DE10217765A1 - Verfahren zum Auffinden und/oder Klassifizieren von Akupunkturpunkten auf der Haut - Google Patents
Verfahren zum Auffinden und/oder Klassifizieren von Akupunkturpunkten auf der HautInfo
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Abstract
Es wird ein Verfahren zum Auffinden und/oder Klassifizieren von Akupunkturpunkten auf der Haut beschrieben, wobei mittels wenigstens einer ersten Elektrode ein Wechselspannungssignal in die Haut eingeleitet wird und wobei mittels einer zweiten Elektrode ein Strom- und/oder Spannungssignal abgegriffen wird, dessen Veränderung zur Beurteilung des Vorliegens oder Nichtvorliegens eines Akupunkturpunktes verwendet wird. Das Verfahren wird derart verbessert, dass es Ergebnisse liefert, welche auch von einem Laien leicht interpretiert werden können und die vorzugsweise so eindeutig sind, dass sie auch automatisch von einem Computer oder Mikroprozessor dahingehend beurteilt werden können, ob ein Akupunkturpunkt vorliegt oder nicht. Hierzu enthält das Wechselspannungssignal mehrere Frequenzen, oder die Frequenz des Wechselspannungssignals verändert sich periodisch. Zur Beurteilung des Vorliegens oder Nichtvorliegens und/oder zur Klassifizierung eines Akupunkturpunktes wird die Impedanz oder ein Teil der Impedanz in Abhängigkeit von der Frequenz verwendet. Es wird weiterhin eine Vorrichtung dieses Verfahrens beschrieben.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Auffinden von Akupunkturpunkten auf der Haut nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens.
- Ein Hauptproblem bei der Akupunktur besteht darin, die Akupunkturpunkte zu finden und diese gegebenenfalls noch nach ihrer Art zu klassifizieren. Erfahrene Akupunkteure können diese Aufgabe ohne technische Hilfsmittel meistern, hierzu bedarf es jedoch eines sehr großen Spezialwissens und jahrelanger Erfahrung. Da Akupunktur auch im europäischen und amerikanischen Kulturkreis zusehends als Alternative oder Ergänzung zur klassischen Schulmedizin angesehen wird, besteht zunehmend der Bedarf dafür, dass auch weniger spezialisierte Ärzte oder Laien/Patienten diese Technik anwenden können. Hierzu bedarf es jedoch technischer Unterstützung, damit der Arzt oder Patient sicher die richtigen Akupunkturpunkte findet.
- Um dieses Bedürfnis zu befriedigen, sind bereits zahlreiche Geräte entwickelt worden, mittels derer Akupunkturpunkte durch Widerstands- oder Impedanzmessungen gefunden werden können. All diese Geräte nutzen den Umstand aus, dass sich die elektrischen Eigenschaften eines Akupunkturpunktes von denjenigen der umliegenden Haut unterscheiden.
- Bei den einfachsten dieser Vorrichtungen wird über eine erste Elektrode eine Gleichspannung an die Haut angelegt und die Haut mit einer zweiten spitzenförmigen Elektrode abgetastet. Somit kann die Potentialdifferenz zwischen den beiden Elektroden und damit auch der ohmsche Widerstand der Haut gemessen werden. Ein Akupunkturpunkt wird dadurch erkannt, dass der Widerstandswert an einem Akupunkturpunkt gegenüber dem Widerstandswert an der umliegenden Haut geringer ist.
- Diese Messmethode hat insbesondere den Nachteil, dass ein großer Teil des Spannungsabfalls schon am Übergang zwischen den Elektroden und der Haut geschieht und somit die Messung grundsätzlich mit einer großen Störgröße behaftet ist. Schon allein dieser Fehler liegt wenigstens in der gleichen Größenordnung wie der zu messende Effekt, was dazu führt, dass die Messergebnisse häufig nicht sehr aussagekräftig sind (Polarisationsspannung der Elektroden). Ein anderes Problem bei dieser Methode liegt auch darin, dass die gemessenen Widerstandswerte auch aufgrund anderer Einflüsse sehr stark schwanken können.
- Eine gewisse Verbesserung kann dadurch erzielt werden, dass statt eines Gleichspannungssignals ein Wechselspannungssignal in die Haut eingespeist wird und anstatt des ohmschen Widerstandes die Hautimpedanz gemessen wird. Ein solches Verfahren und eine zur Durchführung dieses Verfahrens geeignete Vorrichtung ist beispielsweise in der US 5,339,827 beschrieben. Jedoch auch hier besteht das Problem, dass der ohmsche Widerstand zwischen Elektrodenspitze und Haut in das Gesamtergebnis der Impedanzmessung einfließt und es praktisch nicht zu verhindern ist, dass sich dieser Widerstandswert beim Bewegen der Elektrodenspitze über die Haut verändert, so dass auch das so gewonnene Ergebnis unsicher und stark interpretationsbedürftig ist.
- Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Auffindung und/oder Klassifizierung von Akupunkturpunkten zu schaffen, das Ergebnisse liefert, welche auch von einem Laien leicht interpretiert werden können und die vorzugsweise so eindeutig sind, dass sie auch automatisch von einem Computer oder Mikroprozessor dahingehend beurteilt werden können, ob ein Akupunkturpunkt vorliegt oder nicht.
- Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
- Das erfindungsgemäße Verfahren macht sich die experimentell gewonnene Erkenntnis zunutze, dass sich beim Übergang von umgebender Haut zu einem Akupunkturpunkt nicht nur der Absolutbetrag des ohmschen Widerstandes, oder der Absolutbetrag der Impedanz bei gegebener Frequenz verändert, sondern dass sich auch die Impedanz als Funktion der Frequenz ändert. Diese Änderungen sind zumindest teilweise unabhängig von dem ohmschen Beitrag, den der Übergang zwischen Elektrodenspitze und Haut zur Gesamtimpedanz liefert. Damit kann der wichtigste Fehlerbeitrag der Messung gemäß früheren Messmethoden eliminiert werden, wodurch das Ergebnis wesentlich einfacher zu interpretieren ist.
- Besonders bevorzugt können als Kriterien für das Vorliegen eines Akupunkturpunktes Frequenzverschiebungen charakteristischer Punkte innerhalb der Ortskurven und/oder Übertragungsfunktionen und/oder Phasenverschiebungen beobachtet werden. Die zu detektierenden Frequenzverschiebungen sind in der Regel derart signifikant, dass sie zweifelsfrei automatisch von einem Mikroprozessor erkannt werden können, so dass es möglich ist, den Benutzer mit dem ihn interessierenden Ergebnis, Akupunkturpunkt liegt vor/Akupunkturpunkt liegt nicht vor, zu versorgen, ohne dass der Benutzer elektrische Messergebnisse zu interpretieren braucht.
- Eine Einspeisung der verschiedenen Frequenzkomponenten kann entweder durch Einspeisen eines einzigen Signals, das aus Überlagerung vieler Frequenzanteile besteht, oder durch Einspeisen eines Signals, dessen Frequenz sich zeitlich verändert, geschehen. In dem Fall, dass ein gewisser Frequenzbereich durchfahren wird, ist es sinnvoll, den Frequenzerzeuger und diejenige Einheit, die das Ausgangssignal auswertet, zeitlich zu synchronisieren.
- Die Erfindung wird nun anhand eines Ausführungsbeispiels mit bezug auf die Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1 eine schematische Darstellung des Messprinzips anhand eines Ausführungsbeispiels,
- Fig. 2 eine Schaltung zur Messung der Hautimpedanz mit zwei Elektroden,
- Fig. 3 eine weitere Schaltung zur Messung der Hautimpedanz mit vier Elektroden,
- Fig. 4 gemessene Verläufe verschiedener Ortskurven von Hautimpedanzen und deren Real- und Imaginärteile als Funktion der Frequenz,
- Fig. 5 Übertragungsfunktionen und Phasenverschiebungen unterschiedlicher Impedanzmessungen.
- In Fig. 1 ist eine Möglichkeit zur Messung und Auswertung schematisch dargestellt. In einem ersten Schritt werden mittels eines Frequenzgenerators harmonische Schwingungen erzeugt, deren Amplituden jeweils konstant bleiben, deren Frequenzen aber verändert werden. Hier wird beispielsweise ein Frequenzbereich zwischen 10 mHz und 10 kHz durchlaufen. Dieses sich verändernde Sinussignal wird einerseits einem Verstärker zugeführt, in dem es beispielsweise auf Scheitelspannungen von ±10 Volt verstärkt und von diesem auf die Haut geleitet wird. Weiterhin wird dieses Signal einer Auswerteeinheit zugeführt, worauf später noch eingegangen wird. In der hier gewählten Darstellung wird sowohl die Frequenz f, als auch die Kreisfrequenz ω benutzt, wobei ω = 2π × f gilt.
- Der Strom I1(t) des vom Verstärker erzeugten Eingangssignals U1(t) wird über eine erste Elektrode in die Haut eingespeist. Über eine zweite Elektrode wird das Ausgangssignal U2(t) abgegriffen. Eine mögliche Schaltung ist in Fig. 2 gezeigt. Außerdem sieht man ein Beispiel für die Einspeisung des Stroms in die Haut. Wenn eine Beschaltung wie in Fig. 2 gezeigt gewählt wird, ergibt sich der Betrag der Impedanz der Haut für jede Frequenz zu
|ZHaut| = Û2/Û1R,
wobei Û1 und Û2 die Amplituden der Wechselspannungssignale sind und durch R der maximale Strom durch die Haut vorgegeben wird. Die Amplitude Û1 wird vorzugsweise konstant gewählt, kann aber für jede Frequenz beliebig sein. Die Amplitude Û2 des Ausgangssignals ist für jede Frequenz verschieden. Das Eingangssignal U1(t) und das Ausgangssignal U2(t) werden nun der Auswertung zugeführt. Durch Bestimmung der Phasenverschiebung Δφ zwischen dem Ein- und Ausgangssignal und durch eine entsprechende Quotientenbildung der Amplituden unter Berücksichtigung der Vorwiderstände werden der Realteil und Imaginärteil der Hautimpedanz und die Übertragungsfunktion bestimmt. Im hier näher beschriebenen Ausführungsbeispiel wird für das weitere nur der Imaginärteil der Impedanz und die Übertragungsfunktion benötigt, es sind jedoch auch Auswerteverfahren denkbar, die nur den Realteil und/oder die Übertragungsfunktion oder Realteil, Imaginärteil und Übertragungsfunktion oder die genannten Verfahren mit zusätzlicher Berücksichtigung der Phasenverschiebung nutzen. Die Messung erfolgt in der Regel in diskreten Frequenzintervallen, so dass nur eine endliche Anzahl von Messpunkten innerhalb der Funktionen vorliegt. - Im folgenden wird Bezug auf die Fig. 4 und 5 genommen. Dort sind in jedem Diagramm jeweils gemessene Kurvenverläufe an einem Nicht-Akupunkturpunkt - nAP -, und zweier Lungenakupunkturpunkte - Lu9 und Lu11 - dargestellt.
- Im nun folgenden Verfahrensschritt wird der Verlauf des Imaginärteils der Impedanz als Funktion der Frequenz bestimmt. Hierzu benötigt man den jeweiligen Momentanwert der Frequenz, der vom Frequenzgenerator eingespeist wird. Typische Verläufe des Imaginärteils der Hautimpedanz Z sowie typische Verläufe des Realteils von Z sind in Fig. 4 dargestellt, in der man erkennt, dass der Imaginärteil der Impedanz zwischen 10 und 100 Hz ein Extremum aufweist. Weiterhin erkennt man anhand Fig. 4, dass sich dieses Extremum zu höheren Frequenzen hin verschiebt, wenn ein Akupunkturpunkt erreicht wird; die Punkte a und b ergeben Δf1 im unteren Diagramm der Fig. 4. Der Wendepunkt des Realteils weist ebenso eine charakteristische Verschiebung zu höheren Frequenzen hin auf, sobald ein Akupunkturpunkt erreicht wird; die Punkte a und b im mittleren Diagramm der Fig. 4 ergeben die Frequenzverschiebung Δf1. Weiterhin sieht man anhand dieser Figur, dass sich auch die Beträge der Real- und Imaginärteile bei Erreichen eines Akupunkturpunktes wesentlich verringern und zwar über einen sehr großen Frequenzbereich hinweg - siehe z. B. ΔR im mittleren Diagramm der Fig. 4. Im oberen Diagramm ist die Ortskurve dargestellt. Über den gesamten Verlauf erhält man völlig unterschiedliche Werte bei Akupunkturpunkten.
- Der Effekt des Verschiebens des Imaginärteil-Extremums und/oder des Realteil- Wendepunktes kann zum Auffinden von Akupunkturpunkten genutzt werden. Es wird demnach ständig geprüft, ob sich die Lage dieses Extremums verschiebt und wenn dies eintritt, so liegt zumindest ein Indiz für das Vorliegen eines Akupunkturpunktes vor. Es ist möglich, weitere Tests zur Verifikation vorzunehmen, beispielsweise zu überprüfen, ob gleichzeitig mit der Verschiebung des Extremums auch eine Gesamterniedrigung der Impedanz erfolgt ist, oder man kann sich auch allein auf die Verschiebung des Extremums verlassen und allein dieses für eine Ausgabe, beispielsweise in Form eines akustischen oder optischen Signals nutzen.
- Weiterhin können die Eigenschaften der Übertragungsfunktion und der Phasenverschiebung als Beurteilungskriterien herangezogen werden. Es lässt sich eine Grundverstärkung bzw. Grunddämpfung aus einer Extrapolation des Plateaus der Übertragungsfunktion bei kleinen Frequenzen zur y-Achse hin berechnen. Dies sind die Extrapolationspunkte Punkte a und b im oberen Diagramm der Fig. 5. Abhängig von den elektrischen Bauteilen der verwendeten Verstärkerschaltung erhält man bei Akupunkturpunkten entweder eine Verstärkung oder Dämpfung des Eingangssignals. Zur Detektion und Klassifizierung der Akupunkturpunkte ist eine Dämpfung von Vorteil, weil dadurch die Spannungsversorgung der Schaltung keine Grenzen setzt. Würde das Signal verstärkt, dann könnte es vorkommen, dass vorhandene Operationsverstärker in die Sättigung steuern und eine Auswertung nicht mehr möglich ist. Die Sättigung kann z. B. durch Anlegen größerer Versorgungsspannungen umgangen werden. Durch Verwenden der Schaltung in Fig. 2 erreicht man eine Dämpfung der Eingangsspannung bei geeigneter Wahl der Widerstands R. Dies kommt durch einen negativen extrapolierten Wert der Übertragungsfunktion zum Ausdruck. Im umliegenden Gewebe des Akupunkturpunktes und allgemein bei Nicht-Akupunkturpunkten erhält man positive extrapolierte Werte.
- Die Übertragungsfunktion kann in mehrere Bereiche unterteilt werden. Das erwähnte Plateau reicht bis zu einer charakteristischen Frequenz, der sog. Knickfrequenz, danach schließt sich ein Bereich an, der zu größeren Frequenzen hin immer negativer wird, d. h. alle Signale mit größeren Frequenzen als der charakteristischen werden immer stärker gedämpft. Dies ist ein typisches Tiefpassverhalten und entspricht dem bekannten äquivalenten elektrischen Ersatzschaltbild der Haut. Es hat sich gezeigt, dass nicht bei allen Akupunkturpunkten eine genau definierte Knickstelle zu finden ist, sondern dass die Übertragungsfunktion sogar zwei Knickstellen hat bzw. einen runden Verlauf zeigt. Im Beispiel in Fig. 5, oberes Diagramm, erkennt man zwei Knickstellen f1 und f2, eine bei ca. 10 Hz und eine bei ca. 100 Hz. Andere Übertragungsfunktionen zeigen bei Akupunkturpunkten einen exakteren Knick als bei Nicht-Akupunkturpunkten. Dies definiert dann eine Frequenzdifferenz Δf in Fig. 5 oben. Bei großen Frequenzen etwa ab 1 kHz fallen die Übertragungsfunktionen von nicht-Akupunkturpunkten und Akupunkturpunkten zusammen, es ist in diesem Frequenzbereich keine Unterscheidung im elektrischen Verhalten mehr möglich.
- Die Phasenverschiebung in Fig. 5, unteres Diagramm, weist ebenso eine Frequenzverschiebung ihres Extremums bei Messungen an Akupunkturpunkten auf, siehe Punkte a, b und c im unteren Diagramm. Die Frequenzverschiebungen liegen aber bei viel größeren Frequenzen als die Verschiebung bei den Imaginär- und Realteilen. Außerdem ist der gesamte Verlauf der Phasenverschiebung bei Akupunkturpunkten verändert (z. B. Δψ). Auch bei der Phasenverschiebung ist eine Untersuchung der Wendepunkte möglich.
- Die gesamte eben beschriebene Auswertung der Messspannung kann nach vorgegebenen Kriterien vollautomatisch erfolgen, beispielsweise kann das gesamte Auswerteprogramm in einen Mikroprozessor implementiert werden, oder es kann ein universeller Computer über eine Messkarte und einem speziell hierfür geschriebenen Programm die oben beschriebene Auswertung vornehmen.
- Wie aus den Fig. 4 und 5 zu sehen ist, kann nicht nur die Verschiebung eines Extremwertes des Imaginärteils als Kriterium herangezogen werden, sondern beispielsweise auch die Verschiebung eines Wendepunktes des Realteiles, eine Verschiebung des Maximums der Ortskurve, eine Änderung des Verstärkungsverhaltens (Verschiebung der Knickfrequenz der Übertragungsfunktion) oder das Auftreten mehrer Knickstellen in der Übertragungsfunktion oder eine Verschiebung eines Extremums der Phasenverschiebung. Diese Darstellungen sind teilweise äquivalent zueinander, wobei die Auftragung von Imaginärteil und Realteil als Funktion der Frequenz und die Übertragungsfunktion mit Phasenverschiebung die meisten Informationen beinhaltet.
- Durch die Nutzung nicht nur einer Frequenz zur Impedanzmessung, sondern durch die Nutzung eines ganzen Frequenzbandes oder zumindest zahlreicher diskreter Frequenzen kann, wie man sieht, die Informationsmenge stark erhöht werden, so dass die Sicherheit bei der Auffindung eines Akupunkturpunktes erhöht werden kann. Insbesondere kann die Frequenzverschiebung von charakteristischen Punkten als Kriterium des Vorliegens oder Nichtvorliegens eines Akupunkturpunktes verwendet werden, was die Möglichkeit der Fehlmessung stark vermindert. Wie man anhand von Fig. 1 sehen kann, können die so gewonnenen Daten nicht nur zum Auffinden, sondern auch zum Qualifizieren eines Akupunkturpunktes verwendet werden.
- Beim oben dargestellten Ausführungsbeispiel wird ein Frequenzbereich durchfahren, wobei zu jedem Zeitpunkt eine nahezu harmonische Schwingung vorliegt. Alternativ hierzu ist es, wie oben beschrieben, auch möglich; ein breitbandiges Frequenzgemisch in die Haut einzuleiten. Die Auswertung wird hierdurch zwar komplizierter, jedoch hat diese Methode den Vorteil, dass die benötigte Information wesentlich schneller gewonnen werden kann. Zur Auswertung muss hier die Ein- und Ausgangspannung U1(t) und U2(t) zunächst wieder in ihre unterschiedlichen Frequenzanteile zerlegt werden, was beispielsweise durch eine Fourier- Transformation erfolgen kann. Zur Auswertung werden die Amplituden und Phasenverschiebungen der Signale berechnet. Da die Frequenzen beliebig gewählt werden können, gibt es unterschiedliche Methoden Frequenzabstände zu nutzen. Eine Möglichkeit ist z. B., dass die Punkte in der Ortskurvendarstellung einen konstanten Abstand haben, eine solche Methode mit Auswertung durch Fouriertransformation ist beispielsweise in einem Aufsatz von A. Searle und L. Kirkup im Physiol. Meas. 20 (1999), Seiten 103-114 im Zusammenhang mit allgemeinen Hautimpedanzmessungen beschrieben. Konstante Punktabstände in der Übertragungsfunktion stellt eine zweite Möglichkeit dar, was vorteilhafter bei Messungen an Akupunkturpunkten ist, da die Übertragungsfunktion wesentliche Beurteilungskriterien zur Klassifikation der Akupunkturpunkte liefert.
- In Fig. 3 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Schaltung dargestellt, mittels derer die eigentliche Hautimpedanzmessung durchgeführt werden kann. Hier werden insgesamt vier Elektroden verwendet, wodurch eine verbesserte Messsicherheit erzielt werden kann. Durch zwei Elektroden (1 und 2) wird der Strom eingespeist, durch zwei weitere (3 und 4), die an anderen Hautstellen aufgebracht werden, wird die Spannung U2 über einen Differenzverstärker ausgewertet. Die Auswertung erfolgt dann wie oben beschrieben. Durch die Verwendung dieser sogenannten Vierpolmessung kann die Polarisation der Elektroden vermieden werden. Allgemein kann jede Schaltung benutzt werden, die für eine Strombegrenzung sorgt, so dass eine Gefährdung des Probanden während der Messung ausgeschlossen ist.
Claims (14)
1. Verfahren zum Auffinden und/oder Klassifizieren von Akupunkturpunkten auf
der Haut, wobei mittels wenigstens einer ersten Elektrode ein
Wechselspannungssignal in die Haut eingeleitet wird und wobei mittels einer
zweiten Elektrode ein Strom- und/oder Spannungssignal abgegriffen wird,
dessen Veränderung zur Beurteilung des Vorliegens oder Nichtvorliegens
eines Akupunkturpunktes verwendet wird,
dadurch gekennzeichnet, dass das Wechselspannungssignal aus einer
Überlagerung mehrerer Spannungen mit verschiedenen Frequenzen besteht,
oder die Frequenz des Wechselspannungssignals in einem bestimmten
Bereich verändert wird und dass zur Beurteilung des Vorliegens oder
Nichtvorliegens und/oder zur Klassifizierung eines Akupunkturpunktes die
Impedanz oder ein Teil der Impedanz in Abhängigkeit von der Frequenz
und/oder die Übertragungsfunktion und/oder die Phasenverschiebung
zwischen Ein- und Ausgangssignal verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass die Amplituden der
unterschiedlichen Frequenzen gleich groß oder nach bestimmten Kriterien
festgelegt sind.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine
Verschiebung eines Extremwertes des Imaginärteiles in Abhängigkeit von der
Frequenz als Beurteilungskriterium herangezogen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine
Verschiebung eines Wendepunktes des Realteiles in Abhängigkeit von der
Frequenz als Beurteilungskriterium herangezogen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine
Verschiebung eines Extremwertes der Ortskurve als Beurteilungskriterium
herangezogen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine
Verschiebung der Knickstelle der Übertragungsfunktion als
Beurteilungskriterium herangezogen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine
Verschiebung des Extrapolationswerts zur y-Achse des Plateaus der
Übertragungsfunktion, also die Grundverstärkung und/oder die
Grunddämpfung, als Beurteilungskriterium herangezogen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das
Auftreten mehrerer Knickstellen in der Übertragungsfunktion als
Beurteilungskriterien herangezogen werden.
9. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine
Verschiebung eines Extremums und/oder Wendepunktes der
Phasenverschiebung als Beurteilungskriterien herangezogen wird.
10. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine
Kombination der Beurteilungskriterien der Ansprüche 3 bis 9 zur
Klassifizierung herangezogen wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass
Frequenzen zwischen 0 und 10000 Hz, vorzugsweise zwischen 1 und 1000 Hz
gemessen werden und die Zahl der Frequenzkomponenten nach bestimmten
Kriterien festgelegt wird.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass die Auswertung automatisch mittels eines
Mikroprozessors oder eines Computers erfolgt.
13. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis
12 mit
- einer Signalerzeugungseinheit, die ein Eingangssignal erzeugt, welches
mehrere Frequenzanteile enthält oder welches ein im wesentlichen
harmonisches Signal ist, dessen Frequenz sich innerhalb eines
Intervalls ändert,
- wenigstens einer ersten Elektrode mittels derer das Eingangssignal in
die Haut eingespeist werden kann,
- wenigstens einer zweiten Elektrode, mittels derer ein Ausgangssignal
von der Haut abgegriffen werden kann,
- einer mit der zweiten Elektrode verbundenen Auswerteeinheit, welche
die Impedanz oder ein Teil der Impedanz in Abhängigkeit von der
Frequenz und/oder die Übertragungsfunktion und/oder die
Phasenverschiebung zur automatischen Beurteilung des Vorliegens
eines Akupunkturpunktes heranzieht.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine
Signalausgabeeinheit vorhanden ist, die bei Erkennen eines
Akupunkturpunktes ein optisches und/oder ein akustisches Signal erzeugt.
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