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HINTERGRUND
ZU DER ERFINDUNG
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Die Erfindung betrifft ganz allgemein
das Erfassen und Verarbeiten von multienergetischen computertomographischen
Daten und insbesondere Verfahren und Vorrichtungen zum simultanen
Kompensieren von Spektralverschiebungen und ansichtsverfälschenden
Artefakten.
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Trotz in letzter Zeit erfolgter Fortschritte
in der Technologie der Computertomographie (CT), beispielsweise
durch ein Erhöhen
der Scangeschwindigkeiten, ein Vergrößern des abgedeckten Bereichs mittels
Mehrfachdetektorreihen und dünnerer Schnittscheiben,
stellt die Energieauflösung
immer noch ein Problem dar. Herkömmliche
CT-Bilder geben die durch ein untersuchtes Objekts verursachte Röntgenstrahlschwächung wieder.
Genau genommen trifft diese Definition wegen des breiten Röntgenstrahlphotonenenergiespektrums
der Röntgenstrahlenquelle
und der schwachen Energieauflösung
des in herkömmlichen
CT-Systemen verwendeten Erfassungssystems nicht ganz zu. Die durch
ein vorgegebenes Objekt verursachte Röntgenstrahlschwächung ist
nämlich
keine Konstante. Vielmehr hängt
die Röntgenstrahlschwächung stark
von der Energie der Röntgenstrahlphotonen
ab.
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Die Schwächung an einem speziellen Punkt ist
im Allgemeinen für
Photonen mit geringerer Energie größer und bewirkt eine Verschiebung
des Energiespektrums während
dieses den Körper
passiert. Röntgenstrahlen,
die einen speziellen Punkt innerhalb des Körpers aus verschiedenen Richtungen
erreichen, weisen gewöhnlich
unterschiedliche Spektren auf, da sie vor dem Erreichen des Punkts
durch Stoffe mit verschiedene Schwächungspotential gelangten.
Diese schafft Probleme, wenn es gilt, der Schwächung an einem speziellen Punkt
in dem gescannten Körper
einen eindeutigen Wert zuzuweisen. Dieses physikalische Phänomen manifestiert sich
in dem Bild in Form von Strahlaufhärtungsartefakten wie Uneinheitlichkeit,
Schattenbildung und Maserung. Bei einigen dieser Artefakte lässt sich
der Grad der Sichtbarkeit verringern, manche lassen sich aber nur
schwer entfernen. Durch Filtern des Strahls mittels eines Aluminium-
oder Kupferfilters vor einem Eindringen in den Patienten, lassen
sich die geringere Energie aufweisenden Komponenten aus dem Spektrum
selektiv entfernen. Dies verringert zwar die Auswirkungen von Strahlaufhärtungseffekten,
kann diese jedoch nicht völlig
beseitigen. Außerdem
sind dem ausführbaren
Grad der Filterung in der Praxis Grenzen gesetzt. Ein Filtern reduziert
den Energiefluss insgesamt, was eine Erhöhung des Rauschpegels zur Folge
hat. Darüber
hinaus verringert der Verlust von Photonen geringerer Energie das
Kontrastauflösungsvermögen.
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In der Literatur finden sich zahlreiche
Algorithmen zur Korrektur einer Strahlaufhärtung, die dazu dienen die
Filterung zu verstärken.
Für das Scannen
einer überwiegend
Weichteilgewebe enthaltenden Anatomie mit Röntgenstrahlspektren und Spitzenspannungen
im Kilovoltbereich, wie sie gewöhnlich
für eine
medizinische CT verwendet werden, sind Strahlaufhärtungseffekte
fast ausschließlich
auf die Compton-Streuung zurückzuführen. Im Falle
eines Scannens mit nur einem Energiepotential ist ein übliches
Verfahren, um dieses bei Weichteilgewebe auftretende Phänomen in
den Griff zu bekommen, die Wasserkalibrierung, bei der ein einheitliches Wasserphantombild
verwendet wird, um die Parameter in einem polynomischen Linealisierungsalgorithmus
höherer
Ordnung zu optimieren. Allerdings tragen photoelektrische Wechselwirkungen
ebenfalls erheblich zur Röntgenstrahlschwächung in
Knochengewebe bei, weshalb eine Wasserkalibrierung nicht ausreicht.
Gewöhnlich
werden iterative Knochenkorrekturalgorithmen verwendet, wobei Knochen
in einem Bild eines ersten Durchgangs segmentiert werden, und anschließend in
dem zweiten Durchlauf eine auf Knochen zurückzuführende Strahlaufhärtung korrigiert
wird. Allerdings gestaltet sich die Korrektur einer Strahlaufhärtung, die
auf andere Stoffe als Wasser und Knochen zurückzuführen ist, z.B. Metall und Kontrastmittel,
als sehr schwierig. Auch nach der Durchführung der Korrektur gibt eine
herkömmliche
CT keine quantitativen Bildwerte wieder; statt dessen ergeben sich
für den
gleichen Stoff an verschiedene Positionen häufig unterschiedliche CT-Zahlen.
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Eine weiterer Nachteil einer herkömmlichen CT
besteht in der mangelhaften Stoffcharakterisierung. Beispielsweise
kann ein stark schwächender Stoff
mit einer niedrigen Dichte dieselbe CT-Zahl in dem Bild ergeben
wie ein geringer schwächender Stoff
mit einer hohen Dichte. Anhand der CT-Zahl allein steht daher wenig
oder keine Information über die
stoffliche Zusammensetzung eines gescannten Objekts zur Verfügung.
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KURZBESCHREIBUNG
DER ERFINDUNG
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In einem Aspekt ist ein Verfahren
zum Erleichtern einer Verringerung von Artefakten geschaffen. Das
Verfahren umfasst Entgegennehmen von Daten, die ein erstes Energiespektrum
eines Scandurchgangs an einem Objekt betreffen, und Entgegennehmen
von Daten, die ein zweites Energiespektrum eines Scandurchgangs
an dem Objekt betreffen, wobei sich das zweite Energiespektrum von dem
ersten Energiespektrum unterscheidet. Das Verfahren beinhaltet ferner
die Schritte: Rekonstruieren mindestens eines ursprünglichen
ersten Energiebildes mittels der ersten Energiespektraldaten, Rekonstruieren
mindestens eines ursprünglichen
zweiten Energiebildes mittels der zweiten Energiespektraldaten,
Transformieren mindestens eines ursprünglichen zweiten Energiebildes
in mindestens ein transformiertes erstes Energiebild und Kombinieren
mindestens eines ursprünglichen
ersten Energiebildes mit mindestens einem transformierten ersten
Energiebild, um ein kombiniertes erstes Energiebild zu erzeugen.
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In einem anderen Aspekt ist ein Verfahren zum
Erleichtern einer Verringerung von Artefakten geschaffen. Das Verfahren
umfasst die Schritte: Entgegennehmen von ersten Energiespektraldaten
für einen
Scandurchgang an einem Objekt und Entgegennehmen von zweiten Energiespektraldaten
für einen
Scandurchgang an dem Objekt, wobei sich das zweite Energiespektrum
von dem ersten Energiespektrum unterscheidet. Das Verfahren beinhaltet ferner
die Schritte: Rekonstruieren mindestens eines ursprünglichen
ersten Energiebildes mittels der ersten Energiespektraldaten, Rekonstruieren
mindestens eines ursprünglichen
zweiten Energiebildes mittels der zweiten Energiespektraldaten,
Transformieren mindestens eines ursprünglichen zweiten Energiebildes
in mindestens ein transformiertes erstes Energiebild und Kombinieren
der ersten Energiespektraldaten mit den reprojizierten ersten Energiespektraldaten,
um kombinierte erste Energiespektraldaten zu erzeugen.
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In noch einem weiteren Aspekt ist
ein multienergetisches Computertomographiesystem (MECT-System) vorgesehen.
Das MECT-System enthält mindestens
eine Strahlungsquelle, mindestens einen Strahlungsdetektor und einen
Computer, der an die mindestens eine Strahlungsquelle und den mindestens
einen Strahlungsdetektor geeignet angeschlossen ist. Der Computer
ist ferner konfiguriert, um erste Energiespektraldaten eines Scandurchgangs
eines Objekts entgegenzunehmen, und zweite Energiespektraldaten
eines Scandurchgangs des Objekts entgegenzunehmen, wobei sich das
zweite Energiespektrum von dem ersten Energiespektrum unterscheidet.
Der Computer ist ferner konfiguriert, um die zweiten Energiespektraldaten
in transformierte erste Energiespektraldaten zu transformieren, mindestens
ein erstes Energiebild mittels der ersten Energiespektraldaten zu
rekonstruieren, mindestens ein transformiertes erstes Energiebild
mittels der transformierten ersten Energiespektraldaten zu rekonstruieren
und mindestens ein erstes Energiebild mit mindestens einem transformierten
ersten Energiebild zu kombinieren, um mindestens ein kombinier tes
erstes Energiebild zu erzeugen.
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Ein multienergetisches Computertomographiesystem
(MECT-System) ist
geschaffen. Das MECT-System enthält
mindestens eine Strahlungsquelle, mindestens einen Strahlungsdetektor
und einen Computer, der an die mindestens eine Strahlungsquelle
und den mindestens einen Strahlungsdetektor geeignet angeschlossen
ist. Der Computer ist ferner konfiguriert, um erste Energiespektraldaten
eines Scandurchgangs eines Objekts entgegen zu nehmen, und zweite
Energiespektraldaten eines Scandurchgangs des Objekts entgegen zu
nehmen, wobei sich das zweite Energiespektrum von dem ersten Energiespektrum
unterscheidet. Der Computer ist ferner konfiguriert, um die zweiten
Energiespektraldaten in transformierte erste Energiespektraldaten
zu transformieren und die ersten Energiespektraldaten mit den transformierten
ersten Energiespektraldaten zu kombinieren, um kombinierte erste
Energiespektraldaten zu erzeugen.
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KURZBESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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1 zeigt
eine anschauliche Ansicht eines Multienergie-Computertomographiebildgebungssystems
(MECT-System).
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2 zeigt
ein Blockschaltbild des in 1 veranschaulichten
Systems.
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3 veranschaulicht
eine graphische Darstellung ver schiedener Röntgenstrahlspektren.
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4 veranschaulicht
ein auf Bildgebung basierendes Verfahren zum Erleichtern einer Verringerung
von Artefakten.
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5 veranschaulicht
ein auf Projektion basierendes Verfahren zum Erleichtern einer Verringerung
von Artefakten.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Die Verfahren und die Vorrichtungen,
die hier beschrieben sind, betreffen die synergetische Kombination
von Verfahren zur Korrektur von ansichtsverfälschenden Artefakten mit Spektralverschiebungskompensationsalgorithmen
die an multienergetischen Computertomographiedaten vorgenommen werden,
die durch sequentielle Abänderung
von Energiespektren gewonnen wurden. Das Ergebnis des nachstehend
beschriebenen Algorithmus sind unverfälschte, spektralverschiebungskompensierte,
hoch- und niederenergetische Daten (Projektionen oder rekonstruierte
Bilder), die sich für
den Einsatz von Multienergie-Zerlegungsalgorithmen
eignen.
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Darüber hinaus beinhalten die hierin
beschriebenen Verfahren neue Ansätze,
um grundlegende Eigenschaften der Wechselwirkung der Röntgenstrahlen
mit einem Stoff auszunutzen. Beispielsweise werden für jeden
Strahlengang mehrere Messwerte mit verschiedenen durchschnittlichen
Röntgenstrahlen ergien
erfasst. Wenn eine Comptonsche und photoelektrische Zerlegung und/oder
eine Basisstoffzerlegung (BMD) an diesen Messwerten durchgeführt werden,
lassen sich zusätzliche
Daten gewinnen, mit denen sich die Genauigkeit und Charakterisierung
verbessern lässt.
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In einigen bekannten Konfigurationen
von CT-Bildgebungssystemen projiziert eine Röntgenstrahlenquelle einen fächerförmigen Strahl,
der gebündelt
ist, um innerhalb einer im Allgemeinen als "Bildgebungsebene" bezeichneten x-y-Ebene eines kartesischen
Koordinatensystems zu verlaufen. Der Röntgenstrahl passiert ein abzubildendes
Objekt, beispielsweise einen Patienten. Der Strahl trifft nach einer
Schwächung
durch das Objekt auf ein Feld von Strahlungsdetektoren auf. Die
Intensität
des an dem Detektorarray aufgefangenen geschwächten Strahls, hängt von
der Schwächung
ab, die der Röntgenstrahl durch
das Objekt erfährt.
Jedes Detektorelement in dem Feld erzeugt ein eigenes elektrisches
Signal, das kennzeichnend für
die Strahlintensität
an der Detektorposition ist. Die Intensitätsmesswerte sämtlicher
Sensoren werden getrennt erfasst, um ein Übertragungsprofil zu erzeugen.
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In CT-Systemen der dritten Generation
werden die Röntgenstrahlenquelle
und der Detektorarray mittels eines Gantryrahmens innerhalb der
Bildgebungsebene und um das abzubildende Objekt herum gedreht, so
dass sich der Winkel, unter dem der Röntgenstrahl auf das Objekt
fällt,
ständig ändert. Eine
Gruppe von Röntgenstrahlschwächungsmesswerten,
i. e. Projektionsdaten des Detektorarrays unter einem Gantrywinkel,
wird als eine "Ansicht" bezeichnet. Ein "Scandurchgang" des Objekts umfasst einen
Satz von Ansichten, der während
einer Umdrehung der Röntgenstrahlenquelle
und des Detektors unter verschiedenen Gantrywinkeln oder Blickwinkeln
erzeugt wird.
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Im Falle eines axialen Scandurchgangs
werden die Projektionsdaten verarbeitet, um ein Bild zu konstruieren,
das einem zweidimensionalen durch das Objekt geführten Schnitt entspricht. Ein
Verfahren zum Rekonstruieren eines Bildes aus einem Satz von Projektionsdaten
ist in der Fachwelt als die gefilterte Rückprojektionstechnik bekannt.
Dieses Verfahren wandelt die Schwächungsmesswerte eines Scandurchgangs
in mit "CT-Zahlen" oder "Houndsfield-Einheiten" (HU) bezeichnete
Integerzahlen um, die verwendet werden, um die Helligkeit eines
entsprechenden Pixels auf einem Kathodenstrahlröhrenbildschirm zu steuern.
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Um die Gesamtscanzeit zu reduzieren,
kann ein "Spiral"-Scannen ausgeführt werden. Für die Durchführung eines "Spiral"-Scannens wird der
Patient bewegt, während
die Daten für
die vorgegebene Anzahl von Schnittbildern erfasst werden. Ein derartiges
System erzeugt anhand eines Fächerstrahlspiralscandurchgangs
eine einzelne Spirale. Die durch den Fächerstrahl abgebildete Spirale
erbringt Projektionsdaten, aus denen sich Bilder einer jeden gegebenen
Schnittschicht rekonstruieren lassen.
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Rekonstruktionsalgorithmen für spiralförmiges Scannen
benutzen gewöhnlich
helikale Gewichtungsalgorithmen, die die gesammelten Daten abhängig von
einem Blickwinkel- und Detektorkanalindex gewichten. Insbesondere
werden die Daten vor einem gefilterten Rückprojektionsverfahren entsprechend
einem Spiralgewichtungsfaktor gewichtet, der sowohl von dem Gantrywinkel
als auch dem Detektorwinkel funktional abhängt. Die gewichteten Daten werden
anschließend
verarbeitete, um CT-Zahlen
zu erzeugen und ein Bild zu konstruieren, das einem zweidimensionalen
durch das Objekt geführten Schnittbild
entspricht.
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Um die Gesamterfassungszeit weiter
zu reduzieren, wurde die Multischicht-CT eingeführt. In der Multischicht-CT
werden in jedem Zeitpunkt eine Vielzahl von Reihen von Projektionsdaten
gleichzeitig erfasst. Wenn das System mit dem Spiralscanmodus kombiniert
wird, erzeugt es eine einzelne Spirale von Kegelstrahlprojektionsdaten. Ähnlich wie
bei dem Gewichtungsschema für
die Einzelschnittbildspirale kann ein Verfahren abgeleitet werden,
um die Gewichtung vor dem gefilterten Rückprojektionsalgorithmus mit
den Projektionsdaten zu multiplizieren.
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In dem hier verwendeten Sinne sollte
beachtet werden, dass das Zitieren eines Elements bzw. Schrittes
im Singular mit Voranstellung des unbestimmten Artikels "ein" oder "eine" den Plural der Elemente
oder Schritte nicht ausschließen
soll, es sei den, ein derartiger Ausschluss ist ausdrücklich genannt.
Ferner soll die Bezugnahme auf "ein
(1) Ausführungsbeispiel" der vorliegenden
Erfindung nicht interpretiert werden als ein Ausschließen der
Existenz zusätzlicher
Ausführungsbeispiele,
die ebenfalls die aufgeführten
Merkmale verkörpern.
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Weiter ist in dem hier verwendeten
Sinne mit dem Begriff "Rekonstruieren
eines Bildes" nicht
beabsichtigt, Ausführungsbeispiele
der vorliegenden Erfindung auszuschließen, bei denen zwar Daten erzeugt
werden, die ein Bild repräsentieren,
ein betrachtbares Bild jedoch nicht erzeugt wird. Viele Ausführungsbeispiele
erzeugen allerdings mindestens ein betrachtbares Bild (oder sind
konfiguriert, um dieses zu erzeugen).
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In den 1 und 2 ist ein multienergetisches Scannerbildgebungssystem,
beispielsweise ein multienergetisches Multischicht-Computertomographie-Bildgebungssystem
(MECT) 10 gezeigt, das einen Gantryrahmen 12 aufweist,
wie er für
CT-Bildgebungssysteme
der "dritten Generation" typisch ist. Die
Gantry 12 umfasst eine Röntgenstrahlenquelle 14 die
ein Bündel
von Röntgenstrahlen 16 in
Richtung eines auf der entgegengesetzten Seite der Gantry 12 angeordneten
Detektorarrays 18 projiziert. Der Detektorarray 18 ist
aus einer Vielzahl von (nicht gezeigten) Detektorreihen aufgebaut,
die eine Vielzahl von Detektorelementen 20 aufweisen, die
gemeinsam die projizierten Röntgenstrahlen
erfassen, die ein Objekt, beispielsweise einen Patienten 22 passieren.
Jedes Detektorelement 20 erzeugt ein elektrisches Signal,
das für
die Intensität
eines einfallenden Röntgenstrahls
kennzeichnend ist und daher verwendet werden kann, um die Schwächung des Strahls
zu bewerten, die dieser während
des Passierens durch das Objekt oder den Patienten 22 erfährt. Während des
Scannens zum Gewinnen von Röntgenstrahlprojektionsdaten
kreisen die Gantry 12 und die darin befestigten Komponenten
um eine Rotationsachse 24. 2 zeigt
lediglich eine einzige Reihe von Detektorelementen 20 (d.
h. eine Detektorreihe). Allerdings weist ein Multischicht-Detektorarray 18 eine
Vielzahl von parallelen Detektorreihen von Detektorelementen 20 auf,
so dass die Projektionsdaten, die einer Vielzahl von gleichsam parallelen
oder tatsächlich
parallelen Schnittbildern entsprechen, während eines Scandurchgangs
gleichzeitig erfasst werden können.
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Das Kreisen der Komponenten auf der
Gantry 12 und der Betrieb der Röntgenstrahlenquelle 14 werden
durch einen Steuermechanismus 26 des MECT-Systems 10 gesteuert.
Der Steuermechanismus 26 enthält einen Röntgencontroller 28,
der Energie und Zeittaktsignale an die Röntgenstrahlenquelle 14 und
an einen Gantryantriebscontroller 30 liefert, der die Rotationsgeschwindigkeit
und die Position der Komponenten auf der Gantry 12 steuert.
Ein Datenerfassungssystem (DAS) 32 in dem Steuermechanismus 26 tastet
die von den Detektorelementen 20 ausgegebenen analogen
Daten ab und wandelt diese für
ein nachfolgendes Verarbeiten in digitale Signale um. Ein Bildrekonstruktor 34 nimmt
die von der DAS 32 ankommenden abgetasteten und digitalisierten
Röntgenstrahldaten
entgegen und führt
eine Hochgeschwindigkeits- Bildrekonstruktion durch. Das rekonstruierte
Bild wird als Eingabe einem Computer 36 zuführt, der
das Bild in einem Speichergerät 38 speichert.
Der Bildrekonstruktor 34 kann in Form einer speziellen
Hardware oder in Form von auf dem Computer 36 auszuführender
Software vorliegen.
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Der Computer 36 nimmt ferner über eine Konsole 40,
die eine Tastatur aufweist, von einem Anwender Steuerbefehle und Scanparameter
entgegen. Ein zugehöriger
Kathodenstrahlbildschirm 42 ermöglicht es dem Anwender, das
rekonstruierte Bild und sonstige von dem Computer 36 ausgegebene Daten
zu betrachten. Die durch den Anwender eingegebenen Steuerbefehle
und Parameter werden von dem Computer 36 verwendet, um
Steuerungssignale und Daten an das DAS 32, den Röntgencontroller 28 und
den Gantryantriebscontroller 30 auszugeben. Darüber hinaus
steuert der Computer 36 einen Liegenantriebscontroller 44,
der eine motorbetriebene Liege 46 steuert, um den Patienten 22 in
der Gantry 12 zu positionieren. Insbesondere bewegt die
Liege 46 den Patienten 22 abschnittsweise durch
eine Gan tryöffnung 48.
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In einem Ausführungsbeispiel umfasst der Computer 36 ein
Gerät 50,
beispielsweise ein Diskettenlaufwerk, ein CD-ROM-Laufwerk, DVD-Laufwerk, eine magneto-optisches
Plattenlaufwerk (MOD) oder jedes sonstige digitale Gerät einschließlich eines Netzwerkverbindungsgeräts beispielsweise
ein Ethernetgerät,
die in der Lage sind, Befehle und/oder Daten von einem von einem
Rechner auslesbaren Medium 52 auszulesen, beispielsweise
von einer Diskette, einer CD-ROM, einer DVD, einer MOD oder einer
sonstigen digitalen Quelle, beispielsweise einem Netzwerk oder dem
Internet, sowie noch in Zukunft zu entwickelnden digitalen Mitteln.
In noch einem Ausführungsbeispiel
führt der
Computer 36 Befehle aus, die in Form von (nicht gezeigter)
Firmware gespeichert sind. Der Computer 36 ist programmiert, um
Funktionen durchführen,
wie sie hier beschrieben und verwendet werden, der Begriff Computer
beschränkt
sich nicht lediglich auf jene integrierten Schaltkreise, die in
der Fachwelt als Computer bezeichnet werden, sondern bezieht sich
im weiten Sinn auf Computer, Prozessoren, Mikrocontroller, Mikrocomputer,
programmierbare Logikcontroller, anwendungsspezifische integrierte
Schaltkreise und sonstige programmierbare Schaltkreise, und diese Begriffe
werden hier untereinander austauschbar verwendet.
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Das MECT-System 10 ist ferner
konfiguriert, um auf unterschiedliche Röntgenstrahlspektren anzusprechen.
Das MECT 10 ermöglicht
eine Reduzierung oder Beseitigung einer Vielzahl von Problemen, die
im Zusammenhang mit einer herkömmlichen
CT auftreten, beispielsweise, jedoch ohne darauf beschränkt zu sein,
einem Mangel an Energieauflösung-
und Stoffcharakterisierungsvermögen.
Bei nicht vorhandener Streuung durch das Objekt hat das System 10 lediglich
zwei Bereiche von Photonenenergiespektren getrennt zu erfassen,
nämlich
den niederenergetischen und den hochenergetischen Anteil des einfallenden
Röntgenstrahlspektrums.
Das Verhalten bei jeder anderen Energie kann basierend auf dem Signal
der zwei Energiebereiche abgeleitet werden. Dieses Phänomen ist
auf die fundamentale Tatsache zurückzuführen, das in dem für eine medizinische
CT interessierenden Energiebereich zwei physikalische Prozesse die
Röntgenstrahlschwächung beherrschen,
nämlich
(1) Compton-Streuung und (2) der photoelektrische Effekt. Um das
Verhalten eines Objekts hinsichtlich einer Schwächung der Röntgenstrahlen zu charakterisieren,
werden lediglich zwei unabhängige
Parameter gemessen. Die aus zwei Energiebereichen erfassten Signale
stellen daher ausreichende Daten zur Verfügung, um das Problem der Energieabhängigkeit
bei der Bildgebung des Objekts zu beheben. Obwohl das oben erwähnte spezielle
Ausführungsbeispiel
sich auf ein CT-System der dritten Generation bezieht, sind die
hierin beschriebenen Verfahren in gleicher Weise auf CT-Systeme der
vierten Generation (Detektor stationär – Röntgenstrahlenquelle rotierend)
und CT-Systeme der fünften Generation
(Detektor und Röntgenstrahlenquelle
stationär)
anzuwenden.
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In einem Ausführungsbeispiel verwendet das MECT-System
einen Zerlegungsalgorithmus, beispielsweise einen CT-Zahl-Differenz-Algorithmus,
einen Comptonschen und photoelektrischen Zerlegungsalgorithmus,
einen Basisstoffzerlegungsalgorithmus (BMD-Algorithmus) und einen Logarithmussubtraktionszerlegungsalgorithmus (LSD-Algorithmus),
jedoch ohne auf diese beschränkt
zu sein.
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Der CT-Zahl-Differenz-Algorithmus
beinhaltet ein Berechnen eines Differenzwertes zwischen CT- oder
Hounsfield-Zahlen, die für
zwei Bilder mit unterschiedlichen Röhrenspannungspotentialen erlangt
wurden. In einem Ausführungsbeispiel
werden die Differenzwerte auf einer Pixel-für-Pixel Grundlage berechnet.
In noch einem Ausführungsbeispiel
werden Differenzen der Mittelwerte von CT-Zahlen innerhalb eines
interessierenden Bereichs berechnet. Der Comptonsche und photoelektrische
Zerlegungsalgorithmus beinhaltet ein Erfassen eines Bildpaars mittels
des MECT-Systems 10 und ein getrenntes Darstellen der auf
Comptonsche und photoelektrische Prozesse zurückzuführenden Schwächungen.
Der BMD-Algorithmus beinhaltet ein Erfassen von zwei CT-Bildern,
wobei jedes Bild die äquivalente
Dichte eines der Basisstoffe repräsentiert. Da die Stoffdichte eines
Stoffs nicht von der Röntgenstrahlphotonenenergie
abhängt,
sind diese Bilder nahezu frei von Strahlaufhärtungsartefakten. Darüber hinaus
kann ein Anwender den Basisstoff auswählen, um auf ein bestimmtes
interessierendes Material zu zielen, und auf diese Weise den Bildkontrast
erhöhen.
In der Praxis begründet
sich der BMD-Algorithmus auf der Idee, das die Röntgenstrahlschwächung (in
dem Energiebereich für
eine medizinische CT) eines beliebigen gegebenen Stoffes durch eine
geeignete Dichtemischung von zwei anderen gegebenen Stoffe dargestellt
werden kann; dementsprechend werden diese beiden Stoffe als die
Basisstoffe bezeichnet. In einem Ausführungsbeispiel, das den LSD-Algorithmus verwendet,
werden die Bilder mit im Wesentlichen monoenergetischen Röntgenstrahlspektren
erfasst, und das Objekt der Bildgebung kann hinsichtlich eines jeden
der beiden Stoffe durch einen effektiven Schwächungskoeffizienten charakterisiert
werden; der LSD-Algorithmus beinhaltet daher keine Strahlaufhärtungskorrekturen.
Darüber
hinaus wird der LSD-Algorithmus
nicht kalibriert, sondern verwendet eine Bestimmung der Gewebelöschparameter,
die das Verhältnis
des effektiven Schwächungskoeffizienten
eines gegebenen Stoffs bei dem Mittelwert der Energie der jeweiligen
Expositionen wiedergeben. In einem Ausführungsbeispiel hängt der
Gewebelöschparameter
in erster Linie von den Spektren, die zum Erlangen der Bilder verwendet
werden, sowie von beliebigen zusätzlichen
Faktoren ab, die die gemessene Signalstärke von dem Wert abweichen
lassen, der für
ein Paar ideale, monoenergetische Expositionen zu erwarten wäre.
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Es ist zu beachten, dass hinsichtlich
einer Optimierung eines multienergetischen CT-Systems die Bildqualität von der
Trennschärfe
der Spektren abhängt.
Ferner sollten sich die Photonenstatistiken in den beiden Energiebereichen ähneln, da
ansonsten der statistisch ärmere
Bereich das Bildrauschen dominiert.
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Einige Verfahren zum Erlangen dualenergetischer
Computertomographiedaten wurden vorgeschlagen. Zwei Scandurchgänge, die
jeweils deutlich abgegrenzte Röntgenstrahlspektren
verwenden und denselben anatomischen Bereich abdecken, können nacheinander
ausgeführt
werden. Dieses Verfahren lässt
sich zwar auf Standard-CT-Systemen ohne Eingriffe in die Hardware
durchführen,
weist jedoch einige gravierende Nachteile auf. Die endliche Zeitdifferenz
zwischen den Scandurchgängen
(etwa 0,3 – 0,5 Sekunden
im Falle von gegenwärtigen High-End-CT-Systemen der dritten
Generation) lässt die
Möglichkeit
zu, dass die anatomischen Strukturen des Patienten entweder aufgrund
von bewussten (beispielsweise muskuloskeletalen) oder unbewussten
(beispielsweise kardialen oder peristaltischen) Vorgängen zwischen
den Scandurchgängen
bewegt werden, wodurch es zu Artefakten aufgrund fehlender Ausrichtung
in den durch eine beliebige geeignete Kombination der hoch- und
niederenergetischen Daten rekonstruierten Bildern kommt. Ein aufeinanderfolgendes
Scannen mit zwei unterschiedlichen Energien ist außerdem nicht
optimal, da ein bedeutendes Überlappen
der Spektren vorhanden ist. Dieses Überlappen ist in 3 veranschaulicht. Außerdem ist
die Strahlenbelastung, die im Zusammenhang mit einem sukzessiven
Scannen mit zwei deutlich abgegrenzten Spektren auftritt, etwa doppelt
so hoch, wobei ein großer
Anteil der zusätzlichen
Dosis auf den Scandurchgang mit geringerem kV-Potential zurückzuführen ist.
Ein weiteres Verfahren zum Erlangen von MECT-Daten beinhaltet, die einer
Eindringtiefe an dem Detektor entsprechende Photonenenergie zu erfassen.
Ein Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, dass das Aufhalten
der Photonen statistischer Natur ist. Es ist daher weiter ein gewisses Überlappen
von Energiespektren vorhanden. Ein drittes Verfahren zum Erlangen
der MECT-Daten beinhaltet ein Zählen
von Photonen. Dieses Verfahren ist insofern optimal, dass es eine
saubere Trennung der Spektren und einen einstellbaren Energietrennungspunkt
zum Ausgleichen der Photonenstatistiken bereitstellt. Die Verfahren
des Erfassens der Photoneneindringtiefe und des Photonenzählens sind
zwar möglicherweise
bevorzugt, da sie im Hinblick auf Artefakte, die auf eine Bewegung
durch den Patienten zurückzuführen sind,
sowie hinsichtlich einer übermäßigen Strahlenbelastung
des Patienten weniger problematisch sind, lassen sich auf gegenwärtigen Systemen
jedoch nicht ohne einen vollständigen
Austausch der Röntgenstrahldetektoranordnung
implementieren.
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Ein weiteres Verfahren zum Erhalt
von multienergetischen Computertomographiedaten verwendet ein während eines
einzelnen Scandurchgang aufeinanderfolgendes Wechseln der Energiespektrum zwischen
der höheren
und der niedrigen Energie. Dieses sequentielle Abwechseln der Strahlenergie lässt sich
erreichen, indem vor der Röntgenstrahlenquelle
ein Drehfilter einfügt
wird, der mindestens zwei Materialien mit unterschiedlichen Schwächungseigenschaften
aufweist. Dieses Verfahren erfordert zwar keine Veränderungen
an dem Detektor, jedoch sind nun Änderungen an der auf der Röhrenseite
vorhandenen Filteranordnung und deren Steuerung vorzunehmen. Eine ähnliche
Wirkung lässt
sich durch ein sequentielles Verändern des
Ausgangs der Hochspannungsquelle erzielen, die die Röntgenröhre mit Energie
versorgt. Diese kV-Modulation kann zwar Veränderungen in Form von Eingriffen
in die Firmware und/oder Hardware des Röntgenstrahlgeneratorsteuerschaltkreises
erfordern, verlangt aber keine Neukonstruktion des Detektor- oder Röhrenfilters. Mit
einem Abdecken der abwechselnden Schlitzen des Detektorkollimators
mit einer dünnen
Metallfolie lässt
sich ebenfalls eine ähnliche
Wirkung erzielen. Dies erfordert nur minimale technische Veränderungen
an dem Detektorkollimator, ermöglicht
aber nicht, das System ohne weiteres zwischen Einzel- und Dualenergie
umzuschalten, was möglicherweise eine
Erhöhung
der Strahlendosis für
den Patient bedeutet. Dies bedenkend verwendet ein Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung eine Modulation der Hochspannungsquelle.
Es ist zu beachten, dass diese kV-Modulation mit einer Modulation
des Röhrenstroms
gekoppelt sein kann. Die mA-Modulation findet aufgrund der physikalischen
(beispielsweise thermischen) Beschränkungen der Filamente gewöhnlich bei
einer wesentlich geringeren Frequenz statt als die kV-Modulation.
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Sämtliche
drei dieser multienergetischen Datenerfassungstechniken – nämlich Drehfilterung,
Modulieren der Hochspannung und abwechselndes Filtern über die
Detektorzellenposition entlang des Detektorbogens – sind in
vielfältiger
Hinsicht vorteilhaft. Erstens lässt
sich das Zeitintervall zwischen den Erfassungsvorgängen entlang
von Strahlengängen,
die in etwa übereinstimmende
Winkel aufweisen, um mehr als zwei Größenordnungen verringern. Eine kV-Ansprechzeit
des Hochfrequenzgenerators (HF-Generators), d.h. die Zeit, die benötigt wird,
um eine voreingestellte Spannung zu erreichen, beträgt für Spannungsregelkreiskonstruktionen
etwa 250 μs. Es
ist in diesem Falle möglich,
ein Verschachteln der Projektion mit jeder anderen Ansicht, jeder
zweiten Ansicht oder mittels einer sonstigen geeigneten Modulationsfunktion
zu erzeugen. Die Erfindung nimmt für dieses Beispiel an, dass
die dualenergetischen Daten mit jeder anderen Ansicht verschachtelt
wird. Hierdurch werden zwar Fehlausrichtungsartefakte reduziert,
indem die nieder- und hochenergetischen Erfassungsvorgänge rechtzeitig
inhärent
aufeinander abgestimmt werden, jedoch wird die zeitliche Auflösung für einen
Scandurchgang nicht verändert.
Aus diesen Daten rekonstruierte Bilder erfordern weiter einen minimalen
Projektionssatz, der 180° +
2γm abdeckt, wobei 2γm der
Detektorfächerwinkel
ist. In manchen Fällen
kann eine unbewusste oder bewusste Bewegung des Patienten immer
noch eine Inkonsistenz zwischen dem Beginn und dem Ende des Scandurchgangs
erfassten Daten hervorrufen, was zu Bewegungsartefakten, wie Schlierenbildung,
Doppelbildern oder Unschärfen,
führt.
Obwohl nicht spezifisch für
dieses Verfahren der Datenerfassung, werden hier Aspekte der zeitlichen
Auflösung
angeführt, um
zwischen Intrascan- und Interscan-Artefakten bei einem multienergetischen
Scannen zu unterscheiden. Ein weiterer Vorteil des kV-modulierten
Erfassens, ist die Verringerung der Strahlendosis für den Patienten.
Im Vergleich zu dem aufeinanderfolgenden Erfassen von Projektionsdatensätzen mit
unterschiedlichen Energiepegeln lässt sich mittels des verschachtelten
Erfassens eine Verringerung der Strahlenbelastung um mindestens
50 % erzielen.
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Allerdings hat diese Methode des
Erfassens auch Nachtei le. Durch aufeinanderfolgendes Verändern des
Energiespektrums zwischen der höheren und
der niedrigeren Energie während
eines einzelnen Scandurchgangs, bleibt die Gesamtanzahl erfasster
Projektionen konstant, ist nun allerdings auf zwei Energieniveaus
aufgeteilt. Falls jede zweite Ansicht mit einer alternierten Energie
gewonnen wird, fallen daher halb so viele Projektionen pro Energiespektrum
an. Bei einer ungeeigneten Anzahl von Projektionen treten Verfälschungen
auf.
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Gemäß dem Shannon-Abtasttheorem
müssen
die ursprünglichen
Daten mit einer Abtastrate von mindestens dem zweifachen der in
dem Signal enthaltenen höchsten
räumlichen
Frequenz abgetastet werden, um Verfälschungen zu vermeiden. Ansichtsverfälschende
Artefakte lassen sich als Maserungen in den rekonstruierten Bildern
beobachten. In der Theorie ist die minimale Abtastfrequenz in der Azimutalrichtung
für gleichwinklige
Fächerstrahlgeometrie
gegeben durch Nmin = 4ΠRVm
-
1-sinγm, mit
Nmin gleich der minimalen Anzahl von Ansichten,
R gleich dem Radius des artefaktfreien Bereichs der Rekonstruktion, ím gleich der maximalen auflösbaren räumlichen
Frequenz und ãm gleich der Hälfte des Detektorfächerwinkels.
Durch Verschachteln der MECT-Erfassungsdaten mittels ultraschneller
kV-Modulation wird die Gesamtzahl der pro Umdrehung gesammelten
Ansichten zwar beibehalten, jedoch verringert sich die Anzahl der
Ansichten, die für
jeden Energiepegel gesammelt werden. Dieses Problem wird in dem
Maße gravierender,
wie die Anzahl der Energiepotentiale ansteigt. Im Falle von Dualenergie-CT
halbiert ein Modulieren der kVp mit jeder anderen Ansicht die Anzahl
der für
jedes Spektrum ge sammelten Projektionen. Aus obiger Gleichung geht
hervor, dass sich der Radius des artefaktfreien Bereichs bei einer
Halbierung der Anzahl der über
einen Winkel von 360° gesammelten
Projektionen um 50 % verringert, wenn die gewünschte maximale auflösbare Frequenz
beibehalten wird. In ähnlicher
Weise hat ein Halbieren der Anzahl von Projektionen ein Halbieren
der maximal auflösbaren
Frequenz in dem gleichen Sichtfeldradius (FOV) zur Folge. Im Falle
von auf kleine Sichtfelder fokussierenden Scandurchgängen, z.B.
bei Untersuchungen am Herzen oder Kopf, mag dies eine geringere
Rolle spielen.
-
In der Praxis ist die obige Gleichung
nicht streng erfüllt.
Vielmehr wird eine Vielfalt von Verfahren verwendet, um das sichtbare
Auftreten von ansichtsverfälschenden
Artefakten zu minimieren. Eines dieser Verfahren ist der Detektor-Viertel-Versatz. Durch
Versetzen des Detektorarrays um genau ein Viertel der Breite eines
Detektorelements, weisen konjugierte Ansichten, oder um 180° voneinander entfernte
Ansichten, Strahlen auf die geringfügig versetzt sind. Diese Anordnung
stellt die zusätzlichen Daten
zur Verfügung,
die benötigt
werden, um ansichtsverfälschende
Artefakte zu minimieren. Neben der Veränderung der Geometrie der Hardware,
existieren viele Softwaretechniken zum Unterdrücken von ansichtsverfälschenden
Effekten. Im Allgemeinen lässt
sich eine beliebige Art von Glättungsalgorithmus
verwenden, um eine Reduzierung der Sichtbarkeit von verfälschenden
Artefakten herbeizuführen.
Allerdings gehen hochfrequente Bildkomponenten mit solchen Tiefpassfilterungstechniken
verloren. Es existieren ferner eine Reihe von Prä-Rekonstruktionsinter polationsmethoden.
Zu diesen Techniken zählen
Interpolation zwischen Ansichten, Interpolation im Radonraum und
Interpolation im Fourierbereich. Diese Interpolationsmethoden können einfache
lineare oder bilineare Algorithmen, Laguerre-Polynome verwendende
Algorithmen höherer
Ordnung oder kompliziertere adaptive Methoden sein. Darüber hinaus
wurden eine Anzahl auf Reproduktion basierender Verfahren vorgeschlagen,
um die Effekte einer Bildverfälschung
zurückzudrängen, z.B.
Zwischenansichtsreproduktion (IVR), deconvolvierte Zwischenansichtsreproduktion
(IDVR), Fehlerkorrekturverfahren (EC) und hybride Verfahren, ohne
auf diese beschränken
zu wollen. Diese Verfahren werden gewöhnlich im Zusammenhang mit
ansichtsverfälschten
monoenergetischen Computertomographiescanverfahren (SECT) beschrieben;
sie könnten jedoch
ohne weiteres unabhängig
voneinander auf jeden Satz von ansichtsverfälschten ME-Projektionen angewandt
werden. Obwohl hiermit in der Regel eine gewisse Verringerung der
Sichtbarkeit von Artefakten in den rekonstruierten Bildern erreicht
wird, sind die erzielten Ergebnisse noch nicht optimal. Außerdem bleibt
die fundamentale Beschränkung
der kV-modulierten MECT bestehen, die endgültigen Bilder der Multienergie-Zerlegung
weisen Volumenelemente auf, für
die lediglich auf einem Energiepotential Daten erfasst sind – die von
dem anderen Energiepotentials (bzw. den übrigen Energiepotentialen) stammenden
Daten sind in den "fehlenden" Ansichten enthalten.
Hier werden Verfahren und Vorrichtungen beschrieben, die so konfiguriert
sind, dass sich die verschachtelten multienergetischen Daten in
einer Weise verwenden lassen, die für eine Lösung dieses Problems wechselseitig
von Vorteil ist.
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Ein Verfahren für die synergetische Kombination
von Korrekturverfahren für
ansichtsverfälschende
Artefakte mit Spektralverschiebungskompensationsalgorithmen und
dessen Anwendung auf Multienergie-Computertomographiedaten, die
durch das sequentielle Abändern
von Energiespektren erfasst werden, ist im folgenden erläutert. Der
Ausgang dieses Algorithmus stellt unverfälschte, spektralverschiebungskompensierte,
hoch- und niederenergetische Daten (Projektionen oder rekonstruierte
Bilder) bereit, auf die sich Multienergie-Zerlegungsalgorithmen
anwenden lassen.
-
Darüber hinaus ist ein Verfahren
geschaffen, um kV-modulierten multienergetischen Projektionsdaten
zu verwenden, um eine simultanen Spektralverschiebungskompensation
sowie eine Verringerung von ansichtsverfälschenden Artefakten zu erreichen.
Die hier beschriebenen Verfahren lassen sich im Zusammenhang mit
CT-Systemen der ersten, zweiten, dritten und vierten Generation
verwenden, die Einzelröhren-/Einzeldetektor-
Systeme sowie Mehrfachröhren-/Multidetektor-Systeme und sonstige
Mehrfachröhren-/Multidetektor-Systeme
oder Volumen-CT-Verfahren beinhalten. Ein Anwenden ist ferner in
einem speziell für
Brustuntersuchungen bestimmten CT-System möglich. Die hier beschriebenen
Verfahren und Vorrichtungen können
für beliebige
klinische Anwendungen verwendet werden, für die Multienergie-CT von Vorteil
ist, beispielsweise Fett-/Magergewebecharakterisierung, physikalisch basierte
Segmentation, Mehrfachkontrastauflösung und Knochenmineraldensitometrie.
Die hier beschriebenen Verfahren und Vorrichtungen können gleichermaßen für zerstörungsfreie
Untersuchungen verwendet werden, beispielsweise das Entdecken von
Ex plosivstoffen und Schmuggelware.
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Hier werden in 4 und 5 zwei
Verfahren zum Erleichtern einer Verringerung von Artefakten beschrieben
und gezeigt. Herkömmliche
Verfahren einer Spektralverschiebungskompensation verarbeiten rekonstruierte
Bilddaten. Allerdings vereinfacht die Verfügbarkeit über MECT-Daten auch die Anwendung
von Spektralverschiebungskompensationsalgorithmen auf dem Gebiet
der Projektion. 4 veranschaulicht
ein auf Bildgebung basierendes Verfahren 60 zum Erleichtern einer
Verringerung von Artefakten. Obwohl das Verfahren 60 im
Zusammenhang mit einer dualenergetischen CT beschrieben ist, lässt sich
das Verfahren 60 auf MECT-Anwendungen erweitern, einschließlich von
Anwendungen, die drei oder mehr Energiespektren verwenden. Das Verfahren 60 beinhaltet
ein Erfassen von verschachtelten dualenergetischen Projektionsdaten 62 in
einer solche Weise, dass geradzahlige und ungeradzahlige Ansichten
hohen bzw. geringen Energiepegeln entsprechen. Zu beachten ist,
dass die Zuordnung von hohen und niedrigen Energien zu geradzahligen und
ungeradzahligen Ansichten ohne Einfluss auf den Algorithmus umgekehrt
werden kann. Darüber hinaus
muss das Verschachteln, wie oben festgestellt, nicht notwendig mit
jeder anderen Ansicht geschehen. Verallgemeinernd kann das Verschachteln auf
jede n-te Ansicht angewandt werden, wobei n größer oder gleich Eins und kleiner
als die Hälfte
der Gesamtzahl von erlangten Ansichten ist. Es ist zu beachten,
dass die für
einen Minimalwinkelbereich aufgestellten Anforderungen, die auf
einen nicht kV-verschachtelten Projektionssatz angewandt werden,
der für
Halbscan- und Vollscan-Bildrekonstruktionstechniken verwendet wird,
weiter auf den kV-verschachtelte Projektionssatz anzuwenden sind.
Korrekturen des Standardverstärkungsgrads,
des Versatzes, des Nachleuchtens, der Detektortemperatur, der Primärstrahlintensität und sonstiger
systematischer Fehler werden an den Projektionsdatensätzen, wo
es möglich
ist, durch kV-abhängige
Kalibrierungen vorgenommen. Diese Daten können in einem spiralförmigen oder
axialen Modus mittels Fächer-
oder Kegelstrahlgeometrien, gattergesteuert (prospektiv oder retrospektiv)
oder nicht gattergesteuert erfasst werden.
-
Das Verfahren 60 umfasst
optional ein Interpolieren 64 der fehlenden Ansichten der
Projektionsdaten 62 und optional ein Neuzuordnen 66 der
Fächerstrahlprojektionsdatensätze an einen äquivalenten
Parallelstrahlprojektionsdatensatz. Das Verfahren 60 schließt auch
ein Rekonstruieren 68 nieder- und hochenergetischer Schnittbilder 70 bzw. 71 mittels
einer bekannten Rekonstruktionstechnik ein. Es können beispielsweise gefilterte
Rückprojektion (FBP),
algebraische Rekonstruktionstechniken (ART) und/oder simultan-algebraische
Rekonstruktionstechniken (SART) verwendet werden. Gewöhnlich werden
ART-Algorithmen verwendet, um Projektionssätze beschränkter Ansichten zu rekonstruieren, die
allerdings gewöhnlich
rechentechnisch ineffizient sind. Es können Halbscan- oder Vollscan-Rekonstruktionen
verwendete werden. Da die Bilder 70 mittels eines unvollständigen Satzes
von Ansichten rekonstruiert 68 werden, kommt es zu verfälschenden Artefakten,
insbesondere am Rand des Scanfelds der Ansicht (SFOV).
-
Das Verfahren 60 schließt ferner
Spektralverschiebungs kompensieren 72 mittels der ansichtsverfälschten
nieder- und hochenergetischen Bilder 70 bzw. 71 ein, wobei eine
beliebige Zahl von Spektralverschiebungskompensationsalgorithmen verwendet
werden können.
Die Spektralverschiebungskompensationsalgorithmen beinhalten auf
Kalibrierungen basierende Verfahren oder können beliebig viele Einzelschritt-
oder iterative Strahlaufhärtungsalgorithmen
einschließlich
einer multienergetischen Basisenergiezerlegung nutzen. Das Ziel
dieses Schritts ist, die dualenergetischen Bilder zu nutzen, um
die effektive Schwächung
bei den Energiepotentialen zu ermitteln, die verwendet wurden, um die
hoch- und niederenergetischen Datensätze zu erlangen. Nachdem die
effektive Schwächung
für jedes gewünschte Energiepotential
erst einmal ermittelt ist, wird das (aus ungeradzahligen Projektionen
rekonstruierte) niederenergetische Bild 70 (bei ungeradzahligen
Projektionen) in ein hochenergetische Bild 75 transformiert. In ähnlicher
Weise wird das (aus geradzahligen Projektionen rekonstruierte) hochenergetische
Bild 71 (bei geradzahligen Projektionen) in ein niederenergetisches
Bild 74 transformiert. Folglich werden unter sämtlichen Projektionswinkeln
abgetastete nieder- und hochenergetische Bilder erlangt. Mit anderen
Worten, ein Scandurchgang an einem Objekt wird unter Verwendung
von zwei oder mehr unterschiedlichen Energiespektren durchgeführt, und
eine Vielzahl von ursprünglichen
ersten Energiebildern und eine Vielzahl von zweiten Energiebildern
wird basierend auf den von dem Scandurchgang entgegen genommenen
Daten erzeugt. Die ursprünglichen
ersten Energiebilder werden, wie hier beschrieben, in eine Vielzahl
von zweiten Energiebildern transformiert. Zusätzliche werden die ursprünglichen
zweiten Energiebilder in eine Vielzahl von ersten Energiebildern
transformiert. In einem Ausführungsbeispiel,
und wie weiter unten beschrieben, werden die ursprünglichen
ersten Energiebilder und die transformierten ersten Energiebilder
kombiniert, um einen vollständigen
Satz erster Energiebilder zu bilden deren ansichtsverfälschende
Artefakte kompensiert sind.
-
Genauer gesagt bedeutet dies, dass
in einem Ausführungsbeispiel
das Verfahren 60 ein Kombinieren 76 des niederenergetischen
Bildes bei geradzahligen Projektionen 74 mit dem niederenergetischen
Bild bei ungeradzahligen Projektionen 70 einschließt, um einen
vollständigen
Satz von niederenergetischen Bilddaten 78 zu erzeugen.
In einem alternativen Ausführungsbeispiel
schließt
das Verfahren 60 ein Kombinieren 80 geradzahliger
und ungeradzahliger niederenergetischer Daten in dem Projektionsraum
ein. Genauer gesagt bedeutet dies, dass die (aus geradzahligen Projektionen
rekonstruierten) transformierten niederenergetischen Bilder 74 in
einen Radonraum reprojiziert 82 und mit den ursprünglichen
niederenergetischen Projektionen (bei ungeradzahligen Projektionen)
kombiniert 80 werden, um einen vollständigen Satz (bei sowohl ungeradzahligen
als auch geradzahligen Projektionen) von Projektionsdaten 84 zu
erzeugen, deren ansichtsverfälschende
Artefakte bei der niedrigen Energie kompensiert sind. In einem Ausführungsbeispiel
wird als eine Alternative zu Schritt 76 des Verfahrens an dem vollständigen Satz
niederenergetischer Projektionsdaten 84 eine Bildrekonstruktion 86 durchgeführt, um den
vollständigen
Satz von niederenergetischen Bilddaten 78 zu erzeugen.
Das Verfahren 60 kann optional ein Durchführen einer
Nachverarbeitung 88 an dem vollständigen Satz von niederenergetischen Bilddaten 78 einschließen, z.B., ohne
jedoch darauf beschränkt
zu sein, ein Unterdrücken
von Rauschen und eine Verbesserung der Ränder.
-
In einem Ausführungsbeispiel umfasst das Verfahren 60 ein
Kombinieren 90 des (aus geradzahligen Projektionen rekonstruierten)
hochenergetischen Bildes mit dem hochenergetischen Bild bei ungeradzahligen
Projektionen, um einen vollständigen Satz
von hochenergetischen Bilddaten 92 zu erzeugen. In einem
alternativen Ausführungsbeispiel
umfasst das Verfahren 60 ein Kombinieren 94 geradzahliger
und ungeradzahliger hochenergetischer Daten in einem Projektionsraum.
Genauer gesagt bedeutet dies, dass die (aus geradzahligen Projektionen
rekonstruierten) transformierten hochenergetischen Bilder 75 in
einen Radonraum reprojiziert 96 und mit den ursprünglichen
hochenergetischen Projektionen (bei geradzahligen Projektionen)
kombiniert 94 werden, um einen vollständigen Satz (bei sowohl ungeradzahligen
als auch geradzahligen Projektionen) von Projektionsdaten 98 zu
erzeugen, deren ansichtsverfälschende
Artefakte bei der hohen Energie kompensiert wurden. In einem Ausführungsbeispiel wird
als eine Alternative zu Schritt 90 des Verfahrens an dem vollständigen Satz
hochenergetischer Projektionsdaten 98 eine Bildrekonstruktion 100 durchgeführt, um
den vollständigen
Satz von hochenergetischen Bilddaten 92 zu erzeugen. Das
Verfahren 60 kann optional ein Durchführen einer Nachverarbeitung 102 an
dem vollständigen
Satz von hochenergetischen Bilddaten 92 einschließen, z.B.
ohne jedoch darauf beschränkt
zu sein ein Unterdrücken
von Rauschen und eine Verbesserung der Ränder. In einem Ausführungsbeispiel
werden der vollständige
Satz von hochenergetischen Bilddaten 92 und der vollständige Satz
von niederenergetischen Bilddaten 78 anschließend einer
Nachrekonstruktionzerlegung 104 unterworfen, und die resultierenden
Basismaterialbilder 106 stehen dann einer optionalen Nachverarbeitung
und Wiedergabe für
den Betrachter zur Verfügung.
-
In einem alternativen Ausführungsbeispiel werden
der vollständige
Satz von hochenergetischen Projektionsdaten 98 und der
vollständige
Satz von niederenergetischen Projektionsdaten 84 an einen Prä-Rekonstruktions-MECT-Zerlegungsalgorithmus 110 ausgegeben
108 und anschließend
rekonstruiert 112. Die resultierenden Basismaterialbilder 106 stehen
anschließend
einer optionalen Nachverarbeitung und einer Wiedergabe für den Betrachter
zur Verfügung.
-
Falls das Bildrekonstruktionsverfahren
linear ist, beispielsweise ein FBP-Algorithmus, folgt hinsichtlich
der Bildrekonstruktion, dass eine Kombination von Bildern, die aus
ungeradzahligen bzw. geradzahligen Projektionen rekonstruiert sind,
gleichbedeutend ist mit einem Kombinieren von Projektionen, die
ungeradzahlig bzw. geradzahlig abgetastet sind, gefolgt von einer
Rekonstruktion des vollständigen Datensatzes.
-
5 veranschaulicht
noch ein Ausführungsbeispiel
eines Verfahrens 120 zum Erleichtern eines auf Projektion
basierenden Verfahrens einer Reduzierung von Artefakten. Obwohl
das Verfahren 120 im Zusammenhang mit einer dualenergetischen CT
beschrieben ist, lässt
sich das Verfahren 120 auf MECT-Anwendungen erweitern, einschließlich von Anwendungen,
die drei oder mehr Energiespektren verwenden. Das Verfahren 120 beinhaltet
ein Erfassen von verschachtelten dualenergetischen Projektionsdaten 122 auf
eine solche Weise, dass geradzahlige und ungeradzahlige Ansichten
hohen bzw. geringen Energiepegeln entsprechen. Zu beachten ist, dass
die Zuordnung von hohen und niedrigen Energien zu geradzahligen
und ungeradzahligen Ansichten ohne Einfluss auf den Algorithmus
umgekehrt werden kann. Darüber
hinaus muss das Verschachteln, wie oben festgestellt, nicht notwendig
mit jeder anderen Ansicht geschehen. Verallgemeinernd kann das Verschachteln
auf jede n-te Ansicht
angewandt werden, wobei n größer oder
gleich Eins und kleiner als die Hälfte der Gesamtzahl von erlangten
Ansichten ist. Es ist zu beachten, dass die für einen Minimalwinkelbereich
aufgestellten Anforderungen, die auf einen nicht kV-verschachtelten
Projektionssatz angewandt werden, der für Halbscan- und Vollscan-Bildrekonstruktionstechniken
verwendet wird, weiter auf den kV-verschachtelte Projektionssatz
anzuwenden sind. Korrekturen des Standardverstärkungsgrads, des Versatzes,
des Nachleuchtens, der Detektortemperatur, der Primärstrahlintensität und sonstiger
systematischer Fehler werden an den Projektionsdatensätzen, wo
es möglich
ist, mittels kV-abhängigen
Kalibrierungen vorgenommen. Diese Daten können in einem spiralförmigen oder
axialen Modus mittels Fächer-
oder Kegelstrahlgeometrien, gattergesteuert (prospektiv oder retrospektiv)
oder nicht gattergesteuert erfasst werden.
-
Das Verfahren 120 umfasst
optional ein Interpolieren 124 der fehlenden Ansichten
der Projektionsdaten 122 und optional ein Neuzuordnen 126 der Fächerstrahlprojektionsdatensätze an einen äquivalenten
Parallelstrahlprojektionsdatensatz. Das Verfahren 120 schließt ferner
Spektralverschiebungskompensieren 128 mittels der ansichtsverfälschten nieder-
und hochenergetischen Projektionsdaten 130 bzw. 131 ein,
wobei eine beliebige Zahl von Spektralverschiebungskompensationsalgorithmen verwendet
werden können.
Die Spektralverschiebungskompensationsalgorithmen beinhalten auf
Kalibrierungen basierende Verfahren oder können beliebig viele Einzelschritt-
oder iterative Strahlaufhärtungsalgorithmen
einschließlich
einer multienergetischen Basisenergiezerlegung nutzen. Das Ziel
dieses Schritts ist, die dualenergetischen Projektionsdatensätze zu nutzen,
um die effektive Schwächung
bei den Energiepotentialen zu ermitteln, die verwendet wurden, um
die hoch- und niederenergetischen Datensätze zu erlangen. Nachdem die
effektive Schwächung
für jedes
gewünschte
Energiepotential erst einmal ermittelt ist, werden die (bei ungeradzahligen Projektionen)
niederenergetischen Projektionsdaten (bei ungeradzahligen Projektionen)
in hochenergetische Projektionsdaten 131 transformiert.
In ähnlicher Weise
werden die hochenergetischen Projektionsdaten (bei geradzahligen
Projektionen) in niederenergetische Projektionsdaten 130 (bei
geradzahligen Projektionen) transformiert. Folglich werden unter sämtlichen
Projektionswinkeln abgetastete nieder- und hochenergetische Projektionsdaten
gewonnen.
-
In einem Ausführungsbeispiel umfasst das Verfahren 120 Rekonstruieren 132 der
geradzahligen niederenergetischen Projektionsdaten und der ursprünglichen
ungeradzahligen niederenergetischen Projektionsdaten, um ein niederenergetisches
Bild bei ungeradzahligen Projektionen 134 und ein niederenergetisches
Bild bei geradzahligen Projektionen 136 hervorzu bringen,
und ein Kombinieren 138 des niederenergetischen Bildes
bei geradzahligen Projektionen 136 mit dem niederenergetischen
Bild bei ungeradzahligen Projektionen 134, um einen vollständigen Satz
von niederenergetischen Bilddaten 140 zu erzeugen. Die
Rekonstruktion 132 wird mittels bekannter Rekonstruktionstechniken
ausgeführt.
Es können
beispielsweise gefilterte Rückprojektion (FBP),
algebraische Rekonstruktionstechniken (ART) und/oder simultan-algebraische
Rekonstruktionstechniken (SART) verwendet werden. Gewöhnlich werden
ART-Algorithmen verwendet, um Projektionssätze beschränkter Ansichten zu rekonstruieren, die
allerdings gewöhnlich
rechentechnisch ineffizient sind. Es können Halbscan- oder Vollscan-Rekonstruktionen
verwendete werden. Da die Bilder 134 und 136 mittels eines unvollständigen Satzes
von Ansichten rekonstruiert 132 werden, kommt es zu verfälschenden
Artefakten, insbesondere am Rand des Scanfelds der Ansicht (SFOV).
-
In einem alternativen Ausführungsbeispiel umfasst
das Verfahren 120 ein Kombinieren 142 der geradzahligen
niederenergetischen Projektionsdaten mit den ursprünglichen
ungeradzahligen niederenergetischen Projektionsdaten, um einen vollständigen Satz
(bei sowohl ungeradzahligen als auch geradzahligen Projektionen)
von Projektionsdaten 144 zu erzeugen, deren ansichtsverfälschende
Artefakte bei der niedrigen Energie kompensiert sind. In einem Ausführungsbeispiel
wird als eine Alternative zu Schritt 138 des Verfahrens an dem vollständigen Satz
niederenergetischer Projektionsdaten 84 eine Bildrekonstruktion 146 durchgeführt, um
den vollständigen
Satz von niederenergetischen Bilddaten 140 zu erzeugen.
-
Das Verfahren 120 kann optional
ein Durchführen
einer Nachverarbeitung 148 an dem vollständigen Satz
von niederenergetischen Bilddaten 140 einschließen, z.B.,
ohne jedoch darauf beschränkt
zu sein, ein Unterdrücken
von Rauschen und eine Verbesserung der Ränder.
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In einem Ausführungsbeispiel umfasst das Verfahren 120 Rekonstruieren 150 der
ungeradzahligen hochenergetischen Projektionsdaten und der ursprünglichen
geradzahligen hochenergetischen Projektionsdaten, um ein hochenergetisches
Bild bei ungeradzahligen Projektionen 152 und ein hochenergetisches
Bild bei geradzahligen Projektionen 154 hervorzubringen,
und ein Kombinieren 156 des hochenergetischen Bildes bei
geradzahligen Projektionen 154 mit dem hochenergetischen
Bild bei ungeradzahligen Projektionen 152, um einen vollständigen Satz
von hochenergetischen Bilddaten 158 zu erzeugen. Die Rekonstruktion 150 wird
mittels bekannter Rekonstruktionstechniken ausgeführt. Es
können beispielsweise
gefilterte Rückprojektion
(FBP), algebraische Rekonstruktionstechniken (ART) und/oder simultan-algebraische
Rekonstruktionstechniken (SART) verwendet werden. Gewöhnlich werden ART-Algorithmen
verwendet, um Projektionssätze beschränkter Ansichten
zu rekonstruieren, die allerdings gewöhnlich rechentechnisch ineffizient
sind. Es können
Halbscan- oder Vollscan-Rekonstruktionen verwendete werden. Da die
Bilder 152 und 154 mittels eines unvollständigen Satzes von Ansichten
rekonstruiert 150 werden, kommt es zu verfälschenden Artefakten,
insbesondere am Rand des Scanfelds der Ansicht (SFOV).
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In einem alternativen Ausführungsbeispiel umfasst
das Verfahren 120 ein Kombinieren 160 der ungeradzahligen
hochenergetischen Projektionsdaten und der ursprünglichen geradzahligen hochenergetischen
Projektionsdaten, um einen vollständigen Satz (bei sowohl ungeradzahligen
als auch geradzahligen Projektionen) von Projektionsdaten 162 zu erzeugen,
deren ansichtsverfälschende
Artefakte bei der hohen Energie kompensiert sind. In einem Ausführungsbeispiel
wird als eine Alternative zu Schritt 156 des Verfahrens an dem vollständigen Satz
hochenergetischer Projektionsdaten 162 eine Bildrekonstruktion 164 durchgeführt, um
den vollständigen
Satz von hochenergetischen Bilddaten 158 zu erzeugen. Das
Verfahren 120 kann optional ein Durchführen einer Nachverarbeitung 166 an
dem vollständigen
Satz von hochenergetischen Bilddaten 158 einschließen, z.B.,
ohne jedoch darauf beschränkt
zu sein, ein Unterdrücken
von Rauschen und eine Verbesserung der Ränder. In einem Ausführungsbeispiel
werden der vollständige
Satz von hochenergetischen Bilddaten 158 und der vollständige Satz
von niederenergetischen Bilddaten 140 anschließend einer
Nachrekonstruktionzerlegung 168 unterworfen, und die resultierenden
Basismaterialbilder 170 stehen dann einer optionalen Nachverarbeitung
und Wiedergabe für den
Betrachter zur Verfügung.
-
In einem alternativen Ausführungsbeispiel werden
der vollständige
Satz von hochenergetischen Projektionsdaten 162 und der
vollständige
Satz von niederenergetischen Projektionsdaten 144 einem Prä-Rekonstruktions-MECT-Zerlegungsalgorithmus 174 unterworfen 172 und
anschließend
rekonstruiert 176. Die resultierenden Basismaterialbilder 170 stehen
anschließend
einer optionalen Nachverarbeitung und Wiedergabe für den Betrachter
zur Verfügung.
-
Falls das Bildrekonstruktionsverfahren
linear ist, beispielsweise ein FBP-Algorithmus, folgt hinsichtlich
der Bildrekonstruktion, dass eine Kombination von Bildern, die aus
ungeradzahligen bzw. geradzahligen Projektionen rekonstruiert sind,
gleichbedeutend ist mit einem Kombinieren von Projektionen, die
ungeradzahlig bzw. geradzahlig abgetastet sind, gefolgt von einer
Rekonstruktion des vollständigen Datensatzes.
-
Es ist zu beachten, dass das Verfahren 60 und
das Verfahren 120 zwei Wege eines Kombinierens von verschachtelten
multienergetischen Daten darstellen, um ein Minimieren von Stahlaufhärtungs- bzw.
ansichtsverfälschenden
Artefakten durchzuführen.
Diese oder sonstige ähnliche
Verfahren oder Teile davon können
unter Verwendung von iterativen Techniken erweitert werden.
-
Zu beachten ist, dass die Wahl zwischen dem
Verfahren 60 und dem Verfahren 120 von einer angemessenen
Bewertung der erforderlichen Abwägungen
in dem System, beispielsweise der Verarbeitungszeit, der Arbeitsspeicheranforderungen
und der Algorithmusperformance sowie der Beachtung der speziellen
Anforderung, die an die Bildgebung oder den diagnostischen Zweck
gestellt ist. Beispielsweise kann ein spezielles diagnostisches
Objekt zusätzlich
zu der Wiedergabe von CT-Bildern die Wiedergabe von Basismaterialbildern
verlangen. Die Wahl zwischen dem Verfahren 60 und dem Verfahren 120 bestimmt
die unmittelbare Verfügbarkeit,
den Typ und die Qualität
der wiedergegebenen CT-Bilder.
-
Zu beachten ist, dass die oben beschriebenen
Techniken ferner eine optimierende Abwägung zwischen der Anzahl von
zu erfassenden Ansichten und der Anzahl der einzusetzenden Energiepotentiale
erfordert. Um Bilder mit hoher räumlicher
Auflösung
zu erlangen, sind im Allgemeinen eine minimale Bildverfälschung
und eine minimale Anzahl von Energiepotentialen während des
Erfassens erwünscht.
Um die Korrektur der Strahlaufhärtung
und der Gewebecharakterisierung zu optimieren sind in der Regel
Erfassensvorgänge
mit möglichst
vielen unterschiedlichen Energiepotentialen gewünscht. Dementsprechend kann
der gleiche allgemeine Ansatz verwendet werden, jedoch kann die
Vorgehensweise der Modulation und der Korrektur variiert werden,
um an die speziellen Anforderung der Bildgebung oder des diagnostischen
Objekts angepasst zu werden.
-
Während
die Erfindung anhand von vielfältigen
speziellen Ausführungsbeispielen
beschrieben wurde, wird der Fachmann erkennen, dass die Erfindung
mit Abwandlungen verwirklicht werden kann, die in den Schutzbereich
der Ansprüche
fallen.
-
- 10
- Multi-Schnittbild-Computertomographie-Bildgebungssystem
-
- (MECT)
- 12
- Gantryrahmen
- 14
- Röntgenstrahlenguelle
- 16
- Röntgenstrahlen
- 18
- Detektorarray
- 20
- Detektorelemente
- 22
- Objekt
- 24
- Rotationsachse
- 26
- Steuermechanismus
- 28
- Röntgencontroller
- 30
- Gantryantriebscontroller
- 32
- Datenerfassungssystem
(DAS)
- 34
- Bildrekonstruktor
- 36
- Computer
- 38
- Speichergerät
- 40
- Konsole
- 42
- Display
- 44
- Liegenantriebscontroller
- 46
- Motorgetriebene
Liege
- 48
- Gantryöffnung
- 50
- Gerät
- 52
- Von
einem Rechner auslesbares Medium
- 60
- Auf
Bildgebung basierendes Verfahren
- 62
- Dualenergieprojektionsdaten
- 64
- Interpolation
- 66
- Fächerparalleles
Neuzuordnen
- 68
- Bildrekonstruktion
- 70
- Niederenergetisches
ansichtsverfälschtes
Bild (ungerad
-
- zahlig)
- 71
- Hochenergetisches
ansichtsverfälschtes
Bild (geradzah
-
- lig)
- 72
- Spektralverschiebungskompensation
- 74
- Niederenergetisches
ansichtsverfälschtes
Bild (geradzah
-
- lig)
- 75
- Hochenergetisches
ansichtsverfälschtes
Bild (ungeradzah
-
- lig)
- 76
- Kombinieren:
Niederenergetische Bilddaten
- 78
- Niederenergetischer
Bilddatensatz (geradzah
-
- lig&ungeradzahlig)
- 80
- Kombinieren:
Niedrigenergetische Projektionsdaten
- 82
- Reprojektion
- 84
- Niedrigenergetischer
Projektionsdatensatz (geradzah
-
- lig&ungeradzahlig)
- 86
- Bildrekonstruktion