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Die Erfindung betrifft ein System
zum Verbinden zweier Profilstäbe,
die an wenigstens einer Außenseite
eine hinterschnittene Nut aufweisen.
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Solche Profilstäbe sind in vielfältigster
Form bekannt. In der Regel handelt es sich um Aluminiumprofile,
die an wenigstens einer Seite eine beidseitig hinterschnittene Nut
aufweisen, in welcher unter Verwendung geeigneter Befestigungselemente
Gegenstände
befestigt werden können.
Es ist darüber
hinaus auch bekannt, zwei Profilstäbe unter Verwendung bzw. im
Bereich dieser Nuten miteinander zu befestigen, z.B. rechtwinklig
zueinander stehend. Eine solche Querverbindung ist aus
EP 0458069 B1 bekannt. Bei
dieser Querverbindung wird eine zylindrische, mit einem Außengewinde
versehene Gewindehülse
verwendet, wobei das Außengewinde
ein selbstschneidendes Gewinde ist, in dessen Bereich eine schneidkantenbildende
Querausnehmung vorgesehen ist, wobei das Gewindeschneiden über diese
Schneidkanten erfolgt. In diese Gewindehülse wird, nachdem sie in die
Profilstabnut von der Stabstirnkante her in Längsrichtung eingeschraubt wurde, eine
vorher in die Nut eingebrachte Verbindungsschraube ein- und durchgeschoben,
wobei der Schraubenkopf an der inneren Gewindehülsenstirnkante gegengelagert
wird. Die Befestigung des zweiten Profilstabs rechtwinklig zum ersten
erfolgt dann über
einen in die Nut des zweiten Profilstabs eingeschobenen Nutenstein,
der eine Bohrung mit einem Innengewinde aufweist, in das die Verbindungsschraube
eingeschraubt wird.
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Nachteilig bei dieser bekannten Konstruktion ist
aber, dass zum einen eine sehr aufwendig gestaltete Gewindehülse zu verwenden
ist, an der extra die Querausnehmung angebracht werden muss, und zwar
so, dass taugliche Schneidkanten stehen bleiben, die überhaupt
ein Gewindeschneiden ermöglichen.
Da die Gewindehülse
innen hohl ist und einen beachtlich großen Innendurchmesser aufweisen muss,
der die Aufnahme des Verbindungsschraubenschaftes ermöglicht,
besteht darüber
hinaus die Gefahr, dass aufgrund von Stabilitäts- und Führungsproblemen ein ordnungsgemäßes Gewinde,
das für
einen sicheren Halt der Gewindehülse
sorgt, nicht unbedingt eingeschnitten werden kann.
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Aus
US
2,389,548 ist ein Gewindebohrer bekannt, an dessen Spitze
ein in die Aufnahmeöffnung für das einzuschraubende
Befestigungsteil einzuführender
Zentrierdorn vorgesehen ist, dem ein zum Erzeugen des Gewindes dienender
Gewindeformabschnitt folgt. Schließlich ist aus
DE-AS 1 118 579 ein Gewindedrückdorn bekannt,
der ein konisch verjüngtes
Vorderende und ein über
seine ganze Länge
ausgebildetes Gewinde gleicher Tiefe aufweist, wobei der Dorn mehrere,
jeweils über
die ganze Länge
des Gewindes verlaufende, konvex abgeflachte Sektoren besitzt.
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Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, ein
System zum Verbinden zweier Profilstäbe anzugeben, das die Ausbildung
eines ordentlich zentrierten Gewindes und damit eine sichere Verbindung zweier
Profilstäbe
ermöglicht.
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Zur Lösung dieses Problems ist ein
System zum Verbinden zweier Profilstäbe, die an wenigstens einer
Außenseite
eine hinterschnittene Nut aufweisen, vorgesehen, umfassend:
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- – eine
ein Außengewinde
aufweisende, in ein nutseitig erzeugtes Gewinde einschraubbare Gewindehülse, eine
die Gewindehülse
zu durchsetzende und an der Gewindehülse aufzulagernde Verbindungsschraube,
- – eine
in der Nut des zweiten Profilstabs anzuordnendes, ein Gewinde, in
das die Verbindungsschraube einschraubbar ist, aufweisendes Gegenlagerstück, sowie
- – ein
Werkzeug, das zum Drücken
eines in Nutlängsrichtung
verlaufendem Gewindes in die nutbegrenzenden Profilabschnitte eines
ersten Profilstabs ausgebildet ist,
- – wobei
an der Werkzeugspitze ein in die Nut einzuführender Zentrierdorn vorgesehen
ist, dem ein zum Erzeugen des Gewindes dienender Gewindeformabschnitt
folgt, wobei auch der Zentrierdorn mit einem eingetieften Gewindegang,
der in den Gewindegang des Gewindeformabschnitts übergeht,
versehen ist.
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Das erfindungsgemäße System zeichnet sich zum
einen dadurch aus, dass es eine sehr einfach konzipierte Gewindehülse umfasst,
die lediglich ein Außengewinde
aufweist, ansonsten aber bis auf die zentrale Durchgangsbohrung,
in die die Verbindungsschraube eingesetzt wird, keinerlei konstruktive
Besonderheiten besitzt. Denn beim erfindungsgemäßen System wird die Gewindehülse in ein
vorher unter Verwendung eines erfindungsgemäß speziell hierfür vorgesehenen
systemeigenen Werkzeugs erzeugtes nutseitiges Gewinde eingeschraubt.
Die Gewindehülse
dient also lediglich zu Gegenlagerungszwecken, nicht aber in irgendeiner
Form dazu selbständig
ein Gewinde zu formen. Das Werkzeug zeichnet sich zunächst durch
einen in die Nut einzuführenden
Zentrierdorn oder Zentrierabschnitt aus. Diesem folgt ein zum Erzeugen
des Gewindes dienender Gewindeformabschnitt. Über den Zentrierdorn kann das
Werkzeug genauestens in die Nut eingesetzt und mithin der Gewindeformabschnitt
auch an das zu verformende Material angesetzt werden. Es hat sich
nämlich
herausgestellt, dass die Stabilität der gesamten Profilstabverbindung
entscheidend von der Qualität
des erzeugten Gewindes abhängt. Der
Zentrierdorn lässt
eine äußerst exakte
Längsführung genau
in der Längsachse
des Nutkanal zu, so dass der darin anschließende Gewindeformabschnitt ein
exaktes und gleichmäßig und
achszentriertes Gewinde erzeugen kann.
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Das Werkzeug selbst kann zum Schneiden des
Gewindes ausgebildet sein, d.h. am Gewindeformabschnitt sind im
Bereich seines dem Zentrierdorn folgenden Gewindeanfangs Schneidkanten
vorgesehen, über
die spanend das Gewinde geschnitten wird.
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Eine Verbindung mit deutlich gesteigerter Festigkeit
des Profilstabmaterials im erzeugten Gewindebereich wird jedoch
zweckmäßigerweise
dadurch erhalten, dass das Werkzeug zum Drücken des Gewindes ausgebildet
ist. Hier erfolgt die Gewindeerzeugung nicht spanend, vielmehr wird
das Gewinde durch bloße
Materialverformung erzeugt. Beim Drücken wird das Profilstabmaterial,
also beispielsweise das Aluminium mittels des Werkzeugs verformt,
wodurch es sich zum einen verfestigt, zum anderen erfolgt durch
den drückbedingten
Materialtransport auch eine effektive leichte Verlängerung des
im Profilstabs erzeugten Gewindes, da durch das Drücken etwas
Material der Drehrichtung des Werkzeugs folgend gefördert und
aus dem ursprünglich die
Nut begrenzenden Profilstababschnitten oder -wänden herausgedrückt wird.
Insgesamt stellt sich auf diese Weise eine deutliche Festigkeitssteigerung ein,
die verbunden mit der exakten Zentrizität des erzeugten Gewindes eine
deutlich stabilere Befestigung der Gewindehülse und mithin eine deutlich
stabilere Befestigung des zweiten Profilstabs zulässt, da höhere Anzugskräfte beim
Zusammenschrauben der beiden Profilstäbe ausgeübt werden, ohne dass es zu
Materialschädigungen
kommt, wie dies bei dem üblichen
aus dem Stand der Technik bekannten Gewindeschneiden der Fall ist.
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Da das erfindungsgemäß vorgeschlagene Gewindedrücken, das
die Erzeugung eines optimal geeigneten Gewindes ermöglicht,
mit einer geringen Verkleinerung des Innendurchmessers der Nut aufgrund
des drückbedingten
Materialflusses einhergeht, ist es besonders zweckmäßig, wenn
bei einem drückenden
Werkzeug auch der Zentrierdorn mit eingetieften Gewindegängen, die
in die Gewindegänge des
Gewindeformabschnitts übergehen,
versehen ist, so dass der Zentrierdorn ohne Beschädigung des Gewindes
ausgeschraubt werden kann.
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Besonders zweckmäßig ist, wenn bei einem drückenden
Werkzeug der Gewindeformabschnitt im vorderen Bereich einen Gewindeanschnitt
mit automatischem Einzugs des Werkzeugs in die Nut aufweist. Dieser
Gewindeanschnitt ermöglicht
ein exaktes Einformen des Gewindes sowie einen automatischen Einzug
bzw. eine automatische Bewegung des Werkzeugs in die Nut beim Eindrehen.
Dabei sollte der Gewindeanschnitt zweckmäßigerweise über lediglich zwei Gewindegänge, insbesondere
nur über einen
Gewindegang auf den maximalen Gewindedurchmesser ansteigen. Diese
besonders zweckmäßige Erfindungsausgestaltung
stellt sicher, dass beim Eindrehen des Werkzeugs lediglich das Material
gedrückt
wird, nicht jedoch in irgendeiner Form eine grundsätzliche
Verformung der die Nut begrenzenden Profilstababschnitte, also insbesondere
der beiden oberen, hinterschneidenden und relativ dünnwandig
bemessenen Nutflanken eintritt, wie dies der Fall wäre, wenn
sich der Gewindeanschnitt, also der Abschnitt über welchen der Gewindeformabschnitt auf
den maximalen Gewindedurchmesser ansteigt, über beispielsweise fünf Gewindegänge erstreckt.
In diesem Fall würden
wesentlich größere Kräfte auf
die hinterschneidenden Nutflanken wirken, die mithin zu einem mangelhaften
Halt der später
eingeschraubten Gewindehülse
führen
würden.
Weiterhin ist es in diesem Zusammenhang betreffend die Ausbildung
eines optimal gedrückten
Gewindes vorteilhaft, wenn der Gewindeanschnitt mittig ansteigend
ausgebildet ist. Auf diese Weise erfolgt ein symmetrisches Drücken, d.h.
das Material wird symmetrisch auf beide Seiten des Drückgewindes
gedrückt.
Es erfolgt also kein bzw. nur in sehr geringem Maß ein raupenartiges
vorschieben des Materials, was in großem Umfang einem Scheren gleichkäme.
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Um sicherzustellen, dass das eingebrachte Gewinde
auch die richtige Länge
besitzt, also nicht zu tief oder zu kurz ist, ist es zweckmäßig, wenn
an dem Werkzeug wenigstens eine Längenmarkierung zur Anzeige
der Länge
des Gewindes beim Erzeugen desselben vorgesehen ist, wobei diese
wenigstens eine Markierung zweckmäßigerweise als am Werkzeugschaft
vorgesehene Ringmarkierung, insbesondere in Form einer Ringnut ausgebildet
ist. Wird also das Gewinde beispielsweise per Hand erzeugt so ist für den Arbeiter
ohne weiteres ersichtlich, wann das Gewinde weit genug eingeschnitten
ist.
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Für
ein einfaches Erzeugen des Gewindes unter Verwendung des Werkzeugs
ist es besonders zweckmäßig, wenn
eine Aufnahme für
ein zum Eindrehen in die Nut dienendes Eindrehwerkzeug vorgesehen
ist. Als Eindrehwerkzeug kann dabei z. B. ein Automat, z. B. eine
Bohrmaschine oder dergleichen vorgesehen sein, auch ein manuelles
Eindrehwerkzeug kann verwendet werden. Zweckmäßigerweise weist auch die Gewindehülse eine
entsprechende Aufnahme für
ein solches Eindrehwerkzeug auf.
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Wie beschrieben wird die Verbindungsschraube
in ein in der Nut des zweiten Profilstabs einzubringendes Gegenlagerstück eingeschraubt.
Dieses kann z. B. als Nutenstein ausgebildet sein, der in die hinterschnittene
Nut eingeführt
wird. Auf diese Weise ist eine 90°-Verbindung
zweier Profilstäbe möglich. Um
auch eine 180°-Verbindung
zweier Profilstäbe
zu ermöglichen,
die miteinander fluchtend verbindbar sind, ist es besonders zweckmäßig, wenn das
Gegenlagerstück
eine Gewindehülse
ist, die ein Außengewinde
und ein Innengewinde, in das die Verbindungsschraube einschraubbar
ist, aufweist, welche Gewindehülse
in ein in eine Nut des zweiten Profilstabs in Nutlängsrichtung
verlaufend mittels des Werkzeugs einbringbares Gewinde einschraubbar ist.
Bei dieser Erfindungsausgestaltung wird also unter Verwendung des
erfindungsgemäß ausgebildeten Werkzeugs
ebenfalls ein Gewinde eingebracht, vornehmlich eingedrückt, in
das dann die das Gegenlagerstück
bildende Gewindehülse
eingeschraubt wird. Wird nun die Verbindungsschraube in die mit
dem Innengewinde versehene Gewindehülse eingeschraubt so können zwei
Profilstäbe
ohne weiteres miteinander fluchtend verbunden, also verlängert werden.
Dabei ist es zweckmäßig, wenn
an der das Gegenlagerstück
bildenden Gewindehülse
eine Aufnahme für
ein zum Eindrehen in die Nut dienendes Eindrehwerkzeug vorgesehen
ist.
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Um zu vermeiden, dass beim Verbinden zweier
Profilstäbe
unter Verwendung des erfindungsgemäßen Systems verschiedene Eindrehwerkzeuge verwendet
werden müssen,
ist es besonderes vorteilhaft, wenn an dem Werkzeug und an der oder
den Gewindehülsen
gleichartige Aufnahmen für
ein Eindrehwerkzeug vorgesehen sind. Das heißt, das Werkzeug sowie die
oder beide Gewindehülsen
können
mit ein und demselben Werkzeug eingeschraubt werden. Beispielsweise
können
die Aufnahmen zur Aufnahme eines Torxschlüssels ausgebildet sein, wobei
aber auch ein Innensechskant oder dergleichen denkbar ist.
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In Weiterbildung des Erfindungsgedankens kann
vorgesehen sein, dass in der Aufnahme des Werkzeugs Klemm- oder
Rastmittel für
eine Klemm- oder Rastverbindung zu dem Eindrehwerkzeug vorgesehen
sind. Über
diese wird vermieden, dass sich das Werkzeug unbeabsichtigterweise
vom Eindrehwerkzeug löst.
Zweckmäßigerweise
kann hierfür
in der werkzeugseitigen Aufnahme eine Haltespange angeordnet sein,
die in eine am Eindrehwerkzeug vorgesehene Rastaufnahme beim Einstecken
desselben einschnappt.
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Neben dem Verbindungssystem selbst
betrifft die Erfindung ferner eine fertige Konstruktion aus mindestens
zwei Profilstäben,
die unter Verwendung des Systems nach der vorbeschriebenen Art miteinander
verbunden sind.
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Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der
Erfindung ergeben sich aus den im Folgenden beschriebenen Ausführungsbeispiel
sowie anhand der Zeichnungen. Dabei zeigen:
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1 eine
Darstellung des erfindungsgemäßen systemeigenen
Werkzeugs in einer Seitenansicht,
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2 das
Werkzeug aus 1 in einer
Aufsicht,
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3 eine
Sprengdarstellung der Verbindungselemente einer ersten Ausführungsform,
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4 die
zusammengesetzten Verbindungselemente aus 3 mit einem Gegenlagerstück einer
ersten Ausführungsform,
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5 eine
Ausführungsform
mit einem zur Aufnahme zweier Verbindungsschrauben geeigneten Gegenlagerstück,
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6 eine
Teilschnittansicht zweier mit dem erfindungsgemäßen System verbundener Profilstäbe in einer
Seitenansicht,
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7 die
dargestellte Profilstabverbindung aus 6 in
einer Stirnansicht,
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8 die
zusammengesetzten Verbindungselemente einer weiteren Ausführungsform
mit einem als Gewindehülse
ausgebildeten Gegenlagerstück,
und
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9 zwei
unter Verwendung der Verbindungselemente aus 8 fluchtend miteinander verbundene Profilstäbe.
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1 zeigt
ein erfindungsgemäßes Werkzeug 1,
das zum Drücken
eines Gewindes in die eine hinterschnittene Nut eines Profilstabes
begrenzenden Profilstababschnitte ausgebildet ist. Das Werkzeug 1 umfasst
einen Werkzeugkopf 2, an dem eine Aufnahme 3 für ein Eindrehwerkzeug
vorgesehen ist. Die Aufnahme 3 ist zur Aufnahme eines Torxschlüssels ausgebildet
und zeigt die für
ein solches Werkzeug übliche
Form der Aufnahme mit den mehreren nach außen gerichteten Eintiefungen.
In der Aufnahme 3 ist eine aus einem stabileren Draht geformte Haltespange 4 angeordnet,
die nicht näher
gezeigt ist. Diese dient dazu, das Werkzeug 1 fest mit
einem eingesteckten Eindrehwerkzeug zu verbinden, in dem die Haltespange,
die beispielsweise einen 270°-Kreis
beschreibt und infolgedessen leicht federnd ist, an entsprechenden
Rastaufnahmen am Eindrehwerkzeug einschnappt.
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An den Werkzeugkopf 2 schließt sich
der eigentliche Werkzeugschaft 5 an, mittels dem das Gewinde
in die Nut begrenzenden Profilabschnitte eingedrückt wird. Der Profilschaft
umfasst einen vorderseitigen Zentrierdorn 6, dessen Außendurchmesser im
Wesentlichen dem Einsteckdurchmesser, wie er durch die die Nut begrenzenden
Profilstababschnitte vorgegeben ist, entspricht, so dass der Zentrierdorn unter
weitgehend formschlüssiger
Anlage an die Profilstababschnitte in die Nut eingesteckt werden
kann. Der Zentrierdorn besitzt eine eine sichere Führung ermöglichende
Länge,
z. B. von 20 mm oder 25 mm. Er ist ferner mit einem sich fortsetzenden
eingetieften Gewindegang 7 versehen, der in den Gewindegang des
sich an den Zentrierdorn anschließenden Gewindeformabschnitts 8 anschließt. Der
Gewindeformabschnitt 8 umfasst einen sich unmittelbar an den
Zentrierdorn 6 anschließenden Gewindeanschnitt 9.
In dem Gewindeanschnitt 9 steigt die äußere Gewindekante auf ihren
maximalen Gewindedurchmesser an, wobei der Gewindeabschnitt bevorzugt
lediglich einen Gewindegang ausmacht. Diese Gewindestärke behält der Gewindeformabschnitt
bis zu seinem schraubenkopfnahen Ende bei. Das Gewinde ist sowohl
im Bereich des Gewindeanschnitts als auch im sonstigen Gewindeformabschnitt
mittig ansteigend ausgebildet ist, das heißt die Gewindeflanken sind
insoweit symmetrisch.
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3 zeigt
in Form einer Sprengdarstellung die eigentlichen Verbindungskomponenten
des erfindungsgemäßen Systems.
Diese umfassen zunächst eine
Verbindungsschraube 10, z. B. eine gewöhnliche Inbusschraube. Diese
weist einen Schraubenkopf 11 und einen daran anschließenden mit
einem Außengewinde
versehenen Schraubenschaft 12 auf. Weiterhin ist eine Gewindehülse 13 vorgesehen,
die eine Innenbohrung 14 aufweist, deren Durchmesser etwas
größer als
der Durchmesser des Schraubenschaftes 12 ist. Der Schraubenschaft 12 ist
im Rahmen der Montage durch die Innenbohrung 14 zu stecken,
wobei nach dem Einsetzen der Verbindungsschraube 10 der
Schraubenkopf 11 auf der Stirnseite 15 der Gewindehülse 13 ruht.
Die Gewindehülse 13 ist
außenseitig
mit einem Außengewinde 16 versehen,
das derart ausgebildet ist, dass es in ein mittels des Werkzeugs 1 eingedrücktes nutseitiges
Gewinde eingeschraubt werden kann.
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An der der Stirnkante 15 gegenüberliegenden
Seite der Gewindehülse
ist der Bereich der Innenbohrung 14 mit einer Aufnahme 17 für ein Eindrehwerkzeug
(z. B. Torxschlüssel)
versehen. Die Aufnahme 3 des Werkzeugs 1 und die
Aufnahme 17 der Gewindehülse 13 sind erfindungsgemäß gleichartig
ausgebildet, so dass ein und dasselbe Eindrehwerkzeug in beide Aufnahmen
eingesetzt werden kann.
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Ferner umfasst das Verbindungselemente ein
Gegenlagerstück 18,
hier in Form eines Nutsteines 19, der ein Gewinde 20 aufweist,
in das der Schraubenschaft 12 der Verbindungsschraube einzuschrauben
ist.
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4 zeigt
eine Seitenansicht der aus 3 bekannten
Verbindungselemente. Ersichtlich durchsetzt der Schraubenschaft 12 der
Verbindungsschraube 10 die Gewindehülse 13. Mit seinem
freien Ende ist er in dem Gewinde 20 des Nutensteins 19 eingeschraubt.
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Während 4 einen Nutenstein 19 mit
nur einem Gewinde zeigt, zeigt 5 einen
Nutenstein 19` , der zwei Gewinde 20' aufweist, in
die zwei Verbindungsschrauben eingeschraubt werden können.
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6 zeigt
zwei unter Verwendung der aus 5 bekannten
Verbindungselemente fest miteinander verschraubte Profilstäbe 21, 22.
Jeder der Profilstäbe 21 besitzt
außenseitig
im gezeigten Beispiel mehrere hinterschnittene Nuten 23, über welche
die Profilstabverbindung erfolgt.
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Zunächst wird unter Verwendung
des Werkzeugs 1 in die beiden an einander gegenüberliegenden
Profilstabseiten vorgesehenen Nuten 23 des Profilstabs 21 jeweils
ein Gewinde eingedrückt.
Zu diesem Zweck wird der Zentrierdorn 6 in die Nut eingesteckt.
Sobald der Gewindeanschnitt an der Nutstirnkante anliegt wird das
Werkzeug 1 mittels des nicht näher gezeigten Eindrehwerkzeugs – z. B.
eines manuellen Torxschlüssels
oder aber eines in eine Bohrmaschine oder dergleichen eingesetzten
Torxschlüssels – gedreht.
Der Gewindeanschnitt ist zum Drücken
des Gewindes ausgebildet, das heißt das weichere Profilstabmaterial
wird gedrückt
und komprimiert, so dass der Gewindegang eingeformt wird. Bedingt
durch den sehr schnellen Anstieg des Gewindeanschnitts über lediglich
einen Gewindegang wird zweckmäßigerweise
verhindert, dass die die Nut 23 hinterschneidenden Nutschenkel 24 aufgebogen werden.
Die zum Drücken
in das Profilstabmaterial eingeleitete Kraft ist lokal sehr begrenzt,
so dass ein Aufbiegen verhindert wird. Da das Gewinde mittig ansteigt,
wird das Profilstabmaterial gleichmäßig auf beide Seiten der Gewindezüge gedrückt, so
dass weitgehend vermieden wird, dass in irgendeiner Form Schereffekte
eintreten. Das Drücken
des Gewindes führt
vorteilhaft zu einer deutlichen Materialverfestigung, das heißt das hierüber erzeugte
Gewinde ist deutlich fester und stärker belastbar als dies bei einem
eingeschnittenen Gewinde der Fall wäre.
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Das Werkzeug 1 wird nun
soweit in die Nut eingedreht, bis der Anschlag 25, der
eine Markierung für
die Gewindelänge
darstellt, an der Stirnkante der Nut anschlägt. Anstelle des Anschlags 25 können aber
auch andere Markierungen wie z. B. eine Ringnut oder dergleichen
vorgesehen sein.
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Nun wird das Werkzeug 1 wieder
herausgeschraubt. Beim Drücken
des Profilstabmaterials wird dieses in die Gewindegänge des
Gewindeformabschnitts eingedrückt.
Hierdurch ergibt sich eine Verringerung des Innendurchmessers des
hierüber
erzeugten Gewindes im Vergleich zum ursprünglichen Durchmesser der Nut.
Um zu vermeiden, dass beim Herausdrehen des Werkzeugs das gedrückte Gewinde
mit dem Zentrierdorn 6 wieder beschädigt wird, ist dieser mit dem
beschriebenen Gewindegang 7 versehen, in dem dann die den
Innendurchmesser des Gewindes definierenden Gewindekanten geführt werden.
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In 6 ist
das auf diese Weise gedrückte Gewinde 26 dargestellt.
Nun wird in die Nut 23 – gegebenenfalls auch bereits
schon vorher – die
Verbindungsschraube 10 eingeschoben, wonach die Gewindehülse 13 unter
Verwendung desselben Eindrehwerkzeugs in das gedrückte Gewinde 26 eingeschraubt
wird. Aufgrund der definierten Gewindelänge kann die Gewindehülse 13 ebenfalls
nur in eine definierte Stellung gedreht werden, wobei diese derart
ist, dass die Stirnkante der Gewindehülse 13 bündig mit
der Stirnkante des Profilstabs 21 abschließt.
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Sind im gezeigten Beispiel in beide
Nuten 23 die Verbindungsschrauben und Gewindehülsen eingesetzt
so wird der Nutenstein 19' in
die Nut 23 des rechtwinklig zu befestigenden Profilstabs 22 eingeschoben.
Die vorderen Abschnitte der Ge windeschäfte 12 der Verbindungsschrauben 10 greifen
in die hinterschnittene Nut 23 des unteren Profilstabs 22 ein
und können
so unter Verwendung eines geeigneten Eindrehwerkzeugs 27,
z. B. eines Inbusschlüssels
oder dergleichen in die Gewinde 20' des Nutensteins 19' eingeschraubt
werden. Der Nutenstein 19' ist
an den hinterschneidenden Nutschenkeln 24 gegengelagert.
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Aufgrund der durch das Drücken realisierten extrem
hohen Festigkeit des gedrückten
Gewindes 26 kann das Gewinde 26 deutlich höher belastet
werden, das heißt
die Verbindungsschrauben 10 können ohne der Gefahr einer
Gewindebeschädigung
kräftiger
angezogen werden als dies bei üblichen
geschnittenen Gewinden der Fall ist.
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8 zeigt
eine weitere Ausführungsform der
systemeigenen Verbindungselemente. Auch hier ist eine Verbindungsschraube 28 vorgesehen,
die eine Gewindehülse 29 durchsetzt.
Als Gegenlagerstück
kommt hier jedoch eine zweite Gewindehülse 30 zum Einsatz,
die wie auch die Gewindehülse 29 ein
Außengewinde 31 aufweist,
so dass sie in ein mittels des Werkzeugs 1 eingedrücktes Nutgewinde
eingeschraubt werden kann. Die Gewindehülse 30 besitzt weiterhin
ein Innengewinde 32, in das der hier längere Gewindeschaft 33 der
Verbindungsschraube 28 eingeschraubt werden kann.
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9 zeigt
eine Verbindung zweier Profilstäbe 34, 35 unter
Verwendung der Verbindungselemente aus 8. In gleicher wie bezüglich der 6 und 7 beschriebenen Weise wird unter Verwendung des
Werkzeugs 1 ein hochfestes Gewinde 36 eingedrückt. Nach
Einbringen der Verbindungsschraube 28 wird die Gewindehülse 29 eingeschraubt,
im Profilstab 35 wird die Gewindehülse 30 eingeschraubt, wobei
auch hier darauf hinzuweisen ist, dass an der Gewindehülse 30 gleichartige
Aufnahmen für
ein Eindrehwerkzeug vorgesehen sind.
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Sind beide Hülsen 29, 30 eingeschraubt, wird
unter Verwendung eines geeigneten Eindrehwerkzeugs 37 die
Verbindungsschraube 28 in das Innengewinde 32 der
Gewindehülse 30 eingeschraubt. Da
auch hier beidseitig hochfeste gedrückte Gewinde 36 vorgesehen
sind kann auch hier die Verbindungsschraube 28 extrem fest
angezogen werden.
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Abschließend ist darauf hinzuweisen,
dass für
eine sichere Befestigung der beiden Profilstäbe 34, 35 die
Verbindungselemente auch an der gegenüberliegenden Nut gesetzt sind.
Daneben besteht natürlich
auch die Möglichkeit,
weitere Verbindungselemente an weiteren Nuten zu setzen, um die
Festigkeit der Stabverbindung noch weiter zu erhöhen.