DE1097013B - Leiteranordnung fuer Cryotronkreise und Verfahren zu deren Herstellung - Google Patents
Leiteranordnung fuer Cryotronkreise und Verfahren zu deren HerstellungInfo
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Description
DEUTSCHES
Die Erfindung betrifft eine Leiteranordnung für Cryotronkreise mit einem gesteuerten Leiterabschnitt
aus einem supraleitenden Material mit vorbestimmter kritischer Feldstärke und einem Steuerleiter aus 'einem
supraleitenden Material von relativ hoher kritischer Feldstärke und Verfahren zu deren Herstellung.
Die Erfindung wird in bezug auf Aufgabe und Lösung im folgenden an Hand schematischer Zeichnungen
näher erläutert.
Fig. 1 zeigt 'eine Kurvenschar für verschiedene Materialien, und sie läßt erkennen, auf welche Weise
sich die Temperatur, bei der das Material supraleitend wird, in Abhängigkeit von einem angelegten Magnetfeld
ändert; die angegebenen Materialien sind supraleitend, wenn sie unter denjenigen Bedingungen gehalten
werden, welche durch die links von den betreffenden Kurven bzw. unterhalb der Kurven liegenden
Flächen dargestellt werden;
Fig. 2 ist eine schematische Darstellung eines bekannten
Cryotrons;
Fig. 3 zeigt schematisch eine Cryotron-Flip-Flop-Schaltung,
bei der Cryotrone der Ausführung nach Fig. 2 verwendet werden;
Fig. 4 ist .ein Schnitt durch einen Basisleiter, bei dem
bestimmte Abschnitte mit Überzügen von unterschiedlichen Supraleitfähigkeitseigenschaften versehen sind;
Fig. 5 ist ein Längsschnitt durch den Leiter nach Fig. 4, bei dem der Überzug in den Leiter hineindiffundiert
ist, um einen Cryotronleiter gemäß der Erfindung herzustellen;
Fig. 6 zeigt im Längsschnitt eine weitere Ausbildungsform eines zusammengesetzten Cryotronleiters
nach der Erfindung;
Fig. 7 veranschaulicht schematisch, auf welche Weise mehrere miteinander verbundene Cryotrone aus Leitern
der aus Fig. 3 und 4 ersichtlichen Art hergestellt werden können;
Fig. 8 zeigt schematisch die Cryotron-Flip-Flop-Schaltung
nach Fig. 3, die sich aus mehreren gemäß Fig. 7 aufgebauten Cryotronen zusammensetzt.
In sämtlichen Figuren sind jeweils ähnliche Teile mit gleichen Bezugsziffern bezeichnet.
Cryotronkreise bestehen bekanntlich aus einem gesteuerten Leiterabschnitt aus einem supraleitfähigen
Material mit vorbestimmter kritischer Feldstärke und einem Steuerleiter aus einem supraleitfähigen Material
von relativ höherer kritischer Feldstärke. Unter kritischer Feldstärke wird diejenige Stärke eines Magnetfeldes
verstanden, bei der der ohmsche Widerstand eines sich im supraleitenden Zustand befindlichen
Leiters ohne Änderung der Temperatur wieder einen vorbestimmten endlichen Wert annimmt. Cryotronkreise
können beispielsweise als logische Kreise in Rechenwerken Verwendung finden.
Leiteranordnung für Cryotronkreise
und Verfahren zu deren Herstellung
und Verfahren zu deren Herstellung
Anmelder:
International
International
Business Machines Corporation,
New York, N. Y. (V. St. A.)
New York, N. Y. (V. St. A.)
Vertreter: Dr.-Ing. F. Wuesthoff, Dipl.-Ing. G. Puls
und Dipl.-Chem. Dr. rer. nat. E. Frhr. v. Pechmann,
Patentanwälte, München 9, Schweigerstr. 2
Beanspruchte Priorität:
V. St. v. Amerika vom 11. Juli 1957
V. St. v. Amerika vom 11. Juli 1957
Howard O. McMahon, Lexington, Mass. (V. St. A.),
ist als Erfinder genannt worden
ist als Erfinder genannt worden
Fig. 1 zeigt, daß ein Magnetfeld von 50bis lOOÖrsted
bewirkt, daß ein Draht aus_Tantal, der auf einer Temperatur von 4,2° K, d. h.„ auf dem Siedepunkt von
flüssigem Helium bei atmosphärischem Druck, gehalten wird, aus seinem Supraleitungszustand in den Widerstandszustand
übergeht.
Weiter veranschaulicht Fig. 2 ein bekanntes Cryotron mit einem Mittel- bzw. Sperrleiter 2, auf den eine
Steuerwicklurig 4 aufgewickelt ist; sowohl der Sperrleiter
als auch die Wicklung bestehen aus Materialien, die normalerweise bei sehr tiefen Temperaturen supraleitend
sind. Das gesamte Aggregat wird in flüssiges Helium eingetaucht, um den Sperrleiter 2 und die
4.0 Steuerwicklung 4 supraleitend zu machen. Wenn man
einen Strom von ausreichender Stärke durch den Steuerleiter schickt, bewirkt das hierdurch hervorgerufene
Magnetfeld, daß der Sperrleiter aus dem Supraleitungszustand in den Widerstandszustand übergeht.
Somit bildet die Steuerwicklung zusammen mit dem Sperrleiter einen elektrisch zu betätigenden
Schalter, bei dem der Sperrleiter durch das Hindurchschicken eines Stromes durch die Steuerwicklung aus
dem Supraleitungszustand in den Widerstandszustand übergeführt werden kann.
Tantal ist ein brauchbares Material für solche Sperrleiter, denn seine Übergangstemperatur im Bereich
von 50 bis 100 örsted liegt bei 4,2° K, dem Siedepunkt von Helium beim Druck von einer Atmo-
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Sphäre. Diese Temperatur läßt sich erreii&env Ohne': kombination, der den Leiter KIg umfaßt, zeigt in
daß es erforderlich ist, komplizierte Einrichtungen diesem Zeitpunkt' einen Widerstand. Somit fließt der
zum Erzeugen von Druck oder Unterdruck zum gesamte von der Stromquelle gelieferte Strom durch
Steigern oder Senken der Temperatur des Heliums zu, ,. : den-Sperrleiter KIg, während durch den Leiter KIg
benutzen. Niobium,: das eine relativ hohe kritische■_. 5; kein Strain; fließt,- und der gleiche durch die Steuer-Feldstärke
aufweist, wird gewöhnlich für die Steuer- wicklungKIc fließende Strom hält den zugehörigen
wicklung verwendet, denn es ist erwünscht und in Sperrleiter if lg· in seinem Widerstandszustand. Die
manchen Fällen auch erforderlich, daß der Steuerleiter Flip-Flop-Schaltung ist somit in diesem Zustand stabil
während des gesamten Betriebs des- Cryotrons supra- und gleicht somit einer in bekannter Weise aufgebauten
leitend bleibt, und die Steuerwicklung ist im wesent- 10 bistabilen Vakuumröhren-Flip-Flop-Schaltung, die in
liehen den gleichen Magnetfeldern· ausgesetzt wie der dem einen oder anderen Zustand stabil ist. Wenn der
Sperrleiter. Ferner ist es in den meisten Anwendungs- aus der Stromquelle verfügbare Strom kleiner ist als
fällen erwünscht, den Steuerleiter in Form einer Wick- der doppelte Wert derjenigen Stromstärke, die erlung,
z. B. als Wicklung 4 in Fig. 2, auszubilden, damit - forderlich ist, um die kritische Feldstärke hervorzuman
nur einen Strom von möglichst geringer Stärke 15 rufen, und wenn an die Steuerwicklung K3 c ein Imbenötigt,
um die kritische Feldstärke zu erreichen. puls angelegt wird, um in dem Sperrleiter K 3 g eine
Bei Cryotronschaltungen wird der Sperrleiter eines Umwandlung hervorzurufen, so daß der den Leiter
Cryotrons häufig mit der Steuerwicklung eines anderen KZg umfassende Stromweg einen Widerstand zeigt,
Cryotrons in Reihe geschaltet, und deshalb muß das so verteilt sich der Strom annähernd zu gleichen Teilen
Cryotron eine Stromverstärkung liefern, wenn die 20 auf die beiden Stromwege. Nunmehr wird der Steuer-Schaltung
einwandfrei arbeiten soll, d.h., der durch leiter if Ic von einem Strom durchflossen, der nicht
den Sperrleiter des Cryotrons gesteuerte Strom muß ausreicht, um den Sperrleiter K1 g in seinem Widerstärker
sein als der zum Speisen der zugehörigen standszustand zu halten. Wenn der Sperrleiter K Ig
Steuerwicklung benötigte Strom. Wenn der Steuer- aus dem Widerstandszustand in den Supraleitungsleiter nieht als Wicklung ausgebildet ist, kann es vor- 25 zustand übergeht, bildet er einen supraleitenden Stromkommen,
daß der Strom, der durch den Steuerleiter weg, der sich auch durch den Steuerleiter K2 c, den
geschickt werden muß, um die für den Sperrleiter aus Sperrleiter K4 g· und den Steuerleiter K6c erstreckt;
Tantal erforderliche kritische Feldstärke zu erreichen, somit fließt der gesamte verfügbare Strom durch diesen
ein Feld erzeugt, das genügend stark ist, um eine so- Stromweg, so daß in dem Sperrleiter K 2 g eine Umgenannte
Selbstverdrängung eines damit in Reihe ge- 30 Wandlung hervorgerufen wird. Auf diese Weise erschalteten
Sperrleiters aus Tantal zu bewirken. In der reicht die Flip-Flop-Schaltung ihren anderen stabilen
Praxis hat es sich gezeigt, daß man mittels eines Zustand.
Cryotrons eine geeignete Stromverstärkung erzielen In ähnlicher Weise bewirkt ein an den Steuerleiter
kann, wenn der Durchmesser des Sperrleiters aus K4c angelegter Stromimpuls von genügender Größe,
Tantal etwa 0,23 mm beträgt und wenn die Steuer- 35 daß die Flip-Flop-Schaltung in ihren früheren Zustand
wicklung aus in einer einzigen Schicht aufgebrachten zurückkehrt. Je nachdem, ob sich der supraleitende
Windungen von Niobiumdraht mit einem Durchmesser Stromweg durch die Flip-Flop-Schaltung über den
von etwa 0,075 mm besteht, wobei die Zahl der Win- Steuerleiter K5 c oder den Steuerleiter if 6 c erstreckt,
düngen etwa 10 Windungen/cm beträgt. wird entweder in dem Sperrleiter K Sg oder in dem
Ein einfaches bistabiles Element, wie man es als 40 Sperrleiter if 6 g· eine Umwandlung hervorgerufen, und
Grundelement eines binären Ziffernrechengerätes be- daher zeigen die Leitfähigkeitszustände dieser Sperrnötigt,
läßt sich aus Cryotronen in der AVeise auf- leiter den Zustand der Flip-Flop-Schaltung if 1-if 2 an.
bauen, daß man die Sperrleiter von zwei solchen Angesichts der kleinen Abmessungen und der nied-Aggregaten
parallel schaltet und dafür sorgt, daß der rigen Kosten bildet das Cryotron ein ideales grundeine
oder andere Sperrleiter den gesamten Strom durch 45 legendes Schaltelement zur Verwendung bei umfangdie
Kombination hindurchleitet, und zwar in der glei- reichen Geräten zum Verarbeiten von Informationen,
chen Weise wie bei einer aus Vakuumröhren aufge- bei denen viele tausend derartiger Elemente benutzt
bauten Flip-Flop-Schaltung. Gemäß Fig. 3 kann eine werden, die in einer Anzahl von Grundschaltungen,
bekannte Cryotron-Flip-Flop-Schaltung zwei Cryo- z. B. nach Art der Flip-Flop-Schaltung gemäß Fig. 3,
trone if 1 und if 2 umfassen, deren Sperrleiter if lg· 50 miteinander verbunden sind. Bis heute führte die ge-
und if 2 g· an einem Ende gemeinsam mit einer Strom- ringe Größe der einzelnen Cryotrone, die in den
quelle verbunden sind, die in Fig. 3 durch eine Bat- meisten Beziehungen einen wesentlichen Vorteil darterie
6 dargestellt ist; in Reihe mit den Sperrleitern stellt, zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Herliegt
ein Begrenzungswiderstand i?l. Der Widerstand stellung der verschiedenen Schaltungen, in denen Cryoi?l
besitzt vorzugsweise einen wesentlich höheren 55 trone benutzt werden. Die vier Anschlüsse jedes Cryo-Widerstand
als die Flip-Flop-Schaltung, so daß die trons sind im allgemeinen mit anderen supraleitenden
Stromquelle einen im wesentlichen konstanten Strom Schaltungselementen durch Schweißen verbunden, um
liefert. Der Sperrleiter KIg ist mit der Steuerwick- die Supraleitfähigkeit an den Verbindungsstellen auflung
if 2 c in Reihe geschaltet, und der Sperrleiter if 2 g· rechtzuerhalten, und daher benötigt man bei Cryotronist
in ähnlicher Weise mit der S teuer wicklung if Ic 60 schaltungen für jedes Cryotron durchschnittlich etwa
verbunden. Um die Schaltung zu vervollständigen, zwei Schweißstellen; die Flip-Flop-Schaltung nach
liegen die Steuerleiter über zum Eingeben dienende Fig. 3 besitzt z. B. zehn innere Schweißverbindungen,
Cryotrone if 3 und if 4 sowie über zum Entnehmen die mit den Bezugsziffern 7 bis 24 bezeichnet sind. Der
des Ergebnisses dienende Cryotrone if 5 und if 6 in Durchmesser der einzelnen Sperr-und Steuerleiter der
einer noch zu beschreibenden Weise an Erde. Wenn 65 Cryotrone kann bis herab zu etwa 0,025 bis etwa
der Leiter if Ig-einen Widerstand--aufweist, während 0,050 mm betragen, und daher muß man beim
der Leiter if 2g- supraleitend ist, besteht ein voll- Hantieren mit diesen Elementen und bei der Herständig
supraleitender Stromweg durch die Sperrleiter stellung der Schweißverbindungen mit größter Vorif2g-
und if 3 g- sowie die S teuer leiter if 1 c und if 5 c. sieht arbeiten, damit keine Brüche auftreten und die
Derjenige Stromweg durch die Reihenschaltungs- 70 Verbindungen in der richtigen Weise hergestellt wer-
den. In der. Praxis' werden die Gryotrönsehaltungen
daher meist unter einem. Mikroskop hergestellt, und es
handelt sieh hierbei'um eine' zeitraubende. und mühsame
Arbeit. .- ■--:■·.- :
Ein älterer Vorschlag betrifft einen Gryotronkreis, bei dem das Magnetfeld einer Steuerspule derart auf
eine Anzahl "von Leitern einwirkt, daß die Leiter bei
Zunahme der magnetischen Durchflutung in einer vorbestimmten Reihenfolge nacheinander vom supraleitenden
in den normalleitenden Zustand übergehen. Dazu wird entweder ein inhomogenes Steuerfeld verwendet,
so daß das Feld bei den einzelnen Leitern
unterschiedlich stark zur Wirkung kommt, oder es wird das Material der Leiter so gewählt, daß die
kritische Feldstärke für die einzelnen Leiter bei verschiedenen
Werten liegt.
Demgegenüber ist es Aufgabe der Erfindung, eine Leiteranordnung für Cryotronkreise zu schaffen, mit
der sich beliebige Cryotronkreise in einfacher Weise und mit nur einer sehr geringen Anzahl von Verbindungsstellen
herstellen lassen. Zu diesem Zweck sieht die Erfindung mindestens einen einstückigen band-
oder drahtförmigen Leiter aus supraleitendem Material vor, der über seine Länge aneinander anschließende
Bereiche unterschiedlicher kritischer Feldstärke aufweist. Die Reihenfolge und Größe der aufeinanderfolgenden
Abschnitte kann verschieden sein. Vorteilhafterweise folgen die unterschiedlichen Abschnitte
einander periodisch, und es besitzen Abschnitte gleicher Feldstärke auch die gleiche Länge.
Mit der neuen Leiteranordnung erhält man in einem Arbeitsgang und mit einem einstückigen Leitermaterial
zugleich die gesteuerten wie die steuernden Leiterabschnitte, die sich ja im wesentlichen durch verschiedene
kritische Feldstärken unterscheiden. Damit lassen sich nicht nur einzelne Cryotronelemente, sondern
ganze Cryotronkreise aus dem gleichen einstückigen Leitermaterial aufbauen. Hierdurch vereinfacht
sich nicht nur die Herstellung, sondern auch die Verarbeitung des Leitermaterials wesentlich. Es ist
z. B. nicht selten, daß steuernde und gesteuerte Supraleiter elektrisch in Reihe liegen. Ein solcher Kreis läßt
sich mit der Leiteranordnung gemäß der Erfindung in einfacher Weise und einer wesentlich geringeren Lötstellenzahl
als bei den bekannten Anordnungen aufbauen.
Demnach kann man einen zusammengesetzten Leiter mit zwei Sperrleiterabschnitten und zwei Steuerleiterabschnitten
an Stelle des Sperrleiters KIg, der Steuerwicklung K2c, des Sperrleiters K&g und der Steuerwicklung
K6c nach Fig. 3 benutzen; entsprechend kann man einen Leiter dieser Art an Stelle der übrigen
Sperr- und Steuerleiter vorsehen. Die beiden zusammengesetzten Leiter sind bei 7 und 24 miteinander
zu verbinden, und auf diese Weise verringert sich die Anzahl der inneren Verbindungen bei der Anordnung
nach Fig. 3 auf zwei, d. h. auf 20 °/o der vorher benötigten Verbindungsstellen.
Der erfindungsgemäße zusammengesetzte Cryotronleiter kann einen Tantaldraht umfassen, der abschnittsweise
mit einem Überzug aus Niobium versehen ist, wobei die keinen Überzug aufweisenden Abschnitte
als Sperrleiterabschnitte dienen, während die mit Überzügen versehenen Abschnitte, bei denen eine erheblich
größere kritische Feldstärke benötigt wird, als Steuerleiter wirken. Alternativ kann man in
einen Draht aus einem Grundwerkstoff mit bestimmten Supraleitfähigkeitseigenschaften bei jedem zweiten
Abschnitt ein anderes Material hineindiffundieren lassen, um die Eigenschaften der betreffenden Abschnitte
zu verändern, so daß für die behandelten und die unbehandelten Abschnitte unterschiedliche
kritische Feldstärken gelten.
In Fig. 5 ist ein gemäß "der Erfindung hergestellter
zusammengesetzter Cryotronleiter dargestellt. ■ Gemäß Fig. S umfaßt der insgesamt mit 26 bezeichnete Leiter
abwechselnd aufeinanderfolgende Steuerleitungssegmente 28 aus Niobium sowie Sperrleitersegmente 30
aus einer Niobium-Tantal-Legierung. Wie aus Fig. 4
ίο ersichtlich, kann man den Leiter 26 in der Weise herstellen,
daß man zuerst auf einen Draht 34 aus Niobium in geeigneten Abständen Überzüge 32 aus Tantal
aufbringt. Die Überzüge 32 können nach einem beliebigen geeigneten Verfahren hergestellt werden,
»5 z. B, durch Aufdampfen, Elektroplattieren usw. Der
die Überzüge tragende Draht wird dann genügend lange auf einer geeigneten erhöhten Temperatur gehalten,
so daß die Tantalüberzüge in den Leiter aus Niobium hinekidiffundieren. Hierdurch erhält man
so den zusammengesetzten Leiter 26 nach F'ig. 5, bei dem die nicht behandelten Abschnitte 28 aus Niobium die
Eigenschaften von Steuerleitern besitzen, bei denen eine höhere kritische Feldstärke erforderlich ist, während
die Abschnitte 30 aus einer Niobium-Tantal-Legierung die Eigenschaften von Sperrleitern aufweisen,
d. h. eine geringere kritische Feldstärke erfordern.
Ein weiterer Cryotronleiter ist in Fig. 6 dargestellt. In diesem Falle umfaßt der insgesamt mit 36 bezeichnete
Leiter einen Hauptleiter aus Tantal, der aus mit Niobium überzogenen Steuerleiterabschnitten 38 und
aus keinen Überzug aufweisenden Sperrleiterabschnitten 40 aus Tantal besteht. Die Überzüge aus Niobium
können ähnlich wie die Überzüge 32 nach Fig. 4 im Wege des Aufdampfens oder des Elektroplattierens
erzeugt werden.
Der Durchmesser der Leiter 26 und 36 ist vorzugsweise so klein wie möglich, und die Untergrenze für
den Durchmesser richtet sich im wesentlichen nach den beim Hantieren mit den Leitern auftretenden
Schwierigkeiten. Mit anderen Worten, die Hauptleiter 34 und 40 bestehen vorzugsweise aus Draht mit
einem Durchmesser von etwa O1,125 mm, und die nicht
behandelten Abschnitte der fertigen, zusammengesetzten Leiter besitzen den gleichen Durchmesser; bei den
behandelten Abschnitten 30 bzw. 38 kann der Durchmesser etwas größer sein; dies ist auf die Einführung
zusätzlichen Materials in diese Abschnitte zurückzuführen. Die Tantalüberzüge 32 nach Fig. 4 sollen eine
Dicke aufweisen, die genügt, um Abschnitte 30 zu liefern, deren Umwandlungspunkte sich von denjenigen
der Steuerleiterabschnitte 28 aus Niobium so stark unterscheiden, daß die Schaltung einwandfrei arbeitet;
mit anderen Worten, der Unterschied zwischen den Abschnitten 28 und 30 bezüglich der kritischen Feldstärke
soll mindestens 3:1 betragen. Die Niobiumüberzüge auf den Abschnitten 38 nach Fig. 6 sollen
dick genug sein, um zu gewährleisten, daß die darunterliegenden Abschnitte des Grundleiters vollständig
bedeckt sind.
Zwar wurde bezüglich der Leiter 26 und 36 von der Verwendung von Niobium und Tantal gesprochen,
doch sei bemerkt, daß man auch andere Materialien verwenden kann, wenn sie sich hinsichtlich ihrer Umwandlungspunkte
erheblich unterscheiden, so daß bei ihrer Benutzung in einer Cryotronschaltung die Steuerleitungsabschnitte
supraleitend bleiben, während die ihnen zugeordneten Sperrleiterabschnitte der kritischen
Feldstärke ausgesetzt sind. Ferner sei bemerkt, daß in Ausgestaltung der Erfindung auch zusammen-
ι: bs T-i>i 3
gesetzte Leiter. - vorgesehen werden - können, die Ab-.
schnitte mit. mehr als zwei verschiedenen Umwand«
lungspunkten umfassen. Beispielsweise kann ein dem"
Leiter 36 nach Fig, 6 ähnelnder Leiter zusätzlich zu
den mit Niobium überzogenen und den nicht behan- '5
delten Abschnitten aus Tantal weitere. Abschnitte aufweisen,
die mit Blei überzogen sind. Bezüglich der Abschnitte aus Tantal würde dann eine relativ geringe
kritische Feldstärke · gegeben sein, während die mit Blei überzogenen Abschnitte eine größere kritische id
Feldstärke und die mit Niobium überzogenen Abschnitte
eine noch höhere kritische Feldstärke erfordern.
Man kann den supraleitfähigen Draht in Ausgestaltung der Erfindung verwenden, um gemäß Fig. 7
mehrere miteinander verbundene Cryotrone aufzubauen. In Fig. 7 besitzen die zusammengesetzten Lei1
ter 42 und 44 jeweils Sperr- und Steuerleiterabschnitte
42a und 42&:bzw- 44a, und 44&. Diese Leiter können
den Ausführungsbeispielen nach Fig. 5 oder 6 · entsprechen, und sie werden vorzugsweise mit Hilfe geeigneter
Maschinen gewickelt, um ein Ausgangsmaterial mit der gewünschten Anzahl von Abschnitten
auszubilden, wobei jeder Abschnitt ein einzelnes Cryotron bildet und wobei jeweils ein Steuerleiterabschnitt
des einen Leiters die Form einer Wicklung besitzt, welche einen entsprechenden Sperrleiterabschnitt des
anderen Leiters umgibt. Teile der Steuerleiter abschnitte werden ferner als Verbindungsdrähte zwischen
den verschiedenen Abschnitten benutzt, so daß bei der späteren Verwendung im Betrieb diese Verbindungsdrähte innerhalb der betreffenden Schaltung stets
supraleitend bleiben.
Das supraleitfähige Ausgangsmaterial läßt sich bequem zur Herstellung der verschiedensten Arten von
Cryotronschaltungen verwenden, und zwar sowohl bei einfachen Cryotronschaltern als auch bei den verwickeltsten
Schaltungen. Wie weiter unten erläutert, kann man ein eine geeignete Länge aufweisendes Stück
des Ausgangsmaterials abschneiden und an diesem verschiedene Arbeitsvorgänge durchführen, um eine
Cryotron-Flip-Flop-Schaltung herzustellen. Zwar
kann die "Länge der verschiedenen Abschnitte variieren, doch sei .bemerkt, daß es im allgemeinen erwünscht
ist, daß sämtliche Abschnitte mit gleichen Umwandlungspunkten'jeweils die'gleiche Länge aufweisen,
damit sich.das Ausgangsmaterial leichter herstellen läßt.
Fig. 8 veranschaulicht eine unter Verwendung des Cryötron-Ausgangsmaterials nach Fig. 7 aufgebaute
Flip-Flop-Schaltung. Von dem Ausgangsmaterial werden sechs. Cryotrone als fertige Einheit 'abgetrennt,
und diese bilden in Fig. 8 die Cryotrone K1', K 2',
KZ', K%, Ä5Aund K 6'. Die Leiter werden an einem
Ende miteinander verschweißt, um eine Verbindung 7' ähnlich der Verbindung 7 herzustellen, und diese'Verbindungsstelle
wird'über einen Widerstand R f an eine
Batterie 6' angeschlossen. Verfolgt man die Schaltung
nach Fig. 8 von oben nach unten, so schließen sich an die Verbindungsstelle 7' die Cryotrone KV und K 2'
an, die jeweils"" -mit ihrer Steuerwicklung mit dem
Sperrleiterabschnitt des anderen Leiters verbunden sind, wie es in Fig. 3 dargestellt ist. An dem Cryotron
K 4' wird jedoch das Ausgangsmaterial dadurch verändert, daß man es längs der gestrichelten Linien 46
und 48 durchschneidet, um die Steuerwicklung iT4'e
zu isolieren, deren Anschlüsse dann als 'Eingaber anschlüsse verwendet werden. Der Sperrleiter K4fg
verbleibt in Reihenschaltung mit dem Sperrleiter KX'g,
wie es in Fig. 3 der Fall ist. Die Verbindung zwischen dem Sperrleiter if 3'g- und der- Steuerwicklung K 6'e
wird bei·50 durchtrennt, und der Sperrleiter wird
durch eine Schweißverbindung 52; mit dem Sperrleiter
K2'g in Reihe geschaltet. Die S teuer wicklung
KZ'c wirdvon den Sperrleitern K5'g und K6'g isoliert;
wie es durch- die gestrichelten Linien 54 und 56 angedeutet ist, und das Cryotron KZ' dient somit als
das- andere EingabecryOtron: Der bei-48" und 54 isolierte
■SperrleiteriCö'g' und der bei 56 isolierte Sperrleiter
K S'g können dann als Entnahmesperren benutzt werden, denn ihre Steuerwicklungen K6'c und K5'c
liegen jeweils1 mit den Eingabesperren K4tg und KZ'g
in Reihe. Die Steuerwicklungen JT5'c und K6'c sind
ebenfalls durch eine Schweißstelle 24' ähnlich der Schweißstelle 24 in Fig. 3 miteinander verbunden.
Somit stehen die aus Fig. 8 ersichtlichen Elemente schaltungsmäßig in der gleichen Beziehung zueinander
wie ihre Gegenstücke in Fig. 3, und die Arbeitsweise der beiden Schaltungen ist identisch. Bei der Schaltung
nach Fig. 8 werden jedoch im Vergleich zu den zehn Verbindungsstellen, die erforderlich sind; wenn
man die Schaltung aus einzelnen Cryotronen aufbaut, nur drei innere Verbindungsstellen benötigt.
Claims (11)
1. Leiteranordnung für Cryotronkreise mit ' einem gesteuerten Leiterabschnitt aus einem supraleitenden
Material mit vorbestimmter kritischer Feldstärke und einem Steuerleiter aus einem supraleitenden
Material von relativ hoher kritischer Feldstärke, gekennzeichnet durch mindestens einen
einstückigen band- oder drahtförmigen Leiter aus supraleitendem Material, der über seine Länge aneinander
anschließende Bereiche unterschiedlicher kritischer Feldstärke aufweist.
2. Leiteranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bereiche mit unterschiedlicher
kritischer Feldstärke periodisch aufeinanderfolgen.
3. Leiteranordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bereiche mit gleicher
kritischer Feldstärke gleiche Länge besitzen.
4. Leiteranordnung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Leiter aus einem
Kern aus supraleitendem Material besteht, auf dem in Abständen Mantelabschnitte aus einem
supraleitenden Material aufgebracht sind, dessen kritische Feldstärke von derjenigen des Kerns verschieden
ist.
5. Leiteranordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet; daß der Kern aus Niob und die
Mantelabschnitte aus Tantal bzw. einer Tantal enthaltenden Legierung bestehen.
■ 6. Leiteranordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Kern aus Tantal und die
Mantelabschnitte aus Niob bestehen.
7. Leiteranordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei zwei oder mehr Leitern
jeweils die Bereiche mit der höheren kritischen
" Feldstärke des einen Leiters, vorzugsweise in Form einer Steuerwicklüng, in unmittelbarer Nähe
der Bereiche mit der niedrigeren kritischen Feldstärke des anderen Leiters liegen, und umgekehrt.
8. Verfahren zum Herstellen einer Leiteranordnung
-nach Anspruch 1 bis 7," dadurch gekennzeichnet,
daß; ausgehend von wenigstens " einem
·' · band- oder drahtförmigen Leiter aus supraleitfähigen!
Material; das Material des Leiters bereichsweise derart "beeinflußt wird, daß seine auf
eine - bestimmte ' Temperatur -bezogene kritische
Feldstärke in aufeinanderfolgenden Bereichen variiert, daß jeweils ein Bereich von hoher kritischer
Feldstärke in unmittelbarer Nähe eines Bereichs mit niedrigerer kritischer Feldstärke angeordnet
wird und daß gegebenenfalls die auf diese Weise gebildeten einzelnen Cryotroneinheiten voneinander
getrennt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß auf in gegenseitigen Abständen liegenden
Bereichen des einstückigen Leiters Oberfiächenschichten aus einem Material aufgebracht
werden, dessen kritische Feldstärke von der des Leiters abweicht.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Schichtmaterial ein solches mit
hoher kritischer Feldstärke verwendet wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß als Schichtmaterial ein solches
mit niedrigerer kritischer Feldstärke als das Leitermaterial verwendet wird und daß der Leiter
nach Aufbringen der Schicht auf eine Temperatur erhitzt wird, bei der das Schichtmaterial in das
Leitermaterial diffundieren kann.
In Betracht gezogene ältere Patente:
Deutsches Patent Nr. 1 049 959.
Deutsches Patent Nr. 1 049 959.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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