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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum berührungslosen
Bestimmen der Oberflächentemperatur
eines Halbleiterwafers in einem Temperaturbereich unterhalb von
500°C. Die
Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zum berührungslosen
Bestimmen der Oberflächentemperatur
eines Halbleiterwafers in einem Temperaturbereich unterhalb von
500°C, eine
Prozesskammer zum Durchführen
des berührungslosen
Bestimmens der Oberflächentemperatur
eines Halbleiterwafers und ein Temperaturbestimmungssystem mit einer
solchen Vorrichtung und einer solchen Prozesskammer.
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Die
Elektronik wird heutzutage von mikroelektronischen Halbleiter-Bauelementen
mit integrierten Schaltkreisen dominiert. Diese Schaltkreise bestehen
aus einer komplexen Anordnung elektronischer Strukturen, die auf
einem gemeinsamen als Chip bezeichneten Halbleitersubstrat miteinander verschaltet
sind. Die Herstellung der Schaltkreise auf einer Halbleiterscheibe,
im folgenden als Halbleiterwafer bezeichnet, ist gekennzeichnet
durch eine komplizierte Aufeinanderfolge verschiedener Prozessschritte,
welche in unterschiedlichen Prozessanlagen bzw. Prozesskammern durchgeführt werden.
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Um
optimale Prozessbedingungen zu gewährleisten, werden die einen
Prozessschritt beeinflussenden Prozessparameter in der Regel kontrolliert
und überwacht.
Zu diesen Parametern zählt
insbesondere die Oberflächentemperatur
eines Halbleiterwafers, welche beispielsweise während eines Prozessschritts
nicht außerhalb
eines vorgegebenen Temperaturbereichs liegen darf.
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Zum
Bestimmen der Oberflächentemperatur eines
Halbleiterwafers können
kontaktierende Temperaturerfassungselemente wie beispielsweise Thermoelemente
eingesetzt werden, welche die Oberfläche des betreffenden Halbleiterwafers
thermisch kon taktieren. Problematisch ist jedoch, dass ein in eine
Prozesskammer eingesetzter Halbleiterwafer zum Teil schwer zugänglich ist,
so dass sich die Herstellung eines thermischen Kontakts schwierig
und aufwendig gestalten kann. Zudem lassen sich mit kontaktierenden
Temperaturerfassungselementen keine Echtzeitmessungen durchführen, da
eine Temperaturveränderung
des Halbleiterwafers aufgrund der thermischen Zeitkonstante des
Wärmeübergangs
erst nach einer Zeitverzögerung über die
Temperaturerfassungselemente messbar ist.
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Weiterhin
bekannt sind berührungslose
Temperaturerfassungselemente wie etwa Pyrometer, bei welchen eine
Bestimmung der Oberflächentemperatur
eines Gegenstandes anhand der Strahlungsintensität der von der Oberfläche des
Gegenstandes ausgesandten Temperaturstrahlung erfolgt.
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In
einem Temperaturbereich unterhalb von 500°C sind handelübliche Pyrometer
in der Regel jedoch nicht auf einen Halbleiterwafer anwendbar, da die
Wellenlängen
der Temperaturstrahlung, mit denen diese Pyrometer arbeiten, in
einem Infrarot-Spektralbereich
liegen, in welchem der Halbleiterwafer transmittierend wirkt. Folglich
werden mit derartigen Pyrometern lediglich die Temperaturen von unterhalb
des Halbleiterwafers angeordneten Gegenständen wie beispielsweise aus
Aluminium bestehenden Waferauflagen gemessen.
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Es
existieren zwar Pyrometer, welche in einem zum Bestimmen der Oberflächentemperatur
eines Halbleiterwafers in einem Temperaturbereich unterhalb von
500°C erforderlichen
Infrarot-Spektralbereich arbeiten, in welchem ein Halbleiterwafer
nicht transmittierend wirkt. Grundsätzlich erfordert der Einsatz
von Pyrometern zum Bestimmen von Temperaturen eines Gegenstandes
jedoch eine genaue Kenntnis des Emissionsgrades der Oberfläche des betreffenden
Gegenstandes. Der Emissionsgrad ist aber stark abhängig von
der Wellenlänge
der Temperaturstrahlung, von der Temperatur und insbesondere von
der Oberflächenbeschaffenheit
eines Gegenstandes. Infolgedessen ergeben sich abhängig vom Typ
und vom Bearbeitungszustand eines Halbleiterwafers unterschiedliche
Emissionsgrade, wodurch ein genaues Bestimmen der Oberflächentemperatur erschwert
wird.
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Um
dieses Problem zu bewältigen,
können Vergleichsmessungen
zwischen einem Pyrometer und einem kontaktierenden Temperaturerfassungselement
durchgeführt
werden, um das berührungslose Messverfahren
mit einem Pyrometer auf verschiedene Typen und Oberflächenbeschaffenheiten
von Halbleiterwafern „anzulernen". Da dies für jeden
Typ eines Halbleiterwafers in Abhängigkeit seines Bearbeitungszustandes
wiederholt werden muss, gestaltet sich dieses Verfahren jedoch sehr
zeitintensiv und aufwendig.
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Bekannt
sind ferner sogenannte Verhältnis- oder
Quotientenpyrometer, welche aus zwei Pyrometern bestehen und bei
welchen eine Messung der Strahlungsintensität der Temperaturstrahlung eines Gegenstandes
bei zwei unterschiedlichen Wellenlängen durchgeführt wird,
wobei die Wellenlängen
so nahe beieinander liegen, dass der Emissionsgrad der Oberfläche des
Gegenstandes bei beiden Wellenlängen
im Wesentlichen identisch ist. Anhand einer Quotientenbildung der
zu den beiden Wellenlängen aufgenommenen
Strahlungsintensitäten
kann auf die Oberflächentemperatur
des betreffenden Gegenstandes geschlossen werden. Der große Vorteil
hierbei ist, dass durch die Quotientenbildung der Einfluss des Emissionsgrades
praktisch vernachlässigt
werden kann, wodurch die Oberflächentemperatur
des betreffenden Gegenstandes im Wesentlichen unabhängig von
dessen Oberflächenbeschaffenheit
bestimmt wird.
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Da
die bekannten Quotienpyrometer allerdings nur ausgelegt sind, die
Temperatur eines Gegenstandes in einem Temperaturbereich oberhalb von
500°C zu
bestimmen oder mit Wellenlängen
der Temperaturstrahlung arbeiten, welche in einem Spektralbereich
liegen, in welchem ein Halbleiterwafer transmittierend wirkt, sind
diese Quotientenpyrometer nicht zum Bestimmen der Oberflächentemperatur
eines Halbleiterwafers in einem Temperaturbereich unterhalb von
500°C geeignet.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, ein verbessertes
Verfahren bereitzustellen, mit dessen Hilfe die Oberflächentemperatur
eines Halbleiterwafers in einem Temperaturbereich unterhalb von
500°C unkompliziert
und mit einer hohen Genauigkeit bestimmt werden kann.
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Diese
Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche 1, 6,
12 und 14 gelöst. Weitere
vorteilhafte Ausführungsformen
sind in den abhängigen
Ansprüchen
angegeben.
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Erfindungsgemäß wird ein
Verfahren zum berührungslosen
Bestimmen der Oberflächentemperatur
eines Halbleiterwafers in einem Temperaturbereich unterhalb von
500°C vorgeschlagen,
bei welchem in einem ersten Verfahrensschritt die Strahlungsintensität der von
einer Oberfläche
des Halbleiterwafers emittierten Temperaturstrahlung bei einer ersten
Wellenlänge
und in einem zweiten Verfahrensschritt die Strahlungsintensität bei einer
zweiten Wellenlänge
aufgenommen wird, wobei die beiden Wellenlängen in einem Infrarot-Spektralbereich
liegen, in welchem der Halbleiterwafer nicht transmittierend wirkt
und wobei die Wellenlängen
so nahe beieinander liegen, dass der Emissionsgrad der Oberfläche des
Halbleiterwafers bei beiden Wellenlängen im Wesentlichen identisch
ist. Anschließend
wird in einem dritten Verfahrensschritt die Oberflächentemperatur
des Halbleiterwafers auf der Grundlage einer Quotientenbildung der
zu den beiden Wellenlängen aufgenommenen
Strahlungsintensitäten
bestimmt.
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Dieses
Verfahren ermöglicht
das berührungslose
Bestimmen der Oberflächentemperatur
eines Halbleiterwafers in einem Temperaturbereich unterhalb von
500°C mit
einer hohen Genauigkeit. Da die eingesetzten Wellenlängen so
nahe beieinander liegen, dass der Emissionsgrad der Oberfläche des Halbleiterwafers
bei beiden Wellenlängen
im Wesentlichen identisch ist und so mit durch die Quotientenbildung
der Einfluss des Emissionsgrades der Oberfläche des Halbleiterwafers vernachlässigt werden
kann, bedarf dieses Verfahren auch keiner Vergleichsmessungen mit
kontaktierenden Temperaturerfassungselementen, wodurch sich das
Verfahren unkompliziert und ohne großen Zeitaufwand durchführen lässt.
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Um
das Verfahren auf einen aus Silizium bestehenden Halbleiterwafer
anzuwenden, welcher einen Transmissionsbereich mit Wellenlängen von etwa
1μm bis
10μm aufweist,
müssen
die eingesetzten Wellenlängen
im Nah-Infrarot-Bereich unterhalb von 1μm oder am Ende des mittleren
Infrarot-Bereichs oberhalb von 10μm
liegen. Da sich Wellenlängen
unterhalb von 1μm
lediglich zum Bestimmen von Temperaturen oberhalb von 200°C eignen,
liegen bei der für
die Praxis relevanten Ausführungsform
die eingesetzten Wellenlängen
oberhalb von 10μm,
um die Oberflächentemperatur
eines aus Silizium bestehenden Halbleiterwafers insbesondere auch
in einem unteren Temperaturbereich unterhalb von 200°C zu bestimmen.
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Der
oben genannten Voraussetzung, dass die beiden eingesetzten Wellenlängen so
nahe beieinander liegen müssen,
dass der Emissionsgrad der Oberfläche des Halbleiterwafers bei
beiden Wellenlängen
im Wesentlichen identisch ist, steht die weitere Voraussetzung entgegen,
dass die beiden Wellenlängen
einen möglichst
großen
Abstand aufweisen müssen,
um die Quotientenbildung mit möglichst
unterschiedlichen Strahlungsintensitäten durchzuführen. Infolgedessen
weisen die beiden Wellenlängen in
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
einen Abstand zwischen 5% und 20%, vorzugsweise 10% einer Mittelwellenlänge auf,
welche aus einem Mittelwert der beiden Wellenlängen gebildet wird, um einen
Kompromiss zwischen diesen gegensätzlichen Voraussetzungen einzugehen.
Bei einem Abstand von 5% der Mittelwellenlänge ist zwar die Voraussetzung
eines nahen Abstands zwischen den beiden Wellenlängen und damit eines im Wesentlichen
identischen Emissionsgrades der Oberfläche bei beiden Wellenlängen sehr
gut erfüllt,
allerdings et was zum Nachteil möglichst
unterschiedlicher Strahlungsintensitäten. Ein guter Kompromiss zwischen
den beiden gegensätzlichen
Bedingungen wird bei einem Abstand von 10% der Mittelwellenlänge erzielt,
wodurch das Bestimmen der Oberflächentemperatur sehr
genau wird.
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Gemäß einer
weiteren vorteilhaften Ausführungsform
wird das Aufnehmen der Strahlungsintensitäten bei den beiden Wellenlängen zeitgleich
durchgeführt,
um die Oberflächentemperatur
des Halbleiterwafers in Echtzeit zu bestimmen.
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Erfindungsgemäß wird weiter
eine Vorrichtung zum berührungslosen
Bestimmen der Oberflächentemperatur
eines Halbleiterwafers in einem Temperaturbereich unterhalb von
500°C vorgeschlagen,
welche eine Pyrometereinrichtung und eine Auswerteeinrichtung aufweist,
wobei die Pyrometereinrichtung ausgelegt ist, die Strahlungsintensität der von
einer Oberfläche
des Halbleiterwafers emittierten Temperaturstrahlung bei einer ersten
Wellenlänge und
bei einer zweiten Wellenlänge
aufzunehmen, wobei die beiden Wellenlängen in einem Infrarot-Spektralbereich liegen,
in welchem der Halbleiterwafer nicht transmittierend wirkt und wobei
die Wellenlängen
so nahe beieinander liegen, dass der Emissionsgrad der Oberfläche des
Halbleiterwafers bei beiden Wellenlängen im Wesentlichen identisch ist,
und wobei die Auswerteeinrichtung ausgelegt ist, die Oberflächentemperatur
des Halbleiterwafers auf der Grundlage einer Quotientenbildung der
zu den beiden Wellenlängen
aufgenommenen Strahlungsintensitäten
zu bestimmen.
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Entsprechend
ermöglicht
diese Vorrichtung ein unkompliziertes Bestimmen der Oberflächentemperatur
eines Halbleiterwafers in einem Temperaturbereich unterhalb von
500°C mit
einer hohen Genauigkeit und ohne großen Zeitaufwand.
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In
der für
die Praxis relevanten Ausführungsform
ist die Pyrometereinrichtung ausgelegt, die Strahlungsintensität bei Wellenlängen oberhalb
von 10μm
aufzunehmen, um entsprechend dem oben erläuterten erfindungsgemäßen Verfahren
die Oberflächentemperatur
eines aus Silizium bestehenden Halbleiterwafers, insbesondere auch
in einem unteren Temperaturbereich unterhalb von 200°C zu bestimmen.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
weist die Pyrometereinrichtung zwei Pyrometer auf, um das Aufnehmen
der Strahlungsintensitäten bei
den beiden Wellenlängen
zeitgleich durchzuführen,
wodurch sich die Oberflächentemperatur
des Halbleiterwafers in Echtzeit bestimmen lässt.
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Erfindungsgemäß wird ferner
eine Prozesskammer für
einen Halbleiterwafer zum Durchführen des
Bestimmens der Oberflächentemperatur
des Halbleiterwafers gemäß dem oben
erläuterten
Verfahren vorgeschlagen, wobei die Prozesskammer ein für die von
der Oberfläche
des Halbleiterwafers emittierte Temperaturstrahlung durchlässiges Fenster aufweist.
Eine derartige Prozesskammer gestattet ein Aufnehmen der Strahlungsintensität der von
der Oberfläche
des Halbleiterwafers emittierten Temperaturstrahlung außerhalb
der Prozesskammer.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
besteht das Fenster aus Bariumfluorid. Dieses Material, welches
einen Transmissionsbereich mit Wellenlängen von 0,15μm bis 15μm aufweist,
ist im Gegensatz zu einem aus Quarzglas bestehenden Fenster dazu geeignet,
die zum Bestimmen der Oberflächentemperatur
eines aus Silizium bestehenden Halbleiterwafers erforderliche Temperaturstrahlung
bei Wellenlängen
oberhalb von 10μm
durchzulassen.
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Erfindungsgemäß wird des
weiteren ein Temperaturbestimmungssystem mit einer solchen Prozesskammer
und einer solchen Vorrichtung zum berührungslosen Bestimmen der Oberflächentemperatur
eines Halbleiterwafers in einem Temperaturbereich unterhalb von
500°C vorgeschlagen.
Mit Hilfe eines derartigen Temperaturbestimmungssystems kann die
Oberflächentemperatur
eines Halbleiterwafers beispielsweise während eines innerhalb der Prozesskammer
durchgeführten
Prozessschritts überwacht
werden.
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Die
Erfindung wird im folgenden anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:
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1 ein Ablaufdiagramm einer
Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum
Bestimmen der Oberflächentemperatur
eines aus Silizium bestehenden Halbleiterwafers,
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2 eine schematische Darstellung
einer Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Temperaturbestimmungssystems
mit einem Halbleiterwafer, und
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3 Ein Diagramm der Transmissions-
und Arbeitsbereiche der in 2 dargestellten
Komponenten des Temperaturbestimmungssystems und des Halbleiterwafers.
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1 zeigt ein Ablaufdiagramm
einer Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum
Bestimmen der Oberflächentemperatur
eines aus Silizium bestehenden Halbleiterwafers in einem Temperaturbereich
unterhalb von 500°C.
Hierbei wird die Strahlungsintensität der von einer Oberfläche des Halbleiterwafers
emittierten Temperaturstrahlung in einem ersten Verfahrensschritt 11 bei
einer ersten Wellenlänge λ1 oberhalb
von 10μm
und in einem zweiten Verfahrensschritt 12 bei einer zweiten
Wellenlänge λ2 oberhalb
von 10μm
aufgenommen. Vorzugsweise werden die Strahlungsintensitäten der von
der Oberfläche
des Halbleiterwafers senkrecht emittierten Temperaturstrahlung aufgenommen,
um jeweils die höchste
Strahlungsintensität
zu erhalten.
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Anschließend wird
in einem dritten Verfahrensschritt 13 die Oberflächentemperatur
des Halbleiterwafers auf der Grundlage einer Quotientenbildung der
zu den beiden Wellenlängen λ1 und λ2 aufgenommenen
Strahlungsintensitäten
bestimmt.
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Eine
wichtige Voraussetzung zum Durchführen dieses Verfahrens besteht
darin, dass die beiden Wellenlängen λ1, λ2 in einem
Infrarot-Spektralbereich liegen, in welchem der Halbleiterwafer
nicht transmittierend wirkt, um zu vermeiden, dass lediglich die
Strahlungsintensität
der Temperaturstrahlung von unterhalb des Halbleiterwafers angeordneten Gegenständen wie
beispielsweise Waferhalterungen aufgenommen wird und infolgedessen
nicht die Oberflächentemperatur
des Halbleiterwafers bestimmt wird. Bei dem vorliegend aus Silizium
bestehenden Halbleiterwafer erstreckt sich der Transmissionsbereich über Wellenlängen von
1μm bis
10μm. Zum
Bestimmen der Oberflächentemperatur
dieses Halbleiterwafers sind daher prinzipiell Wellenlängen unterhalb
von 1μm
oder Wellenlängen
oberhalb von 10μm
geeignet. Da sich der erstgenannte Wellenlängenbereich jedoch nur zum
Bestimmen von Oberflächentemperaturen
oberhalb von 200°C
eignet, werden bei dem in 1 dargestellten
Verfahren Strahlungsintensitäten
bei Wellenlängen
oberhalb von 10μm
aufgenommen, um insbesondere auch in einem unteren Temperaturbereich
unterhalb von 200°C
Oberflächentemperaturen
messen zu können.
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Eine
weitere wichtige Voraussetzung ist, dass die beiden Wellenlängen λ1, λ2 so nahe
beieinander liegen, dass der Emissionsgrad der Oberfläche des
Halbleiterwafers bei beiden Wellenlängen λ1, λ2 im Wesentlichen identisch
ist, wodurch der Einfluss des Emissionsgrades bei der in dem dritten
Verfahrensschritt 13 durchgeführten Quotientenbildung in erster
Näherung
vernachlässigt
werden kann. Hierdurch wird das Verfahren zum Bestimmen der Oberflächentemperatur
im Wesentlichen unabhängig
von den Oberflächeneigenschaften
des Halbleiterwafers, so dass auf aufwendige Vergleichsmessungen
mithilfe von kontaktierenden Temperaturerfassungselementen verzichtet
werden kann.
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Der
letztgenannten Voraussetzung eines nahen Abstands der beiden Wellenlängen λ1, λ2 steht allerdings
die Bedingung eines möglichst
großen
Abstands zwischen der ersten Wellenlänge λ1 und der zweiten Wellenlänge λ2 entgegen.
Hierbei wird der stark nichtlineare Zusammenhang zwischen der spektralen
spezifischen Ausstrahlung, d.h. dem Teil der Strahlungsenergie,
der zur Temperaturbestimmung herangezogen wird, und der Wellenlänge ausgenutzt,
um die Quotientenbildung mit möglichst
unterschiedlichen Strahlungsintensitäten durchzuführen und
so auf die Oberflächentemperatur
schließen zu
können.
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Es
muss folglich ein Kompromiss zwischen diesen beiden gegensätzlichen
Bedingungen eingegangen werden. Daher weisen die beiden Wellenlängen λ1, λ2 vorzugsweise
einen Abstand zwischen 5% und 20% einer Mittelwellenlänge auf,
welche aus einem Mittelwert der beiden Wellenlängen λ1, λ2 gebildet wird. Bei einem Abstand
von 5% dieser Mittelwellenlänge
ist die Bedingung eines nahen Abstands zwischen den beiden Wellenlängen λ1, λ2 und damit eines
im Wesentlichen identischen Emissionsgrades der Oberfläche bei
beiden Wellenlängen λ1, λ2 sehr gut
erfüllt,
allerdings etwas zu Ungunsten möglichst unterschiedlicher
Strahlungsintensitäten.
Bei einem Abstand von 20% der Mittelwellenlänge liegen entsprechend umgekehrte
Verhältnisse
vor. Ein guter Kompromiss wird bei einem Abstand von 10% der Mittelwellenlänge erzielt,
wodurch die Oberflächentemperatur
des Halbleiterwafers sehr genau bestimmt werden kann.
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2 zeigt eine schematische
Darstellung einer Ausführungsform
eines erfindungsgemäßen Temperaturbestimmungssystems 1,
welches eine Temperaturbestimmungsvorrichtung 2 und eine
Prozesskammer 6 aufweist, innerhalb derer ein aus Silizium
bestehender Halbleiterwafer 8 angeordnet ist. Mit Hilfe
dieses Temperaturbestimmungssystems 1 kann die Oberflächentemperatur
des Halbleiterwafers 8 entsprechend dem in 1 dargestellten Verfahren berührungslos
bestimmt werden, um beispielsweise einen innerhalb der Prozesskammer 6 durchgeführten Prozessschritt
zu überwachen.
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Die
Prozesskammer 6 weist ein für die von der Oberfläche des
Halbleiterwafers 8 emittierte Temperaturstrahlung transparen tes
Fenster 7 auf. Für
den vorliegenden Fall des aus Silizium bestehenden Halbleiterwafers 8 besteht
das Fenster 7 aus Bariumfluorid (BaF2),
bei welchem sich der Transmissionsbereich über Wellenlängen von 0,15μm bis 15μm erstreckt.
Folglich steht zum Bestimmen der Oberflächentemperatur des Halbleiterwafers 8 ein
Wellenlängenbereich
der Temperaturstrahlung von 10μm bis
15μm zur
Verfügung.
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Die
Temperaturbestimmungsvorrichtung 2 weist eine Pyrometereinrichtung 3 auf,
welche ausgelegt ist, die Strahlungsintensität der von der Oberfläche des
Halbleiterwafers 8 emittierten und durch das Fenster 7 transmittierten
Temperaturstrahlung bei der ersten und zweiten Wellenlänge λ1, λ2 entsprechend
dem ersten und zweiten Verfahrensschritt 11, 12 des
in 1 dargestellten Verfahrens
zeitgleich aufzunehmen. Die Pyrometereinrichtung 3 weist
hierzu ein erstes Bandstrahlungspyrometer P1 und ein zweites Bandstrahlungspyrometer
P2 auf. Diese gleichartigen Bandstrahlungspyrometer P1, P2 sind
auf Temperaturstrahlung in einem Wellenlängenbereich von 8μm bis 14μm sensitiv,
wodurch die Pyrometereinrichtung 3 zum Aufnehmen der Strahlungsintensität der Temperaturstrahlung
des Halbleiterwafers 8 auf einen Wellenlängenbereich
zwischen 10μm
und 14μm
eingeschränkt
ist.
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Zur
Festlegung der erforderlichen beiden Wellenlängen λ1, λ2 sind zwei als optische Bandfilter ausgebildete
Filter F1, F2 vorgesehen. Über
den ersten Filter F1 wird beispielsweise eine Wellenlänge von
11μm und über den
zweiten Filter F2 eine Wellenlänge
von 12μm
eingestellt.
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Wie 2 zeigt, sind die beiden
Bandstrahlungspyrometer P1, P2 vorzugsweise senkrecht über der
Oberfläche
des Halbleiterwafers 8 angeordnet, wodurch die Strahlungsintensitäten der
von der Oberfläche
senkrecht emittierten Temperaturstrahlung aufgenommen werden können, um
jeweils die höchste
Strahlungsintensität
zu erhalten. Sofern ein senkrechter Zugang zur Oberfläche des
Halbleiterwafers 8 bedingt durch ungenü gende Platzverhältnisse
innerhalb der Prozesskammer 6 nicht möglich ist, kann die von der
Oberfläche
des Halbleiterwafers 8 senkrecht emittierte Temperaturstrahlung
auch mithilfe einer abbildenden Optik, beipielsweise über Lichtleiter,
zu den Bandstrahlungspyrometern P1, P2 gelenkt werden.
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Die
Temperaturbestimmungsvorrichtung 2 weist weiter eine an
die beiden Bandstrahlungspyrometer P1, P2 angeschlossene Auswerteeinrichtung 4 auf,
welche ausgelegt ist, die Oberflächentemperatur des
Halbleiterwafers 8 entsprechend dem dritten Verfahrensschritt 13 des
in 1 dargestellten Verfahrens
auf der Grundlage einer Quotientenbildung der zu den beiden Wellenlängen λ1, λ2 aufgenommenen Strahlungsintensitäten zu bestimmen.
Die Auswerteeinrichtung 4 ist weiter mit einem Anzeigeelement 5 zum
Anzeigen der über
die Auswerteeinrichtung bestimmten Oberflächentemperatur verbunden.
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Die
in 2 dargestellte Auswerteeinrichtung 4 kann
als Computerprogramm eines Auswertecomputers realisiert sein, welcher
mit den Bandstrahlungspyrometern P1, P2 verbunden wird. Alternativ ist
es möglich,
die Auswerteeinrichtung 4 als eigenständiges Gerät auszubilden, bei welchem
das Anzeigeelement 5 anschließbar oder als integrierter
Bestandteil der Auswerteeinrichtung 4 verwirklicht ist.
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Auch
für das
dargestellte Temperaturbestimmungssystem 1 existieren unterschiedliche
Ausführungsformen.
Die Temperaturbestimmungsvorrichtung 2 und die Prozesskammer 6 können sowohl
zusammen in einem Gerät
als auch als voneinander getrennte Bestandteile realisiert sein.
Die Temperaturbestimmungsvorrichtung 2 allein könnte beispielsweise
auch zum Bestimmen der Oberflächentemperatur
eines auf einer Waferauflage gelagerten Halbleiterwafers herangezogen
werden.
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Die
vorliegend aus den zwei Bandstrahlungspyrometern P1, P2 und den
zwei Filtern F1, F2 bestehende Pyrometereinrichtung 3 entspricht
einem Quotientenpyrometer, welches wie oben erläu tert mit Wellenlängen am
Ende des mittleren Infrarot-Spektralbereichs zwischen 10μm und 14μm arbeitet,
um anhand der aufgenommenen Strahlungsintensitäten die Temperatur eines aus
Silizium bestehenden Halbleiterwafers zu bestimmen. Ein solches
Quotientenpyrometer kann auch auf andere Art und Weise realisiert
werden.
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Als
alternative Ausgestaltung ist vorstellbar, Bandstrahlungspyrometer
P1, P2 einzusetzen, welche in anderen als dem angegebenen Wellenlängenbereich
von 8μm
bis 14μm
oder welche jeweils in unterschiedlichen Wellenlängebereichen sensitiv sind. Möglich ist
es auch, Gesamtstrahlungspyrometer einzusetzen, deren Empfindlichkeit
etwa 90% der emittierten Temperaturstrahlung umfasst.
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Ferner
besteht die Möglichkeit,
anstelle der Bandstrahlungspyrometer P1, P2 und der Filter F1, F2
zum Festlegen der beiden Wellenlängen λ1, λ2 Spektralpyrometer
einzusetzen, welche jeweils in einem sehr engen Wellenlängenbereich
empfindlich sind. Gegenüber
Spektralpyrometern hat der Einsatz von Bandstrahlungspyrometern
und Filtern jedoch den Vorteil einer höheren Variabilität, da die
eingesetzten Wellenlängen
mithilfe unterschiedlicher Filter variabel eingestellt werden können.
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Es
ist weiterhin denkbar, anstelle der zwei Bandstrahlungspyrometer
P1, P2 lediglich ein Bandstrahlungspyrometer zu verwenden und das
Aufnehmen der Strahlungsintensität
der Temperaturstrahlung zu den zwei Wellenlängen λ1, λ2 nacheinander mit zwei unterschiedlichen
Filtern durchzuführen. Hierdurch
können
zwar Kosten eingespart werden, jedoch hat die in 2 dargestellte Ausführungsform mit den zwei Bandstrahlungspyrometern
P1, P2 den Vorteil, dass durch das zeitgleiche Aufnehmen der Strahlungsintensität bei den
zwei unterschiedlichen Wellenlängen λ1, λ2 die Oberflächentemperatur
des Halbleiterwafers 8 in Echtzeit bestimmt werden kann.
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Eine
wichtige Voraussetzung bei diesen möglichen Ausgestaltungen einer
Pyrometereinrichtung besteht in der Abstimmung der Arbeitsbereiche der
Pyrometer und der Filter auf den zur Verfügung stehenden Wellenlängenbereich
der Temperaturstrahlung, welcher durch die Transmissionsbereiche des
zu messenden Halbleiterwafers und des Fensters vorgegeben wird.
Um dies zu veranschaulichen zeigt 3 ein
Diagramm 9 der Transmissions- bzw. Arbeitsbereiche der
in 2 dargestellten Komponenten
des Temperaturbestimmungssystems 1 und des Halbleiterwafers 8 in
Abhängigkeit
der Wellenlänge λ der Temperaturstrahlung.
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Der
aus Silizium bestehende Halbleiterwafer 8 weist einen Transmissionsbereich
Tr8 mit Wellenlängen zwischen 1μm und 10μm auf. Um
die Oberflächentemperatur
des Halbleiterwafers 8 insbesondere auch in einem unteren
Temperaturbereich unterhalb von 250°C zu bestimmen, muss die Strahlungsintensität der von
der Oberfläche
des Halbleiterwafers 8 emittierten Temperaturstrahlung
bei Wellenlängen oberhalb
von 10μm
aufgenommen werden.
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Das
verwendete Fenster 7 aus Bariumfluorid weist einen Transmissionsbereich
Tr7 mit Wellenlängen zwischen 0,15μm und 15μm auf, wodurch
der zum Aufnehmen der Strahlungsintensität zur Verfügung stehende Wellenlängenbereich
auf Wellenlängen
zwischen 10μm
und 15μm
begrenzt ist. Dieser Bereich ist durch die strichpunktierten vertikalen
Linien in dem Diagramm 9 gekennzeichnet.
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Mithilfe
des ersten Filters F1 und des zweiten Filters F2, welche in einem
ersten Transmissionsbereich TrF1 bei einer
Wellenlänge
von 11μm
und in einem zweiten Transmissionsbereich TrF2 bei
einer Wellenlänge
von 12μm
transparent sind, werden die erste Wellenlänge λ1 und die zweite Wellenlänge λ2 festgelegt.
Diese beiden Wellenlängen λ1, λ2 sind jeweils
durch die durchgezogenen vertikalen Linien in dem Diagramm 9 gekennzeichnet.
Zur besseren Veranschaulichung sind die Transmissionsbereiche TrF1, TrF2 der Filter
F1, F2 verbreitert dargestellt.
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Mit
den beiden Pyrometern P1, P2, welche jeweils einen Arbeitsbereich
AP mit Wellenlängen zwischen 8μm und 14μm aufweisen,
wird die Strahlungsintensität
der Temperaturstrahlung des Halbleiterwafers 8 zu den beiden
Wellenlängen λ1, λ2 aufgenommen.
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Das
in 1 dargestellte Verfahren
sowie das in 2 dargestellte
Temperaturbestimmungssystem 1 eignet sich zum Bestimmen
der Oberflächentemperatur
eines aus Silizium bestehenden Halbleiterwafers. Grundsätzlich kann
mit einem solchen Verfahren und einem solchen Temperaturbestimmungssystem
auch die Oberflächentemperatur eines
aus einem anderen Material bestehenden Halbleiterwafers in einem
Temperaturbereich unterhalb von 500°C bestimmt werden, sofern die
eingesetzten zwei Wellenlängen
in einem Infrarot-Spektralbereich liegen, in welchem der Halbleiterwafer nicht
transmittierend wirkt. Entsprechend müssen die Komponenten des Temperaturbestimmungssystems aufeinander
abgestimmte Transmissions- bzw. Arbeitsbereiche aufweisen, um die
Strahlungsintensität der
Temperaturstrahlung zu diesen beiden Wellenlängen aufzunehmen.
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- 1
- Temperaturbestimmungssystem
- 2
- Temperaturbestimmungsvorrichtung
- 3
- Pyrometereinrichtung
- 4
- Auswerteeinrichtung
- 5
- Anzeigeelement
- 6
- Prozesskammer
- 7
- Fenster
- 8
- Halbleiterwafer
- 9
- Diagramm
der Transmissions-/Arbeitsbereiche
- 11,
12, 13
- Verfahrensschritt
- P1
- Erstes
Bandstrahlungspyrometer
- P2
- Zweites
Bandstrahlungspyrometer
- F1
- Erster
Filter
- F2
- Zweiter
Filter
- λ
- Wellenlänge
- λ1
- Erste
Wellenlänge
- λ2
- Zweite
Wellenlänge
- Tr7
- Transmissionsbereich
des Fensters
- Tr8
- Transmissionsbereich
des Halbleiterwafers
- TrF1
- Transmissionsbereich
des ersten Filters
- TrF2
- Transmissionsbereich
des zweiten Filters
- AP
- Arbeitsbereich
der Bandstrahlungspyrometer