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Die
Erfindung betrifft einen neuen High-Throughput-Assay zum Messen
der Kinaseaktivität und zum identifizieren eines Kinase-Inhibitors
durch Bestimmen der Hydrolyse von ATP.
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Eine
Kinase ist ein enzymatisches Protein, welches die Übertragung
einer Phosphorylgruppe von ATP auf ein Substrat katalysiert. Das
Substrat kann beispielsweise die Kinase selbst, ein anderes Protein,
ein Peptid, ein Zucker oder ein Lipid sein. Phosphorylierung eines
Proteinsubstrats kann dessen Funktion modulieren, z. B. seine Aktivität
inhibieren. Wenn das Protein src beispielsweise an einem speziellen
Tyrosin phosphoryliert wird, schützt es seine eigene Kinase-Domäne
davor, mit einem Substrat in Wechselwirkung zu treten. Die Phosphorylierung
eines Proteins kann in anderen Fällen zur Bindung des phosphorylierten
Proteins durch andere Proteine führen, die eine Erkennungsdomäne
für ein spezielles phosphoryliertes Proteinmotiv haben.
Die größte Gruppe der Proteinkinasen wirkt auf
spezifische Proteine und modifiziert diese, um Signale zu übertragen
und komplexe Prozesse in Zellen zu steuern. Derartige phosphorylierte
Proteine ändern üblicherweise ihre funktionale
Aktivität. Das Genom des Menschen enthält etwa
500 Proteinkinasegene.
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Die
Detektierung einer Kinase-Aktivität wird unter Laborbedingungen üblicherweise
durchgeführt, indem eine Kinase unter definierten Bedingungen
mit einem speziellen Substrat inkubiert wird. Die Phosphorylierung
des Substrats wird nach Abschluss der Inkubierung bestimmt, indem
z. B. die eingebaute Radioaktivität gemessen wird oder
ein Antikörper verwendet wird, der das phosphorylierte
Produkt spezifisch erkennt. Es war aus dem Stand der Technik bekannt,
dass Proteinkinase A in der Lage sein würde, ATP direkt
zu hydrolysieren (Armstrong et al., PNAS 76, 722, 1976).
Es war jedoch nicht möglich, diesen Effekt zur Bestimmung
der Aktivität einer Kinase auszunutzen. Es wurde insbesondere
nie untersucht, ob die ATP hydrolysierende Aktivität als
Maß für die Proteinphosphorylierungsaktivität
verwendet werden kann, und ob bekannte Kinase-Inhibitoren die ATP-Hydrolyse
in einer ähnlichen Weise inhibieren, wie sie die Phosphorylierung
von Protein- oder Peptidsubstraten blockieren. Es konnte zudem nicht
gefolgert werden und wurde nicht untersucht, ob die ATP hydrolysierende
Aktivität ein gemeinsames Merkmal vieler Kinasen sein könnte.
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Durch
die Erfindung konnte gezeigt werden, dass direkte Hydrolyse von
ATP durch unterschiedliche Kinasen eine effiziente Weise zur Bestimmung
der Aktivität einer Kinase liefert, ohne dass eine Phosphorylgruppe
auf ein Protein-, Peptid-, Zucker- oder Lipidsustrat übertragen
werden muss. Es konnte ferner gezeigt werden, dass eine derartige
Aktivität zum Arzneimittelscreening verwendet werden kann,
insbesondere unter den Bedingungen des HTS (High-Throughput-Screening)
in Bezug auf alle Typen von Kinasen. Der große Vorteil
eines derartigen Verfahrens wäre das effektive Screening
von Verbindungen auf ihre Kinase modulierende Aktivität,
ohne dass ein spezifisches Substrat in ausreichend großen
Mengen zur Verfügung stehen muss.
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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Detektieren der Aktivität
einer Kinase durch Quantifizieren der Hydrolyse von ATP (Adenosintriphosphat).
Die Proteinkinase kann jegliches Kinaseprotein oder ein Fragment davon
sein. Die Aktivität bezieht sich auf den biologisch aktiven
Zustand der Proteine, die insbesondere andere Proteine, Proteinfragmente
oder Peptide, Zucker oder Lipide phosphorylieren, die entweder aus
natürlichen Quellen isoliert oder chemisch synthetisiert
wurden. Das Verfahren zum Detektieren dieser Aktivität
einer Kinase durch Quantifizieren der Hydrolyse von ATP wird jedoch
erfindungsgemäß ohne Zugabe eines Protein-, Peptid-,
Zucker- oder Lipidsubstrats der entsprechenden Kinase durchgeführt.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst
das Verfahren zum Detektieren der Aktivität einer Kinase
a) das Inkubieren eines Kinaseproteins zusammen mit ATP in einer
wässrigen Lösung und b) das Bestimmen der Menge
an ATP, die hydrolysiert worden ist. In einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung wird die Menge an ATP mittels
des Materials Luciferase bestimmt.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
umfasst das Verfahren zum Detektieren der Aktivität einer
Kinase a) das Inkubieren eines Kinaseproteins zusammen mit ATP in
einer wässrigen Lösung und b) das Bestimmen der
Menge an ADP (Adenosindiphosphat) und/oder Pi (anorganischem Phosphat),
die durch die Hydrolyse von ATP freigesetzt worden ist.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
umfasst das Verfahren zum Detektieren der Aktivität einer
Kinase:
- a) das Inkubieren eines Kinaseproteins
zusammen mit ATP und einem Detektierungssystem (z. B. Luciferin/Luciferase),
- b) das Bestimmen der Menge an ATP, die hydrolysiert worden ist,
mittels des Detektierungssystems von a).
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Ein
derartiges Detektierungssystem, das mit dem Kinaseprotein und ATP
inkubiert werden soll, wäre Luciferin/Luciferase, wie bereits
genannt, oder ein Detektierungssystem, das für die Erkennung
von ADP und/oder Pi spezifisch ist (z. B. spezifische Antikörper;
kleine organische Moleküle).
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In
einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die
Kinase ausgewählt aus einer Tyrosinkinase oder einer Serin/Threonin-Kinase.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
ist die Kinase aus der folgenden Gruppe EGFR, VEGFR, NGFR, PKC,
CDK2, MKK1, ROCK, MCK ausgewählt.
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In
einer weiteren speziellen bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung ist die Kinase aus TAK1, ABL oder PDK4 ausgewählt.
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In
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
umfasst in irgendeiner der zuvor genannten Ausführungsformen
die wässrige Lösung mehr als ein Kinaseprotein.
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Die
wässrige Lösung könnte z. B. zwei, drei,
vier, fünf, sechs, sieben, acht, neun, zehn und mehr Kinaseproteine
von unterschiedlichem Typ, unterschiedlicher Spezifizität,
der Herkunft aus unterschiedlichen Spezies, unterschiedlicher Reinigungsweise,
unterschiedlicher Modifikation des Proteingrundgerüsts,
unterschiedlicher Größe, unterschiedlichem Molekulargewicht,
unterschiedlichem Zuckergehalt oder anderen Charakterisierungen
enthalten.
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Das
Verfahren zur Bestimmung der Menge an ATP, die hydrolysiert worden
ist, und/oder an ADP und/oder Pi, die aus der ATP-Hydrolyse freigesetzt
worden ist bzw. sind, kann unter Verwendung eines Kalibrierungsverfahrens,
das unter Berücksichtigung der entsprechenden relevanten
experimentellen Bedingungen durchgeführt worden ist (z.
B. Puffer, pH-Wert, Temperatur, Protein, Lösungsmittel,
Ionen, Cofaktoren, Konzentrationen von ATP und/oder ADP und/oder
Pi) und/oder unter Verwendung eines internen oder externen, fixierten
oder flexiblen Referenzsystems erfolgen (z. B. Nullpunkt und/oder
Basisniveau des spektroskopischen Systems).
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Im
Kontext des Verfahrens zum Detektieren der Aktivität einer
Kinase durch Quantifizieren der Hydrolyse von ATP in einer oder
mehreren Ausführungsformen wie beschrieben sollten zuvor
experimentelle Aufbauten zu Kontroll- oder Vergleichszwecken durchgeführt
werden, insbesondere zu Zwecken der verbesserten Genauigkeit und
Wiederholbarkeit oder aus anderen Gründen. Ein Kontrollexperiment
könnte beispielsweise aus einem weiteren experimentellen
Aufbau (zur Kontrolle) bestehen, wobei im Unterschied zu dem vollständigen
experimentellen Aufbau, der einen vollständigen Satz der
Komponenten zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens aufweist, mindestens eine der Komponenten (insbesondere
das Protein und/oder ATP) weggelassen wurde.
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Das
Verfahren zum Detektieren der Aktivität einer Kinase durch
Quantifizieren der Hydrolyse von ATP in einer oder mehreren der
Ausführungsformen wie bereits erwähnt kann in
einer diskreten (einem oder mehreren, zeitlich getrennten Bestimmungspunkten)
oder in einer kontinuierlichen Weise (aufeinanderfolgende Bestimmung)
durchgeführt werden.
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Das
Verfahren zum Detektieren der Aktivität einer Kinase durch
Quantifizieren der Hydrolyse von ATP in einer oder mehreren der
zuvor beschriebenen Ausführungsformen kann zur Identifizierung
oder Profilierung einer chemischen Verbindung verwendet werden,
die in der Lage ist, die Aktivität eines Kinaseproteins
zu inhibieren oder zu stimulieren, oder kann zur Bestimmung der
Aktivität einer Kinase in einer biologischen Probe verwendet
werden. Eine biologische Probe besteht aus lebenden oder toten Zellen
von eukariontischen (einschließlich Wirbeltieren, insbesondere
Säugern, speziell Hund, Ratte, Maus, Rind, Schwein sowie
Menschen) oder prokariontischen Organismen (einschließlich
Bakterien, Hefe) Organismen.
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Die
Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Identifizieren eines
Antagonisten einer Kinase, wobei
- a) eine Kinase
(z. B. Tyrosinkinase, Serin/Threonin-Kinase, EGFR, VEGFR, NGFR,
PKC, CDK2, MKK1, ROCK, MCK, TAK1, ABL, PDK4 oder andere) in wässriger
Lösung bereitgestellt wird,
- b) eine Lösung, die ATP enthält, bereitgestellt
wird,
- c) eine Lösung, die Luciferin und Luciferase enthält,
bereitgestellt wird,
- d) eine chemische Verbindung bereitgestellt wird,
- e) die Kinase in wässriger Lösung aus a) und
die chemische Verbindung aus d) inkubiert werden,
- f) die Aktivität der Proteinkinase z. B. mittels ATP,
Luciferin und Luciferase bestimmt wird. Dies kann durchgeführt
werden, indem entweder Kinase, Verbindung und ATP für eine
bestimmte Zeitdauer inkubiert werden und danach Luciferin/Luciferase
zur Bestimmung des restlichen ATP zugefügt werden, oder
indem Kinase, Verbindung, ATP und Luciferin/Luciferase zusammen
inkubiert werden und das Abklingen der ATP-Konzentration überwacht
wird,
- g) das Ergebnis von d) möglicherweise durch Ergebnisse
von einem oder mehreren Kontrollexperimenten abgewogen wird, wobei
die Inkubierung gemäß c) durchgeführt
wird, indem die chemische Verbindung und/oder die Kinase weggelassen
wird,
- h) das Ergebnis von d) und/oder e) möglicherweise durch
die Ergebnisse aus einem Kontrollexperiment abgewogen wird, wobei
die Verbindung gemäß b) ein bekannter Kinaseantagonist
ist.
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Da
ein Antagonist eine Verbindung ist, die die Aktivität einer
Kinase inhibiert, wird ein positives Ergebnis zum Identifizieren
eines Antagonisten durch diesen Assay durch verringerte Aktivität
der Kinase gezeigt, die dazu führt, dass weniger ATP hydrolysiert
wird.
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Die
Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Identifizieren eines Agonisten
einer Kinase, wobei
- a) eine Kinase (z. B. Tyrosinkinase,
Serin/Threonin-Kinase, EGFR, VEGFR, NGFR, PKC, CDk2, MKK1, ROCK,
MCK, TAK1, ABL, PDK4 oder andere) in wässriger Lösung,
die ferner ATP, Luciferin, Luciferase und möglicherweise
zusätzliche Verbindungen, jedoch kein Peptid-, Protein-,
Zucker- oder Lipidsubstrat der Kinase umfasst, bereitgestellt wird,
- b) eine Lösung bereitgestellt wird, die ATP und mögliche
zusätzliche Komponenten umfasst,
- c) eine Lösung bereitgestellt wird, die Luciferin,
Luciferase und mögliche zusätzliche Komponenten
umfasst,
- d) ein Inhibitor der Kinase bereitgestellt wird,
- e) eine chemische Verbindung bereitgestellt wird,
- f) die Kinase in wässriger Lösung gemäß a),
der Inhibitor gemäß b) und die chemische Verbindung
gemäß c) inkubiert werden,
- g) die Aktivität der Kinase z. B. mittels ATP, Luciferin
und Luciferase bestimmt wird,
- h) das Ergebnis von e) möglicherweise durch die Ergebnisse
von einem oder mehreren Kontrollexperimenten abgewogen wird, wobei
die Inkubation gemäß d) durchgeführt
wird, indem die chemische Verbindung und/oder die Kinase weggelassen
wird; dies kann erfolgen, indem entweder Kinase, Inhibitor, Verbindung und
ATP für eine bestimmte Zeitdauer inkubiert werden und danach
zur Bestimmung des restlichen ATP Luciferin/Luciferase zugegeben
wird, oder indem Kinase, Inhibitor, Verbindung, ATP und Luciferin/Luciferase
zusammen inkubiert werden und das Abklingen der ATP-Konzentration
aufgezeichnet wird,
- i) das Ergebnis von e) und/oder f) möglicherweise durch
die Ergebnisse aus einem Kontrollexperiment abgewogen wird, wobei
die Verbindung gemäß b) ein bekannter Kinaseagonist
ist.
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Da
ein Agonist eine Verbindung ist, die die Aktivität einer
Kinase stimuliert, wird ein positives Ergebnis zum Identifizieren
eines Agonisten durch diesen Assay durch erhöhte Aktivität
der Kinase gezeigt, die dazu führt, dass mehr ATP hydrolysiert
wird.
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Das
Verfahren zum Identifizieren eines Antagonisten oder Agonisten wie
zuvor beschrieben kann in einer Ausführungsform der Erfindung
als High-Throughput-Screening (HTS) durchgeführt werden.
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Die
Erfindung wird nachfolgend genauer definiert, ohne den Schutzumfang
der Ansprüche auf eine einzige Definition zu begrenzen.
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Eine
Proteinkinase ist ein Enzym, das andere Proteine oder sich selbst
(Autophosphorylierung) phosphoryliert. Proteinphosphorylierung ist
ein Regulierungsmechanismus einer lebenden Zelle, der eine Rolle
bei der Steuerung von Zellfunktionen spielt (z. B. Differenzierung,
Entwicklung, Signalgebung, Metabolismus, Zellzyklus, Fortpflanzung
und anderen). Die Phosphorylierung eines Proteins ändert üblicherweise
die funktionale Aktivität des Proteins. Deregulierte Kinasen
können zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen,
wie z. B. Krebs, metabolischen Erkrankungen (z. B. Diabetes), verringerter
Fähigkeit zur Bekämpfung von viralen oder bakteriellen
Infektionen, Erkrankungen der Atemwege, Erkrankungen des zentralen
Nervensystems, Erkrankungen vitaler Organfunktionen (z. B. Herz,
Lunge) und dergleichen.
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Der
Begriff Proteinkinase soll sich auf die Enzymklasse als solche beziehen,
um die Proteinkinasegruppe von anderen Enzymen oder Rezeptoren (z.
B. Phosphatasen, GPCR) zu differenzieren. Der Begriff Proteinkinaseprotein
oder Kinaseprotein wird zur Bezeichnung des Proteins oder eines
Fragments eines Proteins einer Proteinkinase verwendet. Tyrosinkinasen
(EC 2.7.10.1) phosphorylieren Tyrosin-Aminosäurereste.
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Tyrosinkinasen
sind an der Signalweiterleitung beteiligt. Sie spielen eine bedeutende
Rolle als Wachstumsfaktorrezeptoren (z. B. Epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor – EGFR;
Insulinrezeptor – IR und andere) sowie in der nachgeordneten
Signalgebung von Wachstumsfaktoren. Serin/Threonin-Kinasen (EC 2.7.11.1) phosphorylieren
die OH-Gruppe von Serin oder Threonin. Diese Kinasen werden oft
durch chemische Signale reguliert, wie z. B. cAMP, cGMP, Diacylglycerin,
Ca2+ oder andere. Serin/Threonin-Kinasen
sind beispielsweise Phosphorylasekinase, Proteinkinase A, Proteinkinase
B oder Proteinkinase C. Phosphorylasekinase (EC 2.7.11.19) ist ein
hexadecameres Enzym, das aus vier unterschiedlichen Untereinheiten
aufgebaut ist. Proteinkinase A (EC 2.7.11.1) besteht aus zwei Domänen.
Die Bindungsstellen für ATP und Substrat sind zwischen den
beiden Domänen angeordnet. Proteinkinase B (auch als Akt-Kinase
bekannt) ist ein Schlüsselenzym von zahlreichen intrazellulären
Signalgebungswegen. Die Aktivierung von Proteinkinase B stört
die apoptotische Signalweiterleitung. Gleichzeitig führt
sie zur Proliferation von Zellen. Proteinkinase C (EC 2.7.11.1)
besteht aus einer Familie von etwa 10 Isozymen.
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Andere
wichtige Kinasen sind die Mitogen-aktivierten Proteinkinasen (MAPK;
EC 2.7.11.1). Die MAPKs werden durch extrazelluläre Signalmoleküle
(Mitogene) getriggert. Sie sind an der Regulierung zahlreicher zellulärer
Aktivitäten beteiligt, z. B. Differenzierung, Genexpression,
Mitose und Apoptose. Extrazelluläre Stimuli führen
die Aktivierung einer MAPK über eine Signalgebungskaskade
herbei, die MAPK, MAPK-Kinase (MAPKK) und MAPKK-Kinase (MAPKKK)
umfasst.
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Bei
Säugern sind unterschiedliche Gruppen von MAPKs bekannt:
ERK (extrazelluläre signalregulierte Kinase), JNK (c-Jun
N-terminale Kinase), p38-Isoformen und andere. MEK (= MAP/ERK-Kinase)
ist eine gemischte Serin/Threonin- und Tyrosinkinase. MEK spielt
die Rolle einer MAPKK.
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Andere
wichtige Kinasen sind z. B.
EGFR (epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor),
VEGFR
(vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktorrezeptor),
NGFR
(Nervenwachstumsfaktorrezeptor),
CDK2 (Cyclin-abhängige
Kinase 2),
Rock (Rho-assozierte Kinase),
MLK (Myosin-Leichtkettenkinase),
ABL
(Abelson-Kinase) oder PDK4 (Phosphoinositid-abhängige Kinase
4) oder andere.
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TGF-β-assoziierte
Kinase 1 (TAK1) ist eine Serin/Threonin-Kinase, die ein Mitglied
der Mitogen-aktivierten Kinase Kinase Kinase-(MAPKKK)-Familie ist.
Sie gehört zu dem entzündungsfördernden
zellulären Signalgebungsweg, indem die JNK, p38- und NF-KB-Wege aktiviert werden. In der Zelle ist
TAK1 Teil eines Proteinkomplexes, der Adapterproteine wie TAB1,
TAB2 oder TAB3 enthält. Dieser Komplex wird wiederum durch TRAF6
aktiviert, eine RING-Domänen-Ubiquitinligase, die die Synthese
von Lys63-verlinkten Polyubiquitinketten erleichtert.
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Es
ist gezeigt worden, dass TAK1 im Myokard nach Drucküberlastung
aktiviert wird. Ihre Inhibierung könnte für die
Behandlung der koronaren Herzerkrankung und der Prävention
von Herzversagen vorteilhaft sein.
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Die
wässrige Lösung einer Kinase enthält
die Kinase in einer Menge von üblicherweise 1 ng bis zu
100 μg pro ml. Die wässrige Lösung kann
neben der Kinase eine Puffersubstanz (z. B. Tris oder Hepes bei
einem definierten pH-Wert, z. B. zwischen 6,5 bis zu 7,5), zweiwertige
oder einwertige Kationen oder Anionen (z. B. Na+,
K+, Mg2 +,
Ca2 +, Cl–), Stabilisierungsmittel (z. B.
Glykol oder Glycerin), Konservierungsmittel (z. B. Alkohole, Antibiotika)
oder andere Substanzen enthalten. Lyophilisierte Proteine (wie z.
B. Proteinkinasen) sind einem Dehydratisierungsprozess (Lyophilisierung,
auch als Gefriertrocknen bekannt) unterzogen worden, wobei das gefrorene
Material unter reduziertem Umgebungsdruck angeordnet wird, damit
das gefrorene Wasser in dem Material direkt aus der festen Phase
in die Gasphase sublimieren kann.
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Ein
Antagonist ist eine Substanz (z. B. chemische Verbindung, kleines
organisches Molekül, Peptid, Protein oder andere), die
die normale physiologische Funktion eines Proteins inhibiert, wie
z. B. eines Enzyms oder Rezeptors oder anderer.
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Antagonisten
können mit einem Agonisten um die Bindungsstelle eines
Proteins konkurrieren (= kompetitiver Antagonist) oder können
durch andere Mittel antagonisieren (= nicht-kompetitive Antagonisten).
Ein Agonist ist eine Substanz (z. B. chemische Verbindung, kleines
organisches Molekül, Peptid, Protein oder andere), die
an ein Protein (z. B. ein Enzym, einen Rezeptor oder andere) bindet,
um die jeweilige Aktivität in einer Zelle zu triggern.
Sowohl Antagonisten als auch Agonisten können als aktive
Bestandteile in einer pharmazeutischen Zusammensetzung zur Behandlung
einer Krankheit beitragen.
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Eine
chemische Verbindung wird insbesondere durch chemische Synthese
oder durch Reinigung aus einer biologischen Quelle bereitgestellt.
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Der
Fachmann verwendet Routineverfahren zur chemischen Synthese einer
Verbindung oder zur Reinigung aus einer biologischen Quelle. Derartige
Verfahren stehen dem Fachmann in Lehrbüchern wie "Organic Synthesis
Workbook", 1995, John Wiley & Sons,
ISBN 3-527-30187-9, "The Organic Chemistry of Drug
Synthesis", 1998, John Wiley & Sons,
ISBN 0-471-24510-0, oder "Bioactive Compounds from
Natural Sources", 2001, Taylor & Francis,
ISBN 0-7484-0890-8 zur Verfügung.
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Die
durch Synthese oder Reinigung erhaltenen Verbindungen können
in einem geeigneten Lösungsmittel gelöst werden.
Geeignete Lösungsmittel können Wasser, Puffersubstanzen
(z. B. Tris, HEPES, MOPS, usw.), einwertige und/oder zweiwertige
Ionen (z. B. K+, Na+,
Mg2 +, Ca2 +, usw.), Säuren
(z. B. HCl, H2SO4,
Ameisensäure, Essigsäure, usw.), Basen (z. B.
NaOH, usw.), Alkohol (z. B. Methanol, Ethanol, Glycerin), Detergentien
(z. B. Na-Dodecylsulfat), organische Lösungsmittel (z.
B. Formamid, Aceton, Dimethylsulfoxid, usw.) und andere Komponenten
(z. B. Solubilisierungsmittel oder Stabilisatoren) enthalten.
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Das
Inkubieren von z. B. einer Proteinkinase und einer chemischen Verbindung
wird durchgeführt, indem diese Komponenten in Kontakt gebracht
werden und für eine bestimmte Zeit (z. B. 1, 5, 10, 20,
30, 40, 50, 60 Minuten oder mehr) auf einer vorgewählten
Temperatur (zwischen 20°C und 40°C, z. B. 37°C)
gehalten werden.
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Der
Fachmann kann die Komponenten des erfindungsgemäßen
Assays unter Verwendung von Routinelaborverfahren in Kontakt miteinander
bringen. Das Kontaktieren kann beispielsweise in Erlenmeyer-Kolben,
Röhrchen, Eppendorf-Gefäßen oder in Mikrotiterplatten
stattfinden. Für das Kontaktieren können temperaturgeregelte
Inkubatoren verwendet werden, bei denen eine konstante Temperatur
von beispielsweise 30°C oder 37°C und feste CO2- oder Feuchtigkeitsbedingungen eingestellt
werden können. Das Kontaktieren kann insbesondere auch
in Laborrobotervorrichtungen durchgeführt werden. Es kann
für unterschiedliche Zeitspannen von wenigen Sekunden bis
Minuten und bis zu mehrere Stunden kontaktiert werden. Die in jedem
Fall zu wählenden Bedingungen hängen von der Identität
und Konzentration der Kinase, der Zusammensetzung des Lösungsmittels
und der chemischen Verbindung ab.
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ATP
ist Adenosin-5'-triphosphat.
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Luciferin
ist ein Licht emittierendes Pigment, das sich in Organismen wie
Glühwürmchen, Bakterien oder Dinoflagelaten findet.
Luciferase ist ein Enzym, das Luciferin unter Erzeugung von Oxyluciferin
und Licht oxidieren kann.
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Screening
bedeutet das Untersuchen einer großen Anzahl von Verbindungen,
um pharmakologisch aktive Substanzen bei der Arzneimittelforschung
zu identifizieren.
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Beim
High-Throughput-Screening (HTS) werden große Bibliotheken,
die aus chemischen Verbindungen bestehen, auf ihre Fähigkeit
zum Aktivieren oder Inhibieren eines Ziels (Targets) (z. B. Proteinkinase)
getestet. Eine weitere Anwendung von HTS ist das Testen der Selektivität
einer Verbindung.
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Das
Testen wird bei HTS üblicherweise auf Platten (Platten
mit 24, 96, 384, 1536 (und mehr) Mulden) in einem automatisierten
Verfahren mittels Laborrobotern durchgeführt. 3. Materialien und Verfahren 3.1. Materialien
| Material | Molekulargewicht
oder | Anbieter,
Katalog Nr. |
| Mikroplatte,
384K, PS, weiß, kleines Volumen | | Greiner
784075 |
| Mikroplatte,
384 Mulden, schwarz, nicht bindend | | Corning,
3654 |
| TAK1-TAB1
Fusion, human | 42,8
kDa | Biomol,
14-600 |
| Adenosin-5'-triphosphat
(ATP) | 551,1
g/Mol | Sigma,
A-2383 |
| ATP-Monitoringlösung
(ViaLight HS) | | Cambrex,
LT07111 |
| Staurosporin | 466,5
g/Mol | Calbiochem,
569397 |
| Tris(hydroxymethyl)-aminomethanhydrochlorid | 157,6
g/Mol | Merck
108219 |
| Rinderserum-Albumin
(BSA) | | Sigma,
A-7030 |
| Magnesiumchlorid | 95,21
g/Mol | Merck,
814733 |
| Dithiothreitol
(DTT) | 154,2
g/Mol | Sigma,
D 5545 |
| DMSO | | Merck,
102931 |
| Pluronic
F-68 | 10%
Lösung | Sigma,
P5556 |
| Salzsäure | 1
M | Merck,
109057 |
| Milli-Q-H2O | | |
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Charakteristika des Enzyms:
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- 1) TAK1-TAB1 Fusion, aktiv
- 2) humanes rekombinantes Enzym, exprimiert in Sf21-Zellen, N-terminal
His-markiert
- 3) enthält TAK1-Aminosäuren 1-303, fusioniert
an TAB1-Aminosäuren 437-Ende
- 4) MW = 42,8 kD
- 5) gereinigt unter Verwendung von Ni2 +/NTA-Agarose, Reinheit > 90% gemäß Coomassie
SDS PAGE
- 6) geliefert als 0,92 mg/ml Lösung in 50 mM Tris-HCl,
pH 7,5, 30 mM NaCl, 0,1 mM EGTA, 0,03% Brij-35, 0,2 mM PMSF, 1 mM
Benzamidin, 0,1% 2-Mercaptoethanol
- 7) aliquotiert und gelagert bei –70°C.
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3.2. Herstellung der Reagentien 3.2.1. Vorratslösungen
| Name | Zusammensetzung | Herstellung | Lagerung |
| Tris-Puffer | 25
mM, pH 7,4 | 3
g Tris wurden in H2O gelöst, der
pH-Wert mit HCl eingestellt, mit H2O auf
1 L aufgefüllt | RT |
| BSA | 10% | 100
g BSA wurden in 1 L H2O gelöst | –20°C |
| ATP | 1
mM | 551
mg ATP wurden in 1 L H2O gelöst | –20°C |
| MgCl2 | 1
M | 95,2
g MgCl2 wurden zu 1 L H2O
gegeben | RT |
| TAK1 | 0,92
mg/ml | wurde
wie von Upstate erhalten verwendet | –70°C |
| Luciferin/Luciferase | | 20
ml Tris-Ac (aus dem VialightKit)-Puffer wurden zu einer lyophilisierten
Ampulle gegeben | –20°C |
| DTT | 1
M | 1,5
g wurden in 10 ml H2O gelöst | –20°C |
| Staurosporin | 1
mM | 250 μg
Staurosporin wurden in 536 μl DMSO gelöst | –20°C |
3.2.2. Puffer und Reagentien
| Name | Herstellung | Zusammensetzung | Stabilität |
| Reaktionspuffer | 1
ml: 986 μl Tris-Puffer, 10 μl MgCl2,
2 μl BSA, 2 μl DTT | 25
mM Tris-HCl, pH 7,4, 10 mM MgCl2, 2 mM DTT,
0,02% BSA | 6
h |
| Enzymlösung | 1
ml: 997,2 μl Reaktionspuffer, 2,5 μl TAK1 | Reaktionspuffer
2,3 μg/ml TAK1 | 6
h |
| ATP-Lösung | 1
ml: 994 μl Reaktionspuffer, 6 μl ATP | Reaktionspuffer,
6 μM ATP | 6
h |
| Testverbindungen | 1 μl
(10 mM in DMSO) wurden mit 20 μl Reaktionspuffer verdünnt,
der 20% DMSO enthielt, 10 μl wurden weiter mit 70 μl
Reaktionspuffer verdünnt | 60 μM
Verbindung in Reaktionspuffer, 3% DMSO | 6
h |
| Detektierungslösung | 1
ml: 323 μl Luciferin/Luciferase 667 μl Tris-Puffer,
2 μl Staurosporinvorrat (1 mM) | 1:3
in Tris-Puffer, 2 μM Staurosporin | 8
h |
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3.3. Experimentelles Verfahren:
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3.3.1. Pipettierstufen
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- 1) 2 μl Verbindung (60 μM
in Reaktionspuffer, 3% DMSO, Kotrollen: Reaktionspuffer, 3% DMSO)
- 2) +2 μl Enzymlösung (2,3 μg/ml TAK1
in Reaktionspuffer, niedrige Kontrolle: Reaktionspuffer)
- 3) 30 Minuten Inkubieren bei Raumtemperatur
- 4) +2 μl ATP-Lösung (6 μM in Reaktionspuffer)
- 5) 60 Minuten Inkubieren bei 32°C
- 6) +6 μl Detektierungslösung
- 7) Zentrifugieren, 10 Minuten Inkubieren bei Raumtemperatur
- 8) Ablesen der Lumineszenz mit Tecan Ultra
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3.3.2. Kontrollen und Standards:
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- 1) hohe Kontrolle: Tris-Puffer, 4% DMSO anstelle
von Verbindungslösung
- 2) niedrige Kontrolle: Tris-Puffer, 4% DMSO anstelle von Verbindung,
Reaktionspuffer anstelle von Enzymlösung
- 3) Standard: 5Z-7-Oxozeaenol, 200 nM in Tris-Puffer, 4% DMSO
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3.3.3. Reagenzkonzentrationen in dem Assay
| Komponente | Konzentration
während der Reaktion | Konzentration
während des Detektierens |
| Puffer | 25
mM Tris-HCl, 10 mM MgCl2, 2 mM DTT, 0,02%
BSA, pH 7,4 | 37,5
mM Tris-HCl, 5 mM MgCl2, 1 mM DTT, 0,01%
BSA, pH 7,4 |
| DMSO | 1% | 0,5% |
| TAK1 | 770
ng/ml (18 nM) | 385
ng/ml |
| ATP | 2 μM | 1 μM |
| Staurosporin | - | 1 μM |
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3.3.4. Anmerkungen:
-
- 1) Die Pipettierstufen wurden mit einem CyBio
Cybi-Well 384-Spitzensystem durchgeführt.
- 2) Die Luciferin/Luciferase-Lösung ist lichtempfindlich.
Sie wird durch Verwendung von schwarzen Urplatten und Abdecken der
Testplatten nach dem Pipettieren vor Licht geschützt.
- 3) Die Spitzen wurden während des Verbindungstransfers
zwischen den Verbindungstransferstufen mit 10% Isopropanol, 0,001%
Pluronic F-68 in H2O und bei allen anderen
Abgabestufen mit 10% Isopropanol in Tris-Puffer gewaschen.
-
3.3.5. Dosis-Reaktions-Messungen
-
Verbindungen:
-
- 1) 3 μl 10 mM in DMSO, es wurden 24 μl
Reaktionspuffer zugeben, 3% DMSO, ergab 1,1 mM Verbindung in Reaktionspuffer,
13,8% DMSO
- 2) 19,5 μl wurden auf Tochterplatte überführt,
70 μl Reaktionspuffer ohne DMSO wurden zugegeben, ergab 240 μM
Verbindung in Reaktionspuffer, 3% DMSO (80 μM Verbindung,
1% DMSO in Kinasereaktion)
- 3) Serielle Verdünnung: 1 + 1 (25 + 25 μl)
in Reaktionspuffer, 3% DMSO
- 4) Testkonzentrationen: 80, 40, ..., 0,625 μl, [DMSO]
= 1%
-
Reaktion:
-
- • Protokoll wie für primäres
Screening beschrieben
-
3.4. Datenanalyse
-
3.4.1. Berechnung der prozentualen Inhibierungswerte
-
Die
Daten sind als relative Zählwerte angegeben:
wobei RLU relative Lumineszenzeinheiten
sind.
-
Die
prozentualen Inhibierungswerte wurden wie folgt berechnet:
-
3.4.2. Berechnung der IC50-Werte
-
IC50-Werte wurden bestimmt, indem die Datenpunkte
an die nachfolgend gezeigte Gleichung (Parameter C) angepasst wurden.
Parameter A wurde auf Null gesetzt. Wenn durch die Daten kein klares
Maximum definiert war, wurde Parameter B auf 100 gesetzt.
-
-
3.4.3. Berechnung der Assay-Qualitätsparameter
-
Die
Assay-Qualitätsparameter wurden auf Basis von hohen und
niedrigen Kontrollen bestimmt, die als interne Standard auf jeder
Assay-Platte laufen gelassen wurden. Die folgenden Qualitätsparameter
gemäß Referenz 4 wurden als Maß zur Beurteilung
der Eignung eines Assays für High-Throughput-Screening
verwendet. Signal
zu Hintergrund (S/B)
Z-Faktor
Z'-Faktor
(Ref. 4)
-
4. Ergebnisse
-
4.1. TAK1-Assay-Entwicklung
-
Die
Abhängigkeit der TAK1-katalysierten ATP-Hydrolyse von der
Mg2 +-Konzentration
wurde getestet. Die Maximalgeschwindigkeit wurde bei einer Konzentration
von 10 mM beobachtet. Die Abnahme bei höherer Mg2 +-Konzentration
könnte auf die Bindung eines zweiten Mg2+ an
die aktive Stelle zurückzuführen sein (1).
-
Der
Km-Wert von ATP in Bezug auf TAK1 ist 32 μM (2).
-
Der
IC50-Wert von 5Z-7-Oxozeaenol (resorcyclisches
Lacton aus einem Pilz) war gemäß Bestimmung 50
nM. TAK1 war mit 1 μM ATP (3) inkubiert
worden.
-
TAK1
erwies sich unter Reaktionsbedingungen für mehr als 6 Stunden
als stabil (4).
-
Die
DMSO-Toleranz für TAK1 war akzeptabel (5).
-
4.2. TAK1-Validierungs-Screening
-
Eine
Validierungsbibliothek, die aus 1540 Testverbindungen bestand, wurde
einem Screening auf TAK1-Inhibitoren unterzogen.
-
Die
Screening-Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengefasst:
| [Verbindung]/μM | 20 |
| Anzahl
der Platten | 6 |
| Anzahl
der Verbindungen | 1540 |
| Mittelwert
% Inhibierung ± Standardabweichung (SD)* | 9,1 ± 14,5 |
| Schwellenwert
für Positivwerte (% Inhibierung) | 33 |
| Anzahl
der Positivwerte | 344 |
| Z'-Faktor
(Durchschnitt pro Platte ± SD) | 0,74 ± 0,06 |
- *Für Verbindungen mit zwischen –50
und 50% Inhibierung. Der hohe mittlere % Inhibierungswert und die
vergleichsweise hohe SD sind das Ergebnis der hohen Trefferrate.
-
4.3. Test von TBK1
-
Protokoll TBK1
-
Reaktionspuffer:
-
- 1) 50 mM Hepes-NaOH, pH 7,5
- 2) 5 mM DTT
- 3) 0,1% Tween 20
- 4) 10 mM MgCl2
-
Konzentrationen während der enzymatischen
Reaktion:
-
- 1) [Enzym] = 60 nM
- 2) [ATP] = 1 μM
-
Pipettierstufen:
-
- 1) Vorwärmen aller Reagentien auf
30°C
- 2) 2 μl Reaktionspuffer, 16% DMSO (oder Verbindung
in Reaktionspuffer, 16% DMSO)
- 3) + 3 μl Enzym in Reaktionspuffer
- 4) + 3 μl ATP in Reaktionspuffer
- 5) Inkubieren bei 30°C
- 6) + 8 μl ATP Monitoringlösung (Cambrex, LT07-111)
1:3 in 50 mM Tris-HCl, pH 7,4
- 7) Ablesen der Lumineszenz mit Tecan Ultra
-
Ergebnis
-
Die
Aktivität von TBK1 und Inhibierung der Aktivität
von TBK1 konnten erfolgreich bestimmt werden, indem die Veränderung
der ATP-Konzentration gemessen wurde. Es war kein Proteinkinasesubstrat,
z. B. Peptid oder Protein, vorhanden (6).
-
4.4. Anwendung des Assays auf die Kinasen
PKA und Abl
-
Die
Inhibierung von PKA und Abl konnte genau bestimmt werden, indem
die Assaybedingungen wie bereits genannt verwendet wurden (7, 8).
-
Es
konnte gezeigt werden, dass die PKA-Inhibierung durch PKA-Inhiitor
zu einem IC50-Wert von 105 nm führte
(9). Der entsprechende Literaturwert für
die Inhibierung der durch PKA katalysierten Phosphorylierung eines
Peptidsubstrats ist 135 nM (Davies et al., Biochem. J. 351,
95–105 (2000)).
-
4.5. Dosis-Reaktions-Messungen für
TAK1
-
- 1) Beispiele für Dosis-Reaktions-Kurven,
die für Verbindungen erhalten wurden, die TAK1 inhibieren,
sind in 10 gezeigt.
-
4.6. Detektierung der TAK1-Aktivität
durch Bestimmung des erzeugten ADP
-
Beschreibung der Figuren
-
1:
Mg2 +-Abhängigkeit
von TAK1-katalysierter ATP-Hydrolyse. Die Maximalgeschwindigkeit
wurde bei einer Konzentration von 10 nM beobachtet. Die Abnahme
bei höheren Mg2 +-Konzentrationen
könnte auf die Bindung eines zweiten Mg2+-Ions
an die aktive Stelle zurückzuführen sein.
-
2:
ATP-Abhängigkeit von TAK1-ATPase-Aktivität. Die
Km für ATP wurde mit 32 μM bestimmt.
-
3:
IC50 von 5Z-7-Oxozeaenol, einem resorcyclischen
Lacton aus einer Pilzquelle, wurde mit 50 nM bestimmt, was in guter Übereinstimmung
mit dem Wert von 26 nM ist (beobachtet bei 1 μM ATP nach
verlängertem Inkubieren mit TAK1), der in der Literatur
angegeben ist (Ninomiya-Tsuji et al., JBC 278, 18485–18490, 2003).
-
4:
Stabilität von TAK1 bei Raumtemperatur. Es wurde gefunden,
dass das Enzym > 6
Stunden in dem Reaktionspuffer stabil war.
-
5:
DMSO-Toleranz des Assays
-
6:
Inhibierung von TBK1
-
7:
Hydrolyse von ATP durch Abl
-
8:
Hydrolyse von ATP durch PKA
-
9:
Inhibierung von PKA durch PKA-Inhibitor H89
-
10:
Inhibierung von TAK1 durch Testverbindungen. Die IC50-Werte
der Verbindungen A (Kreuzsymbole), B (x Kreuzsymbole) C (Kreise),
D (Dreiecke) und E (Quadrate) wurden mit 64,2, 16,5, 5,4, 1,7 beziehungsweise < 0,6 μM
bestimmt.
-
11:
Bestimmung der TAK1-Aktivität durch Messen der Menge an
erzeugtem ADP. Messung der TAK1-Aktivität bei 2 μM
ATP in Abwesenheit eines Protein-, Peptid-, Zucker- oder Lipidsubstrats.
Die ATP-Hydrolyse wurde detektiert, indem die Konzentration des
erzeugten ADPs unter Verwendung der Transcreener-Technologie gemessen
wurde (Bell Brook Labs, Madison, Wisconsin, USA).
-
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
-
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-
Zitierte Nicht-Patentliteratur
-
- - Armstrong
et al., PNAS 76, 722, 1976 [0003]
- - "Organic Synthesis Workbook", 1995, John Wiley & Sons, ISBN 3-527-30187-9 [0037]
- - "The Organic Chemistry of Drug Synthesis", 1998, John Wiley & Sons, ISBN 0-471-24510-0 [0037]
- - "Bioactive Compounds from Natural Sources", 2001, Taylor & Francis, ISBN
0-7484-0890-8 [0037]
- - Davies et al., Biochem. J. 351, 95–105 (2000) [0061]
- - Ninomiya-Tsuji et al., JBC 278, 18485–18490, 2003 [0064]