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Verfahren zum Herstellen von Fäden mit angeklebten Fasern und von
offenmaschigen Flächengebilden aus diesen Fäden Die Erfindung bezieht sich auf Verfahren
zum Herstellen von Fäden mit angeklebten Fasern und von offenmaschigen Flächengebilden
aus diesen Fäden, bei denen die Zugfestigkeit der Fäden und die Weichheit der Warenoberfläche
wichtig sind, z. B. fürAbdeckungen über saugfähige Polsterkörper, insbesondere Monatsbinden
od. dgl.
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Man kennt Verfahren, bei denen Fasern auf Fäden aufgeklebt werden,
und es ist auch bekannt, die Fäden durch Klebstoffstreifen oder Punktreihen von
Klebstoff zu ersetzen. Bekannt ist weiterhin die Herstellung von offenmaschigen
Flächengebilden und deren Verwendung für sanitäre Binden beliebiger Art od. dgl.
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Von der bekannten Technik unterscheidet sich die Erfindung dadurch,
daß mehrere klebfähige, parallel mit Abstand voneinander liegende Fäden mit Fasern
beschichtet werden und daß das so entstehende Flächengebilde etwa in der Mitte zwischen
je zwei Fäden durch Zerreißen getrennt wird, wobei die unregelmäßig liegenden Fasern
in der Nähe der Fäden dicht liegen bleiben, während sie mit zunehmendem Abstand
von den Fäden infolge Ausfaserung eine lichtere Lage einnehmen. Diese so hergestellten
Fäden werden nun in weiterer Ausgestaltung der Erfindung zu einem offenmaschigen
Flächengebilde verarbeitet, wobei die Fasern sich miteinander verklammern, so daß
man das Flächengebilde durch Aufeinanderlegen der Fäden auch ohne Webbindung herstellen
kann. Man kann aber auch die Fäden in bekannter Weise verweben. So erhält man ein
offenmaschiges Flächengebilde, bei dem die Maschen nach ihrem Mittelpunkt abnehmende
Faserdichte haben, wodurch die Saugfähigkeit erheblich vergrößert wird. Dabei geben
die Fäden dem Flächengebilde eine große Festigkeit gegen Zugspannung, so daß es
besonders als Überzug für Polsterkissen, sanitäre Binden od. dgl. geeignet ist,
bei denen eine große Saugfähigkeit und eine weiche Oberfläche verbunden mit einer
beachtlichen Zugfestigkeit verlangt wird.
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Die Erfindung soll an Hand der Zeichnungen näher erläutert werden.
In diesen sind Fig.1 ein Gewebe nach der Erfindung in vergrößertem Maßstab, Fig.
2 ein Flächengebilde nach der Erfindung ohne Webbindung in vergrößertem Maßstab,
Fig.3 eine Aufsicht auf den Ausgangsstoff zum Herstellen der Fäden nach der Erfindung,
Fig. 4 A eine Aufsicht auf . den Ausgangsstoff, bei dem die Fäden durch klebfähige
Kunststoffstreifen gebildet sind, Fig.4B der Ausgangsstoff nach Fig.4A, der auf
etwa 150% seiner anfänglichen Länge gestreckt ist, Fig. 5 eine Aufsicht auf eine
abgeänderte Form des Ausgangsstoffes ähnlich Fig.3, -Fig.6 eine vergrößerte Darstellung
des aus den Ausgangsstoffen gebildeten Fadens, Fig. 7 eine schematische Darstellung
einer Vorrichtung zum Herstellen des Ausgangsstoffes, Fig. 8 eine schematische Darstellung
einer anderen Vorrichtung zum Herstellen eines etwas anders gestalteten Ausgangsstoffes,
Fig.9 die Verwendung der Fäden nach der Erfindung zum Herstellen von Wattebahnen,
Fig. 10 ein Gewebe aus Fäden nach der Erfindung mit anderer Bindung, Fig.11 eine
perspektivische Darstellung einer medizinischen Binde mit einer Hüllenach der Erfindung,
Fig. 12 ein Flächengebilde, bei dem der Klebstoff als Punkte oder Blöcke aufgetragen
ist.
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Zum Herstellen der Fäden nach der Erfindung werden, wie Fig. 3 zeigt,
Fäden 4. parallel zueinander angeordnet und mit einer nicht verwebten Faserschicht
5 belegt und verklebt. -Als Fäden können endlos gesponnene Fäden, gezwirnte Garne
oder sonstige Fäden beliebiger Art benutzt werden, deren Festigkeit den gewünschten
Anforderungen genügt. Auch Kunststoffstreifen, die zunächst plastisch .sind und
dann erhärten, können als Fäden dienen. Man kann auch Fäden wählen, die saugfähig
sind oder durch Behandlung besonders saugfähig gemacht sind. Als Klebstoff können
natürliche oder künstliche Klebstoffe sowie thermoplastische Kunststoffe, die- selbst
die Fäden
bilden, verwendet werden. Je nach dem Verwendungszweck
wird man wasserlösliche oder wasserunlösliche Klebstoffe wählen. Für sanitäre Binden
wird man Klebstoffe bevorzugen, die ungiftig sind und die Haut nicht reizen. Der
Klebstoff kann durch Eintauchen der Fäden in ein Klebstoffbad oder in Form von Tüpfeln,
die in Fig. 3 durch die Punkte 7 angedeutet sind, aufgetragen werden. Für die Faserschicht
kann man Wolle, Baumwolle oder andere Fasern allein oder miteinander gemischt benutzen,
die durch Kratzen, Kämmen oder durch Luft- bzw. Wasserbehandlung aufbereitet sind.
Die Menge der Faserschicht und ihre Saugfähigkeit kann man leicht allen Bedürfnissen
anpassen.
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Wenn der Klebstoff getrocknet ist und die Fäden 4 mit den Fasern 5
verbunden sind, wird das Flächengebilde zwischen je zwei Fäden 4 zerrissen,
wie dies durch den Pfeil an der Stelle 6 angedeutet ist. Dabei bleiben die Fasern
5 in der Nähe der Fäden 4 dicht liegen, während sie mit zunehmendem Abstand von
den Fäden infolge Ausfaserung eine lichtere Lage einnehmen. Es entsteht keine scharfe
Trennungslinie, die aber doch in einem ziemlich gleichbleibendenAbstand von den
Fäden 4 verläuft.
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In Fig.4A ist ein Flächengebilde zum Herstellen der Fäden nach der
Erfindung dargestellt, bei dem als Fäden Klebstoffstreifen 10 dienen. Diese werden
auf ein Faservlies 9 aufgetragen und bilden nach dem Erstarren Fäden ausreichender
Festigkeit. Als fadenbildende Klebstoffe haben sich Polyvinylacetat, Polyäthylen,
Polyvinylchlorid od. d21. bewährt. Das Flächengebilde wird dann, wie durch den Pfeil
11 angedeutet ist, zwischen je zwei Klebstoffstreifen getrennt.
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Es ist bekannt, daß derartige Kunststoffäden durch Strecken verfestigt
werden können. Man kann also das Flächengebilde nach Fig.4A vor dem Trennen in Einzelfäden
strecken, z. B. auf 150 % seiner ursprünglichen Länge, wie dies in Fig. 4 B dargestellt
ist. Dadurch vergrößert man die Festigkeit der Fäden, die auch dadurch erhöht ist,
daß die Fasern des Vlieses sich um die Klebstoffstreifen bündeln, wie dies an den
Stellen 8 in Fig. 4 B angedeutet ist.
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In den Flächengebilden nach Fig.3, 4A und 4B liegen die Fasern des
Vlieses im wesentlichen in Richtung der Fäden 4 bzw. der Klebstoffstreifen 10. Sie
können aber auch, wie Fig.5 zeigt, quer zu dieser Richtung liegen. Das so hergestellte
Flächengebilde läßt sich nicht so leicht durch Zerreißen in Fäden trennen; es wird
zweckmäßig in Richtung des Pfeiles 13 zerschnitten, so daß Fäden mit einer weniger
ausgefaserten Beschichtung entstehen, was für manche Verwendungszwecke erwünscht
sein kann.
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Die nach diesenVerfahren hergestelltenFäden, von denen ein nach Fig.
3 hergestellter in Fig. 6 dargestellt ist, werden sich zwar beimAufspulen miteinander
verschlingen, behalten aber bei der Weiterverarbeitung im wesentlichen ihre faserige
Struktur bei, so daß weiche saugfähige Flächengebilde hergestellt werden können.
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In Fig.1 ist ein Gazegewebe in vergrößertem Maßstab dargestellt, bei
dem als Schußfäden faserige Fäden 3 verwendet sind, die wie vorstehend beschrieben
hergestellt worden sind. Als Kette dienen glatte Fäden 2 beliebiger Art. Die Kette
kann aber auch aus faserigen Fäden gebildet werden.
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In Fig.2 ist eine Gaze in vergrößertem Maßstab dargestellt, bei der
faserige Fäden kreuzweise übereinander gelegt sind, ohne miteinander verwebt zu
sein. Durch ihre Faserstruktur verklammern sich die Fäden gegenseitig mit genügend
großer Festigkeit, so daß weit geöffnete Gazeprodukte hergestellt werden können.
Man kann die Festigkeit verbessern, indem man als Klebstoff für die Fäden 4 nach
Fig. 3 oder für die Kunststoffstreifen 10 nach Fig. 4 A thermoplastische Stoffe
verwendet und das Produkt durch einen beheizten Kalander laufen läßt, so daß ein
Verkleben der Fäden oder Klebstoffstreifen stattfindet. Dabei erzielt man auch den
Vorteil, daß die Knotenpunkte der Fäden flachgedrückt werden und keine harten Stellen
in dem Flächengebilde hervorrufen.
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Eine andere Art der Verarbeitung der Fäden nach der Erfindung zeigt
Fig. 9. Hier sind die Fäden 3 b in einem Linongewebe 1 b mit einer zweisträngigen
Kette 2 b festgelegt, die an sich bekannt ist. Man kann so ein sehr weit geöffnetes
Gazegewebe herstellen.
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Man kann auch, wie Fig. 10 zeigt, die Fäden 30
nach der Erfindung
parallel zueinander anordnen und mit einem unverwebten Vlies 31 bedecken und gegebenenfalls
verleimen oder thermoplastisch verkleben. So erhält man Wattebahnen, die in Richtung
der Fäden gegen Zugbeanspruchung verstärkt sind.
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Fig.11 zeigt eine Monatsbinde, bei der eine beliebige saugfähige Einlage
32 in einer Hülle 33 eingeschlossen ist, deren Enden 34 und 35 zur Befestigung über
die Einlage hinausreichen. Die aus dem Gewebe nach der Erfindung hergestellte Hülle
33 der Binde gibt ihr die gewünschte Zugfestigkeit, ohne daß Weichheit und Saugfähigkeit
beeinträchtigt werden.
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Diese Verwendungsbeispiele zeigen die vielseitige Brauchbarkeit der
nach der Erfindung hergestellten Fäden und Flächengebilde, die durch bekannte Behandlungsarten
allen Bedarfsfällen angepaßt werden können.
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Die Fäden nach der Erfindung können auf jede beliebige Weise hergestellt
werden. Zur Erläuterung des Herstellungsvorganges sei kurz eine Vorrichtung beschrieben,
die in Fig. 7 dargestellt ist.
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Aus einer Faserzuführung 14, z. B. einer Vorratsrolle für ein
vorbereitetes Vlies oder einer Kratze od. dgl. zur Bildung eines Vlieses, wird ein
Vlies F auf ein endloses Förderband 15 abgelegt. Von mehreren. Garnrollen werden
parallele Fäden 4 über eine Klebstoffrolle 16 und einen nachgeordneten Trockner
18 auf das auf dem Förderband 15 laufende Vlies F aufgebracht, worauf das
Flächengebilde durch die Kalanderwalzen 17 geführt wird, so daß die Fäden 4 und
das Vlies F fest verbunden werden. Falls thermoplastische Klebstoffe oder Fäden
4 benutzt werden, werden die Kalanderwalzen beheizt.
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Man kann auch, wie ebenfalls in Fig. 7 dargestellt ist, Fäden 4 a
durch ein Bad 19 mit thermoplastischem Klebstoff hindurchführen und auf das Förderband
15 auflegen. Durch einen Trockner 20 trocknet man zuvor die Fäden 4 a, um
ein Verschmieren des Förderbandes 15 zu verhindern. Dann legt man das Vlies F auf
das Förderband 15 und die Fäden 4 a auf und führt das Flächengebilde
zu dem beheizten Kalander 17, in dem der Klebstoff wieder klebfähig wird, so daß
eine feste Bindung zwischen den Fäden 4 a und dem Vlies F hergestellt ist.
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Will man keine Fäden 4 bzw. 4a, sondern Klebstoffstreifen nach Fig.
4A verwenden, so benutzt man die Druckrollen 22, mit denen Klebstoff aus einem Vorratsbehälter
über die Zubringerrollen 21 aufgetragen wird. Zweckmäßig führt man vor der Klebstoffauftragung
das
Vlies zwischen Glättrollen 23, damit die Klebstoffrolle 22 keine Fasern
aus dem Vlies herauszupft. Auch ein Trockner 24 hinter der Klebstoffrolle 22 kann
zweckmäßig sein. Um die Klebstoffstreifen mit dem Vlies zu strecken, kann man hinter
dem Kalander 17 Streckwalzenpaare vorsehen.
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Eine andere Vorrichtung zum Herstellen der Fäden nach der Erfindung
zeigt Fig. B. Ein beliebig aufbereitetes Vlies 25 wird einer Verseilvorrichtung
26 zugeführt und zu einem weichen, umgezwirnten und umgesponnenen Faden
25 a umgeformt. Um dessen Festigkeit zu erhöhen, kann man durch eine punktweise
arbeitende Rolle 27 Klebstoff auftragen, so daß Klebstoffpunkte 28 entstehen, deren
Abstand der Faserlänge des Vlieses angepaßt ist, so daß jede Faser von wenigstens
zwei Klebstoffpunkten erfaßt ist. Dabei bleibt die Faserstruktur des Fadens in wirksamer
Weise erhalten. Zur weiteren Steigerung der Zugfestigkeit kann man aber auch einen
Faden 29 beliebiger Art, z. B. auch aus Polyamid, in die Verseilvorrichtung einführen,
den man gegebenenfalls auch mit Klebstoff überziehen kann.
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Diese Art der punktweisen Klebstoffauftragung kann man auch bei Vliesen
verwenden, wie dies in Fig.12 dargestellt ist. Dabei liegen die einzelnen Klebstoffauftragungen
37 als Punkte oder Blöcke in Reihen 26, zwischen denen dann das Vlies in Richtung
des Pfeiles 38 zu Fäden getrennt werden kann. Man kann auch zwischen den
Klebstoffauftragungen 37 gestaffelt zu diesen Klebstoffblöcke 39 und
40 auftragen und so die Festigkeit des Vlieses vergrößern. Beim Zerreißen
dieses Vlieses verläuft dann die Reißlinie in Wellenform. Man kann dieses Vlies
aber auch in einer geraden Trennlinie durchschneiden. Die erläuterten Vorrichtungen
sind nicht Gegenstand der Erfindung.