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Die
Erfindung betrifft ein universell an verschiedensten Wärmeerzeugern
einsetzbares Wärmetauschersystem
zur Nutzbarmachung von Abwärme.
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Heiße Abgase
von in Gebäuden
befindlichen Feuerstätten
werden in der Regel über
ein Rauchrohr und/oder einen Kamin nach außen geleitet, wobei eine erhebliche
Menge an Energie in Form von Abgaswärme verloren geht. Beispielsweise
werden beim Einsatz eines gewöhnlichen
Schwedenofens zur Heizung eines 180 m2 Wohnhauses
zusätzlich
zu 6 m3 Holz etwa 800 Liter Heizöl pro Heizperiode
benötigt,
um alle Räume
auf Temperatur zu halten, obwohl auf Basis einer Wärmebedarfsrechnung
die erwähnte
Menge Holz als Energiequelle zur Heizung des gesamten Hauses ausreichen
müsste.
Eine Verbesserung des Wirkungsgrades solcher ineffizienter Befeuerungsanlagen
würde den
Verbrauch nachwachsender sowie fossiler Brennstoffe vermindern, und
somit einerseits Kosten sparen, andererseits den Ausstoß schädlicher
Abgase mindern und damit einen deutlichen Beitrag zum Schutz unserer
Umwelt liefern.
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Zur
Nutzung der Abwärme
verschiedenster Öfen,
z.B. Thermoölöfen, Kachelöfen oder Ölöfen, sind
unterschiedliche Nachheizregister auf dem Markt. Diese sind jedoch
unförmig
und unästhetisch, benötigen viel
Platz, lassen sich nur schwer reinigen und passen nicht für jeden
Ofentyp. Auch ist ihr Einbau häufig
aufwändig
und teuer, beispielsweise bei Unterputz-Nachheizregistern für Kachelöfen. Für manche
Ofentypen, z.B. die bereits erwähnten Schwedenöfen, sind
keine Nachheizregister auf dem Markt.
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Aus
DE 201 03 124 U1 ist
eine Vorrichtung zur Wärmerückgewinnung
aus Rauchgasen eines Schornsteins bekannt, bei der ein flüssigkeitsdurchströmter Wärmetauscher
innerhalb des Schornsteinzugs angebracht ist. Der Wärmetaucher
hat hierbei entweder die Form einer im Zug verlegten gewendelten
Rohrschlange, oder eines im Schornstein liegenden Doppelrohres.
Die nachträgliche
Ausstattung eines Schornsteinzuges mit einem derartigen Wärmeaustauscher-Systems
ist mit relativ hohem Aufwand verbunden.
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Die
US 4 206 805 offenbart eine
Vorrichtung zur Wärmerückgewinnung
aus Wärmeerzeugern, beispielsweise
einem Motor-Kompressor, bei der ein wassergefülltes Rohrsystem spangenförmig verbunden
und mit einem Zu- und einem Ablauf versehen ist. Eine solche Spange
kann im Prinzip um ein beliebiges heißes Rohr herum gelegt werden,
um das hindurchfließende
Wasser zu erwärmen.
Zur Verminderung von Wärmeverlusten
wird bei dieser Vorrichtung vorgeschlagen, eine Isolierungsschicht
um die Rohrspange herum zu legen. Ein derartiges System ist einfach
in der Anwendung und, so weit Spangengröße und Durchmesser des heißen Rohres
miteinander kompatibel sind, universell einsetzbar. Es ist jederzeit schnell
und unkompliziert anzubringen. Jedoch ist die Fertigung einer solche
Spange relativ aufwändig, da
viele einzelne Rohrteile miteinander verbunden werden müssen, beispielsweise
durch verlöten.
Auch ist sie in ihrer Größe und damit
Wärmerückgewinnungs-Leistung
limitiert.
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Aus
der
DE 80 08 728 U1 ist
eine Vorrichtung zur Verbesserung des Wirkungsgrades einer zentralen
Gebäude-Heizkesselanlage
bekannt, bei der ein Rauchrohr des zentralen Heizkessels als Fertigbauteil
mit eingebautem Wärmetauscher
in Form einer schraubenförmigen
Rohrwindung ausgeführt
ist. Auch hier wird eine Isolierummantelung vorgeschlagen, um Wärmeverluste
zu minimieren. Der Anwendungsbereich derartiger Bauteile ist auf
Heizkesselanlagen beschränkt.
Zudem ist das Wärmetauschersystem
sehr kurz und damit in seiner Wirksamkeit begrenzt.
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Ein
Ziel der Erfindung besteht darin, ein System zur Verfügung zu
stellen, das auf möglichst
einfache Weise ungenutzte Energie aus verschiedensten Wärmeerzeugern,
insbesondere Feuerstätten jeglicher
Art, optimal nutzbar macht, und dabei universell einsetzbar, preisgünstig und
leicht nachrüstbar
ist. Dieses System soll insbesondere in Privathaushalten Verwendung
finden und daher platzsparend und formschön sein. Auch die Sicherheit
soll jederzeit gewahrt sein.
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Dieses
Ziel wird erfindungsgemäß durch
ein Wärmetauschersystem
nach Anspruch 1 erreicht. Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der
vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen, der
Beschreibung und den Figuren.
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Durch
die vorliegende Erfindung wird ein Wärmetauschersystem bereitgestellt,
das die thermische Energie aus verschiedensten Wärmeerzeugern nutzbar macht.
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Erfindungsgemäß wird eine
heiße
Gase führende
Leitung mit einer flüssigkeitsführenden
Ummantelung versehen, die mit wenigstens einer Vorlauf- und wenigstens
einer Rücklaufleitung
in Verbindung steht. Gemäß den Grundsätzen der
Thermodynamik findet ein Wärmeübergang
von den heißen Gasen
(bei Abgasen von Holzöfen
beispielsweise bis ca. 270°C)
auf die zunächst
sehr viel kältere
Flüssigkeit
in der Ummantelung statt. Die von der Flüssigkeit aufgenommene Wärme kann über die
wenigstens eine Rücklaufleitung
einem Wärmenutzer,
beispielsweise einem Heizkreislauf, zugeführt werden.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung kommt als Wärmeerzeuger
eine beliebige Feuerstätte
zum Einsatz. Erfindungsgemäß findet
ein haushaltsüblicher
Verbrennungsofen, besonders bevorzugt ein schwer regulierbarer Holzofen (Schwedenofen)
Verwendung, da bei einem solchen die Abgastemperaturen besonders
hoch liegen. Daneben ist auch die Verwendung jeder anderen Art von
Ofen denkbar, beispielsweise von Gas-, Öl-, Thermoöl- oder Kachelöfen. Erfindungsgemäß ist die Größe der Feuerstätte beliebig,
so dass auch eine Industrieanlage mit beliebiger Befeuerungsart
als Wärmeerzeuger
zum Einsatz kommen kann.
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Gemäß einer
weiteren alternativen Ausführungsform
der Erfindung kann Erdwärme
in Form von geothermer Heißluft
als Wärmequelle
genutzt werden. Das Wärmetauschersystem
kann hierbei ein bereits vorhandenes System ergänzen, um dessen Wirkungsgrad
zu erhöhen.
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In
jedem Fall werden heiße
Gase, im folgenden als Abgase bezeichnet, über wenigstens eine Abgasleitung
geschickt, üblicherweise
zur Ableitung der Abgase an die Umgebung. Erfindungsgemäß kommt
hierbei bevorzugt ein ein- oder doppelwandiges Rauchrohr und/oder
ein Kamin zum Einsatz. Diese können
in handelsüblichen
Formen und Dimensionen ausgeführt
sein. Das Rauchrohr stellt eine Verbindung zwischen Feuerstätte und
Kamin dar. Es hat dabei üblicherweise
einen Durchmesser von 100 bis 200 mm und eine Länge von etwa 1500 mm. Als Kamin
eignet sich im Rahmen der vorliegenden Erfindung besonders ein handelsübliches,
doppelwandiges, isoliertes Kaminsystem, bevorzugt aus Edelstahl.
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Die
vorliegende Erfindung sieht vor, dass das Rauchrohr bzw. das innere
Rauchrohr des Kamins mit einer flüssigkeitsführenden Ummantelung versehen
ist.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung handelt es sich bei der Ummantelung um ein Metallrohr,
das um die Abgasleitung gewickelt ist. Dieses Metallrohr besteht
bevorzugt aus einem sehr gut wärmeleitenden
Metall wie Kupfer, Messing oder Aluminium bzw. einer entsprechenden
Legierung. Es hat typischerweise einen Durchmesser von 10 bis 15
mm und eine Länge
von etwa 50 bis 200 Meter.
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Die
Wicklung kann in der Weise erfolgen, dass sowohl der vor- als auch
der rücklaufende
Teil des flüssigkeitsführenden
Metallrohres um die Abgasleitung gewickelt ist. Gemäß einer
alternativen Ausführungsform
der Erfindung ist nur der rücklaufende
Teil des flüssigkeitsführenden
Metallrohres um die Abgasleitung gewickelt, während der vorlaufende Teil
seitlich neben der Abgasleitung entlang geführt ist, ohne an der Wärmeübertragung
beteiligt zu sein. In diesem alternativen Fall wird eine bessere
Wärmeübertragung
durch Nutzung des Gegenstromprinzips erreicht, wobei die wärmeaufnehmende
Flüssigkeit entgegen
der Gasstromrichtung durch das Metallrohr geleitet wird. Bevorzugt
sollten die Wicklungen des Metallrohres so eng geführt werden,
dass sie miteinander in Verbindung stehen, um Wärmeverluste zu vermeiden.
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Gemäß einer
alternativen bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung kann das Rauchrohr zusammen mit dem flüssigkeitsführenden
Metallrohr aus kleineren Einheiten (Modulen) zusammengesetzt sein.
Diese können
erfindungsgemäß in die
Abgasführung
integriert sein. Dieses System kann einem handelsüblichen
doppelwandigen isolierten Kaminsystem entsprechen, wobei das innere
Rauchrohr mit einem flüssigkeitsführenden
Metallrohr umwickelt ist. Bevorzugt ist das Kaminsystem aus Edelstahl
gefertigt. Grundsätzlich
besteht ein erfindungsgemäßes Wärmetauschersystem
in Modulbauweise zumindest aus einem Anfangsmodul mit Rücklaufleitung,
die den erwärmten
Wärmeträger zum
Wärmenutzer
hin leitet, und einem Endmodul mit Entlüftung und Vorlaufleitung, die
den noch kalten Wärmeträger führt. Hinzu
können
beliebig viele Zwischenmodule kommen. Durch die Länge der
Einzelmodule sowie die Anzahl der verwendeten Module ist dieses
System in seiner Gesamtlänge
variabel. In der Folge kann neben der Eingangs- auch die Ausgangstemperatur
des Systems gesteuert werden. Hierdurch sind die Leistung des Systems
sowie der Kaminzug beeinflussbar. Das Modulsystem kann daher in
besonderer Weise auch bei Industrieanlagen zum Einsatz kommen. Auch
erlaubt es die Modulbauweise, die Länge des Systems so zu wählen, dass
es vollständig
im frostsicheren Bereich des Hauses liegt und damit eine Systemtrennung
unnötig
ist. Die Verbindung der Module erfolgt durch Zusammenstecken und
Verschrauben. An der Verbindungsstelle ist die Kaminwandung verstärkt, um
der Windlast standzuhalten, und über
den Verschraubungsteilen wird eine Blende, beispielsweise eine Edelstahlblende,
angebracht, die durch die Verbindungsschelle der Module gehalten
wird.
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Die
Leistung des Systems kann durch die Einführung von Rauchgasturbulatoren
im Abgasrohr verbessert werden. Auch eine Vergrößerung des Rauchrohrquerschnitts
und/oder eine Verlängerung des
Rauchrohres wirken leistungssteigernd, da die Gesamtlänge des
um die Abgasleitung gewickelten Anteils des flüssigkeitsführenden Metallrohres die mögliche Menge
an übergehender
thermischer Energie bestimmt.
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Typische
Leitungslängen
des flüssigkeitsführenden
Metallrohres in einfacher Ausführung
beim erfindungsgemäßen Einsatz
des Systems im Privathaushalt betragen bis zu 200 Meter. Bei einem Durchmesser
von 10 bis 15 mm kommt es bei solchen Distanzen zu merklichen Druckverlusten.
Beim Einsatz in Industrieanlagen sind die Druckverluste noch größer, da
in der Regel die Leitungslängen
zunehmen. Eine Optimierung der Wärmeübertragung ermöglicht bei
gleichem Energiegewinn eine Verkürzung
der Rohrleitung, was die Rohrreibungsverluste senkt und außerdem Rohrmaterial
spart.
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Erfindungsgemäß kann der
Wärmeübergang optimiert
werden, indem das flüssigkeitsführende Metallrohr
wenigstens an der dem Rauchrohr zugewandten Seite abgeflacht ist,
um die Kontaktfläche zum
Rauchrohr zu vergrößern. Gemäß einer
weiteren Ausführungsform
der Erfindung wird das flüssigkeitsführende Metallrohr
in ein Wärmeleitelement eingebettet.
Dieses Wärmeleitelement
zeigt im Querschnitt auf der dem flüssigkeitsführenden Metallrohr zugewandten
Seite eine mit der Kontur des Metallrohres korrespondierende Mulde,
und ist auf der dem Rauchrohr zugewandten Seite abgeflacht. Das
Wärmeleitelement
ist bevorzugt in einem gut wärmeleitfähigen Metall
wie Kupfer oder Aluminium ausgeführt. Eine
weitere Ausführungsform
der Erfindung umfasst eine Wärmeleitdecke,
die das Rauchrohr umgibt und in die das flüssigkeitsführende Metallrohr gebettet
ist. Die Wärmeleitdecke
weist bevorzugt eine Metallgewebe- oder Metallschaumstruktur auf,
wobei das Metall bevorzugt gut wärmeleitfähig ist,
wie dies beispielsweise bei Kupfer oder Aluminium der Fall ist.
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Die
vorliegende Erfindung umfasst weiterhin eine Verkleidung, die das
Rauchrohr und das flüssigkeitsführende Metallrohr
umgibt. Diese Verkleidung dient der optischen Aufwertung. Bei Verwendung
einer geschlossenen Edelstahlverkleidung dient diese zudem als Verbrennungsschutz,
da sie selbst bei einer Innentemperatur im Rauchrohr von 270 °C kaum heißer als
30 °C wird.
Die Verkleidung kann somit problemlos berührt werden.
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Eine
weitere bevorzugte Ausführungsform der
Erfindung sieht vor, dass der Zwischenraum eines doppelwandigen,
druckfesten Rauchrohres als flüssigkeitsführende Ummantelung
realisiert ist. Hierzu wird beispielsweise ein druckfestes Rauchrohr doppelwandig
verschweißt
und mit einer Vor- und einer Rücklaufleitung
versehen. Dieses System ist besonders effizient, da die wärmetragende
Flüssigkeit direkt
mit dem Rauchrohr in Verbindung steht und somit eine optimale Wärmeübertragung
stattfindet. Eine weitere Steigerung der Effizienz kann dadurch erreicht
werden, dass die innere Wand des doppelwandigen Rauchrohres eine
Lamellenstruktur und damit eine vergrößerte Oberfläche aufweist.
Zur Nutzung des Gegenstromprinzips in der druckfesten Ausführung des
erfindungsgemäßen Wärmetauscher-Systems
können
spiralförmig
angeordnete Führungen
in den Druckkörper
eingeführt
werden, die das schnelle Herabfallen des zugeführten kalten Wärmeträgers verhindern,
und diesen stattdessen langsam in Windungen nach unten führen.
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Typische
Temperaturen im Rauchrohr betragen bei holzbefeuerten Öfen 130
bis 270 °C;
im Rücklauf
des Wärmetauschersystems
ergeben sich daraus Temperaturen bis zu 40 °C. Als Wärmeträger eignet sich im Rahmen der
vorliegenden Erfindung jede Flüssigkeit,
die in der Lage ist, im gegebenen Temperaturbereich Wärme aufzunehmen
und abzugeben und dabei den flüssigen
Aggregatszustand beibehält.
Insbesondere kommt hierbei erfindungsgemäß Wasser oder eine wässrige Frostschutzmittel-Lösung zum
Einsatz.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung wird die erwärmte
Flüssigkeit
in den Heizkreislauf integriert. Insbesondere Heizungsanlagen mit
niedrigen Vorlauftemperaturen, z.B. Fußboden- oder Wandstrahlheizungen,
können
direkt oder indirekt mit Systemtrennung über das erfindungsgemäße Nachheizregister
versorgt werden. Eine weitere Ausführungsform der Erfindung sieht
vor, dass die rückgeführte Energie
in einem Wärmespeicher,
beispielsweise einem in den Wintermonaten kaum genutzten Solarspeicher,
zwischengespeichert wird. Eine Systemtrennung kann insbesondere
dann sinnvoll sein, wenn Teile des Nachheizregisters innerhalb des
Kamins bei kalter Witterung frostgefährdet sind. Hier kann dann
die Flüssigkeit
im primären
Kreislauf mit einem Frostschutzmittel angereichert sein, während im
sekundären
(Heiz-) Kreislauf reines Wasser zirkuliert. Diese Aufteilung wird üblicherweise
als Systemtrennung bezeichnet.
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Aus
sicherheitstechnischen Gründen
sollte vor allem bei der Nutzung schwer regulierbarer Feuerstätten wie
Holzöfen
als Wärmeerzeuger
ein Überhitzungsschutz
in das Wärmetauschersystem
integriert werden. Erfindungsgemäß kann hierzu
eine thermische Ablaufsicherung in einer zweiten Metallrohrwicklung
eingesetzt werden. Alternativ kann eine zweite Umwälzpumpe,
die mittels Notstromaggregat betrieben wird und mit einer optischen
oder akustischen Signaleinrichtung ausgestattet ist, an den Wärmekreislauf
angeschlossen werden. Ebenso kann eine optische oder akustische
Signaleinrichtung über
einen Strömungswächter geschaltet
werden.
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Gemäß einer
besonders bevorzugten Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung kommt ein Ausblasesystem zum Einsatz.
Dieses ist eine einfache und platzsparende Alternative, bevorzugt
zum Einsatz im Privathaushalt. Es besteht aus einem Druckluftspeicher,
der beispielsweise eine Taucherflasche mit 200 bar Fülldruck
sein kann, und einem Druckminderer, der erfindungsgemäß auf 10
bar eingestellt ist. Bei zu hoher Temperatur, beispielsweise bei
110 °C, öffnet sich
ein temperaturgesteuertes Ventil (Magnetventil) nach dem Druckregler,
wodurch Luft in den Wärmekreislauf
gepresst wird. Die Temperatursteuerung erfolgt über einen Temperatursensor
an der Vorlaufleitung des Wärmetauschersystems
(Vorlauffühler).
Die Druckluft tritt nach Pumpe und Schwerkraftbremse bzw. Rückschlagventil
in den Wärmetauscherkreislauf.
Stehen die Wärmetauscher-
und Wärmenutzer-Kreisläufe nicht
in direkter Verbindung miteinander, liegt also eine Systemtrennung
vor (beispielsweise bei Verwendung von Frostschutzmittel im Wärmetauschersystem),
wird somit die überhitzte
Flüssigkeit
aus dem Wärmetauschersystem über ein
Sicherheitsventil in einen Entspannungstopf ausgeblasen. Liegt keine
Systemtrennung vor, ist erfindungsgemäß sowohl die Vor- als auch
die Rücklaufleitung
mit jeweils einem temperaturgesteuerten Ventil (Magnetventil) versehen,
die bei Überhitzung
die Verbindungen zum Heizkreislauf schließen und damit gewährleisten,
dass keine Luft in den Heizkreislauf gepresst wird, während die überhitzte
Flüssigkeit
aus dem Wärmetauschersystem über ein
Sicherheitsventil in einen Entspannungstopf ausgeblasen wird.
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Die
starke Abkühlung
der Abgase durch das erfindungsgemäße Wärmetauschersystem kann zu einer
deutlichen Beeinträchtgung
des Kaminzugs führen.
Daher kann es sinnvoll sein, einen Kaminzugverstärker anzubringen. Gemäß vorliegender
Erfindung kann dieser aus einer oder mehreren nach oben bzw. aussen
gerichteten Düsen
bestehen, die im oberen Mündungsbereich
des Kamins angeordnet sind. Die Düsen werden beispielsweise mittels
eines seitlich am Kamin angebrachten Lüfters oder Kompressors mit
Luft durchblasen und erhöhen
deren Strömungsgeschwindigkeit
derart, dass innerhalb des Kamins ein Unterdruck erzeugt wird. Eine
Abschrägung
der Kaminwandung im Bereich direkt unterhalb der Düsen verstärkt diese
Sogwirkung. Durch die Befestigung der Düsen im Randbereich des Kamins
bleibt dieser beispielsweise für
die Reinigung zugänglich.
Bewegliche Deckel auf den einzelnen Düsen, die sich bei Luftzufuhr
selbständig öffnen, schützen die
Düsen bei
Nichtbetrieb vor Schmutz und Wasser.
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Die
Erfindung wird nun anhand von Ausführungsformen mit Bezug auf
die beiliegenden Figuren näher
erläutert.
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1 zeigt
ein erfindungsgemäßes Universal-Wärmetauschersystem
für einen
Verbrennungsofen mit Rauchrohr, das in einen Kamin mündet.
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2 zeigt
ein erfindungsgemäßes Universal-Wärmetauschersystem
in Modulbauweise, integriert in den Kamin.
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3 zeigt
ein erfindungsgemäßes Universal-Wärmetauschersystem
für einen
Verbrennungsofen in druckfester, doppelwandiger Ausführung.
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4 zeigt
ein erfindungsgemäßes Universal-Wärmetauschersystem
für einen
Brenner in einer Kombination von druckfester, doppelwandiger Ausführung und
Modulbauweise, beide in den Kamin integriert.
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5 veranschaulicht erfindungsgemäße Möglichkeiten
zur Verbesserung des Wärmeübergangs
zwischen Rauchrohr und flüssigkeitsführender Ummantelung.
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6 zeigt
ein erfindungsgemäßes Ausblasesystem
als Überhitzungsschutz
von Universal-Wärmetauschersystemen,
dargestellt an der Ausführungsform
in Modulbauweise.
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7 zeigt eine erfindungsgemäße Düsenvorrichtung
zur Erhaltung der Zugleistung des Kamins.
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1 zeigt
ein erfindungsgemäßes Universal-Wärmetauschersystem 10 für einen
Verbrennungsofen 12 mit Rauchrohr 14, bevorzugt
einen Holzofen, das in einen Kamin 17 mündet, über den die heißen Abgase
durch das Dach 18 in die Atmosphäre geleitet werden. Das Rauchrohr 14 ist
mit einem flüssigkeitsführenden
Metallrohr 20 umwickelt und steht über eine Vor- und eine Rücklaufleitung 22, 24 mit
einem Heizkreislauf 26 in Verbindung. Das flüssigkeitsführende Metallrohr 20 besteht
bevorzugt aus Kupfer und ist so gewickelt, dass sowohl der Vor- als
auch der Rücklauf
der Flüssigkeit
in einer Wicklung um das Rauchrohr 14 herum erfolgt. Das
Rauchrohr 14 und das flüssigkeitsführende Metallrohr 20 sind
von einer Verkleidung 28 umgeben, die bevorzugt aus Edelstahl
besteht.
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Das
Wärmetauschersystem
gemäß vorliegender
Erfindung eignet sich bspw. für
ein Wohnhaus mit einer Wohnfläche
von ca. 180 m2. Es ist über ein Rauchgasthermostat
an die Umwälzpumpe
mit Durchflussmengenregler direkt an das Fußbodenheizungssystem angeschlossen.
Bei einem 1,50 m langen Rauchrohr mit 150 mm Durchmesser, das mit
50 m Kupferrohr mit einem Durchmesser von 12 mm umwickelt ist wurde
eine Leistung von 1,5 – 4
KW je nach Befeuerungsintensität
ermittelt. Die Verbrennung von 6 m3 Holz
reicht aus, um über
das Wärmetauschersystem
die gesamte Fußbodenheizung
des Hauses zu betreiben. Somit werden 800 l Heizöl pro Heizperiode eingespart.
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Der
gute Wirkungsgrad des erfindungsgemäßen Wärmetauschersystems lässt sich
auch durch Lasertemperaturmessung am Abgasrohr vor und nach dem
Wärmetauschersystem
feststellen. Bei einer Temperatur von etwa 133 °C vor dem Wärmeübergang bei Normalbetrieb liegt
die Temperatur nach dem Wärmeübergang
bei etwa 48 °C.
Bei hoher Heizleistung des Ofens (8 KW) steigt die Temperatur am
Abgasrohr vor dem Wärmeaustausch
auf bis zu 270 °C.
In diesem Fall beträgt
die Temperatur am Abgasrohr nach dem Wärmetausch noch etwa 85 °C.
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2 stellt
ein erfindungsgemäßes Universal-Wärmetauschersystem
in Modulbauweise 10, das in den Kamin 17 integriert
ist, dar. Die heißen
Abgase aus einem Verbrennungsofen 12, insbesondere einem
Holzofen, werden über
den Kamin 17 durch das Dach 18 in die Atmosphäre geleitet.
Der Kamin 17 entspricht einem handelsüblichen, doppelwandigen, isolierten
Kaminsystem, vorzugsweise aus Edelstahl, bei dem das innere Rauchrohr 14 mit
einem flüssigkeitsführenden
Metallrohr 20 umwickelt ist. Im gezeigten Beispiel besteht
das Wärmetauschersystem 10 aus
einem Anfangsmodul 32, das mit der Rücklaufleitung 24 in
Verbindung steht, und einem Endmodul 34 mit Entlüftung 36,
das mit der Vorlaufleitung 22 verbunden ist. Zur Verlängerung
des Systems können
beliebig viele Zwischenmodule eingefügt werden. Die Verbindung der
Module 38 erfolgt durch Zusammenstecken und Verschrauben.
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Durch
die Länge
der Einzelmodule sowie die Anzahl der verwendeten Module ist dieses
System in Gesamtlänge
und Leistung variabel und auch für
Industrieanlagen einsetzbar.
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Als
Wärmeträger ist
in dieser Ausführungsform
eine wässrige
Frostschutzmittel-Lösung zu empfehlen.
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3 verdeutlicht
eine alternative Ausführungsform
des Wärmetauschersystems 10,
bei der die Ummantelung des Rauchrohres 14 als geschlossener
Behälter 21 ausgebildet
ist. Dieser ergibt sich durch Verschweißung eines doppelwandigen,
druckfesten Rauchrohres 14. Der Behälter steht über eine Vor- und eine Rücklaufleitung 22, 24 mit
einem Heizkreislauf 26 in Verbindung.
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In
dieser Ausführungsvariante
ist der Wärmegewinn
besonders groß,
da das Wasser im Zwischenraum 21 der beiden Rohrwandungen 15, 16 in direktem
Kontakt mit dem Abgase führenden
Rauchrohr 14 steht und somit eine optimale Wärmeübertragung
stattfindet.
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4 verdeutlicht
eine weitere Variante des Universal-Wärmetauschersystems 10,
bei dem der Wärmeerzeuger
ein Brenner 66 ist, der eine Flammenfront direkt in den
Kamin 17 erzeugt. Es gibt hierbei keinen herkömmlichen
Heizkessel mehr, sondern es wird im Wesentlichen nur das Rauchrohr 14 erhitzt,
dessen Wärme
mit dem erfindungsgemäßen Nachheizregister 10 zur
Erwärmung
von Brauchwasser genutzt wird.
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Gezeigt
ist eine Kombination der Variante des Wärmetauschers 10 in
Modulbauweise, bestehend aus Anfangs- und Endmodul 32, 34 (wie
in 2 dargestellt) und der Variante in doppelwandiger
Ausführung
mit einer Ummantelung in Form eines Druckkörpers 21 (ähnlich 3).
Die druckfeste, doppelwandige Ausführung ist in diesem Ausführungsbeispiel
ebenfalls in den Kamin 17 integriert.
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Zusätzlich ist
sie mit einem flexiblen, herausnehmbaren Rauchgasturbulator 68 und
mit spiralförmig
angeordneten Führungen 70 innerhalb
des Druckkörpers 21 zur
Nutzung des Gegenstromprinzips ausgestattet. Die Wartung der Vorrichtung
wird über
eine Revisionsöffnung 72 sowie
eine Öffnung zur
Abgasmessung 74 und eine elektronische Abgastemperatur-Anzeige 76 ermöglicht.
Kondensat kann über
einen Ablauf 78 abfließen.
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Die 5a und 5b zeigen
verschiedene Möglichkeiten
zur Verbesserung der Wärmeübertragung
von den heißen
Abgasen im Rauchrohr 14 auf die Flüssigkeit in der Ummantelung 20, 21 des
Wärmetauschers.
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5a zeigt
Varianten von Rohrquerschnitten des flüssigkeitsführenden Metallrohres 20 in schematischen
Querschnittdarstellungen.
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In
der obersten Variante ist der Querschnitt des Metallrohres 20 flachgedrückt, so
dass die Kontaktfläche
zwischen dem Metallrohr 20 und dem Rauchrohr 14 vergrößert ist.
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Die
Variante darunter weist ein Wärmeleitelement 80 auf,
das der teilweisen Einbettung des Metallrohres 20 dient.
Das Wärmeleitelement 80 weist im
Querschnitt auf der dem Metallrohr 20 zugewandten Seite
eine mit der runden Kontur des Metallrohres 20 korrespondierende
Mulde auf. Auf der dem Rauchrohr 14 zugewandten Seite liegt
das Wärmeleitelement 80 plan
auf der Mantelfläche
des Rauchrohres 14 auf.
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Die
unterste Variante zeigt eine zusätzliche Wärmeleitdecke 82,
die am Rauchrohr 14 anliegt und die zur Einbettung des
Metallrohres 20 dient. Hierdurch wird ebenfalls die Wärmeübertragung
zwischen den beiden Teilen verbessert. Die Wärmeleitdecke 82 kann
beispielsweise eine metallische Gewebe- oder Schaumstruktur aufweisen.
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5b zeigt
den schematischen Querschnitt einer verbesserten doppelwandigen
Ausführung
des erfindungsgemäßen Wärmetauschersystems 10 (vgl. 2).
Die innere Wandung 15 des Druckkörpers 21 weist hierbei
eine Lamellenstruktur 84 auf. Die Oberfläche, über die
der Wärmeaustausch
zwischen heißen
Abgasen 13 und kalter Flüssigkeit im Druckkörper 21 stattfindet,
ist damit deutlich vergrößert.
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6 stellt
ein erfindungsgemäßes Ausblasesystem 40 als Überhitzungsschutz
von Universal-Wärmetauschersystemen
am Beispiel der Ausführungsform
in Modulbauweise 10 dar. Es besteht aus einem Druckluftspeicher 42,
der beispielsweise eine Taucherflasche mit 200 bar Fülldruck
sein kann, und einem Druckminderer 44, der beispielsweise
auf ca. 10 bar eingestellt sein kann. Bei zu hoher Temperatur, beispielsweise
110 °C, öffnet sich
ein temperaturgesteuertes Ventil (Magnetventil) nach dem Druckregler 46,
wodurch Luft in den Wärmekreislauf 48 gepresst
wird. Die Temperatursteuerung erfolgt über einen Temperatursensor 50 an
der Vorlaufleitung 22 des Wärmetauschersystems (Vorlauffühler). Die
Druckluft tritt nach Pumpe 52 und Schwerkraftbremse bzw.
Rückschlagventil 54 in
den Wärmetauscherkreislauf 48.
Stehen die Wärmetauscher-
und Wärmenutzer-Kreisläufe 48, 26 nicht
in direkter Verbindung miteinander, liegt also eine Systemtrennung vor
(beispielsweise bei Verwendung von Frostschutzmittel im Wärmetauschersystem),
wird somit die überhitzte
Flüssigkeit
aus dem Wärmetauschersystem 48 über ein
Sicherheitsventil 58 in einen Entspannungstopf 60 ausgeblasen
und von dort in den Abfluss 61 geleitet. Liegt keine Systemtrennung
vor, ist erfindungsgemäß sowohl
die Vor- als auch die Rücklaufleitung 22, 24 mit
jeweils einem temperaturgesteuerten Ventil (Magnetventil) 62, 64 versehen, die
bei Überhitzung
die Verbindungen zum Heizkreislauf 26 schließen und
damit gewährleisten,
dass keine Luft in den Heizkreislauf 26 gepresst wird,
während
die überhitzte
Flüssigkeit
aus dem Wärmetauschersystem 48 über ein
Sicherheitsventil 58 in einen Entspannungstopf 60 ausgeblasen
wird.
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Die 7a bis 7c verdeutlichen
einen erfindungsgemäßen Kaminzugverstärker. Dieser kann,
falls durch eine starke Abkühlung
der Abgase der Kaminzug beeinträchtigt
ist, die Ableitung der Abgase unterstützen.
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7a zeigt
die Anordnung im seitlichen Querschnitt, 7b in
der Draufsicht. Ein seitlich am Kamin 17 angebrachtes Gebläse 86 ist
im gezeigten Ausführungsbeispiel
mit einer ringförmigen
Luftleitung 88 im oberen Mündungsbereich 90 des
Kamins 17 verbunden. Die Luftleitung 88 führt die
Luft zu nach oben gerichteten Düsen 92.
Der Kamin 17 weist in diesem Bereich einen verbreiterten
Querschnitt auf, so dass die eigentliche Kaminöffnung 91 beispielsweise
für Reinigungsarbeiten
zugänglich
bleibt. Der Luftstrom aus den Düsen 92 erzeugt
im oberen Mündungsbereich 90 des
Kamins 17 einen Unterdruck. Die so erzeugte Sogwirkung
nach oben wird durch die Abschrägung
der inneren Kaminwandung 94 im Bereich direkt unterhalb
der Düsen 92 verstärkt.
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Wie
in 7c dargestellt, können die einzelnen Düsen 92 mit
beweglichen Deckeln 96 versehen sein, welche die Düsen 92 vor
Schmutz und Wasser schützen
und bei Gebläsebetrieb
selbstständig öffnen.
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Je
nach Gebläseleistung
kann der Kaminzug mit dieser Anordnung deutlich verbessert bzw.
aufrechterhalten werden.
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Die
in der vorstehenden Beschreibung, den Zeichnungen und den Patentansprüchen offenbarten Merkmale
der Erfindung können
sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der
Erfindung in ihren verschiedenen Ausgestaltungen von Bedeutung sein.
Die Erfindung ist nicht auf die vorstehenden Ausführungsbeispiele
beschränkt. Vielmehr
ist eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen denkbar, die von
dem erfindungsgemäßen Gedanken
Gebrauch machen und deshalb ebenfalls in den Schutzbereich fallen.