DE10015702A1 - Verfahren zum Einbringen wenigstens einer Innengravur in einen flachen Körper und Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zum Einbringen wenigstens einer Innengravur in einen flachen Körper und Vorrichtung zum Durchführen des VerfahrensInfo
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Abstract
Bei einem Verfahren zum Einbringen wenigstens einer Innengravur in einen flachen Körper, insbesondere aus transparentem Material, vorzugsweise in ein Flachglas, der eine mechanische Vorspannung aufweist bzw. der nachfolgend eine mechanische Vorspannung erhält, ist vorgesehen, daß für das Einbringen zumindest ein Strahl hoher Leistungsdichte verwendet wird, der in einem Wirkvolumen unmittelbar unterhalb der Oberfläche des flachen Körpers fokussiert wird. DOLLAR A Eine Vorrichtung, vorzugsweise zur Durchführung des Verfahrens, umfassend wenigstens eine Strahlenquelle zum Erzeugen des Strahls hoher Leistungsdichte, eine Fokussieroptik zum Fokussieren des Strahls und eine Haltevorrichtung für den flachen Körper, zeichnet sich dadurch aus, daß sie eine Meßeinrichtung zum Messen des Abstandes zwischen der Fokussieroptik und der Oberfläche des flachen Körpers aufweist.
Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Einbringen
wenigstens einer Innengravur in einen flachen Körper
insbesondere aus transparentem Material, vorzugsweise in ein
Flachglas, der eine mechanische Vorspannung aufweist bzw. der
nachfolgend eine mechanische Vorspannung erhält.
Die Erfindung betrifft auch eine Vorrichtung zum
Einbringen wenigstens einer Innengravur in einen flachen
Körper, insbesondere aus transparentem Material, vorzugsweise
in ein Flachglas, der eine mechanische Vorspannung aufweist
bzw. der nachfolgend eine mechanische Vorspannung erhält,
umfassend wenigstens eine Strahlenquelle zum Erzeugen des
Strahls hoher Leistungsdichte, eine Fokussieroptik zum
Fokussieren des Strahls und eine Haltevorrichtung für den
flachen Körper, insbesondere zur Durchführung des
vorbezeichneten Verfahrens.
Flache Körper, vorzugsweise Flachgläser, werden für
bestimmte Einsatzzwecke mechanisch vorgespannt. Durch das
Vorspannen wird eine höhere mechanische Festigkeit erzielt.
Das Vorspannen bewirkt zudem die Einstellung eines
spezifischen krümeligen Bruchverhaltens, um eine
Verletzungsgefahr bei Bruch des flachen Körpers zu verhindern.
Durch das Vorspannen werden in einem flachen Körper
Abschnitte gegensätzlicher mechanischer Spannungen erzeugt. In
der Regel stehen die Oberfläche bzw. die Oberflächen des
flachen Körpers und die unmittelbar darunter liegenden
Abschnitte unter Druckspannungen, während der Kernbereich des
flachen Körpers unter Zugspannung steht.
Verfahren der eingangs genannten Gattung sind für die
technische Kennzeichnung oder für die Dekoration von
dreidimensionalen Körpern bekannt. Beispielsweise werden durch
Innengravuren kompakte Glaskörper, wie Glaswürfel oder
Glaskugeln, dekoriert oder gekennzeichnet.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, mit einem
Verfahren der eingangs genannten Gattung auch vorgespannte
flache Körper bzw. für eine Vorspannung vorgesehene flache
Körper insbesondere aus transparentem Material mit einer
Innengravur zu versehen. Weiterhin soll eine Vorrichtung zum
Durchführen des Verfahrens aufgezeigt werden.
Diese Aufgabe ist verfahrensseitig erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß für das Einbringen der Innengravur zumindestens
ein Strahl mit hoher Leistungsdichte verwendet wird, der in
einem Wirkvolumen unmittelbar unterhalb der Oberfläche des
flachen Körpers fokussiert wird.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird für das
Einbringen der Innengravur ein Strahl hoher Leistungsdichte
verwendet. Dieser Strahl, vorzugsweise ein Laserstrahl, wird
in einem Wirkvolumen unmittelbar unterhalb der Oberfläche des
flachen Körpers fokussiert. Aus dem Wirkvolumen wird ein
Innengravurpunkt ausgebildet. Aufgrund der Fokussierung
unmittelbar unterhalb der Oberfläche des flachen Körpers ist
der hergestellte Innengravurpunkt gleichfalls unmittelbar
unterhalb der Oberfläche des flachen Körpers angeordnet. Die
Innengravur wird dabei vorzugsweise aus mehreren, voneinander
jeweils separaten Innengravurpunkten ausgebildet, wobei jeder
Innengravurpunkt durch ein Wirkvolumen ausgebildet wird.
Durch das erfindungsgemäße Fokussieren des Strahls hoher
Leistungsdichte unmittelbar unterhalb der Oberfläche des
flachen Körpers sind der bzw. sind die Innengravurpunkte in
dem Abschnitt des flachen Körpers angeordnet, der unter
Druckspannung steht. Es wird somit vermieden,
Innengravurpunkte im Kernbereich des flachen Körpers,
beispielsweise einer Flachglasscheibe, anzuordnen, der unter
Zugspannung steht.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist auch bei einem flachen
Körper anzuwenden, der nach einem Einbringen von
Innengravurpunkten mechanisch vorgespannt wird. Auch bei
diesem Körper ist nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
vorzugehen, sind also die Innengravurpunkte unmittelbar
unterhalb seiner Oberfläche anzuordnen. Die Innengravurpunkte
werden nach dem erfindungsgemäßen Verfahren derart unmittelbar
unterhalb der Oberfläche des flachen Körpers angeordnet, daß
sich die Innengravurpunkte innerhalb einer Schicht befinden,
deren Dicke etwa 25% der Gesamtdicke des Körpers beträgt. Der
Strahl hoher Leistungsdichte wird somit derart fokussiert, daß
die Wirkvolumina im oberen Viertel des zu behandelnden Körpers
ausgebildet werden, wobei die Oberfläche des Körpers nicht
verletzt wird.
Jeder Innengravurpunkt wird vorzugsweise mit einem
Durchmesser ausgebildet, der etwa gleich dem Abstand einander
benachbarter Gravurpunkte ist. Ein zu enges Anordnen einander
benachbarter Innengravurpunkte würde zu einer Schwächung des
gravierten Materials führen, die insbesondere bei einer
Vorspannung zum Zerbrechen des Materials führen könnte. Dann
würde nämlich eine lokale Zerstörung bei Auftreten von
Druckspannungen weiter reißen und der Körper zerstört werden.
Der Durchmesser eines Innengravurpunktes beträgt
beispielsweise 100 bis 300 µm.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können nach einer
Weiterbildung der Erfindung wenigstens drei Innengravurpunkte
dreidimensional zueinander angeordnet werden. Es ist somit
möglich, neben zweidimensionalen auch dreidimensionale
Innengravuren in einem flachen Körper auszubilden. Dabei ist
darauf zu achten, daß sich sämtliche Innengravurpunkte einer
dreidimensionalen Kennzeichnung innerhalb des Abschnittes
befinden, der unter Druckspannungen steht.
Jeder Innengravurpunkt ist bei einer zweidimensionalen
oder bei einer dreidimensionalen Innengravur unterhalb der
Oberfläche des flachen Körpers angeordnet. Bei
zweidimensionalen Innengravuren ist vorzugsweise vorgesehen,
daß jeder Innengravurpunkt in gleichem Abstand zur Oberfläche
unterhalb der Oberfläche des flachen Körpers ausgebildet wird.
Durch die Einstellung dieses gleichen Abstandes wird
vorteilhaft vermieden, daß Innengravurpunkte innerhalb des
Kernbereiches des flachen Körpers ausgebildet werden.
Vorrichtungsseitig ist die Aufgabe erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß eine Vorrichtung der eingangs genannten Gattung
eine Meßeinrichtung zum Messen des Abstandes zwischen der
Fokussieroptik und der Oberfläche des flachen Körpers
aufweist.
Bei dem Einbringen einer Innengravur in einen flachen
Körper ist es erforderlich, daß die Wirkvolumina, aus denen
die Innengravurpunkte gebildet werden, in den Abschnitt der
Druckspannung eingebracht werden. Dieser Abschnitt weist bei
flachen Körpern, beispielsweise bei Flachglas, eine geringe
Höhe von ca. ein Viertel der Dicke auf. Dadurch ist es
erforderlich, den in diesem Abschnitt fokussierten Strahl
hoher Leistungsdichte auch dann exakt in diesem Abschnitt zu
halten, wenn die Oberfläche des flachen Körpers nicht plan
ist. Um dieses Halten zu gewährleisten, ist die Meßeinrichtung
zum Messen des Abstandes zwischen der Fokussieroptik und der
Oberfläche des flachen Körpers vorgesehen. Mit dieser kann der
Abstand zwischen der Fokussieroptik und der Oberfläche exakt
gemessen werden und es kann bei Bedarf eine Korrektur des
Abstandes erfolgen.
Korrekturen sind insbesondere dann notwendig, wenn die
Oberfläche des flachen Körpers wesentlich von einer planen
Oberfläche abweicht. Aufgrund einer Ausstattung von
insbesondere Flachgläsern mit häufig großen Abmessungen und in
Relation dazu kleiner Dicken treten Wölbungen und Biegungen
des flachen Körpers insgesamt auf, die sich auf den Abstand
zwischen der Oberfläche dieses flachen Körpers und der
Fokussieroptik auswirken. Dieses Auswirken ist insbesondere
dann zu beachten, wenn mehrere Innengravurpunkte ausgebildet
werden und dabei der Strahl zu dem behandelnden flachen Körper
relativ bewegt wird. Dieses Bewegen kann durch ein Bewegen
der Fokussieroptik oder durch ein Bewegen des zu behandelnden
flachen Körpers mit der Haltevorrichtung, z. B. mit einem
Haltetisch, oder durch Bewegungen beider Baueinheiten
zueinander erfolgen. Während des Einbringens der
Innengravurpunkte wird der Abstand zwischen der Oberfläche des
flachen Körpers und der Fokussieroptik fortlaufend gemessen
und es wird bei auftretenden Abweichungen z. B. aufgrund von
Wölbungen und Biegungen der vorbestimmte Abstand sofort wieder
eingestellt.
Dieses Einstellen kann durch eine Veränderung des
Abstandes zwischen Körperoberfläche und Fokussieroptik
erfolgen oder auch durch eine Veränderung der Brennweite der
Fokussieroptik erfolgen.
Die Meßeinrichtung ist beispielsweise der Fokussieroptik
zugeordnet. Sie kann dabei eine berührungslos messende
Meßeinrichtung sein, vorzugsweise eine Laser-Meßeinrichtung.
Neben Flachgläsern können auch flache Scheiben aus
Kunststoffen behandelt werden.
Ausführungsbeispiele der Erfindung, aus denen sich weitere
erfinderische Merkmale ergeben, sind in der Zeichnung
dargestellt. Die beiden Figuren der Zeichnung zeigen
Vorrichtungen zum Einbringen wenigstens einer Innengravur in
einen flachen Körper.
Mit jeder Vorrichtung wird ein flacher Körper 1, der etwa
plattenförmig ausgebildet ist, mit einer bzw. mehreren
Innengravuren 2 versehen. Jede Innengravur 2 besteht aus
mehreren jeweils voneinander separaten Innengravurpunkten, die
in den gezeigten Ausführungsbeispielen etwa entlang einer
Linie innerhalb des flachen Körpers 1 ausgebildet werden.
Zum Einbringen der Innengravur 2 in den flachen Körper 1
dient ein Strahl 3 hoher Energiedichte (Fig. 1) bzw. ein über
Galvanometerspiegel abgelenkter Strahl 3 hoher Energiedichte
(Fig. 2). Jeder Strahl 3 ist ein Laserstrahl und wird in einer
schematisch dargestellten Laserstrahlquelle 4 erzeugt und über
einen oder gegebenenfalls mehrere Umlenkspiegel 5 in Richtung
des flachen Körpers 1 gelenkt. Im Lichtgang des Strahls 3 ist
eine Stelleinrichtung 6 zur Veränderung der Brennweite des
Strahls 3 angeordnet.
Bei der Vorrichtung nach Fig. 2 ist die Galvanospiegel-
Anordnung 7 nachfolgend zur Steileinrichtung 6 zur Veränderung
der Brennweite angeordnet.
Vor Auftreffen des Strahls 3 auf den flachen Körper 1 wird
der Strahl 3 durch eine Fokussieroptik 8 geführt. Mit dieser
erfolgt ein Fokussieren des Strahls 3 derart, daß er in einem
Bereich unmittelbar unterhalb der Oberfläche 9 des flachen
Körpers fokussiert ist. Die Fokussieroptik 8 ist
beispielsweise als Planfeldobjektiv (f-theta-Optik) oder als
telezentrische Optik ausgebildet.
Jede der Vorrichtungen weist darüber hinaus eine
Meßeinrichtung 10 auf, die der jeweiligen Fokussieroptik 8
zugeordnet ist. Mit dieser Meßeinrichtung 10 ist der Abstand z
zwischen der Fokussieroptik 8 und der dieser zugekehrten
Oberfläche 9 des flachen Körpers 1 fortlaufend meßbar. Die
Meßeinrichtung 10 arbeitet vorzugsweise berührungslos.
Der flache Körper 1 ist jeweils auf einem nicht weiter
dargestellten Tisch angeordnet. Mit den Pfeilen x und y ist
dargestellt, daß der Körper 1 mit dem Tisch in einer
horizontalen Ebene frei bewegbar ist. Zudem kann die
Fokussieroptik 8 bezüglich der Oberfläche 9 des flachen
Körpers 1 in Richtung des mit z gekennzeichneten Pfeils
veränderlich angeordnet sein. Auch die Fokussieroptik 8 kann
in einer zur Ebene des Tisches parallelen Ebene entsprechend
den Pfeilen x und y frei bewegbar sein.
Claims (10)
1. Verfahren zum Einbringen wenigstens einer Innengravur
in einen flachen Körper insbesondere aus transparentem
Material, vorzugsweise in ein Flachglas, der eine mechanische
Vorspannung aufweist bzw. der nachfolgend eine mechanische
Vorspannung erhält,
dadurch gekennzeichnet,
daß für das Einbringen zumindestens ein Strahl (3) hoher
Leistungsdichte verwendet wird, der in einem Wirkvolumen
unmittelbar unterhalb der Oberfläche des flachen Körpers (1)
fokussiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Strahl (3) hoher Leistungsdichte in einer Schicht
unterhalb der Oberfläche des flachen Körpers (1) fokussiert
wird, wobei die Dicke dieser Schicht etwa 25% der Gesamtdicke
des Körpers (1) beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß die Innengravur (2) aus mehreren,
voneinander jeweils separaten Innengravurpunkten gebildet
wird, wobei jeder Innengravurpunkt aus einem Wirkvolumen
ausgebildet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
jeder Innengravurpunkt mit einem Durchmesser ausgebildet wird,
der etwa gleich dem Abstand einander benachbarter Gravurpunkte
ist.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß wenigstens drei Innengravurpunkte
dreidimensional zueinander angeordnet werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß jeder Innengravurpunkt unterhalb der
Oberfläche (9) des flachen Körpers (1) in gleichem Abstand zu
dieser Oberfläche (9) ausgebildet wird.
7. Vorrichtung zum Einbringen wenigstens einer Innengravur
in einen flachen Körper insbesondere aus transparentem
Material, vorzugsweise in ein Flachglas, der eine mechanische
Vorspannung aufweist bzw. der nachfolgend eine mechanische
Vorspannung erhält, umfassend wenigstens eine Strahlenquelle
zum Erzeugen des Strahls hoher Leistungsdichte, eine
Fokussieroptik zum Fokussieren des Strahls und eine
Haltevorrichtung für den flachen Körper, insbesondere zur
Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß sie eine Meßeinrichtung (10) zum Messen des Abstandes
zwischen der Fokussieroptik (8) und der Oberfläche (9) des
flachen Körpers (1) aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Meßeinrichtung (10) der Fokussieroptik (8) zugeordnet
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung (10) eine berührungslos
messende Meßeinrichtung (10), vorzugsweise eine Laser-Meß
einrichtung (10), ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß die Strahlenquelle eine Laserstrahlquelle
(4) ist.
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