DE10200342A1 - Leitsystem - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Leitsystem zur Führung von Personen, insbesondere in Notfällen. Das Leitsystem besteht dabei aus einer Kette von Lichtstrahlern (2a-2d), die auf einem Schienensystem entlang eines vorzugebenden Fluchtweges angeordnet sind. Im Falle einer Gefahrensituation werden die Lichtstrahler nacheinander in Fluchtrichtung (4) eingeschaltet bzw. wieder ausgeschaltet. Vorzugsweise erzeugen die Lichtstrahler flächige, fächerförmige Strahlungsbereiche (3), welche sich insbesondere in einer Umgebung mit Nebel und/oder Rauch als Lichtwände darstellen.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Leitsystem zur Führung von Personen sowie ein Verfahren zur Führung von Personen.
- Um Personen gezielt über vorbestimmte Wege zu führen, finden Leitsysteme Verwendung. Insbesondere beim Auftreten von Gefahren an einem Ort, an dem sich Personen aufhalten, müssen die Personen möglichst schnell entlang eines optimalen Weges aus dem Gefahrenbereich evakuiert werden. So müssen beispielsweise bei einem Unfall in einem Tunnel die im Tunnel befindlichen Personen diesen auf dem kürzesten Weg bzw. auf dem am wenigsten von einer eventuellen Rauchentwicklung betroffenen Weg schnellstmöglich verlassen. Eine solche zielgerichtete Evakuierung von Personen aus einem Gefahrenbereich scheitert jedoch häufig, da aufgrund einer entstehenden Panik, einer Ortsunkenntnis der betroffenen Personen sowie . einer Unkenntnis des richtigen Verhaltens der Gefahrenbereich in die falsche Richtung oder nicht schnell genug verlassen wird.
- Vor diesem Hintergrund ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Leitsystem und ein Verfahren zur Führung von Personen bereitzustellen, welche insbesondere in Notfällen eine schnelle und sichere Evakuierung aus Gefahrenbereichen ermöglichen. Diese Aufgabe wird durch ein Leitsystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen enthalten.
- Das erfindungsgemäße Leitsystem zur Führung von Personen, das insbesondere in Notfällen zum Einsatz kommen kann, enthält mindestens zwei mit einer Ansteuerung verbundene Lichtstrahler. Die Ansteuerung ist dabei so eingerichtet, dass sie die Lichtstrahler entsprechend deren räumlicher Anordnung bzw. Aufeinanderfolge in Bezug auf eine vorgegebene Richtung zeitlich sequentiell einschalten kann.
- Bei einem derartigen Leitsystem lassen sich die mehreren Lichtstrahler in einer Kette entlang eines anzuzeigenden Weges anordnen. Durch das Einschalten der Lichtstrahler kann daher der vorgegebene (Flucht-)Weg angezeigt werden. Darüber hinaus ist es durch die Ansteuerung der Lichtstrahler möglich, eine Richtung des Fluchtweges darzustellen. Zu diesem Zweck werden die Lichtstrahler zeitlich nacheinander von der Ansteuerung eingeschaltet, sodass die entlang der Lichtstrahlerkette laufende Einschaltsequenz die Richtung des einzuhaltenden Fluchtweges anzeigt. Das Leitsystem hat somit den Vorteil, dass es einen Weg inklusive der einzuschlagenden Richtung in intuitiv sofort verständlicher Weise anzeigt. Hierdurch kann in einer Gefahrensituation wertvolle Zeit gewonnen und ein durch Panik verursachtes Chaos vermieden werden.
- Gemäß einer Weiterbildung des Leitsystems weisen die Lichtstrahler im Wesentlichen flächige Strahlungsbereiche auf. Unter einem Strahlungsbereich wird dabei dasjenige räumliche Volumen verstanden, in welches der Lichtstrahler Licht (mit einer vorgegebenen Mindestlichtstärke) emittiert. Ein flächiger Strahlungsbereich kann z. B. eine von einem annähernd punktförmigen Lichtstrahler ausgehende fächerförmige Strahlung sein. Solche Strahlungsbereiche haben den Vorteil, dass sie in einer Rauch enthaltenden Atmosphäre durch Reflexion und Brechung an Rauchpartikeln eine im Rauch stehende, sichtbare Lichtwand erzeugen. An dieser Lichtwand können sich Personen auch unter schlechten Sichtbedingungen gut orientieren. Durch die zeitlich sequentielle Ansteuerung der Lichtstrahler erhält die Lichtwand ferner eine Laufrichtung, die dem Betrachter unmittelbar die einzuschlagende Fluchtrichtung anzeigt.
- Bei einer anderen Weiterbildung des Leitsystems werden die Lichtstrahler so angeordnet, dass sich die Strahlungsbereiche benachbarter Lichtstrahler überlappen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass nicht zwischen zwei Lichtstrahlern ein unbeleuchteter, dunkler Bereich entsteht, in welchem der vorgezeichnete Fluchtweg und seine Richtung unklar bzw. nicht mehr erkennbar sind.
- Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Ansteuerung der Lichtstrahler ist diese so eingerichtet, dass sie jeden Lichtstrahler nur für eine vorgegebene Zeitdauer einschaltet. Hierdurch wird die Darstellung einer Fluchtrichtung unterstützt, da auch das zeitliche sequentielle Ausschalten der Lichtstrahler die anzuzeigende Richtung entlang des Fluchtweges wiedergibt, und da die Lichtstrahler nach ihrem Ausschalten für eine erneute Darstellung der Fluchtrichtung durch das sequentielle Einschalten zur Verfügung stehen.
- Bei dem Leitsystem kann die Ansteuerung ferner so eingerichtet sein, dass sie von einem gegebenen räumlichen Punkt ausgehend die Lichtstrahler in zwei gegensätzliche räumliche Richtungen laufend zeitlich sequentiell einschaltet. Auf diese Weise können ausgehend von einem Gefahrenpunkt verschiedene, jeweils optimale Fluchtrichtungen angezeigt werden. Befindet sich die zu evakuierende Stelle zum Beispiel in der Mitte des Leitsystems, so werden die Lichtstrahler von einer intelligenten Ansteuerung so geschaltet, dass eine Seite nach rechts und die andere Seite nach links evakuiert wird.
- Zur Realisierung des Leitsystems kann vorzugsweise ein Schienensystem vorgesehen sein, an welchem die Lichtstrahler jeweils mit Abstand zueinander befestigt sind. Der Verlauf des Schienensystems entspricht dann dem anzuzeigenden Weg, wobei die Lichtstrahler über das Schienensystem mit Energie versorgt und angesteuert werden können.
- Vorteilhafterweise besitzen die Lichtstrahler jeweils eine eigene, autarke Energieversorgung, zum Beispiel in Form eines Akkumulators, einer Batterie, einer Notstromanbindung oder dergleichen. Hierdurch wird sichergestellt, dass das Leitsystem auch und gerade in Gefahrensituationen funktionieren kann, in denen möglicherweise eine reguläre Strom- oder Energieversorgung zusammengebrochen ist.
- Das Leitsystem kann in verschiedenen Umgebungen und Anwendungsfällen eingesetzt werden. Insbesondere kann es an bzw. in einem Fußboden, einer Wand und/oder einer Decke eines Baukörpers bzw. Gebäudes angeordnet sein, um einen vorgegebenen Weg hieraus anzuzeigen. Eine Unterbringung in Fußleisten ist ebenfalls möglich und besonders für eine Nachrüstung geeignet. Bei Verkehrswegen wie etwa einer Straße und/oder einem Tunnel kann das Leitsystem darüber hinaus auch entlang eines Mittelstreifens auf der Fahrbahn angeordnet werden.
- Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Führung von Personen, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass in Richtung eines anzuzeigenden Weges angeordnete Lichtstrahler sequentiell eingeschaltet werden. Das Verfahren lässt sich insbesondere in Notfällen und mit einem Leitsystem der oben erläuterten Art durchführen. Es hat den Vorteil, dass ein Weg sowohl nach seinem räumlichen Verlauf als auch mit einer einzuhaltenden Richtung intuitiv dargestellt werden kann.
- Gemäss einer Weiterbildung des Verfahrens leuchten die Lichtstrahler eine im Wesentlichen senkrechte Fläche aus. Auf diese Weise kann, wie bereits erläutert wurde, gerade in einer Umgebung mit Rauch oder Nebel eine gut erkennbare Lichtwand dargestellt werden.
- Im Folgenden wird die Erfindung mit Hilfe der Figur beispielhaft erläutert, die schematisch die Funktion eines erfindungsgemäßen Leitsystems zeigt.
- In der Figur sind untereinander fünf verschiedene, zeitlich aufeinander folgende Zustände eines erfindungsgemäßen Leitsystems 1 dargestellt. Das Leitsystem 1 besteht aus einer Kette von Lichtstrahlern 2a-2d, die zum Beispiel an einem Schienensystem 6 am Boden eines Tunnels angeordnet sein können. Die Lichtstrahler 2a-2d können gebündelte, Lichtstrahlung abgeben. Im Ausführungsbeispiel weisen die Lichtstrahler 2a-2d im Wesentlichen flächige Strahlungsbereiche 3 auf, die vorzugsweise fächerförmig über einen Strahlungsbereich 3 verteilte Lichtstrahlung abgeben (durch gestrichelte Linien angedeutet). In Abwandlung des Ausführungsbeispiels können die Lichtstrahler 2a-2d strahlförmige Strahlungsbereiche 3 aufweisen. Bei den Lichtstrahlern 2a-2d kann es sich insbesondere um Laser-Strahler handeln, welche einen besonders gut und scharf begrenzten Strahlungsbereich aufweisen. Idealerweise ist jeder Lichtstrahler 2a-2d mit einer autarken Energieversorgung wie zum Beispiel einem Akkumulator oder einer Batterie verbunden, sodass seine Funktion unabhängig von den anderen Lichtstrahlern und einer zentralen Energieversorgung sichergestellt ist. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit, Gruppen oder Segmente der Lichtstrahler 2a-2d hinsichtlich der Energieversorgung zusammenzufassen.
- Falls an einer Stelle des Tunnels eine Gefahrensituation wie zum Beispiel ein Unfall mit einem Brand 5 auftritt, wird das erfindungsgemäße Leitsystem 1 aktiviert. Die Lichtstrahler 2a-2d werden dann von einer zentralen Ansteuerung oder von verteilt bei jedem Lichtstrahler 2a-2d angeordneten Ansteuerungen zeitlich sequentiell eingeschaltet, wobei die zeitliche Sequenz des Einschaltens der anzuzeigenden Fluchtrichtung 4 entspricht, die auf kürzestem Wege von der Gefahrenquelle 5 wegführt. Im Einzelnen wird zu einem ersten Zeitpunkt (oberste Zeile der Figur) ein erster Lichtstrahler 2a eingeschaltet. Im nächsten, darunter dargestellten Zustand ist zusätzlich der benachbarte Lichtstrahler 2b eingeschaltet. Im übernächsten, in der ' Mitte der Figur dargestellten Zustand ist der erste Lichtstrahler 2a wieder ausgeschaltet, und die angrenzenden Lichtstrahler 2b und 2c sind eingeschaltet. Anschließend sind die Lichtstrahler 2c und 2d eingeschaltet usw. Auf dieses Weise erfolgt nach rechts in Fluchtrichtung 4 entlang des gesamten Leitsystems 1 sequentiell das Ein- bzw. Ausschalten der Lichtstrahler 2a-2d.
- Wie aus der untersten Zeile der Figur zu erkennen ist, wird der erste Lichtstrahler 2a unter Auslösung einer zweiten Einschaltwelle erneut eingeschaltet, während die erste Einschaltwelle noch entlang des Leitsystems 1 läuft. Typischerweise befinden sich zwischen zwei aufeinanderfolgenden Einschaltwellen nur wenige, vorzugsweise nur ein einziger ausgeschalteter Lichtstrahler, sodass im Wesentlichen eine durchgehende Beleuchtung des gesamten Fluchtweges erreicht wird.
- Bei einer Rauchbildung bilden sich die Strahlungsbereiche 3 in der Rauchwand ab. Bis zu einem gewissen Punkt ist in dem Rauch dann eine Lichtwand mit einer Richtung zu erkennen, die dem Betrachter als laufende Wand erscheint. Da bei eingesetzter Verrauchung der Rauch in der Regel von oben kommt, ist in diesem Falle unter der Qualmdecke ebenfalls eine Fluchtrichtung in Form einer Linie zu erkennen.
- Das erfindungsgemäße Leitsystem 1 kann auch mit dauerhaft eingeschalteten Lichtstrahlern 2a-2d eingesetzt werden, um zum Beispiel bei einem Stromausfall eine Notbeleuchtung bereitzustellen. Darüber hinaus ist das Leitsystem 1 im Normalbetrieb für lichttechnische, gestalterische Effekte einsetzbar.
Claims (11)
1. Leitsystem (1) zur Führung von Personen in Notfällen, enthaltend mindestens
zwei mit einer Ansteuerung verbundene Lichtstrahler (2a-2d), wobei die
Ansteuerung so eingerichtet ist, dass sie die Lichtstrahler entsprechend deren
Aufeinanderfolge in einer vorgegebenen räumlichen Richtung zeitlich sequentiell
einschaltet.
2. Leitsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtstrahler
(2a-2d) im Wesentlichen flächige Strahlungsbereiche (3) aufweisen.
3. Leitsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtstrahler
(2a-2d) strahlförmige Strahlungsbereiche (3) aufweisen.
4. Leitsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass
die Strahlungsbereiche (3) benachbarter Lichtstrahler (2a-2d) überlappen.
5. Leitsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, dass die Ansteuerung so eingerichtet ist, dass jeder Lichtstrahler
(2a-2d) nur für eine vorgegebene Zeitdauer eingeschaltet wird.
6. Leitsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, dass die Ansteuerung so eingerichtet ist, dass sie von einem
gegebenen Punkt ausgehend die Lichtstrahler (2a-2d) in zwei gegensätzlichen
Richtungen zeitlich sequentiell einschaltet.
7. Leitsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, dass es ein Schienensystem (6) enthält, an welchem die Lichtstrahler
(2a-2d) befestigt sind.
8. Leitsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, dass die Lichtstrahler (2a-2d) jeweils eine eigene Energieversorgung
aufweisen.
9. Leitsystem nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, dass es an einem Fußboden, in Fußleisten, an einer Wand, an einer
Decke, entlang eines Mittelstreifens, entlang einer Straße und/oder entlang
eines Tunnels angeordnet ist.
10. Verfahren zur Führung von Personen, dadurch gekennzeichnet, dass in Richtung
eines anzuzeigenden Weges angeordnete Lichtstrahler (2a-2d) sequentiell
eingeschaltet werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtstrahler
(2a-2d) im Wesentlichen eine senkrechte Fläche (3) ausleuchten.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10200342A DE10200342A1 (de) | 2002-01-08 | 2002-01-08 | Leitsystem |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE10200342A DE10200342A1 (de) | 2002-01-08 | 2002-01-08 | Leitsystem |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10200342A1 true DE10200342A1 (de) | 2003-07-24 |
Family
ID=7711617
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE10200342A Ceased DE10200342A1 (de) | 2002-01-08 | 2002-01-08 | Leitsystem |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10200342A1 (de) |
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