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[Technisches Gebiert]
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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anlage zur Feinstzerkleinerung
von Pulverkörpern. Insbesondere
soll mit der Erfindung eine ultrafeine Zerkleinerung (d.h. Feinstzerkleinerung)
von Pulverkörpern
(z.B. eines Zements) mit einer spezifischen Oberfläche 3500
und einer Körngröße D50 < 20 μm in ultrafeine
Pulverfragmente mit einer spezifischen Oberfläche 11000 und einer Körngröße D50 < 2,0 μm erreicht
werden.
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[Stand der Technik]
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Je
nach dem Prinzip der Zerkleinerungsweise von Pulver unterscheidet
man zwischen mechanischer Zerkleinerung und aerodynamischer Zerkleinerung.
Bei einer mechanischen Zerkleinerung werden die zu zerkleinernden
groben Körne
in einem schmalen Spalt zwischen zwei oder mehr sich relativ zueinander
bewegenden mechanischen Bauteilen (z.B. einer Innenreibwerk und
einer Außenreibwerk
einer Mühle
oder zwei Walzen, oder den Mahlkugeln einer KugelmUhle) zu kleineren
Teilchen zerkleinert. Diese Technik ist als Mahlen bekannt. Je nachdem,
ob die Zerkleinerung mit Hilfe eines Flüssigkeitsmediums erfolgt, unterscheidet
man zwischen Trocken- und Naßzerkleinerung.
Im Falle einer Naßzerkleinerung ist
nach erfolgten Zerkleinerung eine Trennung/Rückgewinnung des Flüssigkeitsmediums
erfoerderlich. Wegen der wasserbindenden Eigenschaft von Zementen
erfolgt ihre Zerkleinerung ausschließlich durch Trockenzerkleinerung.
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Bei
einer aerodynamischer Zerkleinerung werden dagegen die zu zerkleinernden
Pulverkörper durch
eine unter hohem Druck liegende Luftstrahlung auf eine sehr hohe
Geschwindigkeit beschleunigt, wobei die Pulverkörper miteinander zusammengestossen
und zu kleineren Fragmenten zerkleinert werden. Zu dieser aerodynamischen
Zerkleinerung zählen
die Druckschriften
CN-1483516 und
JP-2002-079133 .
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Nachteilig
ist bei der herkömmlichen
mechanischen Zerkleinerung, daß das
Zerkleinerungsverhältnis
(d.h. das Verhältnis
der durchschnittlichen Korngröße eines
Pulvers vor und nach seiner Zerkleinerung) sehr begrenzt ist. Zur
Feinzerkleinerung eines Pulvers bis zu einer viel kleineren Korngröße ist eine
Reihe von aufeinanderfolgenden Zerkleinerungen erforderlich, wobei
die Korngröße der Pulverkörper stufenweise
abnimmt. Zu dieser Gattung gehören z.B.
die zahlreichen Druckschriften wie
JP-1996-243427 ,
JP-1989-284342 ,
JP-1996-164345 ,
CN-1593771 usw. Die vielstufige Zerkleinerungsprozedur
ist sehr aufwendig. Darüber hinaus
ist nachteilig, daß die
durch mechanische Zerkleinerung erreichbare Feinheit sehr begrenzt,
z.B. im Falle der Zerkleinerung eines Zements mittels einer Kugelmühle wird
die erhaltbare geringste Körngröße auf etwa
D50 < 20,0 μm beschränkt wird.
Ein Versuch zur weiteren Erhöhung
der Feinheit z.B. auf eine Korngröße D50 < 2,0 μm durch ein weiteres erhöhtes Mahlen
kann nicht zu einer ekonomischen weiteren Feinzerkleinerung, sondern
zu einem sinnlosen Energieverbrauch und Verschleiß führen. Vielmehr
kann hierdurch eine erhöhte
Agglomeration der zerkleinerten Teilchen entstehen, was einer feinerverteilenden
Zerkleinerung entgegenwirkt. Zudem ist nachteilig, daß wegen
der Reibung zwischen den Pulverkörpern
und den mit ihr im Kontakt gebrachten mechanischen Bauteilen ein
Großteil
der mechanische Energie in nutzlose Wärme umgewandelt wird.
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Ein
Nachteil der aerodynamischen Zerkleinerung besteht darin, daß eine wirkszame
Zerkleinerung neben einer ausreichenden Geschwindigkeit der Pulverkörper zum
Erzeugen einer Stoßkraft,
die stärker
ist als die eigene Kohäsionskraft
eines mit ihm zusammengestossenen Pulverkörpers, auch einen ausreichend
genauen und starken Zusammenstoß voraussetzt.
Sonst kann ein Zusammenstoß nur zu
einer erfolglosen oder unvollständigen Zerkleinerung
führen
(z.B. die beiden miteinander nur schwach zusammengestossenen Körnkörper können schädlos auseinander
abprallen). Darüber
hinaus ist die Wahrscheinlichkeit der Zusammenstoße der Pulverkörper nur
sehr gering. Zur Erhöhung
der Anzahl der wirksamen Zusammenstosse und zur Beschleunigung der
Pulverkörper
zur erforderlichen Geschwindigkeit muß die Leistung der Düsen erheblich
erhöht werden.
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Es
wurde aus der
USPS 58 39 670 bekannt, durch
Kombination der beiden Zerkleinerungsarten, (d.h. der mechanischen
und der aerodynamischen Zerkleinerung) den erreichbaren Zerkleinerungsgrad zu
erhöhen.
Es wurde auch vorgeschlagen, durch mehrstufige konische Struktur
oder Rückfuhrleitungen
mit speziellen Luftstromverteilung eine Sortierung der zerkleinerten
Pulverkörper
zu erreichen. Hierzu gehören
die Druckschriften
JP-2005-205266 ,
JP-2005-177704 ,
JP-2002-346411 und
US 53 54 002 . Trozdem tragen
diese Versuche kaum zur Verbesserung der Feinstzerkleinerung bei.
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Hier
will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung liegt die Aufgabe
zugrunde, mit geringem Energieverbrauch eine Feinstzerkleinerung
von Pulverkörpern
z.B. mit einer spezifischen Oberfläche 3500 und einer Körngröße D50 < 20 μm in ultrafeine Pulverfragmente
mit einer spezifischen Oberfläche 11000
und einer Körngröße D50 < 2,0 μm zu ermöglichen.
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Die
Aufgabe wird erfindungsgemß dadurch gelöst, daß zur Zerkleinerung
der zu einer hohen Geschwindigkeit beschleunigten Pulverkörper diese nicht
miteinander zusammenstossen werden, sondern auf einen großflächigen,
sich schnell bewegenden (vorzugsweise schnell rotierenden) Prallkörper oder
Prallrotor (z.B. ein Prallblech) anprallen und zerstoßen gelassen
werden. Da ein solcher Prallkörper eine
sehr viel größere Prallfläche und
kinetische Energie aufweist als ein Pulverkörper, wird gegenüber der
bekannten aerodynamischen Zerkleinerung die Frequenz der wirksamen,
zu einer erfolgreichen Zerkleinerung führenden Anpralle in Großenordnung von
mehr als 107 erhöht.
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Vorzugsweise
erfolgt der Anprall/Zerstoß der Pulverkörper auf
dem Prallkörper
in einem Unterdruck (Vakuumgefäß). Danke
dem Unterdruck kann sich ein beschleunigter Pulverkörper reibungsarm
im Vakuumgefäß über eine
lange Strecke bewegen, ohne dabei in ihrer Geschwindigkeit durch
die Reibung der Luftmoleküle
verlangsamt zu werden. Vielmehr wird ein Pulverkörper, auch wenn er nicht sofort auf
der Stelle des Prallkörpers
in die gewünschte Körngröße zerkleinert/zerstossen
wird, durch diesen weiter beschleunigt und bewegt sich mit einer
noch schnelleren Geschwindigkeit im Vakuumgefäß, bis er schließlich durch
einem ausreichend starken Stoß in Fragmente
mit der gewünschten
Korngröße zerkleinert
wird.
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Durch
die schnellen Bewegungen der Pulverkörper und die Drehbewegung der
Prallkörper wird
ein schwacher Luftstrom im Vakuumgefäß ererregt, wodurch eine gewisse "Windsichtung" erfolgt, was zur
Trennung der durch die feinste Zerkleinerung erzeugten Fragmente
von den gröberen
Pulverkörpern
führt,
wie es bei einem Zyklontrenner der Fall ist. Da im Vakuumgefäß nur eine
sehr dünne
Atmosphäre
herrscht, ist der durch die Bewegungen der Pulverkörper erregte
Luftstrom sehr schwach, und nur die feinsten Fragmente z.B. mit
Körngröße < 2,0 μm können durch
den Luftstrom auf das obere Teil des Vakuumgefässes aufgehoben und aus diesem
herausgetragen werden. Auf diese Weise kann durch geeignete Wahl
der Betriebsparameter: z.B. der Körngröße und der Eintrittsgeschwindigkeit
der Pulverkörper, des
Drucks oder Vakummgrads im Vakuumgefässes, und der Drehzahl der
Prallkörper/Prallrotoren
der Zerkleinerungsgrad bestimmt oder eingestellt werden.
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Damit
einige unvollständig
oder nicht ausreichend zerkleinerte Pulverkörper, die zufällig auf
die Oberseite des Vakuumgefäß gelangen,
nicht in die diesem nachgeordneten Staubauffangsvorrichtung eindringen
können,
wird an der Oberseite des Vakuumgefässes eine Sortierung vorgesehen,
wodurch die noch groben Pulverkörper
aussortiert und nach unten zu der Zerkleinerungszone des Vakuumgefässes hin
geleitet werden, bis sie die gewünschte
Korngröße z.B.
2,0 μm erreicht.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand von in der Zeichnung dargestellten
Ausführungsformen näher erläutert. Es
zeigen:
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[Zeichnung]
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1 ein
Ablaufdiagramm des erfindungsgemäßen Verfahrens,
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2 eine
schematische Darstellung der n-maligen Anstoßbewegung von Pulverkörpern zwischen
zwei schnell rotierenden Prallblechen,
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3 eine
schmatische Darstellung der Windsichtung,
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4 in
Seitenansicht eine erfindungsgemäße Anlage,
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5 eine
1000-malige Mikrophotographie des Taiwanzements Typ I vor der Zerkleinerung,
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6 eine
1000-malige Mikrophotographie des Portlandzements Typ I vor der
Zerkleinerung,
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7 eine
Tabelle der Körngröße-Verteilung des
Portlandzements nach der Zerkleinerung,
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8 ein
Diagramm Verteilung (C%) über Körngröße (D) des
Portlandzements nach der Zerkleinerung,
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9 eine
mikrophotographische Aufnahme des Portlandzements in 7 nach
seiner Zerkleinerung in 5000-maliger Vergrößerung, und
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10 ein
Diagramm der Röntgenstrahlen-Diffraktion
des Zements.
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[Erläuterung
der bevorzugten Ausführungsformen]
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Die
Besonderheit der Erfindung besteht in einer Anzahl von schnell rotierenden,
vorzugsweise rotastionssymmetrisch ausgebildeten Prallkörpern (oder
Prallrotoren) 8. In der Ausführungsform in 2 ist
der Prallkörper 8 in
Form einer Prallplatte oder eines Prallblechs ausgebildet. Der Prallkörper 8 weist
zwei großflächige Prallflächen auf
und ist um eine vertikale Drahachse drahbar galagert. Ein Prallkörper 8 kann
auch zylindrisch, sphärisch,
mehrkantprismatisch, rakelförmig
oder flügelförmig ausgebildet
sein.
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Wie
aus 3 ersichtlich, werden die auf dem Prallkörper 8 angestossenen
gröberen
Pulverkörper
in kleinere Fragmente zerkleinert/zerstossen. Durch die Drehbewegung
der Prallkörper
ergibt sich ein Zerkleinerungsfeld F, in dem die Zerkleinerung der
einfallenden Pulverkörper
zu kleineren Fragmenten auftritt.
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4 illustriert
eine Anlage zur Durchführung
des Verfahrens, die eine Anzahl (hier drei) Prallkörper oder
Prallrotoren 8 aufweist, die mit ihrer vertikalen Drehachse
parallel zueinander in einem Vakuumgefäß oder einer Vakuumkammer 4 angeordnet sind,
in welchem/welcher ein Unterdruck herrscht. An der Oberseite des
Vakuumgefässes 4 ist
eine Sortiervorrichtung 5 vorgesehen. Zum Antrieb der Prallkörper 8 ist
jedem Prallkörper 8 ein
Motor 81 zugeordnet. Dabei können die Prallkörper in
gleicher oder in unterschiedlicher Drehrichtung gedreht werden.
Im Vakuumgefäß 4 werden
die durch die Zerkleinerung erzeugten, sehr leichten Fragmente durch
den schwach Luftstrom nach oben aufgeschwemmt und über eine
Sortiervorrichtung 5 aus dem Vakuumgefäß 4 herausgetragen
und in eine diesem nachgeschalteten Staubauffangvorrichtung 6 angesammelt.
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Zu
Zufuhr der zu zerkleinernden groben Pulverkörper z.B. mit einer spezifischer
Oberfläche
von 3500 und einer Körngröße von D50 < 20 μm, ist dem Vakuumgefäß 4 eine
Zufuhrvorrichtung 2 vorgeschaltet. Hierbei werden die Pulverkörper vakuumartig
in das Vakuumgefäß 4 eingeleitet.
Zum Beschleunigen der Pulverkörper
auf die erforderliche Geschwindigkeit vor ihrem Eintritt in das
Vakuumgefäß 8 ist
zwischen diesem und der Zufuhrvorrichtung 2 ein Beschleuniger 3 angeordnet.
Zudem ist zur Vorgabe der Betriebsparameter ein Steuerungskasten 1 vorgesehen,
in welchem verschiedene Einrichtungen zur Anzeige/Einstellung der
Temperatur/des Vakuumgrads im Vakuumgefässes 4, zur Steuerung
der Leistung der Sortiervorrichtung 5, der Motoren 81 und
der Zugabe der Zufuhrvorrichtung 2 angeordnet sind.
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Zur
konstanten Halterung des Vakuumsgrads und der umfließenden Luftstromgeschwindigkeit
im Vakuumgefäß 4 ist
in üblicher
Weise ein Ausgelichsventil 7 vorgesehen. Zur Sicherung
gegen ein Eindringen von fremden Stoffen ist im Ventil 7 ein
ultrafeines Filternetz vorgesehen. Bedarfsfalls (z.B. zur Schutz
eines chemisch empfindlichen Pulvers vor Oxydation) kann das Ventil 7 mit
einer äußeren Quelle
anderes Gases, z.B. eines Inertgases verbunden sein.
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1 illustriert
ein Ablaufschaltbild des erfindungsgemäßen Verfahrens. Dabei erfolgt
die Zerkleinerung in sechs Stufen:
- I) Steuerung
der Betriebsparameter (SO1): Zuerst werden über die Einrichtungen in der
Steuerungskasten 1 die betreffenden Betriebsparameter vorgegeben/eingestellt:
z.B. die Temperatur/der Unterdruck im Vakuumgefäß 4, die Drehzahl
des Motors der Sortiervorrichtung 5, die Drehzahl der Motoren 81 der
Prallkörper 8,
die Zugabe der Zufuhrvorrichtung 2, usw.
- II) Vukuumartige Zufuhr von Pulverkörpern (SO2): Die Pulverkörper mit
Ausgangskörngröße D50 < 20 μm werden
durch den Beschleuniger 3 beschleunigt und über die
Zufuhrvorrichtung 2 dem Vakuumgefäß 4 zugeführt, in
dessen Innere ein konstanter Unterdruck gehalten ist.
- III) Beschleunigung auf eine Ausgangsgeschwindigkeit (SO3):
Die Pulverkörper
aus der Zufuhrvorrichtung 2 werden durch den Beschlkeuniger 3 auf
eine Ausgangsgeschwindigkeit mehr als 10m/s beschleunigt. Der gesamte
Beschleuniger 3 kann außen am Vakuumgefäß 4 angeordnet sein.
Alternativ können
die Ventilatorflügel
im Vakuumgefäß 4 gelagert
und von außen über eine Antriebswelle
des Beschleunigers 3 angetrieben werden. Hierbei beträgt die Umfangsgeschwindigkeit
der Flügel
= Durchmesser × π × Drehzahl = 12cm × 3,14 × 3600UPM
= 22,4m/s.
- IV) Erzeugung eines Luftstroms im Unterdruck: Die Luft im Vakuumgefäß 4 wird über die
Sortiervorrichtung 5 und durch ein Gebläse (nicht gezeigt) am Staubauffangvorrichtung 6 herausgesogen
und in die letztere weitergeleitet. Um den Unterdruck im Vakuumgefäß 3 konstant
zu halten, ist ein Ausgelichsventil 7 vorgesehen, über das
die Luft von der Umgebung in das Vakuumgefäß 3 einfließen kann.
Hierdurch ergibt sich ein Luftstrom von unten nach oben. Der Unterdruck
im Vakuumgefäß 3 bleibt
stets zwischen 0 und 1 atm. In einer solchen dünnen Atmosphäre ist der
Energieverlust der kinetischen Energie der Pulverkörper infolge
des Luftwiderstands nur unwesentlich. Deshalb entsteht keine Temperatursteigung
der Pulverkörper
infolge ihrer Reibung mit den Luftmolekülen, und keine Agglomeration
der Pulverkörper.
- V) Feinstzerkleinerung und Sortierung (SO5): Die Pulverkörper treten
mit einer Ausgangsgeschwindigkeit von 10m/s in das Vakuumgefäß 4 ein
und werden mehrmal auf die rotierenden Prallkörper 8 angestossen
und/oder abgespaltet und/oder weiter beschleunigt. Dabei kann ein
Pulverkörper eine
Geschwindigkeit bis 56m/s erhalten.
K.E. = 1/2M(Masse des Prallblechs) × V2
Masse des Prallblechs M = 24Kg
Umfangsgeschwindigkeit
V = 30cm × 3,14 ×
3600UPM
= 203Km/Stunde = 56m/s
Wenn die kinetische Energie eines Zusammenstosses
größer ist
als die Kohäsionsenergie
eines Pulverkörpers,
wird dieser sofort in kleinere Fragmente abgespalt/zerstossen, die
durch den schwachen Luftstrom nach oben aufgeblasen und über die
Sortiervorrichtung 5 aus dem Vakuumgefäß 4 abgetragen werden.
Wenn ein Pulverkörper nicht
durch seien Anstoß auf
dem Prallkörper
zerkleinert wird oder wenn ein Fragment noch nicht so fein ist,
daß es
nicht durch den Luftstrom aufgeschwemmt werden kann, sondern darin
schwebend in schneller Bewegung bleibt, so werden seine Bewegung
und Stosse fortgesetzt, bis die erforderte Feinheit (Körngröße,2,0 μm) erreicht wird.
Auch wenn ein grober Pulverkörper
zufällig in
die Sortiervorrichtung 5 eintreten kann, wird er durch
diese aussortiert und nach unten in das Zerkleinerungsfeld zurückgeführt, in
dem sich die Prallkörper
befinden. Die Drehzahl des Ventilators (nicht gezeigt) der Sortiervorrichtung 5 kann
auf die Korngröße des zu
sortierenden Pulvers abgestimmt werden.
- VI) Ansammelung der Fragmente (SO6): die Fragmente mit der ausreichenden
Feinheit werden durch den Ventilator der Sortiervorrichtung 5 und
das Gebläse
der Staubauffangvorrichtung 6 abgezogen und im letzteren
angesammelt.
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[Beispiel]
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Eine
Anlage zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens
weist ein Vakuumgefäß mit mehreren
Prallblechen auf. Die Leistung der Bauteile sind wie folgt:
Zufuhrvorrichtung:
1PS
Prallbleche: 3 × 10PS
Beschleuniger:
1PS
Sortiervorrichtung: 2PS
Staubauffangvorrichtung: 2PS
Insgesamt
36PS
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Der
Luftdruck im Inneren des Vakuumgefässes ist 190 Torr.
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Als
Pulverkörper
ist Taiwanzement Typ I bzw. Portlandzement Typ I mit D50 < 20 μm eingesetzt.
Leistungsverbrauch
= 27W/Stunde
Drehzahl der Prallbleche = 3600 bzw. 6400 UPM
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Hieraus
ergeben sich Fragmente mit einer Körngröße D50 < 2,5 μm und einer spezifischen Oberflächen 10000cm2/g sowie einem spezifischen Gewicht 2,97.
Produktivität: 20,8Kg/Stunde
bei 3600 UPM und 38,1Kg/Stunde bei 6400 UPM.
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Die
Mikrophotographie der Pulverkörper
des Taiwanzements Typ I vor und nach ihrer Zerkleinerung ist in 5 und 6 in
1000-maliger Vergrößerung angegeben.
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[Beispiel 2]
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Als
Pulverkörper
wird Taiwanzement Typ I bzw. Portlandzement Typ I mit D50 < 20 μm eingesetzt.
Luftdruck
im Vakuumgefäß: 150Torr < 1/4 Atm.
Leistungsverbrauch
= 26,3W/Stunde
Drehzahl der Prallbleche = 3600 bzw. 6400 UPM
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Hieraus
ergeben sich Fragmente mit einer Körngröße D50 < 1,75 μm und einer spezifischen Oberflächen 11000cm2/g sowie einem spezifischen Gewicht 2,91.
Produktivität: 11,7Kg/Stunde
bei 3600 UPM und 20,2Kg/Stunde bei 6400 UPM.
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Die
Verteilung der Korngröße ist in 7 und 8 dargestellt.
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Ein
Diagramm der Röntgenstahlen-Beugung des
Zements ist in 10 angegeben. Daraus ist zu entnehmen,
daß die
Fragmente mit D50 < 2,5 μm und die
Fragmente mit D50 < 1,75 μm in ihrer
Mmikromolekularstruktur dem Ausgangspulverkörper ähnlich sind.
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Die
Erfindung hat gegenüber
dem üblichen mekanischen
Verfahren und dem herkömmlichen
aerodynamischen Verfahren die folgenden Vorteile:
- 1)
Einspranis des Energieverbrauchs: Die Feinstzerkleinerung der Ausgangspulverkörper zu
den Fragmenten mit der endgültigen
Korngröße erfolgt
im Unterdruck in einem einzigen Schritt durch ihre mehrmaligen Anstoße auf den
Prallkörpern.
Hierdurch entfällt
ein aufwendiges mehrstufiges Sortieren/Weitermahlen.
- 2) Lange Standzeit der Prallkörper: Ein schnell rotierendes
Bauteil aus Stahl neigt bei einer Umfangsgeschwindigkeit >130m/Sekunde zu einer Verformung.
Auf diesem Grund wird die Umfangsgeschwindigkeit der Prallkörper <130m/s gewählt. Eine
spezielle härtende
Oberflächenbehandlung der
Prallbleche ist nur dann erforderlich, wenn das zu zerkleindernde
Pulver eine besondere hohe Härter
(z.B. Keramik) aufweist.
- 3) Das Verfahren kann durch eine einfache Anlage durchgeführt werden.
Eine komplizierte kaskadierende mehrstufige Zerkleinerung entfällt.
- 4) Wegen ihrer einfachen Konstruktion und ihres geringen Platzbedarfs
kann der erfindungsgemäßen Anlage
jede üblichen
Mühle (z.B.
eine Kugelmühle
oder eine Rollenpresse) vorgeschaltet sein.
- 5) Die erfindungsgemße
Zerkleinerung erfolgt in trockener Weise, wobei kein benetzendes
Naßmittel,
und damit keine Trennung/Rückgewinnung desselben
erforderlich ist.
- 6) Die Feinstzerkleinerung führt
kaum zur Tempersatursteigung. Die Erhöhung der Temperatur der Pulverkörper führen im
wesentlichen auf die Reibung zwischen der sich bewegenden Pulverkörpern und
den Luftmolekülen
und die erfolglosen, nicht zu einer Zerkleinerung führenden
Zusammenstosse der Pulverkörper
miteinander. Da die Atmosphäre
im Vakuumgefäß sehr dünn und die
erforderliche Anzahl der eingedüsten
Pulverkörper
für eine
ausreichende Produktivität
viel geringer ist als diese bei einer aerodynamischen Zerkleinerung,
ist die Erhöhung
der Temperatur nur unwesentlich.
- 7) Kein elektrostatisches Problem: Da die Prallkörper aus
einem Metall oder einer Legierung bestehen, wird die Ladung eines
Pulverkörper
bei seinem Kontakt mit einem Prallblech durch dieses abgeleitet.
Deshalb werden ein Aufbau eines elektrostatischen Felds im Vakuumgefäß und eine unerwünschte elektrostatische
Anziehung/Anhaftung der Pulverkörper
auf einem Teil des Vakuumgefässes
sowie eine elektrostatische Agglomeration/Agglutination der Pulverkörper vermieden.
- 8) Da die Wahrscheinlichkeit der Zusammenstoße der Pulverkörper miteinander
relativ gering ist und die Pulverkörper keine Ladung tragen, tritt
im Vakuumgefäß keine
Agglomeration/Agglutination der Pulverkörper auf.
- 9) Eine Erhöhung
der Produktivität
kann durch die Vergrößerung der
Abmessungen der Anlage und/oder durch die entsprechende Erhöhung der Parameter
wie die Leistung der Motoren 81, die Anzahl der Prallkörper erfolgen.
- 10) Selbst wenn ein Pulverkörper
nicht sofort bei seinem ersten Anstoß auf einem schnell rotierenden
Prallblech 8 zerkleinert wird, erhält er vom Prallblech eine betrachliche
zusätzliche
kinetische Energie. Obwohl diese Energie nicht durch eine Zerkleinerung
verbraucht wird, trägt
sie zur Erhöhung
der kinetischen Energie und damit die Geschwindigkeit des Pulverkörpers bei,
wodurch die Wahrscheinlichkeit eines starken Stosses und einer wirksamen
Zerkleinerung des nächsten
Anstosses des Pulverkörpers
erheblich erhöht
werden.