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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung eines Bremslichts nach dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 1. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Kraftfahrzeug nach dem Oberbegriff des unabhängigen Anspruchs 5.
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Bremslichter neueren Typs weisen eine hohe Leuchtkraft auf, weshalb sie nicht nur bei Dunkelheit in der Nacht, sondern auch am Tag gut sichtbar sind. Die Bremslichter sollen auch bei schwierigen Lichtverhältnissen, wenn also beispielweise die Bremslichter von hinten einer direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, gut für einen Hintermann sichtbar sein.
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Die in normalen Fahrsituationen guten Helligkeitswerte der Bremslichter, können indes für den Hintermann als störend empfunden werden, wenn der Hintermann sehr dicht auf den zu den Bremslichtern gehörigen Wagen auffährt, dort längere Zeit verbleibt und der vorausfahrende Fahrer länger die Bremse betätigt. Gerade bei Fahrzeugen mit einem Automatikgetriebe wird die Bremse häufiger und länger betätigt, als bei Fahrzeugen mit einem Handschaltgetriebe. Der Hintermann fühlt sich durch solche Bremslichter geblendet.
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Aus der
DE 10 2008 062 642 A1 ist eine Anordnung zur Ansteuerung einer Fahrzeugheckleuchte, die zur Ausführung von mindestens einer Lichtfunktion mindestens eine Lichtquelle mit einer einstellbaren Lichtintensität aufweist, bekannt. Dabei wird die Lichtintensität der mindestens einen Lichtfunktion in Abhängigkeit von einer erfassten Niederschlagsmenge und einer aktuell ermittelten Fahrzeuggeschwindigkeit eingestellt.
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Des Weiteren beschreibt die
EP 1 110 815 A2 ein Verfahren zum Schalten von Außenbeleuchtungseinrichtungen eines Kraftfahrzeugs, wobei die Position, Zeit und weitere Umfeldbedingungen als Parameter herangezogen werden.
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Darüber hinaus offenbart die
DE 100 05 127 A1 die Verwendung eines regen Sensors für Kraftfahrzeuge zur Messung der Umgebungshelligkeit. Der Regensensor weist eine Schaltung zur Kompensation der Umgebungshelligkeit auf, wobei der aus der Schaltung abgeführte elektrische Strom als Maß für die Helligkeit in der Umgebung des Kraftfahrzeugs herangezogen werden kann.
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Darüber hinaus beschreibt die
DE 10 2007 006 500 A1 ein Fahrzeugleuchtensteuerungssystem mit einer Umgebungslicht-Sensoreinrichtung und zumindest einer Solarsensoreinrichtung. Mit der Solarsensoreinrichtung kann zwischen einem ersten und einem zweiten Wetter-Zustand unterschieden werden. In Abhängigkeit von dem Signal der Umgebungslicht-Sensoreinrichtung und dem Wetter-Zustand kann eine Fahrzeugleuchte automatisch angesprochen werden.
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Zudem beschreibt die
DE 10 2007 021 242 A1 eine Vorrichtung zur Bremslichtsteuerung, wobei ein Einschalten der Bremsleuchte während eines automatischen Bremsvorgangs, unterhalb einer vorbestimmten Bremsgeschwindigkeit in Abhängigkeit von einem in der aktivierten Fahrzeugbremse ermittelten Bremsdruck oder in Abhängigkeit von einer mit dem Bremsdruck korrelierenden Größe erfolgt.
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Aus der
DE 198 09 105 A1 ist ein Verfahren zum Betreiben eines Fahrzeugs bekannt, bei dem in Abhängigkeit von der erfassten Geschwindigkeit und zusätzlichen Abhängigkeit der Erfassung von Objekten vor und/oder hinter dem Fahrzeug der Zustand von Leuchtmitteln des Fahrzeugs veränderbar ist.
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Schließlich ist aus der
DE 31 00 333 A1 eine Schaltvorrichtung zum Schalten von Zusatzbremsleuchten für Kraftfahrzeuge bekannt. Dabei kann die Lichtstärke in Abhängigkeit vom dem Tageslicht- bzw. den Umlichtverhältnissen vorgenommen werden. Zudem kann die Lichtstärke in Abhängigkeit der Drehung einer Tachowelle angepasst werden.
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Es ist deshalb eine Aufgabe der Erfindung ein Verfahren und eine Vorrichtung bereitzustellen, durch die die Bremslichter nicht mehr so einen hohen Blendeffekt haben.
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Ein Verfahren zu Lösung der genannten Aufgabe weist die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 1 auf. Danach wird ein Verfahren zur Steuerung wenigstens eines Bremslichts in einem Kraftfahrzeug vorgeschlagen, bei dem nach Betätigen eines Bremspedals das Bremslicht aktiviert wird, wobei eine Lichtintensität des Bremslichts in Abhängigkeit einer Fahrsituation eingestellt wird, und wobei die Fahrsituation in Abhängigkeit eines Streckentyps, der Licht- und/oder der Sichtverhältnisse bestimmt wird. Mit dem vorgeschlagenen Verfahren kann die Helligkeit bzw. Lichtintensität mit den in einem Fahrzeug üblicherweise eingebauten Sensoren gesteuert werden. Zusätzliche Abstandssensoren, die den Abstand zu einem nachfolgenden Fahrzeug messen, sind durch das vorgeschlagenen Verfahren nicht nötig.
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Damit der nachfolgende Verkehr bzw. der Fahrer nicht geblendet wird, wird die Lichtintensität des Bremslichts reduziert, wenn festgestellt wird, dass die Fahrsituation einem Stau in der Stadt bei verminderten Licht- und/oder Sichtverhältnissen entspricht. Gerade bei einem Stau in der Stadt kann der Fahrer eines nachfolgenden Fahrzeugs schnell geblendet und damit auch unaufmerksam werden, weshalb gerade bei einem Stau in der Stadt die Lichter gedimmt werden können.
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Nach einer bevorzugten Ausführungsform kann vorgesehen sein, dass zur Bestimmung des Streckentyps eine Eigengeschwindigkeit des Fahrzeugs und Streckendaten, insbesondere über ein Navigationssystem, ermittelt und ausgewertet werden. Durch die Geschwindigkeit des Fahrzeugs lässt sich ermitteln, ob der Wagen für längere Zeit mit verminderter Geschwindigkeit fährt, beispielsweise im Stop-and-Go, oder sogar hält. Die Streckendaten können am einfachsten über das mittlerweile üblicherweise eingebaute Navigationssystem ermittelt werden, so dass hierüber leicht festgestellt werden kann, wo sich das Fahrzeug gerade befindet.
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Weiterhin kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass zur Bestimmung der Lichtverhältnisse Signale eines Lichtsensors, insbesondere eines Hell-/Dunkel-Sensors zur Steuerung wenigstens einer Leuchte, und/oder einer Uhr, insbesondere einer Funkuhr, ausgewertet werden. Moderne Fahrzeuge weisen in der Regel einen Helligkeitssensor auf, der zur Steuerung der Front- und Rückscheinwerfer genutzt wird, damit sich diese automatisch bei entsprechender Dunkelheit einschalten. Dieser Lichtsensor kann deshalb auch zur Steuerung der Helligkeit der Bremsleuchte verwendet werden. Zudem kann eine Funkuhr Auskunft über die Tageszeit geben.
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Gemäß einer weiteren Fortbildung der Erfindung können zur Bestimmung der Sichtverhältnisse Signale eines Regensensors und/oder der Status eines Scheibenwischers ermittelt und ausgewertet werden. Da nicht nur die Lichtverhältnisse zur Steuerung der Bremslichtintensität herangezogen werden, können auch Signale des üblicherweise verbauten Regensensors verwendet werden oder aber das Bremslicht in Abhängigkeit eines ein- oder ausgeschalteten Scheibenwischers gesteuert werden.
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Weiterhin wird ein Kraftfahrzeug zur Lösung der erfinderischen Aufgabe vorgeschlagen, das die Merkmale des unabhängigen Anspruchs 5 aufweist. Das Kraftfahrzeug weist eine Steuereinrichtung für wenigstens ein Bremslicht auf, wobei eine Lichtintensität des wenigstens einen Bremslichts in Abhängigkeit einer Fahrzeugsituation reduzierbar ist, und wobei die Steuereinrichtung die Fahrsituation in Abhängigkeit eines Streckentyps, der Licht- und der Sichtverhältnisse bestimmt, wobei die Steuereinrichtung die Lichtintensität des Bremslichts reduziert, wenn mit der Steuereinrichtung festgestellt wird, dass die Fahrsituation in einem Stau in der Stadt bei verminderten Licht- und/oder Sichtverhältnissen entspricht. Mit einem solchen Fahrzeug ist es möglich, den nachfolgenden Verkehr nicht zu sehr zu blenden, gerade wenn Fahrzeuge in einem Stau dicht an dicht auf einer Straße stehen, rollen oder fahren.
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Gemäß einer nicht erfindungswesentlichen Ausführungsform kann die Fahrsituation in Abhängigkeit wenigstens einer Verkehrssituation, einer Witterungsbedingung, einer Zeit, von Straßenverhältnissen, einer Fahrzeuggeschwindigkeit, einer Position des Fahrzeugs oder dergleichen bestimmbar sein. Das Fahrzeug weist ein Steuerung auf, die sich in dem Fahrzeug serienmäßig oder zumindest üblicherweise verbauter Sensoren bedient, deren Signale zur Bemessung der Leuchtkraft der Bremsleuchte verwendeten werden können.
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Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung sind in den Unteransprüchen wiedergegeben.
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Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Darin zeigt die einzige Figur ein schematisches Ablaufdiagramm der Steuerung nach einem ersten Ausführungsbeispiel.
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Ein Kraftfahrzeug weist eine Steuerung für ein oder mehrere Bremslichter auf, über die eine Lichtstärke bzw. Leuchtintensität der Lichter gesteuert werden kann. Insbesondere lassen sich mit der Steuerung in bestimmten vorgegebenen Situationen die Bremslichter dimmen.
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Die Bremslichtsteuerung ist in der Lage, eine Fahrsituation, in der sich das Fahrzeug gerade befindet, zu bestimmen. Hierfür empfängt es von verschiedenen, in dem Fahrzeug verbauten Sensoren entsprechende Signale, über die die Fahrsituationen plausibilisiert wird. Die Fahrsituation entspricht einer Situation, in der sich das Fahrzeug gerade befindet. Dabei ist die Fahrsituation von verschiedenen Faktoren und Parametern abhängig. Vorzugsweise zählen zu diesen Faktoren die Fahrgeschwindigkeit, die geographische Position des Fahrzeugs, Witterungsverhältnisse, Licht- und Sichtverhältnisse, die Verkehrssituation oder dergleichen. Über diese und andere Faktoren kann die Fahrsituation erkannt und verifiziert werden.
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Die Sensoren für die Bestimmung der verschiedenen Faktoren und Parameter sind üblicherweise in dem Wagen als Serien- oder zumindest als Zusatzausstattung verbaut. Die Ermittlung der Fahrgeschwindigkeit ist eine übliche und notwendige Aufgabe. Die geographische Position kann über eine Navigationseinrichtung ermittelt werden. Sowohl die Witterungs- als auch die Licht- und Sichtverhältnisse lassen sich über einen Lichtsensor und Regensensor ermitteln. Der Lichtsensor ist bereits ein üblicher Sensor, über den eine Fahrzeugbeleuchtung heutzutage gesteuert wird, und die dem Fachmann bekannt ist. Dem Fachmann ist ebenfalls der Regensensor bekannt, über den in einem Automatikbetrieb eine Scheibenwischeranlage gesteuert wird. Zusätzlich kann auch noch zur Bestimmung der Witterungsverhältnisse ein Status der Scheibenwischeranlage herangezogen werden, ob diese ein- oder ausgeschaltet ist.
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Entspricht die Auswertung der Signale der Sensoren einer vorbestimmten Fahrsituation, kann bei Betätigung eines Bremspedals das Bremslicht gedimmt werden, damit der nachfolgende Verkehr nicht beeinträchtigt wird.
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Hierzu wird in einem ersten Schritt festgestellt, ob das Bremspedal von dem Fahrer gedrückt wird, wobei hierfür ein Pedalsensor vorgesehen ist. Die Sensierung des Drückens des Pedals kann über die Schaltung des Kontaktes erfolgen, durch den das Bremslicht eingeschaltet wird. Ein zusätzlicher Pedalsensor ist deshalb nicht notwendig. In einem zweiten Schritt wird von der Steuerung die Fahrgeschwindigkeit des Wagens bestimmt. Wird dabei festgestellt, dass der Wagen sich in einem Stau befindet, wobei hierfür in der Steuerung eine entsprechende Logik hinterlegt ist, wird in einem weiteren Schritt festgestellt, welche Streckenklasse vorliegt. Der Streckenklasse entspricht im Wesentlich der geographischen Position des Wagens und wird über das Navigationssystem ermittelt. Hierbei wird vorzugsweise zwischen inner- und außerorts unterschieden. Durch die beiden vorstehenden Schritte zwei und drei wird ein Streckentyp bestimmt, wobei hierbei die Fahrsituation „Stau in der Stadt“ bestimmt werden kann. Wird festgestellt, dass das Fahrzeug sich in der Stadt in einem Stau befindet, werden weiterhin die Lichtverhältnisse bestimmt. Hierfür werden Signale des Lichtsensors ausgewertet und bestimmt, ob es dunkel oder hell ist. Zusätzlich kann zur Bestimmung der Lichtverhältnisse auch noch die Zeit bestimmt werden, wozu die Steuerung mit einer Uhr verbunden ist. Wird festgestellt, dass es dunkel ist, werden in einem weiteren Schritt die Sichtverhältnisse bestimmt. Hierzu kann einerseits ein Signal des Regensensors ausgewertet werden, ob es regnet, und/oder der Status eines Scheibenwischers ermittelt werden, nämlich ob dieser eingeschaltet ist. Auf den letzten Schritt kann auch verzichtet werden, da ein Blenden unabhängig von der Witterung vorliegen kann.
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Befindet sich das Fahrzeug also in einem Stau in der Stadt bei Nacht (dunkel), dimmt die Steuerung das Bremslicht, wodurch der nachfolgende Verkehr nicht oder weniger geblendet wird. Die Situation eines Staus in der Stadt bei Nacht ist eine bevorzugte Fahrsituation, wobei das Bremslicht gleichwohl auch in anderen Fahrsituationen gedimmt werden kann. So ist beispielweise ein Stau außerorts auch eine mögliche Fahrsituation oder der Halt vor einer roten Ampel. Das beschriebene Verfahren ist vor allem unabhängig von einer Relativgeschwindigkeit mehrer Fahrzeuge anwendbar.
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In einem anderen Ausführungsbeispiel kann die Steuerung auch als eine Regelung ausgeführt sein, in dem die Helligkeit des Bremslichts gemessen wird. Prinzipiell reicht aber die Bestimmung der Fahrsituation mit den Licht- und Sichtverhältnissen.
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Das Kraftfahrzeug mit der vorstehend beschriebenen Steuerung oder Regelung weist die beschriebenen Sensoren und Rechner auf, durch die die Fahrsituation leicht bestimmt werden kann, in der eine moderne Bremsleuchte geeignet ist, den nachfolgenden Verkehr zu blenden. Die Steuerung kann deshalb leicht in vorhandene Strukturen integriert werden, ohne zusätzliche Einrichtung vorzusehen, die ein Verifizierung der Fahrsituation erst ermöglichen. Mit der Steuerung sind sämtliche Bremsleuchten steuerbar, die ein herkömmliches Auto für gewöhnlich aufweist. Darüber hinaus sind auch noch andere Leuchten des Wagens mit der Steuerung betreibbar.