DE102006053701A1 - Bremsanlage - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Bremsanlage mit mindestens zwei Drucksignalgebern zum Erzeugen von Bremsdrücke wiedergebenden Signalen. Um ein sicheres Erkennen einer Fahrerbremsung zu ermöglichen ist gemäß der Erfindung vorgesehen, dass anhand der mindestens zwei Signale der Drucksignalgeber (14, 14.1) festgestellt wird, ob der Fahrer bremst, wobei die Bremsanlage keinen Bremslichtschalter aufweist.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Bremsanlage mit mindestens zwei Drucksignalgebern zum Erzeugen von Bremsdrücke wiedergebenden Signalen.
- Bei Fahrzeugen mit ESP (Elektronisches Stabilitäts-Programm) Bremsanlagen werden bei einer ESP Regelung Einlassventile geschlossen und somit einzelne Räder vom Fahrer getrennt. Falls der Fahrer während ESP aktiv die Fahrzeugverzögerung erhöhen möchte, muss diese Anforderung von dem Regler erkannt und die Komponenten der Hydraulikeinheit entsprechend geschaltet werden, damit der Bremsdruck in die Radbremse eingesteuert werden kann. Es ist somit wesentlich eine zuverlässige und sichere Erkennung „Fahrer bremst" zu haben.
- Auch Assistenzfunktionen wie ACC (Adaptive Cruise Control = Fahrzeuggeschwindigkeitsregelung), AVH (Automatic Vehicle Hold) usw. sind von einer zuverlässigen Information „Fahrer bremst" abhängig, um die Funktion zu deaktivieren bzw. zu aktivieren. In den bekannten Bremsanlagen wird diese Information deswegen redundant aus zwei Signalen gebildet, d.h. aus einem Signal des Bremslichtschalters BLS und einem Signal des THZ (Tandem-Haupt-Zylinder) Sensors. Beide Signale werden verwendet um „Fahrer bremst" zu detektieren.
- Aus der
DE 196 39 322 A1 ist als Signalgeber, der die Betätigung einer Fahrzeugbremse überwacht, ein Bremslichtschalter vorgesehen. Das Signal des Bremslichtschalters wird dabei zur Ansteuerung eines Stellaggregates verwendet, das einer Kupplung zugeordnet ist. DieDE 195 04 411 A1 sieht ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Anzeige einer Bremspedalbetätigung bzw. eines Bremsvorgangs vor, bei welcher unter Verzicht auf mechanische Teile das Bremslicht ausgehend von elektrischen, die Bremspedalbetätigung repräsentierenden Signalen geschaltet wird. Als Bremswertgeber verfügt die Vorrichtung über ein Betriebsbremsventil mit einem elektrischen und einem hydraulischen Teil zur Bremspedalbetätigungserfassung. - Die
DE 199 20 096 A1 verbindet ein Steuergerät für eine Fremdkraftbetätigung (Fahrzeuggeschwindigkeitsregelung), bei der der aktive Bremseingriff ohne Betätigung des Bremspedals durch einen Fahrzeugbediener erfolgt, mit einer mit einem Bremslichtschalter verbundenen Steuereinrichtung. In Abhängigkeit von Fahrzeugbetriebsbedingungen soll eine Bremsleuchte auch ohne Betätigen des Bremslichtschalters aktivierbar bzw. deaktivierbar sein. Als Fahrzeugbetriebsbedingungen sind Fahrzeugverzögerungen und der Hydraulikdruck des Hydraulikaggregats vorgesehen. - Die
DE 10 2004 005 184 A1 verwendet den Druck im Hauptzylinder (THZ) des Hydraulikaggregats einer mit Fremdkraft betätigbaren Bremsanlage als Signalgeber für ein Bremslicht. Um die im Druckbereich von 1 bis 3 bar zu ungenaue Bremsbetätigungssignalisierung zu optimieren, wird ein zusätzlicher Verstärker eingesetzt, der eine höhere Empfindlichkeit besitzt, als der für die normale Drucksensorsignalverarbeitung eingesetzte Verstärker. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bremsanlage an zugeben, die ohne das Signal des Bremslichtschalters eine sichere und zuverlässige Erkennung einer Fahrerbremsung ermöglicht.
- Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass anhand von mindestens zwei Signalen der Drucksignalgeber festgestellt wird, ob der Fahrer bremst, wobei die Bremsanlage keinen Bremslichtschalter aufweist.
- Diese Aufgabe wird auch durch ein gattungsgemäßes Verfahren zum Ermitteln einer Fahrerbremsung ohne Bremslichtschalter gelöst, indem die Fahrerbremsung mittels mindestens zwei Drucksignalen festgestellt wird.
- In neueren Bremsanlagen mit einem Druckssignalgeber des Hauptbremszylinders und einem oder mehreren Raddrucksignalgebern kann eine Fahrerbremsung über mehrere Drucksignalgeber (z.B. 5) detektiert werden, wenn keine Regelung oder keine Assistenzfunktion aktiv ist. Dabei kann das Signal eines dem Hauptbremszylinder zugeordneten Drucksensors über die Signale der Raddrucksensoren und/oder über anderweitig generierte Drucksignale umfangreich plausibilisiert werden, so dass ein unbemerkter Defekt im Drucksensor des Hauptbremszylinders praktisch ausgeschlossen werden kann. Andersweitig generierte Drucksignale können z.B. durch jedem Bremskreis zugeordnete Drucksignalgeber ermittelt werden, die den Hauptbremszylinderdruck redundant erfassen, oder durch einen dem Hauptbremszylinder zugeordneten Drucksignalgeber, der ein elektrisch redundantes Signal erzeugt. Durch dieses erhöhte Maß an Redundanz besteht die Möglichkeit auf den Bremslichtschalter Schalter zu verzichten und ein Kostenersparnis pro Fahrzeug zu erzielen.
- Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
- Ein Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dargestellt und wird im Folgenden näher beschreiben.
- Es zeigen
-
1 eine Bremsanlage mit den entsprechenden Bauteilen - Die in der
1 in einem Ausschnitt dargestellte, zur Erläuterung von Komponenten geeignete Fahrzeugbremsanlage umfasst eine Betätigungseinrichtung1 , die über einen Bremskraftverstärker2 mit einem Hauptbremszylinder3 verbunden ist und vorzugsweise als Bremspedal ausgebildet ist. - Der Hauptbremszylinder
3 ist strömungsmäßig mit einem Vorratsbehälter4 für Hydraulikflüssigkeit verbunden. Er ist vorzugsweise als so genannter Tandemhauptzylinder ausgeführt, bei dem jeweils eine von zwei gekoppelten Druckkammern zur Druckversorgung eines Bremskreises vorgesehen ist. Üblicherweise besteht dabei eine X-Aufteilung der Bremskreise, bei der eine Druckkammer die vordere rechte (VR) und die hintere linke (HL) Radbremse5 versorgt und die andere Druckkammer die vordere linke und die hintere rechte Radbremse5 . - Mit den Radbremsen
5 ist der Hauptbremszylinder3 über eine Hydraulikeinheit6 verbunden, die für jeden der beiden Bremskreise in gleicher Weise ausgebildet ist. In der1 ist daher nur der einem der Bremskreise zugeordnete Teil der Hydraulikeinheit dargestellt. - Die Radbremsen
5 sind dabei über ein stromlos offenes analogisiertes Trennventil7 mit dem Hauptbremszylinder3 verbunden, wobei jeder Radbremse5 zusätzlich ein Einlassventil8 zugeordnet ist, das ebenfalls stromlos geöffnet ist. Bei einem ausschließlich durch den Fahrer gesteuerten Bremsvorgang wird der von dem Fahrer mittels des Bremskraftverstärkers2 in dem Hauptbremszylinder3 aufgebaute Bremsdruck pTHZ, der auch als Vordruck bezeichnet wird, direkt zu den Radbremsen5 übertragen. - Die dargestellte Bremsanlage ermöglicht jedoch ebenfalls einen fremdkraftgesteuerten Aufbau eines Bremsdrucks pRad in den Radbremsen
5 mittels der durch den Motor9 angetriebenen Hydraulikpumpe10 . Zum Druckaufbau wird dabei das Trennventil7 geschlossen und das stromlos geschlossene Umschaltventil11 geöffnet, so dass zwischen dem Hauptbremszylinder3 und der Saugseite der Hydraulikpumpe10 eine Verbindung entsteht, und der Hauptbremszylinder3 von der Druckseite der Hydraulikpumpe10 entkoppelt wird. Die Hydraulikpumpe10 ist damit in der Lage, Hydraulikflüssigkeit aus dem Hauptbremszylinder3 bzw. dem Vorratsbehälter4 in die Radbremsen5 zu fördern, um den Radbremsdruck pRad zu erhöhen. - Zur Verringerung des Bremsdrucks pRad in den Radbremsen
5 ist jeder Radbremse5 ein stromlos geschlossenes Auslassventil12 zugeordnet. Wird das Auslassventil12 geöffnet, kann Hydraulikflüssigkeit aus der entsprechenden Radbremse5 mit hoher Dynamik in den Niederdruckspeicher13 entweichen. Mittels der Hydraulikpumpe10 kann die Hydraulikflüssigkeit aus dem Nie derdruckspeicher13 dann in den Hauptbremszylinder3 zurückgefördert werden, wozu das Umschaltventil11 sowie die Einlassventile8 geschlossen und das analogisierte Trennventil7 geöffnet wird. - Darüber hinaus kann ein in den Radbremsen
5 vorhandener Bremsdruck pRad konstant gehalten werden, in dem sowohl das der Radbremse zugeordnete Einlassventil8 als auch das zugehörige Auslassventil12 geschlossen werden. - Der von dem Fahrer innerhalb des Hauptbremszylinders
3 eingestellte Bremsdruck pTHZ wird mittels eines Drucksensors14 und der in die Radbremsen5 eingesteuerte Bremsdruck pRad mittels eines Drucksensors14.1 ,14.2 gemessen, deren Signale einem elektronischen Steuergerät20 übermittelt werden, welches die Steuerung der Hydraulikeinheit6 bzw. der enthaltenen Ventile7 ,8 ,11 und12 und des Motors9 vornimmt. Das Steuergerät20 ermittelt anhand der mindestens zwei Signale der Drucksensoren (14 ,14.1 und/oder14.2 ), ob der Fahrer bremst, wobei die Bremsanlage keinen Bremslichtschalter aufweist. - Dabei wird bevorzugt das eine Signal zur Plausibilisierung des anderen Signals verwendet wird. Insbesondere wird das Drucksensorsignal des dem Hauptbremszylinder
3 zugeordneten Sensors14 durch das Signal des anderen, einer Radbremse5 zugeordneten Drucksensors14.1 oder14.2 plausibilisiert. Die Plausibilisierung findet statt, wenn keine Fahrstabiltäts- oder Komfortregelung aktiv ist. Das Signal des Drucksensors14 , das den vom Fahrer in den Hauptbremszylinder eingesteuerten Bremsdruck pTHZ wiedergibt und eine direkte Information über den Betriebszustand „Fahrer bremst" darstellt, wird mit dem Signal mindestens eines Drucksensors14.1 ,14.2 verglichen, das den in die Radbremsen eingesteuerten Bremsdruck pRad wiedergibt. Hierzu wird ermittelt, ob das Bremsdrucksignal pTHZ und das Bremsdrucksignal pRad während einer vorgegebenen Zeit, einen vorgegebenen unteren und oberen Grenzwert nicht über- bzw. unterschreiten, also in einem Toleranzband liegen. Liegen die Bremsdrücke pRad und pTHZ während einer Zeitdauer innerhalb des Toleranzbandes, das Abweichungen des Bremsdruckes pTHZ vom Bremsdruck pRad berücksichtig, wird damit das Drucksignal pTHZ des Sensors14 bestätigt bzw. plausibilisiert. Das Bremsdrucksignal des Hauptbremszylinders3 kann nun für die Ansteuerung der Bremslichter weiter verarbeitet werden und/oder den Fahrstabiltäts- bzw. Komfortregelungen zur Verfügung gestellt werden. Die Bremslichter können mit diesem Signal beispielsweise Abhängig von der Höhe des Bremsdrucks angesteuert werden. - Das Verfahren zum Ermitteln einer Fahrerbremsung ohne Bremslichtschalter sieht bevorzugt vor, dass die Fahrerbremsung mittels mindestens zwei Drucksignalen, die den Hauptbremszylinderdruck und mindestens einen Radbremsdruck wiedergeben, die von zwei separaten Drucksensoren
14 ,14.12 ,14.2 erzeugt werden, festgestellt wird. - Vorteilhaft lässt sich aus den Bremsdrucksignalen einer solchen Bremsanlagen dabei eine Information über die Fahrerbremsung erzeugen und plausibilisieren, das einen Bremslichtschalter ersetzt.
- Selbstverständlich kann das Ersatzsignal für das Bremslicht bzw. die Information „Fahrer bremst" auch in einer separaten Steuereinheit bzw. in einem anderen Steuergerät ermittelt werden.
Claims (4)
- Bremsanlage mit mindestens zwei Drucksignalgebern zum Erzeugen von Bremsdrücke wiedergebenden Signalen dadurch gekennzeichnet, dass anhand der mindestens zwei Signale der Drucksignalgeber (
14 ,14.1 ) festgestellt wird, ob der Fahrer bremst, wobei die Bremsanlage keinen Bremslichtschalter aufweist. - Bremsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das eine Signal zur Plausibilisierung des anderen Signals verwendet wird.
- Bremsanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der eine Drucksignalgeber (
14 ) dem Hauptbremszylinder (3 ) zugeordnet ist und der andere Drucksignalgeber (14.1 ) mindestens einer Radbremse (5 ). - Verfahren zum Ermitteln einer Fahrerbremsung ohne Bremslichtschalter, dadurch gekennzeichnet, dass die Fahrerbremsung mittels mindestens zwei Drucksignalen festgestellt wird.
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