[go: up one dir, main page]

DE10159971A1 - Verfahren zum Herstellen nichtflottender farbig gemusterter Gewebeflächen - Google Patents

Verfahren zum Herstellen nichtflottender farbig gemusterter Gewebeflächen

Info

Publication number
DE10159971A1
DE10159971A1 DE10159971A DE10159971A DE10159971A1 DE 10159971 A1 DE10159971 A1 DE 10159971A1 DE 10159971 A DE10159971 A DE 10159971A DE 10159971 A DE10159971 A DE 10159971A DE 10159971 A1 DE10159971 A1 DE 10159971A1
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
colored
color
matrix
binding
virtual
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Ceased
Application number
DE10159971A
Other languages
English (en)
Inventor
Dirk Zschenderlein
Andreas Neudeck
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Textilforschungsinstitut Thueringen Vogtland TITV eV
Original Assignee
Textilforschungsinstitut Thueringen Vogtland TITV eV
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Textilforschungsinstitut Thueringen Vogtland TITV eV filed Critical Textilforschungsinstitut Thueringen Vogtland TITV eV
Priority to DE10159971A priority Critical patent/DE10159971A1/de
Publication of DE10159971A1 publication Critical patent/DE10159971A1/de
Ceased legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D03WEAVING
    • D03DWOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
    • D03D13/00Woven fabrics characterised by the special disposition of the warp or weft threads, e.g. with curved weft threads, with discontinuous warp threads, with diagonal warp or weft
    • D03D13/004Woven fabrics characterised by the special disposition of the warp or weft threads, e.g. with curved weft threads, with discontinuous warp threads, with diagonal warp or weft with weave pattern being non-standard or providing special effects
    • DTEXTILES; PAPER
    • D03WEAVING
    • D03CSHEDDING MECHANISMS; PATTERN CARDS OR CHAINS; PUNCHING OF CARDS; DESIGNING PATTERNS
    • D03C19/00Methods or devices concerned with designing or making patterns, not provided for in other groups of this subclass
    • D03C19/005Electronic
    • DTEXTILES; PAPER
    • D03WEAVING
    • D03DWOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
    • D03D1/00Woven fabrics designed to make specified articles
    • DTEXTILES; PAPER
    • D03WEAVING
    • D03DWOVEN FABRICS; METHODS OF WEAVING; LOOMS
    • D03D15/00Woven fabrics characterised by the material, structure or properties of the fibres, filaments, yarns, threads or other warp or weft elements used
    • D03D15/50Woven fabrics characterised by the material, structure or properties of the fibres, filaments, yarns, threads or other warp or weft elements used characterised by the properties of the yarns or threads
    • D03D15/54Woven fabrics characterised by the material, structure or properties of the fibres, filaments, yarns, threads or other warp or weft elements used characterised by the properties of the yarns or threads coloured

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Woven Fabrics (AREA)

Abstract

Es geht um die Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung virtueller echtfarbener textiler Bildpunkte und Gewebeflächen, das unerwünschte flottende Fäden sicher vermeidet und unabhängig davon die frei wählbare Gestaltung der textilen Vorder- und Rückseiten in einem Schritt gestattet. DOLLAR A Dazu werden einfarbige Kettfäden verwendet, die Bildpunkte werden einer digitalisierten farbigen Bildvorlage Farbwerten zugeordnet, alle virtuell farbigen Bindungen der herzustellenden textilen Fläche werden in freiwählbarer Größe aus einer Matrix von m Kettfäden und n Schußfäden gebildet, die Varianten für die möglichen Einbindungen der Schußfäden in die Kette werden in einem Bindungskatalog abgelegt, danach werden die mit den Farbwerten der Bildpunkte übereinstimmenden Bindungsvarianten aus dem Bindungskatalog ausgewählt sowie webtechnisch realisiert. DOLLAR A Die Lösung findet Anwendung beim Herstellen farbig gemusterter Gewebe.

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen nichtflottender farbig gemusterter Gewebeflächen in der Gewebetechnik mit verschiedenfarbigen Kett- und Schußfäden bei Kombination der Kett- und Schußfäden zu virtuell farbigen Bindungen, wie es beim Herstellen farbig gemusterter Gewebe benötigt wird.
Zur Herstellung von farbigen Mustergeweben aus echtfarbenen Bildpunkten wurden bereits technische Lösungen vorgeschlagen. Eine technische Lösung wird mit der DE 44 38 535 A1 bekannt gemacht. Hierbei wird beim Jacquardweben eines farbigen Stoffes zunächst das textile Flächengebilde in Rasterpunkte aus drei Grundfarben sowie Schwarz und Weiß zerlegt, wobei jeder gewählte Rasterpunkt wenigstens die Größe eines webbaren Punktes aufweisen muß. Danach wird das textile Flächengebilde nach dem Jacquardverfahren derart hergestellt, daß die verschiedenen Farben der gemusterten Darstellung durch Kombinationen verschiedener benachbarter Webpunkte aus den drei Grundfarben sowie Schwarz und Weiß erreicht werden. Die bekanntgemachte technische Lösung enthält keine neuen Vorschläge zur räumlichen Anordnung von Kett- und Schußfäden bzw. der Anordnung von Bindungen, so daß auch mit dieser Lösung die problematischen Geweberückseiten mit flottenden Kett- und/oder Schußfäden nicht vermieden werden können.
Weiterhin beschreibt beispielsweise die WO 00/60151 ein Verfahren zur Herstellung farbig gemusterter textiler Flächengebilde unter Einsatz von ein Webfach bildenden Kettfäden und Schußfäden mit wenigstens vier unterschiedlichen Basisfarben, wobei die farbigen Schußfäden in einer bestimmten gleichbleibenden Reihenfolge in das Webfach eingetragen werden. Gemeinsam mit wenigstens einem Kettfaden wird aus den farbigen Schußfäden eine konstante Zelle gebildet, wobei die Schußfäden mit dem Kettfaden in der Zelle derart abgebunden werden, daß eine Farbzelle mit einem bestimmten Farbeindruck erzeugt wird.
Die Nachteile dieses technischen Lösungsvorschlages, der in der praktischen Anwendung sogar mit wechselnd nebeneinander liegenden weißen und schwarzen Kettfäden realisiert wird, lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Durch das Anwenden von Schußfäden in den vier Grundfarben Rot, Grün, Blau und Gelb und von Kettfäden in den Farben Weiß und Schwarz sind insgesamt sechs verschiedenfarbige Materialien vorzuhalten und mit entsprechendem apparatetechnischen Aufwand einzusetzen. Die Anzahl der durch das Kombinieren von Schuß- und Kettfadenanordnungen im Sichtbereich erzeugbaren Farbeindrücke ist begrenzt. Das Verfahren kann nicht gewährleisten, daß unerwünschte Flottungen von uneingebundenen Kett- und/oder Schußfäden vermieden werden. Das regelmäßige Abbinden von flottenden Kett- und/oder Schußfäden würde zu unerwünschten Beeinträchtigungen des Farbeindrucks im gemusterten Gewebe führen.
Damit eine virtuelle Farbe durch Mischen der Grundfarben erfolgt, müssen die farbigen Bindungen auf einer möglichst kleinen m × n-Bindungsmatrix, vorzugsweise mittels quatratischer Bindungsmatrix, konstruiert werden. Mit zunehmender Größe der Farbzellen oder der Rasterpunkte erhöht sich einerseits die Anzahl der erzeugbaren virtuellen Farben und auch der Abstand der hellsten und dunkelsten Bindung sowie die Farbbrillianz bzw. die Farbsättigung, andererseits verringert sich jedoch die Abbildungsschärfe infolge der zunehmenden Größe der virtuellen Bildpunkte. Wie bereits in der WO 00/60151 erwähnt, konnte bisher kein Verfahren zur Konstruktion farbiger Bindungen entwickelt werden, das ein automatisches Übertragen von digitalisierten Bildvorlagen in farbige Gewebeflächen mit ausreichender Qualität für die verschiedensten Mustervorlagen auf der Basis von farbigen Bindungen in den gewählten Rasterpunkten ermöglicht. Deshalb wurde mit der WO 00/60151 ein neuer Vorschlag unterbreitet, bei dem man zusätzlich zu den Grundfarben eine weitere Farbe einführt. Die Ursache unzureichender Mischfarbqualitäten bei der webtechnischen Umsetzung von digitalisierten Bildvorlagen in farbige Rasterpunkte des Gewebes liegt jedoch nicht in der Beschränkung auf die Grundfarben Rot, Gelb und Blau oder deren invertierten Farben Cyan, Magenta und Yellow sondern in der Konstruktion der Bildpunkte, die im Patent WO 00/60151 als Farbzellen und im Patent DE 44 38 535 A1 als Rasterpunkte bezeichnet werden, begründet.
Das im Patent WO 00/60151 beschriebene Verfahren wurde derart weiterentwickelt, daß es in Verbindung mit dem Einsatz eines Regulators in Form einer zusätzlichen Farbe zufriedenstellende Farbeindrücke liefert.
Jedoch entsteht dabei ein Gewebe mit flottierenden Fäden auf der Rückseite.
Die Flottierung kann zwar durch zusätzliche Hinterbindungen minimiert werden, was jedoch zu den bereits erwähnten Nachteilen führt. Unabhängig davon vervielfacht sich die Anzahl der einzutragenden Schußfäden um die Anzahl der verwendeten Schußgeber im Vergleich zu herkömmlichen Geweben, womit sich die Kosten für die Herstellung der vorschlagsgemäß erzeugten Gewebe erhöhen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht deshalb im Schaffen einer technischen Lösung, mit deren Hilfe die Mängel des bekannten Standes der Technik überwunden werden. Insbesondere geht es um die Entwicklung eines Verfahrens zur Herstellung virtueller echtfarbener textiler Bildpunkte und Gewebeflächen, das unerwünschte flottende Fäden sicher vermeidet und unabhängig davon die frei wählbare Gestaltung der textilen Vorder- und Rückseiten in einem Schritt gestattet. Die Herstellung verschiedenfarbiger Gewebe soll auch bei Einsatz veränderter Kett- und Schußfadenfarben möglich sein. Das zu entwickelnde Verfahren soll auch den ausschließlichen Einsatz einfarbiger Kettfäden erlauben. Weiterhin besteht die Aufgabe in der Erzeugung von Bildpunkten in einer selbst definierten Größe, wobei auf der Basis von einer geringstmöglichen Anzahl von Grundfarben alle auf der vordefinierten Bildpunktgröße durch unterschiedliche Einbindung von Kett- und Schußfäden erzeugbaren Farbnuancen automatisch erfaßt und die Bildpunkte einer digitalen Mustervorlage in die bindungseitig definierten textilen Bildpunkte übersetzt werden.
Außerdem soll mit dem zu entwickelnden Verfahren eine wählbare Gewebestruktur erzeugt werden können. Schließlich gehört auch zur Aufgabe, wählbare Gewebebereiche mit aus der Bindungsstruktur ablesbaren verdeckten Informationen auszustatten.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der Ansprüche 1, 3, 5 und 10 gelöst. Die vorteilhaften Ausgestaltungen werden in den jeweiligen Unteransprüchen beschrieben.
Danach werden nichtflottende farbige Gewebeflächen in der Gewebetechnik mit verschiedenfarbigen Kett- und Schußfäden durch Kombination von Kett- und Schußfäden zu virtuell farbigen Bindungen hergestellt. Als Kettfäden werden einfarbige Fäden verwendet. Die Bildpunkte einer digitalisierten Bildvorlage werden zunächst Farbwerten zugeordnet, anschließend erfolgt die Bildung aller virtuell farbigen Bindungen der herzustellenden textilen Fläche in freiwählbaren Größen aus einer Matrix von m Kettfäden und n Schußfäden. Die zu wählende Größe der Matrix hängt dabei von der gewünschten Farbbrillianz der herzustellenden textilen Fläche, von der verwendeten Fadenstärke, von der zulässig erscheinenden Flottungslänge der eingesetzten Schuß- und Kettfäden sowie von weiteren Faktoren ab. Die Varianten für mögliche Einbindungen der Schußfäden in die Kette für die Herstellung virtuell farbiger Bindungen der ausgewählten Matrixgröße m × n werden darauffolgend in einem Bindungskatalog nach unterschiedlichen virtuellen Farbwerten abgelegt. Anschließend erfolgt die Auswahl der mit den Farbwerten der Bildpunkte der digitalisierten Bildvorlage übereinstimmenden Bindungsvarianten der gewählten virtuell farbigen Bindung für die herzustellende textile Fläche aus dem verfügbaren Bindungskatalog. Aus den im Bindungskatalog abgelegten Bindungsvarianten, deren virtuellen Farbwerte mit den Farbwerten der digitalisierten Bildvorlage für die webtechnisch zu realisierende virtuell farbige Bindung übereinstimmen, wird nun eine jener Bindungsvarianten ausgewählt, die keine größere als die vorgegebene zulässige Flottungslänge einzelner Schuß- und Kettfäden aufweist. Diese ausgewählte Bindungsvariante wird schließlich jeweils für die einzelnen virtuell farbigen Bindungen der textilen Fläche webtechnisch realisiert.
Es ist möglich, die virtuell farbigen Bindungen durch die Variation aller möglichen Bindungen zwischen den mehrfarbigen Schuß- und Kettfäden und/oder aus deren Mischungen und/oder mit optisch aktiven Oberflächenschichten modifizierten Fadensystemen auf einer frei definierbaren m × n Bindungsmatrix für jeden Webpunkt zu erzeugen.
Eine Variante des entwickelten Verfahrens sieht vor, die Schußfäden ausschließlich in drei Grundfarben zu wählen, nämlich in Violett (Magenta), Türkis (Cyan) sowie Gelb (Yellow) und/oder Rot (Red), Grün (Green) sowie Blau (Blue). Zulässig ist auch eine Kombination der drei gewählten Farben mit einem weiteren schwarzen oder weißen Schußfaden, um die Farbintensität zu verbessern.
Die wirklichen Farbwerte der farbigen Schußfäden werden bei der Bestimmung des virtuellen Farbwertes der virtuell farbigen Bindung berücksichtigt, wenn die Farbwerte der farbigen Fläche von den Idealwerten der Farben Violett (Magenta), Türkis (Cyan) sowie Gelb (Yellow) und/oder Rot (Red), Grün (Green) sowie Blau (Blue) abweichen. Die virtuelle farbigen Bindungen einer digitalisierten Bildvorlage werden Farbwerten zugeordnet. Dabei erfolgt die Zuordnung der virtuell farbigen Bindungen nach dem klassischen Patronierverfahren oder bei Verwendung eines Bindungskataloges, der ausschließlich virtuell farbige Bindungen einer einheitlichen Matrixgröße m × n enthält, derart, daß für jeden Bildpunkt der digitalisierten Bildvorlage die farblich entsprechende virtuell farbige Bindung nach dem Matrixverfahren auf die zu erzeugende textile Fläche übertragen wird. Bei der Verwendung von virtuell farbigen Bindungen werden mehrere Strukturklassen im Bindungskatalog der digitalisierten Bildvorlage Bereichen zugeordnet, in denen ausschließlich eine Strukturklasse der virtuell gleichfarbigen Bindungen bei der Zuordnung von digitalem Bildpunkt und virtuell farbiger Bindung mit dem Ziel einer zusätzlichen Strukturierung der farblich gestalteten textilen Fläche verwendet wird. Zusätzlich oder alternativ dazu werden mit der Verwendung von Strukturklassen bedarfsweise den farblich gestalteten textilen Flächen Informationen in verschlüsselter Form mittels der gewählten Strukturvariante eingewebt.
Das vorgeschlagene Verfahren kann auch derart modifiziert ausgeführt werden, daß durch die Größe der gewählten m × n Matrices, auf der die virtuell farbigen Bindungen des Bindungskataloges konstruiert wurden, die höchstzulässige Flottungslänge der Schuß- und Kettfäden festgelegt wird.
Eine andere Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens wird dadurch realisiert, daß in einem ersten Arbeitsschritt alle virtuell farbigen Bindungen für einen zu erstellenden Bindungskatalog auf der Grundlage der vorgegebenen Größe m × n der Bindungsmatrix erzeugt werde, wobei in dieser Bindungsmatrix in jeder Zeile und in jeder Spalte wenigstens ein Bindungswechsel vorgenommen wird und mit denen je übertragene virtuell farbige Bindung auf der textilen Fläche virtuelle farbige Eindrücke mit unterschiedlichen Farbwerten konstruiert werden.
In einem nachfolgendem Arbeitsschritt werden die konstruierten virtuell farbigen Bindungen mit jeweils gleichem Farbwert in Strukturklassen aufgeteilt.
Zusätzlich oder alternativ dazu werden die virtuell farbigen Bindungen auf einer quadratischen Bindungsmatrix n × n durch Auffüllen einer Matrixspalte mit Einsen (Kettfaden oben), einer weiteren Matrixspalte mit Nullen (Kettfaden unten) und durch alle Kombinationen in den verbleibenden Spalten sowie mit einem anschließenden zeilenweisen Verdrehen der Matrixzeilen um einen für jede Zeile unterschiedlichen Betrag erzeugt. Die jeweiligen Strukturklassen leiten sich nun aus den Möglichkeiten für das zeilenweise Verdrehen der Matrix ab.
In einem weiteren Arbeitsschritt wird durch die Auswahl einer und/oder mehrerer Strukturklassen ein Bindungskatalog aus virtuell farbigen Bindungen einer und/oder verschiedener Matrixgrößen als Basis für die Übertragung der digitalisierten Bildvorlage in eine Jacquarddatei zusammen gestellt.
In modifizierter Form kann die zuvor beschriebene Verfahrensvariante dadurch angewendet werden, daß die Übertragung der digitalisierten Bildvorlage in eine Jacquarddatei auf der Basis des konstruierten Bindungskataloges mit Hilfe des Patronierverfahrens vorgenommen wird. Im Falle einer einheitlichen Matrixgröße der im Bindungskatalog enthaltenen Varianten für das Herstellen virtuell farbiger Bindungen wird die Übertragung der digitalisierten Bildvorlage mit dem beanspruchten Matrixverfahren vorgenommen.
Auch die modifizierten Verfahrensvarianten lassen sich so ausführen, daß die systematisch auf einer m × n Matrix erzeugten virtuell farbigen Bindungen des Bindungskataloges nach Strukturklassen geordnet werden, wobei unterschiedliche farbige Bindungen mit gleichem virtuellen Farbwert unterschiedlichen Strukturklassen zugeordnet werden. Unter Nutzung dieser ausgewählten möglichen Strukturklassen läßt sich ein farbig gemustertes Gewebe erzeugen, dessen Oberfläche zusätzlich strukturiert ausgeführt ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich auch in einer weiteren Verfahrensvariante realisieren. Dabei werden in einem ersten Arbeitsschritt zunächst alle virtuell farbigen Bindungen für einen zu erstellenden Bindungskatalog auf der Basis der vorgegebenen m × n Bindungsmatrix erzeugt. Die virtuell farbigen Bindungen sehen vor, daß in jeder Zeile und in jeder Spalte wenigstens ein Bindungswechsel auftritt und daß mit jeder übertragenen virtuell farbiger Bindung auf der textilen Fläche virtuelle farbige Eindrücke mit unterschiedlichen Farbwerten konstruiert werden.
Auch hierbei werden in einem weiteren Arbeitsschritt virtuell farbige Bindungen mit einem gleichen Farbwert in Strukturklassen aufgeteilt. Alternativ dazu oder zusätzlich werden die virtuell farbigen Bindungen auf einer quadratischen Bindungsmatrix m × n durch Auffüllen einer Matrixspalte mit Einsen (Kettfaden oben), einer weiteren Matrixspalte mit Nullen (Kettfaden unten) und durch alle Kombinationen in den verbleibenden Spalten mit dem anschließenden zeilenweisen Verdrehen der Matrixzeilen um einen für jede Zeile unterschiedlichen Betrag erzeugt. Die einzelnen Strukturklassen werden dabei aus den sich ergebenden Möglichkeiten für das zeilenweise Verdrehen der Matrix abgeleitet. Nach dieser Verfahrensvariante werden in einem dritten Arbeitsschritt durch das Auswählen einer oder mehrerer bevorzugter Strukturklassen die zutreffenden Bindungsvarianten für die benötigten virtuell farbigen Bindungen einer und/oder verschiedener Matrixgrößen als Basis für das Übertragen einer digitalisierten Bildvorlage in eine Jacquarddatei zusammengestellt. Schließlich können mit Hilfe der Wahl von Strukturklassen in definierten Bereichen der Gewebefläche eines farbig gemusterten Gewebes codierte Informationen eingewebt werden, beispielsweise Markeninformationen für den Nachweis von Produktpiraterie.
Alle entwickelten Verfahrensvarianten zeichnen sich dadurch aus, daß sie durch Einsatz von Schußfäden in drei sich deutlich unterscheidenden Farben sowie mit Hilfe von weißen und/oder schwarzen Kettfäden realisiert werden können.
Es ist auch möglich, auf der Basis des systematisch erzeugten Bindungskataloges über das Erzeugen von Doppelgeweben auf jeder der beiden außenliegenden Gewebeseiten unabhängig voneinander unter Einschluß gleicher und gespiegelter Farbmotive digitalisierte Bildvorlagen zu übertragen, wobei die beiden Gewebelagen über zusätzliche Bindungspunkte miteinander verbunden werden.
Für die Verbindung der Doppelgewebe werden im Falle des Einsatzes von Schußfäden in den Grundfarben Rot, Grün und Blau und eines zusätzlichen weißen Schußfadens der weiße Faden und im Falle des Einsatzes der invertierten Grundfarben Türkis, Violett und Gelb sowie eines zusätzlichen schwarzen Schußfadens der schwarze Faden verwendet.
Möglich ist es auch, auf der Basis des systematisch erzeugten Bindungskataloges über die Erzeugung eines Doppelgewebes durch die Kombination eines RGB - Verfahrens, daß auf der Basis der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau und einem optionalen weißen Schußfaden auf einer schwarzen Kette basiert, und dem CMY-Verfahren, das auf den inversen Grundfarben Cyan, Magenta und Yellow sowie auf einem optionalen schwarzen Schußfaden auf einer weißen Kette basiert, das additive (RGB) und das substraktive (CMY) Farbmischen gleichermaßen zu nutzen. Zur Darstellung der hellen Farbtöne auf der Oberseite des Doppelgewebes werden die virtuellen farbigen Bindungen des Bindungskataloges auf der Basis der inversen Grundfarben Cyan, Magenta und Yellow und für die dunklen Farbtöne die virtuellen farbigen Bindungen des Bindungskataloges auf der Basis der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau verwendet.
Die Vorteile des Verfahrens bestehen zusammengefaßt in der nun verfügbaren Möglichkeit, einfach und kostengünstig farbig gemusterte textile Flächengebilde webtechnisch herzustellen, bei denen durch das vorschlagsgemäße Konstruieren der einzelnen Webpunkte unerwünschte Flottungen sowohl der Kett- als auch der Schußfäden sicher vermieden werden. Die dazu vorgeschlagenen Maßnahmen wirken sich gegenüber dem bekannten Stand der Technik eher vorteilhaft auf die Qualität der farblichen Wiedergabe einer in die textile Fläche zu übertagenden Bildvorlage aus. Durch das unnötige Einführen einer Vielzahl verschiedenfarbiger Schußfäden läßt sich der maschinentechnische und Bedienungsaufwand an den Webmaschinen auf das unerläßliche Maß minimieren, wobei mit verfügbaren soft- und hardwaretechnischen Mitteln die erforderlichen verfahrenstechnischen Prozeduren problemlos zu realisieren sind.
Die Erfindung soll nachstehend mit einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden:
In der beigefügten Zeichnung zeigen:
Fig. 1 die schematische Darstellung einer Bindungsmatrix für das Herstellen einer virtuell farbigen Bindung auf der Basis einer 4 × 4 Matrix mit oberliegenden Kettfäden in der ersten Spalte und untenliegenden Kettfäden in der letzten Spalte;
Fig. 2 die schematische Darstellung der ersten 15 von 81 Basismatrices zur Erzeugung von farbigen Bindungen auf der Basis einer 4 × 4 Matrix;
Fig. 3 die schematische Darstellung des zeilenweisen Verdrehens der 4 × 4 Basimatrices zur Erzeugung von virtuell farbigen Bindungen am Beispiel der Basismatrix 20 und der Strukturklasse 1.
Ausführungsbeispiel
Das aufgeführte Beispiel beschreibt gemäß der Fig. 1 bis 3 das systematische Erzeugen von virtuell farbigen Bindungen zur farbigen Gestaltung von flottungsfreien Gewebeflächen auf der Basis von Schußfäden in den drei Grundfarben für verschiedene Anwendungsbereiche.
Um virtuelle farbige Punkte durch additives Farbmischen mit den Grundfarben gefärbten Faden ROT (RED = R), GRÜN (GREEN = G) und Blau (BLUE = B) auf rechtwinklig kreuzenden schwarzen Fäden und/oder durch subtraktives Farbmischen mit den inversen Grundfarben TÜRKIS (CYAN = C), VIOLETT (MAGENTA = M) und GELB (YELLOW = Y) auf rechtwinklig kreuzenden weißen Fäden zu erhalten müssen webtechnische Bindungen konstruiert werden. Wie in der Drucktechnik wird je nach gewünschtem Kontrast beim additiven Farbmischen zusätzlich WEIß (WHITE = W) und/oder beim subtraktiven Farbmischen Schwarz (Black = Key Colour = K) zusammen mit den Grundfarben wahlweise hinzugezogen. Dabei werden die mit Grundfarben gefärbten Fäden (RGB) oder (RGBW) in eine schwarze Kette und/oder die mit den inversen Grundfarben gefärbten Fäden (CMY) oder (CMYK) in eine weiße Kette eingeschossen. Den gleichen Farbeffekt erzielt man, wenn auf der Grundlage des additiven Farbmischens ein schwarzer Schuß in einen RGB und/oder RGBW gestreiften Kettbaum und auf der Grundlage der subtraktiven Farbmischtechnik ein weißer Schuss in eine CMY und/oder CMYK gestreifte Kette eingeschossen wird. Unter Verwendung eines Doppelgewebes werden, wenn ein besonders kontrastreiches Muster erzeugt werden soll, beide Farbmischtechniken kombiniert. Dabei werden in einen schwarzweiß gestreiften Kettbaum die RGB- bzw. RGBW-Schussfäden mit den schwarzen Fäden der Kette und die CMY- bzw. CMYK-Schussfäden mit den weißen Fäden der Kette so kombiniert, dass ein Doppelgewebe entsteht bei dem entweder die nach dem additiven Farbmischen oder die nach dem subtraktiven Farbmischen erzeugte Bindung oben liegt.
Den nach der additiven Farbmischtechnik (RGB-Technik) erzeugten Bindungen schließen sich die nach der subtraktiven Farbmischtechnik (CMY) erzeugten Bindungen bezüglich ihrer Helligkeitswerte an, so dass eine Kombination problemlos möglich ist. Das farbige Doppelgewebe kann wiederum durch invertieren von Schuß- und Kettfarben, wie bereits für das additive und subtraktive Farbmischverfahren beschrieben, also durch einschießen eines schwarzen und weißen Schussfadens in eine RGBCMY und/oder RGBWCMYK gestreifte Kette, erfolgen.
Damit eine virtuelle Farbe durch Mischen der Grundfarben erfolgt, müssen die farbigen Bindungen auf einer möglichst kleinen m × n Bindungsmatrix (nach Möglichkeit quadratischen Bindungsmatrix m = n) konstruiert werden. Mit zunehmender Bindungsgröße erhöht sich einerseits die Anzahl der erzeugbaren virtuellen Farben und der hell/dunkel Abstand der hellsten und dunkelsten Bindung sowie die Farbbrillanz (Farbsättigung) andererseits verringert sich die Abbildungsschärfe durch zunehmende Rasterung durch die zunehmende Größe der virtuellen Bildpunkte (virtueller Bildpunkt = eine farbige Bindung = ein Rasterpunkt). Wie bereits aus der Kritik im Patent WO 00/60151 am Patent DE 44 38 535 A1 auf Seite 3 deutlich wird, konnte bisher kein Verfahren zur Konstruktion farbiger Bindungen entwickelt werden, dass ein automatisches Übertragen von digitalen Bildvorlagen in farbige Gewebeflächen mit ausreichender Qualität für die verschiedensten Mustervorlagen auf der Basis von farbigen Bindungen (Rasterpunkten) ermöglicht. Im Patent WO 00/60151 wurde deshalb ein neues Verfahren entwickelte, bei dem man zu den Grundfarben eine weitere Farbe hinzuzieht. Die Ursache unzureichender Mischfarbqualitäten liegt jedoch nicht in der Beschränkung auf die Grundfarben RGB oder deren invertierten Farben CMY sondern in der Konstruktion der Bindungspalette, die im Patent WO 00/60151 als Farbzellen und im Patent DE 44 38 535 A1 als Rasterpunkte bezeichnet werden, begründet.
Das im Patent WO 00/60151 beschriebene Verfahren wurde so optimiert, daß es in Verbindung mit dem Einsatz des Regulators brillante Resultate liefert. Dabei entsteht jedoch ein Gewebe mit flottierenden Fäden auf der Rückseite. Die Flottierung kann zwar durch Hinterbindungen minimiert werden. Unabhängig davon vervielfacht sich die Anzahl der einzutragenden Schussfäden um die Anzahl der verwendeten Schussgeber im Vergleich zu herkömmlichen Geweben, womit sich die Kosten zur Herstellung der Gewebe erhöhen.
Im Folgenden wird eine Lösung beschrieben, die auf dem Farbmischen von systematisch konstruierten virtuell-farbigen Bindungen basiert und ohne Regulatoreinsatz zu mit dem Patent WO 00/60151 vergleichbaren farbigen Bildeindrücken auf Geweben mit minimal flottierenden Fäden führt. Nach dem im Folgenden vorgestellten Verfahren entsteht auf der Geweberückseite das Negativ des Motivs. Das im Patent WO OO/60151 beschriebene Verfahren kann zweckmäßigerweise für die Etikettenweberei eingesetzt werden wogegen das im Folgenden beschriebene Verfahren für die Herstellung von farbig gemusterten Stoffe, bei denen beide Seiten gleichmäßig abgebunden sind, geeignet ist.
Um die Qualität des Farbmischwebens auf der Grundlage virtuell farbiger Bindungen so zu verbessern, dass es tatsächlich eingesetzt werden kann (Patent von Kaiser wurde fallengelassen), bedarf es einer systematischen Konstruktion der farbigen Bindungen und einer neuen Übertragungsvorschrift der Bindung auf das Gewebe um die jeweilige farbige Vorlage mit hoher Qualität abzubilden.
Im Folgenden soll eine solches Konstruktions- und Übertragungsvorschrift beispielhaft beschrieben werden:
Die Konstruktion farbiger Bindungen erfolgt systematisch auf der Grundlage von m × n Matrices. Bei der Optimierung der Qualität der Übertragung der digitalen Bildvorlage in die Bindungsdatei hat sich gezeigt, dass man sich auf die quadratischen Matrices (n = m) beschränken kann. Bei der Konstruktion farbiger Bindungen können zwei Wege beschritten werden, die das gleiche Resultat liefern.
  • 1. Man verwendet alle möglichen Kombinationen von Einbindungen, die sich auf m × n Matrices ergeben und filtert die, die keine webtechnische Bindung (mindestes ein Bindungswechsel in jeder Zeile und Spalte) mit einem Flottungsfilter heraus. Die verbleibenden farbigen Bindungen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie Bindungen enthalten die bei unterschiedlicher Einbindung gleichen Farbwert besitzen. Man reduziert deshalb die Bindungen ein weiteres Mal und/oder nutzt die gleichfarbenen Bindungen unterschiedlicher Einbindung um mit der farbigen Darstellung zusätzlich Struktureffekte auf dem Gewebe zu erzielen.
  • 2. Man konstruiert die Bindungen auf m × n Matrices so, dass nur webtechnisch relevante Bindungen mit einem Bindungswechsel in Schuss- und Kettrichtung erzeugt werden und Bindungen mit gleicher Farbe bereits bei der Konstruktion in Klassen geordnet werden.
Da beide Verfahren zu dem gleichen Resultat führen soll im Folgenden nur die im Punkt 2 dargestellte Konstruktionsvorschrift an Hand der Matrixgröße 4 × 4, 6 × 6, 9 × 9 und 8 × 8 beschrieben werden. Dabei kommen die Matrixgrößen 3 × 3, 4 × 4 und 8 × 8 beim RGBW- und/oder CMYK-Verfahren und die Matrices 3 × 3, 6 × 6 und 9 × 9 beim RGB- und CMY-Verfahren zum Einsatz. Die 8 auf einer 3 × 3 erzeugbaren Mischfarben reichen allein nicht aus um digitale Bildvorlagen in ein farbiges Gewebe zu übertragen. Hier benötigt man eine Matrixgröße von mindestens 6 × 6 und oder verwendet sowohl die 3 × 3, 6 × 6, . . . usw. Bindungen unter Verwendung des Patronierverfahrens gleichzeitig.
Die systematische Konstruktion der Bindungen auf einer n × n Matrix erfolgt, in dem man zunächst eine Spalte mit 1 und eine mit 0 aufgefüllt. Man verwendet zweckmäßiger Weise die Spalte 1 und n. Die aus der verbleibende n × (n-2) Matrix werden nun systematisch alle Variationen eine mit 0 und 1 aufgefüllten Matrix erzeugt. Für die erste Matrix wird die n × (n-2) Matrix mit Nullen aufgefüllt. Bei jeder weiteren Matrix kommt in der ersten Zeile eine 1 hinzu. Ist die Zeile aufgefüllt beginnt man mit der nächsten Zeile wobei die erste Zeile zunächst wieder mit Nullen aufgefüllt wird. Für jede neue 1 in der zweiten Zeile erzeugt man alle Matrices, die durch auffüllen der ersten Zeile erzeugt werden können. Danach geht man auf die nächste Zeile über und wiederholt die Prozedur für jede neu eingetragenen 1.
Die so erzeugten Matrices werden nachfolgend zeilenweise um einen unterschiedlichen Betrag so verdreht, dass der zu Beginn festgelegte Bindungswechsel beim Auffüllen der beiden Spalten mit 1 und 0 in jeder Zeile an einer anderen Position erscheint. Auf diese Weise entstehen ausschließlich Matrices, die durch mindestens einen Wechsel 0 auf 1 in jeder Spalte und Zeile gekennzeichnet sind. Jede dieser Matrices besitzt einen anderen Farbwert.
Die zeilenweise Verdrehung kann auf verschiedene Weise erfolgen wodurch unterschiedliche Klassen von farbiger Bindungen erzeugt werden können. Die Klassen unterscheiden sich in der Art der Einbindung enthalten aber alle die gleiche Anzahl Bindungen die bezüglich ihrer Farbwerte identisch sind.
Am Beispiel der Konstruktion von farbigen 4 × 4 Bindungen soll das Konstruktionsverfahren im Folgenden veranschaulicht werden:
  • 1. Auffüllen der ersten und letzten Zeile mit 1 und 0, wie in Fig. 1 dargestellt.
  • 2. Systematisches Auffüllen der verbleibenden n × (n-2) Matrix, wie in Fig. 2 dargestellt, wodurch 81 verschiedene Matrices entstehen.
  • 3. Aus den 81 Matrices entstehen durch zeilenweises Verdrehen 81 Bindungen. Da sich für die Verdrehung 24 Möglichkeiten ergeben können die 81 Bindungen, die 81 Farbwerte repräsentieren, in 24 unterschiedlichen Oberflächenstrukturklassen erzeugt werden.
    • 1. 3.1. Zeilenweises Verdrehen um 0, 1, 2, 3 (Klasse 1 = S-Grat)
    • 2. 3.2. Zeilenweises Verdrehen um 0, 1, 3, 2 (Klasse 2)
    • 3. 3.3. Zeilenweises Verdrehen um 0, 2, 1, 3 (Klasse 3)
    • 4. 3.4. Zeilenweises Verdrehen um 0, 2, 3, 1 (Klasse 4)
    • 5. 3.5. Zeilenweises Verdrehen um 0, 3, 2, 1 (Klasse 5)
    • 6. 3.6. Zeilenweises Verdrehen um 0, 3, 1, 2 (Klasse 6)
    • 7. 3.7. Zeilenweises Verdrehen um 1, 0, 2, 3 (Klasse 7)
    • 8. 3.8. Zeilenweises Verdrehen um 1, 0, 3, 2 (Klasse 8)
    • 9. 3.9. Zeilenweises Verdrehen um 1, 2, 0, 3 (Klasse 9)
    • 10. 3.10. Zeilenweises Verdrehen um 1, 2, 3, 0 (Masse 10)
    • 11. 3.11. Zeilenweises Verdrehen um 1, 3, 0, 2 (Klasse 11)
    • 12. 3.12. Zeilenweises Verdrehen um 1, 3, 2, 0 (Klasse 12)
    • 13. 3.13. Zeilenweises Verdrehen um 2, 1, 0, 3 (Klasse 13)
    • 14. 3.14. Zeilenweises Verdrehen um 2, 1, 3, 0 (Klasse 14)
    • 15. 3.15. Zeilenweises Verdrehen um 2, 0, 1, 3 (Klasse 15)
    • 16. 3.16. Zeilenweises Verdrehen um 2, 0, 3, 1 (Klasse 16)
    • 17. 3.17. Zeilenweises Verdrehen um 2, 3, 0, 1 (Klasse 17)
    • 18. 3.18. Zeilenweises Verdrehen um 2, 3, 1, 0 (Klasse 18)
    • 19. 3.19. Zeilenweises Verdrehen um 3, 1, 2, 0 (Klasse 19)
    • 20. 3.20. Zeilenweises Verdrehen um 3, 1, 0, 2 (Klasse 20)
    • 21. 3.21. Zeilenweises Verdrehen um 3, 0, 1, 2 (Klasse 21)
    • 22. 3.22. Zeilenweises Verdrehen um 3, 0, 2, 1 (Klasse 22)
    • 23. 3.23. Zeilenweises Verdrehen um 3, 2, 0, 1 (Klasse 23)
    • 24. 3.24. Zeilenweises Verdrehen um 3, 2, 1, 0 (Klasse 24 = Z-Grat)
Das Verschieben der Zeilen der Matrix um unterschiedliche Beträge wird am Beispiel einer beliebigen Matrix die im Schritt 2 entstanden ist in Fig. 3 dargestellt:
Mit Hilfe der beschriebenen Konstruktionsvorschrift lassen sich auf einer quadratischen
und allgemein geschrieben
4n × 4n Bindungsmatrix ((n(4n-2))+1)4 Farbtöne in(4n)! Strukturklassen unter Verwendung von 4 Farben RGBW und/oder CMYK
Strukturklassen erzeugen.
Nach dem RGB bzw. CMY-Verfahren lassen sich analog auf einer
und allgemein geschrieben
3n × 3n Bindungsmatrix ((n(3n-2))+1)3 Farbtöne in (3n)! Strukturklassen erzeugen.
Mit der oben dargestellten Konstruktionsvorschrift erhält man farbige Bindungs- Sets mit denen man digitale Bildvorlagen auf ein Gewebe übertragen kann. Für die Zuordnung von digitalem Bildpunkt (Pixel) und Bindung kommen zwei Verfahren, das Matrix- und das Patronierverfahren in Frage.
Beim Matrixverfahren wird jedem Bildpunkt die farbige Bindung mit dem geringsten Farbabstand zugeordnet und vollständig auf das Gewebe übertragen. Voraussetzung ist, dass nur farbige Bindungen die auf einheitlicher Matrixgröße konstruiert wurden Verwendung finden. Entsprechend der gewünschten Farbtiefe und Bildschärfe ist folglich die Bindungsmatrix auszuwählen. Das Gewebe kann dann nach dem RGB- bzw. CMY- oder nach dem RGBW- bzw. CMYK- oder unter Verwendung eines Doppelgewebes unter Verwendung einer Kombination von RGB/CMY- oder RGBW/CMYK-Verfahren erzeugt werden.
Praktische Tests mit Kettdichten von 60 cm-1 und Schussdichten von 40 cm-1-­ 70 cm 1 zeigen, dass eine 8 × 8 Matrix und die Verwendung des RGBW- bzw. CMYK-Verfahrens die besten Resultate liefert. Durch die 8 × 8 Rasterpunkte mit 28561 Farbtönen wird ein sehr gute farbliche Wiedergabe der Bildvorlage erzielt. Allerdings stört bei der Wiedergabe kleiner Bilddetails und von Schriften die grobe Rasterung. Für Bilder mit vielen Details muss man auf Matrixgrößen wie 4 × 4 und 6 × 6 ausweichen. Durch die Verwendung gleichgroßer Bindungen einer Klasse können sehr gleichmäßig eingebundene farbige Gewebeflächen gestaltet werden.
Beim Patronierverfahren wird dem jeweiligen Bildpunkt nur die seiner Position entsprechende Einbindung aus einer der Bildvorlage entsprechenden Gewebefläche aus der farbigen Bindung mit dem geringsten Farbabstand zum Bildpunkt übertragen. Das Patronierverfahren kann je nach Bildvorlage längere Flottierungen aufweisen als sie die Basis Bindungen erlaubt aber die Verwendung von farbigen Bindungen unterschiedlicher Größe. Zu lange Flottierungen können in der erzeugten Bindungsmatrix im Nachgang korrigiert werden. Durch die Möglichkeit Bindungen unterschiedlicher Größe miteinander Kombinieren zu können, wurde das Patronierverfahren in der Webtechnik zum Verfahren der Wahl. Beim hier vorgestellten Farbmischweben auf der Basis systematisch konstruierter farbiger Bindungen, die durch die unterschiedliche Einbindung von mit Grundfarben gefärbten Fäden gegen weiße und/oder schwarze Fäden einen virtuellen Farbeindruck vermitteln, bietet das Patronierverfahren die Möglichkeit farbige Bindungen unterschiedlicher Größe so zusammenzustellen, dass trotz hoher Farbigkeit, Farbtiefe und Kontrast die Bildschärfe nicht verloren geht. Dies erreicht man, wenn man Bindungen der größten gewählten Matrixgröße durch Bindungen mit der nächst kleineren Matrixgröße, deren Farbabstand unter einem vorgegebenen Wert liegt ersetzt. Über den vorgegebenen Höchstabstand kann so das Verhältnis von Farbtreue/Kontrasttiefe und Bildschärfe gesteuert werden. Praktische Tests mit Kettdichten von 60 cm-1 und Schussdichten von 40 cm-1-­ 70 cm-1 zeigen, dass Bindungen die auf einer 8 × 8 Matrix bei denen die Bindungen, die einen Farbabstand von kleiner als 10 zu denen auf einer 4 × 4 basierenden Bindungen aufweisen, durch diese ersetzt wurden unter Verwendung des RGBW- bzw. CMYK-Verfahrens die besten Resultate liefern.
Die Zuordnung der Bildpunkte zu den zugehörigen systematisch erzeugten Bindungen auf vorgegebener und/oder vorgegebenen Matrixgrößen kann auf zwei Wegen erfolgen:
  • 1. Nach der Bestimmung der RGB-Werte der Bindungen wird für jeden Bildpunkt die Bindung mit dem geringsten Farbabstand zugeordnet.
  • 2. Durch die systematische Konstruktion der farbigen Bindungen kann aus den RGB-Werten des Bildpunkts direkt die Nummer der entsprechenden Bindung fBNr der größten verwendeten Matrixgröße 3n × 3n (RGB/CMY) und 4n × 4n (RGBW/CMYK) nach folgenden Formeln
1. für das CMYIRGB-Verfahren
b = n(3n-2)+ 1
mit
n . . . liefert die Matrixgröße 3n × 3n auf der Basis von drei Grundfarben
b . . . Anzahl der verfügbaren Abstufungen pro Grundfarbe auf der Bindungsmatrix (3 × 3 Matrix entspricht 0. . .1 {b = 1(3.1-2)+ 1 = 2 }, 6 × 6 entspricht 0. . .8 {b = 2(3.2-2)+1 = 9} usw.)
RPixel . . . Rotwert (R-value, 0. . .255, 8 Bit) des Bildpunktes (Pixel) der Vorlage
GPixel . . . Grünwert (G-value, 0. . .255, 8 Bit)des Bildpunktes (Pixel) der Vorlage
BPixel . . . Blauwert (B-Value, 0. . .255, 8 Bit) des Bildpunktes (Pixel) der Vorlage
RBindung . . . Rotwert (R-value, 0. . .(b-1)) der Farbbindung
GBindung . . . Grünwert (G-value, 0. . .(b-1)) der Farbbindung
BBindung . . . Blauwert (B-value, 0. . .(b-1)) der Farbbindung
CBindung . . . Türkiswert (C-value, 0. . .(b-1)) der Farbbindung
MBindung . . . Violettwert (M-value, 0. . .(b-1)) der Farbbindung YBindung Gelbwert (Y-value, 0. . .(b-1)) der Farbbindung
INT(x) . . . Ganzzahliger Anteil von x
2. für das CMYKI-Verfahren
b = n(4n-2) + 1
mit
n . . . liefert die Matrixgröße 4n × 4n auf der Basis von drei Grundfarben
b . . . Anzahl der verfügbaren Abstufungen pro Grundfarbe auf der Bindungsmatrix (4 × 4 Matrix entspricht 0. . .2 {b = 1(4.1-2)+1 = 3}, 8 × 8 entspricht 0. . .8 {b = 2(4.2-2)+1 = 13} usw.)
RPixel . . . Rotwert (R-value, 0. . .255,8 Bit) des Bildpunktes (Pixel) der Vorlage
GPixel . . Grünwert (G-value, 0. . .255,8 Bit) des Bildpunktes (Pixel) der Vorlage
BPixel . . . Blauwert (B-Value, 0. . .255,8 Bit) des Bildpunktes (Pixel) der Vorlage
RBindung . . . Rotwert (R-value, 0. . .(b-1)) der Farbbindung
GBindung . . . Grünwert (G-value, 0. . .(b-1)) der Farbbindung
BBindung . . . Blauwert (B-value, 0. . .(b-1)) der Farbbindung
CBindung . . . Türkiswert (C-value, 0. . .(b-1)) der Farbbindung
MBindung . . . Violettwert (M-value, 0. . .(b-1)) der Farbbindung
YBindung. . . Gelbwert (Y-value, 0. . .(b-1)) der Farbbindung
INT(x). . . Ganzzahliger Anteil von x
MAX(x1, . . . xn). . . Maximalwert der Werte x1. . .xn
RNorm, GNorm, BNorm, WNorm CNorm, MNorm, YNorm, . . . Hilfsvariablen
berechnet werden.
Ersetzt man wie beim Patronierverfahren möglich größere Bindungen durch kleinere, verändert sich die Zuordnung nicht. Man bezieht sich immer auf die Bindungen die mit größter Matrixgröße erzeugt worden sind.
Beim ersten Verfahren ist der Farbwert des Pixels mit allen Bindungen zu vergleichen, was eine sehr langsame Übersetzung des Vorlage in die Bindungsdatei zur Folge hat. Die zweite Methode ist folglich das Verfahren der Wahl. Es sei den, man stellt sich aus den systematisch erzeugten Bindungen eine eigene reduzierte Farbpalette zusammen.
Das beschriebene Konstruktionsverfahren virtuell farbiger Bindungen ermöglicht die systematische Zusammenstellung von Bindungen für verschiedene Anwendungsbereiche durch:
  • - die Wahl zwischen dem RGBW- und/oder CMYK-, dem RGB- und/oder CMY-Verfahren, wobei das und für die Mischung beider Verfahren im Doppelgewebe steht.
  • - die Wahl der Farb- und Kontrasttiefe durch die Wahl der Matrixgröße auf der die virtuell farbigen Bindungen konstruiert werden.
  • - die Wahl zwischen einem sehr gleichmäßig abgebundenen Gewebe oder einem bei dem der Verlust an Bildschärfe mit zunehmender Farbtiefe durch die Verwendung unterschiedlich großer Bindungen ausgeglichen wird durch die Auswahl zwischen dem Matrix- und Patronierverfahren.
  • - die Möglichkeit einer zusätzlichen Strukturierung der Gewebeoberfläche bei gleichem Farbeindruck durch die Wahl zwischen den Oberflächenstrukturklassen. Dabei sind insbesondere die erste Strukturklasse (S-Grat) und die letzte (Z-Grat) bei den verschiedenen Bindungsgrößen von Interesse und erlauben parallel zur farblichen Gestaltung eine zusätzliche gezielte Strukturierung der Oberfläche des Gewebes.

Claims (15)

1. Verfahren zum Herstellen nichtflottender farbig gemusterter Gewebeflächen in der Gewebetechnik mit verschiedenfarbigen Kett- und Schußfäden bei Kombination von Kett- und Schußfäden zu virtuell farbigen Bindungen, dadurch gekennzeichnet,
daß einfarbige Kettfäden verwendet werden,
daß die Bildpunkte einer digitalisierten farbigen Bildvorlage Farbwerten zugeordnet werden,
daß zunächst alle virtuell farbigen Bindungen der herzustellenden textilen Fläche in freiwählbarer Größe aus einer Matrix von m Kettfäden und n Schußfäden gebildet werden,
daß die Varianten für die möglichen Einbindungen der Schußfäden in die Kette für virtuell farbige Bindungen der ausgewählten Größe m × n in einem Bindungskatalog nach unterschiedlichen virtuellen Farbwerten abgelegt werden,
daß danach die mit den Farbwerten der Bildpunkte der digitalisierten Bildvorlage übereinstimmenden Bindungsvarianten der gewählten virtuell farbigen Bindung für die herzustellende textile Fläche aus dem Bindungskatalog ausgewählt werden,
daß anschließend eine bevorzugte Bindungsvariante für die herzustellende virtuell farbige Bindung unter Vermeidung größerer als der vorgegebenen zulässigen Flottungslänge einzelner Schuß- und Kettfäden ausgewählt wird und
daß schließlich die gewählten Bindungsvarianten für die einzelnen virtuell farbigen Bindungen der textilen Fläche webtechnisch realisiert werden.
2. Verfahren nach dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die virtuell farbigen Bindungen durch die Variation aller möglichen Bindungen zwischen den mehrfarbigen Schuß- und Kettfäden und/oder aus deren Mischungen und/oder mit optisch aktiven Oberflächenschichten modifizierten Fadensystemen auf einer frei definierbaren m × n-Bindungsmatrix erzeugt werden.
3. Verfahren zum Herstellen nichtflottender farbig gemusterter Gewebeflächen in der Gewebetechnik mit verschiedenfarbigen Kett- und Schußfäden bei Kombination von zusammenliegenden Kett- und Schußfäden zu virtuell farbigen Bindungen, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schußfäden ausschließlich in drei Farben Violett (Magenta), Türkis (Cyan) sowie Gelb (Yellow) und/oder Rot (Red), Grün (Green) sowie Blau (Blue) oder einer Kombination der drei Farben mit einem weiteren schwarzen und/oder weißen Schußfaden verwendet werden,
daß weiße und/oder schwarze Kettfäden verwendet werden,
daß die wirklichen Farbwerte der farbigen Schußfäden bei der Bestimmung des virtuellen Farbwertes der virtuell farbigen Bindung berücksichtigt werden, wenn die Farbwerte der farbigen Fäden von den Idealwerten der Farben Violett (Magenta), Türkis (Cyan) sowie Gelb (Yellow) und/oder Rot (Red), Grün (Green) sowie Blau (Blue) abweichen,
daß die virtuell farbigen Bindungen einer digitalisierten Bildvorlage Farbwerten zugeordnet werden,
daß die Zuordnung der virtuell farbigen Bindungen nach dem Patronierverfahren oder bei der Verwendung eines Bindungskatalogs, der ausschließlich virtuell farbige Bindungen einer einheitlichen Matrixgröße m × n enthält, die für jeden Bildpunkt der digitalisierten Bildvorlage die farblich entsprechende virtuell farbige Bindung nach dem Matrixverfahren auf die textile Fläche übertragen wird,
daß bei der Verwendung von virtuell farbigen Bindungen mehrere Strukturklassen im Bindungskatalog der digitalisierten Bildvorlage Bereichen zugeordnet werden, in denen ausschließlich eine Strukturklasse der virtuell gleichfarbigen Bindungen bei der Zuordnung von digitalem Bildpunkt und virtuell farbiger Bindung mit dem Ziel einer zusätzlichen Strukturierung der farblich gestalteten textilen Fläche und/oder der Verschlüsselung von Informationen in farblich gestalteten textilen Flächen verwendet wird.
4. Verfahren nach dem Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß durch die Größe der gewählten m × n Matrices, auf der die virtuell farbigen Bindungen des Bindungskatalogs konstruiert wurden, die höchstzulässige Flottungslänge der Schuß- und Kettfäden festgelegt wird.
5. Verfahren zum Herstellen nichtflottender farbig gemusterter Gewebeflächen in der Gewebetechnik mit verschiedenfarbigen Kett- und Schußfäden bei Kombination der Kett- und Schußfäden zu virtuell farbigen Bindungen, dadurch gekennzeichnet,
daß in einem ersten Schritt alle virtuell farbigen Bindungen für einen zu erstellenden Bindungskatalog auf der Basis der vorgegebenen Größe m × n der Bindungsmatrix erzeugt werden, die in jeder Zeile und in jeder Spalte wenigstens einen Bindungswechsel aufweisen und mit denen je übertragener virtuell farbiger Bindung auf der textilen Fläche virtuelle farbige Eindrücke mit unterschiedlichen Farbwerten konstruiert werden,
daß in einem zweiten Schritt virtuell farbige Bindungen mit gleichem Farbwert in Strukturklassen aufgeteilt werden und/oder die virtuell farbigen Bindungen auf einer quadratischen Bindungsmatrix n × n durch Auffüllen einer Matrixspalte mit Einsen (Keiffaden oben), einer weiteren Matrixspalte mit Nullen (Kettfaden unten) und durch alle Kombinationen in den verbleibenden Spalten und einem anschließendem zeilenweisen Verdrehen der Matrixzeilen um einen für jede Zeile unterschiedlichen Betrag erzeugt werden und die Strukturklassen sich aus den Möglichkeiten für das zeilenweise Verdrehen der Matrix ableiten,
daß in einem dritten Schritt durch die Auswahl einer und/oder mehrerer bevorzugter Strukturklassen ein Bindungskatalog aus virtuell farbigen Bindungen einer und/oder verschiedener Matrixgrößen als Basis für die Übertragung einer digitalisierten Bildvorlage in eine Jacquarddatei zusammen gestellt wird.
6. Verfahren nach dem Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Übertragung der digitalen Bildvorlage in eine Jacquarddatei auf der Basis des konstruierten Bindungskataloges mit Hilfe des Patronierverfahrens oder im Falle einer einheitlichen Matrixgröße der virtuell farbigen Bindungen des Bindungskataloges mit dem Matrixverfahren vorgenommen wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß die systematisch auf einer m × n Matrix erzeugten virtuell farbigen Bindungen des Bindungskatalogs nach Strukturklassen geordnet werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß unterschiedliche virtuell farbige Bindungen mit gleichen virtuellen Farbwert unterschiedlichen Strukturklassen zugeordnet werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß unter Ausnutzung der Strukturklassen die Oberfläche des farbig gemusterten Gewebes zusätzlich strukturiert wird.
10. Verfahren zum Herstellen nichtflottender farbig gemusterter Gewebeflächen in der Gewebetechnik mit verschiedenfarbigen Kett- und Schußfäden bei Kombination der Kett- und Schußfäden zu virtuell farbigen Bindungen, dadurch gekennzeichnet,
daß in einem ersten Schritt alle virtuell farbigen Bindungen für einen zu erstellenden Bindungskatalog auf der Basis der vorgegebenen Größen m × n der Bindungsmatrix erzeugt werden, die in jeder Zeile und in jeder Spalte einen Bindungswechsel aufweisen und mit denen je übertragene virtuell farbiger Bindung auf der textilen Fläche virtuelle farbige Eindrücke mit unterschiedlichen Farbwerten konstruiert werden,
daß in einem zweiten Schritt virtuell farbige Bindungen mit gleichem Farbwert in Strukturklassen aufgeteilt werden und/oder die virtuell farbigen Bindungen auf einer quadratischen Bindungsmatrix der Größe n × n durch Auffühlen einer Matrixspalte mit Einsen (Kettfaden oben), einer weiteren Matrixspalte mit Nullen (Kettfaden unten) und durch alle Kombinationen in den verbleibenden Spalten und einem anschließenden zeilenweisen Verdrehen der Matrixzeilen um einen für jede Zeile unterschiedlichen Betrag erzeugt werden und die Strukturklassen aus den Möglichkeiten für das zeilenweise Verdrehen der Matrix abgeleitet werden,
daß in einem dritten Schritt durch die Auswahl einer und/oder mehrerer bevorzugten Strukturklassen ein Bindungskatalog aus virtuell farbigen Bindungen einer und/oder verschiedener Matrixgrößen als Basis für die Übertragung einer digitalisierten Bildvorlage in eine Jacquarddatei zusammengestellt wird,
daß mit Hilfe der Wahl von Strukturklassen in die farbig gemusterte Gewebefläche in definierten Bereichen der Gewebefläche codierte Informationen eingewebt werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß Schußfäden in den drei sich deutlich unterscheidenden Farben verwendet werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß weiße und/oder schwarze Kettfäden verwendet werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Basis des systematisch erzeugten Bindungskataloges über die Erzeugung von Doppelgeweben auf jeder der beiden Gewebeseiten unabhängig voneinander unter Einschluß gleicher und gespiegelter Farbmotive Bildvorlagen übertragen werden, wobei die beiden Gewebelagen über zusätzliche Bindepunkte verbunden werden.
14. Verfahren nach dem Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß für die Verbindung der Doppelgewebe im Falle des Einsatzes der Grundfarben Rot, Grün und Blau und eines zusätzlichen weißen Schußfadens der weiße Faden und im Falle des Einsatzes der invertierten Grundfarben Türkis, Violett, Gelb und eines zusätzlichen schwarzen Schußfadens der schwarze Faden verwendet wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
daß auf der Basis des systematisch erzeugten Bindungskataloges über die Erzeugung eines Doppelgewebes durch die Kombination des RGB- Verfahrens, das auf der Basis der drei Grundfarben Rot (R), Grün (G), Blau (B) und einem optionalen weißen Schußfaden auf einer schwarzen Kette basiert, und dem CMY-Verfahren, das zum anderen auf den inversen Grundfarben Türkis (Cyan C), Violett (Magenta M), Gelb (Yellow Y) und einem optionalen schwarzen Schußfaden auf einer weißen Kette basiert, das additive (RGB) und das substraktive (CMY) Farbmischen gleichermaßen genutzt werden,
daß zur Darstellung der hellen Farbtöne auf der Oberseite des Doppelgewebes die virtuellen farbigen Bindungen des Bindungskataloges auf der Basis der inversen Grundfarben Türkis (Cyan C), Violett (Magenta M), Gelb (Yellow Y) und für die dunklen Farbtöne die virtuellen farbigen Bindungen des Bindungskataloges auf der Basis der drei Grundfarben Rot (R) , Grün (G), Blau (B) verwendet werden.
DE10159971A 2000-12-08 2001-12-06 Verfahren zum Herstellen nichtflottender farbig gemusterter Gewebeflächen Ceased DE10159971A1 (de)

Priority Applications (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE10159971A DE10159971A1 (de) 2000-12-08 2001-12-06 Verfahren zum Herstellen nichtflottender farbig gemusterter Gewebeflächen

Applications Claiming Priority (3)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE10061463 2000-12-08
DE10158191 2001-11-29
DE10159971A DE10159971A1 (de) 2000-12-08 2001-12-06 Verfahren zum Herstellen nichtflottender farbig gemusterter Gewebeflächen

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE10159971A1 true DE10159971A1 (de) 2002-06-20

Family

ID=26007921

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DE10159971A Ceased DE10159971A1 (de) 2000-12-08 2001-12-06 Verfahren zum Herstellen nichtflottender farbig gemusterter Gewebeflächen

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE10159971A1 (de)

Cited By (13)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP1361303A1 (de) * 2002-05-10 2003-11-12 SCHÖNHERR Textilmaschinenbau GmbH Verfahren zur Herstellung von gemusterten Schlingenpol-, Flor- oder Plüscherzeugnissen mit gewebter Grundware
WO2004079073A1 (en) * 2003-03-07 2004-09-16 Sara Lee Corporation A process for producing a knitted fabric
WO2006045135A1 (en) * 2004-10-29 2006-05-04 Fibre Matrix Pty Ltd Producing fibre images in textiles
DE102006004681A1 (de) * 2006-02-02 2007-08-16 Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium der Verteidigung, vertreten durch das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung Tarngewebe
DE102008022579A1 (de) * 2008-05-07 2009-11-12 Wilhelm Karmann Gmbh Cabriolet-Fahrzeug mit einem Dachbezug
DE102008022577A1 (de) * 2008-05-07 2009-11-12 Wilhelm Karmann Gmbh Cabriolet-Fahrzeug mit einem Dachbezug
DE102008022578A1 (de) * 2008-05-07 2009-11-12 Wilhelm Karmann Gmbh Cabriolet-Fahrzeug mit einem Dachbezug
WO2010059128A1 (en) * 2008-11-21 2010-05-27 June Merchandising Corporation Pte Ltd A woven camouflage patterned textile and a method for producing the camouflage patterned textile
CN101781823B (zh) * 2010-01-29 2011-04-20 浙江理工大学 一种灰度仿真的提花织物设计方法
CN102517753A (zh) * 2011-12-20 2012-06-27 浙江三志纺织有限公司 提花遮光布及其制造方法
CN104726999A (zh) * 2015-03-11 2015-06-24 浙江理工大学 一种基于单元图案组装的电子提花智能织造方法
CN107345331A (zh) * 2017-06-20 2017-11-14 浙江理工大学 数码提花机织物多基色分区混色模型的构建及其应用方法
US11047068B2 (en) 2017-03-03 2021-06-29 Ezer Vision L.L.C. Variable color or texture expression knitting, weaving, and laminating system, method and fabric

Cited By (15)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP1361303A1 (de) * 2002-05-10 2003-11-12 SCHÖNHERR Textilmaschinenbau GmbH Verfahren zur Herstellung von gemusterten Schlingenpol-, Flor- oder Plüscherzeugnissen mit gewebter Grundware
WO2004079073A1 (en) * 2003-03-07 2004-09-16 Sara Lee Corporation A process for producing a knitted fabric
US7272462B2 (en) 2003-03-07 2007-09-18 Hbi Branded Apparel Enterprises, Llc Process for producing a knitted fabric
WO2006045135A1 (en) * 2004-10-29 2006-05-04 Fibre Matrix Pty Ltd Producing fibre images in textiles
DE102006004681A1 (de) * 2006-02-02 2007-08-16 Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium der Verteidigung, vertreten durch das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung Tarngewebe
DE102008022577A1 (de) * 2008-05-07 2009-11-12 Wilhelm Karmann Gmbh Cabriolet-Fahrzeug mit einem Dachbezug
DE102008022579A1 (de) * 2008-05-07 2009-11-12 Wilhelm Karmann Gmbh Cabriolet-Fahrzeug mit einem Dachbezug
DE102008022578A1 (de) * 2008-05-07 2009-11-12 Wilhelm Karmann Gmbh Cabriolet-Fahrzeug mit einem Dachbezug
DE102008022579B4 (de) 2008-05-07 2023-02-09 Valmet Automotive Oy Cabriolet-Fahrzeug mit einem Dachbezug
WO2010059128A1 (en) * 2008-11-21 2010-05-27 June Merchandising Corporation Pte Ltd A woven camouflage patterned textile and a method for producing the camouflage patterned textile
CN101781823B (zh) * 2010-01-29 2011-04-20 浙江理工大学 一种灰度仿真的提花织物设计方法
CN102517753A (zh) * 2011-12-20 2012-06-27 浙江三志纺织有限公司 提花遮光布及其制造方法
CN104726999A (zh) * 2015-03-11 2015-06-24 浙江理工大学 一种基于单元图案组装的电子提花智能织造方法
US11047068B2 (en) 2017-03-03 2021-06-29 Ezer Vision L.L.C. Variable color or texture expression knitting, weaving, and laminating system, method and fabric
CN107345331A (zh) * 2017-06-20 2017-11-14 浙江理工大学 数码提花机织物多基色分区混色模型的构建及其应用方法

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP1368516B1 (de) Gemustertes gewebe und verfahren zu seiner herstellung
DE10159971A1 (de) Verfahren zum Herstellen nichtflottender farbig gemusterter Gewebeflächen
EP0692562B1 (de) Verfahren zur wirklichkeitsgetreuen Simulation eines aus Kett- und Schüssfäden bestehenden realen Gewebes
DE2458927B2 (de) Anordnung zur Übertragung eines Musters
WO2002027084A2 (de) Verfahren und anlage zur herstellung von bildern mit hoher auflösung in jacquardgeweben
DE69025706T2 (de) Verfahren zur Erzeugung gerasterter Halbtonbilder
DE3900500C1 (de)
EP1528987A1 (de) Datenträger
DE69818493T2 (de) Verfahren zur herstellung eines mehrfarbigen gewebe, nach diesem verfahren hergestelltes gewebesowie kette dafür
EP1165869B1 (de) Verfahren zur herstellung farbig gemusterter textiler flächengebilde, system zur durchführung des verfahrens und textiles flächengebilde hergestellt nach dem verfahren
DE4438535A1 (de) Verfahren zum Jacquardweben eines farbigen Stoffes
DE69820679T2 (de) Erweiterter farbraum
DE4431898A1 (de) Einrichtung zur Entwicklung eines Steuerprogramms für eine Strick- oder Wirkmaschine
DE69016036T2 (de) Verfahren zur qualitätsverbesserung in halbton- und mehrfarbdruck für drucker.
WO2020093080A1 (de) Verfahren zur herstellung eines sicherheitsmerkmals
DE102004062841A1 (de) Verfahren, Computerprogramm, Computer und Drucksysteme zum Trapping von Bilddaten
EP1358372B1 (de) Verfahren zur herstellung von bildern mit hoher auflösung in jacquardgeweben
DE69219845T2 (de) Verfahren zum Weben von Jacquard-Doppelplüschgeweben
DE4446957C1 (de) Verfahren zur Bestimmung der Anordnung und Trittfolge von Schäften einer Schaftmaschine
DE102015208505B4 (de) Neue Webkonstruktion
CH678838A5 (en) Document security marking - has main portion resembling first or second pictures dependent on viewing angle
DE3415320A1 (de) Verfahren zum farbigen ausdrucken eines durch additive farbmischung auf dem bildschirm eines monitors abgebildeten fernsehbildes durch subtraktive farbmischung
EP1361303B1 (de) Verfahren zur Herstellung von gemusterten Schlingenpol-, Flor- oder Plüscherzeugnissen mit gewebter Grundware
DE29705932U1 (de) Textilgewebe mit Netzstruktur
DD234832A1 (de) Verfahren zum darstellen von mehrfarbigen halbtonbildern

Legal Events

Date Code Title Description
8101 Request for examination as to novelty
8105 Search report available
8110 Request for examination paragraph 44
8131 Rejection