DE10003761A1 - Bypass für Fische an Kraftwerken - Google Patents
Bypass für Fische an KraftwerkenInfo
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Abstract
Es wird eine Einrichtung an Wasserkraftwerken mit Wasserzulauf aus einem fliessenden Gewässer mit Fischbestand aufgezeigt, bei dem zumindest ein Grossteil der Fische durch die erfindungsgemäße Einrichtung daran gehindert werden, mit dem der Turbine zugeführten Wasseranteil in das Turbinenrad zu gelangen und so getötet zu werden. Ferner sollen eventuell durch die durchfliessenden Fische entstehende Gefahren für die Anlage verhindert werden. Dieses geschieht durch die beschriebene Anordnung eines Bypasses parallel zu dem und in dem Wasserzulauf zur Turbine zwischen dem Oberwasserbecken und dem Unterwasserbecken.
Description
Die Erfindung betrifft einen ungefährlichen Umgehungsweg für
Fische bei Wasserkraftwerken, um nicht durch die Turbinen hindurch
geschleust zu werden. Bei diesem Durchgang werden die talwärts
schwimmenden Fische durch die Turbinenschaufeln oft schwer
verletzt oder auch getötet.
Um das Fischsterben der talwärts schwimmenden Fische möglichst
gering zu halten, werden oft die parallel zum Kraftwerk
angeordneten Wehre ab und zu geöffnet, um die sich im Oberwasser
vor einem Einlaufrechen angesammelten Fische in das Unterwasser
abzulassen. Hierbei wird dem Kraftwerk viel nutzbringendes Wasser
entzogen. Auch wird dabei der kontiniulierte Betrieb der
Energieerzeugung gestört, bez. zeitweise unterbrochen. Dabei ist
hierbei ein hoher personeller Aufwand nicht zu umgehen.
Eine andere Methode ist das Abfischen vor dem
Kraftwerkseinlaufrechen und der Transport der Fische in das
Unterwasserbecken mittels Fahrzeuge. Auch dieses System ist
aufwendig und teuer.
Die Erfindung hat sich zum Ziel gesetzt die Nachteile zu
eliminieren. Die dazu erforderlichen Einrichtungen oder Anlagen
sollten für die Kraftwerke nachrüstbar, einfach, weitgehenst
wartungsfrei und billig sein.
Zwischen dem Kraftwerksoberwasserbecken und dem
Kraftwerksunterwasserbecken wird ein vorzogsweise durchsichtiger
Verbindungsschlauch installiert, dessen Innendurchmesser auf die
Durchmesser der zu erwartenden größten Fischdurchmesser abgestimmt
ist. Dabei kann der Verbindungsschlauch rund, oval oder auch eckig
sein. Am Schlaucheingang im Oberwasser des Kraftwerkes ist ein
ebenfalls zweckmäßiger durchsichtiger Trichter als Übergang zum
Schlauch angebracht. Der duchsichtige Trichter aus Kunststoff oder
auch Glas wird unter Wasser im Oberwasserbassin plaziert.
Die Wasserdurchlaufmenge durch den Schlauch wird von der
Höhendifferenz zwischen Ober- und Unterwasser der Kraftwerksanlage,
sowie vom lichten Schlauchdurchmesser bestimmt. Die Einlauffläche
des Trichters ist größer als der Übergang des Trichters zum
Schlauch. Dementsprechend ist auch die Einströmgeschwindigkeit des
Wassers am Trichtereingang gering. Je mehr sich der Trichter zum
Übergang in den Schlauch verjüngt, umso größer wird dann die
Fließgeschwindigkeit des Wasser in Richtung zum Schlauch. Am
Eingang bez. am Übergang zum Schlauch wird diese
Fließgeschwindigkeit dann so groß sein, dass der im Trichter
befindliche Fisch nicht mehr nach rückwärts gegensteuern kann. Der
Fisch wird in den Schlauch eingesogen. Von nun an bestimmt die im
Schlauch herrschende Wasserfließgeschwindigkeit den Weg des
Fisches zum Unterwasser. Im Unterwasser wird dann der Fisch aus
dem Schlauch mit dem schlauchdurchströmenden Wasser ausgestoßen.
Da der Schlauch an seiner Innenseite glatt ist, besteht nunmehr
auch keine Verletzungsgefahr mehr für die im Unterwasser
angekommenden Fische.
Die durch den Schlauch fließende Wassermenge beträgt nur einen
Bruchteil der für den Kraftwerksteil benötigten Wassermenge zur
Energieerzeugung und kann somit für die der Nutzanwendung
entzogenen Menge vernachlässigt werden.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand von Prinzipskizzen von
Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Fig. 1 zeigt die Schlauchverlegung (1) parallel zum Kraftwerk (2)
im Prinzip auf. Die Fische (3), die durch den Einlaufrechen (4)
zum Weiterschwimmen in Richtung Kraftwerkeinlauf (5)
zurückgewiesen werden, werden auch in die Nähe des
Einlauftrichters (6) kommen und dort in den Einlauftrichter (6)
eingezogen werden. Im Weiteren erfolgt dann durch die immer
schneller werdende Fließgeschwindigkeit zum Schlauchübergang (12)
das Einsaugen der Fische (13) in den Schlauch.
Die Fig. 3 zeigt einen Fisch (7) am Eingang des Trichters (6) in
einer langsamen Strömung des Wassers in Richtung Schlaucheingang
(9). Der vor dem Übergang vom Trichter zum Schlauch schwimmende
Fisch (8) befindet sich in der starken Strömung (9) und wird in
den Schlauch (1) hineingezogen. Um den Fischen den Weg in den
Trichter zu weisen, bez. zu erleichtern, kann es zweckmäßig sein,
dass das Fischfutter (10) in kleinen Mengen (11) in das langsam
strömende Wasser am Trichtereingang zugeführt wird. Der Fisch
möchte das Futter (11), das immer schneller in Richtung Übergang
zwischen Einlauftrichtereingang und Schlaucheingang (9)
davonschwimmt, schnappen. Damit wird auch der Fisch in das immer
schneller fließende Wasser tiefer in den Trichter (6) gelangen und
dann vom Sog (9) in den Schlauch (1) gezogen, durch den Schlauch
transportiert und im Unterwasserbecken (17) wieder ausgestossen.
Das in der Fig. 3 dargestellte aus der Futterdosieeinrichtung (10)
in den Trichterbereich übergetretene Fischfutter (21) könnte dazu
führen, dass der Fisch schon beim Austritt des Futters aus der
Futterdosiereinrichtung (10) in den Filterbereich (6) sofort
zuschnappt. Eine durchsichtige Abschirmung (19), wie in Fig. 4
dargetellt mit einer Öffnung in Richtung (22) Filder-
Schlauchübergang (9) könnte dies verhindern. Der Fisch (23)
unterhalb der durchscheinenden Abschirmung (19) würde somit
optisch mitgeführt um dann am Ende dieser abschirmenden Blende
(19) tiefer im Trichter (6) mit dem schneller fließenden Wasser
(22) sein Futterstück erreichen. Dort ist aber die
Flißgeschwindigkeit des Wassers vom Trichter (6) in Richtung
Schlauchübergang (9) schon derart hoch, daß dem Fisch (23) keine
Umkehrmöglichkeit zum Trichtereingang (6) mehr möglich ist. Der
Fisch (23) wird durch die große Wasserströmungsgeschwindigkeit am
Schlaucheingang (9) in den Schlauch (1) eingesogen und zum
Unterwasserbecken (20) als unbeschädigter Fisch (17) wieder
unbeschädigt und schnell transportiert, ausgestoßen.
Zur Erfassung der durch den Schlauch gezogenen Anzahl der Fische
(17) kann eine Lichtschranke (13) oder ein ähnliches zur Zählung
geeignetes Sensorelement benutzt werden. Ein Anzeigegerät (14)
über die Anzahl der durchgeschleusten Fische wird vorzugsweise in
der Kraftwerkszentrale zur Registrierung aufgestellt, bez.
montiert.
Der Schlauch (1) und auch der Trichter (6) sollten um die Fische
nicht zu irritieren zweckmäßigerweise durchsichtig sein.
Das in der Fig. 1 dargestellte Prinzip erfordert einen bauseitigen
Einstich, bez. Durchstich in die Beckenwand des Oberwassers.
Abdichtungsprobleme könnten hierbei Schwierigkeiten bereiten. Um
diese baulichen Maßnahmen zu umgehen, könnte das Prinzip eines
Saughebers (15), wie in Fig. 2 dargestellt, für die Funktion der
Fischumleitung angewand werden. Nach Evakuierung des Schlauches
mittels einer Vakuumpumpe (16) oder durch Wasserauffüllung wird
das Wasser in den Schlauch (1) hineingezogen. Das nunwehr
nachströmende Wasser im Schlauchteil ermöglicht dann das
Nachfließen des Wassers ohne weitere Hilfen.
Für die Funktion dieses Einsaugens der Fische, besonders bei
Dunkelheit in den Trichter, kann es zweckmäßig sein innerhalb des
Trichters (6) eine Leuchtquelle (18) zur Orientierung bez. zur
Wegweisung oder zum Anlocken der Fische (7) in den Trichtereingang
zu installieren.
Zur Ingangsetzung der Fischumwegstrecke im Saughebebetrieb nach
Fig. 2 über den Schlauch ist auch bei günstiger
Strömungsgeschwindigkeit des Wassers im Unterwasserbecken (20)
die Installierung eines Ejektors am Schlauchausgang möglich um den
Anlauf der Wasserströmung einzuleiten.
Eine gelegentliche Reinigung des Schlauches gegen Ablagerungen an
der Schlauchinnenwand kann dies durch Einbringung eines Schwammes
oder eines ähnlichen Körpers in den Trichter (6) erfolgen. Der
Schwamm schrammt an der Schlauchwand entlang, beseitigt die
Rückstände und kann im Unterwasserbecken (20) nach Verlassen des
Schlauches (1) wieder für die nächste Rohrreinigung in Empfang
genommen werden.
1
Schlauch vom Oberwasser zum Unterwasserbecken eines Kraftwerkes
2
Kraftwerk mit Turbine
3
Fisch, der durch den Reinigungsrechen umkehren muß
4
Einlaufrechen zur Turbine des Kraftwerkes
5
Einlauf zur Turbine-Oberwasserbecken
6
Einlauftrichter für Bypasswasser
7
Fisch am Trichtereingang
8
Fisch vor dem Übergang vom Trichter zum Schlauch
9
Nahtloser Übergang vom Trichter zum Schlauch
10
Futtervoratsbehälter mit einer Dosiereinrichtung
11
Mitschwimmendes attraktives Fischfutter
12
Übergang Trichter Schlauch
13
Fischzähleinrichtung
14
Zählgerät für die Anzahl der durchgeschleusten Fische
15
Schlauchauflage beim Saughebeverfahren
16
Evakuierungspumpe zum Ansaugen des Wassers in die
Saughebevorrichtung
17
Im Unterwasser austretender Fisch
18
Licht als Orentierung für Fische, besonders nachts
19
Durchsichtige Futterabschirmung
20
Unterwasserbecken
21
Futterübergang in den Zwischenraum
22
Austretendes Futter aus dem Zwischenraum in den Trichter
23
Fisch auf Futterjagd
24
25
Claims (16)
1. Einrichtung an Wasserkraftwerken mit einem Wasserzulauf aus einem
fliessenden Gewässer, zur Bildung eines Umgehungsweges für Fische,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem Oberwasserbecken (5) und dem Unterwasserbecken (20) mindestens
ein Bypass (1) mit einem Einlauftrichter (6) angeordnet ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Bypass (1) im Bereich des Oberwasserbeckens (5) einen Sauheber (15)
aufweist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
in dem Einlauftrichter (6) eine Anordnung (10) zur Zuführung eines Fischköders
angeordnet ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Bypass (1) einen zumindest annähernd kreisförmigen Querschnitt aufweist.
5. Einrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Bypass einen rechteckigen Querschnitt aufweist.
6. Einrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Bypass (1) einen ovalen Querschnitt aufweist.
7. Einrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
parallel zu einem Abschnitt des Einlauftrichters (6) ein Führungselement (19)
angeordnet ist.
8. Einrichtung nach Anspruch (7),
dadurch gekennzeichnet, dass
das Führungselement (19) transluzent ist.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Einauftrichter (6) in dem strömungsmäßig ruhigen Teil des Oberwasserbeckens
(5) in dem Bereich vor dem Einlaufrechen (4) des Turbinenhauses (2) angeordnet ist.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
mehrere Bypässe (1), ein Bypassbündel bildend, angeordnet sind.
11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
mehrere Bypässe (1) parallel zueinander angeordnet sind.
12. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verbindung zwischen dem Einlauftrichter (6) und dem Austritt zumindest
annähernd geradlinig erfolgt.
13. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
sowohl der Bypass (1) als auch der Einlauftrichter (6) transluzent ausgebildet sind.
14. Einrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Bypass (1) sowie der Einlauftrichter (6) und die Anordnung (10) aus einem
klaren, seewasserbeständigen Kunststoff gebildet sind.
15. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
an dem Einlauftrichter (6) ein Schwimmer angeordnet ist.
16. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
in dem Bypass (1) mindestens eine Lichtquelle angeordnet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000103761 DE10003761A1 (de) | 2000-01-28 | 2000-01-28 | Bypass für Fische an Kraftwerken |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE2000103761 DE10003761A1 (de) | 2000-01-28 | 2000-01-28 | Bypass für Fische an Kraftwerken |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE10003761A1 true DE10003761A1 (de) | 2001-08-02 |
Family
ID=7629073
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE2000103761 Withdrawn DE10003761A1 (de) | 2000-01-28 | 2000-01-28 | Bypass für Fische an Kraftwerken |
Country Status (1)
| Country | Link |
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