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Die
Erfindung betrifft eine Herzklappenprothese nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
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Der
Einsatz von Herzklappenprothesen ist eine seit vielen Jahren praktizierte
Möglichkeit,
um herzkranken Menschen zu helfen. Der Einsatz von Prothesen stellt
für den
Körper
jedoch stets eine Belastung dar, da künstliche Implantate vom Körper abgestoßen werden
können,
in der Wirkung unphysiologisch sind oder Eigenschaften besitzen,
welche das umgebende Gewebe belasten. Im Bereich der künstlichen
Herzklappen werden besondere Anforderungen an die Implantate gestellt.
Beispielsweise dürfen
die Aorten durch den von der Herzklappe erzeugten Strömungsverlauf
des Blutes nicht unnatürlich
beansprucht werden. Weiterhin befinden sich im Blut Zellen, wie
weiße
und rote Blutkörperchen,
die durch mechanische Einwirkungen nicht beschädigt werden dürfen.
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Seit
Anfang der 60er Jahre führt
der Herzklappenersatz bei Patienten mit schweren Herzklappenkrankheiten
zweifelsohne zur Verbesserung der Lebensqualität und der Lebenserwartung.
Trotzdem ist der Herzklappenersatz mit vielfältigen Komplikationen und Risiken
behaftet. Als Herzklappen kommen heute überwiegend biologische und
mechanische Herzklappenprothesen zum Einsatz. Die biologischen Herzklappenprothesen,
basierend auf tierischem oder menschlichem Gewebe, ermöglichen
es, den Einsatz der Klappenprothese weitgehend patientenfreundlich
zu gestalten. Eine gerinnungshemmende Antikoagulationsmedikation
ist nicht erforderlich und der Betrieb der Herzklappe verhält sich
ohne störende
Geräusche.
Ihre Nachteile liegen dennoch in der kurzen Lebensdauer dieser Implantate
aufgrund von Degeneration und Kalzifikation des verwendeten Klappengewebes.
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Die
mechanischen Herzklappenprothesen hingegen, basierend auf ein-,
zwei- oder dreiflügligen starren
Schließkörpern, besitzen
die Vorteile der hohen Dauerfestigkeit und langen Lebensdauer sowie die
Möglichkeiten
einer reproduzierbaren Fertigung. Ihre Nachteile liegen dennoch
aufgrund der Verwendung von körperfremden
Werkstoffen im kontinuierlichen Bedarf des Patienten an gerinnungshemmenden
Medikamenten (z. B. Heparin, Aspirin, etc.). Ein weiterer Nachteil
dieser künstlichen
Herzklappen liegt in der hohen Gefahr der Thrombenablagerung, insbesondere
in jenen Klappenbereichen, wo eine Gerinnungsaktivierung des Blutes
durch stagnierende Strömung
oder aber erhöhte
Temperaturen hervorgerufen wird. Die Lagerung der drehbaren Schließkörper stellt
daher eine erhöhte
Gefahrenzone in der Herzklappenprothese dar, da sowohl Strömungsbehinderungen
als auch reibungsbedingte Erwärmung
in den mechanischen Lagern vorzufinden sind.
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Der
Bedarf nach langzeitstabilen Herzklappenprothesen mit einer hämodynamisch
günstigen Designgebung,
welche die Gefahren der Strömungsstagnation
und Wärmebildung
in den Lagern vermeidet, ist entsprechend groß.
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Nach
dem Stand der Technik wurden zahlreiche Versuche unternommen, Herzklappenprothesen zu
verbessern. So ist aus der
DE
697 32 190 T2 eine mit einer zentralen Öffnung versehene, gekrümmte Doppelflügel-Herzklappenprothese
bekannt, die eine Beschädigung
der Blutzellen während
der Schließung
verhindern soll. Die
DE
198 26 104 C1 offenbart eine Herzklappenprothese mit einem
Klappring und wenigstens einer im Wesentlichen gestreckt ausgebildeten,
um eine in der Ebene des Klapprings liegende Achse schwenkbar gelagerte
Flügelklappe,
bei der in allen Bereichen der vom Blut umströmten Lager eine genaue Führung der
Herzklappe gewährleistet
ist.
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Weiterhin
wird in der Druckschrift
GB 2371988
A eine Herzklappenprothese offenbart, die derart aufgebaut
ist, dass der Blutfluss durch die Herzklappenprothese einen spiralförmigen Strom („helical
flow") darstellt,
um dadurch Turbulenzen und Strömungsstagnationen
im Blutfluss zu vermeiden.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, eine Herzklappenprothese zur
Verfügung
zu stellen, welche einen natürlichen
Blutfluss ermöglicht,
der nicht oder nur sehr geringfügig
von dem natürlichen Strömungsverhalten
abweicht, so dass die Gefäße nicht
beeinträchtigt
werden. Weiterhin sollen die Blutzellen nicht beschädigt werden,
bzw. die nach dem Stand der Technik bewirkte Beschädigung soll
verringert werden.
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Erfindungsgemäß wird diese
Aufgabe durch eine Herzklappenprothese nach Anspruch 1 gelöst.
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Mit
der erfindungsgemäßen Herzklappenprothese
kann das Strömungsverhalten
des Blutes in seiner Wirkung an das natürliche Verhalten herangeführt werden,
wodurch die Gefäße geschont
werden und Folgeerkrankungen verhindert werden können. Für die Blutzellen ist die Verwendung
der erfindungsgemäßen Herzklappenprothese
schonend, da keine Strömungen
entstehen, die für
die Zellen belastend sind. Das Zellmaterial wird nicht beschädigt und
es kommt nicht zu Verklumpungen des Blutes.
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Weitere
Vorteile, Besonderheiten und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung
ergeben sich aus den Unteransprüchen
und der nachfolgenden Darstellung bevorzugter Ausführungsbeispiele
anhand der Abbildungen.
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Die
Abbildungen zeigen Einzelheiten der erfindungsgemäßen Herzklappenprothese
oder Teile davon in schematischer Form
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Von
den Abbildungen zeigt:
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1 eine
implantierte Herzklappenprothese
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2 einen
Querschnitt durch die Herzklappenprothese
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3 eine
Aufsicht auf eine Herzklappenprothese
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4 Strömungsvarianten
beim Betrieb der Herzklappenprothese 10 für einen
Ausschnitt
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5 einen
Querschnitt der Herzklappenprothese für das Beispiel im speziellen
Beschreibungsteil in geschlossenem Zustand
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6 einen
Querschnitt der Herzklappenprothese für das Beispiel im speziellen
Beschreibungsteil in offenem Zustand
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7 eine
Aufsicht in geschlossenem Zustand
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8 ein
Höhenlinienbild
für die
Herzklappensegel
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9 eine
schematische Darstellung einer implantierten Herzklappe in offenem
Zustand
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10 eine
schematische Darstellung einer implantierten Herzklappe in geschlossenem
Zustand
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11 einen
Querschnitt für
eine Ausführungsform
mit einem Segel als Klappe
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12 eine
implantierte Herzklappenptrothese
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13 die
Anatomie des Herzens
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14 eine
Zeichnung mit Herzkammern
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15 Beispiele
für Herzklappen
nach dem Stand der Technik
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16 eine
Zeichnung zur valvuloplastischen Erweiterung von Klappenverengungen
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1 zeigt
eine implantierte Herzklappenprothese 10, die sich in einem
Gefäß 20 befindet, welches
in den Herzmuskel 30 mündet.
Die Herzklappenprothese 10 besitzt einen hülsenförmigen Außenkörper 40,
der an der dem Herzmuskel 30 zugewandten Seite eine Verengung 50 besitzt,
die hier im Querschnitt eine L-Geometrie ausbildet. Der hülsenförmige Außenkörper 40 hat
einen Kreisquerschnitt. In dem hülsenförmigen Außenkörper 40 befindet
sich ein hülsenförmiger Innenkörper 60,
der Klappen 70 für
den Blutdurchtritt trägt.
Der hülsenförmige Außenkörper 40 und
der hülsenförmige Innenkörper 60 sind
beide rotationssymmetrisch.
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In 2 tragen
die gleichen Vorrichtungsmerkmale dieselben Bezugszeichen. Zusätzlich ist eine
Rotationsachse z dargestellt.
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In 3 tragen
die gleichen Vorrichtungsmerkmale dieselben Bezugszeichen, wie in 1 und 2.
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In 4 tragen
die gleichen Vorrichtungsmerkmale dieselben Bezugszeichen, wie in
den 1 bis 3. Es werden verschiedene Strömungsvarianten
dargestellt.
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Im
Folgenden soll die Erfindung und ihre Funktionsweise in ihrer allgemeinen
Form beschrieben werden.
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In
der in 1 dargestellten Form ist die erfindungsgemäße Herzklappenprothese 10 für den Austritt
des Blutes aus dem Herz vorgesehen. Die erfindungsgemäße Herzklappenprothese 10 kann
jedoch auch in Gefäße implantiert
werden, welche das Herz mit Blut versorgen.
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Im
angegebenen Beispiel beträgt
der Innendruck im Herz P1 und der Druck
in dem Gefäß 22. Strömt das Blut
aus dem Herzen heraus, so ist P1 > P2,
wie in 4b) dargestellt. Bei P1 < P2 ist die Strömungsrichtung umgekehrt (4a).
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Der
hülsenförmige Außenkörper 40 ummantelt
den hülsenförmigen Innenkörper 60,
welcher die Klappen 70 trägt. Der hülsenförmige Innenkörper 60 ist
dabei drehbar in dem hülsenförmigen Außenkörper 40 gelagert.
In der bevorzugten Ausführungsform ist
die Lagerung berührungslos.
Eine berührungslose Lagerung
des hülsenförmigen Innenkörpers 60 im hülsenförmigen Außenkörper 40 ist
beispielsweise durch Magnetlagerung möglich. Hierbei sind der hülsenförmige Innenkörper 60 und
der hülsenförmige Außenkörper 40 magnetisiert,
wobei die Magnetisierung entlang der z-Achse für den hülsenförmigen Innenkörper 60 und
den hülsenförmigen Außenkörper 40 entgegengesetzt
ausgerichtet ist. Durch diese entgegen gerichtete Magnetisierung
wird der hülsenförmige Innenkörper 60 im
Wesentlichen im Zentrum des hülsenförmigen Außenkörpers 40 gehalten,
so dass ein Spielraum zwischen den beiden Körpern besteht. Durchströmt das Blut
beim Austritt aus dem Herzen gemäß 4b die Herzklappenprothese 10, so
wird der Spielraum gespült,
wodurch sich keine Blutzellen oder andere feste Blutbestandteile
ablagern können.
Der Spielraum bleibt also sauber. Der Spielraum kann 0,01 bis 10
mm, vorzugsweise 0,05 bis 0,5 mm betragen.
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Alternativ,
aber weniger bevorzugt, kann der hülsenförmige Innenkörper 60 auch
durch ein Kugellager oder ein Gleitlager in dem hülsenförmigen Außenkörper 40 gelagert
sein. Diese Ausführungsformen
haben jedoch den Nachteil, dass keine sehr gute Reinigung durch
den Blutstrom erzielt werden kann, wodurch es zu Ablagerungen kommen
kann.
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Durch
die erfindungsgemäße Lagerung
ist der hülsenförmige Innenkörper 60 in
dem hülsenförmigen Außenkörper 40 um
die z-Achse rotierbar
gelagert. Strömt
das Blut aus dem Herzen heraus, so trifft es auf die Klappen 70.
Die Klappen 70 sind erfindungsgemäß gegen ihre Projektionsebene,
die sich durch eine Aufsicht wie in 3 ergibt,
kippbar gelagert, so dass sie beim Blutdurchtritt eine Rotationskomponente
auf den Blutfluss ausüben,
damit der Blutstrom beim Austritt aus dem Herzen möglichst keine
Kräfte
auf die Gefäße ausübt. Für P1 > P2 rotiert der hülsenförmige Innenkörper 60 mit
den Klappen 70, die vorzugsweise segelförmig ausgebildet sind.
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Die
Klappen 70 haben vorzugsweise eine segelförmige Form. 8 gibt
ein Beispiel an, wie die Segel ausgebildet sein können. Vorzugsweise
befinden sich zwei oder drei Segel im hülsenförmigen Innenkörper 60,
es können
aber auch mehr, beispielsweise vier, fünf oder sechs sein. Die Segel
sind vorzugsweise aus flexiblem Material, welches das natürliche Gewebe
und sein Verhalten möglichst
gut nachbildet. Ein geeignetes Material ist Polyurethan (PU), es
können
jedoch auch andere biokompatible Werkstoffe eingesetzt werden, die
geeignete Eigenschaften besitzen, wie Hochleistungskunststoffe.
Besonders bevorzugt haben diese Materialen eine hohe Reißfestigkeit.
Die Klappen 70 sind vorzugsweise gewölbt. Der hülsenförmige Innenkörper 60 ist
vorzugsweise form-schlüssig
oder kraftschlüssig
mit den Klappen 70 verbunden, wobei sich die Klappen 70 einseitig
schließen
und öffnen
können.
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Es
sind auch alternative Klappenformen denkbar, beispielsweise durch
Drehachsen befestigte starre Flügel,
die in den Randbereichen den Innenrand des hülsenförmigen Innenkörpers nachbilden und
derart zusammenwirken, dass sie durch Kippbewegungen einen Durchfluß des Blutes
ermöglichen. Jedoch
ist die Segelform bevorzugt.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
ist wenigstens ein Teil der Vorrichtungsbestandteile mit einem biokompatiblen
Material beschichtet. Beispielhaft kann Heparin oder DLC (bei DLC
handelt es sich um ein diamantähnliches
Carbon-Material) genannt werden. Es kommen aber auch andere bekannte
bioverträgliche
Materialien in Frage.
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Für den Fall
P1 < P2 übt
der Blutdruck eine Kraft in Richtung des Herzens und somit auf die Oberseite
der Herzklappenprothese 10 aus. Hierbei wird der hülsenförmige Innenkörper 60 in
Richtung Herz und dabei gegen die Verengung 50 gedrückt. Dabei
wird die Herzklappenprothese 10 abgedichtet, so dass kein
Blut in das Herz gelangt. Die Herzklappe wird somit in geschlossener
Position leckagefrei betrieben.
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Wird
die erfindungsgemäße Herzklappenprothese 10 in
ein Gefäß eingesetzt,
welches des Herz mit Blut versorgt, so wird sie mit der Verengung 50 zu
der dem Herz abgewandten Seite eingesetzt. Hierbei findet die Abdichtung
dann statt, wenn P1 > P2.
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Strömt das Blut
aus dem Herzen heraus, so ist auf der der Verengung 50 gegenüberliegenden Seite
keine weitere Verengung notwendig, um ein Herausspülen des
hülsenförmigen Innenkörpers 60 zu
verhindern, da die Magnetisierung ein Herausspülen des hülsenförmigen Innenkörpers 60 aus
der Gesamtvorrichtung verhindert. Insofern hat die Magnetisierung
neben der Funktion, die freie Rotation zu ermöglichen, den Vorteil, dass
keine weiteren Haltemittel vorgesehen werden müssen, um ein Herausspülen des
hülsenförmigen Innenkörpers 60 aus
der Herzklappenprothese 10 zu verhindern.
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Als
magnetisches Material für
den hülsenförmigen Innenkörper 60 und/oder
den hülsenförmigen Außenkörper 40 werden
vorzugsweise Seltenerdmagnete wie Neodym-Eisen-Bor (NdFeB) oder
Samrium-Cobalt (SmCo)eingesetzt, die zur Erhöhung der Korrosionsbeständigkeit
mit einer flüssigkeitsdichten Beschichtung
versehen werden können
und im Innenkörper
(60) oder dem hülsenförmigen Aussenkörper (40)
integriert sind.
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Das
Material für
die Klappen 70 kann beispielsweise wenigstens teilweise
aus Polyurethan oder einem weiteren biokompatiblen Werkstoff mit ausreichenden
Festigkeits- und Zähigkeitseigenschaften
bestehen.
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Die
Bestandteile der erfindungsgemäßen Herzklappenprothese 10 können wenigstens
teilweise mit bioverträglichem
Material, wie bioverträglichem
Kunststoff überzogen
sein. Beispielhaft kann als Beschichtung Heparin oder DLC genannt
werden. Insbesondere im Bereich, in dem der hülsenförmige Innenkörper 60 auf
die Verengung 50 trifft, kann ein Materialverschleiß und eine
Schädigung
von Zellen verhindert werden.
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Spezieller Beschreibungsteil:
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Der
vorliegenden Erfindung liegt ein neues Konzept einer biomechanischen
Herzklappe zugrunde, welche basierend auf flexiblen Schließkörpern (Klappensegeln)
sowie einer in der Klappenvorrichtung implementierten Magnetlagerung
einen reibungs- und verschleißfreien
Betrieb der Herzklappenprothese ermöglicht. Des Weiteren ist die
Herstellung der in dieser Erfindung beschriebenen Klappenprothese
aufgrund der geringen und fertigungstechnisch einfachen Bauteile
relativ kostengünstig herstellbar.
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Der
Aufbau der magnetischen Herzklappe ist aus den Bildern 5 bis 13 zu
ersehen. Die gesamte Herzklappe besteht aus zwei – voneinander
trennbaren – Teilsystemen,
dem Statorring (11) und dem Rotorring (21). Der
Statorring (11) wird als unbewegliches Bauteil an das umliegende
Herzgewebe der explantierten natürlichen
Herzklappe befestigt, vorzugsweise mit Hilfe von Nahtmaterial und
einem am Außendurchmesser
des Statorrings befestigten Nahtring. Innerhalb des Statorrings
(11) befindet sich darin eingebettet der ringförmige Statormagnet
(41), welcher einen in axialer Richtung polarisierten Dauermagneten
darstellt. Der Statorring (11) ist in hohlzylindrischer
Form gestaltet, sodass im zentralen Innenraum dieses Hohlzylinders
der Rotorring (21) untergebracht ist. Der Rotorring (21)
be sitzt seinerseits einen ringförmigen
Rotormagneten (51), welcher ebenfalls in axialer Richtung – jedoch
zum Statormagneten (41) entgegengesetzt – polarisiert
ist. In dieser Anordnung bildet der Statormagnet (41) zusammen
mit dem Rotormagneten (51) ein berührungsloses Axiallager, welches
gleichermaßen
zur Kippstabilität
des Rotorrings (21) beiträgt. In radialer Richtung ist
das Magnetlager (41, 51) jedoch instabil, sodass
es stets zum exzentrischen Anliegen des Rotorrings (51)
an der inneren Mantelfläche
des Statorrings (41) kommt, sofern diese Instabilität nicht
durch andere Kräfte
stabilisiert wird.
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Die
Ventilfunktion der Herzklappe wird schließlich über die am Rotorring befestigten
Klappensegel (31) erzielt, welche aufgrund ihrer flexiblen Werkstoffbeschaffenheit
ein Öffnen
und Schließen der
Herzklappenprothese ermöglichen.
Hierbei ist es möglich,
dass die Segelkonfiguration aus zwei oder drei einzelnen Klappensegmenten
besteht, die in ihrer Gesamtheit jedoch einen 360° Winkel bilden.
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Als
Brückenglied
stellt die Herzklappe ein Trennelement zwischen einem Hoch- und
einem Niederdruckbereich dar. Wird die Klappenprothese beispielsweise
als Ersatz für
eine Aortenklappe eingesetzt, so trennt diese die linke Herzkammer
(linker Ventrikel) von der Aorta. Die Kontur der flexiblen Klappensegel
(31) (Werkstoff z. B. Hochleistungspolymere wie Polyurethan)
ist nun derart gestaltet, dass, sobald der Druck im linken Ventrikel
den Aortendruck übersteigt
(s. Bild 6 und Bild 9), die Klappensegel (31) aufgrund
der anliegenden Druckkräfte nachgeben
und sich vergleichbar zur natürlichen Aortenklappe
ein Durchströmkanal
bildet, aus dem der Hauptstrom vom linken Ventrikel in die Aorta fließt. Die
anliegenden Druckkräfte
an der Herzklappe haben gleichzeitig zur Folge, dass sich der Rotorring
(21) axial in Richtung der Aorta gegen den fixierten Statorring
(11) bewegt, wobei die in der Magnetlagerung wirkenden
axialen Rückstellkräfte derart ausgelegt
sind, dass diese den Druckkräften
nachgiebig standhalten, ohne dass der Rotorring aus der Klappenvorrichtung
entgleitet. Der sich einstellende axiale Spalt bildet zusammen mit
dem radialen Spaltraum zwischen Statorring (11) und Rotorring
(21) einen sekundären
Strömungskanal,
der ebenfalls aufgrund des Druckgefälles zwischen linkem Ventrikel und
Aorta in axialer Richtung durchströmt wird.
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Dieses
axiale Druckgefälle
im radialen Spaltraum trägt
nun dazu bei, dass sich eine hydrostatisch wirkende Fluidfilm-Lagerung ausbildet,
welche bei Vorliegen einer exzentrischen Lage des Rotorrings (21)
im Statorring (11) eine zentrierende Kraft auf den Rotorring
ausübt
(Lomakin-Effekt) und somit die radiale Stabilisierung des Magnetlagers
(41, 51) ermöglicht.
Der Rotorring (51) ist somit während der Öffnungsphase der Herzklappe
berührungslos
gelagert. Neben der Haupt- und Sekundärströmung in der Klappenvorrichtung
bildet sich gleichzeitig in den Hohlräumen hinter der Aortenklappe
(mediz. Sinus Valsalva) eine Wirbelströmung aus, welche gleichermaßen zur
Auswaschung der Aorten zugewandten Seite der Herzklappe dient und
somit der Gefahr der Thrombenablagerung entgegenwirkt.
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Zur
Erhöhung
der Auswaschung ist es bei einer derart berührungslos gelagerten Herzklappe auch
denkbar, dass eine Rotation des Rotorrings um ihre eigene Achse
ermöglicht
wird. Dies kann beispielsweise dadurch erreicht werden, dass die
geometrische 3D-Kontur der Klappensegel (31) derart gestaltet
ist, dass bei Vorliegen einer Axialströmung durch die Herzklappe gleichzeitig
ein Drehimpuls auf den Rotorring (21) hervorgerufen wird.
Eine Verwölbung
der Klappensegel in Axial- und Umfangsrichtung kann dementsprechend
dazu beitragen, dass die Axialgeschwindigkeit durch die Herzklappe gleichzeitig
einen Impuls. in Umfangsrichtung hervorruft, welcher den erforderlichen
Drall für
den drehbar gelagerten Rotorring (21) liefert. In Bild
8 sind hierzu als Beispiel die Isolinien (= Linien gleicher Höhe) einer
derartigen Klappensegelkontur dargestellt.
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Bei
Vorliegen einer Rotation des Rotorrings kann dann auch eine Umfangsströmung im
radialen Spaltraum zwischen dem Statorring (41) und dem Rotorring
(51) beobachtet werden, welcher ein hydrodynamisch wirkendes
Radiallager hervorbringt (Reynolds-Effekt) und somit die Stabilität der Magnetlagerung
erhöht.
Hierdurch kann gleichermaßen die
Umströmung
des radialen Spaltraumes sowie der gesamten Herzklappe effizient
gesteigert werden, wodurch die Antithrombogenität der Herzklappe sinnvoll gesteigert
werden kann.
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Sobald
der Aortendruck den Druck im linken Ventrikel übersteigt (s. Bild 5 und Bild
10), werden die Klappensegel (31) aufgrund der umgekehrten
Druck- und Kraftverhältnisse
in Richtung des linken Ventrikels reflektiert, bis es zum gegenseitigen
Anliegen der einzelnen Klappensegel gemäß Bild 10 kommt und die Herzklappe
somit für
den Rückfluss
geschlossen wird. Die resultierende axiale Druckkraft auf die Klappenvorrichtung
bewirkt gleichzeitig, dass der Rotorring in Richtung des linken
Ventrikels bewegt wird, wobei eine Auflagevorrichtung am Statorring
diese Bewegung eingrenzt und gleichermaßen dafür Sorge trägt, dass auch der Sekundärkanal für den Rückfluss
geschlossen wird und die Herzklappe damit leckagefrei bleibt. Es
ist anzumerken, dass sowohl die Magnetlagerung als auch die Rotation
des inneren Klappenrings ohne zusätzliche Energiequelle realisiert
wurde, sodass die Gesamtkomplexität der Herzklappe und die damit
verbundenen Herstellkosten weitgehend minimiert wurden, und die
Sicherheit für
den Patienteneinsatz entsprechend gesteigert werden konnte.
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Die
Vorteile einer derartigen magnetisch gelagerten und rotierenden
Herzklappe gegenüber
einer konventionellen mechanischen Herzklappenprothese liegen in
ihrer Verschleißfreiheit
und ihrer verbesserten Umströmung,
wodurch sowohl die Lebensdauer der Herzklappe erhöht wird
als auch die Gerinnungsgefahr des Blutes reduziert wird.
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Im
Vergleich zu einer biologischen Herzklappe gelten weiterhin die
Vorteile der mechanischen Herzklappenprothesen, wobei aufgrund der
flexiblen Beschaffenheit der Klappensegel die Lärmbelastung für den Patienten
weiterhin reduziert ist.
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Eine
Ausführungsform,
welche nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist, kann folgende Merkmale
aufweisen:
- • Vorrichtung
zum druckabhängigen
Leiten und Trennen einer Flüssigkeit
zwischen einer an die Vorrichtung anliegenden Hochdruckkammer und einer
an die Vorrichtung anliegenden Niederdruckkammer durch eine konzentrische
Anordnung eines äußeren und
eines inneren Ringkörpers,
wobei zwischen dem inneren und dem äußeren Ringkörper magnetische Kräfte wirken,
die eine axiale Lagerung des inneren Ringkörpers im äußeren Ringkörper bewirken.
- • Eine
derartige Vorrichtung stellt in einer bevorzugten Ausführungsform
eine Herzklappe dar.
- • Der
innere Ringkörper
ist drehbar im äußeren Ringkörper gelagert.
- • Die
magnetischen Kräfte
beruhen hierbei auf zwei gegensinnig polarisierten Dauermagneten.
- • Die
Dauermagnete sind ringförmig
ausgeführt.
- • Die
Dauermagnete sind jeweils im inneren und äußeren Ringkörper untergebracht.
- • Der
innere Ringkörper
ist formschlüssig
oder kraftschlüssig
mit einer bestimmten Anzahl, vorzugsweise zwei oder drei, von Schließkörpern verbunden.
- • Die
Schließkörper sind
gewölbt.
- • Die
Verwölbung
ist derart gestaltet, dass bei Vorliegen eines Druckunterschiedes
zwischen der Eintrittsöffnung
und der Austrittsöffnung
der Vorrichtung, die Schließkörper einseitig
schließen und
einseitig öffnen.
- • Die
Schließkörper bestehen
aus einem flexiblen Werkstoff.
- • Der
Werkstoff ist vorzugsweise ein Hochleistungspolymer, vorzugsweise
Polyurethan.
- • Der äußere Ringkörper bringt
eine axiale Auflagefläche
für den
inneren Ringkörper
hervor, wodurch die axiale Bewegung des inneren Ringkörpers einseitig
begrenzt wird.
- • Zwischen
dem inneren und dem äußeren Ringkörper liegt
ein radialer Spaltraum vor, der bei Anliegen eines Druckunterschiedes
zwischen der Eintrittsöffnung
und der Aus trittsöffnung
des Spaltraumes in axialer Richtung durchströmt wird.
- • Der
anliegende Druckunterschied sowie die axiale Strömung im Spaltraum ruft eine
der radialen Anziehungskraft der Magnetlagerung entgegengerichtete
Kraft hervor.
- • Die
radiale Abmessung des Spaltraumes beträgt zwischen 0,01 mm und 10
mm, vorzugsweise jedoch 0,05 bis 0,5 mm.
- • Am äußeren Ringkörper ist
eine Befestigungsvorrichtung, vorzugsweise ein Nahtring, angebracht.
- • Die
Oberflächen
der einzelnen Komponenten sind mit einer biokompatiblen Beschichtung,
vorzugsweise Heparin oder DLC (Diamond-Like-Carbon), versehen.
- • Die
Verwölbung
der Schließkörper ist
derart gestaltet, dass bei axialer Durchströmung der Vorrichtung ein Drehimpuls
auf die einzelnen Schließkörper ausgeübt wird.
- • Der
Drehimpuls bewirkt eine Rotation des inneren im äußeren Ringkörper.
- • Die
Rotation des inneren Ringkörpers
bewirkt einen hydrodynamischen Effekt im flüssigkeitsgefüllten Spaltraum
zwischen dem inneren und dem äußeren Ringkörper, dessen
resultierende Druckkraft der radialen Anziehungskraft der Magnetlagerung
entgegenwirkt.
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Grundlegende Anatomie des Herzens und
der Herzklappen:
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Die
Anatomie des menschlichen Herzens und die der einzelnen Herzklappe
ist in 14 dargestellt. Demnach besitzt
das Herz insgesamt 4 Klappen, von denen die Mitralklappe (Nr. 3
von 14) und die Trikuspidalklappe (Nr. 1 von 14)
zwischen den beiden Herzvorhöfen
und der jeweiligen Herzkammer positioniert ist. Am Übergang
zu den großen
Blutgefäßen sind
schließlich
die Pulmonalklappe (Nr. 2 von 14) und
die Aortenklappe (Nr. 4 von 14) platziert.
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Die
Klappen steuern durch Öffnen
und Schließen
den Bluteinstrom in die Herzkammern und den Ausstrom in die Körperschlag
adern (Aorta bzw. Lungenschlagader).
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Erkrankungen der Herzklappen:
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An
den Herzklappen können
vor allem zwei Arten von Funktionsstörungen auftreten:
- 1. Klappenverengungen, d. h. die Klappe öffnet sich nicht weit genug,
um eine ausreichende Blutmenge durchzulassen.
- 2. Klappenschwäche,
d. h. die Klappe schließt nicht
vollständig
und dicht. Dadurch kann das Blut z. T. auch in die entgegengesetzte
Richtung gepumpt werden.
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Beide
Formen können
zusammen auftreten und auch mehrere Klappen betroffen sein.
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Warum muss operiert werden?
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Sowohl
bei einer Klappenschwäche
als auch bei einer Verengung muss das Herz zusätzliche Arbeit leisten, um
einen ausreichenden Blutkreislauf und damit eine gute Durchblutung
aller Organe zu gewährleisten.
Besteht die vermehrte Belastung des Herzens über einen längeren Zeitraum, kann es einerseits
zur Schädigung
des Herzmuskels und letztendlich zum Herzversagen führen. Andererseits
besteht infolge der Blutstauung im Lungenkreislauf die Gefahr von
Wandveränderungen
in der Lungenschlagader.
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Deshalb
sollte die Operation vorgenommen werden, ehe es zu bleibenden Schäden gekommen ist.
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Durchführung
der Operation:
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Die
Operation erfolgt in Allgemeinnarkose. Das Brustbein wird der Länge nach
durchtrennt, das Herz vorübergehend
ruhiggestellt und der Blutkreislauf mit Hilfe einer Herz-Lungen-Maschine aufrechterhalten.
Sie übernimmt
die Pumparbeit des Herzens, versorgt das Blut mit Sauerstoff und
entzieht ihm Kohlendioxid.
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Es
bestehen. zwei Operationsmöglichkeiten, zwischen
denen oft erst während
des Eingriffes gewählt
werden kann:
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Klappenrekonstruktion:
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– Die Herzklappe
selbst bleibt erhalten.
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– Eine Verengung
kann durch Trennung der Klappensegel behoben werden.
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– Bei Herzklappenschwäche (unvollständiger Klappenschluß) besteht
die Möglichkeit, überschüssiges oder
erkranktes Gewebe zu entfernen und die Klappe so wieder funktionsfähig zu machen.
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– Wenn Verkalkungen
vorliegen, können
diese in manchen Fällen
abgetragen werden. Ein Kunststoffring, der am Klappenansatz eingenäht wird,
verhindert eine erneute Erweiterung des Klappenhalteapparates.
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Welche Möglichkeiten eines Herzklappenersatzes bestehen?
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Wenn
eine Wiederherstellung nicht durchführbar ist, wird die Klappe
entfernt und eine neue eingesetzt. Prinzipiell bestehen 3 Möglichkeiten
zum Klappenersatz:
- 1. durch eine Kunstklappe
(Kunststoff und Metall)
- 2. durch eine Bioprothese (Schweineklappe)
- 3. durch eine menschliche Klappe (sehr selten, dann oft als
Ersatz der Aortenklappe mit einem Teil der Hauptschlagader
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Vorteil
der mechanischen Kunstklappen ist die lange Lebensdauer des Ventils,
Nachteil die Notwendigkeit einer lebenslangen Blutverdünnung. Vorteil
der biologischen Klappen ist die fehlende Notwendigkeit einer Blutverdünnung (Aspirin
reicht in der Regel aus); Nachteil ist die begrenzte Lebensdauer
der Klappe (im Mittel 10–15
Jahre) und damit ggf. die Notwendigkeit einer erneuten Operation.
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Kann es sein, dass eine Blutübertragung
nötig wird?
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Bei
Operationen mit der Herz-Lungen-Maschine ist die Bereitstellung
von Blutkonserven erforderlich. Durch eine Übertragung von Blut oder Blutbestandteilen
kann es in äußerst seltenen
Fällen
zu Infektionen, z. B. mit Hepatitis-Viren (Leberentzündung) oder
extrem selten mit HIV (Spätfolge
AIDS) kommen. Es besteht aber evtl. die Möglichkeit, rechtzeitig vor
dem Eingriff durch Eigenblutabnahme vorzusorgen.
-
Trotz
größter Sorgfalt
können
während
und nach der Operation Komplikationen auftreten, die meist sofort
erkannt und behandelt werden. Bei außergewöhnlichen anatomischen Verhältnissen
und bei ausgedehnten Verwachsungen ist das Risiko von Verletzungen
(z. B. an Blutgefäßen oder
Nerven) erhöht.
Durch die bei der Operation erforderliche Lagerung kann es zu Weichteilschäden (Haut
oder Nerven) kommen, die meist innerhalb weniger Wochen abheilen
und nur selten bleibende Beschwerden (z. B. vom Taubheitsgefühl bis hin
zu Lähmungen)
hinterlassen. Nach der Operation ist für einige Zeit auf der Intensivstation
eine Beatmung bzw. Überwachung
nötig.
Mit Störungen
ist in Einzelfällen
zu rechnen, die unter ungünstigen
Umständen
auch lebensbedrohlich sein können.
-
Zu nennen sind:
-
- – medikamentös nicht
beherrschbare Schwäche des
Kreislaufs, die zum Einsatz einer mechanischen Blutpumpe zwingt,
Lähmungserscheinungen
(vorübergehend
evt. bleibend) an Armen oder Beinen (z. B. durch mangelnde Durchblutung),
- – Gehirnschäden (z.
B. Sprach- und Bewegungsstörungen)
infolge von mangelnder Durchblutung nach Kreislaufstörungen oder
Embolie
- – Thrombose,
Embolie (Blutgerinnsel und Gefäßverschluß) Blutungen,
wenn eine Nahtstelle undicht wird Vereiterung und verzögerte Heilung
der Hautwunden Entzündungen
der Herzklappe
- – Unregelmäßigkeiten
des Herzschlages, die die Gabe von Medikamenten oder das Einsetzen
eines Schrittmachers nötig
machen können,
- – Rippenfell-
und/oder Herzbeutelerguß,
die unter Umständen
drainiert werden müssen; • Heiserkeit (selten
Atemnot) bei Stimmbandlähmung
Kurzatmigkeit durch Lähmung
des Zwerchfells • Klappenrandleck,
d. h. die Befestigungsnähte
der eingesetzten Klappe können
in seltenen Fällen
teilweise ausreißen
und so zu einem Leck neben der Klappe führen.
-
Die Alternative? – Valvuloplastie (nichtoperative
Erweiterung von Klappenverengungen)
-
Die
nichtoperative Erweiterung einer verengten Klappe (perkutane Ballon-Valvuloplastie)
wird durchgeführt
bei Mitralklappenstenosen, bei denen
- • keine begleitende
Mitralinsuffizienz vorliegt und die Klappe nur gering verkalkt ist.
Mit Hilfe der Echokardiographie erfasst man vor dem Eingriff wichtige
Bedingungen wie den Verkalkungsgrad,
- • die
Verdickung der Klappen und des Aufhängeapparates der Mitralklappe
im Herzen,
- • sowie
die Beweglichkeit der Segel. Vor dem Eingriff lässt sich so gut abschätzen, für welche
Patienten eine Klappenerweiterung oder -sprengung mit dem sogenannten
Inoue-Ballon möglich
und aussichtsreich sein wird, besonders hinsichtlich des mittel-
und längerfristigen
Erfolges der Valvuloplastie. Eine Mitralklappensprengung kann auch nicht
durchgeführt
werden, wenn beim Schluckecho (TEE) Gerinnsel vor dem Eingriff im
linken Vorhof nachgewiesen werden. Dann muss gleich ein Klappenersatz
vorgenommen werden. Der Inoue-Ballon wird von der rechten Seite
des Herzens über
die untere Hohlvene, den rechten Vorhof, durch die Vorhofscheidewand
in den linken Vorhof vorgeschoben.
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Der
Ballon wird dann in nicht aufgeblasenem Zustand über die verengte Klappe geschoben
und dort nach Lagekontrolle (oft mit Ultraschall) aufgedehnt. Während des
Aufblasens wird die Blutstrombahn blockiert, es kommt somit zu einem
kurzzeitigen Kreislaufstillstand. Dieser wird aber in der Regel
relativ gut vertragen und überbrückt. Während anfangs sehr
viel Skepsis bei der Beurteilung der Methode herrschte, insbesondere
mit Bezug auf die Langzeiterfolge, konnten große klinische Studien überzeugende
Ergebnisse liefern, so daß diese
Methode inzwischen in die Routinebehandlung aufgenommen wurde.
-
Risiko des Eingriffs:
-
Die
Valvuloplastie ist ein viel kleinerer Eingriff als ein operativer
Herzklappenersatz, aber trotzdem nicht völlig risikolos: Eine Nachuntersuchung
von 3000 Mitralklappen-Valvuloplastien
ergab hinsichtlich der Akutkomplikationen:
- • eine Sterblichkeit
von 0,4%,
- • das
Auftreten einer Mitralinsuffizienz (Klappe schließt nicht
ausreichend dicht) von 2,7% und
- • das
Auftreten einer Embolie von 1,7%.
- • Ganz
selten, etwa in 1% der Fälle,
kommt es zu einem blutigen Erguss im Herzbeutel, der eine Notfalloperation
notwendig machen kann.
-
Je
jünger
der Mitralstenosepatienten, ist um so besser ist die Valvuloplastie
durchführbar,
da mit steigendem Lebensalter die Verkalkung der Klappe zunimmt.
Daher ist bei über
65jährigen
Patienten nur in 50% der Fälle
drei Jahre nach der Valvuloplastie noch mit einem Erfolg zu rechnen.
Bei einem Teil der Patienten muss später doch noch ein Klappenersatz durchgeführt werden,
- • weil
die Ballonsprengung zu einer Klappeninsuffizienz (Undichtigkeit)
geführt
hat oder
- • weil
sich in der Folgezeit eine erneute Verengung der gesprengten Klappe
entwickelt hat.
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Valvuloplastie der Aortenklappe?
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Eine
Aortenklappenerweiterung durch Katheter wurde insbesondere bei älteren Patienten durchgeführt. Die
kurzfristigen Komplikationen der Methode insbesondere Schlaganfälle und
die langsame Erholung von der Prozedur sowie das rasche Wiederauftreten
der Klappenverengungen (bei mehr als 50% der Patienten) oft schon
nach einem halben Jahr zwangen jedoch zur Aufgabe der Methode.
-
Daher
wird die Valvuloplastie an der Aortenklappe nur als überbrückende Maßnahme durchgeführt:
- • bei
Patienten mit schwerer Aortenstenose, die deshalb in einen Herzschock
geraten, um sie für einen
Klappenersatz überhaupt
operationsfähig zu
machen,
- • bei
Patienten mit schwerer Aortenstenose zur Senkung des operativen
Risikos, wenn sie eine dringende nicht das Herz betreffende andere Operation
brauchen
- • und
bei Schwangeren mit hochgradiger Aortenstenose (zur Überbrückung, damit
nach der Geburt ein Klappenersatz durchgeführt werden kann).
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- 10
- Herzklappenprothese
- 11
- Statorring
- 20
- Gefäß
- 21
- Rotorring
- 30
- Herzmuskel
- 31
- Klappensegel
- 40
- Hülsenförmiger Außenkörper
- 41
- Statormagnet
- 50
- Verengung
- 51
- Rotormagnet
- 60
- hülsenförmiger Innenkörper
- 70
- Klappen