DE10119140A1 - Bedruckstoffbögen verarbeitende Maschine - Google Patents
Bedruckstoffbögen verarbeitende MaschineInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft eine Bedruckstoffbögen verarbeitende Maschine (2), insbesondere eine Druck- oder Lackiermaschine in modularer Reihenbauweise, mit mindestens einem Bearbeitungswerk (4), welches einen Gegendruckzylinder (15) und einen an letzteren anstellbaren Werkzeugzylinder (17) mit mindestens einem Werkzeug (18) zum Verformen und/oder Trennen der Bedruckstoffbögen aufweist, weiterhin mit einer Umfangsregister-Verstelleinrichtung (19) und einer Seitenregister-Verstelleinrichtung (20), die dem Werkzeugzylinder (17) zu dessen Registerverstellung zugeordnet sind, und mit einer Diagonalregister-Verstelleinrichtung (21) die einem Bogentransportzylinder (16) zu dessen Registerverstellung zugeordnet ist, der die Bedruckstoffbögen dem Gegendruckzylinder (15) übergebend angeordnet ist.
Description
Die Erfindung betrifft eine Bedruckstoffbögen verarbeitende Maschine mit einem
Bearbeitungswerk.
In der DE 44 35 307 A1 ist eine solche Maschine beschrieben, deren Bearbeitungswerk
einen Formzylinder enthält, der mit einer Umfangs- und Seitenregisterverstellung versehen
ist und auf welchem eine wickelfähige Werkzeugplatte vorgesehen ist. Ungünstig an der
beschriebenen Maschine ist, daß jede Schräglage der Werkzeugplatte auf dem
Formzylinder eine einen Stillstand der Maschine voraussetzende und umständlich von
Hand auszuführende Korrektur erfordert, durch welche sichergestellt wird, daß die
Schnittlinien, Rillen, Prägungen, Stanzungen oder Perforationen, die im Bearbeitungswerk
erzeugt werden, passergenau zu einem Druckbild sind, das in einem dem Bearbeitungswerk
nachfolgenden ersten Druckwerk erzeugt wird.
In der Zeitschrift "Druck & Medien" - Magazin 2/2000 ist eine von der Heidelberger
Druckmaschinen AG hergestellte Druckmaschine der Baureihe Speedmaster SM 52 mit
einem Lackiersystem beschrieben, für welches eine Seitenregister-Verstelleinrichtung, eine
Umfangsregister-Verstelleinrichtung und eine Diagonalregister-Verstelleinrichtung
vorgesehen ist. Die Register-Verstelleinrichtungen ermöglichen zwar ein absolut
passergenaues Lackieren der Bedruckstoffbögen, jedoch ist eine die Bedruckstoffbögen
verformende oder trennende Bearbeitung mittels des Lackiersystemes nicht möglich.
Deshalb ist es die Aufgabe der Erfindung, eine Bedruckstoffbögen verarbeitende Maschine
zu schaffen, mittels welcher eine absolut passergenaue Bearbeitung der Bedruckstoffbögen
gewährleistet ist.
Die gestellte Aufgabe wird durch eine Bedruckstoffbögen verarbeitende Maschine mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Die erfindungsgemäße Bedruckstoffbögen verarbeitende Maschine umfaßt mindestens ein
Bearbeitungswerk, welches einen Gegendruckzylinder und einen Werkzeugzylinder
aufweist. Der Werkzeugzylinder ist an den Gegendruckzylinder anstellbar und von
letzterem wieder abstellbar. Weiterhin umfaßt die Maschine eine dem Werkzeugzylinder
zugeordnete Seitenregister-Verstelleinrichtung, eine ebenfalls dem Werkzeugzylinder
zugeordnete Umfangsregister-Verstelleinrichtung und eine Diagonalregister-
Verstelleinrichtung. Die Diagonalregister-Verstelleinrichtung ist einem
Bogentransportzylinder zugeordnet, der dem Gegendruckzylinder in Transportrichtung der
Bedruckstoffbögen unmittelbar vorgeordnet ist. Der Werkzeugzylinder ist umfangsseitig
mit mindestens einem Werkzeug zum Verformen der Bedruckstoffbögen und/oder mit
mindestens einem Werkzeug zum Trennen der Bedruckstoffbögen oder mit mindestens
einem Werkzeug zum Trennen und Verformen der Bedruckstoffbögen ausgestattet.
Ein Vorteil der erfindungsgemäßen Maschine ist darin zu sehen, daß eine Fehlstellung,
z. B. eine Schieflage des Werkzeuges relativ zum Gegendruckzylinder mittels der
Diagonalregister-Verstelleinrichtung bei laufender Maschine fernbedient korrigiert werden
kann und nicht mehr von Hand korrigiert zu werden braucht. Mittels der Diagonalregister-
Verstelleinrichtung kann der Bogentransportzylinder in eine der Schieflage des
Werkzeuges entsprechende Schieflage relativ zum Gegendruckzylinder verstellt werden, so
daß die Bedruckstoffbögen dem Gegendruckzylinder vom Bogentransportzylinder schief
übergeben werden. Durch die schiefe Lage der Bedruckstoffbögen auf dem
Gegendruckzylinder wird die schiefe Lage des Werkzeuges auf dem Werkzeugzylinder
kompensiert, so daß die vom Werkzeug auf den Bedruckstoffbögen erzeugten
Bearbeitungslinien bzw. -konturen wieder absolut passergenau zu bereits auf den
Bedruckstoffbögen befindlichen oder nachfolgend darauf aufgebrachten Bezugs- bzw.
Bearbeitungslinien oder Druckbildern sind.
Da sich die Bezugslinien oder -druckbilder vorzugsweise auf der Bogenseite befinden, auf
welche auch das Werkzeug einwirkt, wären an sich die Bezeichnungen Umfangspasser-,
Seitenpasser- und Diagonalpasser-Verstelleinrichtung treffender. Jedoch wird für die
Verstelleinrichtungen in der vorliegenden Beschreibung durchgängig die im
Sprachgebrauch durchgesetzte Bezeichnung Register-Verstelleinrichtung verwendet.
Bei Ausbildung des auf dem Werkzeugzylinder angeordneten Werkzeuges als ein
Rillwerkzeug, ein Nutwerkzeug oder ein Prägewerkzeug dient das Werkzeug zum
partiellen Verformen der Bedruckstoffbögen. Das Werkzeug kann aber auch als ein
Trennwerkzeug zum Schneiden, Stanzen, Ritzen oder Perforieren der Bedruckstoffbögen
ausgebildet sein. Selbstverständlich kann der Werkzeugzylinder die genannten Werkzeuge
auch in mehrfacher und miteinander kombinierter Anordnung tragen.
Die Bedruckstoffbögen verarbeitende Maschine ist vorzugsweise eine Druck- oder
Lackiermaschine, die in modularer Reihenbauweise mindestens ein Druckwerk und/oder
mindestens ein Lackierwerk zusätzlich zum Bearbeitungswerk umfaßt.
Weitere funktionell und konstruktiv vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen
Maschine ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles
und der dazugehörigen Zeichnung.
In dieser zeigt:
Fig. 1 eine Bedruckstoffbögen verarbeitende Maschine,
Fig. 2 ein Bearbeitungswerk der Maschine und
Fig. 3 eine Diagonalregister-Verstelleinrichtung des Bearbeitungswerkes.
In der Fig. 1 ist eine Bedruckstoffbögen 1 verarbeitende Maschine 2 dargestellt, welche
aus einem Bogenanleger 3, mindestens einem Bearbeitungswerk 4 bis 6 und einem
Bogenausleger 7 besteht. Im gezeigten Ausführungsbeispiel umfaßt die in für Bogen
rotationsdruckmaschinen typischer modularer Reihenbauweise ausgebildete Maschine 2
zusätzlich zu den bereits genannten Aggregaten mindestens ein Druckwerk 8 bis 11, das als
ein Offset-Druckwerk ausgebildet ist und vom gezeigten Ausführungsbeispiel abweichend
auch als ein Flexo-Druckwerk zum Verdrucken eines Lackes oder einer Farbe ausgebildet
sein kann. Das inline betriebene Bearbeitungswerk 4 ist dem ersten Druckwerk 8
vorgeordnet und die Bearbeitungswerke 5 und 6, denen ein Trockenwerk 12
zwischengeordnet ist, sind dem letzten Druckwerk 11 in Bogentransportrichtung
nachgeordnet. Jedes der Werke 4 bis 6 sowie 8 bis 12 weist separate Seitenwände auf, die
mit denen des jeweiligen benachbarten Werkes zusammengesetzt sind.
Der Aufbau eines jeden der Bearbeitungswerke 4 bis 6 wird mit Bezug auf die Fig. 2
und 3 am Beispiel des Bearbeitungswerkes 4 nachfolgend erläutert.
Dieses weist zwei Seitenwände 13 und 14 auf, zwischen denen ein doppelt großer
Gegendruckzylinder 15, ein diesem vorgeordneter doppelt großer Bogentransportzylinder
16 und ein Werkzeugzylinder 17 drehbar gelagert sind. Jeder der Zylinder 15 und 16 ist mit
zwei nicht näher gezeigten Greiferbrücken zum Halten der Bedruckstoffbögen 1
ausgerüstet.
Der Werkzeugzylinder 17 ist mit mindestens einem als ein Trennwerkzeug ausgebildeten
Werkzeug 18 bestückt, das gegen ein anderes Werkzeug, z. B. ein Verformungswerkzeug
zum partiellen Verformen der Bedruckstoffbögen 1, austauschbar auf dem
Werkzeugzylinder 17 befestigt ist. Dieser ist mit einem aus Paßstiften bestehenden
Registersystem ausgerüstet, das eine Vorausrichtung des Werkzeuges 18 auf dem
Werkzeugzylinder 17 ermöglicht. Bei dem in Form mindestens einer gekrümmten oder
geraden Linie ausgebildeten Werkzeug 18 handelt es sich um eine Stanzlinie und kann es
sich auch um eine Perforierlinie oder eine Prägelinie handeln. Eine Umfangsregister-
Verstelleinrichtung 19, eine Seitenregister-Verstelleinrichtung 20 und eine
Diagonalregister-Verstelleinrichtung 21 des Bearbeitungswerkes 4 sind in der Fig. 2 stark
schematisiert dargestellt. Die Umfangsregister-Verstelleinrichtung 19 besteht aus einem
schrägverzahnten Stirnrad des Gegendruckzylinders 15 und einem mit diesem kämmenden
und ebenfalls schrägverzahnten Stirnrad des Werkzeugzylinders 17 sowie einem
fernsteuerbaren Stellantrieb zum Verschieben des Stirnrades des Werkzeugzylinders 17 in
achsparalleler Richtung relativ zum Stirnrad des Gegendruckzylinders 15. Durch die
Verschiebung des koaxial und drehfest mit dem Werkzeugzylinder 17 verbundenen
Stirnrades relativ zum in der eingenommenen Drehstellung festgehaltenen Stirnrad des
Gegendruckzylinders 15 wird der Drehwinkel, d. h. das Umfangsregister, des
Werkzeugzylinders 17 und damit des Werkzeuges 18 relativ zum Gegendruckzylinder 15
verstellt.
Die Seitenregister-Verstelleinrichtung 20 besteht aus einem fernsteuerbaren Stellantrieb
zum axialen Verschieben des Werkzeugzylinders 17 und mit diesem des Werkzeuges 18
relativ zum Gegendruckzylinder 15 gegen die Rückstellwirkung einer Feder sowie aus
einem die axiale Verschiebung des Werkzeugzylinders 17 führenden Schubgelenk.
Die Diagonalregister-Verstelleinrichtung 21 des Bearbeitungswerkes 4 ist in der Fig. 3 in
Einzelheiten dargestellt und besteht aus einem buchsenförmigen Exzenterlager 22, das
mittels eines als Elektromotor ausgebildeten fernsteuerbaren Stellantriebes 23 um eine
Mittelachse 24 des Exzenterlagers 22 verdrehbar in der Seitenwand 13 gelagert ist. Ein
Achszapfen des Bogentransportzylinders 16 ist drehbar und exzentrisch zur Mittelachse 24
im Exzenterlager 22 gelagert. Eine Exzentrizität zwischen einer Rotationsachse 25 des
Bogentransportzylinders 16 und der Mittelachse 24 ist in der Fig. 3 mit e bezeichnet. Eine
Gewindespindel des Stellantriebes 23 bildet zusammen mit einer drehbar am Exzenterlager
22 angeordneten Gewindebuchse ein Schraubengetriebe 26, über welches der Stellantrieb
23 seine Antriebsbewegung auf das Exzenterlager 22 überträgt. Der Stellantrieb 23 ist
drehbar und gestellfest an der Seitenwand 13 angeordnet.
Die Diagonalregister-Verstelleinrichtung 21 besteht weiterhin aus einem auf der dem
Exzenterlager 22 entgegengesetzten Seite des Werkzeugzylinders 17 angeordneten
Drehlager 27 mit einem auf der Rotationsachse 25 liegenden Drehpunkt 28, um welchen
der Bogentransportzylinder 16 und somit dessen Rotationsachse 25 durch entsprechende
Verdrehungen des Exzenterlagers 22 in verschiedene Schrägstellungen und auch in die
Parallelstellung relativ zu einer Rotationsachse 29 des Gegendruckzylinders 15 kippbar ist.
Zur Verdeutlichung des Prinzips ist das Drehlager 27 in der Fig. 3 als ein spezielles
Pendellager dargestellt. Da die den Schrägstellungen entsprechenden Winkel zwischen den
Achsen 25 und 29 äußerst gering sind, ist in der Praxis kein solches Pendellager
erforderlich und kann stattdessen das Spiel eines als das Drehlager 27 verwendeten
Wälzlagers, in welchem ein Achszapfen des Bogentransportzylinders 16 drehbar gelagert
ist, zur Vorgabe des Drehpunktes 28 ausgenützt werden.
Jede der Register-Verstelleinrichtungen 19 bis 21 ist von einem Steuerpult der Maschine
aus steuerbar und wird vom Bediener so lange während des ununterbrochenen
Maschinenlaufes nachgestellt, bis die visuell beurteilte oder meßtechnisch erfaßte
Passergenauigkeit der vom Bogenausleger ausgelegten Bedruckstoffbögen den
Anforderungen entspricht.
Ein Vorteil der Maschine 2 besteht darin, daß bei einem nicht hinreichend genau auf dem
Werkzeugzylinder 17 ausgerichteten oder bereits fehlerhaft gefertigten Werkzeug 18
dessen Fehlstellung nicht durch eine Demontage und erneute Montage des Werkzeuges 18
korrigiert zu werden braucht, sondern es lediglich erforderlich ist, die Fehlstellung des
Werkzeuges 18 bei der Übergabe der Bedruckstoffbögen 1 vom Bogentransportzylinder 16
an den Gegendruckzylinder 15 zu berücksichtigen. Mit anderen Worten gesagt, wird durch
eine dementsprechend gewählte Einstellung der Diagonalregister-Verstelleinrichtung 21
ein jeder der Bedruckstoffbögen 1 in einer bestimmten Schräglage relativ zum
Werkzeugzylinder 17 und zum Gegendruckzylinder 15 an letzteren übergeben und auf dem
Gegendruckzylinder 15 in dieser Schräglage am rotierenden Werkzeugzylinder 17
vorbeigeführt. Die bestimmte Schräglage ist so eingestellt, daß trotz ungenauer Montage
oder Fertigung des Werkzeuges 18 eine vom Werkzeug 18 erzeugte Bearbeitungs- bzw.
Stanzlinie einen passergenauen Stand relativ zu in den Druckwerken 8 bis 11 erzeugten
Druckbildern hat.
1
Bedruckstoffbögen
2
Maschine
5
Bogenanleger
4
Bearbeitungswerk
5
Bearbeitungswerk
6
Bearbeitungswerk
7
Bogenausleger
8
Druckwerk
9
Druckwerk
10
Druckwerk
11
Druckwerk
12
Trockenwerk
13
Seitenwand
14
Seitenwand
15
Gegendruckzylinder
16
Bogentransportzylinder
17
Werkzeugzylinder
18
Werkzeug
19
Umfangsregister-Verstelleinrichtung
20
Seitenregister-Verstelleinrichtung
21
Diagonalregister-Verstelleinrichtung
22
Exzenterlager
23
Stellantrieb
24
Mittelachse
25
Rotationsachse
26
Schraubengetriebe
27
Drehlager
28
Drehpunkt
29
Rotationsachse
e Exzentrizität
e Exzentrizität
Claims (3)
1. Bedruckstoffbögen (1) verarbeitende Maschine (2), insbesondere eine Druck- oder
Lackiermaschine in modularer Reihenbauweise, mit mindestens einem Bearbeitungswerk
(4, 5, 6) welches einen Gegendruckzylinder (15) und einen an letzteren anstellbaren
Werkzeugzylinder (17) mit mindestens einem Werkzeug (18) zum Verformen und/oder
Trennen der Bedruckstoffbögen (1) aufweist, weiterhin mit einer Umfangsregister-
Verstelleinrichtung (19) und einer Seitenregister-Verstelleinrichtung (20), die dem
Werkzeugzylinder (17) zu dessen Registerverstellung zugeordnet sind, und mit einer
Diagonalregister-Verstelleinrichtung (21), die einem Bogentransportzylinder (16) zu
dessen Registerverstellung zugeordnet ist, der die Bedruckstoffbögen (1) dem
Gegendruckzylinder (15) übergebend angeordnet ist.
2. Maschine nach Anspruch 1,
wobei das Werkzeug (18) zum Verformen der Bedruckstoffbögen (1) als ein Rill-, Nut-
oder Prägewerkzeug ausgebildet ist.
3. Maschine nach Anspruch 1 oder 2,
wobei das Werkzeug (18) zum Trennen der Bedruckstoffbögen (1) als ein Schneid-,
Stanz-, Ritz- oder Perforierwerkzeug ausgebildet ist.
Priority Applications (1)
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Publications (1)
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Family Applications (1)
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