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Die Erfindung gehört zum technischen Gebiet der optischen Instrumente und Ophthalmologie.
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Insbesondere richtet sich die Erfindung an ein Instrument zur Untersuchung des Gesichtsfelds sowie eine Methode, die dieses Instrument einsetzt.
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HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Als Perimetrie werden die Untersuchung des Gesichtsfelds und die Erkennung von Störungen des Gesichtsfelds (beispielsweise Skotome oder Bereiche mit einem teilweisen oder vollständigen Verlust des Sehvermögens) mittels der Verwendung eines Instruments namens Kampimeter oder Perimeter bezeichnet. Das Gesichtsfeld wird als der Bereich definiert, in dem ein Gegenstand gesehen werden kann, während der Blick der untersuchten Person starr nach vorne gerichtet ist.
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Es existieren verschiedene Untersuchungsformen des Gesichtsfelds. Abhängig von der Art des verwendeten Verfahrens oder Perimeters und der anhand der Perimetrie erhaltenen Informationen können diese wie folgt klassifiziert werden:
- – Qualitative Perimetrie: wobei die Konfrontationsperimetrie die am häufigsten verwendete ist: grundlegendes und einfaches Verfahren, das vom Fachmann selbst durchgeführt werden kann, ohne dass zu dessen Durchführung spezifische Geräte (Perimeter) erforderlich sind, und das lediglich allgemeine Informationen über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Störung im Gesichtsfeld liefert. Es wird als Screeningtest eingesetzt.
- – Quantitative Perimetrie: Setzt komplexere Verfahren ein, zu deren Durchführung die Verwendung eines spezifischen Geräts (Perimeter) erforderlich ist, wobei die am häufigsten verwendeten Verfahren die kinetische, manuelle oder computergesteuerte Perimetrie (bei der das Perimeter sich bewegende Lichtreize von gleicher Intensität sendet) und die statische, manuelle oder computergestützte Perimetrie (bei der das Perimeter statische Lichtreize unterschiedlicher Intensitäten und Positionen sendet) sind. Abhängig von der Anzahl und der Position der vom Patienten erkannten bzw. nicht erkannten Lichtreize werden Gesichtsfeldkarten erstellt, anhand welcher Bereiche ohne Sehvermögen oder Gesichtsfeldausfälle (Skotome) identifiziert und die Größe, Position und Tiefe des Skotombereichs genau bestimmt werden können.
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In der Konfrontationsperimetrie sitzt der Patient dem Arzt gegenüber. Es werden jeweils beide Augen getrennt voneinander untersucht, weswegen der Patient ein Auge schließen und mit dem anderen das gegenüberliegende Auge des Arztes fixieren muss. Dann wird der Patient gebeten, anzugeben, wann er einen Gegenstand sieht und/oder nicht mehr sieht, der entlang des Gesichtsfelds des untersuchten Auges bewegt wird. Anschließend wird dasselbe Verfahren mit dem kontralateralen Auge durchgeführt.
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Bei der kinetischen Perimetrie sitzt der Patient gegenüber dem Perimeter. Es werden jeweils beide Augen getrennt voneinander untersucht, weswegen der Patient ein Auge schließen muss, während der Arzt ihn bittet, anzugeben, wann er einen Lichtstrahl sieht und/oder nicht mehr sieht, der entlang des Gesichtsfelds des untersuchten Auges bewegt wird. Anschließend wird dasselbe Verfahren mit dem kontralateralen Auge durchgeführt.
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Bei der statischen Perimetrie sitzt der Patient gegenüber dem Perimeter. Es werden jeweils beide Augen getrennt voneinander untersucht, weswegen der Patient ein Auge schließen muss, während der Arzt ihn bittet, anzugeben, wann er einen blinkenden Lichtstrahl mit unterschiedlichen Intensitäten sieht, der in unterschiedlichen Bereichen des Gesichtsfelds des untersuchten Auges erscheint. Anschließend wird dasselbe Verfahren mit dem kontralateralen Auge durchgeführt. Die üblichste Untersuchungsform des Gesichtsfelds besteht darin, den schwächsten Lichtreiz zu prüfen, den das Auge in jeder Region erkennen kann, wenn dieser auf einem gleichmäßig beleuchteten Hintergrund erscheint (Schwellenwert der differentiellen Lichtempfindlichkeit).
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Um die Normalität oder Anomalie des Ergebnisses bewerten zu können, verfügt das Instrument normalerweise über normative Referenzwerte der unter gleichen Bedingungen untersuchten Normalbevölkerung, abgestimmt auf das Alter. Das Untersuchungsergebnis wird als absoluter Wert der differenziellen Lichtempfindlichkeit auf einer logarithmischen Skala (Dezibel) oder als Differenz der erhaltenen Werte gegenüber den Referenzwerten (Abweichungen oder Defekte) angegeben. Zwei der anerkanntesten Indizes zur Angabe des Zustands des Gesichtsfelds sind der mittlere Defekt oder die mittlere Abweichung der untersuchten Punkte, gemessen als Mittlererwert (MD), und deren Unregelmäßigkeit, gemessen als Standardvarianz oder Standardabweichung der lokalen Defekte oder Abweichungen (Pattern Standard Deviation PSD oder Loss Variance LV).
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Der Umstand, dass eine Person sich von den üblichen Mittelwerten entfernt, stellt jedoch keine Garantie dar, dass eine Anomalie vorliegt. Eine Person kann beispielsweise gegenüber einer Referenzbevölkerung extrem klein oder groß und trotzdem normal sein. Darüber hinaus bedeutet der Umstand, dass eine Person zwischen den üblichen Mittelwerten liegt, keine Garantie, dass diese normal ist. Beispielsweise kann eine Person ein Normalgewicht besitzen und anormal Gewicht verloren haben. Unsere Erfahrung zeigt, dass die Harmonie in diesen Fällen ein ausgezeichneter Indikator für Normalität sein kann.
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Auf der anderen Seite ist bekannt, dass der Umstand, mit dem Auge während der Untersuchung eine gleichmäßig beleuchtete Oberfläche ohne weitere Kontrastphänomene als die der Untersuchungsreize zu betrachten, eine Situation ist, die der Physiologie des Sehens zuwiderläuft, in der Kontraständerungen erforderlich sind, um die Funktionsweise der Netzhaut „aufzufrischen”. Dies führt zu einer progressiven Abnahme der Empfindlichkeit, die wir als „Ermüdungseffekt” bezeichnen. Damit ist eine Ermüdung des neurologischen Sehvermögens gemeint, welche die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Patienten verfälscht. Um dieses unerwünschte Phänomen zu reduzieren, bildet unser System regelmäßig auf der gesamten Bildschirmoberfläche eine schnelle Abfolge von Kontrastfiguren und zufälligen Formen in Form von kurzen Impulsen ab, die zwischen Untersuchungsperioden eingefügt werden.
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DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
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Nach einem Aspekt der Erfindung wird ein Instrument erhalten, das zur Durchführung von Untersuchungen des Gesichtsfelds bestimmt ist und eine bestimmte Form der fotometrischen Kontrolle aufweist. Das erfindungsgemäße Instrument ist insbesondere für die Untersuchungsmethode des Gesichtsfelds geeignet, die einen anderen Aspekt der Erfindung bildet, bei der die Empfindlichkeit des Gesichtsfelds schnell beurteilt werden kann, wobei verschiedene Kreise verwendet werden, um die korrekte Position des Auges der Person mit einer schlechten zentralen Sehkraft sicherzustellen, und wobei dieses speziell für die Untersuchung der Symmetrie und Harmonie des Gesichtsfelds entworfen wurde, die unabhängig von den Mittelwerten der normalen Referenzbevölkerung oder gemeinsam mit diesen als Diagnoseindizes verwendet werden können, da diese Verbindung beider Parameter in einem einzigen Index oder Indikator den diagnostischen Wert potenzieren kann, was bereits eine größere Wirksamkeit mit sich bringt und die Durchführung einer besseren Diagnose ermöglicht.
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Das erfindungsgemäße Instrument ähnelt dem üblicherweise zur Untersuchung des Gesichtsfelds verwendeten Instrument namens Perimeter oder Kampimeter. Dieses besteht in einem flachen oder gekrümmten Bildschirm, der ein Licht ähnlich dem Tageslicht ausstrahlt oder reflektiert (fotopische Umgebung), das virtuell das Gesichtsfeld der untersuchten Person stimuliert. Auf diesem Hintergrund werden Lichtreize mit einem bekannten Kontrast in einer logarithmischen Skala (Dezibel) erzeugt, welche die Untersuchung des bereits erwähnten ”Schwellenwertes der differentiellen Lichtempfindlichkeit” erlauben.
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Bei dem überwiegenden Teil der herkömmlichen Perimeter wird der Lichtreiz und der Hintergrund auf eine Kuppel projiziert, wobei zwei unterschiedliche Lichtquellen verwendet werden und der Patient das in Richtung des Auges reflektierte oder abgestrahlte Licht beobachtet. Bei diesen Instrumenten erfolgt die Beleuchtung des Hintergrunds üblicherweise von einer seitlichen Position aus, was zu einem relativen Mangel an Gleichmäßigkeit und somit zur regionalen Differenzen hinsichtlich des Testkontrastes gegenüber dem Hintergrund führt.
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Die Beleuchtung des Hintergrunds wird üblicherweise mit einer Leuchtdichte von 31,5 Apostilb oder asb (10 Candela/m2) durchgeführt und die Leuchtdichteskala der Reize wird gegenüber dieser kalibriert. Die Stufe 0 der logarithmischen Skala wird gegenüber der Stufe der maximalen Lichtintensität festgelegt. Ein maximaler Reiz von 10000 asb definiert beispielsweise den Wert 0 dB der Perimeterskala, da: –10 × log(10000/31.5)/(10000/31.5) = –10 × log(317.5/317.5)
= –10 × log(1) = 0 dB
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Die restlichen Stufen der Skala werden nach Stimuli definiert, deren Kontrast gegenüber dem Hintergrund und gegenüber dem maximalen Wert ungefähr ganze Werte auf dieser logarithmischen Skala bereitstellt. Ein Stimulus mit einer Intensität von 100 asb definiert beispielsweise die Stufe 20 dB der Skala, da: –10 × log(100/31.5)/(10000/31.5) = –10 × log(3.175/317.5)
= –10 × log(0.01) = 20 dB
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Obwohl die erfindungsgemäße Untersuchungsmethode in einem herkömmlichen Perimeter implementiert werden kann, ist die Anwendung in einem Instrument optimal, bei dem die Kontraststufen direkt kalibriert werden, wie es beispielsweise beim erfindungsgemäßen Instrument der Fall ist, und nicht die absolute Leuchtdichte des Hintergrunds und des Stimulus. Die Anwendung dieser Kalibrierung erlaubt eine größere Präzision im zu messenden biologischen Parameter sowie eine größere Stabilität der Ergebnisse, was die Beurteilung der Symmetrie und/oder Harmonie derselben erleichtert.
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Um dies zu erreichen, ist es optimal, wenn das Kalibrierverfahren unter Verwendung derselben Lichtquelle und Projektionsrichtung implementiert wird, um sowohl den Reiz als auch den Hintergrund zu erzeugen, beispielsweise, indem ein Computerbildschirm, der Bildschirm eines Mobiltelefons, ein auf dem Kopf getragenes visuelles Ausgabegerät (HMD), ein digitaler Bildprojektor usw. verwendet wird. Bei Verwendung einer Hintergrundbeleuchtung mit Tageslichtstärke (fotopische Umgebung) stellt eine Änderung des Stimulus mit einer proportional gleich großen Änderung des Hintergrunds denselben Kontrast her, und somit eine äquivalente visuelle Empfindung bereit (Weber-Fechner-Gesetz).
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Ein Reiz von 0 dB kann erreicht werden, indem von einer Region der Beleuchtungsebene 10031,5 asb projiziert werden, während der restliche Bildschirm 31,5 projiziert, da: (10031.5 – 31.5)/31.5 = 10000/31.5 = 317.5
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Aber beispielsweise auch mit einer Region, die in Richtung des Auges 12738,4 asb projiziert, während der restliche Bildschirm 40 asb projiziert, da der Leuchtdifferentialquotient: (12738.4 – 40)/40 = 12698.4/40 = 317.5
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Obwohl ein System dieser Art an seiner Oberfläche leichte absolute Beleuchtungsunterschiede aufweisen kann, wirken sich diese nach dem Weber-Fechner-Gesetz proportional auf die Stimuli und den Hintergrund aus, sodass eine größere Kontraststabilität als mit den üblichen Instrumenten mit doppelter Beleuchtung bereitgestellt und eine stabile Einstellung erlaubt wird, ohne dass eine kontinuierliche fotometrische Kontrolle erforderlich ist.
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Bei einem kalibrierten Instrument, auch wenn im Verlauf der Zeit kleine Änderungen beispielsweise aufgrund der Alterung oder Temperaturschwankungen auftreten können, wird auf diese Weise erreicht, dass das Instrument über die gesamte erforderliche Skala ausreichend konstante Stimulus/Hintergrund-Kontrastkoeffizienten hält.
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Nach dem vorherigen Stand der Technik wurde vorgeschlagen, die Symmetrie zwischen dem oberen oder unteren Gesichtsfeld zu analysieren und die Abweichungswerte jeder Region gegenüber der Normalbevölkerung spiegelnd miteinander zu vergleichen. Beim Gegenstand der Erfindung werden jedoch die absoluten differenziellen Schwellenwerte der Lichtempfindlichkeiten zwischen symmetrischen Punkten gegenüber dem vertikalen Meridian oder dem horizontalen Meridian berechnet. Auf diese Weise wird die Symmetrie und Harmonie der Person selbst untersucht, ohne diese mit einer Referenzbevölkerung zu vergleichen. Ferner ist zu erwähnen, dass unterschiedliche statistische Parameter wie der Mittelwert der absoluten Differenzen, deren Mittel, deren Varianz oder der Variationskoeffizient der Schwellenwerte nach Pearson direkt als Diagnoseindizes verwendet oder mit den herkömmlichen Ergebnissen verbunden werden können (Defekt oder Mittelwertabweichung MD, Pattern Standard Deviation PSD oder Loss Variance LV), um einen einzigen Index zu bilden, der die eigene Asymmetrie der Person sowie deren Differenzen gegenüber der normativen Referenzwerte umfasst.
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Der Gegenstand der Erfindung kann in einem digitalen Dartellungsgerät für virtuelle Realität implementiert werden, beispielsweise ein auf dem Kopf getragenes visuelles Ausgabegerät, das erlaubt, dass zwei Bildschirme oder zwei Teile desselben Bildschirms unabhängig von beiden Augen gleichzeitig oder in schneller Wechselfolge gesehen werden, was eine gleichzeitige Untersuchung beider Augen erlaubt, nicht nacheinander wie bisher, wobei trotzdem unabhängige Ergebnisse für jedes der Augen erhalten werden. In denjenigen Fällen, in denen monokulare Defekte des Gesichtsfelds vorliegen, erlaubt die Lösung eines auf dem Kopf getragenen visuellen Ausgabegeräts oder eine gleichwertige Lösung, bei der zwei Bildschirme oder zwei Teile desselben Bildschirms unabhängig von beiden Augen gleichzeitig oder in schneller Wechselfolge gesehen werden, das zu untersuchende Auge mit dem zentralen Defekt zentriert zu halten, da das andere Auge auf den Fixierungspunkt des anderen Bildschirms fixiert ist. Ferner erlaubt die Implementierung des Gegenstands der Erfindung in Vorrichtungen der virtuellen Realität, bei der zwei Bildschirme oder zwei Teile desselben Bildschirms unabhängig von beiden Augen gleichzeitig oder in schneller Wechselfolge gesehen werden, die gleichzeitige Durchführung von Untersuchungen an äquivalenten Punkten des Gesichtsfelds beider Augen, um deren mögliche Asymmetrie oder Harmonie zu analysieren und als Diagnoseindex zu verwenden.
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Gegenstand der Erfindung ist ebenfalls sowohl ein Computerprogramm, das in einem Träger enthalten ist und die erforderlichen Instruktionen umfasst, damit eine Prozesseinheit die erfindungsgemäße Untersuchungsmethode des Gesichtsfeld durchführt, wie dasjenige Instrument zur Untersuchung des Gesichtsfelds, das zur Durchführung der erfindungsgemäßen Methode ausgelegt ist, bei dem eine Prozesseinheit und mindestens einige Datenspeichermittel verwendet werden, die das vorstehende erwähnte Computerprogramm umfassen.
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BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Zur Vervollständigung der durchgeführten Beschreibung und zur Erleichterung eines besseren Verständnisses der Merkmale der Erfindung wird dieser Beschreibung als integraler Teil derselben ein Satz Zeichnungen gemäß einem bevorzugtem praktischen Ausführungsbeispiel der Erfindung beigefügt, auf denen mit veranschaulichendem und nicht einschränkendem Charakter Folgendes dargestellt ist:
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zeigt zwei Bilder, auf denen ein erstes als symmetrisches und harmonisches erfasstes Bild zu sehen ist und das zweite Bild eine Asymmetrie und keine Harmonie aufweist.
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zeigt eine mögliche Unterteilung der Untersuchungspunkte der erfindungsgemäßen Untersuchung.
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zeigt eine Veranschaulichung der Empfindlichkeitsbeurteilung nicht untersuchter Punkte.
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zeigt eine Veranschaulichung, auf der ein Beispiel von Punkten mit vertikaler und horizontaler Symmetrie zusehen ist.
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zeigt eine Veranschaulichung, auf der eine beispielartige Erläuterung der Verwendung von Fixierungsringen für Patienten mit Defekten des zentralen Sehvermögens zu sehen ist.
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BEVORZUGTE AUSFÜHRUNGSFORM DER ERFINDUNG
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Nach einem ersten Aspekt des Gegenstands der Erfindung wird eine Untersuchungsmethode des Sehvermögens einer Person erhalten. Hierzu kann über eine Vorrichtung wie die in einem zweiten Aspekt der Erfindung erwähnte verfügt werden, obwohl eine als solche konfigurierte Standardvorrichtung ebenfalls zur Durchführung dieser Methode verwendet werden kann.
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Die Verwendung der Vorrichtung des zweiten Aspekts der Erfindung beruht auf dem Umstand, dass nach den vorstehenden Erläuterungen ein kalibriertes Instrument erforderlich ist; ferner ist die Geschwindigkeit eine wesentliche Bedingung zur präzisen Messung der Empfindlichkeit des Auges, da die Funktionsweise der Netzhaut progressiv abnimmt, wenn diese den für die Untersuchung des Gesichtsfelds erforderlichen gleichmäßigen Kontrastbedingungen unterzogen wird. Aus diesem Grund kann die erfindungsgemäße Methode mit einem kurzen Schulungszeitraum gestartet werden, der gleichzeitig die Erkennung schwerer Defekte erlaubt.
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Die Methode umfasst anschließend den Erhalt der grundlegenden Informationen hinsichtlich der Normalität oder Pathologie des Gesichtsfelds in einem Zeitintervall von ca. einer Minute, wobei eine begrenzte Anzahl von symmetrischen und repräsentativen Punkten untersucht wird. Diese grundlegenden Informationen, die jedoch bereits sehr eng am Endergebnis liegen, dienen ihrerseits als Ausgangspunkt zur Verfeinerung der Empfindlichkeitsbeurteilungen, wobei in aufeinanderfolgenden Phasen Gruppen von Punkten untersucht werden, die ebenfalls symmetrisch in Bezug auf den Gesichtsfeldmittelpunkt angeordnet sind. Jede Phase erlaubt, die Beurteilungen der Empfindlichkeit im gesamten Gesichtsfeld aufeinanderfolgend zu perfektionieren, bis innerhalb einer Gesamtzeit zwischen 2 und 4 Minuten präzise Ergebnisse mit einer geringen Fluktuation erhalten werden.
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Wie auf der zu sehen ist, wird das Gesichtsfeld in Untersuchungspunkte unterteilt, die in symmetrischen Mengen gruppiert sind. In diesem Beispiel sind die Punkte in Zeilen und Spalten mit einem Abstand von 6 Grad gegenüber dem zentralen Fixierpunkt verteilt, obwohl auch eine andere Art der Verteilung verwendet werden kann.
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In einer ersten Phase der erfindungsgemäßen Methode wird die Empfindlichkeit des Auges bezüglich einigen ersten Punkten untersucht, die dem Beginn der Anordnungssequenz entsprechen, d. h. es werden mehrere Male die mit der Nummer 1 gekennzeichneten Punkte untersucht, wobei ein relativ hoher Lichtkontrast verwendet wird, den jede normale Person wahrnehmen sollte, und es wird eine erste Antwort Tc erhalten (gesehen oder nicht gesehen). Auf diese Weise lernt die Person, was von ihr erwartet wird, es kann deren Grad an Zusammenarbeit erkannt sowie das Vorliegen von schweren Defekten in den vier Quadranten des Gesichtsfelds (nasal oben und unten sowie temporal oben und unten) bestätigt oder ausgeschlossen werden.
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Anschließend wird eine zweite Phase durchgeführt, in der die Empfindlichkeit des Auges gegenüber zweiten Untersuchungspunkten untersucht wird, die den unmittelbar an die ersten Punkte angrenzenden Positionen entsprechen; das bedeutet hinsichtlich der , dass die mit der Nummer 2 gekennzeichneten Punkte mit einem supraliminalen Kontrast untersucht werden, wobei dieser einem Wert leicht über dem normalen Schwellenwert der Normalbevölkerung desselben Alters entspricht (überschellenwertiger Stimulus) und eine zweite Antwort Ta, Tb, Td, Te erhalten wird (gesehen oder nicht gesehen).
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Die Ergebnisse der ersten und zweiten Phase erlauben die ungefähre Beurteilung der Empfindlichkeiten der nicht untersuchten Punkte beruhend auf Gleichungen, die anhand der Analyse von mehr als 50.000 normalen und pathologischen Gesichtsfeldern erhalten wurden. Auf der ist eine mögliche Durchführung dieser Beurteilung zu sehen, auf der in etwa eine dieser Gleichungen veranschaulicht wird, wobei nach dem Erhalt der Antworten (T) laut der vorstehenden Weise bezüglich einiger erster und zweiter Punkte, beispielsweise Ta, Tb, Tc, Td, Te, die wahrscheinliche Abweichung eines anderen Punktes, zum Beispiel X, mittels der folgenden Gleichung beurteilt werden kann: Tn = –22 + 5Ta + 3Tb + 11Tc + 4Td + 1Te
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Es kann eine Formel aus einer Gruppe von Formeln beruhend auf klinischen Beobachtungen verwendet werden, eine Gruppe von Gleichungen wie diese erlaubt die Durchführung einer ersten Beurteilung der Empfindlichkeiten des gesamten Gesichtsfelds, mit der die Untersuchung fortgeführt wird; ausgehend von den Antworten auf die erste und zweite Serie von Punkten (Tc und Ta, Tc, Td, Te) werden diese zur Durchführung einer Beurteilung der Schwellenwerte aller Punkte mit einer Gruppe von Gleichungen verwendet, deren Ergebnisse zur Fortführung der Untersuchung herangezogen werden.
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Ausgehend von den Antworten auf die erste und zweite Serie von Punkten, in diesem Fall die Antworten entsprechend Tc und Ta, Tb, Td, Te, erlaubt eine Gruppe von Gleichungen wie die angegebene oder eine ähnliche Gruppe, eine erste Beurteilung der Abweichungen des gesamten Gesichtsfelds durchzuführen. Die Abweichungen entsprechen einem bestimmten Schwellenwert oder einer Empfindlichkeit laut dem Alter der Personen, wobei diese Beurteilung des Schwellenwertes dazu dient, die Untersuchung fortzuführen.
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In der folgenden Phase der Methode wird die Empfindlichkeit des Auges bezüglich dritten symmetrischen Punkten untersucht, die den unmittelbar an die zweiten Punkte der Anordnungssequenz angrenzenden Positionen entsprechen, wobei der Lichtkontrast entsprechend der in der vorherigen Phase beurteilten Schwellenwerte verwendet wird, das bedeutet hinsichtlich der , dass die mit der Nummer 3 gekennzeichneten symmetrischen Punkte untersucht werden, wobei Stimuli gemäß den in der vorherigen Phase beurteilten Empfindlichkeitsergebnissen verwendet werden. Nach Abschluss dieser Phase kann eine erneute Beurteilung aller Punkte des Gesichtsfelds durchgeführt werden, unter Berücksichtigung deren Nähe zu den untersuchten Punkten. Diese neue Beurteilung dient dazu, den angemessenen Kontrast der Stimuli auszuwählen, mit denen die Untersuchung der symmetrischen Punkte in einer anschließenden Phase durchgeführt wird, die auf ähnliche Weise mit einer anschließenden Phase fortgesetzt wird, an deren Ende das endgültige Ergebnis erhalten wird. Bei diesem Beispiel werden fünf Phasen entsprechend der fünf vorstehend erwähnten Gruppen erhalten. Bei Vorliegen von mehr oder weniger Punkten variiert ebenfalls die Anzahl der Phasen, die jedoch immer denselben Beginn haben und wobei die Anzahl der Punkte/Phasen nicht unter zwei liegen darf.
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Die Verteilung der Punkte kann geändert werden, indem Zeilen oder Spalten weggelassen oder andere Punkteverteilungen verwendet werden, die einer ähnlichen Idee folgen, jedoch immer symmetrisch sind.
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Die erfindungsgemäße Methode erlaubt die Berechnung der absoluten Differenzen der differenziellen Schwellenwerte der Lichtempfindlichkeiten zwischen symmetrischen Punkten gegenüber dem vertikalen Meridian oder dem horizontalen Meridian. Wie bereits erwähnt wurde, wird auf diese Weise die Symmetrie und Harmonie der Person selbst untersucht, ohne diese mit einer Referenzbevölkerung zu vergleichen. Zur Durchführung dieser Berechnung anschließend an die vorstehend beschriebene Ermittlung der Empfindlichkeitschwellenwerte mittels der erfindungsgemäßen Methode werden die absoluten Differenzen zwischen den Schwellenwerten der Punkte berechnet, die an spiegelnden Positionen gegenüber diesen Meridianen liegen. Die zeigt ein Beispiel von Punkten mit vertikaler und horizontaler Symmetrie, die zur Diagnose eines Glaukoms nützlich sind, für das Gesichtsfeld des rechten Auges. Die ausgewählten Punkte können abhängig von der untersuchten Pathologie oder der Verteilung der untersuchten Punkte geändert werden.
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In einer möglichen alternativen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Methode wird der sogenannte Ermüdungseffekt berücksichtigt, der dadurch entsteht, dass das Auge während der Untersuchung eine gleichmäßig beleuchtete Oberfläche ohne weitere Kontrastphänomene als die der Untersuchungsstimuli betrachtet. Dies ist eine Situation, die der Physiologie des Sehens zuwiderläuft, in der Kontraständerungen erforderlich sind, um die Funktionsweise der Netzhaut „aufzufrischen”. Dies führt zu einer progressiven Abnahme der Empfindlichkeit, die wir als „Ermüdungseffekt” bezeichnen. Damit ist eine Ermüdung des neurologischen Sehvermögens gemeint, welche die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Patienten verfälscht. Um dieses unerwünschte Phänomen zu reduzieren, umfasst die erfindungsgemäße Methode die regelmäßige Präsentation auf der gesamten Bildschirmoberfläche einer schnelle Abfolge von Kontrastfiguren und zufälligen Formen in Form von kurzen Impulsen, die zwischen Untersuchungsperioden eingefügt werden.
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In möglichen, noch alternativeren Ausführungsformen, bei denen Patienten mit zentralen Defekten des Sehvermögens behandelt werden, können die zentralen Lichtpunkte, die üblicherweise dazu verwendet werden, dem Patienten anzugeben, seinen Blick während der Untersuchung zu fixieren, durch Lichtkreise ersetzt werden, die nicht mit den zu untersuchenden Punkten übereinstimmen, sodass die Person sich die Position eines geometrischen Zentrums vorstellen kann, wie auf der zu sehen ist, was die korrekte Positionierung des Auges ermöglicht; obwohl ein begrenztes zentrales Sehvermögen vorliegt.