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DE10055679A1 - Verfahren, Computersystem und Computerprogramm-Produkte zur modellbasierten Generierung von Testszenarien - Google Patents

Verfahren, Computersystem und Computerprogramm-Produkte zur modellbasierten Generierung von Testszenarien

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DE10055679A1
DE10055679A1 DE10055679A DE10055679A DE10055679A1 DE 10055679 A1 DE10055679 A1 DE 10055679A1 DE 10055679 A DE10055679 A DE 10055679A DE 10055679 A DE10055679 A DE 10055679A DE 10055679 A1 DE10055679 A1 DE 10055679A1
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tree
model
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classification tree
computer
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DE10055679A
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DaimlerChrysler AG
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Publication date
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Abstract

Beim vorliegenden Verfahren zur modellbasierten Generierung von Testzenarien wird aus wenigstens einem Teil eines in Programmform vorliegenden Simulationsmodells automatisch ein Klassifikationsbaum erzeugt, wobei testrelevante Informationen aus dem Simulationsmodell mit einem Modell-Extraktor automatisch extrahiert, als Baumkomponenten repräsentiert und zu einem Klassifikationsbaum zusammengesetzt werden. Durch diese Maßnahmen wird ein hohes Potential für Kosteneinsparungen erreicht und die Systemqualität wesentlich erhöht.

Description

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren, auf ein Computersystem und auf Computerprogramm-Produkte zur modellbasierten Generierung von Testszenarien.
Die Interaktion zwischen den verschiedenen Schritten der Entwicklung eingebetteter Systeme ist gering. Die Reduzierung der dadurch erforderlichen redundanten Mehrfachaktivitäten bietet ein enormes Potential für Kosteneinsparungen und die Erhöhung der Systemqualität. Im Rahmen des derzeit angewendeten Entwicklungsprozesses für eingebettete Software werden zahlreiche verschiedene Techniken mit geringer Wechselwirkung eingesetzt.
Der Ansatz zur modellbasierten Testen basiert auf der Klassifikationsbaum-Methode, Grochtmann, M. und Grimm, K. 'Classification Trees for Partition Testing', Software Testing, Verification and Reliability, 3, 63-82 (1993). Diese ist eine spezielle Instanz des Black-Box Partition Testens, die teilweise Ideen der Category Partition Method, Ostrand, T. und Balcer, M.: 'The category-partition method for specifying and generating functional tests', Communications of the ACM, 31(6), 676-686 (1988), aufgreift und erweitert. Mit dem Klassifikationsbaum- Editor CTE (= Classification Tree Editor), Grochtmann, M., Grimm, K., und Wegener, J.: 'Tool-Supported Test Case Design for Black- Box Testing by Means of the Classification-Tree Editor', Proc. of 1st European Int. Conf. an Software Testing, Analysis and Review (EuroSTAR '93), London, UK, pp. 169-176 (1993), ist kommerzielle Werkzeugunterstützung verfügbar.
Grundidee der Klassifikationsbaum-Methode ist die disjunkte Partitionierung des Eingaberaums des Testobjektes unter verschiedenen Aspekten und die graphische Repräsentation dieser Partitionierung in Form eines Baumes. Der Eingaberaum wird so aufgeteilt, daß die einzelnen Teile, die Partitionen, keinen Überlappungsbereich aufweisen. Die einzelnen Partitionen werden zu Testfällen zusammengestellt, mit denen dann ein Test durchgeführt werden kann.
Stand der Technik sind somit manuelle Black-Box Testverfahren wie die Klassifikationsbaum-Methode, welche den ständigen Eingriff eines Testingenieurs in das anzuwendende Verfahren erforderlich machen. Die klassische Vorgehensweise ist zeitintensiv und weist ein hohes Fehlerrisiko auf, wodurch unüberschaubare Kosten mit der Durchführung des Verfahrens verbunden sind.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein leistungsfähiges Verfahren zur modellbasierten Generierung von Testszenarien anzugeben, das ein hohes Potential für Kosteneinsparungen aufweist und eine Erhöhung der Systemqualität gewährleistet. Außerdem sollen ein Computersystem und Computerprogramm-Produkte zum Durchführen des Verfahrens angegeben werden.
Die erstgenannte Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zur modellbasierten Generierung von Testszenarien, wobei gemäß der Erfindung aus wenigstens einem Teil eines in Programmform vorliegenden Simulationsmodells automatisch ein Klassifikationsbaum erzeugt wird, wobei testrelevante Informationen aus dem Simulationsmodell mit einem Modell- Extraktor automatisch extrahiert, als Baumkomponenten repräsentiert und zu einem Klassifikationsbaum zusammengesetzt werden.
Beim modellbasierten Testen werden die Testszenarien automatisch aus einer ausführbaren Spezifikation, beispielsweise in Form eines Matlab/Simulink-Modells, abgeleitet. Mit Hilfe dieser Testszenarien kann dann sowohl das Modell im Modelltest selbst, als auch daraus entwickelte Software im Software-Test getestet werden.
Der Klassifikationsbaum klassifiziert im allgemeinen beliebige testrelevante Aspekte wie Größe, Farbe oder Form des Testobjektes. Im vorliegenden Verfahren klassifiziert der Klassifikationsbaum den Eingabedatenraum des Modells, beispielsweise Eingangssignale und Parameter. Die Klassifikationsbäume werden automatisch, d. h. programmgesteuert mit Hilfe eines Computers, erstellt. Hierdurch wird Zeit eingespart und Fehler können weitgehend vermieden werden. Gleichbedeutend hiermit werden im erheblichen Umfang Kosten eingespart.
Die Entscheidung, ob eine Information testrelevant ist, wird durch den Modell-Extraktor getroffen. Die Baumkomponenten werden durch den Modell-Extraktor zu einem Klassifikationsbaum zusammengesetzt. User-Input ist nur optional erforderlich, er dient lediglich zur Strukturierung des Klassifikationsbaumes. Erfolgt kein User-Input, werden Standardeinstellungen benützt und die Generierung erfolgt vollautomatsich.
Der vorliegende Ansatz für die Generierung von modellbasierten Testszenarien führt zu einer drastischen Reduktion des Testaufwandes sowie zu einer Erhöhung der Qualität des Testprozesses. Der geeignete Entwurf der Testszenarien ist die entscheidende Voraussetzung für einen effizienten und vollständigen Testprozeß. Ein Teil dieses Potentials wird durch die Kopplung von Modellierungs- und Testaktivitäten erschlossen.
Die Integration verschiedener Techniken in eine gemeinsame Plattform ermöglicht aus diesem Grund ein großes Potential für eine Qualitäts- und Effizienzsteigerung. Neben der Integration der zugrundeliegenden Konzepte erfolgt eine Werkzeugintegration auf der Basis geeigneter, industriell akzeptierter Werkzeuge. Es wird speziell die Integration von Modellierung und Test eingebetteter Systeme betrachtet. Der dynamische Test ist zum einen die wichtigste Qualitätssicherungsmaßnahme bei der Entwicklung dieser Systeme, wobei seine Durchführung zum anderen allerdings auch einen hohen Zeitaufwand erfordert. Deshalb ist die Automatisierung des Testprozesses ein wichtiges Ziel.
Im Rahmen eines modellbasierten Entwicklungsprozesses wird ein Modell des zu entwickelnden Systems erstellt, das u. a. zahlreiche testrelevante Informationen enthält. Beim modellbasierten Test werden diese Informationen ausgenutzt, um den Testprozeß zu unterstützen. Beispielsweise können die Informationen über die Datenflüsse oder das Verhalten des Systems die Generierung von Testsequenzen unterstützen.
Vorzugsweise werden zunächst die Eingabeschnittstellen, die internen Parameter des zu testenden Objekts sowie weitere relevante Bestandteile des Simulationsmodells auf testrelevante Aspekte hin analysiert.
Insbesondere können die Modellelemente als Informationen verwendet werden. Als Informationen sind hier unter anderem Eingabesignale, Eingabebusse, Elemente von Eingabebussen, interne Modellparameter, Zustände, Ereignisse, Transitionen sowie Modellnamen vorgesehen.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird aus Baumkomponenten ein Rohklassifikationsbaum als Vorstufe des endgültigen Klassifikationsbaumes erstellt und durch weitere Informationen vervollständigt.
Vorzugsweise werden zur pragmatischen Strukturierung Knoten nach Vorgabe in den Rohklassifikationsbaum eingefügt. Der Rohklassifikationsbaum wird in Abhängigkeit von vorgegebenen Baumtransformationsregeln ergänzt.
Insbesondere können für wenigstens einen Teil der Modellelemente vorgegebene Darstellungsarten durch Baumelemente oder Teilbäume verwendet werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden durch Anwendung von Baumtransformationsregeln Informationen über die Datentypen der Schnittstellenelemente und der Parameter in den Rohklassifikationsbaum eingefügt. Die Baumtransformationsregeln benutzen Erfahrungswissen und ziehen projektspezifische Besonderheiten mit ein.
Vorzugsweise wird der aus dem Rohklassifikationsbaum vervollständigte Klassifikationsbaum wenigstens teilweise für eine weitere Bearbeitung in einen Klassifikationsbaum-Editor eingelesen.
Die zweitgenannte Aufgabe wird gelöst durch ein Computersystem zum Durchführen des Verfahrens.
Die drittgenannte Aufgabe wird gelöst durch ein Computerprogramm-Produkt, das direkt in den internen Speicher eines Computers geladen werden kann und Softwareabschnitte umfaßt, mit denen das Verfahren ausgeführt werden kann, wenn das Produkt auf einem Computer läuft.
Sie wird außerdem gelöst durch ein Computerprogramm-Produkt, das auf einem computergeeigneten Medium gespeichert ist und computerlesbare Programmittel aufweist, die den Computer veranlassen, das Verfahrens ablaufen zu lassen. Das Verfahren ist für die programmgesteuerte Ausführung in einem Computer konzipiert.
Die Erfindung wir anhand mehrerer Ausführungsbeispiele in den FIG näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 beispielhaft eine ausführbare Spezifikation in schematischer Darstellung;
Fig. 2 den Datenfluß eines Modell-Extraktors zum Erzeugen eines Klassifikationsbaums in schematischer Darstellung;
Fig. 3 die Datenextraktion zum Erzeugen eines Klassifikationsbaums in schematischer Darstellung;
Fig. 4 einen Ausschnitt aus der Benutzeroberfläche zur Bestimmung einer allgemeinen Baumstruktur in schematischer Darstellung;
Fig. 5 beispielhaft eine regelbasierte Ergänzung zum Erzeugen eines Klassifikationsbaums in schematischer Darstellung;
Fig. 6 einen Klassifikationsbaum-Editor in schematischer Darstellung.
Fig. 1 zeigt eine mit den Modellierungswerkzeugen Simulink und Stateflow erstellte ausführbare Spezifikation eines Simulationsmodells. Teile, sogenannte Subsysteme, eines solchen Modells sind die zu testenden Objekte. Die ovalen Markierungen zeigen beispielhaft zwei derartige Subsysteme.
Der auf der Klassifikationsbaum-Methode aufbauende Ansatz umfaßt zwei Hauptschritte:
  • 1. Auswahl und Anordnung von Testaspekten.
  • 2. Festlegung von Testszenarien.
Beide Schritte haben als gemeinsame Grundlage eine funktionale Spezifikation sowie die Schnittstellenbeschreibung des Testobjekts in Form einer ausführbaren Spezifikation.
Als erster Schritt der Auswahl und Anordnung von Testaspekten wird ein Klassifikationsbaum automatisch generiert. Unter Anwendung der Klassifikationsbaum-Methode werden die Eingabeschnittstellen des Testobjekts, so wie es beispielsweise in der funktionalen Spezifikation des Simulink-Modells gegeben ist, analysiert. Dabei werden verschiedene Aspekte, mit denen ein Test definiert werden kann, identifiziert. Für jeden Aspekt wird eine disjunkte und vollständige Zerlegung in Klassen angegeben.
Jede Klasse ihrerseits kann iterativ weiter klassifiziert werden. Die schrittweise Partitionierung des Eingabedatenraums durch die Angabe von Klassen wird strukturiert durch einen Baum dargestellt. Die Auswahl und Anordnung von Testaspekten wird durch den sogenannten Modell-Extraktor unterstützt.
Der Datenfluß des Modell-Extraktors zum Erzeugen eines Klassifikationsbaums in schematischer Darstellung ist in Fig. 2 dargestellt. Das Werkzeug generiert einen unvollständigen Baum, den sogenannten Rohklassifikationsbaums, unter Verwendung zweier Quellen.
Die erste ist das Simulink-Modell des zu testenden Subsystems. Insbesondere die Eingabeschnittstelle und die internen Parameter werden systematisch dahingehend untersucht, ob sie testrelevante Informationen enthalten, die dann in Form von Baumelementen extrahiert werden. Der Name des Testobjekts wird als Wurzelknoten des Baums eingesetzt. Eingabesignale, Elemente von Eingabebussen und interne Modellparameter werden als Klassifikationen extrahiert. Die hierarchische Struktur von Eingabebussen und -vektoren wird ebenfalls in den Baum übernommen.
Die zweite Informationsquelle ist eine interaktive Benutzungsschnittstelle, über die die allgemeine Baumstruktur durch den Testingenieur vordefiniert werden kann. Aufgrund der vom Testingenieur vorgegebenen Eigenschaften werden weitere Knoten zur Verfeinerung der Struktur in den Baum etwa so eingefügt, daß die Lesbarkeit des Baums verbessert oder anwendungsabhängige Randbedingungen beachtet werden.
Die Baumelemente, die den Eingabedatenraum des Modells beschreiben, sowie die benutzerdefinierte Strukturierung werden vom Modell-Extraktor verarbeitet, der daraus vollautomatisch einen ersten unvollständigen Klassifikationsbaum erzeugt.
Nach diesen beiden Schritten wird der vom Modell-Extraktor soweit erzeugte Baum in Abhängigkeit von vorgegebenen Baumtransformationsregeln ergänzt. Die Anwendung dieser Regeln, die separat abgelegt werden, ergänzen gebräuchliche Klassen oder sogar ganze Teilbäume für häufig auftretende Klassifikationen.
Fig. 3 zeigt exemplarisch Ausgangspunkt (links) und Ergebnis (rechts) der modellbasierten Generierung und strukturierten Darstellung von Testszenarien. Links ist ein Simulink-Subsystem entsprechend Fig. 1 in zwei Detaillierungsebenen dargestellt, wobei oben die Schnittstellen und unten das dahinter verborgene Modell angegeben sind. Rechts ist der mit Hilfe des Modell- Extraktors aus diesem Subsystem generierte Klassifikationsbaum dargestellt. Der Baum ist hierarchisch aufgebaut, hinter einigen Baumelementen verbergen sich weitere nicht dargestellte Teilbäume.
Für die Überprüfung von Laufzeiteigenschaften des zu testenden Systems müssen verschiedene Testszenarien definiert werden. In der systematischen Angabe von Testszenarien besteht der zweite wesentliche Schritt des Ansatzes zum modellbasierten Testen.
Jedes Testszenario beschreibt ein bestimmtes Verhalten der Umgebung des zu testenden Systems. Mittels der Angabe von Szenarien, als einem typischen Verhalten der Umgebung, kann die Überprüfung von Systemeigenschaften gezielt definiert werden, ohne direkt konkrete Ein-/Ausgabedaten verwenden zu müssen. Für einen Test des Systems muß die Umgebung so manipuliert werden, daß die entsprechenden Stimuli, wie sie in den Szenarien definiert wurden, für das System generiert werden.
Zur abstrakten Darstellung von Testszenarien werden diese aus einzelnen Testschritten aufgebaut. Jeder Testschritt definiert einen Eingabevektor zu einem bestimmten Zeitpunkt. Eine Folge von Schritten wird dann zu einer Testsequenz zusammengefaßt.
Die Angabe der einzelnen Testschritte erfolgt gemäß der Klassifikationsbaum-Methode. Im Klassifikationsbaum erfolgt die systematische Beschreibung der für den Test relevanten Aspekte. In einer sogenannten Kombinationstabelle werden die Testschritte und -sequenzen hierarchisch angegeben.
Jede Testsequenz beschreibt den Lauf eines Testobjekts. Daher werden zunächst Eingabevektoren für bestimmte Zeitpunkte im Sinne von Stützstellen auf der Basis der Klassen im Klassifikationsbaum definiert, indem für jede Stützstelle hierzu ein Testschritt in Form einer Kombination von Eingabeklassen angegeben wird. Danach wird der Werteverlauf der einzelnen Eingabewerte zwischen den Stützstellen in Form von abstrakten Funktionen über der Zeit beschrieben.
Die einzelnen Testschritte definieren so eine Menge von Stimuli, die mit beliebigen Abständen und in beliebiger Reihenfolge aktiviert werden können. Durch die Anordnung der Testschritte und die Angabe von Dauern, für die ein einzelner Testschritt aktiv sein soll, wird aus den Schritten eine Testsequenz gebildet. Auf diese Weise können etwa Einschwingzeiten für Regler von der Testbeschreibung berücksichtigt werden.
Unterschiedliche Klassen von kontinuierlichen wie auch diskreten Signalverläufen werden durch verschiedene Typen der Pfeile repräsentiert, die die Markierungen für einen Eingabewert in aufeinanderfolgenden Schritten miteinander verbinden. Mehrere Typen von Signalverläufen wie Schrittfunktion, lineare Steigung oder Spline sind vordefiniert mit der Schrittfunktion als Voreinstellung.
Die verschiedenen Signalverläufe werden durch entsprechende Pfeiltypen im Klassifikationsbaum-Editor CTE/ES repräsentiert. So können die unterschiedlichen Verläufe direkt aus der Kombinationstabelle abgelesen werden.
Die Definition von Testszenarien ist der letzte Schritt in der modellbasierten Ermittlung von Testsequenzen, die für die Durchführung von Tests herangezogen werden. Die tabellarische Angabe der Szenarien bildet dabei die systematische Herangehensweise auf unterschiedliche Bereiche der graphischen Beschreibung ab.
Die Testsequenzen bilden den Input für die weiteren Schritte im modellbasierten Testprozeß: Mit Hilfe einer Export-Funktion werden Vorgaben für die Testdatenbeschreibung aus dem Klassifikationsbaum-Editor extrahiert und dem Modellierungs- und Simulationswerkzeug zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe eines graphischen Testdateneditors werden die konkreten Input- Signalverläufe für die Simulation des Testobjektes festgelegt. Im Anschluß werden Testtreiber mit Stimuli- und Auswertungsblöcken teilautomatisch erzeugt, die das Modell direkt in der Simulationsumgebung mit den vorher definierten Inputsignalverläufen versorgen.
Fig. 4 zeigt einen Ausschnitt der Benutzeroberfläche des Modell- Extraktors. Durch die Eingabe von Parametern und das Setzen bestimmter Schalter in der Benutzeroberfläche kann die Grobstruktur des Rohklassifikationsbaums vom Testingenieur gesteuert werden. Durch Setzen des durch das Oval markierten Schalters wird in den Klassifikationsbaum ein entsprechender Knoten mit dem Namen 'Parameters' eingefügt, der alle im Testobjekt vorhandenen Parameter zu einem Teilbaum zusammenfaßt. Mit Hilfe dieses Steuerungsmechanismus können selbst große Klassifikationsbäume übersichtlich und somit handhabbar gestaltet werden.
Fig. 5 veranschaulicht eine mögliche und in diesem Ausführungsbeispiel sehr einfache Transformationsregel. Die Regel besagt, daß unter allen Klassifikations-Knoten, die binäre Größen (Inputs oder Parameter) repräsentieren, automatisch zwei Klassen-Knoten mit den möglichen Ausprägungen "true" und "false" dieser binären Größen eingefügt werden. Mit Hilfe dieser und weiterer Regeln wird der Rohklassifikationsbaum vervollständigt. Die Anwendung der Regeln erfolgt durch den Modell-Extraktor.
Die Transformationsregeln beschreiben das Wissen erfahrener Testingenieure. So können auch andere Anwender an dieser Erfahrung teilhaben.
Der vervollständigte Klassifikationsbaum kann nun in einen erweiterten Klassifikationsbaum-Editor, den CTE für eingebettete Systeme importiert werden. Dabei wird entweder der ganze Baum vollautomatisch importiert oder Teile des Baums werden vom Benutzer ausgewählt und gezielt im Editor weiter bearbeitet.
Die Fig. 6 zeigt einen Screenshot des erweiterten Klassifikationsbaum-Editors. Links ist das Importfenster veranschaulicht, in dem die Ergebnisse des Modell-Extraktors in einer baumartigen Repräsentation, dem Tree View, dargestellt sind. Der Benutzer kann nun mittels Drag and Drop diese generierte Baumstruktur oder einzelne Teile davon in die rechts oben dargestellte Zeichenfläche übernehmen.
Im Zuge der modellbasierten Entwicklung von eingebetteten Systemen, die durch die Verfügbarkeit von umfangreichen Modellierungswerkzeugen wie beispielsweise Matlab/Simulink/Stateflow möglich wurde, können die Konzepte der automatischen Testfallgenerierung in den industriellen Entwicklungsprozeß eingebracht werden. Die erforderlichen Informationen sind bereits in den normalen Entwicklungsstufen wie Modellierung vorhanden und müssen somit nicht eigens eingegeben werden.
Das Verfahren kann analog auch mit anderen Modellierungswerkzeugen wie Matlab/Simulink/Stateflow, MatrixX/- SystemBuild, ASCET/SD oder Statemate Magnum durchgeführt werden.
Die in den Ausführungsbeispielen am Beispiel von Matlab/Simulink aufgezeigte Vorgehensweise ist somit auf andere Modellierungswerkzeuge übertragbar.
Mit dem vorliegenden Verfahren wird ein leistungsfähiges Werkzeug für den modellbasierten Test und deren Integration in gängige Entwicklungs- und Simulationswerkzeuge zur Verfügung gestellt.
Das vorliegende Verfahren zum modellbasierten Testen zeigt am Spezialfall Modellierung und Test, wie die Informationen über das zu entwickelnde System in späteren Entwicklungsschritten wiederverwendet werden.
Dieser Ansatz hat zwei Hauptvorteile: Die Wiederverwendung von Informationen spart Entwicklungszeit und -kosten. Die ohnehin vorhandenen Informationen müssen nicht nochmals in andere Werkzeuge eingegeben werden, vielmehr wird die Information automatisch zwischen den Werkzeugen ausgetauscht. Die Qualität des gesamten Entwicklungsprozesses steigt. Typos und andere Inkonsistenzen zwischen Modellierung und Test erschweren nicht wie im bisherigen Vorgehen die Qualitätssicherung. Der Test kann somit prüfen, ob das Testobjekt exakt die beschriebenen Anforderungen erfüllt.

Claims (13)

1. Verfahren zur modellbasierten Generierung von Testszenarien, dadurch gekennzeichnet, daß aus wenigstens einem Teil eines in Programmform vorliegenden Simulationsmodells automatisch ein Klassifikationsbaum erzeugt wird, wobei testrelevante Informationen aus dem Simulationsmodell mit einem Modell-Extraktor automatisch extrahiert, als Baumkomponenten repräsentiert und zu einem Klassifikationsbaum zusammengesetzt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst die Eingabeschnittstellen und die internen Parameter des zu testenden Simulationsmodells sowie weitere relevante Bestandteile des Simulationsmodells auf testrelevante Aspekte hin analysiert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Modellelemente als Informationen verwendet werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß aus Baumkomponenten ein Rohklassifikationsbaum erstellt und durch weitere Informationen vervollständigt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur pragmatischen Strukturierung weitere Knoten nach Vorgabe in den Rohklassifikationsbaum eingefügt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß für wenigstens einen Teil der Modellelemente vorgegebene Darstellungsarten mit Baumelementen oder Teilbäumen verwendet werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Rohklassifikationsbaum in Abhängigkeit von vorgegebenen Baumtransformationsregeln ergänzt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß durch Anwendung von Baumtransformationsregeln Informationen über die Datentypen der Schnittstellenelemente und der Parameter in den Rohklassifikationsbaum eingefügt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Baumtransformationsregeln Erfahrungswissen benutzen und projektspezifische Besonderheiten einbeziehen.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß der vervollständigte Klassifikationsbaum wenigstens teilweise für eine weitere Bearbeitung in einen Klassifikationsbaum- Editor eingelesen wird.
11. Computersystem zum Durchführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10.
12. Computerprogramm-Produkt, das direkt in den internen Speicher eines Computers geladen werden kann und Softwareabschnitte umfaßt, mit denen das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10 ausgeführt werden kann, wenn das Produkt auf einem Computer läuft.
13. Computerprogramm-Produkt, das auf einem computergeeigneten Medium gespeichert ist und computerlesbare Programmittel aufweist, die den Computer veranlassen, das Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10 ablaufen zu lassen.
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