walzgutes wird eine bisher
nur nach einer Richtung orientierte nachteilige Ausbildung des Gefüges vermieden.
Weiterhin wird eine schnellere Aufeinanderfolge des Hin- und Herganges des Walzens
erreicht.
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Ein Walzwerk zur Durchführung dieses Verfahrens mit einem in einem
drehbar gelagerten Futter des Walzgerüstes eingebauten äußeren Walzenträger für
die Aufnahme von Arbeitswalzen und einem auf einen drehbaren Dorn aufgeschobenen
inneren Walzenträger für die Aufnahme einer gleichen Anzahl von inneren Arbeitswalzen,
die in beiden Walzenträgern nach Schraubenlinien, auf denen die Walzen liegen, angeordnet
sind und nach kalibermäßiger gegenseitiger Zusammenarbeit abgestimmt sind, mit ebenfalls
abgestimmtem Antrieb für den äußeren und den inneren Walzenträger, ist dadurch gekennzeichnet,
daß im inneren und äußeren Walzenträger mehrere für die verschiedene kalibermäßige
Zusammenarbeit und Steigung vorbereitete Walzensätze angeordnet
sind,
wobei die Umstellung dieser Arbeitswalzensätze aus der Ruhestellung in die Arbeitsstellung
für alle Walzen jedes Walzensatzes gleichmäßig erfolgt.
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Nach einem weiteren Merkmal wird bei der Ausbildung des Walzwerkes
vorgeschlagen, daß der äußere und innere Walzenträger bei zugänglicher Stirnseite
ringartig verlaufende Kammern zur Aufnahme von mit gasförmigen oder flüssigen Medien
gefüllten Bälgen, Blasen oder Schläuchen aus einem elastischen Baustoff aufweisen.
Die Bälge oder Blasen sind durch Schläuche, Rohrleitungen od. d,-,I. geschlossene
Kanäle verbunden.
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Weiter wird vorgeschlagen, daß angetriebene Druckstempel die Bälge
oder Blasen in den Kammern an der Stirnseite des äußeren Walzenträgers beaufschlagen,
die in feststehenden, nicht umlaufenden Teilen der Walzwerksanlage geführt sind
und die durch die an ihren Enden befindlichen Rollen Kontakt mit ringförmigen Druckübertragungselementen
haben, die auf den Blasen oder Bälgen lasten und mit dem äußeren Walzenträger gemeinsam
umlaufen.
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Die Druckstempel liegen mit ihren Rollen auf Rinnen mit daran befestigten
Nockenstangen, die mit dem äußeren Walzenträger umlaufen, wobei die Nocken auf die
radial zur Laufrichtung des Walzgutes im Walzenträger verschiebbaren Lagerkörper
einwirken.
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Die Bälge oder Blasen am inneren Walzenträger wirken mit ringförmigen
Druck-Übertragungselementen zusammen und werden von Druckstempeln bewegt, die auf
dem Dorn geführt und von einer feststehenden Vorrichtung aus gesteuert sind.
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Ferner sind an den Lagerkörpern der Arbeitswalzen Riegel vorhanden,
die die Stellung der Lagerkörper in Arbeitsstellung der Walze verriegeln.
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Die Erfindung ist in der Zeichnung an Hand eines Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen F i g. 1 bis 4 den schematischen Arbeitsablauf des Verfahrens;
F i g. 5 das Walzgut im Schnitt mit den verschiedenen, nacheinander wirkenden Arbeitswalzen;
F i g. 6 das Walzwerk in Seitenansicht und teilweise im Schnitt; F i g. 7 eine teilweise
Stirnansicht, entsprechend der Linie VII-VII in F i g. 6; F i g. 8 eine teilweise
Stirnansicht entsprechend der Linie VII VII nach F i g. 6; F i g. 9 die Gesamtanlage
in Seitenansicht und teilweise im axialen Schnitt; F i g. 10 die Lagerung und Verstellung
der Arbeitswalzen in teilweiser Seitenansicht und im axialen Schnitt; F i g. 11
die Lagerung und Verstellung der Arbeitswalzen im Schnitt, rechtwinklig zur Walzachse
und gegenüber F i g. 10 in größerem Maßstab, entsprechend der dortigen Linie XI-XI;
F i g. 12 die Verstellung der Arbeitswalzen durch mechanische Mittel in Seitenansicht;
F i g. 13 die Verstellung der Arbeitswalzen durch mechanische Mittel nach F i g.
12 im Schnitt und rechtwinklig zur Walzachse; F i g. 14 einen teilweise axialen
Schnitt mit der Darstellung einer abgewandelten Ausbildung der Verstelleinrichtung
nach F i g. 10; F i g. 15 eine teilweise Stirnansicht der Ausbildung nach F i g.
14; F i g. 16 die Abwandlung einer Verstellvonichtung nach F i g. 10 teilweise im
axialen Schnitt; F i g. 17 eine Verriegelung des Außenwalzenträgers im Drehfutter
und des Innenwalzenträgers am Dorn in teilweise axialem Schnitt; F i g. 18 eine
teilweise Stirnansicht der Ausbildung nach F i g. 17; F i g. 19 einen teilweisen
Schnitt mit der vergrößerten Darstellung der Verstellvorrichtung nach F i g. 10;
F i g. 20 einen teilweisen Schnitt in größerer Darstellung einer abgewandelten Ausbildung
nach Fig. 11; F i g. 21 eine Vorrichtung zum Verriegeln des äußeren Walzenträgers
mit einem drehbaren Futter, in teilweise axialem Schnitt in vergrößerter Darstellung
entsprechend F i g. 6 und 9; F i g. 22 einen teilweisen Querschnitt der Darstellung
nach F i g. 21; F i g. 23 einen teilweisen Schnitt mit der Darstellung einer abgewandelten
Verriegelung des Dornes mit dem Innenwalzenträger nach den F i g. 6 und 9.
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In den F i g. 1, 2, 3 und 4 ist eine Abwicklung des Walzgutes 10 gezeigt,
wobei das Walzgut 10 für jeden der vier Durchläufe durch das gezeichnete Walzwerk
dargestellt ist. F i g. 1 zeigt die Lage kurz nach Einlauf in den ersten Arbeitswalzensatz.
In der Zeichnung ist jeweils nur eine Walze 11 eines Satzes von sechs Walzen dargestellt,
während für die anderen fünf Walzen des Arbeitswalzensatzes nur die Mittellinien
15 zeichnerisch dargestellt sind, Die Arbeitswalzen 11 arbeiten auf der Steigung
16 der Schraubenlinie. Die Laufrichtung des Walzgutes 10 für diese Walzen
11 ist durch den Pfeil 17 angegeben.
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In gleicher Weise sind die Verhältnisse für die Walzung des Walzgutes
10 im zweiten Arbeitswalzensatz nach F i g. 2 dargestellt. Die Schraubenlinie für
die Walzen 12 dieses Satzes hat gegenüber der Schraubenlinie nach F i g. 1 eine
entgegengesetzte Steigung, Ebenso ist nach F i g. 3 das Verhältnis kurz nach Beginn
des dritten Durchlaufes des Walzgutes 10 durch den Arbeitswalzensatz mit der Walze
13 dargestellt. Das gleiche gilt für den vierten Durchlauf nach F i g. 4, mit der
zugehörigen Walze 14.
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F i g. 5 zeigt das Walzgut 10 im Schnitt, das gerade durch die Walzen
11 des ersten Arbeitswalzensatzes läuft. Die Walzen 12, 13 und 14 für den zweiten,
dritten und vierten Durchlauf sind in Ruhestellung gezeichnet. Strichpunktiert innerhalb
der Wandung des Walzgutes 10 ist angedeutet, wie diese Walzen später im Arbeitseinsatz
stehen sollen. Beim vierten Durchlauf durch das Walzwerk ist angenommen worden,
daß das Werkstück nur noch wenig gestreckt wird, dafür aber in bekannter Weise durch
leichtes Aufweiten geglättet und gerundet wird.
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F i g. 6 zeigt einen Schnitt durch das Walzgerüst mit dem Walzgut
10. Die im Schnitt sichtbaren Arbeitswalzen 11 bzw. 14 sind die des ersten bzw.
des vierten Arbeitswalzensatzes. Die Walzen 11 des ersten Walzensatzes haben keine
Einrichtung zum Nachstellen nach erfolgter Walzung. Sie sind schon beim Einbau so
eingestellt, wie es für den ersten Durchlauf des Walzgutes 10 erforderlich ist.
Das Walzgut 10 läuft nach Verlassen der Walzen 11 bei der Behandlung
durch die Walzen 12, 13 und 14
durch die Walzen 11 hindurch,
ohne diese Walzen zu berühren. Die Walzen der anderen Walzensätze müssen nach Durchlauf
des Walzgutes 10 durch die Walzen 11 aus der Ruhestellung in Arbeitsstellung
gebracht
werden und zwar die Walzen 12 nach dem Passieren der Walzen 11, die Walzen 13 nach
Passieren der Walzen 12 und die Walzen 14 nach Passieren der Walzen 13. Nach der
jeweiligen Arbeitsleistung brauchen die Walzen nicht wieder in Ruhestellung gebracht
zu werden, da das Walzgut 10 nach dem Passieren eines Walzensatzes die Walzen dieses
Satzes nicht mehr berührt, wenn es durch diesen Walzensatz zurückläuft. Die Verstellung
der Walzen 12, 13 und 24 ist in den F i g. 10 bis 20 dargestellt. Das Walzgerüst
18 nach F i g. 6 trägt ein Drehfutter 19, das den äußeren Walzenträger 20 für die
Außenwalzen aufnimmt. Die Dornstange 21 trägt als Dornkopf den inneren Walzenträger
22 für die Innenwalzen. Die Dornstange 21 ist drehbar und wird zusammen mit dem
äußeren Walzenträger 20 und dem Drehfutter 19 angetrieben. Die Hauptblasen 23 sind
hydraulische oder pneumatische Verstellvorrichtungen der Außenwalzensätze des äußeren
Walzenträgers 20. Es sind drei Hauptblasen 23 vorgesehen, die als ringförmige Schläuche
ausgebildet sind, wovon jeder dieser Schläuche zur Bedienung der Walzenumstellungseinrichtungen
der Walzen 12, 13 oder 14 des äußeren Walzenträgers 20 dient. Die Druckstempel 24
für die Hauptblasen 23 sind in einem Transportrollenträger 25 eingebaut und können
durch Motorantrieb in Gang gesetzt werden. Die Wirkungsweise dieses Transportrollenträgers,
der die Aufgabe hat, die Rotation des Walzgutes beim Walzen zu vermeiden, wird bei
den Erläuterungen zu F i g. 11 angegeben. Drei weitere Hauptblasen 26 am inneren
Walzenträger 22 erfüllen für die Walzen 12, 13 und 14 dieses Trägers die gleichen
Funktionen, wie die Hauptblasen 23 für die Arbeitswalzensätze des äußeren Walzenträgers
20. Die Hauptblasen 26 werden durch Druckstempel 27 von einer Steuervorrichtung
28 nach F i g. 9 bedient. Die Steuervorrichtung 28 wird durch Motorbetrieb eingeschaltet.
Der Zusammenhang der Hauptblasen 23 und .26 mit der Steuerung der Arbeitswalzenverstellung
ist aus den F i g. 10 bis 20 ersichtlich, wie später noch im einzelnen dargestellt
wird. Die Verriegelungsvorrichtung 29 soll den äußeren Walzenträger 20 im Drehfutter
19 festlegen. Solche Verriegelungsvorrichtungen 29 können auf dem Umfang des äußeren
Walzenträgers 20 verteilt werden und können eine sichere Verriegelung geben, die
die Anwendung von Flanschen zur Sicherung der Lage des äußeren Walzenträgers 20
im Drehfutter 19 unnötig machen. Die Verriegelungsvorrichtung 29 kann maschinell
durch die Vorrichtung 30, die in einem Transportrollenträger 31 untergebracht ist,
bedient werden, etwa wie die Druckstempel 24 für die Hauptblasen 23 im Transportrollenträger
25. Der Hebel 32 der Vorrichtung 30 ist so ausgebildet, daß er, wie in F i g. 9
dargestellt ist, ausgeschwenkt werden kann, wenn der äußere Walzenträger 20 in das
Drehfutter 19 ein- oder ausgeschoben werden soll. In F i g. 22 wird die Verriegelungsvorrichtung
29 in größerem Maßstab und eingehender als in F i g. 6 gezeigt. Mit der Vorrichtung
37 soll am inneren Walzenträger 22 der Dornkopf mit der Dornstange 21 verriegelt
werden. Diese Vorrichtung ist in F i g. 22 deutlicher gezeigt. Mit der Welle 35
wird das Zahnrad 34 für das Drehfutter 19 von dem Gesamtantrieb in Bewegung gesetzt.
Der Antrieb ist in F i g. 9 zusammenhängend dargestellt.
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In den F i g. 7 und 8 sind die Stirnansichten der äußeren Walzenträger
20 und der Dornstange 21 gezeigt. Dabei ist in F i g. 7 die Kammer
für die Aufnahme der Hauptblase für die Verriegelungsvorrichtung 29 aus F i g. 6
zu erkennen. In F i g. 8 sind die Kammern für die Aufnahme der Hauptblasen zur Betätigung
der Hauptblase 23 aus F i g. 6 gezeigt. Man erkennt in den F i g. 7 und 8, daß die
Hauptblasen für die Verriegelungsvorrichtung 29 in Ringform angeordnet sind, wodurch
erreicht wird, daß überall Anschlüsse hergestellt werden können, wenn die Vorrichtungen,
zu deren Bedienung sie vorgesehen sind, um den Umfang des äußeren Walzenträgers
20 herum verteilt sein sollen. In den F i g. 7 und 8 ist auch der innere Walzenträger
22 gezeigt, während in F i g. 8 die Lage der Kammern für die Hauptblasen 26 dargestellt
sind. Sie liegen ebenso wie die Hauptblasen 23 auf der Stirnseite des äußeren Walzenträgers
20 konzentrisch an der Stirnseite des inneren Walzenträgers 20. Weiterhin sind in
den F i g. 7 und 8 die Arbeitswalzen als Außenwalzen und Innenwalzen mit ihren Lagerkörpern
angedeutet. Diese Teile sind in den F i g. 10 bis 20 in größerem Maßstab dargestellt.
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F i g. 9 zeigt die erfindungsgemäße Gesamtanlage zum Herstellen von
Rohren durch Walzung im Schnitt. Die Zeichnung zeigt den äußeren Walzenträger
20 mit den zugehörigen Walzen und den inneren Walzenträger 22 mit den zugehörigen
Walzen vor dem Einführen in das Drehfutter 19 des Walzgerüstes 18 bzw. vor dem Aufschieben
auf die Dornstange 21. Die Dornstange 21, die in F i g. 6 nicht in ihrer
ganzen Länge gezeigt werden konnte, ist dabei in F i g. 9 in voller Länge dargestellt.
An ihrem Ende trägt sie ein Antriebsrad 36, das über ein Ritzel 37 von einer nicht
dargestellten Antriebsquelle angetrieben wird. Das Antriebsrad 36 und die Dornstange
21 laufen in einem Dornstangenlager 38. Über das Zahnradgetriebe 39 und
40 und die Welle 35 sowie das Zahnrad 34 erfolgt der Antrieb des Drehfutters
19 im Walzgerüst 18. Auf der Dornstange 21 ist der Druckstempel 27 für die Betätigung
der Verstellvorrichtung der Arbeitswalzen des inneren Walzenträgers 22 angebracht.
Die Verstellung kann über die hydraulischen oder pneumatischen Hauptblasen 26 erfolgen.
In der Zeichnung ist angedeutet, daß der zugehörige Druckstempel 27 eine
oder mehrere Führungen auf der Dornstange hat, je nach der Länge, die die Dornstange
21 für die zu erzeugenden Rohre haben muß. Der Druckstempel 27 weist an einem
Ende eine aus drei ineinandergesteckte, einzeln verschiebbare Hülsen 41, 42,
43 bestehende Schalteinrichtung auf, die jeweils durch motorisch bewegte Hebel
eine Einzelverschiebung erhalten können und dadurch einzeln auf die Hauptblasen
26 am inneren Walzenträger 22 einwirken und ein Verstellen einzelner Arbeitswalzensätze
aus der Ruhestellung in Arbeitsstellung durchführen. Der äußere Walzenträger 20
ist nach F i g. 9 in dem Transportrollenträger 31 gehalten. Der äußere Walzenträger
20 ist gleichzeitig noch in dem Transportrollenträger 44 gehalten, der in Bauart
und Abmessungen dem Transportrollenträger 31 entspricht. Ein Unterschied besteht
nur darin, daß der Transportrollenträger 44 nicht mit einer Vorrichtung 30
versehen ist, die im Transportrollenträger 31 als Bedienung der Verriegelungsvorrichtung
29 für den äußeren Walzenträger 20 im Drehfutter 19 vorgesehen sein
muß. Der äußere Walzenträger 20 wurde in die in F i g. 9 gezeigte Stellung innerhalb
der Transportrollenträger 31 und 44 durch einen Aufgabetisch 45
gebracht,
der mit Hubzylindern 46 versehen ist. Der Aufgabetisch 45 ist vorgesehen, um kurze
Stücke, wie etwa kurze Hohlblöcke oder den verhältnismäßig kurzen äußeren Walzenträger
20 bequem in die Transportorgane der Anlage bringen zu können. Der innere
Walzenträger 22 ist nach F i g. 9 auf einen Dorn 47 aufgesteckt, zusammen mit einer
Scheibe 48 mit ringförmigen konischen Rippen, die zu entsprechend bemessenen konischen
und ringförmigen Rippen an den Stirnflächen der äußeren und inneren Walzenträger
20 und 22 passen. Außerdem hat die Scheibe 48 an den ringförmigen konischen Rippen
quer zu diesen Rippen verlaufende kurze Rippenansätze, die in entsprechende Aussparungen
in den ringförmigen konischen Rippen der äußeren und inneren Walzenträger 20 und
22 passen. Dadurch werden die äußeren und inneren Walzenträger 20 und 22 mit den
äußeren und inneren Arbeitswalzensätzen zum Zusammenbau zentriert. Die Scheibe 48
ist auf dem Dorn 47 durch Druckzylinder 53, die in die verfahrbare Einschubvorrichtung
50 eingebaut sind, axial verschiebbar. Der Dorn 47 ist in einer verfahrbaren Einschubvorrichtung
50 fest eingebaut. Das Führen der Einschubvorrichtung 50 erfolgt durch die an dem
in Transportrollenträgern 51 vorgesehenen Führungen. Die Einschubvorrichtung 50
wird durch eine Spindel 52 bewegt. Die Dornstange 47 hat an ihrem freien Ende eine
konische Verjüngung, die in eine entsprechende konische Bohrung 55 der Dornstange
21 paßt. Hierdurch wird gewährleistet, daß der innere Walzenträger 22, der seine
Führung und Ausrichtung durch die Scheibe 48 erhält, auf den Dorn 21 so aufgeschoben
wird, daß er mit der, oder falls mehrere Verriegelungsvorrichtungen vorgesehen sind,
mit den dazu vorgesehenen Öffnungen genau über der Stelle steht, an denen die Verriegelungsteile
der Vorrichtung 33 in die Öffnungen eintreten sollen, wenn die Vorrichtung 33 zur
Verriegelung der Dornstange 21 am inneren Walzenträger 22 betätigt wird. Durch die
ringförmigen Rippen an der Scheibe 48 und durch die ebenfalls dort vorgesehenen
Rippenansätze 49 wird der äußere Walzenträger 20 genau an die Stelle gebracht, an
der durch eine Betätigung der Verriegelungsvorrrchtung 29 eine Verriegelung zwischen
dem Drehfutter 19 und dem äußeren Walzenträger 20 erfolgen soll. Sobald die äußeren
und inneren Walzenträger 20 und 22 ordnungsgemäß eingefahren sind, wird die Scheibe
48 durch die Zylinder 53 zurückgezogen und die Einschubeinrichtung 50 zurückgefahren.
Dann wird die Verriegelung durch die Verriegelungsvorrichtung 29 für den äußeren
Walzenträger 20 im Drehfutter 19 und die Vorrichtung 33 zum Verriegeln der Dornstange
21 am inneren Walzenträger 22 vorgenommen. Durch eine Rückbewegung der Einschubvorrichtung
50 wird der Raum zwischen den Transportrollenträgern 51 freigegeben. Die Transportrollenträger
4^l und 31 sind bereits frei und die Einführung des Walzgutes kann stattfinden.
Die Walzen 11 des ersten Arbeitssatzes befinden sich bereits in Arbeitsstellung
und die anderen Walzen 12, 13, 14 befinden sich in Ruhestellung. Wenn das Walzgut
durch die ersten Walzen 11 hindurchgegangen ist, ist eine Verstellung der Walzen
dieses Satzes nicht erforderlich, da sie die weiteren Dur chläufe nicht hindern
können. Die äußeren zweiten Walzen y2 werden durch die Einwirkung der Druckstempel
2+ auf die mit den entsprechenden Organen der Walzen 12 des zweiten Arbeitssatzes
verbundene Hauptblase 23, und durch die Einwirkung der Druckstempel 27 auf die Hauptblase
26, die mit den Walzen 12 des inneren zweiten Arbeitswalzensatzes verbunden sind,
eingestellt. Da zwischen der dem Druckstempel 24 und dem Druckring zugeordneten
Hauptblase 23 eine rollende Berührung vorgesehen ist, kann die Einstellung des Arbeitswalzensatzes
ohne eine Stillsetzung des Walzwerkes erfolgen. In gleicher Weise erfolgt die Einstellung
des inneren zweiten Arbeitswalzensatzes ohne einen Stillstand des Walzwerkes, da
zwischen der Steuervorrichtung 28 und dem zugeordneten Teil des Druckstempels 27
eine rollende Berührung vorgesehen ist. Die Umstellung erfolgt zu einem Zeitpunkt,
wo die Walzen durch eine Arbeitsleistung nicht beansprucht werden. Für den Rücklauf
des Walzgutes ist vorgesehen, daß der Laufwinkel der Arbeitswalzen nach links offen
und dieser Winkel beim Hinlauf rechts offen ist, und eine Umkehr der Laufrichtung
des Antriebes nicht erforderlich ist. Das Umstellen läßt sich innerhalb weniger
Sekunden vollziehen. Die Anzahl der zu beiden Seiten des Walzgerüstes vorgesehen
oder benötigten Transportrollenträger richtet sich nach der Länge der zu walzenden
Stücke. An der Antriebsseite der Anlage können die Transportrollenträger in gleicher
Weise wie die Transportrollenträger 25 ausgebildet sein. Diese Einrichtungen werden
zur Führung der Druckstempel 24 nicht benötigt.
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F i g. 10 zeigt, welche Einwirkung durch den Druckstempel 24, der
im Transportrollenträger 25 eingebaut ist, an dem Lagerkörper 59 der Walzen eines
Arbeitswalzensatzes im äußeren Walzenträger 20 erreicht wird. Durch strichpunktierte
Linien ist die gewünschte Eingriffstiefe 60 der Arbeitswalzen bei dem Durchlauf
nach der Umstellung aus der Ruhestellung in die Arbeitsstellung angedeutet. Die
Hauptblasen 23 veranlassen die Umstellung der äußeren Arbeitswalzensätze. Sie sind
in ringförmigen Kammern untergebracht, die mit Deckeln verschlossen sind. Die Deckel
63 sind so ausgebildet, daß Schlitze offenbleiben, in die die Stege von ringförmigen,
gebogenen T-förmigen Druckübertragungselemente 61 hineinpassen. Die Druckübertra2uz.rselemente
61 liegen mit ihren Flanschen auf den Hauptblasen 23 auf. Sie werden vor den mit
Schlitzen versehenen Deckeln in der Kammer gehalten. so daß die Blasen dem Druck
des Druckstempels 24, der durch die Rollen 64 auf die Druckübertraaunaselemente
61 übertragen wird, -nachgeben müssen, Durch eingebaute Rundeisen 65 nehmen die
Druckübertragungselernente 61 an der Umdrehung des äußeren Walzenträgers 20 und
somit an der Umdrehung der Hauptblase 23 teil. Damit die Mitnahme möglich ist und
sich keine Störungen ergeben. sind die Rollen 64 vorgesehen. Bei der Umstellung
eines Walzensatzes werden die Druckübertragungselernente 61 durch die Druckstempel
24 in die Kammer der Hauptblasen 23 gedrückt. Das in der Hauptblase 23 und in den
an diese angeschlossenen kleineren Blasen 66 enthaltene flüssige oder gasförmige
Medium überträgt den auf die Hauptblase 23 ausgeübten Druck und bewegt die von den
Blasen 66 beeinflußten Teile. Die Blasen 66 bewegen die Lagerkörper 59 der Arbeitswalzen.
Die Blasen 66 und die Hauptblasen stellen sich durch die Verbindungskanäle 67 auf
einen gleichen Druck ein. Die Lagerkörper 59 folgen daher dem Druck, den die Hauptblasen
durch die Druckstempel 24 erhalten. Die Umstellung erfolgt zu einem
Zeitpunkt,
wo die Arbeitswalzen unbeansprucht sind. Die Lagerkörper 59 für die Außenwalzen
werden gleicher Weise wie die Lagerkörper 59 für die Innenwalzen nachgestellt.
Bei diesen werden die Blasen 66 durch den Druck auf die Hauptblasen 26 veranlaßt,
die Walzenkörper nach außen zu verstellen. Zwischen den T-förmigen Ringen der Druckübertragungselemente
68 und den Enden der Druckstempel 27 findet keine Relativbewegung statt, da beide
mit der Dornstange 21 umlaufen. Für die abdichtenden Verbindungen zwischen
diesen und den kleinen Blasen 66
kann jede hierfür geeignete Verbindungsart
gewählt werden.
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In F i g. 11 sind Sicherungsvorrichtungen gezeigt. Diese Vorrichtungen
sollen bewirken, daß die Walzenkörper in die Ruhestellung zurückkehren, wenn der
Druck in den Blasen 23 und 66 vermindert wird. Hierfür genügen allgemein bekannte
Mittel, wie beispielsweise eingebaute Federn, die am Lagerkörper 59 dargestellt
sind. Weiterhin ist eine Sicherung gegen Druckverlust in den Blasen 66 vorgesehen.
In diesem Falle würde eine Arbeitswalze in die Ruhestellung zurückgehen, weil sie
bei der Arbeit einer erheblichen Belastung ausgesetzt ist. Um einen solchen immerhin
möglichen Fall zu verhindern, ist vorgesehen, daß die Hauptblase 23 bzw.
26 nicht nur einen Druck in der Blase 66 erzeugt, sondern je Lagerkörper
auch in zwei weiteren Blasen 69. Diese Blasen 69 wirken auf Riegel
70, die in der Ruhestellung zwischen dem Lagerkörper 59 und den Blasen 69
festgehalten sind. Wenn der Lagerkörper 59 durch eine Blase 66 nach außen
verstellt wird, kann der Riegel 70 unter dem Druck der Blase 69 vorschnellen und
schiebt sich in einen Raum, der zwischen dein! Lagerkörper 59 und dem Körper des
äußeren und inneren Walzenträgers 20 bzw. 22 frei wird.
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Die Zuführungskanäle 71 zu den Blasen 69 und die Paßstücke
72 und 73 sind notwendig, um die Verbindungsteile in die äußeren und inneren
Walzenträger 20 und 22 einbringen zu können.
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In den F i g. 12 und 13 ist eine Umstellmöglichkeit für die Innen-
und Außenarbeitswalzen dargestellt, bei der keine Benutzung von Hauptblasen und
Nebenblasen vorgesehen ist. Die Bezeichnungen für die Hauptteile sind in diesen
Figuren die gleichen wie bei den vorhergehenden. Zwar werden auch hier die Druckstempel
24 und 27 nach den vorbeschriebenen Ausführungsbeispielen für die Umstellung benutzt.
Der von dem Druckstempel 24 ausgehende Druck wird auch hier durch Rollen 64 auf
mit Profilen versehene Ringe 74 übertragen, wobei die Ringe 74 mit Stangen fest
verbunden sind, die als Verstellkeile dienende Nocken 76 aufweisen. Wird einer der
Ringe 74 durch einen Druckstempel 24 in Richtung auf den äußeren Walzenträger bewegt,
so drücken die Nocken 76 auf eingepaßte Zwischenstücke 77 zwischen der Nockenstange
75 und dem Lagerkörper 59. Dadurch werden die von den Lagerkörpern 59 gehaltenen
Walzen in Arbeitsstellung gebracht.
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Aus F i g. 13 ist zu ersehen, daß eine Rückkehr der Walzen in die
Ruhestellung durch Federn 78 erfolgen kann, wie es auch bei den vorbeschriebenen
Vorrichtungen vorgesehen war. Das Vorschieben der Nockenstangen 75 für die Walzen
im inneren Walzenträger 22 wird durch eine Bewegung des Druckstempels 27 vorgenommen.
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Die F i g. 14 und 15 zeigen eine kleine Abänderung bezüglich des Einbaues
der Hauptblasen 23. Hier sind eingebaute Federn 79 vorgesehen, die
die T-förmigen Druckübertragungselemente 61 zurückdrücken, wenn der ausgeübte mechanische
Druck zur Verstellung der Walzen nicht mehr einzuwirken braucht.
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F i g. 16 zeigt, daß zur Vermeidung von Undichtigkeiten in den durch
Bohrungen od. dgl. gebildeten Verbindungskanälen 67 des äußeren Walzenträgers 20
zur Verbindung der Hauptblasen 23 mit den Blasen 66 zusammenhängende Schläuche 80
eingebaut sind. Das Einbringen der Schläuche soll hier durch geteilte Einpaßstücke
91 ermöglicht werden, mit denen ein Schlauch in einem übergroß gebohrten
Einführungskanal abgestützt werden kann.
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Die F i g. 17 und 18 zeigen eine Verriegelungsvorrichtung 29 zur Verriegelung
des äußeren Walzenträgers 20 im Drehfutter 19 und der Dornstange
21
am inneren Walzenträger 22 nach F i g. 6. Auch hier bewirken die Federn
92 bei einem Nachlassen des Druckes in der Verriegelungsblase eine Entsperrung.
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Die F i g. 19 und 20 zeigen weitere Möglichkeiten von Abdichtungen
der Zuleitungen zu den Blasen 69
und 66.
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In den F i g. 21 und 22 wird in größerem Maßstab als in F i g. 6 die
Verriegelungsvorrichtung 29 zur Verriegelung des äußeren Walzenträgers 20 mit dem
Drehfutter 19 im Walzgerüst dargestellt. Die Bezugszeichen entsprechen denen
in F i g. 6. Zusätzlich zu F i g. 6 ist eine Sicherung gegen ungewolltes Zurückfallen
des Riegels 93 bei etwa eintretendem Ausfall des Druckes in einer Blase angegeben.
Die Sicherung besteht in einer Gabel 94, deren jeder Schenkel runden Querschnitts
in eine Bohrung 95 im Drehfutter 19 oder aber auch im äußeren Walzenträger 20 so
weit eingesteckt ist, daß er in eine Bohrung 95 des Riegels eingreift und damit
dessen Lage in Verriegelungsstellung sichert. Die Gabel 94 wird wiederum durch einen
drehbaren Anschlag in ihrer Lage gesichert.
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In F i g. 23 ist die Vorrichtung 33 zur Verriegelung der Dornstange
21 am inneren Walzenträger 22 aus Fig.6 in größerem Maßstab dargestellt. Die Verriegelung
und Sicherung erfolgt nach dem in F i g. 24 beschriebenen Prinzip.