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Einspiegelungseinrichtung an Albada-Suchern für photographische Kameras
Zusatz zur Anmeldung: V 16634 IX a / 57 a -Auslegeschrift 1162 183 Die Erfindung
betrifft jene bekannte Gattung von Albada-Suchern für photographische Kameras, bei
der außer dem B@ildfeldbegrenzungsrahmen der Zustand eines für die Aufnahme funktionswichtigen
Teiles oder deren mehrerer, beispielsweise die Stellung eines Belichtungsmesserzeigers
in das Bildfeld eingespiegelt wird, und zwar mittels eines im Bereich des Sucherkörpers
untergebrachten umlenkenden, schräg zur optischen Sucherachse stehenden Planspiegels
im Zusammenwirken mit wenigstens einem in Richtung auf das einblickende Auge hin
nachfolgenden optischen Glied mit Linsenwirkung. Das Zeigerbild od. dgl. soll also
im Sucherbildfeld erscheinen, es muß demgemäß vom Sucher etwa im Unendlichen abgebildet
werden. Dafür ist es erforderlich, daß im Einspiegelungsstrahlengang ein optisches
Glied mit Linsenwirkung angeordnet ist. Die Brennweite dieser Linse muß dabei so
bemessen sein, daß der Abstand des einzuspiegelnden Zeigers von der optisch wirksamen
sphärischen Fläche dieses Elementes gleich der Brennweite dieser Linse ist. Diese
Regel ist unter Anwendung der für solche Aufgaben bekannten Maßnahmen der geometrischen
Optik realisierbar. Der Zeiger erscheint dem einblickenden Auge, ebenso wie der
eingespiegelte Bildfeldumgrenzungsrahmen, als virtuelles Bild, das im Bildraum zu
liegen scheint.
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Gemäß der Hauptpatentanmeldung V 16634 IX a! 57 a ist bei solchen
Suchern die dem Auge zugekehrte umlenkende Einspiegelungsfläche durch einen dafür
abgeschrägten Teil der Frontlinse gebildet.
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Nach der vorliegenden Erfindung wird das sogenannte Konstruktionsprinzip
der Hauptpatentanmeldung hier dadurch vorteilhaft weitergebildet, daß außerdem als
abbildende Linse ein mit der Frontlinse des Suchers vereinigtes besonderes. Element
dient. Eine solche Ausbildung des abbildenden optischen Gliedes ist besonders für
Albada-Sucher wertvoll, die ohne mittleren verbindenden Klotz aufgebaut sind, bei
der also der Sucherraum zwischen der den nach dem Objekt hindurchgewölbten teildurchlässigen
Hohlspiegel tragenden Frontlinse und der den einzuspiegelnden Bildbegrenzungsrahmen
etwa in der Brennfläche des genannten Hohlspiegels tragenden Okularlinse durch einen
Luftraum gebildet ist. Derartige Albada-Sucher können mit dem Vergrößerungsverhältnis
1:1 ausgerüstet sein oder als Newtonsucher verkleinernde oder auch als Galileisucher
vergrößernde Wirkung zeigen. In Verfolg dessen kann für besondere Zwecke die optisch
wirksame Fläche der den Zeiger abbildenden Linse auch eine andere Krümmung als die
konvexe Wölbung einer normalerweise zu verwendenden Positivlinse besitzen, beispielsweise
kann sie eben verlaufend ausgebildet sein, ja im Sonderfall könnte man eine besonders
stark konvexe oder sogar eine schwache Wölbung nach dem einblickenden Auge hin vorsehen,
je nachdem, ob die baulichen Verhältnisse in der Kamera eine vergrößernde Wirkung
dieses Elementes erforderlich machen. Eine negativ wirkende Linse würde zusammen
mit dem Sucherokular eine Brüggesche Lupe bilden. Diese Lupenart ermöglicht ähnliche
Einspiegelungen.
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Die von der Frontlinse getragene Positivlinse kann in fertigungsmäßig
besonders günstiger Weise an der die Zeigerstellung od. dgl. einspiegelnden Schrägfläche
des Frontgliedes angekittet sein, und zwar an deren dem einblickenden Auge zugekehrten
Teil. Diese Linse wird man für diesen Zweck dann vorteilhaft ihrerseits am Ort der
Kittstelle mit einer entsprechenden Schrägfläche ausgestalten. Ihre dem Beobachter
zugekehrte Fläche kann dabei die gleiche Wölbung aufweisen wie die augenseitige,
den teildurchlässigen Albada-Spiegel tragende konvexe Hohlfläche des Frontgliedes.
Die zusätzliche Positivlinse schließt sich in diesem Falle dem Frontglied in vorteilhafter
Paßform an.
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Bei Albada-Suchern, die in an sich bekannter Weise ein zusammengesetztes
Frontglied besitzen, wobei der in Lichtrichtung als Frontlinse angeordneten plankonvexen
Zerstreuungslinse eine mit ihr verkittete meniskenförmige Sammellinse nachfolgt,
welche an ihrer dem Auge zugekehrten hohlen Innenfläche den teildurchlässigen Spiegel
trägt, kann man gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung als abbildendes
optisches Element für die
Zeigereinspiegelung jenen Teil der besagten
sammelnden Meniskuslinse des Sucher-Frontgliedes benutzen, der den Ausschnitt in
der negativen Frontlinse seitlich überragt, welcher durch die Schaffung der den
umlenkenden Spiegel für die seitliche Einspiegelung tragenden Schrägfläche gebildet
ist. Das zusätzliche optische Element ist dabei also der Umlenk-Spiegelfläche nahe
benachbart. E kann für 1:1-Sucher als optisch allein wirksam ausgebildet sein, für
verkleinernde Newton-Sucher aber auch mit einer Brechkraft der Okularlinse des Suchers
zusammenwirken.
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Vorteilhaft läßt man die genannte meniskenförmige Positivlinse des
Frontgliedes im Bereich ihres seitlich frei vorstehenden, der Umlenk-Spiegelfläche
benachbarten Teiles von einer Verspiegelung frei.
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Die Erfindung wird @ nachstehend an Hand zweier schematisch dargestellter
Ausführungsbeispiele weiter verdeutlicht. Andere Bauformen sind im Rahmen der Erfindung
anwendbar.
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F i g. 1 zeigt ein Beispiel des erfindungsgemäßen Suchers mit verkleinernder
Abbildung; F i g. 2 stellt eine andere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lösung
dar.
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Der Albada-Sucher nach F i g. 1. ist für verkleinernde Abbildung,
also. als Newton-Sucher, ausgebildet. Ebenso könnten die die vorliegende Erfindung
betreffenden Teile für die Einspiegelung von Zeigern, Skalen od. dgl. auch bei einem
1:1-Sucher angewandt werden. In bekannter Weise besitzt der dargestellte Albada-Newton-Sucher
eine negative Frontlinse 1 mit konkaver Hohlfläche 2, auf welche der teildurchlässige
Albada-Spiegel 3 aufgedampft ist. Mit diesem objektseitigen Frontglied 1 von negativer
Brechkraft wirkt augenseitig die Okularlinse 4 von positiver Brechkraft zusammen,
hier eine Plankonvexlinse, auf deren dem Objekt zugekehrter Wölbfläche der ins Bildfeld
einzuspiegelnde Rahmen 5 aufgedampft ist. Dieser Sucher sitzt in einem Gehäuse 6
mit der Einblicköffnung 7 und der Lichteintrittsöffnung B. Mit 9 ist die optische
Achse des Suchers bezeichnet, mit 10 das einblickendne Auge. Bei modernen Kameras
ist der Sucher in der oberen Abdeckkappe untergebracht. Der ins Bild einzuspiegelnde
Zeiger 11 eines Belichtungsmessers, der beispielsweise durch ein nicht dargestelltes
Fenster der Kameraklappe beleuchtet wird, soll ebenfalls ins Auge 10 abgebildet
werden. Wie in der Hauptpatentanmeldung beschrieben, tritt dafür das Lichtbündel
12 durch den Gehäuseausbruch 13 ins Sucherinnere ein und gelangt auf den Umlenkspiegel
14, der auf einer am Frontglied 1 angeformten Schrägfläche
15
angebracht ist. Nachfolgend passiert der abgelenkte Strahl 16 auf seinem
Wege zur Okularlinse 4 ein optisches Glied mit Linsenwirkung. Dafür ist die positive
Linse 17 vorgesehen, deren positive Brechkraft, im dargestellten Falle eines Newton-Suchers
zusammen mit der positiven Brechkraft der Okularlinse 4, eine Abbildung des Zeigers
11 im Auge 10 bewirkt.
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Der vorliegenden Erfindung gemäß ist diese als ein besonderes Element
hergestellte Positivlinse 17 mit der besagten Schrägfläche 15 des Sucher-Frontgliedes
1 vereinigt, und zwar ist sie im Ausführungsbeispiel an den dem einblickenden Auge
10 zugekehrten Teil 18 der den umlenkenden Spiegel 14 tragenden Schrägfläche 15
der Frontlinse 1 angekittet. Die Linse 17 besitzt dafür ihrerseits eine entsprechende
Schrägfläche 19. Die dem Auge 10 des Betrachters zugekehrte Fläche 20 der zusätzlichen
Linse 17 weist im Beispielsfalle die gleiche Wölbung auf wie die augenseitige, den
teildurchlässigen Spiegel 3 tragende Hohlfläche 2 des Frontgliedes 1 des Albada-Suchers.
Sie könnte auch ebenflächig sein. Der dargestellte Fall hat jedoch den fertigungstechnischen
Vorteil, daß die Bearbeitung der Flächen 2 und 20 nach dem Ankitten der Linse 17
an das Frontglied 1 vorgenommen werden kann. Die genau gleiche Krümmung dieser Flächen
ist auf diese Weise besser zu erreichen. Die Wölbung der Linsenfläche 21 ist nach
den dem optischen Fachmann geläufigen Regeln so bemessen, daß die ordnungsgemäße
Einspiegelung des Zeigers 11 od. dgl. gewährleistet ist. Die Fläche 20 der Linse
17 ist, ebenso wie die konvexe Wölbfläche 21, nicht verspiegelt ausgeführt.
Man kann den teildurchlässigen Spiegel 3 aber auch über die Fläche 20 erstrecken,
wodurch eine Pupillenteilung für die Einspiegelung des Zeigers einerseits und die
Einspiegelung des Begrenzungsrahmens andererseits vermieden wird. EI> oxydharze
und Äthoxylinharze geben als Kitte dabei genügend sichere Verbindungen. Mit 22 ist
der innere Luftraum des Suchers bezeichnet.
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In F i g. 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel für das Vorderglied
eines erfindungsgemäßen Suchers dargestellt. An der Frontlinse 60, die hinter
der öffnung 74 des Suchergehäuses 72 sitzt, ist ein sammelnder Meniskus 61 in der
Kittfläche 62 angefügt. Mit 71 ist die optische Achse des Suchers angedeutet. Der
teildurchlässige hohle Albada-Spiegel 63 ist auf die konkave Hohlfläche
64 aufgebracht, die dem inneren Luftraum 65 des Suchers zugekehrt ist. Die
Gläser für die Linsen 60 und 61 sind in ihrem Brechungsindex so abgestimmt gewählt,
daß das Sucherobjektiv im Bereich der Kittfläche 62 praktisch keinerlei optische
Wirkung zeigt. Dagegen weist der unverkittete Abschnitt 82, der durch die Herstellung
der Schrägabfräsung 78 der Negativlinse 60
mit dem auf ihr angebrachten
Umlenkspiegel 79 entstanden ist, die für die Zeigereinspiegelung gewünschte positive
Brechkraft auf. Das den Belichtungsmesserzeiger 76 abbildende Strahlenbündel 77
tritt durch den Gehäuseausbruch 75 in den Sucher ein und wird von dem Umlenkspiegel
79 in Richtung des Strahls 80 zum nicht dargestellten Sucherokular hindirigiert.
Dabei passiert der Strahl 80 das abbildende optische Element 81, das im Ausführungsbeispiel
durch den in der Zeichnung rechten Teil der Positivlinse 61 gebildet ist,
der von der Schrägabfräsung 78 der Linse 60 bis zur Gehäusewandung 72 reicht.
Die objektivseitige Oberfläche 82 dieses Elements 81 besitzt dabei zweckmäßig die
Krümmung der Kittfläche 62, die innere, augenseitige Oberfläche 83 diejenige der
inneren Hohlfläche 64 der Positivlinse 61 des Frontgliedes. Die Fläche
83 der Linse 61 ist zweckmäßig von der Verspiegelung 63 ausgespart. Ist die teildurchlässige
Verspiegelung demgegenüber aber über die gesamte Fläche 63 der Linse 61,
also auch über den Flächenteil 83 hinweg, ausgedehnt, so daß sie im Bereich gegenüber
der brechenden Fläche 82 ebenfalls vorhanden ist, so besteht in bezug auf den eingespiegelten
Rahmen und den einzuspiegelnden Zeiger keine Pupillenteilung. Die in F i g. 2 dargestellte
Bauform läßt sich ohne Schwierigkeiten aus Kunststoff oder Glas herstellen. Die
Fläche 62 braucht nur gefräst, blank gepreßt oder ähnlich roh bearbeitet zu sein,
wenn der Kitt den gleichen
Brechungsindex aufweist wie das Material
des durchsichtigen Körpers 60.