DE102008036815A1 - Verfahren und Vorrichtung zur Brandbekämpfung - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und Vorrichtungen zur Brandbekämpfung, insbesondere zur Anwendung bei Großbränden, Waldbränden, Tunnelbränden, Ölquellenbränden. Es ist bekannt, dass Löschwasser oder Löschpulver über dem Brandherd aus Flugzeugen abgelassen wird. Nachteilig ist dabei, dass durch den thermischen Auftrieb über dem Brandherd, diese Löschmittel die Brandstelle nur teilweise erreichen können und dass die Wasserteilchen über der Feuerhitze zum Teil wirkungslos verdampfen und nur reduzierte Wassermengen den Brandherd erreichen zum Löschen. Zudem ist das erforderliche, niedrige Fliegen über der Brandfläche gefährlich. Mit der Erfindung werden Eis-Sprengbomben, Eishohlkörper mit kleinen Eisteilchen, in sicherer Höhe aus Flugzeugen über die Brandfläche abgeworfen und mittels integriertem Sprengsatz über der Brandfläche in kleine Eisteilchen zersprengt. Diese schmelzen löschend in der Glut bei Kontakt und verdampfen explosionsartig mit einer 1800fachen Dampf-Expansion. Dadurch wird der Luftsauerstoff über weite Flächen verdrängt. Zudem werden dem Brandherd durch die Aggregat-Umwandlungen, Eis zu Wasser und Wasser zu Dampf, große Wärmemengen entzogen.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren und Vorrichtungen zur Brandbekämpfung, insbesondere zur Anwendung bei Großbränden, Waldbränden, Bränden in Tunnel oder an Ölquellen.
- Es ist bekannt, dass zu diesem Zweck Löschwasser oder Löschpulver über den Brandherd gespritzt, oder aus Flugzeugen abgelassen wird.
- Nachteilig ist dabei, dass durch den thermischen Auftrieb über dem Brandherd diese Löschmittel die Brandstelle nur zum Teil erreichen können, so wie beispielsweise die Wasserteilchen über der Feuerhitze teilweise wirkungslos verdampfen und nur reduzierte Löschmittelmengen den Brandherd zum Löschen erreichen. Bei Wald- und Flächenbränden ist das erforderliche, niedrige Fliegen über der Brandfläche gefährlich.
- Alternativ wird ein gefüllter Wasserschlauch, der innen mit Sprengsätzen bestückt ist, um die Brandstelle gelegt und der Sprengsatz gezündet. Dabei wird das Wasser verdampft. Die Expansion des Wasserdampfes verdrängt den Luftsauerstoff und erzeugt somit den Löscheffekt.
- Nachteilig dabei sind die technisch beschränkten Anwendungsmöglichkeiten auf nur kleinem Terrain und das problematische Auslegen des Wasserschlauches direkt an der Brandstelle.
- An brennenden Ölquellen wird mittels Explosion von Sprengkörpern das Feuer durch den Explosionsdruck ausgeblasen.
- Dieses Verfahren ist nur bedingt anwendbar auf begrenzter Brandstelle speziell bei Ölquellenbrand und die Durchführung nicht ungefährlich durch die erforderliche Nähe am Feuer.
- Die Erfindung hat die Aufgabe, die zuvor genannten Nachteile zu beseitigen, der gesamten Menge des Wassers das Erreichen der Brandfläche zum Löschen zu ermöglichen, dort verdampfend Luftsauerstoff zu verdrängen und insbesondere die Brandhitze zu reduzieren und so einen weitflächigen Löscheffekt zu sichern
- Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe damit gelöst, dass Eis als Brandlöscher verwendet wird, dass zerkleinertes Eis, oder Eissplitter aus vorgefertigtem Scherben-Eis, kleinkörnig über der und auf die Brandfläche ausgestreut und als Löschmittel verwendet wird und dass dazu eine beliebig gestaltete Eis-Sprengbombe, mit integriertem Sprengsatz, kurz über der Brandfläche, beziehungsweise in oder an der Brandstelle zersprengt wird.
- Zur Herstellung dieser Eis-Sprengbombe wird zunächst ein Hohlkörper aus Eis mit festen Eiswänden gefertigt. Dazu wird Wasser in einer, innenflächig mit einem Trennmittel versehenen, tiefgekühlten Gefrierform zur äußeren Schale der Eis-Sprengbombe gefroren. Dafür wird die tiefgekühlte Gefrierform beispielsweise innen entsprechend mit Flüssigkeit besprüht, die dort anfriert bis zur benötigten Wandstärke.
- Um beim Zersprengen der Eis-Sprengbombe möglichst viele kleine Eissplitter zu erhalten, wird Block-Eis zerkleinert, oder Eissplitter mittels Scherbeneisbereiter, oder anders bereitetes, kleinkörniges Eis hergestellt. Dieses kleinkörnige Eis wird dann in den Hohlkörper der Eis-Sprengbombe eingefüllt und darin nochmals locker zusammengefroren zur fertigen Eis-Sprengbombe mit fester Eisschale. Diese fertige Eis-Sprengbombe wird zwecks Bevorratung tiefgekühlt gelagert bis zur Anwendung.
- In oder an der Eis-Sprengbombe ist ein Sprengsatz mit Zündvorrichtung installiert, in bekannter Art und Weise. Dieser kann in die Eis-Sprengbombe mit eingefroren werden. Alle herkömmlichen Sprengsätze, Zündvorrichtung und Zündmechanismen, und Leitsysteme beispielsweise zur Fernbedienung oder Höhenzündung, Thermozündung, Aufschlagzündung oder sonstigem Auslöser, können bei der Eis-Sprengbombe in wasserdichter Ummantelung verwendet werden, je nach Erfordernis.
- In einer weiteren Ausbildung der Erfindung kann zerkleinertes Eis kleinkörnig mittels einer Schneckenforderpumpe, wie bei der Betonpumpe, durch Schlauchsysteme zum Anwendungsort transportiert und beim Austritt aus der Schlauchleitung unter Zuführung von Druckluft über die Brandfläche verteilt werden.
- Die Vorteile der Erfindung sind insbesondere darin zu sehen, dass mit dem Löschmittel Eis dem Brandherd, durch Änderung der Aggregatzustände Eis zu Wasser und Wasser zu Dampf, große Wärmemengen entzogen werden. Die gesamte Eismenge kann den Brandherd erreichen, mittels der Eis-Sprengbomben. Sie zersprengen wunschgenau kurz über der, oder am Boden der Brandfläche, wobei sich Eissplitter weitflächig ausbreiten. Bei Glutkontakt und in der Gluthitze schmelzen diese Eissplitter feuerlöschend zu Wasser, das explosionsartig verdampft. Die mit dem Verdampfen des Wassers entstehende 1800fache Expansion in Form von Wasserdampf verdrängt den Luftsauerstoff großteils aus dem Brandherd und kondensiert befeuchtend an noch umverbrannt Brennbarem. Eis-Sprengbomben können in größerer Anzahl flächendeckend als Bombenteppich aus, in ungefährlicher Höhe fliegenden, Flugmaschinen zielgenau abgeworfen werden. Mit einer Batterie Eis-Sprengbomben aus einem Abwurf können sehr weitflächige Löscheffekte erzeugt werden.. Eis-Sprengbomben können tiefgekühlt bevorratet werden bis zur Verwendung in der Periode der Waldbrandgefahr. Der hohe Wirkungsgrad relativiert die Herstellungskosten.
- Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird in folgendem näher beschrieben:
Zur Herstellung der Eis-Sprengbombe wird zunächst ein Hohlkörper aus Wasser oder anderer Flüssigkeit in entsprechender tiefgekühlter Gefrierform tiefgefroren. In diesen Hohlkörper wird kleinkörniges Eis gefüllt und nochmals locker zusammengefroren. Im Inneren der Eis-Sprengbombe wird ein Sprengsatz mit Zündapparatur integriert - Die Eis-Sprengbombe wird beispielsweise aus der tiefgekühlten Bevorratung in wärmeisolierten Behältern in Flugmaschinen bis über die Brandfläche transportiert und dort ohne die Behälter abgeworfen. Der Sprengsatz kann durch Fernzündung aktiviert werden, zum Zersprengen der Eis-Bombe, wodurch sich kleine Eissplitter über der Brandfläche ausbreiten, die insbesondere bei Berührung der Feuerglut feuerlöschend schmelzen und hitzebedingt explosionsartig verdampfen.
- Die Eis-Sprengbombe kann, in kleinerer Ausführung, granatenförmig, auch in Spezialfahrzeugen zum Brandherd transportiert und dort direkt abgelegt, oder in diesen hineingeschleudert werden zum Zersprengen. Es können auch lose Eissplitter, beispielsweise mittels Eisfräse oder Schnee-Kanone oder ähnlichem über die Brandfläche verteilt werden zum Löschen des Feuers.
Claims (5)
- Verfahren zur Brandbekämpfung, insbesondere zur Anwendung bei Großbränden, Waldbränden, Bränden in Tunnel oder an Ölquellen, dadurch gekennzeichnet, dass Eis als Brandlöscher verwendet wird, dass zerkleinertes Eis oder Eissplitter aus vorgefertigtem Scherben-Eis, kleinkörnig über der und auf die Brandfläche ausgestreut und als Löschmittel verwendet wird, dass dazu eine beliebig gestaltete Eis-Sprengbombe über der Brandfläche, beziehungsweise in oder an dem Brandherd zersprengt wird.
- Vorrichtung zur Brandbekämpfung, insbesondere zur Anwendung bei Großbränden, Waldbränden, Bränden in Tunnel oder an Ölquellen, dadurch gekennzeichnet, dass die Eis-Sprengbombe aus einem fest gefrorenen Hohlkörper aus Eis besteht, in den kleinkörniges Eis eingefüllt ist.
- Verfahren und Vorrichtung zur Brandbekämpfung, insbesondere zur Anwendung bei Großbränden, Waldbränden, Bränden in Tunnel oder an Ölquellen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Eis-Granate, die wie eine kleinere Eisbombe hergestellt wird, am Brandherd abgelegt oder in diesen geschleudert oder geschossen wird zum zersprengen.
- Vorrichtungen zur Brandbekämpfung, insbesondere zur Anwendung bei Großbränden, Waldbränden, Bränden in Tunnel oder an Ölquellen, dadurch gekennzeichnet, dass in oder an der Eis-Sprengbombe mindestens eine komplette Sprengvorrichtung integriert ist mit den notwendigen, einschlägigen Zündvorrichtungen.
- Verfahren zur Brandbekämpfung, insbesondere zur Anwendung bei Großbränden, Waldbränden, Bränden in Tunnel oder an Ölquellen, dadurch gekennzeichnet, dass zerkleinertes Eis kleinkörnig mittels einer Schneckenförderpumpe und durch Schlauchsysteme zum Anwendungsort transportiert und beim Austritt unter Zuführung von Druckluft über die Brandfläche verteilt wird.
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