DE10152606C1 - Verfahren zur Verringerung von Messfehlern und/oder Drifter-scheinungen an einem Gassensor sowie Schaltungsanordnung - Google Patents
Verfahren zur Verringerung von Messfehlern und/oder Drifter-scheinungen an einem Gassensor sowie SchaltungsanordnungInfo
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Abstract
Bei resistiven Hochtemperatur-Metalloxid-Gassensoren, bei denen zwischen einem Heizelement (1) und einem Sensorelement (2) eine Schirmelektrode (3) angeordnet ist, tritt häufig das Problem auf, dass die Messwerte ungenau sein können. Insbesondere besteht als Folge von Leckströmen eine zeitabhängige Langzeitdrift, da das Potenzial der Schirmelektrode (3) auf einen konstanten Wert gehalten wird. Zur Vermeidung von Leckströmen zwischen der Schirmelektrode (3) und dem Sensorelement (2) wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, zwischen dem Sensorelement (2) und der Schirmelektrode (3) einen Spannungsregler (8) zu schalten, der die Potenzialdifferenz (a) zwischen dem Sensorelement (2) und der Schirmelektrode (3) regelt. In alternativer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, entweder das Potenzial der Schirmelektrode (3) dem des Sensorelementes (2) anzupassen oder umgekehrt das Potenzial des Sensorelementes (2) an das der Schirmelektrode (3).
Description
Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Verringerung
von Messfehlern und/oder Drifterscheinungen an einem Gassen
sor, wobei der Gassensor wenigstens ein Sensorelement aus re
sistivem Metalloxid und ein temperaturgeregeltes Heizelement
aufweist zwischen denen eine Schirmelektrode angeordnet ist,
sowie von einer Schaltungsanordnung nach der Gattung der Ne
bengeordneten Ansprüche 1 und 10. Es ist schon bekannt, dass
bei immer mehr Anwendungen insbesondere in der Industrie und
bei Kraftfahrzeugen Gassensoren verwendet werden, die insbe
sondere für die Erfassung von Gasen oder Abgasen geeignet
sind. Solche Sensoren bestehen üblicherweise aus einem hoch
temperaturstabilen Substrat, beispielsweise Al2O3, auf dem
das Sensorelement in Form eines Metalloxids aufgebracht ist.
Des weiteren ist auf dem Substrat ein Heizelement angeordnet,
mit dem das Sensorelement auf eine vorgegebene hohe Tempera
tur, beispielsweise 850°C, aufgeheizt wird. Zwischen den bei
den Elementen wird eine Schirmelektrode angeordnet, die den
Einfluss von Leckströmen verringern soll. Ebenso kann das
Sensorelement aus beliebigen anderen Formen von sensitiven
Elementen bestehen, deren Signal durch Leckströme negativ be
einflusst werden kann. Beispielsweise Festelektrolyt-
Pumpsonden oder Nernstsonden sowie Kombinationen von unter
schiedlichen oder gleichartigen Sensorelementen. Auf dem
Substrat können weitere Einrichtungen wie Festelektrolyt-
Sauerstoffpumpen (beispielsweise ZrO2, Y-dotiert) zur Rege
lung der O2-Konzentration am Sensor und zur Reduktion von O2-
Querempfindlichkeiten angeordnet sein.
Das Sensorelement ist ein kritisches Messteil, da der Messef
fekt auf Interaktionen zwischen den Gasmolekülen, die über
das Sensorelement strömen und dem Sensormaterial beruht. Da
bei müssen kleinste elektrische Messeffekte detektiert wer
den. Diese Messeffekte werden jedoch von Leckströmen, die von
dem Heizelement oder der Sauerstoffpumpe verursacht werden
und durch das heiße Substrat am Sensorelement ankommen, ge
stört. Diese Leckströme können auch zu sogenannten Polarisa
tionseffekten am Sensorelement führen, so dass zusätzlich zu
den entstehenden Messfehlern das Langzeitverhalten des Gas
sensors insbesondere auch von den meistens unipolar geführten
Leckströmen beeinflusst wird, da das Heizelement beziehungs
weise die Sauerstoffpumpe mit Hilfe eines pulsweitenmodulier
ten Leistungssignals (PWM-Signal) unipolar betrieben wird.
Zum Schutz des Sensorelementes gegen den Einfluss der obenge
nannten Leckströme wurde beispielsweise in der Offenlegungs
schrift EP 0125069 A1 vorgeschlagen, das Heizelement bezie
hungsweise die Sauerstoffpumpe physikalisch von dem Sensorbe
reich mit Hilfe von einer oder mehreren Schirmelektrode zu
trennen. Die Schirmelektrode wird dabei an eine Spannungs
quelle mit sehr niedrigem Ausgangswiderstand, beispielsweise
< 10 Ω, angeschlossen, so dass die Leckströme von der Schirm
elektrode eingefangen und in der Spannungsquelle abgeleitet
werden. Dabei wird angestrebt, dass das Potenzial über die
gesamte Fläche der Schirmelektrode konstant gehalten wird.
Die Spannungsquelle wird daher nicht geregelt, sondern lie
fert das konstante Potenzial für die Schirmelektrode.
Bei einem derartigen Verfahren besteht das Problem, dass die
Leitfähigkeit der verwendeten Elektrodenfläche für die
Schirmelektrode, die als dünne Platinschicht hergestellt ist,
relativ beschränkt ist. Die Leitfähigkeit kann nicht beliebig
verbessert werden, da aus Herstellungs- und Kostengründen die
Schichtdicke nicht beliebig erhöht werden kann. Dies führt zu
einem erhöhten Innenwiderstand für den Stromkreis, der aus
der Schirmelektrode und der Spannungsquelle gebildet wird, so
dass ein Teil der Leckströme durch eine lokale Potenzialvari
ation an der Schirmelektrode doch noch zum Sensorelement
fließt. Dies ist möglich, weil für die Messung des Gassignals
ein weiteres Sensorelement als Referenzelement benutzt wird,
das ebenfalls an die Spannungsquelle mit niedrigem Ausgangs
widerstand angeschlossen wird. Die Schutzwirkung der Schirm
elektrode kann dadurch stark eingeschränkt werden. Im Extrem
fall kann der Gassensor für manche Applikationen nicht mehr
verwendet werden, da die Messfehler und auch die Langzeit
drift der Messsignale zu große Werte einnehmen.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Verringerung von Messfeh
lern und/oder Drifterscheinungen an einem Gassensor mit den
kennzeichnenden Merkmalen der nebengeordneten Ansprüche 1 und
10 hat demgegenüber den Vorteil, dass zwischen dem Sensorele
ment und der Schirmelektrode ein Spannungsregler geschaltet
ist, der das Potenzial zwischen dem Sensorelement und der
Schirmelektrode regelt. Dadurch kann in vorteilhafter Weise
in allen Betriebsbedingungen das Potenzial der Schirmelektro
de nachgeregelt werden, so dass der Leckstrom vom Heizelement
oder der Sauerstoffpumpe nicht auf das Sensorelement gelangen
kann. Als besonders vorteilhaft wird dabei angesehen, dass
die Schirmelektrode nicht - wie bisher bekannt - an einem von
einer Ansteuerelektronik fest vorgegebenen Potenzial liegt,
sondern dass das tatsächliche Potenzial der Schirmelektrode
gemessen und für die Auswertung des Gasmesswertes berücksich
tigt wird. Durch dieses Verfahren ist eine Kompensation der
Leckströme nicht erforderlich, denn die Steuerung verhindert,
dass überhaupt ein Leckstrom zum Sensorelement entstehen
kann.
Durch die in den abhängigen Ansprüchen aufgeführten Maßnahmen
sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des im
Hauptanspruch angegebenen Verfahrens möglich. Als besonders
vorteilhaft wird dabei angesehen, dass der Spannungsregler
die Potenzialdifferenz zwischen der Schirmelektrode und dem
Sensorelement auf 0 Volt regelt. Wegen der fehlenden Span
nungsdifferenz wird die Ausbildung eines Leckstroms vermie
den.
Eine günstige Lösung wird auch darin gesehen, dass bei einer
Schirmelektrode mit einem nicht signifikanten Flächenwider
stand der Spannungsregler eine regelbare Spannungsquelle
steuert, die mit der Schirmelektrode verbunden ist. Durch
dieses Regelungsverfahren gelingt es auf einfache Weise, die
nach den oben genannten Gesichtspunkten vorgegebenen Bedin
gungen einzustellen.
Um die Potenzialdifferenz zwischen dem Sensorelement und der
Schirmelektrode auf 0 Volt regeln zu können, wird vorzugswei
se die Spannungsquelle für die Schirmelektrode auf einen Wert
geregelt, der ungleich dem Potenzial des Sensorelementes ist.
Dadurch können Widerstände und Spannungsabfälle auf den Zu
leitungen wirkungsvoll kompensiert und das Potential dann un
abhängig von den fließenden Leckströmen nachgeregelt werden.
Um Einflüsse auf den Zuleitungen zum Sensorelement zu vermei
den, wird vorteilhaft ein zweiter Anschluss an der Schirm
elektrode vorgesehen, an dem das Potenzial der Schirmelektro
de abgegriffen wird. Dieser Abgriff erfolgt vorzugsweise
hochohmig, so dass über diesen Abgriff keine weiteren
nachteilige Einflüsse auf den Zuleitungen zum Sensorelement
auftreten können.
Alternativ wird bei einer Schirmelektrode mit einem signifi
kanten Flächenwiderstand eine günstige Lösung zur Verhinde
rung von Leckströmen auch darin gesehen, dass der Spannungs
regler einen Sensorgenerator steuert, der mit dem Sensorele
ment verbunden ist. Der Sensorgenerator ist als steuerbare
Spannungsquelle ausgebildet, die das Potenzial des Sensorele
mentes bezüglich des Massepunktes des Heizelementes steuert.
Der Spannungsregler bestimmt die Messgröße (Spannung) zwi
schen zwei Messpunkten und legt in Abhängigkeit vom Messwert
an zwei Stellpunkten eine Spannung an mit dem Ziel, dass an
den beiden Messpunkten eine vorgegeben Sollspannung erreicht
wird. Beim Erfindungsgegenstand bildet der Massepunkt des
Heizelementes den einen Stellpunkt. Als die beiden Messpunkte
werden der Anschluss der Schirmelektrode und einer der beiden
Sensoranschlüsse verwendet. Dadurch kann das Potenzial des
Sensorelementes auf das Potenzial der Schirmelektrode nachge
regelt werden. Die Schirmelektrode liefert also das Referenz
potenzial. Wegen der fehlenden Potenzialdifferenz können sich
dann keine Leckströme ausbilden.
Eine weitere vorteilhafte Schutzmaßnahme gegen die Bildung
von Leckströmen wird auch darin gesehen, die Schirmelektrode
großflächiger auszubilden als das Sensorelement. Insbesondere
durch überstehende Ränder der Schirmelektrode können sich
hier sehr viel schwerer Leckströme bilden als bei einer klei
neren Schirmelektrode.
Eine einfache Lösung für einen Spannungsregler wird in einer
Zwei-Punkt, P-, I- PI- PID-, Fuzzy-Regelung oder in einer Re
gelung mit einem digitalen Algorithmus angesehen, da derarti
ge Regler zuverlässig arbeiten und kostengünstig herstellbar
sind.
Ein besonderer Vorteil wird bei der erfindungsgemäßen Schal
tungsanordnung auch darin gesehen, dass das Messgerät den ak
tuellen Widerstand des Sensorelementes ohne Beeinflussung
durch den Regelvorgang des Sensorpotenzials misst. Dadurch
wird die Messgenauigkeit vorteilhaft verbessert, da der Ein
fluss der Potenzialregelung des Sensorelementes vermieden
wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren für
einen Gassensor beziehungsweise eine Schaltungsanordnung an
zugeben, bei dem Messfehler und/oder eine Langzeitdrift der
Messwerte reduziert werden. Diese Aufgabe wird mit den Merk
malen der nebengeordneten Ansprüche 1 und 10 gelöst.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung
dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung nä
her erläutert.
Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung einen Gassensor,
bei dem nach idealisierten Vorstellungen eine vollständige
Kompensation eines Leckstromes an der Schirmelektrode durch
geführt wird.
Fig. 2 zeigt in schematischer Darstellung einen bekannten
Gassensor, bei dem eine nur teilweise Kompensation des Leck
stromes an der Schirmelektrode erzielt wird.
Fig. 3 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung
mit verbesserter Leckstromkompensation beziehungsweise -ver
hinderung.
Fig. 4 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel für eine Leck
stromkompensation und
Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel für eine Regelungsein
richtung.
Um die Problematik der Kompensation beziehungsweise der Ver
meidung von Leckströmen zu erläutern, wird zunächst bei der
schematischen Darstellung der Fig. 1 ein Gassensor darge
stellt, bei dem die Kompensation des Leckstromes mit einer
perfekten Schirmelektrode erzielt werden könnte. Das per se
bekannte Sensorelement 2 ist zusammen mit einem Heizelement 1
und einer dazwischen angeordneten Schirmelektrode 3 auf einem
Trägersubstrat aufgebracht. Das Sensorelement 2 ist bei rea
ler Ausgestaltung aus mehreren Teilsegmenten aufgebaut, bei
spielsweise kann ein Teilsegment als Referenzelement ausge
bildet sein. Natürlich können neben dem Heizelement 1 auch
weitere Elemente wie eine Sauerstoffpumpe vorgesehen werden.
Das Sensorelement 2 wird von einem Sensorgenerator 12 mit dem
Sensorpotenzial Um und dem Innenwiderstand Ri gespeist. Des
weiteren weist das Sensorelement 2 zwei Sensoranschlüsse 4, 5
auf, über die an einem Messgerät 6 der Messwert - bei der De
tektion eines Gases insbesondere die Änderung eines Wider
standes des Sensorelementes 2 - erfasst und/oder auch ausge
wertet wird. Mit dieser Anordnung des Messgerätes 6 wird vor
teilhaft erreicht, dass der Sensorwiderstand unabhängig vom
Regelvorgang des Sensorpotenzials gemessen wird.
Ein Heizungsregler 9 versorgt in einem zusätzlichen Strom
kreis das Heizelement 1 beziehungsweise die Sauerstoffpumpe.
Der Heizungsregler 9 ist beispielsweise mit einer Stromquelle
und entsprechenden Regeleinrichtungen ausgebildet und kann
mit einem PWM-Signal (pulsweitenmoduliertes Signal) auf eine
vorgegebene Temperatur so geregelt werden, dass das Sensor
element 2 auf eine konstante Temperatur von circa 850°C ge
heizt wird.
Des weiteren ist eine Spannungsquelle 10 vorgesehen, mit der
die Schirmelektrode 3 ebenfalls auf das feste Potenzial Um
eingestellt wird. Durch diese beiden Potenziale Um der Span
nungsquelle 10 und des Sensorgenerators 12 bildet sich zwi
schen dem Sensorelement 2 und der Schirmelektrode 3 kein
Spannungspotenzial aus, so dass die Potenzialdifferenz a
0 Volt beträgt. Es wird angenommen, dass in diesem Fall eine
ideale Schirmelektrode 3 verwendet wird. Das bedeutet, dass
die Schirmelektrode 3 keinen Innenwiderstand besitzt und dass
ihre Abmessungen eine komplette Abdeckung des Sensorelementes
2 erlauben. Des weiteren wird angenommen, dass die ange
schlossene Elektronik in der Lage ist, das Potenzial b der
Schirmelektrode 3 auf einen konstanten Wert, nämlich auf den
Wert Um, zu halten. In diesem Fall können keine Leckströme
Ileck von der Schirmelektrode 3 zum Sensorelement 2 fließen,
da die Potenzialdifferenz a 0 Volt beträgt. Um dieses zu er
reichen, soll das Mittelpotenzial des Sensorelementes 2 und
das Schirmpotenzial den gleichen Wert, in diesem Fall b = Um
besitzen. Der Doppelpfeil zwischen dem Heizelement 1 und der
Schirmelektrode 3 soll die Bildung des Leckstromes Ileck an
deuten, der von der Spannungsquelle 10 absorbiert wird.
In der Praxis sind die oben beschriebenen Verhältnisse leider
bisher nicht erreicht worden. Fig. 2 zeigt die gleiche An
ordnung eines realen Gassensors, der ähnlich aufgebaut ist,
wie er zuvor zu Fig. 1 beschrieben wurde. Im Unterschied zu
Fig. 1 deckt die Schirmelektrode 3 jedoch nicht vollständig
die ganze Fläche des Sensorelementes 2 ab. Dadurch können die
Leckströme direkt vom störenden Heizelement 1 beziehungsweise
der Sauerstoffpumpe zum Sensorelement 2 fließen. Dieses ist
durch die Pfeilspitzen am rechten Rand des Sensorelementes 2
angedeutet. Des weiteren ist die Platinschicht der Schirm
elektrode 3 nicht homogen ausgebildet, so dass sie eine be
stimmte Porosität aufweist. Dadurch entstehen Löcher in der
Oberfläche der Schirmelektrode 3, durch die ebenfalls die
Leckströme in das Sensorelement 2 gelangen können.
Ein weiteres Problem einer realen Schirmelektrode besteht
darin, dass die Schirmelektrode 3 einen gewissen Innenwider
stand aufweist, der in dem Innenwiderstand Ri2 symbolisch zu
sammengefasst ist. Ein weiteres Problem besteht auch darin,
dass sich durch die Anwesenheit des gesamten Leckstroms in
der Anschlussleitung der Schirmelektrode 3 das Potenzial an
der Fläche der Schirmelektrode selbst ändert. Dies führt e
benfalls zu einer Potenzialdifferenz a zwischen dem Sensor
element 2 und der Schirmelektrode 3, durch die indirekte
Leckströme entstehen können.
Insbesondere für Polarisationsströme sehr empfindliche Senso
ren, wie dies beispielsweise bei resistiven Metalloxid-
Gassensoren der Fall ist, können diese Probleme zu hohen Sig
nalverfälschungen führen. Der Messfehler, der von dem Messge
rät 6 erfasst wird, ist nicht unbedingt so relevant, viel
mehr kommt eine Langzeitdrift der Messsignale zum Tragen, die
erst nach mehreren Minuten oder Stunden in Erscheinung tritt.
Um die obengenannten Nachteile zu vermeiden, wird erfindungs
gemäß in Fig. 3 ein erstes Ausführungsbeispiel dargestellt,
das insbesondere bei Schirmelektroden mit einem kleinen,
nicht signifikanten Innenwiderstand Anwendung finden kann.
Bei diesem Ausführungsbeispiel gemäß der Fig. 3 ist eine
Spannungsregelung vorgesehen, mit der das Potenzial Us der
Schirmelektrode 3 nicht konstant gehalten wird, sondern auf
einen Wert geregelt wird, der von dem augenblicklichen Sen
sorpotenzial Um des Sensorelementes 2 abhängt. Dadurch kann
sich zwischen dem Sensorelement 2 und der Schirmelektrode 3
kein Leckstrom ausbilden, was durch die dargestellten Strom
pfeile veranschaulicht werden soll. Dieses Ausführungsbei
spiel lässt sich auch immer dann einsetzen, wenn die Leck
stromprobleme auf den Zuleitungswiderstand (Innenwiderstand
Ri2) zur Elektrode selbst zurückzuführen sind.
Bei hohen Leckströmen, beispielsweise in dem Fall, wenn das
Substrat teilweise leitend ist, wie das bei ZrO2 und einer
dünnen Al2O3-Schicht von 50 µm bei 850°C der Fall ist, kann
das tatsächliche Potenzial der Schirmelektrode 3 mit Hilfe
eines Schirmanschlusses 11 der Schirmelektrode 3 gemessen
werden. Wie nachfolgend näher erläutert wird, kann das Poten
zial des Schirmanschlusses 11 dann unabhängig von den flie
ßenden Leckströmen nachgeregelt werden.
Im folgenden wird der Aufbau und die Wirkungsweise dieser An
ordnung näher erläutert. Ausgehend von der Schaltungsanord
nung der Fig. 2 wird im Fall der Fig. 3 ein Spannungsregler
8 so geschaltet, dass seine beiden Eingänge mit einer An
schlussklemme 4 des Sensorelementes 2 beziehungsweise mit dem
Schirmanschluss 11 verbunden werden. Diese beiden Eingänge
greifen somit das jeweilige Potenzial der beiden Einheiten 3,
2 ab. Der Ausgang des Spannungsreglers 8 ist mit einem Re
geleingang der Spannungsquelle 10 verbunden. In diesem Fall
ist die Spannungsquelle 10 regelbar ausgebildet und kann eine
Ausgangsspannung Uc liefern, die ungleich dem Sensorpotenzial
Um ist. Die Spannung Uc wird dabei vorzugsweise so geregelt,
dass die Potenzialdifferenz zwischen der Schirmelektrode 3
und dem Sensorelement 0 Volt wird, so dass der Leckstrom I
leck ebenfalls 0 ist.
Wie oben erwähnt, ist dieser Lösungsvorschlag im wesentlichen
nur in solchen Fällen anwendbar, bei dem der Flächenwider
stand der Schirmelektrode 3 relativ klein, das heißt nicht
signifikant ist. Bei Schirmelektroden 3 mit einem signifikan
ten Flächenwiderstand liefert die in Fig. 4 beschriebene al
ternative Lösung bessere Ergebnisse. Hier wird die Schirm
elektrode 3 nicht von einer regelbaren Spannungsquelle, wie
in Fig. 3 beschrieben wurde, gesteuert. Vielmehr regelt ge
mäß Fig. 4 der Spannungsregler 8 einen steuerbaren Sensorge
nerator 12, der über den Sensoranschluss 4 das Sensorelement
2 auflädt. Der Sensorgenerator 12 liefert das Sensorpotenzial
Um, das über den Widerstand 13 an einem Sensor-Messanschluss
14 als Messspannung Umess abgreifbar ist. Des weiteren ist
der Spannungsregler 8 mit seinem zweiten (-) Eingang mit ei
nem Schirmanschluss 11 der Schirmelektrode 3 verbunden. Auf
diese Weise wird das Schirmpotenzial Us zwischen der Schirm
elektrode 3 und dem Sensorelement 2 erfasst und kann entspre
chend auf 0 Volt nachgeregelt werden.
Dieser Schaltungsanordnung liegt die Überlegung zu Grunde,
dass sich das Potenzial Us der Schirmelektrode 3 im wesentli
chen durch die elektrischen Verbindungsleitungen zwischen den
Leistungselementen (Heizelement 1 beziehungsweise Sauerstoff
pumpe) und der Schirmelektrode 3 einstellt. Dieses Potenzial
wird von dem Spannungsregler 8 eingelesen und gilt dann als
Potenzialdifferenz des Gassensors. Dadurch wird das Fließen
von sekundären Leckströmen, also den Leckströmen zwischen dem
Sensorelement 2 und der Schirmelektrode 3 verhindert. Die di
rekten primären Leckströme, also Leckströme zwischen dem
Heizelement 1 und der Schirmelektrode 3, wie sie in Fig. 4
durch die kleinen Pfeile symbolisch gekennzeichnet sind, wer
den jedoch nicht verhindert.
Um ein Übertreten der Leckströme auf das Sensorelement 2 zu
verhindern, muss die Schirmelektrode 3 großflächiger ausge
bildet sein als das Sensorelement 2.
Um sicherzustellen, dass keine Leckströme zum Sensorelement 2
gelangen können, wird gemäß Fig. 4 das Potenzial Umess des
Sensorelementes 2 auf das Potential Us der Schirmelektrode 3
geregelt. Dabei hat die Höhe des Potenzials Us der Schirm
elektrode 3 keinen Einfluss auf den Regelvorgang.
Fig. 5 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Schaltungsanordnung mit einem elektrischen Stromlaufplan für
den Spannungsregler 8. Im linken Teil der Schaltungsanordnung
ist der Gassensor (Sensorelement 2) schematisch als veränder
licher Widerstand mit seinen Sensoranschlüssen 4, 5 darge
stellt, der beispielsweise als HC-Sensor ausgebildet sein
kann. Derartige Sensoren werden beispielsweise in Industrie
anlagen für Gas-, Rauch- oder Abgasmessungen und auch bei
Kraftfahrzeugen verwendet.
Das Sensorelement 2 wird mit einer konstanten Messspannung
Umess beaufschlagt und mit einem Ohmmeter der durch das Sen
sorelement 2 fließende Strom gemessen, wie in Fig. 4 in der
Übersicht dargestellt ist. Der Einfluss des Schirmpotenzials
Us auf den Wert des Messsignals Umess wird erheblich verrin
gert, da er im wesentlichen von der Gleichtaktunterdrückung
(CMRR, common mode rejection ratio) des verwendeten Operati
onsverstärkers und von seiner Offsetspannung abhängig ist.
Bezüglich des Schaltungsaufbaus ist ein erster Operationsver
stärker 60 vorgesehen, der mit seinem Ausgang für den gesam
ten Messzweig eine künstliche Masse bildet, an die die kalte
Elektrode (Sensoranschluss 5) des Sensorelementes 2 ange
schlossen ist. Der erste Operationsverstärker 60 ist mit ei
nem Eingang an dem Schirmanschluss 11 der Schirmelektrode 3
Fig. 4) angeschlossen, sein zweiter Anschluss ist über zwei
Widerstände 56 mit dem Anschluss 14 des Sensorelementes 2
verbunden (Fig. 4). Der Operationsverstärker 60 liefert so
mit in Form einer gepufferten Spannung das Potential Us von
der Schirmelektrode 3.
Der "heiße" Sensoranschluss 4 des Sensorelementes 2 ist auf
einen Operationsverstärker 51 geführt, der mit seinem Gegen
kopplungswiderstand 53 als Ohmmeter mit konstanter Messspan
nung Umess geschaltet. An seinem Ausgang ist die Spannung (U
mess)(1 + Rmess/Rsensor) abgreifbar. Die Messspannung Umess
entspricht der Steuerspannung am Sensorelement 2, wobei über
einen dritten Operationsverstärker 58, der mit den Widerstän
den 56, 57 als Addierer geschaltet ist, die Schirmspannung Us
an den beiden Sensoranschlüssen 4, 5 aufaddiert wird.
Ein vierter Operationsverstärker 54, an dessen beiden Eingän
ge jeweils zwei als Spannungsteiler gegen Masse geschalteten
Widerständen 52 angeordnet sind, dient als Differenzierer und
liefert das gassensitive Signal Umess (Rmess/Rsensor) an einen
Ausgang 61, wo es für die weitere Verwertung zur Verfügung
steht. Des weiteren ist ein Widerstand 52 als Gegenkopplungs
widerstand geschaltet.
Wie aus der obigen Formel ersichtlich ist, ist das Signal li
near von der Leitfähigkeit des Sensorelementes 2 abhängig,
nicht aber von der Schirmspannung Us. Zu beachten ist jedoch,
dass die Versorgungsspannung aller Operationsverstärker grö
ßer oder gleich sein muss als die verwendeten Spannungen für
das Heizelement 1 oder die Sauerstoffpumpe, da das Potenzial
der Schirmelektrode 3a priori nicht bekannt ist.
Claims (13)
1. Verfahren, zur Verringerung von Messfehlern und/oder Drift
erscheinungen an einem Gassensor, der mindestens ein Sensor
element (2) aus resistivem Metalloxid aufweist, mit Sensoran
schlüssen (4, 5), an denen ein Messwert abgegriffen wird, ei
nem temperaturgeregelten Heizelement (1) sowie einer dazwi
schen angeordneten Schirmelektrode (3),
dadurch gekennzeichnet, dass
das Potenzial zwischen dem Sensorelement (2) und der Schirm
elektrode (3) über einen Spannungsregler (8) geregelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Spannungsregler (8) die Potenzialdifferenz zwischen der
Schirmelektrode (2) und dem Sensorelement (2) auf 0 Volt re
gelt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, dass bei einer Schirmelektrode (3) mit einem
nicht signifikanten Flächenwiderstand der Spannungsregler (8)
eine regelbare Spannungsquelle (10) steuert, die mit der
Schirmelektrode (3) verbunden ist.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Spannungsregler (8) die Spannung Uc der regelbaren Span
nungsquelle (10) so regelt, dass das Schirmpotenzial Us stets
dem Sensorpotenzial Um entspricht, wobei Uc ≠ Um.
5. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Spannungsregler (8) das Schirmpotenzial Us an einem zwei
ten Anschluss (11) der Schirmelektrode (3) erfasst.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
bei einer Schirmelektrode (3) mit einem signifikanten Flä
chenwiderstand keine externe Spannungsquelle an die Schirm
elektrode (3) angelegt wird und dass der Spannungsregler (8)
einen Sensorgenerator (12) steuert, der mit dem Sensorelement
(2) verbunden ist (Fig. 4).
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Spannungsregler (8) das Potenzial (Um) des Sensorelemen
tes (2) auf den Wert der Schirmelektrode (3) nachregelt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schirmelektrode (3) großflächiger ausgebildet ist als das
Sensorelement (2).
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Spannungsregler (8) als Zweipunktregler, P-, I-, PID-,
Fuzzy-Regler oder als Regler mit digitalen Algorithmen ausge
bildet ist.
10. Schaltungsanordnung zur Durchführung des Verfahrens nach
einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem Sensorelement
(2) und einem Heizelement (1), zwischen denen eine Schirm
elektrode (3) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass
ein Spannungsregler (8) vorgesehen ist, der über eine regel
bare Spannungsquelle (10) oder einen regelbaren Sensorgenera
tor (12) das Potenzial zwischen dem Sensorelement (2) und der
Schirmelektrode (3) regelt.
11. Schaltungsanordnung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Spannungsregler (8) ausgebildet ist, das Potenzial (Us)
der Schirmelektrode (3) auf das Potenzial (Um) des Sensorele
mentes (2) nachzuregeln.
12. Schaltungsanordnung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Spannungsregler (8) ausgebildet ist, das Potenzial (Um)
des Sensorelementes (2) auf das Potenzial (Us) der Schirm
elektrode (3) nachzuregeln.
13. Schaltungsanordnung nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
an den Sensorelektroden (4, 5) ein Messgerät (6) angeschlos
sen ist, und dass das Messgerät (6) ausgebildet ist, den Sen
sorwiderstand unabhängig vom Regelvorgang des Sensorpotenzi
als zu messen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001152606 DE10152606C1 (de) | 2001-10-25 | 2001-10-25 | Verfahren zur Verringerung von Messfehlern und/oder Drifter-scheinungen an einem Gassensor sowie Schaltungsanordnung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2001152606 DE10152606C1 (de) | 2001-10-25 | 2001-10-25 | Verfahren zur Verringerung von Messfehlern und/oder Drifter-scheinungen an einem Gassensor sowie Schaltungsanordnung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10152606C1 true DE10152606C1 (de) | 2003-04-17 |
Family
ID=7703643
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2001152606 Expired - Fee Related DE10152606C1 (de) | 2001-10-25 | 2001-10-25 | Verfahren zur Verringerung von Messfehlern und/oder Drifter-scheinungen an einem Gassensor sowie Schaltungsanordnung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE10152606C1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE102014214432A1 (de) * | 2014-07-23 | 2016-01-28 | Siemens Aktiengesellschaft | Sensoranordnung, Messverfahren sowie Computerprogrammprodukt |
| CN105938116A (zh) * | 2016-06-20 | 2016-09-14 | 吉林大学 | 基于模糊划分和模型集成的气体传感器阵列浓度检测方法 |
| DE102019202242A1 (de) * | 2019-02-19 | 2020-08-20 | Inficon Gmbh | Gasdetektor mit einer Ionisiervorrichtung |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0125069A1 (de) * | 1983-04-26 | 1984-11-14 | Ngk Insulators, Ltd. | Elektrochemisches Element und Vorrichtung mit einem derartigen Element |
-
2001
- 2001-10-25 DE DE2001152606 patent/DE10152606C1/de not_active Expired - Fee Related
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|---|---|---|---|---|
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