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Beleimvorrichtung für Etikettiermaschinen Bei Etikettiermaschinen
macht das richtige Beleimen der Etiketten besondere Schwierigkeiten.
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Es sind Leimvorrichtungen bekannt, bei denen eine Walze durch einen
Leimbehälter taucht und den aufgenommenen Leim unmittelbar oder über eine Zwischenwalze
auf ein Etikett überträgt. In einigen Fällen wird der Leim durch eine Spritze auf
die Leimwalze aufgebracht und durch eine Abstreichvorrich tung bzw. Einstelleiste
für die Leimmenge gleichmäßig verteilt und etwaiger Überschuß abgestreift.
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Diese Verfahren und Einrichtungen besitzen Nachteile. Vor allem ist
es schwer, eine richtige Dosierung zu erzielen und die Beleimvorrichtung vor Verstopfung
durch fehlgeleitete Etiketten zu schützen.
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Hiergegen vorgesehene Abstreifer sind weitgehend unwirksam, wenn,
wie es häufig der Fall ist, das Etikett durch die aufgenommene Feuchtigkeit zerfasert.
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Ein weiterer Nachteil besteht wesentlich darin, daß die Beleimungsvorrichtungen
trotz vielfach schon vorgesehener Einstellventile beim Abstellen des Leimes infolge
der mechanischen Federwirkung des Leimes bei Vorhandensein längerer Zuleitungen
noch eine Zeitlang Leim aufnehmen und dadurch übermäßig verschmutzen. Ebenso tritt
bei ihnen beim Wiedereinschalten der Leimzufuhr der Leim erst mit einer gewissen
Verzögerung an die Oberfläche, wodurch in beiden Fällen Fehlbeleimungen und Betriebsausfälle
zu befürchten sind. Die Verhältnisse sind ähnlich denen bei manchen Tuben, z. B.
für Zahnpasta, die nach Aufhören des Druckes und Abstreichen der zunächst ausgedrückten
Menge noch eine gewisse Nachtragsmenge fördern, die zum Verschmutzen der Verschlußkapsel
führt.
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Es ist schon bekannt, die Leimzufuhr dadurch zu verbessern, daß impulsweise
eine genau bemessene Leimmenge den Beleimvorrichtungen zugeführt wird, aber auch
in diesen Fällen ist dann, wenn die Dosiervorrichtung, wie es üblich ist, sich in
der Zuleitung zu den Leimvorrichtungen in gewisser Entfernung von diesen befindet,
eine mechanische Vorspannung des Leimes nicht zu vermeiden, die damit auch eine
entsprechend unregelmäßige und unzeitgemäße Beleimung des Etikettes zur Folge hat.
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Erfindungsgemäß werden die geschilderten Nachteile vermieden. Die
Erfindung geht dabei aus von einer Beleimvorrichtung für Etikettiermaschinen, bei
der eine umlaufende Hohlwalze vorgesehen ist, der von innen her Leim unter Druck
zugeführt wird und die mit radialen Durchbrechungen bzw. Bohrungen versehen ist,
durch welche der Leim an die Oberfläche treten kann. Das wesentlich Neue wird darin
gesehen,
daß im Innern der Walze eine impulsweise zu betätigende Dosiervorrichtung vorgesehen
ist.
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Bei dieser Ausführung ist die Leimstrecke, die für ein etwaiges Nachfedern
des Leimes in Betracht kommt, so kurz, nämlich nur gleich der kurzen Entfernung
der Austrittsöffnung der Dosiervorrichtung in der Walze bis zur Leimoberfläche,
daß merkliche Verzögerung&- oder Nachwirkungserscheinungen nicht mehr auftreten.
Die Walzen bleiben daher unverschmiert und sind stets sofort wieder betriebsbereit,
wenn einmal aus irgendwelchen Gründen ein Werkstück, also in der Regel eine Flasche,
ausgefallen ist.
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In einer besonderen Ausführungsform weist die Dosiervorrichtung einen
Stößel und einen Kolbenschieber mit axialem Kanal auf, der in einer Hohlwelle gleitbar
angeordnet ist, in welcher eine oder mehrere seitliche Öffnungen so angebracht sind,
daß der Kolbenschieber bei seiner Abwärtsbewegung zunächst die Öffnungen verschließt
und daß während dieser Zeit in axialer Richtung eine bestimmte Leimmenge durch den
Kanal in einen hinter dem Kolbenschieber befindlichen Raum fließt und dann nach
Freigabe der Öffnung oder Öffnungen über diese und einen eng bemessenen Ringraum
der Leim durch die Walzendurchbrechungen auf die Walzenoberfläche gepreßt wird.
Bei dieser Ausbildung ist die Dosiervorrichtung besonders wirksam und benötigt dennoch
nur geringen Platz.
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Die Erfindung wird an Hand der Figuren, welche die wesentlichsten
Teile eines Ausführungsbeispieles darstellen, noch näher erläutert. Es zeigt F i
g. 1 eine erfindungsgemäße als Beleimvorrichtung dienende Hohlwalze im Längsschnitt,
F i g. 2 ein Walzenaggregat mit einer als Hohlwalze ausgeführten Zwischenwalze im
Querschnitt.
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In den Figuren ist 1 eine Hohlwalze, die auf einer Hohlwelle 2 befestigt
ist und um diese herum einen Ringraum 3 frei läßt. Von dem Ringraum aus gehen
kapillare
Bohrungen 4 bis zur Beleimungsoberfläche 5 in solcher Zahl und Anordnung, wie es
für die Herstellung einer Etikettenbeleimungsfläche erforderlich oder wünschenswert
ist.
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Im Innern der Hohlwelle 2 ist ferner in einem hülsenförmigen Einsatz
2' ein Ringraum 6 vorgesehen, in welchem eine Dosiereinrichtung untergebracht ist,
deren Ventilkörper aus einer Kugel 7 besteht, die im Ruhezustand gegen die Öffnung8
des Zuführungskanales 9 gedrückt wird, wenn dieser drucklos ist.
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Die Kugel 7 steht dabei unter der Wirkung einer Feder 10, die sich
gegen einen kolbenartigen Teil 11 einerseits und gegen die Kugel 7 andererseits
abstützt.
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Der Kolben 11 gleitet über eine oder mehrere Zwischenöffnungen 12,
welche den Raum 6 mit dem Ringraum 3 verbinden, und kann diese Öffnungen zeitweise
verschließen oder freigeben. Der Kolben 11 ist ferner mit einer Stößelstange 13
verbunden, welche in F i g. 1 nach oben aus dem Raum 6 bzw. einem Vorraum 6', der
durch einen Zwischenansatz 14 abgeteilt wird, nach außen tritt. Der Stößel 13 besitzt
einen Bund 15, der als Anschlag für eine Feder 16 dient, die sich mit ihrem anderen
Ende an dem Absatz 14 abstützt. Wird also der Stößel 13 mit erhöhter Kraft nach
unten gedrückt, so wird unter obere windung der Feder 16 durch die Wirkung der Feder
10 die Kugel 7 gegen die Öffnung 8 so fest angedrückt, daß der in der Leimzuführungsleitung
9 herrschende Druck nicht ausreicht, um die Kugel 7 einwärts zu drücken und Leim
in den Raum 6 eintreten zu lassen. Der Kolben 11 befindet sich bei diesem Zustand
zunächst vor der Öffnung 12, die er abschließt. Bei der Bewegung des Kolbens 11
nach abwärts wird der Raum 6 entsprechend verkleinert und Leim durch den Durchgangskanal
17 des Kolbens 11 in den Raum 18 hinter dem Kolben 11 gedrückt, wobei der Raum 18
sich entsprechend vergrößert. Sobald die Hinterkante 19 des Kolbens 11 die Öffnung
12 erreicht, kann Leim durch diese Öffnung in den Ringraum 3 eintreten. Zugleich
stößt in diesem Augenblick ein Absatz 20 des Stößels 13 gegen die Stirn einer Kragenbuchse
21, die eine Manschette 22, die vorzugsweise aus etwas nachgiebigem Kunststoff od.
dgl. besteht, vor sich herschiebt. Bei der weiteren Bewegung des Kolbens 13 wird
daher der Raum 18 nicht mehr vergrößert, sondern der in ihn aus dem Raume 6 über
den Kanall7 einströmende Leim wird in gleicher Menge aus der Öffnung 12 weiter in
den Ringraum 3 und von da durch die Kapillaröffnungen 4 bis auf die Oberfläche 5
gedrückt. Ist der Hub vollendet, so geht unter der Wirkung der Feder 16 der Stößel
13 zurück, und auch der Kolben 11 wird dementsprechend zurückbewegt. Während dieser
Zeit wird durch den obere druck in der Leitung9 die Kugel 7 aus ihrem Sitz angehoben,
und neuer Leim kann in den Raum 6 einströmen und diesen während des Zurückgehens
des Kolbens 11 gefüllt halten. Soweit dabei der Raum 18 verkleinert wird, weil die
Kragenbuchse 21 von dem Ansatz 14 festgehalten wird, gleichen sich die Leimmengen
in den Räumen 18 und 6 wieder aus.
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Danach kann das Spiel von neuem beginnen.
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Bei jedem Hub des Stößels 13 wird somit impulsweise eine genau bemessene
Leimmenge in den Raum 3 gefördert und über die Kapillaren 4 gleichmäßig über die
ganze Beleimungsfläche 5 verteilt.
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Eine derartige Hohlwalze mit Beleimvorrichtung kann entweder unmittelbar
als Beleimungswalze für die Etiketten oder als Zwischenwalze für eine Beleimungshauptwalze
dienen. Ein Beispiel für den letzteren Fall ist in der F i g. 2 dargestellt. Bei
diesem Beispiel ist die Beleimungshohlwalze 1 nur in ihrer einen Hälfte (in F i
g. 2 oberen Hälfte) mit Kapillaröffnungen 4 versehen, denen in der aus Fig. 1 ersichtlichen
Weise vom Innern her Leim zugeführt wird.
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Die eigentliche Beleimungswalze wird hier durch die Walze 23 verkörpert,
die über nicht dargestellte Zwischentriebe mit der Walze 1 derart synchron umläuft,
daß die mit den Durchbrechungen versehene Hälfte der Walze 1 jeweils mit den erhöhten
Stellen 24 in Berührung kommt, während dies bei den zwischenliegenden vertieften
Abschnitten 25 unterbleibt. Auf diese Weise wird die Beleimung auf die erhöhten
Stellen 24 beschränkt und jeder Leimverlust und Verschmutzung nicht gewünschter
Stellen dadurch vermieden. Von den Stellen24 aus erfolgt dann die Beleimung der
Etiketten.